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Sweet kisses

OneshotRomance, Liebesgeschichte / P12 / Gen
Hiyori Iki Yato
14.03.2021
14.03.2021
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14.03.2021 4.084
 
Teil 2. zu meinem OS - sweet like chocolate - vom Valentinstag. Heute am 14. März ist white day. In Japan werden an diesem Tag die Frauen beschenkt ;-)
Viel Spaß.


Hiyori starrte auf das Display ihres Handys und wusste nicht genau warum. Das Geschnattere ihrer beiden Freundinnen drang in ihr Ohr, genauso wie die Geräusche, die dieser seltsame Film von sich gab, den Yama zu ihrem Mädelsabend angeschleppt hatte.

"Man, der Typ hat es echt nicht drauf! So bekommt er sie doch nie rum, er hat sie ja noch nichtmal richtig geküsst..."

Hörte sie ihre ihre Freundin zwischen mit einer handvoll Popcorn im Mund nuscheln, doch der Film interessierte sie nicht wirklich. Vielmehr kreisten ihre Gedanken um ihren Freund, die letzten 4 Wochen seit dem sie zusammengekommen waren und natürlich auch seinem heutigen Job.

"Hiyori-chan? Schaust du überhaupt oder beschäftigst du dich lieber mit deinem Smartphone? Alles in Ordnung? Du siehst irgendwie traurig aus. Das ist mir vorhin schon aufgefallen!"

Ami-chan traf mit ihrer Aussage irgendwie den Nagel auf den Kopf, was auch Yama aufschauen ließ, die sich ganz plötzlich die Fernbedienung schnappte und den Film stoppte.

"Sie hat recht Hiyori! Du bist mehr mit deinem Handy beschäftigt, als mit allem anderen. Also was ist los? Hat es etwas mit deinem mysteriösen Freund zu tun, den du uns immer noch nicht vorgestellt hast?

Die junge Frau seufzen innerlich. Natürlich hatte sie das schon, sogar öfter, doch vergaßen sie ihn eben immer wieder.

"Also ich..."

"Ohh ich weiß schon, was los ist! Morgen ist white day, deswegen hat er heute Abend keine Zeit für dich was? Er verbringt seinen Samstag Abend damit, seinem Schatz Schokolade zu machen, während sie sich lieber mit ihm beschäftigen würde, weil ihre Eltern nicht da sind! Hab ich recht?"

Hiyori spürte, wie Yama's Ellbogen ihre Seite berührte und sie etwas schubste. Ihr stieg die Hitze in die Wange, weil sie sich ertappt fühlte, auch wenn nur die Hälfte dieser Aussage stimmte.

"Yama-chan! Er muss gerade etwas erledigen...also er arbeitete quasi. Ich glaube nicht, das er damit beschäftigt ist, mir Schokolade zu machen."

"Schon gut, schon gut. Nachdem du dir am Valentinstag aber soooo viel Mühe gegeben hast, wirst du hoffentlich auch etwas selbstgemachtes zurückbekommen oder etwas gekauftes. Und wie sagt man so schön, es muss 3 Mal so teuer wie dein Geschenk sein!"

"Hmn...daran habe ich keinen Zweifel. Er wird selbst etwas machen und nichts kaufen. Aber du sag mal..."

Sie atmete tief durch und legte endlich ihr Handy beiseite. Yato würde heute so oder so nicht mehr kommen. Erstens war er mit den Ayakshi beschäftigt, da Kofuku gestern morgen versehentlich einen Schlund geöffnet hatte, als sie von einer Spinne angegriffen wurde und zweitens... Seit sie ein Paar waren, war er komischerweise viel zurückhaltender und vorsichtiger. Er platzte nicht mehr einfach so in ihr Zimmer und vorallem nicht Abends oder Mitten in der Nacht. Sie vermisste das irgendwie.

"Du und Abe. Wie war das bei euch am Anfang eurer Beziehung? Ich meine, wie oft habt ihr euch alleine gesehen und was habt ihr dann so gemacht?"

Yama blinzelte ein paar Mal und sah sie mit großen Augen an, bevor sie grinste.

