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Die Magie der Steine - Feuer (Band 4)

GeschichteRomance, Fantasy / P18 / Gen
Zauberer & Hexen
09.03.2021
17.04.2021
14
21.440
2
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08.04.2021 1.523
 
Kapitel 11

Melody legte den Kopf schief. "Aber du tust es. Dann muss ich doch auch", bestimmte sie, als hätte sie dabei ein Mitspracherecht.

Freya schüttelte ihren Kopf. „Nein, nicht unbedingt. Zumindest glaube ich es. Ich weiß nicht, woran es liegt, dass manche Kinder Magie in sich tragen und manche nicht", erklärte sie und sah zu Damian. „Vielleicht weiß Damian, wie das ist, aber ich glaube, es ist nicht gesagt, dass das Kind Magie in sich trägt, wenn beide Elternteile Magier sind."

"Kinder tragen fast immer Magie in sich, wenn beide Eltern magisch sind", erklärte Damain. "Aber wenn einer nicht magisch ist, ist das nicht immer der Fall."

„Kann man das bei Melody bereits irgendwie feststellen?", fragte Freya nachdenklich. Sie wusste, dass Melodys Vater Magier gewesen war und Damians Worte hießen sozusagen, dass ihre Tochter ebenfalls Magie in sich trug.

"Wir könnten die Direktorin fragen, ob sie den Stein berühren darf", schlug er vor. "Das sollte es zeigen."

Das war eine gute Idee. Aber durften das fünfjährige Kinder? Was würde dann passieren, sollte sich herausstellen, das Melody Magie in sich trug? Wurde das auch bei anderen Kindern der Schüler gemacht? Das waren Fragen, die sie Damian stellte, während sie Melody die Haare wusch.

"Normalerweise wartet man, bis die Magie selbst Zeichen gibt. Bei dir ist das nicht passiert, weil du eine Ausnahme in deiner Familie bist. Wohl, weil dein Vater und deine Mutter irgendwann Magier in der Familie hatten", begann Damian zu erklären. "Aber bei Melody ist es wahrscheinlich, daher kann sie es durchaus testen lassen, um schon eher anzufangen, zu lernen, damit umzugehen."

Gedankenverloren hörte Freya zu, während sie die Kopfhaut ihrer Tochter massierte. „Und wie ist es dann mit ihrer Ausbildung? Die Kohatu nimmt doch eigentlich erst Schüler ab achtzehn auf. Selbst wenn ich alle Semester machen würde, wäre Melody noch gar nicht achtzehn", bemerkte sie und spürte Damians Beine, die auf ihrer Seite waren. Es war ein angenehmes, intimes Gefühl.

"Nein, sie müsste dann von dir die Grundlagen lernen und dürfte dann mit achtzehn hierher", erklärte Damian mit ruhiger Stimme.

Daraufhin runzelte Freya die Stirn. „Nein, ich schicke sie zu dir. Du willst schließlich Lehrer werden und du kannst so gut erklären", meinte sie lächelnd und bat Melody dann, ihre Augen zu schließen, damit sie ihr den Schaum herauswaschen konnte.

"So können wir das natürlich auch machen", lachte er und Freya bemerkte, wie Melody ihre Augen schloss und ihren Kopf nach hinten lehnte.

Daher ließ sie mit einer Kelle Wasser über Melodys Kopf laufen. „Da hast du deine Antwort, Melody. Sobald du darfst und falls du Magie in dir trägst, wird Damian dich unterrichten. Natürlich werde ich es auch, aber er ist viel besser darin als ich", gestand sie mit einem Lächeln zu Damian.

"Ich freu mich", verkündete Melody ganz aufgeregt.

Damit war das Thema erledigt. Sie würden nur zur Direktorin gehen und sie bitten, Melody testen zu lassen.

Nachdem Melody fertig war, stand Freya auf und stieg aus der Wanne, um sich zu trocknen, solange ihre Tochter sich wusch. Dann konnte sie diese in Empfang nehmen.

Damian half Melody dabei, weil sie das so gerne hatte. Doch schließlich war sie fertig und stieg aus.

Sofort legte Freya ihr das Handtuch um und wärmte sie mit einem Zauber. Auch Damian reichte sie eines und begann dann, Melodys Haare zu trocknen. Dabei gähnte die Kleine ganz schön, was Freya schmunzeln ließ. Auch wenn ihre Tochter quietschfidel war, war sie abends immer müde. Das Bad half ihr, sich zu entspannen und schneller in den Schlaf zu finden. Genau wie kuscheln.

Damian beeilte sich mit abtrocknen und nahm Melody schließlich auf den Arm. So war es leichter, dass sie nicht wieder wach wurde, bis sie zurück im Zimmer waren.

Als sie in den Wohnkomplex kamen, saßen die anderen noch beieinander und redeten. „Wir bringen Melody ins Bett und kommen dann zu euch", versicherte Freya lächelnd mit einem Blick auf ihre Tochter, die an Damian kuschelte.

„Gute Nacht, Onkel Elias und Tante Rosalie und Hanako", sagte die Kleine müde und rieb sich die Augen.

"Gute Nacht", erwiderten alle drei gleichzeitig und lachten dann leise.

Die Art, wie Melody sie betitelte, war oftmals amüsant. Freya schob Damian mit Melody in ihr Zimmer. Für die Kleine war es wichtig, mit ihnen zu kuscheln, bevor sie einschlief. Deshalb legten sie sich in das Bett, das aus zwei einzelnen bestand und ließen Melody in die Mitte krabbeln.

