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Und plötzlich ist alles anders

von Circa20
GeschichteMystery, Liebesgeschichte / P16 / FemSlash
Bellamy "Bell" Blake Clarke Griffin Jasper Jordan Lexa OC (Own Character)
11.03.2021
07.04.2021
7
20.774
1
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07.04.2021 4.027
 
Hey Leute,
heute gibt es mal ein extra Kapitel. Eigentlich sollte die Geschichte nur aus Clarkes Sicht erzählt werden, aber dennoch denke ich, dass es auch mal interessant ist, Lexa etwas besser kennenzulernen.
Viel Spaß beim lesen :-).
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Lexas PoV

Ich parke am Straßenrand und schalte den Motor ab. Ich verlasse das Auto und packe mir meinen Rucksack über meine rechte Schulter. Ich staune nicht schlecht. Vor mir befindet sich eine riesengroße weiße Villa mit einem wunderschönen bunt bepflanzten Vorgarten. Wie in einem Bilderbuch. Ich  folge dem Weg in Richtung Haustür. An ihr klebt ein kleiner gelber Zettel auf dem „Willkommen Lexa“ steht. Ich muss schmunzeln, denn mein richtiger Name ist Alexandria Woods.
Ich erinnere mich daran, dass mir Bell eine kleine Tüte in den Rucksack gepackt hat. Als ich sie schließlich gefunden habe, öffne ich sie und finde einen Schlüssel und einen Chip. Im Haus angekommen, schalte ich schnell die Alarmanlage aus, bevor diese losgeht. Meine Augen werden groß und ich bin sprachlos. Die Villa ist riesig. Ich gehe den Flur entlang in die Küche. Als ich den Kühlschrank öffne, fange ich an zu lachen. Bell kennt mich ziemlich gut, das muss ich ihm lassen. Ich schnappe mir eine Dose Bier und trinke einen Schluck. Das Wohnzimmer ist umwerfend. Ein großes Sofa befindet sich in der Mitte des Raumes und ein moderner Flachbildfernseher steht an der Wand gegenüber. Also das sollte kein Problem werden. Im Schlafzimmer angekommen sehe ich eine dicke gelbe Akte auf „meinem“ Bett liegen.
„Clarke Griffin“, lese ich und schlage sie auf. Auf der ersten Seite ist ein Foto angebracht. Clarke hat Blonde Haare und wunderschöne tiefblaue Augen. Sie hat links ein kleines Muttermal über ihrer Oberlippe, das sie wirklich markant aussehen lässt. Das Mädchen ist wirklich hübsch. Ich lächel. Irgendwie fesselt sie mich.

Drei Stunden und ein paar Bier später schlage ich die Akte zu. Ich habe mir jetzt alles Wichtige zu Clarke Griffin durchgelesen. Ich telefoniere Mit Bell und Jasper und wir besprechen das Nötigste. Marie, die Schwester von Clarke hat die Info erhalten, an welcher Schule sie das Blondchen anmelden soll. Ich muss mich jetzt schon psychisch drauf vorbereiten wieder in die Schule zu gehen. Ich bin jetzt 21 Jahre alt, Und der Unterricht ist somit schon ein Weilchen her. Clarke kommt erst in drei Wochen nach Berlin, aber da morgen die Osterferien vorbei sind, müssen Jasper, Bell und ich ab morgen schon mit dem Unterricht starten. Die Klassen werden wohl neu durchgemischt und ein Austauschprogramm mit anderen Schulen beginnt auch dann, sodass wir kaum auffallen sollten. Ich schaue noch etwas fern und gehe dann schlafen.
Zum Glück vergeht der Tag wie im Flug. Ich versuche mich mit Erfolg in eine Mädelsclique einzubringen. Jasper und Bellamy hingegen punkten bei den Jungs. Bis auf ein paar Sprüche, dass wir etwas älter aussehen als andere, schöpft niemand verdacht und es wird nach kleinen Ausreden auch nicht mehr weiter drauf eingegangen. Ich nehme so gut es geht am Schulleben teil. Beteilige mich am Unterricht und mache auch fleißig meine Hausaufgaben. Oh man, klingt das bescheuert. Aber es fällt mir leicht und es fängt auch an etwas Spaß zu machen. Aber nur ein kleines Bisschen.