"Naja alleine gesehen, fast nur am Wochenende. In der Schule hat man ja nicht so viel Freiraum und dann...naja wir haben alles mögliche gemacht. Gelernt, etwas unternommen oder auch einfach mal einen Film geschaut oder...."

Sie grinste plötzlich teuflisch und beugte sich etwas mehr zu Hiyori.

"...oder haben einfach rumgemacht."

"Rumgemacht?"

Hiyori wurde plötzlich noch wärmer.

"Klar, das ist doch so was schönes! Wir haben geknutscht, irgendwann gefummelt und dann...Na das ist doch normal, das macht ihr doch sicher auch. Dein Gesicht spricht ja da schon Bände!"

"Was?"

Die Brünette fasste sich an ihre Wangen und blickte zwischen ihren beiden Freundinnen hin und her, die sie beide erwartend ansahen.

"Naja also...wir... eigentlich nein."

Ihr Blick wanderte auf das Standbild zum Fernseher und dann zu ihren Händen auf ihrem Schoß."

"Wie nein? Aber du hast doch so von eurem ersten Kuss geschwärmt. Ihr habt das doch sicher wiederholt?"

"Ja schon aber eben...das Ding ist, wir waren bisher fast nie alleine. Diese Momente könnte ich an einer Hand abzählen und wenn wir alleine sind, dann kommt es nicht soweit. Wir küssen uns und das auch mal länger aber bisher noch nicht so richtig. Also ich meine so richtig, richtig. Er bricht immer ab, wenn ich das Gefühl habe, das wir etwas weiter gehen könnten.

"Na aber ihr seit ja jetzt noch nicht sooo lange zusammen. Er ist in dich verliebt oder? Vielleicht ist er einfach etwas  unerfahren oder..."

Hiyoris Kopf schoss nach oben. Tenjins Worte, dass Götter Menschen auf eine andere Art liebten, waren plötzlich wieder ganz präsent. An Kazuma wollte sie gerade gar nicht denken. Das hatte sie verdrängt, aber was wäre wenn...? Ihr Herz schlug plötzlich ungewöhnlich schnell. Was war, wenn sie diese Liebe falsch interpretierte und er deswegen so zurückhaltend war? Vielleicht traute er sich einfach nicht, ihr die Wahrheit zu sagen, weil er sie damit verletzte? Oder er wollte sie gar nicht küssen? Nein, das war sicher nicht der Grund, schließlich ging ein Kuss schon öfters von ihm aus.

"Hiyori? Weinst du jetzt etwa?"

Sie wurde ganz plötzlich von Ami in den Arm gezogen und merkte erst dann, dass tatsächlich ein paar Tränen zu ihren Wangen gefunden hatten, die sie schnell mit ihrem Handrücken wegwischte.

"Nein, schon gut, es ist eben etwas kompliziert mit ihm. Ich war gerade nur in Gedanken, die ich nicht haben sollte."

"Du bist traurig. Wenn du was auf dem Herzen hast, dann rede doch mit...ähm, wie war sein Name nochmal? Ist nicht böse gemeint aber irgendwie kann ich ihn mir nicht merken."

Yama legte ihren Kopf schief und grinste leicht, was Hiyori etwas lächeln ließ.

"Yato. Und du hast recht Yama-chan. Ich sollte einfach mit ihm reden, anstatt mir den Kopf zu zerbrechen."

Ami ließ sie los und Hiyori setzte sich wieder aufrecht, als ihr Handy plötzlich neben ihr vibrierte und eine Nachricht anzeigte.

"Ohhh ist er das?"

Sie spürte sofort ein Kribbeln in ihrem Bauch, besonders heute freute sie sich einfach über seine Nachrichten, den ihre Freundin hatte vorhin voll ins Schwarze getroffen. Ihre Eltern kamen erst heute Nacht nach Hause und sie hätte so gerne mit ihm alleine den Abend  verbracht. Zumindest mal kuschelnd auf der Couch bei einem Film, der nicht so langweilig war wie dieser.

"Ja...,das ist er. Er schreibt...ohhhh..."

"Ohh?"

Hiyoris Gesicht verzog sich, sie sah gerade nicht mehr so begeistert aus.

"Ach nichts. Er schreibt er hat Hunger und keine Lust mehr. Das wars."

"Hmm...nicht so ganz das, was du dir erhofft hast huh?"

Yama grinste breit und Hiyori schüttelte enttäuscht den Kopf.

"Naaa, dann schreib du ihm doch was schönes zurück. Vielleicht, das du ihn vermisst und dich auf morgen freust."

"Ach nein, das..."

Irgendwie war es ihr unangenehm, das ihre Freundin das erwähnte. Es war alles noch so neu igendwie...

"Weißt du, wie waren so lange befreundet und ich weiß nicht ob..."

"Oh man Hiyori-chan! Was für eine Beziehung führt ihr denn? Das hört sich ja an, als wärst du mit deinem Bruder zusammen! Gib mal her, das haben wir gleich."

Ehe sie reagieren konnte, hatte ihr Yama das Handy aus der Hand gerissen und war tippend aufgesprungen.

"Hey halt was...YAMA!! Gib das sofort wieder her, wehe du..."

"Warte...so hier bitte. Hach, war doch gar nicht so schwer."

Hiyori spürte ihr Gesicht glühen und ihr Herz rasen und traute sich gar nicht wirklich auf das Display zu schauen, was sie dann aber natürlich tat.

"Dann komm doch zu mir. Du fehlst mir Yato."

Sie schluckte. Wirklich schlimm war das ja nicht aber...

"Siehst du, das wird ihn sicher etwas anheizen. Wenn er tatsächlich herkommen möchte, gehen Ami und ich natürlich stimmts?

Ami nickte und und tippte dabei selbst auf ihrem Handy herum.

"Klar. Der Film ist eh doof und wenn deine Laune so schlecht ist, macht der Mädels Abend auch keinen Spaß!"

Hiyori hob abwehrend ihre Hände.

"Nein, tut mir leid Ami-chan. Ich will euch nicht den Abend versauen. Los, lasst und weiter schauen oder auch was anderes, ihr habt doch noch etwas mitgebracht.

Sie erhielt natürlich erstmal keine Antwort mehr von Yato, was sie nicht wunderte. Er war beschäftigt und hatte keine Zeit mit ihr zu schreiben. Erst lange später, als sie gerade am einschlafen war, kam die Rückmeldung.

"Es tut mir leid. Du fehlst mir auch. Bis morgen."

Sie lächelte müde und genoss das Glücksgefühl, das sie durchflutete bevor sie einschlief.

Als sie am nächsten Morgen ihre Augen öffnete, fiel ihr Blick zuerst auf ihr Fenster. Die Vorhänge waren nicht vollkommen zugezogen und die Sonne bahnte sich einen Weg hindurch. Wenigstens sollte das Wetter heute besser werden, nachdem es in der letzten Woche öfters geregnet hatte. Sie wollte nach draußen, die Kirschblüte genießen und vorallem wollte sie ihren Freund sehen und heute hoffentlich endlich alleine. Nicht, das es ihr was ausmachte, wenn Yukine dabei war aber heute...
Es war schließlich white day und den wollte sie mit ihm alleine genießen.

Sie gähnte und zog ihr Handy vom Ladekabel. Sie hatten noch gar nichts ausgemacht, deshalb wollte sie duschen und frühstücken und dann bei Kofuku vorbei schauen. Die junge Frau las nochmals seine Nachricht von gestern Abend. Es war das erste Mal, dass er schrieb, dass sie ihm fehlte. Vielleicht sollte sie Yama-chan dafür danken. Wie auch immer, es war schon kurz nach 10 Uhr und sie wollte Yato so schnell wie möglich sehen, also stand sie auf, öffnete ihr Fenster um frische Luft reinzulassen und verschwand im Badezimmer. Nach einer halben Stunden, betrat sie frisch geduscht und angezogen zurück und erschrack sich fast schon ein wenig, als sie Yato erblickte, der im selben Moment durch ihr Fenster kletterte.

"Yato?!"

"Oh guten Morgen!"

