Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast 

Glück auf Umwegen

von Marimo101
GeschichteAllgemein / P12 / Gen
Dr. Sabine Petersen Jan "Wollcke" Wollcke Jens Blank Johannes "Johnny" von Storkow OC (Own Character)
11.03.2021
05.06.2021
11
19.528
1
Alle Kapitel
1 Review
Dieses Kapitel
noch keine Reviews
 
28.04.2021 1.577
 
Sabine und Johnny hatten von dem ganzen nichts mitbekommen und kümmerten sich um einen alten Herrn, der einen Herzinfarkt erlitten hatte. Sie machten ihn transportfähig und beschlossen ihn mit dem RTW  ins Krankenhaus zu bringen.
Der Fremde, der Blank ins Gesicht geschlagen hatte, wurde ins Polizeiauto verfrachtet und aufs Revier gefahren. Blank hielt sich ein Kühlbeutel an sein linkes Auge. Bewusst stand er mit dem Rücken zum Eingang der Modellbahn. Würde Sabine ihn so vorfinden, würde sie ihm direkt zu einem Arzt schicken und einen neuen Piloten anfordern. Wollcke stand neben seinem Freund.
„Zeig mal“ meinte er und Blank setzte den Kühlbeutel ab. Betroffen war sein linkes Auge, welches leicht angeschwollen war und einige Schürfwunden unter und neben dem Auge zeigte.
„Ach du Scheiße“ wiederholte Wollcke, als er das Gesicht des Piloten begutachtete.
„Lass mal, geht schon“ meinte Blank und zog das Gesicht weg.
„Der Schlag hat gesessen“ witzelte Wollcke. Blank sah ihn an und konnte sich ein hämisches Lachen nicht verkneifen. Wollcke verstand, dass es nicht gut ankam und klopfte ihn zum Verständnis auf die Schulter.
„Jens?“ ertönte eine weibliche Stimme von weiter hinten. „Wir fahren ihn ins BWK.“ meinte Sabine und schaute zu den beiden herüber. Wollcke der ihr Blickkontakt gab und Jens, der sich nur ein kleines Stück umgedreht hatte, gaben ihr ein Handzeichen und ein „alles klar“ zur Antwort.
„Kein Wort zu Sabine“ meinte der Pilot und schaute seinen besten Freund ernst an.
„Du, das fällt nicht auf“ meinte Wollcke sarkastisch und löste die Sicherung der Rotorblätter. Jens verdrehte daraufhin die Augen und stieg ein.  Sabine und Johnny begleiteten im RTW. Blank setzte sich den Helm auf und Wollcke betrachtete ihn Kopfschüttelnd. Er konnte es nicht fassen, das Blank trotz seiner Verletzung fliegen wollte. Der Pilot klappte den Sonnenschutz vom Helm runter, als er den skeptischen Blick seines Freundes wahrnahm. Wollcke ließ ein Seufzer los, während er sich den Helm aufsetzte. Der Pilot bewies seinem Bordtechniker, dass er trotz eines verletzten Auges fliegen konnte.
Das BWK war nicht weit entfernt vom Unfallort. Als der RTW eintraf, stand der Helikopter schon auf dem Landeplatz und Blank kühlte weiter sein Auge. Er drehte sich mit dem Gesicht zu Annelise, als der RTW vorbei fuhr.
„Zeig mal“ meinte Wollcke und schaute sich das Auge von seinem Freund erneut an. Die Schwellung wurde stärker. „Das wird ja immer dicker“ meinte  Wollcke und berührte ihn an der Schulter. „Ich glaube, das fällt doch auf“ meinte er in einem sarkastischen Ton, doch Blank wollte davon nichts mehr hören. „Warum immer ich?“ fragte der Pilot, doch sein Freund konnte ihm keine Antwort darauf geben. „Der hat aber auch voll durchgezogen“ meinte er dazu und wurde von Sabine unterbrochen.
„Wollcke?“ schrie sie rüber zu den Jungs. Wollcke und Blank blickten zu ihr rüber.
