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Verliebt wider Willen

Kurzbeschreibung
GeschichteFreundschaft, Liebesgeschichte / P16 / Het
OC (Own Character) Samu Haber
14.03.2021
01.11.2021
18
39.932
26
Alle Kapitel
110 Reviews
Dieses Kapitel
4 Reviews
 
18.03.2021 1.897
 
Hei ihr Lieben,

ohne viele Worte, aber mit einem Dank an alle Favos und Kommi-Schreiberinnen, geht es hier mit Kapitel 3 weiter…
Luojan kiitos perjantai!

Sternchen


3.Kapitel


Eine Gänsehaut überzog meinen Körper, als ich endlich den Club erreichte. Mein Outfit war einfach zu luftig, um damit stundenlang draußen herumzufahren. Am Eingang wurde ich, dank offizieller Einladung, schnell hinein gewunken. Es schien schon einiges los zu sein, laute Musik dröhnte mir entgegen. Ich legte an der Garderobe meinen Wintermantel ab, schnappte mir meine Handtasche und machte mich auf den Weg ins Innere des kleinen Clubs. Kurz vor der Bar kam mir Sanna, Samus jüngere Schwester, entgegen. „Lahja, hei! Wie schön, dass du auch dabei bist.“, begrüßte sie mich und zog mich in eine Umarmung. Ich lächelte sie an. „Hei Sanna, ich bin gerade erst gekommen. Wie geht es dir? Wir haben uns ja schon ewig nicht mehr gesehen.“, erkundigte ich mich. Tatsächlich hatte ich sie letztes Jahr im Sommer zur Geburtstagsfeier ihrer Tochter Kaisa das letzte Mal gesehen. „Uns gehts prima, die Mädchen haben langsam ihre ersten vorpubertären Zickereien, aber sonst ist alles in Ordnung. Und bei dir? Warum hast du Mikko nicht mitgebracht?“, wollte sie wissen. „Mikko ist…er ist mal wieder unterwegs…weißt ja, so ist das bei seinem Job…Ansonsten ist alles in Ordnung, aber sag mal, wo ist denn das Geburtstagskind?“, lenkte ich ein wenig ab. „Oh okay. Samu habe ich vorhin da oben bei seinen Jungs gesehen. Wir sehen uns gleich noch.“, sagte sie lächelnd und verschwand Richtung Toiletten. Ich machte mich also auf die Suche nach dem Geburtstagskind. Es dauerte eine Weile bis ich ihn gefunden hatte, da ich auf meinem Weg dorthin immer wieder das ein oder andere bekannte Gesicht traf und kurz Smalltalk hielt. Doch dann hatte ich es endlich geschafft. Samu stand mit dem Rücken zu mir, ihm gegenüber standen Riku, Sami und Ille. Seine Bandmitglieder hatten mich schon entdeckt, doch ich hielt mir den Finger auf die Lippen. Ich stellte mich leise auf Zehenspitzen und musste mich immer noch, trotz High Heels, mächtig strecken, dann legte ich meine Hände von hinten über seine Augen. „Hm, diese zarten Finger kenne ich. Lahja?“, sagte er lächelnd, dann drehte er sich um und schloss mich in seine Arme. „Happy Birthday, Samu. Viel Glück im neuen Lebensjahr.“, wünschte ich ihm und umarmte ihn ebenfalls. Als er sich von mir gelöst hatte, zog ich aus meiner Handtasche die kleine flache Geschenkschachtel heraus und gab sie ihm. „Ich hoffe, es gefällt dir?“ - „Danke, Lahja. Du hättest mir doch nichts schenken müssen.“, protestierte er, blickte mich intensiv an und betrachtete dann das kleine Päckchen.

„Ich wollte aber, mach es auf, bitte.“, bat ich ihn und so öffnete er die Schleife und dann die Schachtel. Zum Vorschein kam eine silberne längere Gliederkette mit einem länglichen Anhänger, auf dem, kaum sichtbar, ein Fuchskopf eingraviert war. Ich hatte das Schmuckstück in einem kleinen unscheinbaren Laden entdeckt, der eigentlich alles verkaufte, ähnlich wie auf einem Flohmarkt. Als die Kette mir ins Auge fiel, musste ich sofort an meinen Kumpel denken. Der Fuchs hatte für Samu eine ganz besondere Bedeutung, er war sein Krafttier. Dieser stand für seine Anpassungsfähigkeit, dafür, dass er nicht jedem blind vertraute, sondern erst beobachtete, schlau war und als Problemlöser galt. Lächelnd blickte der Blonde auf und zog mich darauf auch schon kraftvoll in seine Arme. „Danke, Lahja, vielen Dank.“, murmelte er gerührt an meinem Ohr. „Kannst du sie mir ummachen?“, fragte er mich, ich nickte, öffnete das Schmuckstück und legte es ihm um den Hals. Kurz darauf fand ich mich in einer erneuten Umarmung wieder. „Hey Haber, dürfen wir Lahja jetzt auch mal begrüßen?“, beschwerte sich Sami grinsend. „Lass mich, ich habe heute Geburtstag, ich darf sie so lange ich will umarmen.“, brummte er und hielt mich schützend in seinen Armen, was mich kichern ließ. Ich pikste Samu mit meinem Zeigefinger in die Seite. „Na, da habe ich aber auch noch ein Wörtchen mitzureden.“, grinste ich ihn an, worauf er seine Umarmung zu mir löste und einen Schmollmund zog. Ich strich ihm liebevoll über die Wange, beugte mich näher zu ihm. „Nachher gerne, wenn du kuschelbedürftig bist, aber jetzt dreh ich erst einmal eine Runde.“, sagte ich leise zu ihm, sodass nur er es verstand, worauf er grinsend lächelte. Und so fing ich bei Ille, Sami und Riku an und begrüßte sie freundschaftlich.