Ihr Herz schlug wie wild, sie hatte ihn wirklich vermisst und wie lange war es eigentlich her, dass er einfach vor ihr stand? Er schenkte ihr sein süßeste Lächeln, was ihren Bauch Kribbeln ließ. Ihr Freund brachte die frische Frühlingsluft mit in ihr Zimmer und sie atmete diese genießerisch zusammen mit ihrem liebsten Duft ein.

"Ich hoffe du hast noch nicht gefrühstückt und vorallem nichts vor. Ich war so beschäftigt, dass ich nichtmal was mit dir absprechen konnte. Tut mir leid."

Hiyori lächelte und schüttelte den Kopf, bevor sie auf ihn zulief und dicht vor ihm stehen blieb.

"Nein habe ich nicht. Ist alles ok? Mit Yukine-kun und dir?"

"Klar. Es war ganz schön anstrengend, aber wir haben es letztendlich mit Bishamons Hilfe geschafft. Kofuku hatte wirklich wieder ganze Arbeit geleistet."

Die junge Frau legte ihre Hände an seine Brust und griff in den Stoff seiner Trainingsjacke. Ihre Blicke trafen sich und er beugte sich ein Stück zu ihr nach unten um ihre Lippen mit seinen zu berühren. Hiyori seufzte leise, als seine Nasespitze dabei ihre streifte. Sie war ganz kalt, von der kühlen Außentemperatur, genauso wie seine Jacke. Doch sie spürte darunter seinen schnellen Herzschlag und liebte dieses wunderbare Gefühl, ihm so Nahe sein zu dürfen so sehr, das sie viel öfter und intensiver mit ihm teilen wollte. Ihre Lippen ließen für eine Sekunde von seinen ab, um die direkt wieder in Besitz zu nehmen. Diesmal übte sie etwas mehr Druck aus und erwischte seine Unterlippe, an der sie einen Moment saugte, was ihm ein leises Geräusch entlockte, das sie bisher noch nicht kannte. Es gefiel ihr und sie wollte mehr davon hören, doch bevor sie die Chance dazu hatte, beendete er ihr neues Spiel.

"Ich habe eine kleine Überraschung für dich. Kommst du mit?"

"Hmmm?"

Sie öffnete ihre Augen und war schon fast enttäuscht. Wieso machte er das immer? Immer wenn es inniger wurde hörte er auf. Das war frustrierend, doch heute würde er nicht so leicht davon kommen.

"Ja natürlich. Ich...hinterlasse meinen Eltern eine Nachricht, das ich bei Freunden bin. Sie sind erst vor wenigen Stunden nachhause gekommen und schlafen noch. Warte kurz."

Yato hatte ihr mit seinem Schal die Augen verbunden und stand keine zehn Minuten später im Verkaufsladen von Kofukus Schrein, der an so einem Tag eh nicht besucht werden würde.

"Sooo Achtung, ich nehme ihn dir wieder ab."

Hiyori spürte, wie das Stück Stoff von ihren Augen verschwand und blinzelte eine Moment, wegen der Helligkeit. Das erste was sie sah war...

"Oh, guten Morgen Yukine-kun."

Sie musste sich wirklich zusammenreißen, nicht enttäuscht zu klingen. Wieder waren sie nicht alleine, nein sie waren sogar mitten unter ihren Freunden.
Hiyori schluckte und sah sich danach den hergerichteten Tisch, an dem Yukine stand. Er war dekoriert mit einer kleinen Geschenkschachtel und einem bunten Blumenstrauß, der aussah als sei er selbstepflückt worden. Außerdem stand noch ein Teller und etwas zu trinken dabei. Nun musste sie doch ein wenig lächeln.

"Oh du siehst aus als... dir gefällt es nicht, kann das sein?"

Hörte sie Yatos Stimme, der neben ihr Stand und sie kritisch betrachtete.

"Was? Oh nein, nein! Das sieht sehr schön aus ich bin nur noch etwas müde."

"Ok. Dann setz dich doch. Ich habe dir frühstück gemacht, bzw. bin dabei und Yukine wird es dir bringen."

Yato grinste nochmal und verschwand in die Küche und Hiyori wunderte sich, dass sie nicht schon längst von Kofuku überfallen wurde. Sie setzte sich und betrachtete sich die kleine Schachtel neben ihrem Teller, bevor ihr Blick zu Yukine wanderte, der selbst ziemlich müde aussah.

"Ok, wieso musst du ihm helfen?"

"Uh? Oh...Na weil...weil ich es wollte."

Der blonde Junge wurde etwas verlegen und grinste schräg.

"Schließlich habe ich ja auch etwas Schokolade von dir zum Valentinstag bekommen und außerdem...hatte er meine Hilfe nötig. Wir sind erst heute morgen um 02.00 Uhr wieder hier gewesen und Yato stand bis 06.00 Uhr in der Küche. Dann hat er eine Stunde geschlafen und ist wieder aufgestanden, aber das soll er die selbst erzählen.

"Oh..."

Hiyori fühlte sich plötzlich furchtbar. Er hatte sich soviel Mühe gegeben und sie war enttäuscht gewesen, dass er keinen anderen Ort gewählt hatte.

"Keine Angst, ich bin auch gleich weg. Ich muss dringend noch etwas schlafen. So ich helfe Yato schnell."

"Ja ist gut."

Hiyori wartete keine Minute, bis ihr Yukine eine große Platte vor die Nase stellte. Diese enthielt ein paar Pfannkuchen, die mit Schokolade gefüllt waren, süße gefüllte Brötchen, frisches Obst und rosa farbene Mochi. Zusätzlich lagen noch ein paar Herzen aus weißer Schokolade dazwischen.

"Das ist..."

Ihre Augen wanderten über ihr Frühstück. Das konnte sie unmöglich alles alleine essen, auch wenn es sehr lecker aussah. Yato hatte sich mal wieder selbst übertroffen.

"Gefällt es dir?"

Ihr Freund kam zu ihr zurück und setzte sich neben sie.

"Ja sehr. Vielen Dank, aber du hättest das nicht alles für mich machen müssen, das ist so viel."

"Ich dachte, das ist was anderes als nur Schokolade und wenn du etwas nicht schaffst, wird es der hier sicherlich aufessen."

Yato zeigte auf Yukine, dessen Augen auf den Pfannkuchen lagen.

"Dann setz sich doch Yukine-kun!"

"Was? Nein! Das ist dein Frühstück und..."

Hiyori packte sein Handgelenk und keine zehn Minuten später saßen sie zu dritt am Tisch, aßen und unterhielten sich über die Ayakshi Jagt der letzten Nacht, bis der Teller vollkommen leer war und sich Yukine letztendlich verabschiedete um nochmal schlafen zu gehen.

"Also...willst du nicht noch dein Geschenk öffnen?"

Hiyoris Blick wanderte zu der länglichen Schachtel, die immer noch unberührt am Ende des Tisches lag.

"Doch natürlich. Du hättest das wirklich nicht alles für mich machen müssen Yato. Vorallem nicht nach so einem anstrengenden Tag."

"Ach was, mach dir keinen Kopf. Das Geschenk habe ich außerdem schon letzte Woche gemacht."

Hiyori griff danach und entfernt die rote Schleife um es zu öffnen. Zum Vorschein kam ein dunkelblauen Lesezeichen mit kleinen goldenen Ornamenten und dem Kanji für Erfolg.

"Ich dachte du könntest es für deine Bücher verwenden, du hast doch auch bald wieder Prüfungen."

Sie drehte es einmal in ihren Händen. Es war wirklich sehr hübsch und die Farben erinnerten sie an ihn und natürlich hatte es auch eine kleine goldene Krone auf der Rückseite.

"Das ist wirklich total süß von dir und natürlich kann es gebrauchen. Es ist sehr schön. Danke."

Sie lächelte sanft und kam ihm näher, während ihr Blick zu seinen Lippen wanderte.

"Ich lie..."

"Hiiiiiyyyooorriiiiin!!!"

Das Paar fuhr erschrocken auseinander, als Kofuku in den Raum geplatzt kam und keine Sekunde später Hiyori halb zu Boden riss, weil sie sie so fest umarmte.

"KOFUKU! Wir hatten ausgemacht, dass du ins heute in Ruhe lässt. Du hast genug Chaos gestiftet in den letzten Tagen!"

"Ahhh tut mir leid Yato-chan aber ich sehe Hiyorin doch so gerne! Er hat dir ein tolles Frühstück gemacht nicht? Die halbe Nacht stand er in der Küche, nur wegen dir. Total süß."

Yato wurde etwas verlegen, als ihn seine Freundin verträumt anlächelte und nickte.

"Ja, das wir wirklich eine wundervolle Überraschung und Yato ist sicherlich deshalb ziemlich müde oder?"

"Yatos Hand wanderte in seinen Nacken und er nickte leicht."

"Ehrlich gesagt ja, aber der Tag heute gehört dir und wenn du irgendwas machen möchtest, sag es ruhig. Ich brauche nicht so viel Schlaf, das geht schon."

Kofuku ließ Hiyori wieder los und blickte grinsend zwischen dem Paar hin und her.

"Hach, ihr seit so süß ihr zwei...ich muss wieder zurück, bevor Daikoku merkt, dass ich nicht da bin. Der kocht gerade Mittagessen und ich wollte nur kurz Hallo sagen. Also, wir sehen uns ganz bald Hiyorin ja?!"

"Klar bis bald Kofuku-san."

Die Armutsgöttin verschwand genauso schnell wieder, wie sie aufgetaucht war.

"Wie wäre es, wenn wir aufräumen und dann zu mir gehen? Ami-chan und Yama-chan sind auch erst spät nach Hause gegangen heute Nacht und ich würde mich auch gerne einfach etwas ausruhen."

Yato sah sie mit großen Augen an, bevor er nach draußen deutete.

"Sicher? Es ist total schönes Wetter und wir..."

"Sicher! Also los..."

Eine halbe Stunde später schloss Hiyori ihre Haustür auf. Yato folgte lief ihr leise hinterher und ging direkt nach oben in ihr Zimmer, während sie ihre Eltern begrüßte und sich kurz mit ihnen unterhielt, bevor sie ihm in ihr Zimmer folgte.

Er hatte seine Boots ausgezogen und es sich auf ihrem Bett bequem gemacht und wieder schlug ihr Herz viel zu schnell. Sie schloss die Tür hinter sich und lehnte einen Moment dagegen um ihre Nerven unter Kontrolle zu bekommen.

"Hiyori? Alles ok?"

Er hatte auf den Rücken gedreht und stützte sich auf seinen Armen ab um sie ansehen zu können.

"Ja. Weißt du, ich habe mir nur ein paar Gedanken gemacht."

"Gedanken? Wegen was?"

Sie stieß sich von der Tür ab und lief zu ihrem Bett, um sich zu ihm zu setzten und ihre Finger mit seinen zu verschränken.

"Liebst du mich wirklich?"

Yato sah sie sprachlos an und blinzelte zweimal.

"Uh was? Wie kommst du darauf? Zeige ich dir das nicht?"

Sie schüttelte den Kopf und seufzte.

"Doch schon, aber eigentlich...du bist so wie immer."

"Oh...wieso? Was meinst du? Hast du dir heute was anderes von mir gewünscht?"

Sie grinste ein wenig und drückte seine Hand etwas fester.

'Ich vermeide Wünsche, sonst muss ich wieder dafür bezahlen."

"Hey, es sind nur 5 Yen, wieso beschwert du dich immer noch darüber?"

"Ich beschwere mich nicht und mach dir keine Sorgen, ich habe mich wirklich darüber gefreut. Es ist nur...kannst du deine Liebe vielleicht be...beschreiben? Tut mir leid ich weiß das klingt blöd aber..."

Sie schluckte den Kloß in ihrem Hals hinunter  Jetzt wo sie es ausgesprochen hatte und Yatos Gesicht sah, der sie verwirrt anstatt, ging es ihr nur noch schlechter. Sie sollte nicht an ihm Zweifeln, aber sie hatte Angst, dass er Liebe vielleicht mit einer innigen Freundschaft verwechselte oder was auch immer. Sie war einfach immer noch durch gewisse Aussagen beeinträchtigt.

"Hiyori..."

Er zog sie zu sich und sie schloss sofort ihre Arme um seinen Oberkörper und legte ihren Kopf auf seine Schulter. Sie spürte wie ihr die Tränen in die Augen schossen und hoffte, ihn nicht durch ihre Frage verletzt zu haben.

"Einfach gesagt, ich will dass du glücklich bist, weil du mich so glücklich machst. Du hast mich mehrfach gerettet, mir einen Kindheitstraum erfüllt, indem du mir einen Schrein geschenkt hast, du glaubst an mich und hast mich verändert und irgendwann habe ich angefangen dich zu vermissen, wenn du nicht in meiner Nähe warst. Nicht umsonst habe ich dir soviele Nachrichten geschickt und war eifersüchtig auf jedes männliche Wesen, was die zu Nahe kam. Anfangs dachte ich, ich hätte einfach nur Angst, dass du mich vergessen könntest, wenn ich mich nicht ständig melde oder du jemanden kennenlernst. Aber das war nicht der alleinige Grund."

Er spielte mit ihren Haaren und streichelte danach ihren Rücken, was sie die Augen schließen ließ.

"Diese Dinge waren kein Beweis dafür, daß mein Herz so schnell schlägt, oder meine Hände plötzlich anfangen zu zittern, wenn ich dich sehe. Das ich es liebe dich einfach zu beobachten, wenn du Mal wieder mit Yukine lernst und total in Gedanken versunken bist und auf deiner Unterlippe kaust oder das ich so nervös bin, wenn ich dich Küsse, das ich gar nicht so recht weiß, was ich machen soll. Es ist...deine Worte und Taten bleiben in meinem Herzen zurück, das hat bisher noch niemand geschafft."

Hiyoris schreckte auf und sah ihn mit großen Augen an.

"Du bist meine erste Freundin Hiyori, ich bin unsicher. Bitte sag mir wenn ich was falsch mache oder..."

Sie packte seinen Kopf und presste ihre Lippen auf seine, während sie mit Schwung auf seinen Schoß kletterte, was ihn nach hinten fallen ließ.

"Hmmmnggg"

Er stürzte sich gerade noch so auf seinen Armen ab.

"Hiyori? Was machst du?"

"Sei still und küss mich endlich richtig du Idiot!"

Sie flüsterte ihm die Worte lächelnd gegen seine Lippen und wurde im nächsten Moment von ihm gepackt und auf den Rücken gedreht. Yato kletterte halb auf sie und fuhr mit seinem Daumen über ihre Lippen, während er ihren Blick suchte.

"Darf ich denn?"

"Natürlich, ich kann es Kaum erwarten. Das wünsche ich mir am meisten."

"Ok. Dieser Wunsch geht aufs Haus, aber nur weil du es bist."

Er grinste ein wenig und öffnete mit seinem Daumen ihre Lippen ein paar Millimeter, bevor er sich zu ihr beugte und das nächste was was spürte, war endlich seine Zunge. Es war ein ganz anderes, wunderschönes Gefühl, das sie gleich wieder in den 7. Himmel katapultierte. Er küsste sie mit solch einer Hingabe, dass sie sich selbst laut Seuftzen hörte. Yato schmeckte immer noch ein wenig nach der Schokolade von seinem Frühstück, dass sie sich geteilt hatten und sie wollten gar nicht aufhören diese neue Art ihrer Liebe zu erkunden. Ihre Finger wanderten durch seine Haare, während ihr Spiel immer intensiver wurde, bis er letztendlich von ihr abließ.

"Wow."

Sie lachte und streichelte seine Wange, bevor sie nickte.

"Da hast du recht. Wow. Also. Was machen wir jetzt? Willst du einen Film schauen oder..."

Hiyori kicherte und schüttelte den Kopf.

"Nein, ich möchte die Gelegenheit mit die alleine zu sein lieber nutzen. Also lass uns genauso weiter machen."

Sie zog ihn wieder zu sich und küsste ihn erneut. Yama-chan hatte recht, "rummachen" war wirklich etwas schönes.
 
 
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