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[(D'c) HeartBeat] Versuch's nochmal mit mir

GeschichteRomance, Suspense / P18 / Het
16.03.2021
17.05.2021
33
109.432
94
Alle Kapitel
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Dieses Kapitel
5 Reviews
 
04.05.2021 2.845
 
Unruhig lief Cassie durch die Wohnung und betrat die Terrasse. Kurz genoss sie den fantastischen Ausblick auf die Stadt, mit den Bergen dahinter. Wenn man nicht wüsste, wo man war, könnte man fast denken, man wäre in Salt Lake City. Zumindest wenn es noch nicht dunkel war und die vielen bunten Lichter der Stadt den Eindruck wieder zerstörten. Aber solange es wie jetzt noch hell war, oder dämmrig, und die Lichter der Stadt noch nicht eingeschaltet … hatten der Spring Mountain wie die Berge in Utah, eine etwas beruhigende Wirkung auf sie und tief atmete sie ein, trotzdem kreisten ihre Gedanken weiterhin umher, wenn auch nicht mehr so hektisch.
Seit knapp einer Stunde war Noah nun weg, nicht ohne ihr nochmals zu sagen, dass sie morgen reichlich vorhatten … oder besser gesagt, er mit ihr. Genauso wie er ihr mitgeteilt hatte, dass das Wochenende komplett verplant war. Freitag diese Show im Lion's-Gate, Samstag in einen oder zwei seiner Clubs und Sonntag diese Hochzeit. Und immer noch hatte sie das Gefühl, dass er mehr als zufrieden ausgesehen hatte, dass er ihren Plan, Simon am Wochenende zu treffen, durchkreuzt hatte.
Gott, Simon, sie musste ihn anrufen und Bescheid sagen.
Seufzend sah sie auf ihre Ringlose Hand und dann wieder auf die Berge. Simon würde garantiert nicht begeistert sein, dass die geplanten Wochenenden wohl ausfallen würden und sie die nächsten vier Wochen höchstens telefonieren konnten. Es sei denn, Noah würde die nächsten Wochenenden nicht so verplanen. Gott, es konnten ja nicht jede Woche irgendwelche Leute heiraten, zu deren Hochzeit er 'musste'.
Wenn Simon trotzdem kam … irgendwie würde es schon hinhauen. Erneut seufzte sie auf und fühlte, wie sich ein Knoten in ihrem Magen bildete, als sie an das bevorstehende Gespräch mit Simon dachte. Sie musste ihm obendrein sagen, dass sie bei Noah wohnte. Sie meinte zwar, das bereits erwähnt zu haben, aber irgendwie hatten beide das als absurd abgetan, oder zumindest sie, denn Simon hatte überhaupt nicht darauf reagiert, oder?
Nachdenklich runzelte sie leicht die Stirn, als sie überlegte, ob sie es wirklich erwähnt und ob Simon darauf reagiert hatte.

Gott, ihre Eltern … Cassie erstarrte, als ihr plötzlich der Gedanke an ihre Eltern in den Kopf kam. Wie hatte sie bei dem ganzen Mist nur vergessen können, dass ihr Vater meistens in seinem Arbeitszimmer vormittags ihrer Sendung zuhörte. Wenn sie mal einen Tag nicht auf Sendung war, war das eben so und sie lag flach oder hatte frei, aber ganze vier Wochen? Himmel, was sollte sie bloß sagen? Sie musste ihn ebenfalls anrufen. Vielleicht könnte sie ihm sagen, dass sie eine Weiterbildung oder irgendsowas hier machte?
...Weiterbildung? Gott, Cassie, das glaubt er dir doch niemals...
Leise stöhnte Cassie auf und umklammerte die Brüstung mit ihren Händen.
...wie wäre es einfach mit der Wahrheit?...
Erneut aufstöhnend schüttelte sie den Kopf. Was für eine Wahrheit? Dass sie damals nicht in Aspen gewesen war, sondern in Vegas? Dass sie Hals über Kopf einen Fremden geheiratet und das danach verdrängt hatte? Ihre Eltern würden aus allen Wolken fallen. Ihr Vater mehr als enttäuscht reagieren, weil sie ihn belogen und obendrein geheiratet hatte. Dann würde er furchtbar schimpfen und sie danach in den Arm nehmen und sagen, dass es eine verdammt dumme Aktion von ihr gewesen sei, aber dann wäre das Thema durch und er würde höchstens fragen, warum sie gelogen hatte und wieso sie es vergessen hatte und wie sie, wenn sie jemanden geheiratet hätte, mit einem anderen Mann zusammen sein könnte und wie sie das nun gedenken würde zu regeln. Gott und das Gefühl ihren Vater zu enttäuschen, der immer auf ihrer Seite gewesen war und sie beschützt und behütet hatte, war schlimmer als das Gefühl, dass ihre Mutter, mal wieder, das Gesicht verziehen und jammern würde und ihr unterschwellig das Gefühl geben würde, ihre größte Enttäuschung zu sein. … Gott, seit sie klein war hatte sie mitbekommen, wie sehr ihre Mutter Las Vegas hasste, auch wenn sie nie verstanden hatte, wieso.