Schon bald hatte ich den ersten hochprozentigen Drink in der Hand. Immer wieder traf ich auf bekannte Gesichter, die gesamte Sunrise Familie war anwesend, aber auch viele andere Freunde und Bekannte von Samu und natürlich seine Familie und so wurde ich immer wieder in Unterhaltungen verwickelt. Irgendwann, schnappte sich Osmo meine Hand und zog mich zur Tanzfläche, obwohl ich mich anfangs wehrte. Der Keyboarder war ein toller Tänzer und so hatten wir jede Menge Spaß. „Komm, lass uns was trinken.“, lächelte Osmo, nachdem der Song geendet hatte. Ich nickte und bekam an der Bar erneut einen leckeren Drink gemixt. Auch mit Sanna tanzte ich einige Zeit später, wir verstanden uns gut, sie genoss ihren freien Abend ohne Kinder. „Oh, Sanna, ich brauche eine Pause. Meine Beine bringen mich sonst um.“, stöhnte ich auf und zeigte auf meine High Heels, die ich sonst nur sehr selten trug. Samus Schwester nickte lachend und so verzogen wir uns in eine ruhigere Ecke, wo es auch etliche Sitzgelegenheiten gab. „Auf den schönen Abend. Kippis!“, stieß Sanna ihr Glas klirrend gegen meines. Ich hatte keine Ahnung, wie viel ich in der Zwischenzeit getrunken hatte, ich spürte den Alkohol bereits. „Kommen die Damen noch eine Runde mit tanzen?“, kam Sami nun zu uns und verbeugte sich leicht, was uns kichern ließ. Sanna schüttelte den Kopf. „Jetzt sitze ich gerade. Nimm Lahja mit, Sami.“ - „Aber meine Füße…Sami, bitte, ich will nicht.“, versuchte ich zu protestieren, doch Sami achtete gar nicht auf meine Gegenwehr. Er war sogar so frech, schnappte mich und warf mich über seine Schulter. Die Leute an denen er vorbeiging, lachten schon. Ich trommelte dem Drummer ungeduldig auf den breiten Rücken. „Sami! Lass mich runter!“, rief ich und zappelte. „Geduld, Lahja. Das Trommeln machst du gut, also falls du mal arbeitslos wirst, ich lerne dich gerne an.“, lachte er und ich spürte seine tiefe Stimme an meiner Brust vibrieren. Auf der Tanzfläche angekommen, ließ er mich sanft von seiner Schulter gleiten und zog mich in seine Arme. „So und jetzt einen Tanz, okay? Schließlich hast du mit Sanna, Riku, Ille und Osmo auch schon getanzt. Jetzt bin ich dran.“, grinste er mich an. Also ließ ich mich von ihm zu dem langsamen Rhythmus führen. „Einen Tanz aber nur. Schon alleine, weil du mich auf diese Art hier her geschleppt hast.“, brummte ich an seiner Brust. Er lachte leise und drehte mich. Aus einem Tanz wurden schließlich drei, dann ließen wir uns bei den Sitzecken nieder. Samu orderte Wodka für alle. Und so stießen wir fleißig an. Es wurde sich unterhalten, viel getrunken, getanzt, die Zeit verflog nur so. Bei einem Blick auf mein Handy, zeigte die Uhr bereits zwei Uhr morgens. Mikko hatte sich nicht gemeldet, zwei Tage zuvor hatten wir uns gestritten. Wieder hatte er Extraflüge angenommen, obwohl er mich eigentlich zu Samus Party begleiten wollte. Ich war wütend auf ihn. Ausgesprochen hatten wir uns bisher nicht, er war am Abend zuvor, ohne ein Gespräch, abgereist.

„Du grübelst, Piku.“, raunte es plötzlich an meinen Ohr. Samu hatte sich neben mir platziert und blickte mir nun forschend in die Augen. Auch er schien schon mächtig angetrunken zu sein. Ich biss mir auf die Unterlippe. „Mikko?“, fragte er nur, ich nickte. Und plötzlich zog er mich auf seinen Schoß, wo er mich in eine schützende Umarmung nahm. „Es wird bestimmt wieder…“, machte er mir Mut. Ein Kloß hatte sich in meinem Hals gebildet und so nickte ich nur still an seiner Brust, damit ich nicht anfing hier zu weinen. Ich atmete einmal tief durch, beugte mich dann vor, griff nach einem gefüllten Glas und schüttete mir die klare, brennende Flüssigkeit die Kehle hinunter. Das tat gut. Ich löste mich von meinen Kumpel und ging zur Tanzfläche. Er folgte mir. Auch einige andere tanzten. Ein schneller Beat wurde gespielt. Samu tanzte selten, aber wenn, dann konnte sich das echt sehen lassen, auch wenn er betrunken war. Ich schob meine trüben Gedanken beiseite, kippte noch einen Wodka herunter, den eine Kellnerin gerade mit einem Tablett vorbeitrug und musste kichern. Samu wackelte gerade so mit der Hüfte, dass man meinen konnte, er wollte Hula Hupp tanzen. Er wackelte lachend mit den Augenbrauen, während er mich ansah und breitete die Arme aus. „Na komm her, Lahja. Dirty Dancing kriegen wir auch noch hin.“, forderte er mich auf. Selbst jetzt, wo er betrunken war, versuchte er mich in diesem Moment aufzumuntern. Wieder kicherte ich, lief dann aber in schnellen Schritten auf ihn zu und sprang ihm in die Arme. Mühelos hob er mich hoch. Allerdings keine Hebefigur wie im Film, sondern fasste er mir unter die Oberschenkel und ich schlang meine Beine um seine Hüften. So wiegte er uns einen Moment im Takt, bevor er mich runter ließ und der schnelle Beat in einen langsamen Song überging. Eng schlang er seine Arme um mich, während ich meinen Kopf auf seiner Brust ablegte. Ich genoss es, er war mir so vertraut. Der Alkohol ließ meinen Kopf leicht werden, alles wie durch Watte hören und sehen. Wir tanzten eine Weile eng zusammen, gesellten uns dann wieder zu dem Großteil der Gruppe, doch auch hier ließ mein Kumpel mich nicht allein. Ich erinnerte mich noch, wie er mich erneut auf seinen Schoß zog. Bestimmt folgte auch noch das ein oder andere Getränk, so ganz konnte ich es nicht sagen. Meine letzte Erinnerung war, das der Blonde wieder sehr kuschelbedürftig war und ich mich, wie immer, sehr wohl bei ihm fühlte… .

Ich wachte langsam auf, weil es herrlich nach Wald roch. Typisch finnische Kiefernwälder.  Einer meiner Lieblingsgerüche. Mein Kopf dröhnte jedoch furchtbar und so ließ ich meine Augen geschlossen, kuschelte mich noch einmal etwas tiefer in die warme Bettdecke und schlief noch einmal ein. Als ich das nächste Mal ein wenig zu mir kam, lag immer noch dieser Duft in der Luft. Immer noch hatte ich wahnsinnige Kopfschmerzen. Doch diesmal spürte ich einen Arm über meiner Hüfte liegen, die Handfläche hatte sich warm auf meinen nackten Bauch gelegt und auch an meinem Rücken spürte ich eine angenehme Wärme. Ich brummte zufrieden und driftete erneut in den Schlaf weg. Ich blinzelte, das Licht war verdammt hell. Meine Kopfschmerzen fühlten sich nicht mehr ganz so schlimm an und ich hatte Durst. Inzwischen roch ich nicht nur Kiefernwald sondern auch mich selbst, Restalkohol und etwaige andere Körperausdünstungen. Ich spürte etwas Hartes gegen meinen unteren Rücken drücken, aber da war auch noch die angenehme Wärme hinter mir und die große Hand die auf meinem flachen Bauch ruhte. Moment mal. Ich blinzelte erneut und warf einen schnellen Blick unter die Decke. Wieso hatte ich nur meine Unterwäsche an? Ich versuchte meine Gedanken zu sortieren, konnte mich aber partout an nichts mehr erinnern. Das war definitiv Samus Schlafzimmer. Und dem Geruch nach zu urteilen, lag dieser auch eng an mich gekuschelt hinter mir. Wo waren nur Erinnerungen, wenn man sie brauchte, ich stöhnte leise frustriert auf.


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Ein etwas kürzeres Kapitel als sonst, aber dieser Cut musste einfach sein ;-)….
Einen Penny oder wahlweise auch ein Korvapuusti für eure Gedanken…
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