Heute ist der große Tag gekommen. Jasper und ich gehen wie abgesprochen in unseren Klassenraum. Bellamy hingegen soll Clarke unten im Flur abfangen und somit sicher gehen, dass sich das Mädchen auch nicht verläuft und heile ankommt. Die Stunden vergehen und die Tür öffnet sich noch immer nicht. Wo bleiben die beiden nur? Jasper schaut immer wieder fragen zu mir rüber und ich zucke nur ahnungslos mit meinen Schultern. Eine Nachricht von Bellamy lässt mich aufmerksam werden.

Bell: Clarke Griffin ist gerade im Schulbüro, ich bringe sie gleich hoch.

Ich bin erleichtert und leite die Nachricht an Jasper weiter, damit auch er Bescheid weiß.
Der Unterricht fängt an. Mathe. Von den beiden immer noch keine Spur. Doch plötzlich klopft es und die Tür öffnet sich. Bell kommt herein und nickt mir und Jasper knapp zu. Clarke folgt ihm. Ich bin gefesselt. Dieses Mädchen ist wunderschön und hat eine unglaubliche Ausstrahlung. Ich muster sie von oben bis unten. Sie stellt sich vor und versucht ein sicheres Auftreten zu haben, doch ich merke wie aufgeregt sie ist, und dass sie nicht gerne vor mehreren Leuten spricht. Blau trifft auf grün. Ich kann einfach meinen Blick nicht von ihr abwenden. Ich darf jetzt auch nicht schwach wirken und nachgeben, indem ich den Blickkontakt abbreche. Ich flüster meiner Sitznachbarin was zu, um Clarke das Gefühl zu geben, dass es um sie geht. Aber eigentlich erinnere ich meine Nachbarin nur an den Mathetest. Ich spüre förmlich, dass Clarke sich etwas unbehaglich fühlt und innerlich grinse ich zufrieden. Das Blondchen wird neben Jasper gesetzt und Frau Herming verteilt den Test. Für mich ist der Test ein Klacks und ich bin schnell fertig. Statt wie gebeten den Klassenraum anschließend zu verlassen, fällt mein Blick wieder auf Clarke. Sie zieht mich an und ich kann einfach nicht aufhören sie anzuschauen. Clarke wird unruhig und schaut vom Test auf. Ich bin erstaunt, wie dieses Mädchen bemerkt, wenn sie angestarrt wird. Ich rede mir ein, meinen Blick von ihr zu lösen, aber ich schaffe es nicht, bis wir uns wieder anschauen. Clarke allerdings gibt schnell nach und packt ihre Sachen zusammen und verlässt den Klassenraum. Schnell tue ich es ihr nach, gebe meinen Test ab und öffne die Tür. Ich ärgere mich über mich selbst. Das ist ja jetzt total auffällig, also entscheide ich mich, ihr die Kalte schulter zu zeigen. Ich schwinge meinen Rucksack auf die Schulter und verliere etwas mein Gleichgewicht, sodass ich die Blondine aus versehen anrempele. Clarke ist wütend und ruft mir was zu und ich zeige als Reaktion meinen Mittelfinger. Das zum Thema kalte Schulter.

Heute ist ein Projekttag an der Schule, sodass kein normaler Unterricht laufen wird. Bell versucht Clarke dazu zu überreden, dass sie am selben Modul teilnimmt wie wir. Jasper, Bell und ich haben uns abgesprochen, jemand soll ein Auge auf Clarke haben. Und ich habe das Glückslos gezogen. Da Clarke zur Zeit nicht all zu gut auf mich zu sprechen ist, verheimlicht Bell ihr, dass ich ebenfalls das selbe Modul gewählt habe. Durch Marie habe ich erfahren, dass das Blondchen mich nicht einschätzen kann, was mir etwas bessere Stimmung verleiht. Ich möchte nicht, dass sie all zu schnell schlau aus mir wird. Ich komme extra zu spät zum Unterricht, damit ich mir sicher gehen kann, dass Clarke und ich auch ein Team bilden können. Es ist wirklich amüsant zu sehen wie Clarke die Farbe aus dem Gesicht verliert, als sie mich sieht, wie ich den Klassenraum betrete. Ich ziehe unser Thema und man merkt Clarke an, dass sie darauf wartet, dass ich die Zusammenarbeit mit ihr verweigere. Aber sie kann lange warten. Ich grinse sie schelmisch an und meine in ihrem Gesicht Fassungslosigkeit und Unsicherheit zu erkennen. Ein kleines Erfolgsgefühl. Ich entscheide mich den Raum zu verlassen und zum Auto zu gehen. Das Blondchen wird schon merken, dass ich weg bin. Ich habe mich mal wieder selbst übertroffen, denn Clarke kommt hinter mir her und versucht mit mir Schritt zu halten. Klar ich könnte langsamer gehen, aber warum soll ich es ihr so einfach wie möglich machen?

Ich sehe wie Clarke stutzt, als ich die Tür meines schwarzen Ford Mustangs öffne, entscheide mich aber dagegen ihr näher zu erläutern was es damit auf sich hat. Ich sage ihr, dass ich achtzehn sei, was eine Lüge ist. Wir reden nicht viel und ich genieße es einfach wie unsicher Clarke in meiner Anwesenheit ist. Sie wirkt etwas unbeholfen, was ich wirklich niedlich finde. An der Villa angekommen, entgeht mir ihr Staunen nicht, ich meine ich kann es selbst nicht glauben, dass ich hier wohne. Ich gehe zum Haus und bitte Clarke hinein, die gar nicht mehr aus dem Staunen raus kommt. Es belustigt mich. Ich schnappe mir ein Bier aus dem Kühlschrank. Oh man, was die kleine wohl für einen Eindruck von mir bekommen muss. Naja, ich reagiere lässig und biete ihr ein Wasser an.
Ich gebe Clarke mein I Pad, da sie komplett unvorbereitet in den Tag gestartet ist. Wir sitzen hier Stunden über Stunden. Ich muss grinsen, als ich immer wieder von meinem Laptop aufschaue um die jüngere zu beobachten. Clarke sieht wirklich süß aus, so wie sie da sitzt. Sie wirkt ziemlich vertieft in dem was sie da tut und kaut währenddessen angestrengt auf  ihrem Kugelschreiber. Ich versuche immer mal wieder ein Gespräch zum laufen zu kriegen, was allerdings nicht so ganz funktioniert. Ich bin genervt, als ich bemerke wie Clarke auf ihr Handy schaut und zu lächeln und zu tippen beginnt. Mit wem schreibt sie? Bellamy ? Natürlich ist es mir nicht entgangen, dass auch er Clarke toll findet. Ich bin ja auch nicht abgeneigt, aber wir sollten uns davon, was das angeht, distanzieren und unseren Auftrag erledigen.
Ich bringe Clarke nach Hause, auch dieses Mal ist es mir nicht entgangen, dass es ihr unangenehm ist mich um Hilfe zu bitten, also komme ich ihr zuvor. Am Haus angekommen, bemerke ich, dass ich sie gar nicht nach der Adresse gefragt habe.Ich hoffe Clarke merkt davon nichts. Die Adresse kenne ich natürlich aus der Akte und Bell, Jasper und ich wechseln uns auch Nachts ab und fahren dort immer mal wieder vorbei um nach dem Rechten zu schauen.

Am nächsten Tag sammel ich die Jungs mit dem Auto ein. Ich halte vor Clarkes Haus. Die Blondine kommt zur Straße und schaut sich um. Ich nehme mal an, sie sucht nach Bellamy. Um das alles zu vereinfachen, drücke ich auf die Hupe. Eine kleine Welle der Zufriedenheit durchströmt mich, als ich sehe, wie Clarke zusammenzuckt und verwundert zu uns rüber schaut. Sie ist nicht so begeistert.

