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Drachenaugen - Der Hinterhalt (Band 4)

GeschichteRomance, Fantasy / P16 / Het
10.03.2021
14.06.2021
33
50.092
7
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Dieses Kapitel
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11.06.2021 1.622
 
Kapitel 32

"Das würde ich nicht sagen", meinte Freyr, der sich ebenfalls niederließ und erst einmal einen Kaffee eingoss. Für Fenrir danach einen Tee.

Diese nahm sie entgegen und nippte genüsslich daran. „Nein? Was ist mit Eurer Frau und den anderen Haremsdamen?", wollte sie lachend wissen. Sie wusste, dass einige Haremsdamen nicht begeistert darüber waren und versuchten, seine Aufmerksamkeit zu erregen.

"Ich habe weniger Arbeit mit ihnen, seitdem ich mich auf dich konzentriere", erklärte Freyr nüchtern. "Bei Lady Sinon war es auch schon so. Sie sind es also gewohnt, dass ich mehr Zeit mit einer bevorzugten Frau verbringe."

„Ich ... bin Eure bevorzugte Frau?", fragte sie ehrfürchtig und glücklich. Es war nie ihre Absicht gewesen, Lady Sinon den Platz wegzunehmen.

"Ja, das bist du", sagte er sanft und nahm eine ihrer Strähnen, um sie zu küssen. Sie war noch viel mehr, doch im Moment konnte er ihr das nicht sagen.

Irgendwie freute sich Fenrir sehr darüber, aber sie sah auch die Schwierigkeit darin, dass sich manche Frauen nicht darüber freuten und sie dadurch in Diskret bei ihnen kam. Lächelnd sah sie zu Freyr und nickte liebevoll. „Ich danke Euch und weiß dieses Privileg zu schätzen."

Freyr lächelte und nippte an seinem Kaffee, bevor er leicht den Mund verzog. "Schmeckt dein Tee auch komisch?", fragte er und betrachtete die schwarze Flüssigkeit.

„Er ist ziemlich bitter", gab Fenrir zu. Da er zudem etwas anders als sonst roch, ging sie davon aus, dass es eine andere Sorte war. Um genau das herauszufinden, nahm sie einen größeren Schluck und verzog das Gesicht. „Er ist nicht so gut wie sonst", meinte sie und schauderte, als sie plötzlich ein seltsames Kribbeln in ihrem Körper spürte, das ihre Zunge lahmlegte.

Sofort nahm Freyr ihr den Tee aus der Hand und stellte ihn mit dem Kaffee zur Seite, bevor er sich erhob und nach einem Heiler verlangte. Dieser sollte die Getränke untersuchen. Er ging lieber auf Nummer sicher.

Solange sie warteten, starrte Fenrir auf die Tasse. Ihr Herz schlug unregelmäßig und pumpte das Blut so schnell, dass sie es in ihren Ohren rauschen hörte.

Das Kribbeln wurde sogar schlimmer und sie krallte sich an der Tischkante fest, als ihr schwarz vor Augen wurde.

Freyr war sofort bei ihr, als er sah, dass sie begann zu kippen. "Ruhig atmen. Es ist gleich vorbei. Dein Körper sollte diese Art von Gift abbauen können", flüsterte er und klang besorgt, fast panisch.

Gift? Hatte man etwa versucht, sie zu vergiften? Warum sollte ihr Körper das abbauen können? Panisch, dass Freyr es erwischt hatte und ihm etwas passieren würde, suchte ihre Hand nach ihm, obwohl er sie festhielt. Die Koordination von Fenrir war völlig durcheinander und sie spürte nicht einmal mehr etwas, was sie in Panik verfallen ließ. Was das Ganze noch schlimmer machte war, dass ihr Körper unkontrolliert zu zittern anfing. Als hätte sie Krämpfe, doch es kam kein Wort aus ihrem Mund.

Freyr hielt sie fest an sich bedrückt und hoffte, dass man ihr ein Gift gegeben hatte, das einen Menschen töten sollte und keinen Drachen. Dann würde ihr Körper das Gift abbauen, so wie es seiner tat. Aber ihre Reaktion sagte anderes.

