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Back to the Crown - Royals Alive

GeschichteLiebesgeschichte / P16 / Gen
Camilla Duchess of Cornwall Catherine "Kate" Duchess of Cambridge Charles of Wales Königin Elisabeth II Prinz Henry "Harry" of Wales William Duke of Cambridge
09.03.2021
04.05.2021
8
20.600
11
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Dieses Kapitel
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09.03.2021 1.438
 
-Disclaimer-

Ich spiele tatsächlich schon länger damit eine Fanfiction über die Windsors zu verfassen, nur fand ich nie den richtigen Aufhänger, diese starten zu lassen. Mit DEM Interview des Jahres 2021 hatte ich endlich den Hintergrund, den ich für meine Geschichte benötigte. Es geht hier nur um eine Geschichte, ich möchte damit weder Meghan noch ein Mitglied der Windsors schlecht machen. Was ich hier schreibe ist alles absolute Fiktion und auch die Gefühlswelt meiner Charaktere ist frei erfunden. Ich würde mich über Rückmeldungen und Reviews natürlich sehr freuen.
Eure Alexa

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Es war ein windiger Septembertag, an dem Harry, Duke of Sussex, am Grab seiner Mutter Diana auf dem Anwesen der Spencers stand und seine roten Haare im Sonnenlicht aufleuchteten. Er starrte auf das Blumenmeer hinab, unter dem die sterblichen Überreste seiner Mutter zur letzten Ruhe gebettet lagen. Wie sehr sie ihm fehlte, wie sehr er die liebevollen Umarmungen von ihr vermisste.


Neben der Trauer um seine Mutter, die nie hatte alt werden dürfen, fühlte er nichts, nur eine große innere Leere, die ihn förmlich zu erdrücken schien. Die Tränen, die ihm die Wangen hinab liefen, verfingen sich in seinem Drei-Tage-Bart, nur um dann auf seine schlammgrüne Jacke zu tropfen. Er fragte sich, ob sich seine Mutter auch so gefühlt hatte, damals als ihr bewusst wurde, dass die Ehe zwischen seinem Vater und ihr zu Ende war. Betäubt, enttäuscht, wütend und einsam. Sehr einsam.


Harry war allein und das hatte er sich selbst zuzuschreiben. Als er vor fünf Jahren für seine Frau, für Meghan, die Brücken hinter sich unwiderruflich abgebrochen hatte, wusste er, dass es kein zurück mehr geben würde. Nicht nach dem Interview, den Anschuldigungen, die sich jetzt, nach all den Jahren als Lüge herausgestellt hatten. Er hatte Meghan vertraut, sie aufrichtig geliebt und alles auf eine Karte gesetzt. Henry wollte es besser machen als seine Eltern und war gnadenlos an diesem Anspruch gescheitert.



Der Schmerz über den Verlust seiner Mutter war mit den Jahren dumpfer, erträglicher geworden. Doch der Tod seiner geliebten Großmutter, allen auf der Welt bekannt als Queen Elisabeth der zweiten, entfachte dieses Feuer an Emotionen erneut und zwangen ihn beinahe in die Knie. Dass er nicht auf der Trauerfeier seiner Großmutter erwünscht war, wurde nur zu deutlich, als man ihm nicht einmal eine Nachricht über das Ableben seiner Oma hatte zukommen lassen. Einzig sein Onkel Charles, der Bruder seiner verstorbenen Mutter, hatte ihn über den Tod des königlichen Oberhauptes unterrichtet, noch bevor die Presse Wind davon bekam und Menschen rund um den Globus um diese außergewöhnliche Frau trauerten.

Sofort hatte Harry ohne nachzudenken einen Flug „Nach Hause“ gebucht, um seiner Großmutter die letzte Ehre zu erweisen. Diese zwei Worte, dass er „nach Hause“ müsse hatten bei Meghan einen Wutanfall der Extraklasse ausgelöst es war zu einem hässlichen Streit zwischen ihnen gekommen, in denen er zum ersten Mal das gesehen hatte, was sein Bruder William und dessen Frau Kate, schon vor so vielen Jahren wahrgenommen hatten: Das hässliche Gesicht einer berechnenden und manipulativen Frau, die es gewohnt war das zu bekommen was sie wollte. Es gab keinen Zweifel daran, dass Meghan Harry liebte, auf ihre Art und Weise. Doch die tiefen Gefühle, die Harry seiner Frau entgegenbrachte, hatten damit nichts gemein. Die Worte, hervorgestoßen in schnellem hartem amerikanischem Englisch, klangen ihm noch immer in den Ohren: „Wenn du „NACH HAUSE“ zu deiner sogenannten Familie fliegst, bist du hier nicht mehr willkommen. Ich dachte WIR sind dein zu Hause, deine Familie und dann kratzt diese alte, klapprige und kaltherzige Monarchin ab und du springst direkt in den nächsten Flieger? Nach allem was SIE uns angetan haben?“

„Was sie dir angeblich angetan haben!“ Wagte Henry das erste Mal seit DEM Interview ihre Äußerungen in Zweifel zu ziehen. Seit längerem hatte er den Verdacht, dass Meghan ihn damals mit Absicht in eine Richtung lenkte, die die Niederlegung seiner royalen Pflichten unweigerlich als Konsequenz nach sich zog.

