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Und der Teufel schenkte mir ein kleines rotes Radio

GeschichteMystery, Angst / P18 / MaleSlash
Alastor Lucifer Magne Vox
13.03.2021
27.04.2021
4
15.452
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13.03.2021 2.347
 
"Mögen Sie Musik Overlord Vox?"

Seine Tasse Kaffee machte ein leises Klick-Geräusch, als er sie abstellte. Das Aroma war so reich und geschmackvoll, dass er es selbst mit seinen durch seine Dämonengestallt gedämpften Sinnen wahrnahm. Der Kaffee der ihm Gedient wurde, war der köstlichste, den er je in der Hölle bekommen hatte und ganz so, wie man es im Königlichen Haus erwarten konnte.

Bisher war sein Aufenthalt nichts anderes als erfreulich und angenehm und Vox war sich immer noch nicht ganz sicher warum er diese Auszeichnung erhalten hatte. Er sah der Monarch berechnend an. Aber das weiße Gesicht mit den Rosigen Wangen und das große Lächeln zeigte nichts als Freude.

Vox lehnte sich zurück und hielt seine Körperhaltung offen und angenehm.

"Ich liebe Musik.", erwiderte er neutral und sah wie die Augen von Luzifer aufleuchteten. "Ich auch!" meinte Luzifer enthusiastisch und wartete einem Moment bis Vox seine Tasse gelehrt hatte. "Overlord Vox sie haben der Hölle einen großen Dienst erwiesen."

Vox nickte bescheiden, Luzifer hatte seine Arbeit bereits sehr gelobt, viele interessierte Fragen gestellt und angemerkt wie sein Unternehmen der Hölle Wohlstand und etwas Ruhe brachte. Wie begeistert seine Tochter von dem Fortschritt war und wie er die Unterhaltungsindustrie revolutionierte.

Immerhin hinkte die Hölle immer etwas dem Standard der Erde hinterher, außer es ging um Kriegstreiberei.

"Vielen Dank das sie so gut von meiner Arbeit denken! Es ist mir eine große Ehre."

Luzifer winkte ab "Seien Sie nicht so bescheiden, Sie haben das Königshaus sehr erfreut und ich möchte ihnen auch gern eine kleine Freude machen."

Nicht misstrauisch zu sein war schwierig. Vox war als mächtiger Sünder zur Hölle gefahren und hatte seine Macht stetig erweitert er war den Lords und Grafen der Hölle ebenbürtig. Dennoch war die Familie Magne mit Vorsicht zu genießen, so dass Vox sehr genau Acht gab, wie er reagierte. Seine Neugier war nicht ganz gespielt aber er blieb vorsichtig, auch in dem Wissen, was immer es war, er könnte es kaum ablehnen, wenn es vom König der Hölle kam.

"Womit!?"

Der Teufel kicherte und sein Gesicht wurde das eines Spitzbuben, der einem Freund die geheime Plätzchendose seiner Mutter zeigen wollte. Der Teufel stand mit seinem jungen Gesicht auf und winkte Vox, es ihm gleich zu tun. "Ich möchte ihnen ein kleines Radio schenken. Es hat mir viel Freude bereitet!"

Vox stand auf und eilte dem Teufel nach der ihn schnell durch den Raum führte "Kommen Sie, kommen Sie!"

Irritiert beeilte sich Vox zu folgen. "Ein Radio?" er versuchte die Skepsis aus seinem Ton zu halten, aber es schien nicht ganz zu glücken. Luzifer war sehr seltsam. Er war weder jung noch alt. Er schien zwischen den Zeiten zu fliesen, nichts und doch alles zu sein. Während dem kurzen Besuch hatte Vox schon ein kleines Schleudertrauma bekommen. In einem Moment war Luzifer der ernste gemessene Souverän, dann ein Teuflischer Seelenhändler und verschlagener Ganove,  ein neckischer junger Mann, ein ehrerbietiger Engel, ein dreister Dämon.

Es war erschöpfend und nerven aufreibend. Vox sah die Einladung als große Chance und Ehre, aber er was auch froh, wenn es vorbei war! Die Ungewissheit und Luzifers fliesende unberechenbare Persönlichkeit zermürbte ihn sehr, und das obwohl Luzifer ihm nicht einmal Schaden wollte!