Woher sollten andere auch wissen, ob sie ein Drache war oder nicht? Vielleicht reagierte ihr Körper einfach anders als seiner. Wo blieb nur der Heiler?

Fenrir krampfte in seinen Armen immer mehr zusammen und sie schnappte nach Luft. Ihr Brustkorb hob und senkte sich schnell, als würde sie keine Luft bekommen.

Die Tür wurde geöffnet und als der Heiler die Szene sah, stürmte er sofort hinein. "Was ist passiert?", fragte er und betrachtete sofort Fenrir. Ihre Augen, ihre Zunge und ihren ganzen Körper.

„Was hat sie zu sich genommen?", fragte er vorsichtshalber, obwohl die Anzeichen klar für eine Vergiftung sprachen.

"Diesen Tee dort", meinte Freyr und deutete auf das Getränk.

Sofort nahm der Arzt die Tasse und schnupperte daran. Ihm war anzusehen, dass er überlegte, welches Gift es war. „Wie geht es Euch?", fragte er, während er in seiner Tasche nach einem Gegenmittel suchte, das die höchste Wahrscheinlichkeit hatte, ihr zu helfen.

Es war vorbeugend und er musste zuerst den Trank untersuchen, doch der markante Geruch verriet ihm einiges.

"Ich habe vom Kaffee nur einen ganz kleinen Schluck genommen", winkte Freyr ab. "Mir geht es gut. Kümmert euch um Fenrir", sagte er und versuchte nicht zu panisch zu klingen.

Diese wurde von Krämpfen durchgeschüttelt und konnte ihren Mund nicht öffnen, als der Heiler ihr einen Trank zurechtgemacht hatte, den sie trinken sollte.

Freyr half dabei, ihr den Mund zu öffnen, damit der Heiler ihr den Trank einflößen konnte.

Solange der Heiler auf eine Reaktion ihres Körpers wartete, untersuchte er den Tee gründlicher. „Gadh-Gift", murmelte er mit einem Blick zu Fenrir und Freyr. Gadh wurde aus einem seltenen Kraut, das keine bestimmten Lebensbedingungen brauchte und überall wachsen konnte, hergestellt. Es war sehr effektiv und sorgte dafür, dass der Körper gelähmt wurde, derjenige aber bei vollem Bewusstsein blieb und spürte, wie er starb. „Ich brauche ein anderes Mittel, das hilft nicht gut genug", sagte er ernst, als nach einigen Minuten immer noch keine Besserung in Sicht war.

"Dann kümmer dich darum", rief Freyr aufgebracht. Sein Herz klopfte heftig, denn Fenrir hatte einen großen Schluck getrunken. Das könnte ausreichen, um ihr weniges Drachenblut zu überschatten. Das hieß, sie war in Gefahr. "Ich bringe sie in mein Zimmer und du sorgst dafür, dass das Gegengift hergestellt wird", meinte er und hob Fenrir sanft hoch.

„Schon unterwegs", murmelte der Arzt und war bereits aus dem Arbeitszimmer verschwunden. Vielleicht sollte Freyr denjenigen fragen, der den Tee gebracht hatte. Es war möglich, das derjenige das Gift untergemischt hatte. Oder jemand anderes.

Warum hatten seine Vorkoster es nicht bemerkt? Wer hatte den Tee zubereitet? All die Fragen schwirrten in seinem Kopf, doch das hatte Zeit. Erst einmal war Fenrir wichtig und er hoffte, dass die Feen ihr helfen konnten. Das war der eigentliche Grund, warum er Fenrir in sein Zimmer bringen wollte.

Die Haremsdame hatte mittlerweile ihre Augen geschlossen, doch das Zucken ihrer Lider verrieten, dass sie noch da war.

"Fenrir, bitte bleib wach", bat Freyr und klang panisch, während er mit ihr durch die Flure lief. Dann erreichte er sein Zimmer, schaffte es irgendwie die Tür zu öffnen und sie ins Bett zu legen. Dann riss er die Balkontür auf und machte einen Laut, von dem er wusste, dass sie die Feen anlockten.