Ich schaue über den Rückspiegel die Blondine an. Sie fesselt mich einfach und es fällt mir schwer meinen Blick von ihr zu lösen und loszufahren.
Wir sind dran mit unserer Präsentation. Ich merke wie aufgeregt Clarke ist, und wie schwer ihr das fällt vor einer ganzen Klasse zu stehen. Ich versuche mich unbemerkt Clarke zu nähern, bis sich unsere Arme berühren. Die jüngere scheint sich plötzlich etwas zu beruhigen, sodass ihr das Reden etwas leichter fällt.
Der Tag ist vorbei. Clarke und ich stehen schweigend auf dem Flur. Als Bell kommt, mache ich mich auf zum Parkplatz, weil ich das Gefühl habe, dass die beiden was zu besprechen haben. Irgendwie bildet sich ein komisches Gefühl in mir, weil ich nicht weiß, was das zwischen ihnen ist. Ich erstarre, als ich am Auto angekommen bin. Hinter den Scheibenwischern klemmt ein weißer Zettel. Schnell schaue ich mich um. Ich kann aber nichts auffälliges entdecken. Ich reiße das Papier von der Scheibe und steige ein. Als ich das Blatt lesen will, sehe ich aus dem Augenwinkel Clarke kommen und packe es schnell weg. Ich bin gestresst, versuche mir aber nichts anmerken zu lassen und bringe die Blondine nach Hause. Ich warte, bis sie im Haus angekommen ist und fahre los. In eine ruhigeren Gegend bringe ich das Auto zum stehen und krame das Papier aus. Als ich es aufgefaltet habe rutscht mir mein Herz in die Hose. Lauter kleine Fotos von Clarke sind zu sehen. Bilder auf denen man sieht, wie sie alleine zur Schule geht, ein Foto von ihr und Bell auf dem Heimweg und ein Foto von uns als wir das Referat vorbereitet haben. Schnell tippe ich die Nummer von Marie. Ich kläre sie auf und hole sie von ihrem Alibijob ab. Marie ist voller Angst, sie wirkt gestresst und überfordert. Ich versuche sie zu beruhigen, was derbe nach hinten losgeht. Wir bekommen uns ziemlich in die Haare fangen an uns zu streiten und uns anzuschreien. Ich entscheide mich dafür, Marie bei ihr zu Hause abzusetzen. Wir müssen schnell die anderen aufsammeln und weg hier. Ich fordere Marie auf, für sich und Clarke ein paar Sachen zu packen. Ich erzähle ihr, dass wir genau für so einen Moment vorbereitet sind und eine Unterkunft zu Überbrückung bereit haben. Nur hätte niemand von uns damit gerechnet, dass dieser Moment so schnell kommen würde. Ich kontaktiere Jasper, er solle sich bereit machen und Gabel ihn auf. Anschließend rufen wir Bell an. Ich fahre Richtung Fernsehturm und Jasper meint ich soll stehen bleiben. Ich schaue aus dem Fenster und sehe wie Clarke mit Bell diskutiert und Bell sie daraufhin am Arm greift und hinter sich her zieht. Es fällt mir schwer, dieses Mädchen so zu sehen. Clarke steigt hinten ein und ich schaue wieder in meinen Rückspiegel. Clarke wirkt durcheinander, wütend und unsicher. Sie schaut mich an. Dieses mal bin ich diejenige, die den Blickkontakt abbricht und losfährt. Bei Marie und Clarke angekommen, steigt Bell aus und fordert die Blonde auf mitzukommen. Jasper und ich warten einige Minuten im Auto. Aber keiner der drei lassen sich Blicken. Ich entscheide mich in die Wohnung zu gehen. Ich höre Clarke schreien. Oben angekommen bittet mich Marie, Clarke zu beruhigen. Bell folgt Marie aus der Wohnung. Die Blonde ist verweint, erschöpft und verängstigt. Ich würde am liebsten sofort zu Clarke, und die kleine in dem Arm nehmen, sie trösten. Aber ich entscheide mich dagegen, vor allem weil wir nicht gerade den besten Start hatten. Clarke kann sich nicht mehr auf den Beinen halten und rutscht die Wand runter auf den Boden. Sie vergräbt ihr Gesicht in ihre Hände. Es zerreißt mich innerlich sie so zu sehen. Gebrochen, verletzt, verweint und verängstigt, aber ich kann mich nicht überwinden mich ihr zu nähern und sie zu trösten. Ich weiß nicht wie sie über mich denkt, und wohl möglich verschlimmer ich damit nur die ganze Situation.  Sie braucht Zeit, die ich ihr am liebsten geben möchte, aber die haben wir leider nicht. Ich rede mit Clarke und es tut gut, als sie mich anschaut. Ich stehe auf und gehe zu ihr. Ich reiche ihr meine Hand, die sie zögerlich ergreift. Clarkes Hand ist eiskalt und ich umfasse sie fester, um sie etwas zu wärmen. Ich muss schwer Schlucken. Allein ihre Hand zu halten entfacht in mir ein komplettes Gefühlschaos, aber ich muss es ignorieren. Wir steigen ins Auto und fahren los. Ich sehe das Clarke eingeschlafen ist. Ihr Gesicht ist noch leicht vom Weinen gerötet, aber sie sieht im Schlaf friedlich aus. Abgesehen von unserem Auftrag habe ich stark das verlangen sie beschützen zu müssen. Dieses Mädchen ist besonders. Und ich merke, dass sie mir langsam wichtig wird und sie mir mehr bedeutet. Ich schlucke diese Gefühle wieder hinunter, das gehört hier absolut nicht hin. Darf es auf keinen Fall und ich schaue wieder nach vorn auf die Straße.