Auf seine Frage strahlte Luzifer noch mehr und führte ihn durch eine Reihe Gänge, die sich wandelten und doch gleich blieben wie in einem Labyrinth, was eine Optische Täuschung war. Es kam Vox fast vor, als wären sie endlos gegangen und gleichzeitig als wären es nur ein paar Sekunden, während Luzifer neckisch plauderte.

"Oh, ja ein kleines rotes Radio. Es ist ein Liebhaberstück! Es wird Ihnen sicher gefallen, auch wenn es nicht mehr die neuste Technik ist!" der Teufel kicherte als hätte er einen privaten Witz erzählt.

Vox war sehr skeptisch. Was sollte er bitte mit einem Radio? Noch dazu einem veralteten Modell? Er war auf den neusten Stand der Technik und konnte über seine Fernsehgeräte wunderbar Musik hören! Vielen Danke auch!

...

Verdammt noch mal - er könnte mit seinem eigenen Kopf Musik hören, wenn er wollte! Dennoch erwiderte er liebenswert "Sicher." Und tat alles in seiner Macht, um nicht herablassend zu klingen.

Dann blieb Luzifer an einer großen geschmückten Tür stehen, die mit sonderbaren Runen geschnitzt war. Luzifer drehte sich bedeutungsschwer zu Vox um, die Hand schon auf der Klinke, beugte er sich vertraut zu Vox und senkte seine Stimme zu einem weichen flüstern: "Es ist ein Liebhaberstück - wie gesagt. Das einzige seiner Art. Deswegen hat es seinen eigenen Raum."

Neugierig wagte der Overlord zu fragen: "Ein Ausstellungsraum?"

Luzifers lächeln war immer noch das eines Lausbuben aber eine seltsame Kante verfing sich in seinen Augen. "Ich hatte einmal darüber nachgedacht es auszustellen. Aber ich neige dazu meine Schätze eifersüchtig zu horten... hahaha~ meine Tochter nannte mich eine mal ' Der Drache auf dem Gold Schatz'! Drollig nicht wahr?"

Beunruhigt aber auch sehr gespannte fragte Vox "Wenn es Ihnen so wichtig ist, warum möchten Sie es verschenken?"

Der Teufel lächelte mitleidig, fast als wollte er sich bei Jemanden entschuldigen, der aber nicht Vox war. "Ich besitze es fast schon, seit es entstanden ist. Und manchmal muss man weggeben was einem wichtig ist, bevor es zerbricht. Und ich bin wirklich nicht sehr Technikaffin!"

Mit diesen Worten öffnete der Teufel den Raum und glitt hinein.

Es war sehr dunkel. Es gab keine Fenster und der Räum war so groß, dass Vox die Wände nicht sehen konnte, trotz dem Licht das sein Bildschirm abstrahlte.

Die einzige andere Lichtquelle kam durch den Spalt in der Flügeltür.

Luzifer kümmerte es nicht und er ging sicher in die Mitte des Raumes. Dort begann Vox eine Art großen Schaukasten zu erkennen. Der Overlord wusste nicht warum aber der Raum fühlte sich seltsam statisch an. Verzerrt und verdreht. Hätte er Nackenhaare würden sie sich jetzt aufstellen!

Dennoch folgte er Luzifer mit festem Schritt. Der freudig ausrief "Hier ist es!"

Am Glaskasten angekommen stutzte Vox. Der Kasten war gut Zwei Meter lang, auch wenn sein inneres nicht komplett ausgefüllt war. Vox sah durch das Glas und seine Gedanken waren leer.

Das Glas reflektierte sein blaues Licht und in seinen Gedanken, die sich anfühlten wie Melasse, fragte er sich ob es eine Täuschung war. Als ob Luzifer seine Gedanken kannte - und vielleicht war es so - verschwand mit einer Bewegung seiner Hand das Glas.

Der Anblick veränderte sich nicht. Auf dem roten Samtkissen, das durch den Sockel erhöht war, lag eine .... Person.

Vox erwartete ein Lachen auf seine Kosten, als er schluckte und fragte: "Das ist das Radio?" seine Stimme klang nicht wie ein Raspeln. Und Vox fragte sich wie es möglich war diese Leistung zu vollbringen, wenn seine Kehle wie zugeschnürt war, als er auf den Mann herabsah.

Er sah im ersten Moment aus wie ein Fuchsdämon, aber dann sah Vox das kleine schwarze Geweih aus den roten Locken hervor blitzen, die zum Kinn hin schwarz wurden. Auch die Ohren waren Rot -Schwarz und sahen Flauschig weich aus, wie das seidige Haar. Vox wollte es anfassen. Aber er wagte es nicht. Nur am Rande hörte er Luzifers Bestätigung. Fast hatte er seine Frage vergessen, als er das schmale, scharfe Gesicht studierte. Es war hübsch und sehr Menschlich. Vieleicht war der Mund etwas groß, der zu einem geschlossenen Lächeln verzogen war und die Nase sehr spitz, die Haut war Aschgrau, aber dennoch passte alles gut zusammen und war ein freundlicher Anblick für die Augen.

"Ja das ist mein kleines rotes Radio! Wie gesagt - nicht das aktuellste Model, aber es hat seinen ganz eigenen Charm!", Luzifer sah Vox strahlend an und neigte sich dann über die Gestalt, als er sagte "Ach~ aber überzeugen Sie sich Selbst!"

Vox sah zu wie Luzifer seine Hand knapp über dem Gesicht des.... sein Blick scannte den Mann erneut und er sah neben Ohren und Geweih zwei Beine die in Stiefeln verschwanden, die wie Hufe geformt waren... ein Rehbock vielleicht? Luzifers Hand strahlte mit einem weißen Licht und Vox hatte das Gefühl den Engel zu sehen. Aber es war kaum ein Augenzwinkern und dann war es vorbei. Vox spürte etwas, Wellen in der Luft, ein Signal das vorher nicht anwesend war. Es berührte etwas tief in Vox's Inneren.

Der Teufel zog die Hand zurück und Vox hielt den Atem an, als rotes Licht aus geschlitzten Augen fiel, die sich langsam öffneten. Er sah zwei rote Wählscheiben, die Blicklos starren.  Die Atmosphäre schien zu knistern und Vox hörte ein Rauschen und Kratzen wie bei einem Radio, bei dem keine Sender eingestellt war. Es knirschte und kratzte, Stimm- und Musikfesten erklangen, als würde jemand immer wieder den Sender wechseln.

Es hätten Stunden oder Sekunden sein können aber dann, blinzelte das Reh und die Augen waren Augen und keine Wählscheiben. Der Rum war wieder ein normaler Raum und die Statik senkte sich zu einem leichten unaufdringlichen summen. Das Lächeln wurde breit und leer und entblößte scharfe elfenbeinfarbene Zähne. Die Augen entsandten immer noch rotes Licht, ähnlich wie Vox, dessen Bildschirm immer ein blaues Licht verströmte.

Luzifer wand sich Vox zu "Nun welche Musik mögen sie Overlord Vox? Ich bin sicher mein kleines Radio hat einen geeigneten Sender für ihren Geschmack!"

"Ah... R’n’R, Rockabilly sowie Soul sind meine Favoriten.", hörte Vox sich sagen wie er versuchte, Luzifer und das ... Radio im Blick zu behalten. Das Leere lächelnde Gesicht zeigte zum ersten Mal ein Zucken, fast sah es aus das wäre es ein Stirnrunzeln. Aber vielleicht hatte Vox sich getäuscht. Das Missfallen, das er glaubt gefangen zu haben, könnte genauso gut sein Wunsch nach einer lebendigen Reaktion des anderen sein.

Luzifer lachte "Ganz ein Kind deiner Zeit nicht wahr? Nun gut -" Luzifer wand sich dem Reh zu, das bei der Stimme den Kopf zu Luzifer neigte. "Alastor, du hast Overlord Vox gehört! Spiel Rock’n’Roll."

Vox zuckte fast zusammen, als er wieder das Geräusch der Sendersuche hörte, bevor das Signal klarer wurde und Vox einen Hit aus seiner Zeit hörte.

Es war nicht ganz klar. Das Analoge Signal war gut genug, um das Lied nicht zu verstümmeln aber es war noch bei weiten von der Qualität einer CD entfernt. Trotzdem war es Charmant wie Luzifer sagte und Vox viel es schwer den Rothaarigen aus den Augen zu lassen.

Was war er? Eine Puppe? Ein Radio? ... oder doch ein Dämon....? Ein beklemmendes Gefühl erfüllte ihn und Vox beschloss mit einem Mal das er es nicht wissen wollte!

"Danke das Reicht mir vorerst." meinte Vox aber der Ton blieb und das nächste Lied begann. Luzifer schmunzelte "Oh natürlich - wir müssen Ihnen noch das Besitzrecht überschreiben Overlord Vox.  Alastor aus!", meinte Luzifer wie ein nachträglicher Einfall und gestikulierte zwischen Alastor und Vox.

Vox viel auf das ... Alastor, wie Luzifer ihn nannte, den Herren der Hölle mit einem holen Blick ansah. Vox hingegen durchsah er wie Luft. Es störte ihn zu zutiefst. So leer die roten Augen und das breite Lächeln auch war, Vox wollte das es auf ihn gerichtet war. Er hasste es ignoriert zu werden! Wobei Vox sich nicht mal sicher war, ob er bewusst Ignoriert wurde.

"Nun fangen wir an! Overlord Vox geben sie mir bitte die Hand.", wartend streckte der Herrscher der Hölle Vox seine Hand hin, während er die andere über Alastors Augen legte, was den Raum von dem roten Licht trennte. Immer wieder musste Vox sich sagen, dass er das Geschenk nicht ablehnen konnte und trotzdem sträubte sich alles in ihm den Teufel die Hand zu geben. Doch dann sah Vox von Luzifer weg. Sein Blick viel auf den Rotschopf und plötzlich lag seine Hand, ganz ohne widerstand, in der von Luzifer.

"Ich Luzifer Magne übertrage all meine Rechte an dem kleinen roten Radio - Alastor - an den Overlord Vox.", rezitierte Luzifer feierlich und eine Reihe Leuchtender Runen war über den Körper des Rehs zu sehen. Vox spürte ein warmes Gefühl in seiner Hand, dann ein Machtschub der ihm den Atem raubte. Dann war es weg und Vox kribbelnde Hand fiel aus Luzifers griff. Auch die Runen über Alastor waren verblasst und der Teufel entfernte sich von dem noch liegendem Mann.

"So Overlord Vox. Ich hoffe Ihnen gefällt mein Geschenk. Dieses Radio gehört ganz Ihnen! Gib Alastor einen Befehl und er wird ihn ausführen!"

Vox zitterte fast vor Aufregung, ein Gefühl der Gier saß in seinem Magen, als er das Reh ansah. Dieser kurze Machtanstieg! Oh er fühlte sich fast Hoch, es war ein gutes Gefühl und immer noch fühlte er es in seiner Handfläche summen. Grinsend fragte er Luzifer "Mit Namen. Spielt er nur Musik? Wie benutze ich mein Radio?"

Wie ein Kind auf den Weihnachtsmann wartete, wartete Vox auf Luzifers Antwort.

Dieser kicherte erfreut über den Eifer und meinte freundlich. "Der Name ist nicht nötig, ich mag nur wie er sich auf meiner Zunge anfühlt. Deine Anweisungen funktionieren auch so.  Zu den anderen Fragen... nun finde es heraus, es ist jetzt dein Radio! Aber denk daran Overlord Vox. Es gibt keinen Ersatz und auch wenn du technisch versiert bist, ist das hier ein altes und kostbares Model. Pflege es also gut und du wirst lange Freude daran haben!"

Vox grinsen erweiterte sich als er sich ganz auf sein Radio konzentrierte, er sah ihn an und Alastor sah zurück. Vox Herz trommelte praktisch, durch die Anerkennung. Er hatte nicht mal etwas Gesagt! "Alastor, steh auf und komm zu mir!"

Luzifer hatte recht, der Name schmeckte auch gut in Voxs Mund und als der Rehdämon ihn mit seinem leeren Lächeln ansah und zu ihm kam fühlte Vox die süße Macht. Er legte seine Hände auf die Schulten des anderen und drückte seine Krallen leicht in den Stoff. Alastor war steif aber warm unter seinen Griff. Vox strahlte Luzifer an. "Danke, ich werde sehr gut aufpassen!"

Luzifer nickte Lächelnd.
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