„Kümmerst du dich bitte um den kleinen, bis seine Mama da ist?“ fragte sie und deutete auf den Enkel, des älteren Herren. Wollcke nickte es ab und Blank wendete ihr den Rücken zu und kühlte weiter. Was für ein scheiß Tag dachte sich der Pilot. Sabine brachte mit Johnny den Herrn rein zur Untersuchung. Wollcke zeigte dem Jungen indessen ihren Hubschrauber. Seine Mutter brauchte nicht lange und gesellte sich zu ihnen. Blank saß schon auf seinem Platz und war bereit fürs Umsetzen. Um jeden Preis versuchte er sein Auge vor Sabine geheim zu halten. Die Notärztin und der Rettungssanitäter stießen zu den anderen. Sabine teilte der Mutter des Junges, den Zustand von dessen Opa mit. Als die beiden sich verabschiedeten sah Sabine ihnen nach. Ausgerechnet in diesem Moment musste Blank nach seinem Helm greifen und sein verletztes Auge kam zur Geltung. Sie erschrak als sie sein Auge sah.
„Wie siehst du denn aus?“ fragte sie Blank. Dieser versuchte ihr eine Antwort zugeben, doch wusste nicht wie er es ihr am besten erklären sollte. Sabines blick blieb starr auf dem Piloten gerichtet. Blank bekam immer noch ein Ton raus, also trat Wollcke vor ihr und half seinem Freund mit der Erklärung:
„Das war so, Ähm, also bei Landung, da war doch dieses Auto und ähm, da ist Jens ausgestiegen, auf dem zu und direkt in die Faust von dem Fahrer gelaufen“ stotterte Wollcke und machte während seiner Erklärung passende Handzeichen dazu. Sabine zögerte nicht lange und schaute sich das Auge vom Piloten genauer an.
„Ist halb so wild“ meinte Blank, doch Sabine war anderer Meinung. Sie blickte ihn an und meinte streng: „Das entscheide immer noch ich. Setzen wir erstmal um und dann schauen wir uns das mal genauer an.“
Blank zögerte nicht lange und setzte nachdem alle am Bord waren, den Hubschrauber um und präsentierte eine erfolgreiche Landung, die er trotz eines angeschwollenen Auges hinbekommen hat. Beim Ausstieg ließ er sich besonders viel Zeit. Johnny öffnete die orangefarbene Tür und lächelte beim Anblick, als er Tatjana sah. Sofort rannte er zu ihr und umarmte sie. Wollcke genoss den Anblick von den beiden. Sabine ging direkt zu Jens und schaute ihn, eher gesagt sein Auge nochmal an. „So, das schaue ich mir jetzt im Arztzimmer an“
„Sabine bitte, das ist echt nur eine Banalität. Du hast doch gesehen ich kann fliegen“ versuchte sich der Pilot rauszureden. Er wusste, dass Sabine ihn sofort zu einem Arzt schicken würde und dies gefiel ihm nicht. Er wollte lieber Fliegen, anstatt faul rumzusitzen. Sie verdrehte die Augen und die drei liefen zum Rettungszentrum. Dabei beobachteten sie Johnny und Tatjana, die sich umarmten und küsse austauschten.
„Muss liebe schön sein“ meinte Sabine.
„Ja, wenn sich die richtigen zwei gefunden haben“ antwortete der Pilot und die beiden sahen sich dabei an. Ihre Blicke zueinander wirkten verliebt und vertraut. Wollcke hatte nur Augen für Johnny und Tatjana, das er den Blick Austausch von Sabine und Jens gar nicht mitbekam. Die Stimmung wurde jedoch von dem Kommodoren, der mit dem Auto ankam, kaputt gemacht. Ralph blickte kurz zu Sabine und ging dann rein.
„Hattet ihr gestern einen schönen Abend gehabt?“ wollte Wollcke wissen und sah dabei zu Sabine. Jens schluckte seine angehende Wut herunter. Wieso musste er das ansprechen? Sabine lächelte Wollcke nur an, was ihm als Antwort reichte, das der Abend ziemlich gut verliefen musste. Die Notärztin schaute nun zu Jens, der weniger erfreut aussah. „Komm, Untersuchung“ meinte sie ernst und Blank folgte ihr wiederwillig.