Wenn sie jetzt erfahren würde, dass sie ausgerechnet dort gewesen war und dann noch obendrein jemanden von 'da' geheiratet hatte … sie war ja schon beinahe in Ohnmacht gefallen, als sie Sonntag telefoniert und sie mitbekommen hatte, dass sie in Vegas war. Wenn sie jetzt erfahren würde, dass sie vier Wochen hier verbringen würde...
Wahrscheinlich würde sie sich ausmalen oder einbilden, dass ihre Tochter plötzlich spielsüchtig war, als Prostituierte oder Striptänzerin arbeiten würde oder dass der Teufel sie verführt hätte.
Wobei, sollte sie erfahren, dass sie verheiratet war und dann obendrein jemals ein Bild von Noah sehen, würde sie ihn eh als Teufel deklarieren, mit den dunklen Haaren und Augen und dieser, selbst auf Bildern, mehr als gefährlichen Ausstrahlung und dann das Schlimmste von allen … er lebte in Las Vegas...

Gott, am besten brachte sie die Telefonate jetzt sofort hinter sich. Wobei sie nicht sicher war, wen sie als erstes anrufen sollte. Simon oder ihren Dad. So oder so würde sie sich danach garantiert elend fühlen. Seufzend drehte sie sich um und ging über die Terrasse und durch das Wohnzimmer ins Schlafzimmer, um ihren Rucksack zu holen und ihr Handy. Nachdenklich sah sie auf ihr Handy, als ihr bewusst wurde, dass sie am liebsten gar nicht telefonieren würde. Kopfschüttelnd vertrieb sie den Gedanken schnell wieder und wählte Simon's Nummer.

„Honey! Ich habe gerade an dich gedacht.“ Simon's Stimme erklang an ihrem Ohr und lächelnd ließ sich Cassie auf die breite Ledercouch fallen.

„Na, ich wäre enttäuscht, wenn du nicht an mich denken würdest.“

„Tu ich das nicht immer?“

„Hm, außer wenn es um Pizza geht.“

„Nun, mit einer Pizza kann keine Frau konkurrieren.“ Leise lachend gab Simon ihr eine Antwort, bevor er wieder ernst wurde. „Wie war dein Flug? Wie geht es dir? Ich hoffe, du lässt dir nicht den Kopf verdrehen. Du weißt doch, ich würde mich ungern duellieren.“

„Du würdest dich gar nicht duellieren, du übergroßer Plüschhase. Das haben wir ja schon festgestellt.“

„Stimmt. Ich würde still leiden und dich vermissen.“

„Ach … und jetzt gerade vermisst du mich nicht?“ Lächelnd gab sie ihrer Stimme einen absichtlich schmollenden Unterton, während sie spürte, wie sie sich entspannte.

„Du weißt genau, dass ich dich vermisse, Honey. Aber es ist ja nur heute und morgen und dann komm ich nach Vegas oder du her. Und der heutige Tag ist eh schon rum, also bleibt nur noch morgen und dann hab‘ ich dich wieder. Hast du das mit ihm klären können, Honey? Also das mit den Wochenenden?“

Cassie seufzte und biss sich kurz auf die Lippen, bevor sie die Augen schloss. „Deshalb rufe ich an...“

„Ach? Und ich dachte, weil du meine Stimme hören möchtest und mich vermisst...“ Amüsiert und leise erklang seine Stimme erneut und Cassie stellte sich vor, wie er es sich gerade auf der Couch gemütlich machte, als sie das leise, typische und zufriedene Geräusch von ihm hörte, dass er immer von sich gab, wenn er sich lang auf der Couch ausstreckte und die Augen zumachte, um zu entspannen.

