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Verliebt wider Willen

Kurzbeschreibung
GeschichteFreundschaft, Liebesgeschichte / P16 / Het
OC (Own Character) Samu Haber
14.03.2021
01.11.2021
18
39.932
26
Alle Kapitel
110 Reviews
Dieses Kapitel
5 Reviews
 
01.04.2021 1.971
 
Hei ihr Lieben,

vielen lieben Dank für eure Worte zum letzten Kapitel. An Samu natürlich morgen alles Gute zum Geburtstag...darauf stoße ich jetzt an...Kippis!

Sternchen


5.Kapitel


„Lowkick...Sidekick...Frontkick...Deckung...verdammt deine Deckung, Lahja!“, schrie mich Timo an. Ich hielt erschöpft meine Fäuste vor das Gesicht, versuchte es zu schützen. Dann kickte ich meinen Trainer erneut in die Seite, diesmal war ich schneller als er. „So will ich das sehen!“, rief er erfreut. „Pause, Timo.“, hechelte ich und ließ mich geschafft zu Boden gleiten. Der Hipko Trainer klopfte mir auf die Schulter. „Komm lass gut sein. Du bist heute nicht in Form.“, sagte er und trank einen Schluck. Ich seufzte und trank ebenfalls etwas. Er hatte Recht. Ich war an dem Tag nicht gut drauf. Gut eine Woche war seit Samus Geburtstag vergangen. Auf der Arbeit war in den letzten Tagen extrem viel los gewesen, scheinbar lockte der nahende Frühling die Leute zum Friseur. Zudem fuhr ich ja jeden Tag noch zu den beiden Stubentigern, um sie zu füttern und eine Weile zu beschäftigen. Mein Kumpel würde erst in zwei Tagen wiederkommen. Ich verschwand in der Dusche. Ließ das warme Wasser einen Moment länger als nötig über meinen Körper laufen. Als ich mit frischen Klamotten und meiner Sporttasche über der Schulter wieder in die Trainingsräume trat, stand Mikko bereits am Tresen. Er unterhielt sich angeregt mit Timo. „Hei, Kaunis.“, begrüßte er mich, hauchte mir einen Kuss auf die Wange, als ich mich neben ihm, auf einem Barhocker, niederließ. „Hei. Können wir dann gleich fahren? Ich glaube ich will in mein Bett. Ich bin so platt.“, bat ich meinen Freund, er nickte. „Können wir. Na, nicht dass du krank wirst.“, befürchtete er. Ich schüttelte den Kopf. „Werde ich schon nicht, war nur eine ziemlich stressige Woche.“ - „Ruhe dich aus, Lahja. Wir sehen uns dann nächste Woche, wenn du magst. Meld dich einfach.“, sagte Timo. Ich nickte. „Mach ich, bis bald.“ Und so fuhren wir zu mir nach Hause, wo ich todmüde ins Bett fiel und schnell in einen traumlosen Schlaf driftete.

Mein Wecker klingelte mich am nächsten Morgen gnadenlos aus dem Bett. Ich quälte mich hoch, zog mir frische Kleidung an und steuerte wie betäubt die Kaffeemaschine in der Küche an. Ein herrlicher Duft zog kurz darauf durch den Raum. Ich füllte mir eine große Schale mit Müsli, aß zügig und machte mich dann kurz darauf auf den Weg zur Arbeit. Ein klein wenig wacher kam ich im Stage11 an. „Guten Morgen, Lahja. Bist du krank?“, fragte mich Joni, aufmerksam, wie er immer war. „Guten Morgen, Joni. Nein, bin ich nicht. Nur ein bisschen müde.“, gab ich ehrlich zu. „Okay, kann ich verstehen. War auch super viel Betrieb die letzten Tage hier.“, lächelte er. Ich nickte still, legte meine Sachen ab und bereitete anschließend meinen Arbeitsplatz vor. Ein weiterer Kaffee folgte. Als die Mittagspause kam, war ich sehr glücklich. Die letzten Stunden hatte ich quasi im Akkord Kunden die Haare geschnitten, frisiert, geföhnt, gefärbt, Bärte gestutzt und Make Ups erfrischt. Natürlich immer mit einem Lächeln, einem offenen Ohr und dem ein oder anderen passenden Kommentar zum jeweiligen Gesprächsthema. Katja hakte sich bei mir unter, als wir auf dem Weg zu einem kleinen Imbiss waren, wo wir manchmal zu Mittag aßen. „Tuomas ist schon toll. Ich mag ihn wirklich sehr gerne.“, schwärmte mir die Jüngere von meinem Bruder vor. Ich lächelte, wusste ich doch von meinem Bruder, dass er genauso fühlte. „Er ist ein wirklich liebenswerter Kerl und ich weiß, dass er dich auch sehr gerne hat.“, zwinkerte ich ihr zu, worauf sie mich glücklich anlächelte und ein wenig rote Wangen bekam. Wir genossen unser Mittagessen, quatschten locker miteinander und so verging unsere Pause schneller als uns lieb war.

