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Eine kleine Sache ( der Teufel in den Details)

OneshotAllgemein / P12 / Gen
Magneto / Eric "Magnus" Lehnsherr Phoenix / (Doktor) Jean Elaine Grey Professor X / (Professor) Charles Francis Xavier White Queen / Emma Grace Frost
08.03.2021
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Es gibt eine kleine Sache, die man so schnell lernt aber auch so schnell wieder vergisst, die so viele Leben hätte retten können, wenn Erik Lehnsherr ein besserer Mann  wäre. Aber Erik  ist nun einmal kein besserer Mann. Und er genießt ihre entsetzten Blicke, wenn sie endlich begreifen, dass sie sich maßlos verschätzt haben, kurz bevor eine Hand aus reinen Diamanten sich in ihren Brustkorb bohrt und ihnen das Herz herausreißt.

Ein Telepath ist selten nur ein Telepath.

Ein kleiner Junge sitzt in der Ecke auf dem Boden. Der Raum ist leer, aber es ist so laut, so laut. Seine Hände zittern und seine Augen brennen, er hat einen Verband um einen Arm und so viele Pflaster. So viele Pflaster.
"Warum?"
Er fragt niemand bestimmten. Vielleicht den Mann im Mond. Kann der ihn hören? Er weiß es nicht. Aber die anderen, da ist er sich sicher, die hören ihn nicht. Er kann sie hören, natürlich. Immer schon und er weiß, dass es so weiter gehen wird, bis er irgendwann stirbt.
Er ist neun. Nicht dumm.
"Warum?"
Es ist nur ein Flüstern, kaum unhörbar, halb geschluckt von der alles umfassenden Stille, die da ist, die er nicht hört, weil er in Stimmen ertrinkt die er nicht kennt, die er kennt, die flüstern, die schreien, in Sprachen die er kennt und in welchen, die in seinem Leben noch nicht gehört hat. "Warum?"
Warum tun sie das? Warum hasst er mich so sehr? Warum ist Mama immer so wütend? Warum tut keiner was? Warum hört mir niemand zu? Warum sind alle so gemein? Warum? Warum? Warum?

Warum ich?


Emma verwandelt ihre Haut in Diamanten, stark, unveränderlich, unzerstörbar, wunderschön.  Jean, süße, kleine Jean, die Erik nur sieht, wenn er versucht jemanden umzubringen, den ihr Vater  Mentor, gern weiter lebendig haben würde (zum Beispiel den Präsidenten, oder Stryker), bewegt Dinge ganz allein mit ihren Gedanken.

Anfangs ist es nichts weiter als eine Observation. Ein nettes kleines Ding, das ihn zum Lachen bringen kann. (Morbide. Er weiß das.)
Aber dann...
Dann versteht er warum.

Ein  junger Mann nimmt er seine Kopfschmerztabletten, spült mit dem Rest Vodka in der Flasche seiner ( sich momentan in die Kloschüssel übergebenden) Schwester nach und geht in die Küche um Frühstück zu machen. (Das Haus brennt nicht runter. Nur ein Küchenhandtuch fängt Feuer.) Er weiß genau wie sie sich fühlt. Er versteht. Er versteht.

Sie werden genau das, was sie am meisten brauchen.
Emma, starke, schöne Emma musste sich schützen, eine dicke Haut zulegen. Also wurde sie zu etwas unzerstörbaren. Kalt und herzlos. Äußerlich und innerlich. Jean brauchte Kontrolle. Nur ein wenig Kontrolle. Über sich selbst,  die Welt um sie herum, ihr Leben, irgendetwas. Und genau das hat sie bekommen.
Sie haben das Universum angeschrien,  befohlen, gebettelt, geflüstert, gefragt.
Und das Universum hat geantwortet.

Manchmal, wenn er allein ist, wenn niemand da ist um ihn abzulenken fragt er sich, was Charles gebraucht hat.
Mehr als alles andere. Worum er das Universum gebeten hat.

Irgendwann wird er fragen, irgendwann.

Und Charles, der immer eine Antwort wusste und immer ein warmes Lächeln für jeden hatte, wird sich zu ihm umdrehen und sagen:


"Verständnis, Erik. Ich musste verstehen."


Es gibt eine kleine Sache, die man so schnell lernt aber auch so schnell wieder vergisst, die so viele Karrieren hätte retten können, wenn Erik Lehnsherr ein besserer Mann  wäre. Aber Erik  ist nun einmal kein besserer Mann. Und er genießt das Entsetzen in ihren Augen, wenn sie endlich begreifen, dass dieser Mann ihnen gegenüber alle ihre Geheimnisse kennt, und alle ihre Schwachstellen, und alles was sie jemals verheimlichen wollten. Dass er sie das ganze Gespräch über manipuliert hat.

Ein Telepath ist selten nur ein Telepath.
 
 
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