„Das auch, das weißt du doch.“ Lächelnd öffnete Cassie wieder ihre Augen und sah an die Decke des Wohnzimmers, wo unzählige winzige Lampen eingelassen waren und irgendwie fragte sie sich, wie das wohl aussah, wenn sie eingeschaltet waren und es draußen dunkel war. Wahrscheinlich wie ein Sternenhimmel … Kopfschüttelnd seufzte sie erneut und vertrieb den Gedanken, während sie sich auf Simon konzentrierte. „Simon? Ich habe mit ihm über die Wochenenden gesprochen … sofern man sprechen sagen kann, denn er...“

„...sag mir nun nicht, dass er dich auch am Wochenende mit Beschlag belegen will...“ Entgeistert unterbrach Simon sie und schuldbewusst biss sich Cassie auf ihre Unterlippe.

„Doch. Ich habe kaum gefragt, was mit den Wochenenden ist, weil ich da was vorhabe, als er mich schon mehr oder weniger unterbrach und meinte, die Wochenenden gehören auch dazu und ihm. Und dazu hat er das kommende Wochenende völlig verplant. Freitag soll ich ihn in irgendeine dumme Show von einer seiner 'Bekannten' begleiten, Samstag will er, dass ich mit ihm in irgendeinen Club gehe und ihn Sonntag zur Hochzeit der Schwester seines Freundes begleite...“ Cassie sprach schnell, damit Simon sie nicht unterbrechen konnte und konnte trotzdem nicht verhindern, dass zum Ende hin ihre Stimme immer leiser wurde, bevor sie abbrach.

„Das ist jetzt nicht sein Ernst, oder?“ Fassungslos erklang Simon's Stimme und Cassie schluckte erneut, als sie den ungläubigen Ton in ihr hörte.

„Doch, scheinbar schon.“ Cassie holte Luft, bevor sie leise weitersprach. „Er wollte auch und hat verlangt, dass ich den Ring abnehme. Er meinte, ich sei seine Frau und er würde nicht zulassen, dass ich während der Zeit hier den Ring eines anderen trage. Er ist so ein verdammtes Arschloch. Ich hasse ihn, ich war kurz davor ihm zu sagen, was er mit diesem verdammten Deal machen kann...“

Leise zischend holte Simon Luft und es blieb einen Augenblick still in der Leitung, bevor er leise antwortete. „Ich werde morgen nach der Sendung den Flieger nehmen und nach Vegas kommen, Honey.“

„Und was soll das bringen? Ich wohne ja nicht einmal im Hotel, sondern er bestand darauf, dass ich in seinem Penthouse wohne. Egal was ich sage, er schmettert es ab. Ich komme mir vor wie ein verdammtes, kleines Kind, dem alles bestimmt wird und das nicht selbst entscheiden kann oder darf. Und ich kann nichts, absolut nichts machen, weil er dann sofort damit kommt, dass er die Scheidung sonst nicht unterschreibt.“
...übertreibst du jetzt gerade nicht maßlos?...
Cassie seufzte und schob die kleine Stimme beiseite. „Ich würde dich gerne hier haben, aber ich weiß nicht … ob...“

„Ich komme nach Vegas, Honey, und wir werden uns sehen. Er kann dich ja schlecht vierundzwanzig Stunden täglich bewachen oder einsperren oder festhalten. Gott, du gehörst ihm nicht...“ Wütend knurrte Simon auf, bevor er plötzlich stockte. „Moment … du bist in seinem Penthouse? Wo zum Teufel schläfst du? Hat er da ein Gästezimmer? Er verlangt doch wohl nicht...?“

„Nein, nein. Es gibt hier sogar drei Schlafzimmer.“ Cassie biss sich auf die Lippen. Nun gelogen war es ja nicht und sie hatte ja nicht gesagt, dass sie in einem schlief oder das Noah wollte, dass sie in seinem Bett...
Gott, plötzlich wurde ihr klar, dass sie heute Nacht neben ihm liegen sollte. Ihr Blick ging Richtung Flur, ob sie vielleicht einfach...? Obwohl … sie traute ihm durchaus zu, dass er sie selbst mitten in der Nacht entweder hinüberschleppen oder wach machen würde, damit sie da schlief, wo er wollte.

„...schläfst in einem der anderen Schlafzimmer?“

„Was?“ Cassie zuckte zusammen, als ihr klar wurde, dass sie so in Gedanken gewesen war, dass sie nicht mitbekommen hatte, wie Simon schon weiterredete.

„Ich sagte; es wundert mich, dass er dich gerade telefonieren lässt und du schläfst in einem der anderen Schlafzimmer, ja?“

„Ja.“ Cassie setzte sich hin und zog die Beine auf die Couch und unter ihren Körper. „Er ist arbeiten, bekam wohl vorhin einen Anruf, keine Ahnung und ich bin alleine. Er wollte zwar, dass ich mitgehe, aber da hab‘ ich mich dann doch geweigert. Gott, ich habe bestimmt keine Lust in einem Casino herumzuhängen, zu spielen oder ihm bei der Arbeit zuzusehen, nur damit er in seiner Pause mit mir essen kann.“ Verächtlich schnaubte Cassie auf, während Simon einen Augenblick verdächtig still blieb.

„Er wollte, dass du ihn ins Casino begleitest und er arbeitet? Als Besitzer?“ Ungläubig erklang nach einiger Zeit seine Stimme und Cassie seufzte leise auf.

„Ja und ja. Aber wie gesagt, ich habe dazu nein gesagt.“ Erneut seufzte sie leise auf. „Haben wir jetzt genug über ihn geredet? Es reicht, wenn ich ihn nachher wieder sehe, da muss ich jetzt nicht noch die ganze Zeit über ihn reden.“

„Stimmt, ich würde gerade lieber über etwas anderes reden, wenn du schon alleine bist, wir telefonieren und ich dich gerade sowieso vermisse.“ Seine Stimme wurde leiser und bekam den leicht vielsagenden Unterton, den sie immer hatte, wenn er an Sex dachte oder davon sprach.

„Simon! Echt jetzt? Telefonsex?“ Fassungslos riss Cassie die Augen auf, während Simon leise lachte.

„Na, wäre doch mal was, oder?“

„Du spinnst doch...“

„...und du gönnst mir keinen Spaß...“

„Für so eine Art 'Spaß' bin ich kaum die richtige Person.“ Cassie runzelte leicht die Stirn, wie kam Simon jetzt auf so eine bescheuerte Idee?


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„Hier...“ Maverrick zeigte auf den Monitor, während er gleichzeitig das Video stoppte und das Bild ran zoomte. „Ich habe es letzte Woche durch Zufall entdeckt, als ich im Videoraum saß. Ich konnte es echt nicht glauben, wollte aber erst sichergehen, bevor ich was sage.“

„Wieviel?“ Wütend glühten Noah's Augen auf, bevor er den Film etwas zurückspulte und sich die Szene erneut in Zeitlupe ansah.

„Ich bin nicht sicher. Ich habe, nachdem ich es entdeckt habe, die Videos der letzten beiden Monate durchgesehen, wenn er Dienst hatte, und dann die Einnahmen des entsprechenden Abends überprüft. Es sind immer Unterschiede von einigen hundert Dollar bis etwas über tausend. Die Differenzen waren schon öfters mal, aber es ist so nicht aufgefallen, weil auch viele Gäste mal einen Chip als Andenken mitnehmen.“

'Wie … viel' ?“ Leise und mehr als knurrend erklang Noah's Stimme erneut, während er den Blick nicht vom Monitor nahm.

„Alles in allem, was ich soweit überprüfen konnte? Knapp dreißigtausend. Vielleicht. Aber...“ Maverrick strich sich nervös durch die Haare, als er Noah's Blick sah, der ihn nun kurz ansah, bevor er wieder auf den Monitor schaute. „Das ist nur das, was die letzten zwei Monate an Chips gefehlt hat. Was er wirklich abgezweigt hat, kann ich nicht sagen, da ja auch Gäste mal...“

„Ich weiß, dass Gäste gerne mal einen Chip mitnehmen, sowas ist eingeplant, da sie ihn ja bezahlt haben, aber das da...“ Er lehnte sich zurück und deutete auf den Monitor. „...nicht.“ Erneut spulte Noah das Video zurück und sah es sich mit einem wütenden Glühen in den Augen an.

„Es ist immer das gleiche Schema, zumindest was ich rausgefunden habe. Der Spieler setzt, gewinnt und der Dealer schiebt ihm seinen Gewinn zu, plus einen extra Chip … da...“ Maverrick zeigte auf den Moment, wo der Gewinn ausgezahlt wurde. „...danach bestellt der Spieler etwas zu trinken und der Chip wandert zu der Kellnerin … da ...versteckt unter einem zehn Dollarchip, als Trinkgeld. Die Kellnerin wirft an der Theke den Trinkgeldchip in ihr entsprechendes Glas, der andere wandert in ihre Tasche. Ich habe das bei ihrem letzten Dienst, als die beiden gleichzeitig Arbeiten mussten, im Videoraum verfolgt.“

„Wann arbeiten die beiden wieder auf derselben Etage?“ Noah sah kurz auf Maverrick, während er schon gleichzeitig den Dienstplan des Casinos aufrief. „Kannst du die Leute identifizieren, mit denen er das abzieht?“

„Heute Abend, deshalb habe ich angerufen. Ich dachte, du willst es vielleicht direkt sehen, um reagieren zu können. Und ja, kann ich … zumindest da, wo ich es überprüft habe, waren es nur zwei Spieler. Zwei Männer. Was machen wir?“

„Sie arbeiten lassen, damit wir sie auf frischer Tat ertappen können.“ Noah zog die Augen zusammen, während er sich zurücklehnte. „Ich will heute zwei zusätzliche Leute, die sich als Gäste tarnen und unter die Leute mischen. Welche, die hier noch nicht waren. Zieh sie aus einem anderen Casino ab. Wo dealt er heute?“ Noah sah erneut auf den Dienstplan. „Dealer beim Pokern. Gut, ich will das einer von den beiden instruiert wird und ebenfalls pokert, gibt ihm entsprechende Chips, also nimm jemanden, der auch spielen kann. Und ich will zwei Kameras auf den Tisch gerichtet. Eine auf den Dealer, eine auf den Gast, mit dem er zusammenarbeitet und so, dass man die Übergabe an den Kellner besser sieht. Legt die Überwachung hier in mein Büro, da werde ich sein. Auch wenn alle wissen, dass ich ungeplant und sporadisch in allen Casinos, Bars und Clubs auftauche, wollen wir die beiden doch nicht aufscheuchen, wenn sie mich sehen.“

„Okay.“ Maverrick griff nach seinem Handy, während er sich gleichzeitig umdrehte und daran machte, Noah's Büro zu verlassen.

Noah sah ihm kurz nach, bis sich die Türe hinter ihm schloss, bevor er die Lippen zusammenpresste und wütend auf den Monitor sah, ehe er aufstand und zu der Espressomaschine ging, die auf dem kleinen Barschrank stand. Und er hatte wirklich gedacht, dass er in drei oder vier Stunden wieder im Penthouse war und vielleicht doch noch mit Cassie essen gehen könnte. Das konnte er nun vergessen. Garantiert würde er hier jetzt sitzen, bis die Schicht der beiden zu Ende war, oder er sie bei einer ihrer Aktionen erwischte, um sie sich dann vorzuknöpfen. Also würde es eine verdammt lange Nacht werden und es war ja nicht so, dass er bereits seit sechs Uhr morgens auf den Beinen war. Knurrend zog Noah die Anzugjacke aus und warf sie über den Sessel, bevor er die Hemdsärmel etwas aufrollte und sich dann die Tasse Espresso schnappte. Genervt ging er zum Fenster seines Büros und ließ den Blick über die Stadt gleiten. Was Cassie jetzt wohl gerade machte? Zum ersten Mal nervte es ihn, im Büro zu sitzen, es stahl ihm gerade Zeit. Zeit, die er dringend benötigte und wovon er gerade sowieso viel zu wenig hatte, um sie zurückzuerobern.
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