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Mona Lisas Lächeln

von Zombot
GeschichteAllgemein / P16 / Gen
Gott OC (Own Character) Satan Tod
11.03.2021
02.07.2021
3
11.407
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Dieses Kapitel
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11.03.2021 3.162
 
So. Das war erst mal das erste Kapitel. Hoffe es hat den einen oder anderen gefallen. Falls ihr Fehler gefunden habt (die ich ehrlich immer wieder übersehe) oder Anregungen habt immer her damit.
Kurze Vorwarnung noch. Gott wird recht Perfekt und so. Eben diese Art von Charakter, die man eigentlich mit so viel Leidenschaft hasst. Aber Sie ist nun einmal Gott und ich denke, das es bei ihr somit passt. Aber ich kann mir durchaus vorstellen das es viele nicht mögen werden. Naja, das wars erstmal.
Bis dahin...^^

PS.: Ich habe das erste Kapitel noch einmal überarbeitet. Hoffe es lässt sich jetzt flüssiger lesen. Wenn noch was ist, sagt es mir einfach
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Es war ein sonniger Tag als eine junge, unscheinbare Frau gemütlich die erstaunlich sauberen Straßen Londons entlang schlenderte. Natürlich war es ein besonders schöner, perfekter Tag. Mit der perfekt ausgeglichener Temperatur, so das es weder zu warm noch zu kalt war. Die Luft war wie durch ein Wunder frei von dem sonst so allgegenwärtigen Smog und auch der Lärm der Straßen war für heute um einiges abgemilderter. Man konnte hin und wieder sogar einen Vogel singen hören, wenn man sich nur lang genug darauf konzentrierte. Selbst die sonst so von Müll verdreckte Straße hatte sich für Sie fein raus geputzt. War sauberer und heller und lud zum entsetzen aller fast schon zum verweilen ein. Kurz gesagt: Alles war nahtlos perfekt. Schließlich, wenn Sie schon einmal auf Erden wandelte gab sich die Natur besonders viel Mühe sich von ihrer besten Seite zu zeigen.  
Es hatte an diesem morgen somit so manchen Mensch gegeben, der Überrascht in den Himmel oder wahlweise auch auf die saubere Straße gesehen hatte und und dabei ein klein wenig an seinen eigenen Verstand zweifelte. Oder auch an dem heutigen Wetterbericht – hatten diese für heute nicht Regen angemeldet? Doch Menschen waren nun einmal wie sie waren und somit hielten sie sich nicht weiter mit diesen Sonderbarkeiten auf und gingen schlicht ihrem Tag nach. Ohne weiter Notiz von Dingen zu nehmen, die in ihre kleinen Welt einfach nicht passten. Und somit auch nicht von Ihr Notiz zu nehmen. Aber vielleicht war das, wenn man genau darüber nachdachte, auch besser so.
Sie selbst jedenfalls schien dieser Umstand kein bisschen zu stören. Fröhlich lächelnd betrachtete Sie einfach alles um sich herum und kam selbst bei dem kleinsten Bisschen nicht umhin, sich wie ein Kind zu freuen und zu staunen. Der Ideenreichtum der Menschen überraschte Sie einfach immer wieder aufs Neue.  Überließ man sie einfach ein paar hundert Jahre (oder vielleicht auch tausend….aber wer zählte da schon so genau mit?) sich selbst, veränderten Sie einen ganzen Planeten einfach so nach ihren eigenen Vorstellungen. Quasi über Nacht (so kam es Ihr manchmal jedenfalls vor) erbauten Sie ganze Königreiche, nur um sie im nächsten Moment wieder den Erdboden gleich zu machen. Mit ihrer überschwänglichen Fantasie und ihrer enormen Vorstellungskraft waren Menschen in der Lage die schönsten und schrecklichsten Dinge zu schaffen, die selbst Engel und Dämonen regelrecht in Staunen versetzten. Und wenn es ihnen in den Kram passte, dann dichteten sie sogar Ihr Worte an um ihrer enorme Maßlosigkeit zu rechtfertigen. Es war für Sie schon fast nicht mehr zu zählen, wie viele  Morde, Kriege und Genozide allein angeblich in ihrem Namen begangen wurden waren. Und es schmerzte Sie, dabei zu sehen zu müssen, wie ihre jüngsten Kinder sich gegenseitig das Leben so schwer machten (Und das meist sogar ohne himmlischen oder höllischen Einfluss.) Aber Sie würde sich weiterhin nicht einmischen. Das war nicht ihre Art. Die Menschen würden früher oder später von sich aus, aus ihren Kinderschuhen heraus wachsen und dann den von Ihr vorgesehenen Platz einnehmen.  Und so lange würde Sie einfach weiter warten und beobachten und sich über ihre kleinen und großen Fortschritte freuen.
