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Der Geschirrspüler (oder: Gott kann auch Technik)

von caro1000
Kurzbeschreibung
GeschichteAllgemein / P6 / Gen
09.03.2021
12.04.2021
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4.069
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09.03.2021 3.210
 
Der Geschirrspüler (oder: Gott kann auch Technik)


Vom wilden Pferd und einem ungebetenen Gast




Am Ende weiß man ja nie, wann es begonnen hat.

Aber ganz bald, noch im Laufe des Sommers, wusste ich, mit mir stimmt was nicht.

Im Urlaub war es doch eigentlich alles ganz schön gewesen, und doch, sehr viel später zuhause, hatte ich das irgendwie vergessen, fühlte mich groggy, kein bisschen erholt. Die Zeit danach ging so weiter, und erst von da an fing ich an, mir Sorgen zu machen – stellte fest, wie schlecht ich mich fühlte.

War das, weil grad so viel los war?
Weil da mehr war, als ich handhaben konnte?
Weil da so vieles war, um was ich mich sorgte, was seine Schatten vorauswarf?

Bis mein Mann mich mal korrigierte, als ich heulend Bilanz zog, seit wann ich so viel Federn gelassen hatte.
„Nein, das war schon im Urlaub so“ erinnerte er sich (und mich damit natürlich auch), „schon da hast du gesagt, du kannst dich einfach nicht tiefgehend erholen.“ Ja, das stimmte total, ich hatte es nur vergessen.
Niemals hätte er diese alte Geschichte rausgekramt - einfach so. Das war aber in dem Moment nötig, mich sanft zu erinnern, dass ich echt schon so lange in der Spirale aus Sorgen und Angst festhing. Länger als angenommen. Hm, so kann’s gehen, die objektiv verstrichene Zeit deckt sich einfach nicht immer mit der, die sich gefühlt durch unser Leben zieht.
Seine Fürsorge hatte mir da sehr gut getan. Der Tatsache zu begegnen, dass ich nach menschlichem Ermessen durchaus Grund hatte, am Limit zu laufen, weil das hier alles sich schon so lange an meiner Kraft zerrte.

„Nach menschlichem Ermessen“ – eine Formulierung, die zeigt, dass es noch mehr gibt. In meinem Leben gibt es Gott als Konstante.

Gott als der, der über mein Leben wacht, dem ich mich anvertraue und dem ich vertraue; von dem ich Wunder erwarte und Heilung (Aber nur, wenn nötig... eigentlich ist man ja lieber gesund, nicht wahr?) und Hoffnung (Immer gerne... am liebsten einen richtigen Vorrat!) und Zuversicht (Jaaaaa, bitte! Mehr davon...) – was ich auch alles schon erlebt habe.
Aber jetzt? Wo war das hin? Jetzt, ausgerechnet, wo ich das brauchte, jetzt hatte ich damit Schwierigkeiten.

                                                                                                                *****          

Ich spring mal zurück, zu dem Sommer, aus dem dann ein ganzes Jahr wurde, und ich will mich gar nicht in den Einzelheiten verlieren, nur so viel: Ich konnte doch nicht ernsthaft krank sein! Aber ein unerklärlicher Mix aus Symptomen, der schnürte mir die Kehle zu, als mein medizinisch ganz gut ausgebauter Sachverstand sich auf die Suche machte. Dann die Schlussfolgerung zog, triumphierend die Antwort wusste und eine Diagnose ins Spiel brachte. Bitte nicht!
Dann noch Sorgen um unser Kind, die mich überspülten und zu einer großen Angst wurden, die ich echt nicht mehr beherrschen konnte. Und ein paar kleinere und mittlere Begebenheiten – was so vorkommt im Leben – aber in der Summe war alles zuviel.
Ich gab mir richtig große Mühe, mit Gott zu reden, und er hörte sich meine Klagen an. Meine Sorgen, meine Vorwürfe und Zweifel, ob er an irgendeinem Zeitpunkt meines Lebens mal nicht aufgepasst hatte? Nur ganz kurz vielleicht mal weggeschaut hatte? Einen Fehler gemacht hatte? Warum hatte ich das Gefühl, im toten Winkel des Spiegels nur so mitzulaufen?