Nur wenige Sekunden später kamen die kleinen magischen Geschöpfe aus dem Garten in Windeseile heran geflogen. Allen voran Dunja, die mehr Zeit mit den beiden verbracht hatte.

Fragend legten sie den Kopf schief.

Freyr deutete auf Fenrir, die im Bett lag und er hoffte sehr, dass die Feen etwas tun konnten.

Für sie war es nicht schwer, herauszufinden, was los war. Dunja flog um sie herum und nickte Freyr dann zu, bevor sie mit ihren winzigen Händen den anderen Feen etwas gestikulierte. Diese stoben davon, um etwas zu holen.

Freyrs Herz schlug noch immer heftig. "Könnt ihr helfen?", fragte er fast tonlos und hatte Angst, dass seine Stimme wegbrach.

Dunja nickte heftig und flog vor seiner Nase herum, während sie wartete, bis die Feen zurückkamen.

Der König begann im Zimmer auf und ab zu laufen, weil er nicht wusste, was er sonst tun konnte. Ihm blieb nur das Warten.

Nach kurzer Zeit kamen die Feen in das Zimmer geflogen. In ihren Händen hielten sie kleine, weiße Blüten von den Silbergarben. Eigentlich sahen sie für die Menschen wie normale Blumen aus, doch mit der Magie der Feen wurde es ein kräftiges Gegenmittel.

Sie flogen auf Fenrir zu und benutzten ihre Magie, um die Blütenblätter der Silbergarbe zu Staub zu machen. Diesen ließen sie über die Haremsdame rieseln.

Freyr beobachtete sie hoffnungsvoll und besorgt. Was, wenn es nicht half? Was, wenn Fenrir sterben würde?

Er wollte sich nicht ausdenken, was das für ihn bedeuten würde.

Der leicht glitzernde Staub rieselte weiter auf Fenrir ab und blieb auf ihr liegen. Nach einigen Sekunden verschwand er unter ihrer Haut und es dauerte nicht lange, bis Fenrirs Krämpfe nachließen und ihr Atem sich beruhigte.

Erleichtert atmete Freyr auf. Es schien zu wirken.

Trotz allem blieben die Feen an ihrer Seite, sollten sie noch mehr von der Silbergarbe brauchen. Es war nicht abzuschätzen, wie ihr Körper auf Gifte reagierte.

Es klopfte an Freyrs Schlafzimmertür an. Der Heiler hatte ein Gegenmittel hergestellt, mit dem er zurück gekommen war.

Freyr ließ ihn ein. Es war besser, wenn Fenrir beides nahm. Zumindest ging er davon aus.

„Hat sich etwas verändert?", fragte der Heiler atemlos und ging an das Bett, um Fenrirs Zustand zu überprüfen. Er hatte extra eine Nadel mitgebracht, um ihr das Gegenmittel zu geben, nachdem sie zuvor schon große Probleme gehabt hatte.

Er sah, dass sein Trank etwas gewirkt hatte und bereitete ihren Arm vor, um ihr sein Gegenmittel zu geben.

"Es scheint zu wirken", meinte Freyr hoffnungsvoll und setzte sich auf die Seite, die der Heiler nicht bearbeitete, um für Fenrir da zu sein.

Glücklicherweise wirkten beide Gegenmittel, sodass Fenrirs Körper sich entspannte und es aussah, als würde sie lediglich schlafen. „Sie braucht etwas Ruhe. Eventuell kann sie in ein paar Stunden wieder laufen", sagte der Heiler, der seine Hand auf ihre Stirn legte, um die Temperatur zu fühlen. Diese war zum Glück nur leicht erhöht.

"Eventuell?", fragte Freyr alarmiert. Was sollte das heißen?

„Das Gift hat ihrem Körper zugesetzt. Es ist besser, wenn sie sich eine Weile ausruht und liegen bleibt", sagte der Heiler beruhigend. Er glaubte nicht, dass Fenrir Folgen davontragen würde.
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