Mit einem Kühlbeutel, saß Jens auf dem Stuhl und hörte Sabine beim Telefonieren zu. „Sofort? Ja großartig. Vielen Dank“ meinte sie und legte auf. Sie wendete sich zu dem Piloten. „Du hast einen Termin in der Augen-Ambulanz. Jetzt“ sprach sie und half ihm beim Aufstehen. Blank war nicht sonderlich erfreut darüber. „Musste das sein?“
„Ja, das muss sein“ antwortete sie ihm und musste sich dabei ein Lachen unterdrücken. Sie wusste, wie sehr er es hasste das Fliegen zu unterbrechen und zu einem Arzt zu gehen.
„Männer und Ärzte. Ich gehe uns Ausmelden“ meinte sie lachend und war auf dem Weg zum Einsatzraum. Blank lief indessen zum Aufenthaltsraum und suchte nach Wollcke. Er suchte nach Ablenkung und hoffte sehnlich das ein Einsatz hereinkommen würde, um sich vor dem Arzttermin drücken zu können.
„Sabine“ rief Ralph und ging zu ihr rüber, als er sie auf dem Flur traf.
„Wie geht es dir? Hat dir der Abend gestern gefallen?“ fragte er sie mit einem Lächeln im Gesicht.
„Mir geht’s gut. Und der Abend gestern war wunderschön, danke. Aber unser Pilot ist am Auge verletzt und kann nicht fliegen“ sprach sie. Blank war auf dem Weg nach draußen, Richtung Anneliese und machte einen Stopp, als er die beiden reden sah. Sabine sah von Ralph auf Blank. Anschließend drehte Sie sich um und wollte das Team ausmelden, als ein neuer Einsatz eintraf. Blank rannte los und sie folgte ihm. „Du nicht!“ schrie sie ihm hinterher. Ralph folgte den beiden. Wie gewohnt sprintete Jens zu seinem Platz und stieg ein. „Du kannst so nicht fliegen“ sprach Sabine zu Jens und sah ihn an. Jens gab ihr ein kurzen und etwas kalten Blick und sprach: „Einsatz geht vor.“ Seinen Helm hielt er schon in der Hand bereit.
„Jens!“ protestierte Sabine und Ralph mischte sich schon ein.
„Ich übernehme. Ihre Jacke bitte, Major Blank“ sprach er und zog sich seine blaue Uniformjacke aus und wartete auf die Jacke von dem Major. Wiederwillig überreichte er ihm die und man konnte Blank ansehen, dass es ihm gar nicht gefiel. Es fühlte sich an, als würde man ihm seine liebste Tätigkeit wegnehmen und ihn einfach ersetzen. Auch die anderen waren wenig erfreut darüber. Zwischen Ralph und Blank herrschte ein Konkurrenzkampf und das wusste jeder, der die beiden beobachten würden. Blank trat weiter zurück und begutachtete den Start. Im Hubschrauber herrschte eine angespannte Stimmung. Ralph wartete auf die Anweisungen von Wollcke, welche sonderlich höflich von ihm kam. Der Start war ziemlich wackelig und Sabine hielt sich an ihrem Rettungssanitäter fest. Sie bereute es, aber es wäre zu gefährlich, wenn Jens weiterhin mit seiner Verletzung fliegen würde. Auch für Wollcke war der Start eine Katastrophe. Am liebsten wäre er sofort ausstiegen, aber dies ging ja nicht.
„Kein Vergleich“ brachte Homann hervor, als er Blanks angespanntes Gesicht sah.
„Wieso, war doch ganz ordentlich“ meinte Deffke, der dem Hubschrauber nach sah.
„Das Herr Oberleutnant, war ein äußerst schlampiger Start“ erklärte Jens und drückte Homann die Jacke von Ralph in die Hand. Er machte sich auf dem Weg zur Augen-Ambulanz, in der Hoffnung das er so schnell wie möglich wieder fliegen zu können. Auch für Ralph war es ein wenig peinlich. Wie konnte er sich so vor seiner Traumfrau blamieren?
 Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast