Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast 

Inuyokai

von Chisana
GeschichteFantasy, Liebesgeschichte / P18 / Gen
Inu no Taishou OC (Own Character) Sesshoumaru
09.03.2021
11.04.2021
27
53.970
2
Alle Kapitel
11 Reviews
Dieses Kapitel
2 Reviews
 
08.04.2021 1.423
 
Innerlich kochte Sesshomaru, wie kam sein Vater nur dazu ihn so hinterhältig für seine Zwecke zu benutzen! Er hatte nicht darum gebeten, der Erbe des Westens zu werden! Allerdings hatte er keine andere Wahl und das Erbe was Toga ihm hinterließ war mehr als jämmerlich! Die Krönung des Ganzen war die Tatsache, dass er nun seinem verhassten kleinen Bruder unterstützen sollte! Warum? Weshalb musste er sich jetzt noch zusätzlich um die Belange des Hanyou kümmern!? Sein Yoki war so in Aufregung, dass er immer wieder mit seinem Biest Rang um es unter Kontrolle zu halten. Es war kurz davor aus der Haut zu fahren. Anscheinend musste ihm die Wut und tiefe Verletzung seiner Gefühle ihm deutlich anzusehen gewesen sein. Chisa war ihm freiwillig aus dem Weg gegangen und er war ohne ein weiteres Wort verschwunden. Sein Yoki tobte in ihm, wie bei einem schweren Sturm auf See.


Chisa hatte ihn besorgt nachgesehen, aber sie konnte ihm wohl dabei nicht helfen, denn das war eine Angelegenheit zwischen Vater und Sohn. Zumal sie wusste, dass Sesshomaru in diesem Moment nicht zugänglich für sie gewesen wäre. Dennoch war sie überrascht diese Unruhe in dem sonst so beherrschten Daiyokai vorzufinden. Es musste wohl sehr an seiner Ehre kratzen.


Sesshomaru war zu Tototsai aufgebrochen und erkannte bereits von Weitem das Heim des Schmiedes. Er zog im Flug noch Tenseiga und der vollendete Kreis der Meido traf auf den Schädel, der dem Schmied als Zuhause diente, und schickte die Hälfte davon ins Jenseits. "Mein Haus!", kam es empört aus dem Inneren und der alte Kauz kam nach draußen gestürmt. Als er jedoch den hochnäsigen Daiyokai sah, war er wenig begeistert darüber. Allerdings überraschte es ihn, dass er die Technik der Meido so schnell gemeistert hatte. "Ich dachte mir schon, dass du wieder kommen würdest", brummte der alte Schmied.


Sesshomaru spürte das mächtige Yoki, was sich näherte und musste sich nicht umdrehen, denn er erkannte die Aura seines Vaters. "Du hast Groll gegen mich, mein Sohn. Also lass es nicht an Totosai aus", kam es brummend vom Älteren. "Oyakata-sama!", grüßte der Schmied den Taisho förmlich und jener nickte ihm zu. "Geh", erwiderte er knapp auf die Begrüßung und der Schmied verschwand. Erleichtert nutzte er gleich die Gelegenheit, denn auf die schlechte Laune des Sprösslings hatte er wenig Lust.


Als der Schmied verschwunden war, wandte sich Sesshomaru zu seinem Vater um und sah ihn ernst an. "Weshalb soll ich die Meido Technik für Inuyasha perfektionieren? Warum hast du mir dieses wertloses Schwert gegeben? Bin ich dir als dein Sohn, als dein wahrer Erbe, nichts wert!? Ist es nur dieser verdammte Hanyou!?"


Toga lächelte innerlich. Sesshomarus Wut. Endlich, waren da Gefühle und keine Gleichgültigkeit. Die Eiseskälte war diesem starken Gefühl gewichen. "Wie kommst du darauf, dass du mir weniger Wert bist? Nur, weil ich dir Tenseiga vermachte? Eine Waffe, die dir schon mehrmals von Nutzen war? Die dir diejenigen zurückholte die du liebst?", erwiderte er auf die harschen Worte seines ältesten Sohnes. Sesshomaru knurrte auf. "Ich verstehe nicht, was du damit bezwecken willst!?" Langsam trat Toga auf ihn zu. "Ich will, dass du erkennst wer du bist, Seshomaru. Das du verstehst, dass du meine Schwerter nicht brauchst." Während er sprach hatte er die Hand auf Sesshomarus Hand gelegt, die Tenseiga immer noch umgriff. "Wenn du das endlich erkennst, warum gerade du dieses Schwert bekommen hast, dann hast du mich in meiner Macht übertroffen, mein Sohn. Du und dein Bruder bedeutet mir alles. Doch auch als Taisho kann ich Euch nicht einfach alles vor die Füße legen. Ihr müsst Euren eigenen Weg gehen. Was wäre ich für ein Vater, der seine Söhne nicht fördert, sondern ihnen alles gibt, was sie wollen?" Toga hatte die Hand von Sesshomaru los gelassen und jener steckte Tenseiga in einer fließenden Bewegung weg. "Du bist Inuyasha nicht nur durch mein Blut verbunden, sondern auch durch deine Ehre. Allerdings ist es nicht immer deine Entscheidung."


