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Verliebt wider Willen

Kurzbeschreibung
GeschichteFreundschaft, Liebesgeschichte / P16 / Het
OC (Own Character) Samu Haber
14.03.2021
01.11.2021
18
39.932
23
Alle Kapitel
110 Reviews
Dieses Kapitel
6 Reviews
 
18.10.2021 1.993
 
Hei ihr Lieben,

die Zeit rennt…ich bin erst vorgestern aus Helsinki wieder gekommen und nun sitze ich mit vielen wunderschönen Erinnerungen hier und schreibe das neue kürzere Kapitel fertig. Es wird noch ein Kapitel zum Abschluss folgen und dann endet diese Geschichte…Also viel Spaß beim Lesen, diesmal sogar mit einem Samu POV…


17.Kapitel


„Ein Notkaiserschnitt?!“, fragte ich erschrocken und biss mir auf die Unterlippe. Ich wollte meinen Kleinen doch ganz natürlich gebären und nun sollte eine Vollnarkose folgen. Ein Schauer fuhr mir über den Körper, während mir Tränen in die Augen traten. Samu strich mir mit dem Handrücken die erste Träne weg, die nun über meine Wange kullerte. „Es wird alles gut werden, Pikku.“ - „Der Eingriff wird nur ein paar Minuten dauern.“, erklärte die Ärztin zuversichtlich und so unterschrieb ich kurz darauf die Einwilligung. Samu durfte nicht mit in den Operationssaal und so sah ich nur noch, wie er vor den Türen stehen blieb. „Wir werden ihren Sohn nach der Geburt gleich zum Papa bringen, dann kann er schon mit dem Kleinen kuscheln, während wir den Kaiserschnitt beenden. Alles wird gut, Frau Huovinen.“, versicherte mir die Hebamme lächelnd und tätschelte mir die Schulter. Ich atmetet also tief durch und versuchte mich zu beruhigen. Die Angestellten, die um mich herumwuselten waren alle sehr nett und so entspannte ich mich schließlich etwas. Es dauerte nur ein paar Minuten, bis ich durch das Narkosegas vollständig weggetreten war…

Samu POV

Nervös fuhr ich mir mit der flachen Hand über mein Gesicht. Nun war schon eine viertel Stunde vergangen, Zeit, die sich wie eine Ewigkeit anfühlte. Immer wieder lief ich auf und ab vor den Türen des Operationssaals. Mein Herz raste in meiner Brust und ich glaube, ich war noch nie so aufgeregt in meinem Leben. Ich lauschte nach jedem Geräusch, was sich hinter den Milchglastüren auftat und dann endlich nach weiteren Minuten, hörte ich ein leises Schreien. Ich atmete zitternd aus. Meine Handflächen waren ganz verschwitzt. Etliche Male schluckte ich trocken hinunter, lief nun erneut hin und her. Ein Schauer erfasste mich. Was dauerte denn da so lange? Sie wollten mir den Kleinen doch bringen? Ich hoffte, dass mit Lahja alles in Ordnung war. Dann endlich ging die Tür auf. Die Hebamme, die auch vorhin im Kreissaal war, kam mit einem kleinen Bündel, welches in Handtücher gewickelt war heraus. Sie lächelte mich an. Mit drei großen Schritten war ich bei ihr. „Herzlichen Glückwunsch, Herr Haber. Gut, dass wir den Kleinen geholt haben. Er hatte die Nabelschnur dreimal um den Hals gewickelt und brauchte nun etwas Sauerstoff zum Start. Ihre Freundin wird noch genäht, dann geben wir ihr Zeit zum Aufwachen und kommt später zu uns hinzu. Kommen Sie mit, wir gehen mit dem kleinen Mann auf das Zimmer, dann dürfen Sie schon mal kuscheln.“ - „Danke.“, brachte ich aufgeregt heraus und blickte kurz auf den Kleinen, dann folgte ich der Hebamme in eines der Zimmer. Die ältere Frau deutete auf einen gemütlich wirkenden Sessel, der in der Ecke des gut geheizten Raumes stand. „Einmal bitte den Pullover ausziehen, dann kann ich ihnen das Baby auf die nackte Brust legen. Das ist sehr förderlich für die Bindung zwischen Eltern und Kind. Wiegen und Messen machen wir später, wenn die Mama wieder da ist.“, erklärte sie mir mit einem Lächeln.

Ich tat also, wie mir befohlen wurde und zog mich oben rum aus, dann setzte ich mich und die erfahrene Mitarbeiterin legte mir das Neugeborene auf die Brust. Ich positionierte äußerst vorsichtig meine Hand auf dem kleinen Körper, damit er nicht herunterrutschte. Dann wurde noch eine Decke über uns gelegt. „Genießen Sie die ersten Momente mit ihrem Sohn. Ich bin nachher gleich wieder bei Ihnen.“, sprach die Hebamme leise und verließ den Raum. Staunend betrachtete ich diesen kleinen Menschen. Er war so zart, die kleinen Finger, das kleine Köpfchen, welches nun auf meiner Brust lag. Zaghaft berührte ich mit meinen Lippen das feine, aber wenige blonde Haar und hauchte einen Kuss darauf. „Tervetuola pikku taistelija“ *Herzlich Willkommen kleiner Kämpfer, flüsterte ich dem Baby leise ins Ohr und küsste es diesmal auf die Stirn. Ein warmes Gefühl überkam mich und plötzlich verstärkte sich der Wunsch noch einmal um ein Vielfaches, dass dieses kleine Wesen von mir war. „Ich werde dein Papa sein, egal was kommt. Ich werde deine Hand halten, wenn du deine ersten Schritte machst, vielleicht kann ich dir später Gitarre spielen beibringen oder schwimmen. Ich werde immer für dich da sein. Wir werden ein Team werden, versprochen.“, flüsterte ich dem kleinen Baby zu. Nur zu gut wusste ich, wie es war ohne Vater aufzuwachsen. Das wollte ich für diesen kleinen Jungen nicht. Und wie zu Bestätigung, griff das Neugeborene nach meinem Finger und drückte ihn. Natürlich wusste ich, dass es sich hierbei um den Greifreflex handelte, das hatte ich vor kurzem in einem Buch über Babys gelesen und dennoch bewegte mich dieser Moment so sehr, dass es mir die Tränen in die Augen trieb. Ich kuschelte noch eine Weile mit dem Kleinen. Genoss es seinen warmen Körper ganz dicht bei mir zu haben. Vorsichtig schnupperte ich an dem Kleinen und schloss meine Augen. Diesen einen besonderen Duft hatten nur Babys an sich. Schon bei Kaisa und Fanny hatte ich es geliebt an ihnen zu schnüffeln.

Das Klopfen an der Zimmertür unterbrach meine Gedanken. Die Tür öffnete sich und die Hebamme und die Ärztin schoben das Bett herein. „So, da sind wir wieder. Frau Huovinen, ihrem Sohn geht es gut, er hat schon kräftig mit dem Papa gekuschelt. Ruhen Sie sich noch ein bisschen aus. Herzlichen Glückwunsch auch an Sie, Herr Haber, ihrer Freundin hat den Kaiserschnitt gut überstanden, sie ist noch nicht so ganz wach, aber das wird werden. Alles Gute für Sie beide.“, gratulierte mir die Ärztin lächelnd. Ich lächelte ebenfalls glücklich und ging nun mit dem Neugeborenen zu Lahja, wo ich mich auf ihr Bett setzte. Langsam öffnete sie die Augen. „Geht…geht es… ihm gut?“, fragte sie leise stockend. Ich nickte ihr lächelnd zu. „Ja, es geht ihm gut. Sieh nur, was du für einen hübschen kleinen Sohn bekommen hast.“, erwiderte ich ebenso leise und legte ihr nun das Baby vorsichtig auf die Brust. Lahja schluchzte auf, während sie ihr Kind küsste. Ich rückte näher zu den beiden heran, strich ihr sanft die Tränen weg und küsste sie zärtlich. „Du bedeutest mir so viel Lahja, dass habe ich die letzten Wochen erst begriffen und ich werde dem kleinen Mann ein Papa sein, egal was kommt.“, sagte ich leise zu ihr, worauf sie noch mehr weinte, aber sich noch enger an mich drückte. „Danke, Samu, du bedeutest mir auch unheimlich viel.“ Nach einer Weile trat die Hebamme zu uns heran. „So, wollen wir doch mal sehen, was du für ein Prachtexemplar bist, nicht wahr?!“, sagte sie und nahm den Säugling nun von Lahja Brust herunter. Das gefiel ihm gar nicht und er fing lauthals an, sich zu beschweren. „Kräftige Stimme. So, 51 cm haben wir…34cm Kopfumfang…und ja, kleiner Mann, ein bisschen Geduld noch…3200 Gramm schwer. Wunderbar, alle Finger und Zehen sind auch dran, also alles bestens. Haben Sie denn schon einen Namen oder wollen wir noch abwarten?“, fragte die ältere Frau mit einem herzlichen Lächeln. Lahja blickte mich mit einem so innigen, liebevollen Blick an, dass mir ganz anders wurde. Sie lächelte müde. „Ich habe schon einen Namen. Jari Aleksi Huovinen.“, teilte sie mit. Ich schluckte und nun traten mir erneut Tränen in die Augen. „Ach was für ein schöner Name. Ja, ein kleiner Kämpfer bist du wirklich. Da hast du deinem Namen alle Ehre gemacht.“, kommentierte die Hebamme den ersten Namen. „Danke, dass du ihm meinen Namen gegeben hast, Lahja. Das bedeutet mir sehr viel.“, hauchte ich leise und küsste Lahja zärtlich auf die Stirn.

Wir verbrachten noch einige Zeit auf diesem Zimmer, dann brachte man Lahja und den kleinen Jari auf die Wochenbettstation. Nach den ersten Stillversuchen, die von der Hebamme begleitet wurden, schliefen Lahja und das Neugeborene erschöpft ein. Ich blieb bei den beiden und verschickte die ersten Fotos, die wir zuvor gemeinsam gemacht hatten. Es hagelte Glückwünsche von allen Seiten. Am Nachmittag kam auch Lahjas Bruder Tuomas vorbei und gratulierte seiner Schwester herzlich. Eine Kinderkrankenschwester wollte mir zeigen, wie ich Jari eine Windel wechselte, doch da machte mir keiner etwas vor, denn das Wickeln hatte ich bei meinen Nichten Kaisa und Fanny perfektioniert. Das sagte zumindest meine Schwester. Also wickelte ich den kleinen Mann und erstaunte damit nicht nur die Kinderkrankenschwester sondern auch Lahja. Stolz lächelnd beobachtete sie mich. „Dann hast du die nächsten Wochen einen Jobangebot.“, lachte sie. „Klar, dann können wir zusammen nachts aufstehen. Du stillst Jari und ich verpasse ihm eine neue Hose. Teamarbeit, nicht wahr kleiner Mann?“, sprach ich den Winzling an, während ich ihn inzwischen schon sicher in meinen Armen hielt. Wir genossen die ersten Stunden zu dritt. Kuschelten unheimlich viel und saugten jedes noch so winzige Detail in uns auf. Am frühen Abend verabschiedete ich mich und fuhr nach Hause. Die Ärztin hatte uns mitgeteilt, dass Lahja mit einem Kaiserschnitt ungefähr vier bis fünf Tage in der Klinik bleiben musste, danach durfte sie wohl nach Hause.

Nach Hause…zu sich nach Hause, in ihre kleine Wohnung mit den vielen Treppen. Doch darüber wollte ich mit ihr unbedingt noch einmal sprechen. Der Gedanke, dass sie mit dem Kleinen dann alleine war, ich nicht mehr mit ihm kuscheln und natürlich Lahja somit auch nicht unterstützen konnte, bereitete mir ein komisches Gefühl in der Magengegend. Ich wollte die beiden eigentlich bei mir haben. Vielleicht ließ sie sich ja auf meinen Vorschlag ein. Ein Versuch war es wert. Am nächsten Morgen fuhr ich direkt nach einem kleinem Frühstück wieder in die Klinik. Leise klopfte ich an ihre Zimmertür und trat dann ein. „Hey Pikku.“, begrüßte ich sie leise. Lächelnd trat ich an ihr Bett ran, beugte mich zu ihr hinunter und gab ihr einen sanften Kuss auf die Lippen. Dann blickte ich auf den kleinen Jari, der ganz friedlich auf ihrer Brust schlummerte. „Wie geht es euch, konntet ihr gut schlafen die Nacht?“, erkundigte ich mich und setzte mich zu den beiden und berührte liebevoll die kleine Hand des Jungen. Lahja hauchte ihrem Sohn einen samtweichen Kuss auf die Stirn und nickte mir zu. Sie gähnte. „Es war okay. Ich werde mich wohl an weniger Schlaf gewöhnen müssen.“ - „Wir könnten den Schlafmangel teilen. Ich wickele den kleinen Mann, du stillst ihn nachts.“, schlug ich ihr vor. Lahja lachte leise auf. „Und dann Samu? Haben wir beide nicht geschlafen…Im Ernst, dass ist wirklich total lieb von dir, aber du hast so viele Termine. Ich glaube, da kommt es nicht gut, wenn du mit Augenringen auftauchst.“ - Du weißt, dass es mir das wert wäre. Was hältst du davon, wenn du erst einmal bei mir wohnen bleibst? Ich könnte dich jederzeit unterstützen, außerdem…hm…na ja…“ - „Was, Samu?“ - „Na ja, ich würde euch gerne bei mir haben. Wie…wie eine Familie.“

Meine Freundin griff nach meiner Hand, streichelte zärtlich mit dem Daumen über den Handrücken. Dann blickte sie mich an, sie hatte Tränen in den Augen. „Wie eine Familie?“, fragte sie noch einmal leise, ihre Stimme klang belegt. Ich nickte. „Ja, wie eine Familie. Ich habe dir gesagt, dass es für mich keine Rolle spielen wird, ob Jari mein leiblicher Sohn ist. Ich habe die Schwangerschaft miterlebt, dich in den Wehen begleitet. Ich möchte für dich und den Kleinen da sein. Egal ob der Vaterschaftstest positiv sein wird oder nicht.“ Eine Träne kullerte ihr über die Wange, sie lächelte jedoch. „Okay.“, hauchte sie fast sprachlos. „Okay?“, wiederholte ich sie. „Du ziehst also bei mir ein?“, hakte ich erwartungsvoll nach. Lahja holte tief Luft und nickte. „Ja, ich…ich will es zumindest versuchen.“, flüsterte sie. Glücklich lächelten wir uns an. Dann zog ich sie sanft zu mir heran und wir küssten uns liebevoll.


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Jetzt ist der kleine Jari Aleksi also auf der Welt…Gott sei Dank gesund und munter…Wir sehen uns beim nächsten und letzten Kapitel…
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