Die vergangenen fünf Jahre hatte er sich so sehr bemüht den Mann darzustellen, den Meghan an ihrer Seite wollte, doch mit jedem Monat bemerkte er mehr, wie wenig dieser Mann mit dem tatsächlichen Harry, Duke of Sussex, gemein hatte. Er liebte seinen Sohn Archie und seine kleine Tochter Rachel über alles, die Zeit, die er mit Ihnen verbrachte, gaben seinem jetzigen Leben erst einen Sinn. Nur konnte er vor seinem Geburtsrecht, seine Bestimmung nicht mehr länger davonlaufen. Ihm war mehr als nur deutlich bewusst geworden, dass er die Zwänge und die damit einhergehenden Pflichten des Palastes, gegen ein anderes Gefängnis eingetauscht hatte. Eines das ihm mit jedem Tag mehr die Luft abdrückte.

„Du wagst es…“ Meghan wurde bleich und ihre Sommersprossen hoben sich deutlich von ihrer Haut ab. „Ja, ich wage es. Wenn diese Worte deine letzten sind, haben wir uns nichts mehr zu sagen! Dann werden das unsere Anwälte übernehmen.“ Mit diesen Worten drehte Harry sich um, öffnete die Tür des Hauses, welches ihm ein zu Hause hätte sein sollen und verschwand, eine tobende und kreischende Meghan in seinem Rücken und tausend zerbrochene Träume im Gepäck. Er wusste, er würde Archie und Rachel höchstwahrscheinlich eine sehr, sehr lange Zeit nicht mehr sehen und dieses Wissen, ließen ihn beinahe zurückkehren und um Vergebung bitten, wie so oft in den letzten Jahren.

Dieses Mal nicht, Harry straffte die Schultern, stieg in das bestellte Taxi und ließ sich zu einem Mietwagenverleih fahren. Er wollte so wenig wie möglich Aufsehen erregen und hoffte, dass er einige Tage in seiner Heimat bleiben konnte, ohne dass die Presse Wind davon bekam. Gleichzeitig schwor er sich und seinen Kindern, dass er bis zu seinem letzten Atemzug um die beiden kämpfen würde, damit Archie und Rachel auch die andere Seite ihres Erbes, ihrer Abstammung, kennen lernen würden. Harry war sich der Tatsache bewusst, dass eine Trennung, Scheidung und der Sorgerechtsprozess eine wahre Flut von Schlammschlachten in der Öffentlichkeit bedeuten würden. Für seine Kinder würde er alles ertragen, auch die Schmach wie ein geprügelter Hund zu seiner Familie zurück zu kehren.



Ihm war es tatsächlich gelungen ohne großes Aufheben in London anzukommen, nicht zuletzt durch die hervorragenden Kontakte seines Onkels Charles, dem 9. Earl Spencer. Dankbar hatte Harry das Angebot seines Onkels angenommen, bei ihm in Althorp zu nächtigen, so lange er in London weilte. Nun also war er an seinen Geburtsort zurückgekehrt, obdachlos, ohne Wohnsitz in seiner Wahlheimat USA und ohne ein Dach über den Kopf hier auf der Insel. Harry kam sich vor wie ein Nomade, der ohne ein zu Hause durch das Leben stolperte, ohne je zur Ruhe zu kommen.


Der Wind wurde heftiger, zerrte an seinen Kleidern und schließlich öffnete der Himmel seine Schleusen und dicke Regentropfen drückten die Blumen auf dem Grab seiner Mutter zu Boden und durchnässte Harry innerhalb von Sekunden. Langsam wandte er sich zum Gehen und schritt mit großen Schritten und hängenden Schultern in Richtung Haupthaus.




„Königliche Hoheit?“ Oliver Turner, der Chef des Sicherheitsdienstes um den Prinzen von Wales und dessen Familie betrat leise die Bibliothek, in dem sich der Prinz seit dem Tod seiner Mutter zurückgezogen hatte. Er fand Charles in einem der Ledersessel vor dem Kamin, dessen Feuer die einzige Lichtquelle im Raum war und die Bibliothek nur spärlich beleuchtete. „Ja, Oliver?!“ Die Stimme des Prinzen klang zum ersten Mal in den Jahren, in denen Oliver für ihn arbeitete, so alt wie der Prinz of Wales tatsächlich war.

„Sie wollten, dass ich Ihnen Bescheid gebe, wenn ihr Sohn, Harry, in London angekommen ist. Er ist vor ca. zwei Stunden in Heathrow gelandet. Allein. Meinen Informationen zufolge kam es vor seiner Abreise einen heftigen Streit mit seiner Frau Meghan. Er fuhr auf direktem Weg nach Althorp, dem Anwesen der Spencers. Als Oliver den Geburtsnamen von Charles erster Ehefrau erwähnte, zuckte Charles Hand auf dem glatten Leder der Sessellehne. „Harry ist bei Charles untergekommen? Das ist interessant. Danke, Oliver.“ Der Sicherheitschef nickte leicht und zog sich diskret zurück.

Charles richtete seinen Blick in die Flammen und starrte lange in das Feuer, dass sich gierig durch die trockenen Holzscheite fraß. Sein erster Gedanke, als Oliver ihm von der Ankunft seines jüngsten Sohnes berichtete, war, die Nachricht seiner Mutter zu überbringen. Dann fiel ihm ein, dass sie der Grund war, warum Harry überhaupt wieder zurückgekommen war, das Begräbnis der Frau, die ihm in den letzten Jahrzehnten mehr Mutter gewesen war als in seiner Kindheit. Erstaunt nahm er den Schmerz, der ihm die Luft abdrückte und ihm die Tränen in die Augen trieb, zur Kenntnis.

Zum ersten Mal in seinem Leben war er auf sich gestellt, als Vater, als zukünftiger König, Ehemann und Mann. Er betete, er würde jeder dieser Rolle gerecht werden.

Müde erhob er sich und verließ die Bibliothek.
 
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