Nicht wie sonst fragte sie nach einer Geschichte, sondern kuschelte sich sofort and Freya und Damian. Die junge Frau begann, ihre Tochter liebevoll zu streicheln. Das liebte Melody sehr.

Damian streichelte sowohl Freya, als auch Melody, bis das Mädchen eingeschlafen war.

In der Zeit sprachen sie nicht, aber Freya summte vor sich hin und sah Damian tief in die Augen. Erst, als ihre Tochter tief und fest schlief, hörte sie auf. „Gute Nacht, mein Engel", murmelte Freya und gab Melody einen sanften Kuss auf die Stirn.

Seit Freya auf die Kohatu ging und ihre Familie gut versorgt wurde, konnte sie sehen, wie Melody in der Zeit gewachsen war. Sie war nicht so groß wie andere, aber das war egal. Für Freya war ihre Tochter perfekt.

Damian deckte sie zu, bevor er sich ganz vorsichtig von ihr löste. Melody schlief zum Glück recht fest, wenn sie einmal eingeschlafen war.

Sie warteten noch einige Minuten, bis Freya eine Handbewegung machte, dass sie Melody in ihr eigenes Bett bringen konnten. Vorsichtig stand sie auf und hob das kleine Mädchen hoch. Es war richtig süß, wenn Melody so tief schlief.

Langsam und lautlos brachte Freya sie in das Kinderzimmer und legte sie in das Bett.

Damian sorgte mit einem Zauber für eine angenehme Wärme, damit sie nicht wach wurde und dann verließen beide schleichend den Raum.

Wie immer ließ Freya die Tür nur angelehnt, aber sobald sie in ihrem Schlafzimmer waren, legte sie ihre Arme um Damian und gab ihm einen langen, liebevollen Kuss.

Dieser wurde sofort erwidert und Damian zog sie fest an sich.

Tief sah Freya ihm in die Augen und lächelte, als sie den Kuss löste. „Was denkst du darüber, dass sie dich Papa nennt?", fragte sie zögernd.

"Es macht es mir leichter", gestand er schmunzelnd. "So weiß ich, dass sie mich akzeptiert, sollte ich dir einen Antrag machen."

Verlegen lächelte Freya und sie war glücklich. „Wenn du es tun solltest. Oder ich dir", sagte sie leise. „Also macht es dir wirklich nichts aus?", wollte sie noch einmal sichergehen.

"Nein, es macht mir gar nichts aus", versicherte er sanft. "Wer will nicht Papa eines so süßen Mädchens sein?"

Das beruhigte Freya ungemein und sie gab ihm einen weiteren Kuss. Damian war der beste Freund, den sie haben konnte. Er passte sehr gut auf ihre Tochter auf. „Ich liebe dich, Damian MacLane", flüsterte sie ihm ans Ohr.

"Und ich liebe dich", antwortete er flüsternd und küsste sie erneut.

Glücklich schmiegte sie sich an ihn und umarmte ihn fest. „Sollten wir jemals heiraten, hoffe ich, dass deine Familie mit der Wahl einverstanden ist", hauchte sie ihm zu. Es war seltsam, aber der Gedanke, ihn zu heiraten, ließ ihren Bauch angenehm Kribbeln.

"Das ist mir sowas von egal", meinte Damian. "Selbst wenn sie es nicht wären, würde ich dich immer noch heiraten wollen."

Darüber musste Freya schmunzeln. Sie erinnerte sich daran, wie sie ihm damals den Ratschlag gegeben hatte, sein Leben so zu leben, wie er es wollte. Es schien, als würde Damian genau das tun. „Wenn du das sagst. Hoffentlich kommst du dann mit uns auch klar", lachte sie leise und amüsiert. „Wer weiß, was die Zukunft bringen wird." Es konnte auch sein, dass Damian eine andere Frau fand. Der Gedanke schmerzte Freya, doch sie würde es nicht ändern können.

"Genau. Wir werden sehen. Vielleicht ziehe ich auch bei euch auf dem Hof ein", neckte er.

Gespielt ernsthaft nickte Freya. „Eine sehr gute Idee. Dann kann ich dich in den Dreck werfen, wenn du wieder deine Fieslingsanwandlungen hast", meinte sie amüsiert. Eigentlich wollte sie schon gerne auf dem Hof ihrer Eltern bleiben, doch ihre Schwester Colette war in gut zwei Jahren soweit, dass sie heiraten konnte. Daher würde sie eher den Hof übernehmen, sollte Freya weiterhin zur Schule gehen.

Damian tätschelte sie liebevoll. "Damit du eine Ausrede hast, warum du dich mit mir im Schlamm wälzt", behauptete er belustigt.

„Nicht ich. Aber Melody", lachte Freya amüsiert und löste sich von ihm, um sich umzuziehen. Dann konnten sie zu den anderen zurück. Vom Gemeinschaftsraum waren noch ihre Stimmen zu hören, obwohl sie mittlerweile eher gedämpft waren. Sie wussten, dass sie leise sein sollten, wenn Melody schlief.

Die Tür würde aufbleiben, falls es ihr nicht gut ging.

"Möglich", neckte Damian und folgte ihr.

Noch einmal warf sie ihm einen neckenden, liebevollen Blick zu, bevor sie zu den anderen gingen und den Abend noch ausklingen ließen.
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