Nein. Gott macht keine Fehler. Das wusste ich eigentlich und wollte mich auch darauf gerne wieder verlassen. Ich arbeitete hart daran, den Kontakt zu Gott nicht abbrechen zu lassen (dass er umgekehrt das nie tun würde, dessen war ich mir sicher. So wollte ich also meinen Teil dazu beitragen, mit ihm in Kontakt zu bleiben).
Schade nur, dass ich gefühlt nicht hinterher kam, aber wenigstens war das in meinem Wissen verankert.

Ich denke, den Löwenanteil meines Tiefs hat mein Mann mitbekommen.
Dieses Tal, das ich gerade durchquerte, voller Schatten und Bedrohung, wollte ich vor ihm überhaupt nicht geheim halten. Und das wär auch keine fünf Minuten gut gegangen, das konnte ich mir abschminken, dass der das nicht gemerkt hätte, soviel war mal klar...
Ich habe unendlich viel mit ihm geredet. In Wiederholungsschleife erzählt, was ich befürchtete, und unzählige Male seinen Zuspruch und Gebet und seine Zeit, tja, regelrecht eingefordert!

Wie schon erwähnt, das Ganze ging ein gutes Jahr, bis ich dann am richtigen Ort war, um eine umfassende Diagnostik machen zu lassen. Während der Zeit, als dann die Diagnostik gemacht wurde, telefonierte ich mal mit ihm, hörte, was zuhause so los war,  und er erzählte mir, dass der Geschirrspüler leider grad den Dienst quittiert hatte.
Wie ärgerlich! Er zeigte eine Fehlermeldung, er mag nicht mehr, weil ihm schlecht sei oder so, wie auch immer...
Und ich fragte mich, ob ich da mit dran Schuld sei? Äh, das wär ja jetzt doof, ich hatte nämlich einen Fehler gemacht, ich hatte mal spät abends, war schon viel zu müde, Spülmittelzeugs ins Salzfach rieseln lassen – sowas Ungeschicktes aber auch!
Eindeutig mein Fehler, meine Konzentration war da bereits schlafen gegangen, und nun war es angerichtet. Ist nur eine Maschine, aber trotzdem. Ärgerlich.

Wie ging es mir in der Zeit, als ich nicht wusste, was Sache ist? Als mein Glaube seine Höhen und Tiefen hatte, was hab ich da erlebt? Das hab ich hier mal aufgeschrieben, denn natürlich war das zuhause ein Thema, aber ich hab auch mit Freunden gesprochen, die mir in dieser Zeit ebenfalls geholfen haben. Alles, was sie tun konnten, war erst mal zuhören. Sich meine Sorgen anhören, die ich ja selber peinlich fand (Wie konnte ich als gestandener Christ so schwach fühlen? Angst sollte doch für kein Thema sein, hätte ich erwartet und mir die vorbildliche Stärke gewünscht, die ich bei anderen gesehen hatte.)

Dann bin ich einfach mal zu zwei Freunden hingegangen, habe gesagt, ich muss mit euch reden und brauche euer Gebet, ich hab da was. Das hat mich schon auch Überwindung gekostet sie zu fragen, davor und auch danach gab es Probleme und Problemchen, wo ich mich alleine durchquetsche. Ob das gut ist, ist eine andere Frage.
Aber eins hab ich gemerkt, wenn der Leidensdruck, die Angst, ein bestimmtes Maß übersteigt, dann spielt das keine Rolle mehr, dann willst du einfach nur noch Hilfe.

Kannte ich bisher nicht so.

Es gab eine andere wundervolle Begegnung, die ging mir durch und durch.
Sie war das Gegenstück dazu, dieses mal war es anders herum, als eine Freundin mich von sich aus direkt ansprach, was mit mir los sei. Obwohl ich mir so große Mühe gegeben hatte, normal zu wirken, sah sie mir ins Gesicht, fragte nur, was los sei - und ich? Ich bin natürlich erwartungsgemäß in Tränen ausgebrochen, und hab dann erneut erlebt, dass sie mir helfen konnte, indem sie ihr Mitgefühl und echtes Mit-Leid gezeigt hat.

So, wie sie gerade fühlte, in normaler Sprache, hat sie dann Gott klipp und klar um Hilfe gebeten. Um seinen Schutz für meine Gesundheit, um Vertrauen. Sie hat mich eingehüllt in Freundschaft, sie hatte es geschafft, mich mitzunehmen. Es war, als ob wir gemeinsam zu Gott gegangen sind, ich brauchte bloß dabei sein, musste gar nichts sagen und durfte ihrem Gebet zuhören. (Sie hatte übrigens vorher gefragt, ob ich das überhaupt möchte, das wollte ich hier gerne noch sagen. Das kommt mir wichtig vor, damit du eine bessere Vorstellung davon bekommst, wie das gelaufen ist.)