Ich öffne die Tür von Zimmer 320 und schmeiße mich sofort aufs Bett. Ich bin ziemlich müde, aber entscheide mich erst einmal zu duschen, bevor ich mich schlafen lege. Ich steige aus der Dusche und wickel meine Haare in ein Handtuch und binde mir ein zweites um den Körper. Ein Klopfen lässt mich aufschrecken. Ich überlege mir schnell noch was überzuziehen, denke aber, dass das Handtuch eigentlich alles abdeckt und öffne die Tür. Ein warmer Schauer durchfährt mich und ein Kribbeln bildet sich in meinem Bauch. Mein Herz beginnt kleine Sprünge zumachen. Blaue Augen mustern mich von Kopf bis Fuß. Ich muss lächeln, als Clarke sich dabei ertappt fühlt und ihr die Röte ins Gesicht schießt. Ich bitte sie hinein und sie setzt sich aufs Bett. Ich entschuldige mich und gehe ins Bad und ziehe mir Schlafsachen über und föhne die Haare.

Clarke und ich liegen im Bett. Die Blonde wälzt sich schon die ganze Nacht von der einen auf die andere Seite und hält mich damit wach. Das finde ich allerdings nicht schlimm, weil gut schlafen könnte ich, mit dem Gedanken, dass es der Jüngeren nicht gut geht, eh nicht. Ich drehe mich in Clarkes Richtung und nehme allen meinen Mut zusammen. Wir sprechen etwas miteinander. Ich bin erstaunt, denn es fühlt sich mit ihr ziemlich vertraut an. So als würden wir uns schon eine Ewigkeit kennen. Ich würde alles dafür geben, dieses Mädchen auf normalen Weg, abgesehen vom Auftrag kennenzulernen. Aber man kann es sich leider nicht aussuchen. Zu gern würde ich Clarke jetzt sehen, ihr in die wundervollen Augen schauen, die ihre Seele widerspiegeln, aber das Licht jetzt einzuschalten, würde die Situation kippen. Als Clarke zugibt sich in meiner Anwesenheit wohlzufühlen, durchfährt mich eine Welle der Erleichterung. Das bedeutet mir so unglaublich viel.Ich versuche es Clarke zu zeigen, indem ich meine Hand auf ihren Arm lege. Clarke zuckt etwas unter der Berührung zusammen und ich möchte die Hand zurücknehmen, woran sie mich aber hindert. Vorsichtig fahre ich mit meinen Fingern Clarkes Arm hoch. Ihre Haut ist so weich und bildet langsam Gänsehaut. Ich schlucke, als ich merke, dass Clarke etwas aufgeregt ist. Zu gern würde ich wissen was sie gerade denkt, aber ich möchte in diesem Moment nicht reden. Ich bin aufgeregt und möchte dem Mädchen nur so nah wie möglich sein. Ich mache mir gerade keine Gedanken, woher dieses verlangen plötzlich kommt. Ich genieße einfach gerade diese Zeit. Mich durchfährt das plötzliche Verlangen, dieses Mädchen zu küssen. Ich bin mir unsicher, was mich bestimmt etwas aufgeregt erscheinen lässt. Mein Herz klopft mir bis zum Hals, ich bin aufgeregt, dass weiß ich jetzt. Ich befeuchte meine Lippen etwas mit der Zunge und wage die Distanz zu Clarke aufzuheben. Wie Magnete treffen unsere Lippen auf einander. In mir spielt sich ein komplettes Chaos von Glücksgefühlen ab. Es ist einfach unbeschreiblich. Clarkes Lippen sind weich und ich küsse sie sehr vorsichtig und sanft. Ich merke, dass die Blondine mit der Zunge über meine Unterlippe fährt, was mich aufseufzen lässt. Unsere Körper treffen  aufeinander. Ich fahre mit meinen Händen über Clarkes kurven. Sie fühlt sich so gut an. Es wird sehr leidenschaftlich. Ich merke, wie Clarke mir ihren Körper entgegen presst und ich spüre wie ein Pochen und eine entstehende Hitze zwischen meinen Beinen entsteht. Ich muss mich wirklich zusammenreißen nicht über Clarke herzufallen. Atemlos unterbrechen wir beide den Kuss. Ich grinse und bin davon überzeugt, dass Clarke es ebenfalls tut. Ich bin förmlich süchtig nach ihren Lippen, sodass ich die Distanz zwischen uns wieder schließen möchte. Aber Clarke rückt zurück.

Clarkes Rückzug versetzt mir einen Stich ins Herz. Natürlich bin ich mir durchaus bewusst, dass es nicht richtig war sie zu küssen, auch wenn es sich so richtig angefühlt hat. Bellamy hat das nicht verdient. Ich versuche nicht weiter darüber nachzudenken. Aber ohne Erfolg und ich weiß ganz genau, dass es der Blonden genauso ergeht.

Jasper hat mich zum Glück noch daran erinnert, dass ich das Kennzeichen an meinem Auto zu wechseln habe. Er und Marie haben sich ein Auto geliehen, weil sie noch einiges zu klären haben. Sie versuchen herauszufinden woher die Fotos, die am Scheibenwischer klemmten stammen. Besser gesagt, sie versuchen zu klären, wer sie gemacht hat. Ich versuche jetzt schon seit einer ganzen Weile das erste Kennzeichen zu wechseln, aber dieses verdammte Teil möchte nicht loslassen. Ich fluche, als ich es endlich abbekomme, ich aber dabei einen Kratzer am Lack hinterlasse. Ich schrecke hoch, als ich Clarke neben mir bemerke, versuche mir aber wie immer nichts anmerken zu lassen. Ich bin froh, dass sie bei mir ist. Dass nach gestern alles gut ist und zwischen uns kein angespanntes Verhältnis herrscht.

Clarke erwähnt Bellamy und ich koche vor Wut und stapfe so schnell es geht wieder zurück ins Motel. Weg von Clarke. Allerdings ist die jüngere wirklich hartnäckig und läuft mir hinterher. Ich bitte sie, mich in Ruhe zu lassen, was Clarke natürlich nicht einfach so auf sich sitzen lässt. Im Zimmer angekommen eskaliert die Situation nun dann endgültig. Wir werden beide laut und streiten uns. Ich fühle in dem Moment gar nichts mehr. Nur Leere. Ich kann gar nicht sagen, was mich überhaupt so wütend gemacht hat. Ob es daran liegt, dass sie mit Bellamy was unternimmt ? Bin ich eifersüchtig? Das darf ich auf gar keinen Fall sein. Ich atme tief durch, versuche einen kühlen Kopf zu bewahren, was mir leider nicht gelingt. Ich sage ihr, dass der Kuss ein großer  Fehler war. Ich sehe wir Clarke alle Gesichtszüge entgleiten, was mich komplett aus der Bahn wirft. Ich möchte am liebsten die Worte zurücknehmen, ihr sagen, dass ich es gar nicht so meine und sie mir viel bedeutet. Ich möchte alles wieder gut machen, mich entschuldigen, dieses einzigartige Mädchen in den Arm nehmen und sie küssen. Aber das alles kann ich nicht mehr machen. Mir tut es so unendlich leid und ich hasse mich gerade selber dafür, was ich gesagt habe. Aber dennoch möchte ich es nicht vor Clarke zugeben. Nicht jetzt. Noch nicht. Ich denke wieder daran, dass sie und Bellamy was vorhaben, was mich wieder zur Weißglut treibt, sodass ich der Situation entfliehe bevor es noch mehr eskaliert. Wobei schlimmer kann es nicht mehr werden.

Stunden vergehen und ich warte auf dem Parkplatz darauf, dass ein schwarzer Ford Mustang wieder um die Ecke biegt. Ich springe auf als ich sehe, dass Clarke und Bellamy zurückkommen. Clarke lacht, was mich etwas beruhigt. Ich folge der Blonden langsam ins Motel. Ich merke, dass ich langsam aufgeregt werde. In der Zeit in er die beiden unterwegs waren, habe ich überlegt, wie ich mich bei Clarke entschuldigen kann. Ich klopfe an der Tür und es verletzt mich, als ich Clarkes kühlen Blick sehe. Sie hat mich zuvor nie so angeschaut.
Wir sitzen auf dem Bett. Schweigen. Ich versuche Sätze zu bilden und diese über meine Lippen zu bringen. Das ist nur leider leichter gesagt als getan. Ich denke an Costia und muss schwer schlucken. Ich habe nie wieder ihren Namen erwähnt. Den Namen von der Person, die mir alles bedeutet hat. Meine Liebe und mein Leben. Damals habe ich Gefühle zugelassen, die ihren Tod bedeutet haben. Wegen mir wurde sie gefunden und getötet. Ich habe versagt und war mit meinen Gefühlen viel mehr beschäftigt, als damit, sie zu beschützen. Ich habe Costia im Stich gelassen, sie allein gelassen und sie damit ausgeliefert. Ich habe mir ab dann geschworen niemals wieder Gefühle auf die Art für einen Menschen zuzulassen. Drei Jahre hat es funktioniert. Bis jetzt. Bis ich Clarke kennengelernt habe. Ich darf den selben Fehler nicht noch einmal begehen, dafür ist mir dieses Mädchen viel zu wichtig. Auch wenn es heißt meine Gefühle zu unterbinden und egal wie schwer und verletzend das ist, ist es dennoch der richtige Weg. Ich versuche es Clarke zu erklären, aber ich habe das Gefühl, dass sie es nicht ganz versteht. Es schmerzt zu sehr. Ich stehe auf und entfliehe wieder der Situation. Ich schließe die Tür hinter mir. Dieses mal habe ich darauf geachtet, dass ich den Schlüssel mitnehme. Ich atme einmal tief durch. Ich greife in meine Jackentasche und möchte nach meinem Handy greifen um Marie anzurufen. Ich greife ins leere und mir wird bewusst, dass ich das Handy im Zimmer vergessen habe. Ich hadere mit mir selbst, ob ich nochmal zurück gehen soll und entscheide mich dafür.

Ich bin schockiert und Panik steigt in mir auf. Ich renne auf Clarke zu, die panisch atmend auf dem Boden liegt. Schnell wird mir klar, dass sie hyperventiliert. Ich reagiere schnell, laufe ins Bad und schnappe nach einer Tüte, die ich ihr vor das Gesicht halte. Ich habe Angst um Clarke, versuche mich aber nicht von dem Gefühl ablenken zu lassen. Ich rede mir ein, dass ich ruhig bleiben und einen kühlen Kopf bewahren muss. Ich muss Clarke helfen und für sie da sein. Ich setze mich hinter Clarke und schmiege meinen Körper an ihren. Ich schlage meine Arme um ihren Oberkörper und verschränke diese. Ich schaukel etwas auf und ab, bis die jüngere sich beruhigt. Ich hasse mich gerade selber dafür, was ich Clarke an den den Kopf geworfen habe und was ich ihr damit angetan habe.

Ich habe versucht sie nicht zu mögen, aber es hat nicht funktioniert. Ich habe versucht ihr aus dem Weg zu gehen, aber das kann ich nicht. Ich habe versucht keine Gefühle für sie zu entwickeln, erfolglos. Ich habe mir geschworen sie nicht zuzulassen, aber das schaffe ich nicht. Was ich aber weiß ist, dass Liebe Schwäche bedeutet und Clarke ist gerade der beste Beweis dafür.
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