Allerdings waren die Menschen nicht ihre einzigen Sorgenkinder. Im Gegenteil, wenn sie die Eskapaden der jüngsten Zeit berücksichtigte.
Um Haaresbreite (Sie hatte nachgemessen) hätten ihre Streithammel einfach so ihre wundervolle Schöpfung komplett zu Nichte gemacht! Und das hätte Ihr den Tag wirklich ziemlich vermießt. Sie mochte die Erde schließlich. Es war einer ihrer Lieblingsorte – was zu einem besonders großen Teil deshalb war, da die Erde der einzige Ort im gesamten Universum war, wo sie ihre liebste Nascherei her bekommen konnte. Es gab für Sie wirklich nichts, was Ihr nach einen anstrengenden Arbeitstag so gut half zu entspannen, wie Schokolade.
Aber, wie es nun mal war, gönnten ihre lieben Kleinen Ihr das kein bisschen!
Bei dem bloßen Gedanken daran verzog sie stumm seufzend das Gesicht zu einer leidenden Miene. Immer wieder all der Stress mit ihren Kindern, die wirklich nichts unversucht ließen Ihre Arbeit zu sabotieren. Kindsköpfe, alle miteinander!
Auf ihren Lippen erschien bei dem bloßen Gedanken an ihre Kinder wieder Ihr sanftes Lächeln. Denn zu ihrem großen Leidwesen konnte Sie auf ihnen nie wirklich böse sein. Sie liebte sie alle nun einmal über die Maße. Was natürlich nicht hieß, dass sie für ihre Fehltaten blind und taub war. Im Gegenteil. Sie sah alles, was sie taten. Hörte alles was sie sagten und dachten. Und nur all zu oft fragte Sie sich, welche Dummheit sie noch so aushecken würden. Wie lange sie noch brauchen würden, um endlich erwachsen zu werden (obwohl Sie sich da nichts vor machte. Für Sie würden es wohl immer ihre Babys bleiben)
Seit Jahrtausenden beobachtete Sie sie nun schon. Und genau so lange hatte Sie das Gefühl, dass sie immer wieder die gleichen Fehler machten und sich vehement weigerten, dazu zu lernen. Es war zum Haare raufen.
Natürlich hatte Sie gewusst, das es ein langer und steiniger Weg für ihre Kinder werden würde. Dass sie viele Fehler machen und viele Dummheiten begehen würden. Schließlich gehörte das dazu. Nur so konnten sie lernen und besser werden.
Doch mit diesen frustrierenden Ausmaß an Sturheit hatte Sie wirklich nicht gerechnet. Gras beim wachsen zu zusehen konnte wirklich nicht Langatmiger sein. Und das obwohl ihr Ziel eigentlich so dicht vor ihnen lag. Sie waren nur noch nicht bereit, es auch tatsächlich zu sehen. Wie gern würde Sie sie mit der Nase (und einer menge Schwung) darauf stoßen, doch Sie hielt sich zurück. Beobachtete und wunderte sich. Und manchmal ärgerte Sie sich auch über die Dummheit ihrer Kinder (wie jede Mutter fragte Sie sich dann in den Momenten, was sie doch nur bei ihnen falsch gemacht hatte. Die einzige Ausnahme war, dass Sie die Antwort darauf tatsächlich wusste)
Das einzige, worin sich all ihre Kinder einig waren und worin sie eine geradezu beunruhigende Ausdauer besaßen war es, sich gegenseitig mit so viel Kraft wie nur möglich die Köpfe einzuschlagen. Und manchmal war Sie dabei durchaus versucht, einfach das Handtuch zu werfen. Aber manchmal dann wurde ihre Geduld belohnt, wie der jüngste Nicht-Weltuntergang eindrucksvoll bewiesen hatte.
Erneut wuchs ein kleines Lächeln auf ihre Lippen bei dem Gedanken daran. Ihre beiden kleinen Chaoten, die es sogar immer wieder schafften, Sie zu überraschen. Wenn diese Beiden nicht der Beweis waren, das alles möglich war….nun, dann konnte auch Sie nicht mehr helfen.
Pünktlich zur besten Mittagszeit führten Sie ihre Schritte vor einem vor Pracht überquellenden Gebäude. Mit milder Belustigung in den Augen blickte Sie der Fassade empor und konnte über all dem zur Schau gestellten Prunk nur den Kopf schütteln. Da war es mal wieder. Menschen waren wirklich ein sehr eigentümliches Völkchen.
Mit diesem Gedanken und eine gehörige Portion Vorfreude (eines ihrer liebsten Gefühle) stieß sie das Tor auf (anders konnte man diesen übertriebenen Eingang wirklich nicht nennen. Ehrlich, wenn Sie es nicht besser gewusst hätte, hätte sie glatt ihren liebsten Nachtisch darauf verwettet, das Gabriel seine Finger bei der Gestaltung dieser übertriebenen Tür mit im Spiel hatte) und betrat die heiligen Hallen des berühmt berüchtigten Ritz. Für einige wenige Sekunden nahm der Protz und der Glamour ihr den Atem und sie blieb mit tellergroßen Augen stehen. Nahm sich Zeit, alles zu betrachten, zu fühlen, zu schmecken…
Der weiche, samtene Teppich, der jeden Schritt ihrer schweren Arbeitsstiefel schluckte. Das sanfte Licht, welches noch die kleinste Erinnerung an Natürlichkeit verdrängte. Sie lauschte dem allgegenwärtigen Klirren von Besteck und Gläsern, welches sie an zersplitterndes Eis erinnert. Roch den Duft köstlich würziger Speisen, welche ihr eine bleierne Schwere auf die Sinne legte. Sie spürte die Falschheit und die Freude. Das Lachen und den Frust. Die Lüge und die Wahrheit. All die auf schäumenden Gefühle. Ein einzig perfekter Bissen von einer mit besonderer Sorgfalt polierten Gabel. Sie lächelte.
Dieser Ort war ein einziges Wirrwarr aus Eindrücken, eine Unmöglichkeit des Kosmos. Er war weder Rein noch Verdorben, weder Falsch noch Richtig. Betäubend und Belebend zur gleichen Zeit. Ein Ort der Gegensätze, der nicht sein konnte und doch war.
Und sie lächelte.

Aus den Untiefen des verschwenderischen Tempels des Genusses spürte sie, wie ein blasierter Ober auf sie zu kam. Natürlich spürte sie es nur, statt es auch zu hören. Dieser lächerliche Teppich schluckte schließlich jeden Schritt, den er mit Bedacht in diesen heiligen Hallen setzte. Verärgert darüber, seinen angenehmen Platz verlassen zu müssen um diese Beleidigung für das ästhetisch geschulte Auge aus diesem, seinem Refugium zu entfernen rümpfte er die erhobene Nase.
John Hamish sah sich selbst als einen geduldigen Mann. Einen korrekten Mann, dem man niemals Unpassendheit oder Luderigkeit hätte Nachsagen können. Worauf er natürlich sehr Stolz war. Im Allgemeinen war er sehr Stolz auf sich. Auf seiner ordentliche Erscheinung, seiner Korrektheit. Aber vor allem auf seinen Sinn für exsessiver Schönheit und verschwenderischer Anmut. Und dieser Sinn wurde gerade aufs schändlichste verletzt.
Die junge Dame, welche in allem was sie verkörperte das Gegenteil von John zu sein schien, störte das perfekte Bild dieses Hauses. Sie passte nicht, war ein Schandfleck, eine Störung. Ihr Erscheinung schrie geradezu unzureichende Mittelmäßigkeit, mit ihren schweren, abgetragenen Arbeitsstiefel, den verschlissenen Jeans und dem natürlich viel zu großen grau-karierten Baumwollhemd - welches sie, zu seinem besonders großen Entsetzen, offen trug und worunter ein noch einfacheres weißes Shirt hervorlugte. Unter den hochgekrämpelten Ärmeln zeigte sich sonnengebräunte Haut. Die Hände waren zu groß, zu stark und ungepflegt.
Zum Glück, so dachte der eitle Mann während er seine aufgerichtete spitze Nase noch ein bisschen mehr rümpfte, zum Glück ist sie wenigstens Sauber.
Seine Augen glitten an die Zumutung, welche sie wohl Frisur nannte. Das dichte, undefinierbare Wirrwarr an Haaren, welches sie im Nacken zu einem unordentlichen Knoten gebunden hatte (und von dem es ein wahres Wunder war, dass es hielt. Die Kunst der Frisuren würde sich Ihr wahrlich wohl nie erschließen) schien noch nie echte Pflege erfahren zu haben. John hätte es kein bisschen gewundert, wenn aus diesem struppigen Etwas jeden Augenblick ein Vogel geflogen wäre….und war das tatsächlich ein Zweig der aus den Untiefen langem Haares hervorlugte?
Mit missbilligenden Blick und überheblich-blassierten Gehabe blieb er vor dieser … dieser Person stehen, welche sich in kindlich anmutenden Überschwang zu ihm herumwirbelte (freundlicher konnte man diese übertrieben schwungvolle Bewegung wirklich nicht nennen. John hätte sogar Stein und Bein darauf geschworen, bei dieser Bewegung einen starken Luftzug gespürt zu haben….und hatten sich gerade tatsächlich die Blätter der Zimmerpflanze dort hinten bewegt?) Auch das fröhliche Lächeln, welches ihr rundes Gesicht förmlich erstrahlen ließ, zeugte mehr von jugendlichem Übermut als von gelassener Höflichkeit welche sonst hier ein und aus ging.
Nicht zu erwähnen, das es nur nohc mehr das Missfallen des über die Maße korrekten Mannes erregte. Nein, diese Person gehörte wirklich nicht hier her!
„Junge Dame,….“ sprach John sie daher auch prompt reichlich verschnupft an um sie gesittet des Hauses zu verweisen. Doch als er ihr dabei zum ersten mal wirklich in die Augen blickte, welche von unzähligen Lachfältchen umrahmt waren, da blieb alles was er sagen wollte ihm unangenehm im Hals stecken.
Ihre Augen, von einer solch undefinierbaren Farbe wie sie kein Mensch haben sollte, standen allem was John an ihr sah zum Trotz. Sie sprachen von Ruhe und Gelassenheit, von Weisheit und Würde. Und von einer Güte, wie John es noch nie zuvor bei einem Menschen gesehen hatte.
Sein Gehirn lief beinahe heiß bei dem Versuch, das was er sah mit dem was er fühlte in Einklang zu bringen. Nichts schien mehr zu passen. Das menschliche Maßstab, wirkte an ihr verzehrt und viel zu eindimensional. Sie in eine Schublade zu stecken unmöglich. Teufel auch, er konnte nicht einmal wirklich ihr Alter einschätzen. Auf bizarre Weise erschien sie ihm irgendwie alles auf einmal zu sein. Ein neugeborenes Kind, eine Dame in den Blüten ihrer Jahre und eine greise Frau. Weise und Unerfahren, voller kindlichen Übermutes und Bodenständig. Und doch irgendwie auch nichts davon. Eine Unmöglichkeit. Zu Bizarr und Unnatürlich, um es in Worte kleiden oder in menschliche Muster zwingen zu können.
John ertrug mit einem mal ihren Anblick nicht mehr und senkte beschämt den Blick zu Boden. Er fühlte sich Nackt unter ihrem ruhigen, freundlichen Blick. Viel zu beschmutzt von den Taten und Gedanken seines Lebens. Und er schämte  sich für jedes Wort, jede Handlung, für jeden Gedanken.  
Er wusste, er konnte vor ihr nichts verbergen. Sie sah alles Gute in ihm – von dem er viel zu wenig hatte – und alles Böse – von welchem er viel zu viel auf seine Seele geladen hatte. Mit grauen dachte er an seine Kindheit, an die Streiche, die er gespielt hatte und damit bewusst oder unbewusst anderen Weh getan hatte. An seine Jugend, wo er willentlich andere Leid antat weil er dachte, sie wären unter seiner Würde. An ein ganzes Leben, in dem er durch sein Tun und Nichttun so viel Schmerz in die Welt gelassen hatte. Und mit einem mal, ohne sagen zu können warum, fürchtete er sich.
Er hatte Angst davor, den Blick wieder zu heben. Sich diesen Augen noch einmal zu stellen. Hatte Angst davor, die Ablehnung und Verachtung in ihnen zu sehen, die sie für ihn empfinden musste. Denn wie sollte es nicht so sein? In welchem Universum konnte ihn von diesem Wesen kein niederschmetterndes Urteil erwarten? Er hatte so viel Schuld auf sich geladen….
Nur langsam hob er, all seinen Mut aufnehmend, wieder den Blick und musste überrascht nach Luft schnappen. Zu wenig konnte er glauben, was er sah, was er fühlte.
Wie zuvor ruhte ihr gütiger Blick auf ihn, doch in ihren Augen lag keine Spur von Verachtung. Keine Abneigung, keine Verdammung war darin zu finden. Nur Liebe und Vergebung.
Sie Urteilte nicht über ihn. Sie Verurteilte nie. Sie akzeptierte. Sie Vergab.
Und sie lächelte.

„Gibt es ein Problem?“ eine samtene maskuline Stimme ließ John zusammenfahren und den Blickkontakt beenden. Mit roten Wangen und verwirrten Geist wandte er sich rasch dem wohl schönsten Mann zu, den er je gesehen hatte. Und John hatte hier schon viele schöne Männer gesehen. Die High Society Englands gingen hier ein und aus. Und er stellte sie alle in den Schatten. Dieser Fremde war einfach die Art Mann, die ohne Probleme einen ganzen Raum allein ausfüllen konnte. Die Art Mann nach dem sich jeder (wirklich jeder. Selbst John, dem so schnell eigentlich nichts beeindruckte. Aber heute schien diese Regel irgendwie außer Kraft getreten zu sein. ) umdrehte. Dessen Aufmerksamkeit man sich wünschte. Die Menschen bewunderten und begehrten ihn. Sehnten sich nach ihm. Wenn er sprach schien die Welt den Atem anzuhalten um in dem dunklen Bariton seiner Stimme zu baden.
Und er war Schön wie die Sünde selbst.
Sein seidig schwarzes Haar, welches er vornehm nach hinten gekämmt hatte, schimmerte im Glanz der unzähligen Kronleuchter. Das perfekt eben mäßiges Gesicht, welches von scharfen Wagenknochen umrahmt wurde zierte eine vornehme Blässe. Er war von schlanker, hochgewachsene Gestalt, welche geradezu vorzüglich von einem modischen Designeranzug gekleidet war. Einfach alles an ihm wirkte Makellos und für die Ewigkeit gemacht.
Er war einfach Perfekt!
Oder eher nahezu perfekt, wie John sich nach einem Blick in kalte, farblose Augen korrigerien musste. Es waren Augen, die ihn selbst noch in seine dunkelsten Alpträume heimsuchen würden und die erkennen ließen, das dieses engelhafte Wesen keine Seele besaß.
„N-n-n-nein, Sir…..Kein Problem.“ beeilte sich John zu stottern und wünschte sich in dem Augenblick so weit fort wie nur irgend möglich.
„Nun, dann frage ich mich, warum Du meiner Begleitung dann so lange hier aufhältst.“ erneut musste John trocken schlucken während die blanke Panik unter diesem kalten Blick seinen Nacken empor kroch. Die pure Mordlust sprach aus diesen farblosen Augen während sie dem freundlichen, samtigweichen Ton der Stimme Lüge strafte. Und noch mehr lag in diesem Blick. Etwas, was John nicht erfassen konnte. Und was ihn nur noch mehr Angst einjagte.
Unwillkürlich trat er einen Schritt zurück von diesem Mann. darauf bedacht so viel Abstand wie nur möglich zwischen ihn und sich zu bringen. Ein Vorhaben, dass nur nach wenigen Schritten endete, da er mit einem warmen, weichen und um einiges kleineren Hindernis zusammen stieß. Er hatte tatsächlich die junge Frau unter dem kalten Blick vergessen. Doch noch immer war sie da. Ruhig und Gelassen. Strahlte auf eine gewisse Art eine Sicherheit aus, die John ein wenig beruhigte. Sich ein wenig mutiger fühlen ließ.
Eine sanfte, von Arbeit und Mühsal gezeichnete Hand legte sich sanft auf seinen Unterarm und ein kleines Lächeln huschte über ihre Lippen als ihr Blick ihn kurz streiften. Geschickt entspannt tratr sie an ihm vorbei und brachte sich so unauffällig und geschickt zwischen ihm und den verführerischen, kalten Mann. Bildete eine Mauer aus Wärme und Licht vor der drohenden Dunkelheit.
Der dunkle Mann, welcher sie wie ein mächtiger Schatten überragte, sah mit einem missbilligenden Schnalzen auf Sie herab. In den seltsam farblosen Augen schimmerte etwas, was John unwillkürlich schlucken ließ. Kalter Schweiß rann seinen Rücken hinab während eine unsägliche Angst sich versuchte seiner zu bemächtigen. Und hätte es diese menschliche Barriere zwischen sich und diesem grausam-schönen Mann nicht gegeben, er wäre unter diesen Blick wie Glas zersplittert. Dieser Mann sah ihn auf eine Weise an, die seine Seele zu Eis erstarren ließ.
John war sich sicher, dass dieser Blick auch mutigere und stärkere Männer wie John mühelos in die Flucht schlagen konnte. Es würde ihn nicht einmal wundern, wenn er ganze Armeen allein nur durch seine Präsenz besiegen könnte (und ja, er war sich der Absurdität dieses Gedankens durchaus bewusst)  Doch sie beeindruckten diese kalten, seelenlosen Augen kein bisschen. Sie stand nur da und sah ihn an. Begegnete diesen furchtbaren Blick aus diesen beängstigenden Augen ruhig und mit einem Ausdruck der an kindlicher Freude erinnerte.
Ihr Anblick ließ John beinahe sofort an ihren Verstand zweifeln (oder an einem funktionierenden Selbsterhaltungstrieb. Denn mal ehrlich, der einzige Grund warum John selbst nicht gerade wild schreiend davon lief war der, dass er einfach dafür viel zu viel Angst hatte.) Diesem Kerl traute er ohne jeglichen Zweifel einen Mord und noch schlimmeres zu (obwohl sich sein Verstand gerade vehement weigerte, sich das Schlimmere vorzustellen)
Doch sie schien sich ehrlich über die Anwesenheit des Mannes zu freuen. Mit einem warmen Lächeln stand sie vor ihm, den Kopf leicht zur Seite geneigt und die Hand eine winzigkeit nach ihm ausgestreckt. Die Bosheit in seinen farblosen Augen mit liebevoller Sanftheit parierend. Ein stummen Kampf austragend, dessen wahres Ausmaß nie ein Sterblicher verstehen würde.
Und sie lächelte



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