Ich fühlte mich an eine Geschichte erinnert, in der ein Mann, der gelähmt ist, von seinen Freunden zu Jesus getragen wird. Denn alleine ist er dazu nicht in der Lage.
Das Haus, in dem sich Jesus gerade aufhält, ist umlagert von Menschen, die ihn alle sehen wollen, mit ihm reden wollen – da ist kein Durchkommen!
Also schleppen die Männer ihren Freund (liegend, auf einer Trage) auf das flache Dach des Hauses, decken ein Stück vom Dach ab (die Bauweise der würfelförmigen Häuser mit flachem Dach hat das möglich gemacht), und lassen den Freund dann langsam zu Jesus hinunter.
Das ist genau das, was bis heute funktioniert: Wer alleine nicht weiter kommt, wenn’s einfach nicht anders geht,  für den dürfen Freunde einspringen, die dich tragen. Die dich mit Zuhören und ganz präzisen Fragen und Apfelkuchen im Garten, zu Jesus heranbringen.

Ach ja, der Apfelkuchen, das war auch so eine interessante Sache, ein Nachmittag im Garten bei den beiden, die ich anfangs schon erwähnt habe.

Da hatte ich die Gelegenheit, ihnen von einem Vergleich zu erzählen, wie mir das im Moment vorkommt, die Bedrohung, und eigentlich vor allem die Angst, die so beherrschend ist. Die meine Lebensqualität unglaublich einschränkt, als ob alle strahlenden Farben eines Tuschkastens mit einem Grauschleier überzogen werden.

Die beiden waren engagierte Zuhörer, mit Begeisterung hörten sie sich meinen Vergleich an, das Bild, das ganz von sich aus in mir aufgetaucht war.
(Ich mag mal ergänzen, dass beide, sie und er, da eine Begabung für haben. Und der Freund macht das beruflich, mit Menschen reden, dann eine Lösung suchen, um klar zu kommen.)
Er hat also ungeniert nachgefragt, um alles richtig zu verstehen, und ich frag mich, ob das zu kalt klingt für dich beim Lesen? Zu wenig mitfühlend? Interessanterweise war es das nicht, denn die direkte Art der beiden war eine Stütze für mich, das bot Halt.

Jedenfalls, ich hatte so ein Bild vor Augen, dass das, was ich fürchtete, sich wie ein Wildpferd aufbäumte.
Und von einem Pferd, das sich gerade so gebärdet, getreten zu werden, ist kein Vergnügen, das kann wirklich gefährlich sein, und wer es halten will, braucht riesige Kräfte.
Spannend ist, dass meine Gedanken sich kein Monster ausgedacht hatten, sondern ein großes, starkes Pferd, sehr edle Erscheinung, kraftvoll bis furchteinflößend.
Aber da war einer, der es mit sicherer Hand hielt, der war ihm gewachsen. Er hatte es im Griff, und während ich da also im Garten saß und mit dem extrem leckeren Kuchen versorgt wurde und ins Reden kam, wurde es mir selber klar: Mein Gottvertrauen sah so aus. Gott kümmerte sich um meine Angst, er hatte die Statur eines Türstehers, an dem keiner vorbeikommt, mit ruhiger Präsenz und mit großer Kraft war er der Sache gewachsen, und ich konnte mich auf ihn verlassen. Und wenn ich sage, dass er die Zügel fest in der Hand hielt, dann trifft das hier ja doppelt zu.

Auch wenn das Pferd mal ausriss (= wenn meine Angst sich verselbständigte), dann holte er es augenblicklich wieder ein. Wirklich sofort.
Darauf konnte ich mich verlassen, sogar in den Momenten, in denen es aus meinem Blickfeld verschwunden war. Denn das bedeutete nicht, dass Gott nicht mehr Herr der Lage war, sondern er wusste auch dann immer, wo und wie er es wieder bändigen konnte. Was er dann auch tat.
Die räumliche Entfernung, wenn ich grad mal nicht wusste, ‚Ja, wo ist denn das Pferd, das da mal wieder durchgeht?’ Die Entfernung war kein Problem, weil die Angst dann nämlich genauso weit weg von mir war – ich war sie los.
Dieser Typ, der es sich zur Aufgabe gemacht hatte, sich um mich und meine Sorgen zu kümmern, der regelt das! Und zwar sehr souverän, mit ruhiger Ausstrahlung und großer Kraft, die machte, dass ich mich zufrieden zurücklehnen konnte.

Es ist eigenartig, aber diese Szenen wie einen Film vor mir zu sehen, das hat mich besser erreicht, als nur Worte es gekonnt hätten; vielleicht, weil es ohne Sprache funktionierte, weil es Bilder waren.

                                                                                                           *****

Dann gab es aber noch einen Vergleich, der so ganz anders daher kam, viel rationaler, und dadurch auch unglaublich gut zu mir passte. Ich hatte noch eine andere Art gefunden, wie ich drüber reden konnte, ohne dem Kopfkino zu viel Raum zu bieten, ich war ja gestresst genug von dem Was-wäre-wenn. Das Ganze zu ignorieren hätte wohl kaum geklappt, was ich also brauchte, war Abstand.

Ich wollte einen sachlichen Weg finden, die echten Ängste von den irrationalen klar zu trennen.
Ich versuch sie mal kurz zu beschreiben, die Gedanken, die sich ungefragt breit machten und frech auftauchen:

Stell dir vor, du bekommst ungebeten Besuch, nützt nichts, dem zu sagen, dass er nicht erwünscht ist. Er hört nicht drauf, nicht mal eine Sekunde und drängelt sich zur Tür herein.
Denn - und das ist das Fiese daran! - er strahlt dich an und sagt sowas wie: ‚Ja, du wirst schon sehen, deine Befürchtungen sind sicher berechtigt. Du hast ja leider Ahnung davon.’
Oder auch so ein wissendes und mitleidiges Kopfnicken, wenn er mit großen Augen den Kopf leicht schief legt und meint: ‚Tjaaa, da bist du lange schon echt gut durchs Leben gekommen, also, meine Liebe, so leid es mir tut, aber schon der Wahrscheinlichkeit nach, hattest du bisher mehr als Glück, und das könnte jetzt enden...’

Das ist echt mies, und auch wenn ich – weiter im Bild gesprochen – versuchte, ihn rauszuschmeißen, dann ist er zwar gegangen, aber sah zum Küchenfenster rein!
Ich hatte ihn nicht, definitiv nicht! um seine Meinung gebeten, aber er schwang die Beine übers Fensterbrett und war wieder drin.
Der ungebetene Gast hatte ja nur Konjunktive parat, lauter Möglichkeiten, was alles im Leben so passieren kann und anderen schon passiert ist und solange man lebt auch einem selber passieren könnte... nicht hilfreich!
Im Gegenteil. Dieses Gerede blendet einen und tarnt sich für den Moment gut, so dass ich das Wesentliche übersehen habe: Das führt doch zu nix. Ist komplett überflüssig!

Mal zur Erläuterung: Auch wenn dir das eigenwillig vorkommt, denn nicht jeder findet die gleichen Bilder und Vergleiche ansprechend, aber für mich war das in der Situation eine gute Sache.
Der Freund, dem ich das also erzählte, der fand das hoch spannend, und hat nachgefragt, um das richtig zu verstehen – der hatte da keine Scheu, und ich konnte dadurch auch die dunklen Ecken meiner Ängste ausleuchten.

Und was hatte ich nun davon? Von dem Vergleich mit dem ungebetenen Gast, der sich durch die halb geöffnete Tür schlängelt?
Ich hab ihn zu einem (ich gebe es zu, das ist etwas schräg!), ich hab ihn zu einem Running-Gag werden lassen, um ihn nicht länger ernst zu nehmen. Mehr so, als ob ich das ganze wie einen Comic ablaufen ließ.
Da er ja nicht so einfach wegbleiben würde, musste ich mich schon noch mit ihm befassen, aber jetzt hatte ich ein Konzept für alle Fälle und konnte einfach nur mal eine Rückmeldung geben, wie es mir grad geht, z.B.: „Oh man, du glaubst es nicht, aber der Besserwisser war wieder da und musste ja natürlich wieder seine unqualifizierte Meinung sagen.“

Oder: „Jaja, er war wieder da und ich hab ihn erfolgreich wieder rausgeschmissen. Na gut, er hat Spuren hinterlassen, indem er seine pseudo-hilfreichen Sprüche auf einem Zettel auf dem Küchentisch hinterlassen hat. Wie? Ob ich den Zettel gleich entsorgt hab? Na, aber sicher! Ich pule zwar noch an den Kleberesten herum, jaaa, der war da festgeklebt, aber ich krieg das hin.“

So in etwa. Die noch ausstehenden Untersuchungen, die das echte Leben so mit sich brachte, die waren ernst genug!
Ich wollte mich nicht auch noch mit den Gedanken befassen, die so haltlos waren. Nicht mehr Raum geben, als nötig.
Und es kam mir von meiner Persönlichkeit her sehr entgegen, da eine lockere Sprache sprechen zu dürfen. Das ist schon auch was, was mir liegt; ist mir recht nah.

Nebenbei, natürlich wurde ich durchgecheckt, hab auch mal gedrängelt, wenn ich fand, das kann noch gründlicher sein. Und dann war ich nach einem Jahr da angekommen, wo die Verdachtsdiagnose gezielt untersucht werden konnte. Tatsächlich wurde da dann festgestellt, dass es was ganz Harmloses ist. Die Labordiagnostik war umfassend durch (Zitat Hausarzt, der das später in aller Kürze zusammenfasste: „Damit können Sie Hundert werden!“).

Aber es hatte in dieser Zeit aus total unterschiedlichen Gründen, die für sich genommen gar nicht so sehr dramatisch gewesen waren, viel zu viel Gewicht bekommen.

Das war es.

Nur der Geschirrspüler war noch hinüber.

                                                                                                      *****

Und dann war ich nach ein paar Tagen wieder zuhause, lernte, erneut durchzuatmen, denn der schwere Rucksack war abgenommen. Die Druckstellen der Träger waren dabei, zu verschwinden.
Und eines Tages, nach Wochen, haben wir aus einer Laune heraus den Geschirrspüler wieder angemacht.
Er ging wieder.
Vorsichtig, das Programm für eine halbe Stunde.
Dann mit leichter Beladung, wieder nur das Kurzprogramm, toll, hat funktioniert!
Na dann, einräumen – und los geht’s! Noch toller, hat wieder funktioniert!

Wir wissen nicht, warum.
Hat sich das Zeug irgendwie aufgelöst?
Ist es weggespült worden, kann nicht sein, der war ja gar nicht an.
Oder hat der seine Fehlermeldung vergessen? Zusammen mit dem Fehler? Keine Ahnung. Würde ein Techniker jetzt sagen, ‚Kenn ich gut, einfach mal wochenlang ausschalten, dann wird das wieder!’ – kann sein, kann aber auch nicht sein.

Ich fühlte mich an die Zusage Gottes erinnert, dass er sich um die Spatzen und die Blumen auf dem Feld kümmert, und um wieviel mehr dann um uns Menschen!
Genau das ist es, und wenn ich was weiß, dann, dass Gott mit der Zeit geht.
Ich hab es schon erlebt, dass er sich um Finanzen kümmert (und das sind furchtbar komplizierte Zusammenhängen), genau wie um Beziehungen (noch viel komplizierter).
Er kümmert sich um Alltagskram des 21. Jahrhunderts (ich finde ja, das ist nicht wenig) und um medizinische Wunder (das ‚wie’ bleibt sein Geheimnis).

So versteht er ganz offensichtlich auch was von Geschirrspülern. Es macht nichts, wenn auch dieses Küchengerät irgendwann kaputt geht, dann ist das halt so (er ist nicht zu einem religiösen Gegenstand geworden!)
Aber er erinnert mich jeden Tag daran, was alles war und dass er erstaunlicherweise wieder funktioniert. Sogar, wenn ich daran den Fehler verursacht habe.

Und was immer ich hatte, spielt keine Rolle, denn es ist weg. Wofür ich sehr dankbar bin.

                                                                                                                   *****

Soweit erst mal.

So ein klein wenig war das anstrengend, das hier zu Papier zu bringen;
aber es überwiegt bei weitem, dass es auch gut für mich war, das mal zu tun!

P.S.
Dann werde ich noch ein Kapitel anhängen, weil ich dir einerseits gerne das Apfelkuchenrezept aufschreiben möchte – ich habe es gerade mal Probe gebacken!
Andererseits kann es sein, dass noch etwas gesagt werden möchte; ich übe ja noch, diese persönlichen Erlebnisse gut auf den Punkt zu bringen.
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