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Back to the Crown - Royals Alive

GeschichteLiebesgeschichte / P16 / Gen
Camilla Duchess of Cornwall Catherine "Kate" Duchess of Cambridge Charles of Wales Königin Elisabeth II Prinz Henry "Harry" of Wales William Duke of Cambridge
09.03.2021
04.05.2021
8
20.600
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Dieses Kapitel
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04.05.2021 3.373
 
Disclaimer

Meine lieben, lieben Leser*innen! Ich habe ewig gebraucht, um die Ruhe zu finden dieses Kapitel zu schreiben. Es tut mir leid wenn ich in keinem regelmäßigen Rhythmus ein Kapitel veröffentliche, aber das "Reale Leben" hat mich doch sehr im Griff und ich bin Abends dann doch oft zu müde und unruhig, um mich meinen Protas zu widmen. Ich hoffe euch gefällt mein 8. Kapitel und als kleine Wiedergutmachung ist es ein wenig länger als gewohnt.
Wie immer freue ich mich über eure Gedanken, Anregungen, Kritik oder auch Begeisterung in einer Review.
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Kates Hände hielten verkrampft das Steuer ihres Geländewagens, mit dem sie häufig durch die Gegend fuhr und blickte starr geradeaus auf die Straße. Harry saß locker neben ihr und betrachtete die ihm vertraute Umgebung. Auch wenn sein Leben gerade aus den Fugen geriet, so fühlte er hier und jetzt, dass er genau dort war, wo er hingehörte. In seiner ganzen Zeit in L. A. war er nie richtig heimisch geworden, was wohl daran lag, weil seine Wurzeln nun mal hier, in England, lagen.
Nachdenklich sann er über die vergangenen Jahre nach, als sein Handy in der Jackentasche leise vibrierte. Er runzelte die Stirn, die Nummer auf dem Display sagte ihm nichts, allerdings kam der Anruf aus den USA. Unruhig nahm er den Anruf an und seine Befürchtung, etwas sei seinen Kindern passiert Bewahrheitete sich. Er hörte Rachel bitterlich weinen und Archie immer wieder „Poppa“ schreien. „Wer ist da?“ Kate warf ihm einen überraschten Blick zu und lenkte den Wagen an die Straßenseite, als sie sah, wie bleich er geworden war. „Hi. Zum Glück erreiche ich Sie endlich. Hier ist Tonja, das Kindermädchen.“ Als Harry die Erleichterung der Frau am anderen Ende der Leitung bemerkte, verkrampfte sich sein ganzer Körper. „Was ist passiert. Geht es Rachel und Archie gut?“ Das Geschrei der Kinder wurde leiser und er hörte, wie eine Tür geschlossen wurde. Wahrscheinlich war Tonja in einen anderen Raum gegangen, um sich besser mit ihm unterhalten zu können. „Körperlich geht es den beiden hervorragend…“ „Gott sei Dank.“ Seufzte Harry erleichtert auf und auch Kate, die still mitgehört hatte atmete auf. „Seelisch jedoch…“ fuhr Tonja fort und schwieg kurz erneut. „Ich weiß, ich überschreite meine Kompetenz mit diesem Anruf sehr deutlich. Aber Ihre Frau hat sich in ein Spa abgesetzt, während Sie in Übersee sind und sich Ihren dortigen Angelegenheiten widmen. Die Kinder, beide, vermissen Sie schrecklich und sind nur am Weinen, seit Sie nach England aufgebrochen sind. Rachel und Archie haben Angst und fühlen sich allein gelassen.“
Tonjas Schilderungen ließen in Harry eiskalte Wut aufsteigen. „Meghan hat die Kinder zurückgelassen, um sich einen Wellnessurlaub zu gönnen?“ seine Stimme klang merkwürdig ruhig, als er versuchte diese Ungeheuerlichkeit zu begreifen. „Das sagte ich doch schon bereits.“ Die Stimme des Kindermädchens klang ungeduldig und gereizt. „Auch wenn es mich meinen Job kostet, aber ich fände es besser, wenn einer von Ihnen beiden hier wäre, um den beiden Sicherheit und Trost spenden zu können, besonders jetzt, da Sie und Meghan getrennte Wege gehen. Besonders Archie leidet unter der Situation und fühlt sich weder geliebt noch verstanden, sondern allein gelassen.“
Harry schloss gequält die Augen. Der Schmerz über das Elend seiner Kinder raubte ihm den Verstand und doch zwang er sich zu überlegen, was in der Situation für Rachel und Archie das Beste wäre. Er war hier in England und würde definitiv nicht mehr so schnell über den großen Teich fliegen. Er wusste, wenn er einen Fuß auf amerikanischen Boden setzte, käme er aus dieser ganzen Sache niemals mehr heraus. Schweren Herzens traf er eine Entscheidung, zum Wohle von Archie und Rachel.
„Tonja, ich weiß, es ist sehr viel verlangt, aber können Sie Rachel und Archie in ein Flugzeug setzen und dafür alles vorbereiten, also dass nötigste zusammenpacken? Ich komme nicht mehr in die Staaten und Meghan, nun ja, da enthalte ich mich jeden Kommentars. Es würde von Ihnen viel abverlangen, aber es ist im Augenblick die einzige Lösung, die mir einfällt. Ich kümmere mich darum, dass die beiden während des Fluges beaufsichtigt werden und die Tickets am Schalter der Fluggesellschaft für Sie abholbereit hinterlegt werden. Ich selbst würde die zwei hier in England am Flughafen abholen.“

Kates Augen wurden riesengroß vor Schreck, als sie die Pläne von Harry hörte und bemerkte, wie ihr die Farbe aus den Wangen wich. Das Harry die Kinder einfliegen ließ, würde nicht nur riesigen Ärger bedeuten, sondern auch viel Aufmerksamkeit der Presse auf die Royal Family ziehen, noch mehr als durch Elisabeth Tot sowieso schon. William und Charles würden Toben vor Wut. Und der Rest der Familie? Ebenfalls.
Doch die Mutter in ihr konnte Harry verstehen, wäre sie an seiner Stelle gewesen, sie hätte genauso entschieden. Sie fügte dieses Drama der immer länger werdenden Liste hinzu, die nur noch aus Komplikationen bestand, die sie lösen oder umgehen musste.

„Sie wissen, wenn Meghan davon Wind bekommt, wird hier der Teufel los sein. Und ich werde niemals wieder einen Job als Nanny bekommen!“ Tonja sprach ihre Bedenken mit Nachdruck aus, sie war sich durchaus im Klaren darüber, was ihr Handeln für ihren weiteren Lebenslauf bedeutete. Aber die beiden Kinder in dieser emotionalen Ausnahmesituation allein zu lassen, das brachte sie nicht übers Herz.
„Ich werde alle Hebel in Bewegung setzen und meinen Einfluss nutzen, um Ihnen eine neue Anstellung in einem anderen Haushalt zu ermöglichen. Darauf gebe ich Ihnen mein Wort!“ Tonja mochte den Prinzen sehr und sie schwieg lange, wägte ab. Schließlich seufzte sie und stimmte dem Vorhaben zu. „Gut! Ich werde die beiden in das nächste Flugzeug nach England setzen und mich hier aus der Schusslinie bringen. Ich gebe Ihnen Bescheid, sobald wir am Flughafen sind.“
„Danke Tonja, das werde ich Ihnen nicht vergessen!“ Tonja beendete das Gespräch und eilte zu den beiden Geschwistern zurück, die einträchtig auf der Couch im Wohnzimmer aneinander gekuschelt eine Kindersendung ansahen.
„Rachel? Archie?“ die beiden drehten sich augenblicklich zu ihr herum und starrten sie mit großen, erwartungsvollen Augen an. „Ihr werdet eine lange Reise in einem Flugzeug machen, zu eurem Papa!“ „Juhu, wir fahren zu Poppa!“ jubelte Archie und flitzte um das Sofa herum, bis Tonja ihn Lachend einfing. „Moment du kleiner Wildfang. Ihr beide, ihr müsst mir jetzt ganz doll helfen. Könnt ihr mir eure Lieblingsspielsachen heraussuchen, damit ich sie einpacken kann, zu euren Kleidern? Würdet ihr mir dabei helfen?“ „Jaaaaaaaa, machen wir!“ erscholl es zweistimmig und wie der geölte Blitz stoben die Kleinen in ihre Zimmer davon.

Kate fädelte sich wieder in den Verkehr ein. „Hälst du das für Klug?“ murmelte sie leise. „Nein, definitiv nicht. Nicht zum jetzigen Zeitpunkt. Aber verdammt, Kate, es sind meine Kinder und SIE hat sie allein gelassen!“ brach es aus Harry heraus und seine Hand, die auf seinem Oberschenkel ruhte, schloss sich wütend zu einer Faust. In diesem Moment hätte er Meghan ohne Skrupel den Hals umdrehen können.
„Ich weiß Harry, ich weiß. Ich werde mit William und wenn ich kann mit Charles sprechen. Du kannst dich auf mich verlassen. Wir werden das durchstehen, zusammen, als Familie.“ Kates Stimme klang ruhig, gelassen und sehr zuversichtlich. Wenn sie sich doch nur annähernd so gefühlt hätte. Kate konnte sich lebhaft vorstellen, wie William toben würde, von Charles mit seiner eisigen Ruhe ganz zu schweigen. Bei dem Gedanken an dieses Szenario wurde Kate ganz schlecht. Sie stand kurz vor einem hysterischen Anfall, als sie daran dachte, was Meghan alles anstellen konnte, sobald sie herausfand, dass ihr das einziges Druckmittel, um Harry an sich zu binden, abhandengekommen war.
Sobald sie Harry abgesetzt hatte, musste sie sich um einen Anwaltsbeistand für Harry kümmern. Er selbst dachte offensichtlich noch nicht daran, aber so wie die Presse sich mit den neuesten Meldungen überschlug, wurde von Meghans Seite die Scheidung schon vorbereitet. Sie mussten mit aller Macht dafür sorgen, dass das Scheidungsverfahren hier in Großbritannien durchgeführt wurde, da auch das Sorgerechtsverfahren anhängig sein würde. Kate spürte förmlich, wie ihr die Zeit zwischen den Fingern weglief und drückte unmerklich das Gaspedal herunter. Harry merkte von alldem nichts, sondern entspannte sich sichtlich, da Kate die Nerven behielt. Er machte sich große Sorgen um seine beiden Kinder. Hoffentlich kamen sie unversehrt auf britischem Boden an.
„Danke!“ murmelte er leise, als sie bei seinem Haus, Frogmore Cottage, ankamen. Er gab Kate einen leichten Kuss auf die Wange. „Du wirst Fogmore nicht wieder erkennen. Eugenie und ihre kleine Familie wohnten hier einige Zeit, bis sie sich entschlossen weiter hinaus aufs Land zu ziehen. Ich hoffe die Änderungen gefallen dir.“ Kate legte ihrem Schwager eine Hand auf die vom Dreitagebart raue Wange und lächelte ihm zuversichtlich zu. Sobald Harry aus dem Auto gestiegen war, winkte sie ihm ein letztes Mal zu und wendete ihren Wagen. Sobald sie außer Sichtweite des Cottages war, blieb sie stehen und wählte die Telefonnummer von Vincent Moore, Seniorpartner von Wristler & Moore and Partner. „Hallo Vincent, wie geht es Ihnen? Hier spricht Katherine, die Tochter von Michael.“ Sie legte ein Lächeln in ihre Stimme und hoffte er würde nicht zu viele Michaels kennen. „Aber natürlich, die kleine Katherine! Was verschafft mir die Ehre von der Herzogin persönlich angerufen zu werden? Besonders in dieser Zeit!“
Vincent Moore erhob sich erstaunt von der Liege im Poolhaus seines weitläufigen Anwesens und streifte sich einen bereitliegenden Bademantel über. Es gehörte sich nicht nackt mit einer Angehörigen der Royals zu sprechen, auch nicht am Telefon.
„Vincent, ich weiß, es ist wirklich ungünstig, aber die Zeit drängt. Wir benötigen so schnell wie möglich eine Anwältin, die sich mit unseresgleichen auskennt, gleichzeitig jedoch mit dem Druck der Öffentlichkeit und vor allem mit populären Persönlichkeiten umzugehen weiß. Der wichtigste Punkt jedoch, sie muss absolut diskret und verschwiegen sein.“
Vincent runzelte die Stirn. Trotz seiner beinahe siebzig Jahre war sein Gesicht nahezu faltenfrei, er schrieb dies seinen guten Genen zu und kannte noch dazu einen begnadeten Chirurgen, der sparsam mit seinen Instrumenten umging. Sein hochgewachsener Körper wirkte nach wie vor schlank und durchtrainiert, die Stunden auf dem Golfplatz bescherten Vincent einen goldenen Teint und ließen ihn attraktiver und um einiges Jünger wirken als er war.
„Katherine, was ist los?“ Er kannte die Frau am anderen Ende der Leitung um einiges länger, als sie in der Öffentlichkeit stand, Michael Middelton war ihm ein harter Gegner auf dem Golfplatz gewesen, so dass sie sich über die Clubturniere nicht nur in ständiger Konkurrenz befanden, sie waren auf dem Golfplatz zu Freunden geworden. Vincent war es nicht gelungen seine Sorge aus der Stimme herauszuhalten und Kate seufzte. „Bei mir ist alles in Ordnung, wirklich. Es ist…“ Kate schwieg lange. „Es geht um ein Scheidungsverfahren mit gleichzeitigem alleinigen Sorgerechtsantrag für zwei Kinder, dass beantragt werden muss. Die Klageschrift müsste heute Nacht noch fertig werden, so dass sie per Kurier auf dem Weg in die USA geschickt werden kann.“ Kate schwieg, doch auch der Freund ihres Vaters bediente sich dieser Waffe. So fuhr sie fort, ihn davon zu überzeugen, das Mandat zu übernehmen. „Vincent, wenn ich jemand anderen wüsste an den ich mich hätte wenden können, ich hätte es getan. Das hier wird schmutzig und hässlich werden! Die Kanzlei wird in aller Munde sein und das wird nicht immer nur angenehm sein. Aber ich vertraue dir, und weiß, dass du mir helfen kannst!“
Vincent Moore stieß langsam den angehaltenen Atem aus. Dann war an den Gerüchten, die in der Presse umherschwirrten, tatsächlich etwas dran. Harry und Meghan wollten sich scheiden lassen. Und jetzt begann der Run auf den Scheidungsort, der entweder Harry oder Meghan zum Vorteil werden konnte, das versprach spannend zu werden. Aber Kate hatte verdammt noch mal Recht. Diese Scheidung würde keine gewöhnliche werden. Alle Welt würde nach London blicken und sich genüsslich die Details des Verfahrens von der Presse zum Frühstück servieren lassen.
Er wusste genau, wer sich aus der Kanzlei für diese Schlacht vor Gericht am besten eignete. Eine Anwältin, die mehr Fälle gewann, als sie verlor, skrupellos ihr Ziel verfolgte, die Mandanten vor einer Strafe zu bewahren, wenn sie denn unschuldig waren, und den maximalen Erfolg in einem Verfahren anstrengte. Lady Teresa Edgcumbe kam selbst aus einer Adelsfamilie und kannte sich somit in den gehobeneren Kreisen hervorragend aus. Zudem war sie äußerst diskret und würde sich auch von der Presse nicht einschüchtern lassen. Er selbst war deshalb einer ihrer größten Befürworter gewesen, nachdem sie sich bei Wristler & Moore and Partner um eine Anstellung beworben hatte.

„Katherine, Mädchen. Ich habe die perfekte Anwältin für dich. Sie wird dir gefallen, da bin ich mir sicher. Oder vielmehr deinem Schwager.“ Vincent lachte leise über seine doppeldeutige Bemerkung. „Ich gestehe, es bereitet mir schon Sorgen, dass der Schaden für die Kanzlei immens sein wird, wenn wir scheitern. Aber das bezweifle ich sehr. Und für Michaels kleines Mädchen mache ich doch alles.“
Kate atmete erleichtert auf. „Vincent, ich danke dir. Wirklich. Ich weiß, die Folgen werden verheerend für die Kanzlei sein, sollte eine Niederlage am Ende des Verfahrens auf der Habenseite stehen, aber ich verspreche Ihnen, wir, die Institution, werden euch nicht im Stich lassen. Darauf gebe ich Ihnen mein Wort.“ Kate dehnte ihre Kompetenzen mit diesem Versprechen weit über die Grenze dessen, was sie innerhalb der royalen Familie an Einfluss besaß, aber in diesem Moment dachte sie nicht daran, dass das Verfahren zu ihrer aller Ungunsten ausgehen würde.
„Ich zähle auf dich!“ Mit diesen Worten beendete Vincent Moore das Gespräch, verlor keine Zeit und wählte die Handynummer von Teresa Edgcumbe.

„Tonja, wirst du mit uns kommen? Wirst du dann bei uns in London leben?“ Archie umrundete sein Kindermädchen und stellte aufgeregt unermüdlich Fragen. „Nein, Archie-Schatz, ich werde hier weiter in den USA leben und euch sehr, sehr vermissen. Aber mach dir keine Sorgen, wir können ganz oft telefonieren, wenn du möchtest!“ Tonja, die in Gedanken die Liste mit den Dingen durchging, was die Kinder für den langen Flug benötigten, hielt einen Moment inne, kniete sich vor Archie, dessen Unterlippe verdächtig zitterte und nahm ihn fest in den Arm.
„Du musst mir etwas versprechen, okay?“ Tonja wartete bis Archie sie mit seinen großen Augen, die in Tränen schwammen, anblickte. „Dein Papa wird euch erst am Flughafen in London abholen können. Deshalb bist du jetzt der Herr im Haus und musst auf deine kleine Schwester ganz besonders aufpassen.“ „Das weiß ich. Ich bin ja ihr großer Bruder und muss sie immer beschützen und darf sie nicht zum Weinen bringen. Das hat mir Poppa mal erzählt!“ Tonja lächelte Archie an. Er war ein so toller und wunderbarer Junge. „Genau. Und deshalb passt du ganz doll auf Rachel auf, am Flughafen und im Flugzeug, hörst auf das was die Stewardessen euch sagen, tust du das?“ „Ja, Tonja. Das verspreche ich dir!“ ganz feierlich stand Archie vor Tonja und hob die Hand zum Schwur.
Tonja kamen die Tränen, die sie hastig wegwischte, während sie ihren kleinen Bub nochmal umarmte. „Ich bringe jetzt die Koffer zum Auto und in der Zwischenzeit suchst du deine kleine Schwester und ihr macht euch bereit zur Abfahrt, okay?“ „Okay!“ Archie rannte laut Rachels Namen rufend durchs Haus und Tonja beeilte sich das Gepäck in ihren kleinen Japaner zu quetschen. Schließlich war alles verstaut und gerade als sie die beiden rufen wollte, kamen sie auch schon um die Ecke gestürmt. „Wir sind so weit, haben auch schon Pipi gemacht und können direkt los.“ „Ich bin stolz auf euch zwei!“ Sie gab Rachel einen Kuss und strich Archie, der solche Liebesbekundungen mit seinen sechs Jahren nicht mehr so häufig zuließ, übers Haar.
Die beiden kletterten auf die Rückbank, schnallten sich ordnungsgemäß an und Tonja öffnete das Garagentor. Es gab kein zurück mehr, ihr Plan stand und sie würde die beiden kleinen niemals mehr wieder sehen, außer vielleicht im Fernsehen.
Tonjas Herz wurde schwer, aber als sie in die vor Freude leuchtenden Gesichter sah, wusste sie, dass sie richtig handelte. Die beiden würden in England ein besseres Leben führen als hier bei ihrer Mutter. Trotz diesem Wissen kam sich Tonja wie eine Schwerverbrecherin vor, als sie die Wohnanlage verließ und in Richtung Flughafen fuhr.


Als Mike Folderton den silbernen Japaner aus der Einfahrt der Anlage kommen sah, hätte er beinahe seinen Kaffee im halben Auto verschüttet, so schnell startete er seinen Wagen. Stattdessen schwappte der noch brühend heiße Kaffee auf seine Blue Jeans. „Verdammte scheiße!“ Fluchte er und schnitt einem Chevy die Vorfahrt, was ein wütendes Hupkonzert hinter ihm auslöste, um an dem Auto der Nanny dranzubleiben. Man konnte von dieser drittklassigen Furie, die sich Schauspielerin nannte, halten was man wollte, einen guten Instinkt hatte sie. Er wählte die Handynummer, die sie ihm gegeben hatte. „Ja. Folder hier. Sie hatten Recht. Wenn auch nicht ganz so wie Sie dachten. Die Nanny ist auf dem Weg zum Flughafen und hat die zwei Bälger dabei.“
Meghan fiel das Champagnerglas aus der Hand. „Dieser verdammte Mistkerl. ER will die beiden nach London bringen. Egal was Sie tun müssen, verhindern Sie in jedem Fall, dass dieses Miststück mit meinen Kindern den Flug erwischt!“ Meghans Stimme klang eiskalt und sehr beherrscht, auch wenn Folderton genau wusste, wie viel Selbstbeherrschung das kosten musste. Ihm wurde übel. „Miss, bei allem Respekt, das sind Ihre Kinder in dem Auto.“ „TUN SIE WAS ICH IHNEN SAGE!“ kreischte Meghan ihm ins Ohr. „Rammen sie den scheiß Wagen von der Straße, wenn es sein muss, aber er kriegt die Kinder nicht in die Finger! NIEMALS!“ Mit diesen Worten beendete sie das Gespräch und ließ einen fassungslosen und Angstschlotternden  Privatdetektiv in seinem Auto zurück. Das war verrückt. Dieser Auftrag hatte ihm bisher sehr viel Geld eingebracht, allein dafür, dass er bisher noch keine drei Tage vor einer Einfahrt in seinem Auto campte, hatte ihm Markle mehr als zehn Riesen gezahlt. Bar! Das musste man sich mal auf der Zunge zergehen lassen, keine Steuerabzüge, nichts. Aber dass sie ihn zu einem solchen Manöver zwingen wollte, das konnte sie vergessen. ER würde garantiert niemanden von der Straße drängen. Sein Job war klar definiert. Er sollte observieren und das würde er auch tun. Und wenn die Schöne Pseudo-Herzogin seine Bilder nicht wollte, so konnte er sie dennoch an die Presse verkaufen und damit noch eine schöne Stange Geld verdienen. Er grinste über seinen Plan und pfiff einen Oldie im Radio mit, während er immer weiter dem silbernen Auto folgte, dass sich unermüdlich durch den Verkehr wühlte, um in Richtung Flughafen zu fahren.


Meghan war starr vor Zorn. Wie konnte er es wagen? „Du verdammter Mistkerl!“ Ihr Wutanfall kam einem Tornado gleich. Meghan zerfetzte das Betttuch, warf die noch halb gefüllte Champagnerflasche kreischend gegen das Kaminsims, wo die schäumende Flüssigkeit zischend den moosgrünen Kacheln hinablief.
Meghan geriet vollkommen außer Kontrolle, warf mit Stühlen, die krachend an den Türen und Wänden in Stücke zerbarsten, die Obstschale zerschellte auf dem Fliesenboden und die Scherben lagen glitzernd wie Diamanten zwischen Orangen, Äpfeln und Mangos herum. Ein Stillleben der brutalen Gewalt, die sich wie ein Gewitter über die Suite ausbreitete. Die Kissen wurden zerfetzt und überall flogen weiße, weiche Federn in der Luft, die von Meghans schrill hervorgestoßenen Schreien bebte. Erst als der Hotelmanager in seinem Anzug vor ihr stand, kam Meghan wieder zu sich und schaltete blitzschnell in den Schauspielmodus. Gekonnt brach sie weinend zusammen und stammelte immer wieder „meine Kinder, meine beiden Kinder.“ Vor sich hin. Sie konnte förmlich den Wandel von Entsetzen über ihr ganz und gar nicht charmantes Auftreten, zu grenzenlosem Mitleid im Gesicht des Hotelmanagers ablesen. Zufrieden presste Meghan noch ein paar Tränen aus den Augenwinkeln, während der Manager nach einem Glas Wasser für sie rief.
Eine Stunde später bezog sie eine andere Suite, mit dem Versprechen sich keine Gedanken über die Kosten der Renovierung machen zu müssen. Das würde intern geregelt werden. Als sie endlich allein war, nahm sich Meghan ein Glas des edlen Champagners, der exakt gekühlt bereitstand und prostete ihrem Spiegelbild zu. Was ein Trottel dieser Hotelmanager doch war. Nach den ersten Tränen fraß er ihr förmlich aus der Hand. Meghan nahm einen großen Schluck aus ihrer Champagnerflöte und lachte kalt und grausam, als sie an das Verhalten des Managers dachte. Ihre Gedanken wanderten weiter zu Harry, die Wut kochte erneut in ihrem Innern hoch, doch dieses Mal hielt Meghan sie im Zaum. Es war von größter Wichtigkeit jetzt einen kühlen Kopf zu bewahren und das weitere Vorgehen zu planen. Ihr Ziel war es Harry zu zerstören und eine Meghan Markle bekam immer das, was sie wollte!
 
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