Als ich abends Feierabend hatte, verabschiedete ich mich vom Team, wollte mich beeilen um die Straßenbahn zu erwischen, doch zu meiner Überraschung stand Mikko mit seinem Auto vor dem Stage11. Er lehnte am Wagen und lächelte mich an. Ich freute mich total ihn zu sehen und hüpfte ihm entgegen. Er zog mich an sich, beugte sich herunter und küsste mich zärtlich. „Was für eine Überraschung! Das letzte Mal, als du mich abgeholt hast, ist schon gefühlt ewig her.“, grinste ich glücklich. „Genau, deswegen wird es auch mal wieder Zeit. Magst du mit mir was essen gehen?“, fragte er. Ich strahlte ihn an und nickte. „Ja, total gern.“ - „Na, dann. Auf geht es!“, erwiderte er, öffnete mir die Beifahrertür und ließ mich einsteigen. Trotz das ich vom Arbeitstag geschafft war, freute ich mich nun auf den Abend mit Mikko. Er fuhr in ein kleines Restaurant in der Innenstadt mit traditionellen finnischen Gerichten und das war verdammt lecker. Nach dem Hauptgang seufzte mein Freund zufrieden. „Das war sehr gut. Bist du satt, Kaunis?“, fragte er mich. Ich nickte lächelnd. „Ja, sehr. Ich habe schon lange nicht mehr so gut gegessen, danke.“ - „Nichts zu danken. Ich geh mal gerade zur Toilette.“, informierte er mich, stand auf, hauchte mir im Vorbeigehen einen Kuss auf den Haaransatz und verschwand. Ein Kellner kam, räumte unsere Teller ab und erkundigte sich, ob es geschmeckt hatte. Ich bejahte und als er weg war, beobachtete ich unauffällig die Leute um mich herum. Dann kam Mikko zurück und setzte sich lächelnd wieder. Er nahm meine Hand in seine und hauchte einen Kuss auf den Handrücken. Sein Telefon klingelte. Er hielt es in der Hand. „Willst du nicht drangehen?“, fragte ich ihn ein wenig amüsiert, da er plötzlich völlig in Gedanken versunken schien. „Ähm, was? Nein, schon okay. Ich kann später zurückrufen.“, erwiderte er, zog seine Stirn in Falten und drückte den Anruf weg.

Auf dem Weg zu mir nach Hause klingelte sein Telefon wieder, doch diesmal über die Freisprechanlange. Iina ruft an, war auf dem Display zu lesen. Doch Mikko drückte den Anruf erneut weg und stöhnte genervt auf. Seine Finger verkrampften sich um das Lenkrad. „Kann man denn nicht einen Abend in Ruhe verbringen?!“, gab er leise, jedoch hörbar wütend von sich. „Mikko? Wer ist Iina?“, fragte ich ihn ruhig. Er atmete einmal tief durch. „Iina ist eine Arbeitskollegin. Sie wollte sich sicher bei mir erkundigen, wegen des Dienstplanes nächste Woche.“, erzählte er. „Okay. Und wieso ruft sie da dich an?“, hakte ich nach. Er zuckte mit den Schultern. „Wir fliegen häufig zusammen.“, gab er zurück und lenkte dann den Wagen gekonnt in eine Parklücke. Und da war es wieder das Gefühl in der Magengegend, dass irgendwas nicht stimmte. Die letzten Tage waren so gut verlaufen, hatten mir ein gutes Gefühl gegeben. „Aber ist dafür nicht der Dienstplan zuständig?“, bohrte ich weiter nach, wollte mich diesmal nicht mit der Antwort zufrieden geben. Der Motor der Wagens war aus und eine unangenehme Stille breitete sich aus. „Natürlich ist er das, deswegen nervt es mich ja auch, wenn sie mich dafür anruft.“, entgegnete er mir. Ich presste meine Lippen aufeinander, löste meinen Gurt und stieg wortlos aus. Mikko folgte mir. „Glaubst du mir nicht?!“, wollte er wissen. Ich seufzte. „Ich möchte dir gerne glauben, Mikko.“ - „Aber?“ - „Dann kommt wieder das Gefühl hoch, dass irgendwas nicht stimmt mit uns.“, sagte ich ehrlich, worauf mein Freund die Arme in die Luft hob und stöhnte. „Mein Gott, Lahja! Geht das jetzt wirklich schon wieder los?! Ich habe doch wirklich versucht dir zu zeigen, dass alles in Ordnung ist. Was soll ich denn noch machen?“, sagte er und ließ die Schultern hängen.

Ich biss auf meine Unterlippe. Warum fühlte ich mich jetzt plötzlich schlecht? Übertrieb ich vielleicht wirklich und machte aus einer Mücke einen Elefanten? „Tut mir leid. Aber kannst du ihr nicht sagen, dass es dich nervt, dass sie eure Dienststelle anrufen soll wegen so etwas?“, schlug ich vorsichtig vor. Er nickte langsam. „Das habe ich ja schon. Vielleicht sollte ich sie noch mal daran erinnern.“ Ich nickte und schob sanft meine Hand in seine, wir sahen uns einen Moment in die Augen, dann beugte er sich vor und küsste mich liebevoll. „Lass uns nach oben gehen.“, murmelte er nach einem erneuten Kuss. Und so stolperten wir in meine Wohnung, wo wir ausgiebig zusammen duschten und uns anschließend langsam und zärtlich liebten. Mikko schlief nach unserem Liebesspiel sehr schnell ein. Ich dagegen konnte ewig nicht schlafen. Nach zwei Stunden lag ich immer noch wach und so gab ich es auf und verließ das Bett. In der Küche plünderte ich die Süßigkeitenschublade. Vollmilchschokolade war einfach himmlisch. Mikko sein Handy vibrierte fast lautlos vor sich hin. Wieder ein Anruf dieser Iina. Auf meiner Stirn bildeten sich Falten vom Nachdenken. Ich wollte ihm nichts Unnötiges vorwerfen, aber mein Bauchgefühl täuschte mich normalerweise nicht. Ich aß die ganze Tafel auf, dann noch ein Glas Wasser. Gegen zwei Uhr morgens übermannte mich endlich der Schlaf.

Als ich am nächsten Morgen aufwachte, war Mikko schon zur Arbeit aufgebrochen, diesmal ein Langstreckenflug in die USA, in drei Tagen sollte er erst wiederkommen. Ein Zettel lag neben meinem Kopfkissen. >Ich liebe dich, Kaunis. Vergiss das bitte nicht. Bis Samstag.< Einmal tief durchatmend stand ich auf und genoss eine längere Dusche. Nackt lief ich durch die Wohnung und stand dann unentschlossen vor meinem Kleiderschrank. Ein Blick auf die Uhr ließ mich doch schnell nach etwas greifen. Und so gab es zum Frühstück nur ein Toast auf die Hand und dann verließ ich zügig meine Wohnung. Nach einem Sprint zur Haltestelle, wo ich meine Bahn noch rechtzeitig erwischte, ließ ich mich atemlos auf einem Platz nieder. Mein Handy gab ein Nachrichtensignal von sich. Schnell hatte ich das Smartphone entsperrt und starrte auf die Nachricht von meinem Freund. Ich schluckte einmal, ich schluckte zweimal. Doch der Kloß im Hals wurde nicht kleiner. Mir wurde ganz anders und plötzlich musste ich aus dieser Bahn raus. Die Türen waren gerade dabei sich zu schließen, also sprang ich auf und quetschte mich noch durch den kleinen Türspalt nach draußen. Die frische klare Luft saugte ich gierig ein und trotzdem hatte ich den Eindruck nach Luft schnappen zu müssen. So konnte ich definitiv nicht arbeiten, also schrieb ich meinem Chef, das ich für den Tag ausfiel. Nachdem das erledigt war, machte ich mich joggend auf den Rückweg zu meiner Wohnung. Dort schlüpfte ich in meine Sportkleidung, warf noch das nötigste in meine Tasche und fuhr mit der Bahn zu Hipko. Sport half immer, vielleicht auch diesmal... .

Ich murmelte eine knappe Begrüßung Richtung eines Trainers, der anwesend war und begann dann selbstständig mein Training. Immer härter wurden meine Schläge und Tritte gegen den Boxsack. Dieser schwenkte bedrohlich aus, immer wieder traktierte ihn. Und plötzlich tauchte ein blonder Wuschelkopf hinter dem schwarzen Leder auf. Leider völlig unvorbereitet. Und so traf meine Faust leider sein Gesicht. Er stöhnte auf, hielt sich sofort die Hand darauf und ich kam wieder in die Realität zurück. „Samu!“, rief ich entsetzt aus. „Es tut mir leid. Ich...ich wollte dir nicht weh tun.“, stammelte ich atemlos und zog seine Hand von seinem Gesicht. „Schon gut, mach dir keinen Kopf. Ich hätte dich vorwarnen sollen.“, tat der Blonde es ab. Es war schon mächtig rot. Oh je, das würde sicher blau werden. Mit einem Schwung sprang ich auf und holte ein Kühlpack aus dem Eisfach. „Es tut mir wirklich leid.“, entschuldigte ich mich noch mal bei ihm. Wieder packte mich eine Welle der Verzweiflung, nun mischte sich noch Wut hinzu. Ich ging zurück an den Boxsack. Samu stellte sich hinter das schwarze Leder, hielt es an Ort und Stelle und beobachtete mich. „Da kann ich ja froh sein, dass mir nur ein blaues Auge droht.“, versuchte der Musiker zu witzeln, doch ich schlug nur noch härter zu, kickte anschließend. Mein bester Freund riss so einige Sprüche, versuchte mich somit aus der Reserve zu locken. „Hör auf! Bitte!“, bat ich ihn atemlos, rutschte am Boxsack herunter und mein Luft schnappen ging in ein Schluchzen über. „Mikko betrügt mich.“, weinte ich.


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Habt schöne Ostern, fleißiges Eier suchen...
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