Der Inu no Taisho legte ihm die Hände auf die Schultern und strich dabei sacht über durch das Mokomoko. Mit einem Ruck zog er Sesshomaru in seine Arme und nacheinigem Zögern legte der Jüngere seine Arme um ihn. "Chichi-ue", wisperte Sesshomaru leise. Sein Yoki beruhigte sich augenblicklich und stand nun still wie die Ruhe eines Sees. Nur für einen Moment schloss er die Augen und genoss dieses Gefühl, was er schon so lange nicht mehr verspürt hatte. Wie lange war es her, dass sein Vater ihn in den Arm genommen hatte? Er musste  noch ein kleiner Welpe gewesen sein.  


"Du hast deine eigene Stärke und schon bald wirst du dies erkennen. Auch wenn meine Absichten für andere grausam erscheinen, so vertraue ich auf deine Fähigkeiten. Das habe ich schon immer, denn sonst würde ich dir den Westen nicht überlassen, wenn ich irgendwann wirklich gehe." Es versetzte Sesshomaru einen Stich, als er letzten Worte hörte. Er hatte ihn doch gerade wieder zurück bekommen? Warum sprach er erneut davon, dass er gehen würde!? "Das werde ich nicht noch einmal zulassen!", kam es trotzig von Sesshomaru und er krallte sich leicht in das Schulterfell seines Vaters. "Ich habe dir nie verziehen, was du Haha-ue angetan hast, aber noch weniger würde ich dir verzeihen, wenn du erneut einfach so dahinscheiden würdest auf eine so ehrenlose Weise!"


Sein Sohn vermochte es vielleicht nicht zu erkennen, aber diese Worte berührten den Taisho, denn sie zeigten ihm erneut, dass sein Sohn kein gefühlskaltes Wesen war, für das er sich immer ausgab. Er lächelte, sodass seine Fänge zu sehen waren. "Glaube mir, mein Sohn, das wir nicht erneut passieren", versicherte Toga und Sesshomaru nickte entschlossen an seiner Schulter. "Ich nehme dich beim Wort, Chichi", erwiderte der Erbprinz.


Der Moment hätte ewig dauern können, aber beide spürten die dunkel Präsenz und lösten sich voneinander. "Du musst dich beeilen", sagte Toga seinem Sohn und jener nickte. Kurz darauf wandelte er sich in seine Lichtkugel und schoss davon.


Chisa saß mit dem Rest der Gruppe am Feuer. Sie hatte einen Hasen für sie erlegt, der gerade über dem Feuer garte. Das Fett tropfte hinein, sodass das Feuer leise knisterte. "Ist der Hase bald fertig?", fragte Rin ungeduldig, denn ihr Bauch grummelte ganz schön. Chisa musste leicht schmunzeln. "Der Hase braucht noch etwas, aber roh würdest du dir nur den Magen verderben." Kohaku sah gerade noch entspannt auf das Feuer, als sich seine Miene verzog. "Da kommt eine dunkle Aura auf uns zu", sagte er nervös. Chisa hob alamiert den Kopf. "Lauft weg!", zischte sie. Doch es war zu spät. Naraku stand genau hinter Kohaku und versuchte mit seinen Tentakeln sogleich den Splitter zu erreichen. Doch der Spinnenhanyou hatte die Rechnung ohne Chisa gemacht, die sofort von ihrem Platz aufgesprungen war. Mit ihren Klauen schlug sie die Tentakeln durch. "Lauft!", zischte sie den beiden Ningen erneut zu.


Kohaku ließ sich das nicht zweimal sagen und packte Rins Hand, während der Kappa mit seinem Kopfstab mutig Chisa zur Seite eilte und das Feuer gegen Naraku richtete, um den Beiden etwas Zeit zu verschaffen. Sie wich den Flammen von Jaken aus und eilte dann gemeinsam mit Jaken hinter den Beiden her, während Naraku noch mit dem Feuer beschäftigt war. "Miasma!", rief Chisa und zog ihre Klinge. Kohaku reagierte sofort und gab Rin seine Maske, die sie vor einer Vergiftung schützen würde. Sie saßen auf Ah-Uhn und Naraku stürmte erneut auf sie zu, während Chisa die Klinge diagonal von oben durch den Hanyou zog. Jener wich aber geschickt aus. "Du bist nicht mein Ziel", raunte er ihr zu und widmete sich seiner Aufmerksamkeit den fliegenden Kindern. Diesmal war der Hanyou nicht alleine gekommen und Byakuya holte mit seinem Wind Ah-Uhn und die Ningen vom Himmel. Chisa spurtete los, als sie den Schrei von Kiara hörte, ehe die Gruppe von Inuyasha auf sie zugeeilt kam. Das schien Naraku endgültig in die Flucht zu treiben und genauso schnell wie er kam, verschwand er auch wieder. "Was war das nun wieder?", fragte Chisa und runzelte die Stirn. Das war merkwürdig. Ihr Instinkt sagte ihr, dass dies nicht alles war.


Sesshomaru hatte das Spektakel aus der Entfernung heraus beobachtet, wirkte dabei immer noch nachdenklich. Er beschloss sich weiter Zeit für sich zu nehmen und suchte die Küste auf. Sein Blick galt dem Meer.
Review schreiben
 Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast