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Skyrim - Gebunden durch das Schicksal

von Estarva
GeschichteAbenteuer, Liebesgeschichte / P16 / MaleSlash
08.03.2021
08.03.2021
1
2.843
 
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Diese Fanfiction beinhaltet Charaktere, die Mods entsprungen sind und somit nicht dem Vanilla-Skyrim angehören. Sowohl "Kaidan", als auch "Lucien" wurden nicht von mir geschaffen, wie ihr der folgenden Einleitung entnehmen könnt. Um diese Geschichte verstehen zu können, ist es vielleicht von Vorteil, sie beide zu kennen, aber nicht unbedingt notwendig. Ansonsten spielt diese Fanfic zwar in der Welt von The Elder Scrolls, besitzt aber eine ganz eigene Handlung, die nur relativ wenig mit den Quests und Fraktionen dieser Welt zu tun hat. Das Pairing, das ich angegeben habe, wird nicht mit Lucien, sondern ähnlich wie im Mod mit Kaidan stattfinden.

original creators:
Skyrim - Bethesda Softworks
Kaidan - Liv Templeton
Lucien - Joseph Russell

Wer sich jetzt immer noch hierfür interessiert, dem wünsche ich eine Menge Spaß beim Lesen!
LG,
Estarva

Ein weiterer Tag, der für Kaidan genauso belanglos gewesen war, wie jeder andere in letzter Zeit, neigte sich dem Ende zu. Nichts hatte er heute zustande bekommen, denn dazu war er einfach nicht in der Lage gewesen. Und so saß die eigentliche Leibwache des Drachenbluts wie jeden Abend zuvor, seit er von ihm zurückgelassen wurde, am Esstisch in der Stube des Hauses »Seeblick« und trank Unmengen an Met. Lucien Flavius, der ebenfalls mehr oder weniger dazu gezwungen war, seine Zeit in diesem Gebäude zu verbringen und sich deshalb nun seinen Studien widmete, wurde plötzlich hellhörig, als er bereits das dritte Geräusch vernahm, das eine Metflasche machte, wenn man den Korken zog. Ohne zu zögern wandte er sich von seiner Arbeit ab, stand auf und stampfte schnellen Schrittes zum Trinker hinüber, der gerade dabei war, einen ersten Schluck aus der Flasche zu nehmen. Mit einer raschen Bewegung riss Lucien ihm die Flasche aus der Hand und stellte sie danach auf dem langen Tisch ab, außer Reichweite Kaidans, der nicht einmal versuchte, nach der Flasche zu greifen, um sie sich zurückzuholen. Denn was Entschlossenheit und Ehrgeiz anging, war Lucien zusammen mit dem Drachenblut auf demselben Boot. Das bedeutete, dass nicht eine Seele Nirns es schaffen könnte, ihnen eine bereits beschlossene Sache auszureden.

»Wie wäre es, wenn du dir eine andere Beschäftigung suchst? Idealerweise eine, die nicht deinen gesundheitlichen Zustand in den Ruin treibt?«, schlug der blonde Wissenschaftler enttäuscht vor, ehe er sich mit der einen Hand auf dem Tisch abstützte und die andere in die Hüfte stemmte.

»Ich kann das ab.«, antwortete Kaidan trocken und möglichst knapp, sodass er das ungewollte Gespräch nicht weiterführen musste, da sein Kumpel ihm im Moment schon mit seiner bloßen Anwesenheit gehörig auf die Nerven ging. Dass dieser seinem mittlerweile schon monatelangen Weggefährten aber nur helfen wollte, war dem eigentlich seltenen Trinker leider nicht bewusst.

»Ja, das habe ich gestern Nacht mitbekommen, deutlich, möchte ich anmerken. Wie du dich immer und immer wieder übergeben hast, während ich zu Schlafen versucht habe.«

Kai erinnerte sich an das Elend, das ihn nach seiner Trinkerei heimgesucht hatte, zeigte aber nicht ein kleinstes bisschen Reue und griff nun doch, aus Frust heraus, wieder nach der Metflasche. Seiner Meinung nach hatte er einen guten Grund zum Trinken, von der ihn plagenden Langeweile mal ganz abgesehen. Denn der Schwarzhaarige war vieles, aber ganz und gar nicht gefühlslos. Diese Gefühle machten ihm im Moment aber das Leben schwer und so musste er Wege finden, sie zu betäuben, was der Alkohol im Met für ihn übernahm. Provokativ schaute Kai seinem Gegenüber in die Augen, während er das Getränk in sein Innerstes beförderte.

»Ich kann es nicht glauben.«, sagte Lucien wie ein enttäuschter Vater zu seinem rebellischen Kind, der nicht versucht hatte, ihm die Flasche wieder wegzunehmen, sondern beschloss, anders vorzugehen: »Du bist wirklich ein waschechter Barbar.«

Kaidan verschluckte sich, als er das hörte und musste heftig husten, um den kostbaren Met aus seiner Luftröhre zu bekommen. Er war darüber massiv schockiert, dass er gerade einen »Barbaren« geschimpft wurde, denn es gab nur wenige Dinge auf dieser Welt, die er mehr hasste, als diese für ihn unpassende Bezeichnung  und das wusste Lucien genau, schließlich war es nicht das erste Mal, dass er ihn so ärgerte.
Nachdem Kai wieder einigermaßen Luft bekam, stellte er die Metflasche vor sich, mit festem Griff darum auf dem Tisch ab und schaute seinem Gegenüber dann wieder in die Augen, der von seinem unheimlich-bedrohlichen Blick so unbeeindruckt wie noch nie zuvor gewesen war.

»Das nimmst du zurück.«, knurrte Kai ihm entgegen. Und wenn Lucien nicht genau wüsste, dass sein Gefährte es nicht wagen würde, ihm dem Drachenblut zuliebe auch nur ein Haar zu krümmen, dann hätte er kein weiteres Salz in die offene Wunde gestreut.

»Ich werde aufhören, dich einen Barbaren zu schimpfen, wenn du damit aufhörst, dich wie einer zu verhalten.«, sprach er, während er Kaidan vorwurfsvoll anblickte. Dieser wurde nun etwas nachdenklich, denn schließlich war ihm bisher gar nicht bewusst gewesen, wie sein Verhalten auf andere wirkte.

»Und jetzt schütte das Zeug weg, zu viel davon ist wirklich nicht gut für dich.«

Nun ging er aus seiner vorherigen Haltung heraus, um die Arme vor der Brust zu verschränken, während er darauf wartete, dass Kaidan seiner Aufforderung folgte. Als dieser jedoch keine Reaktion zeigte, sondern bloß weiterhin die Metflasche anstarrte und sich nicht ganz sicher war, was er tun sollte, beschloss Lucien, wieder verbal dort zuzuschlagen, wo es wehtat, damit sein Freund endlich Vernunft zeigte.

»Was glaubst du würde das Drachenblut sagen, wenn er dich in diesem Zustand sieht?«

Dem Blonden entging nicht, wie sich der ohnehin schon bedrückte Gesichtsausdruck seines Kumpels nur noch verstärkte, als das Drachenblut erwähnt wurde - denn er war der Hauptgrund, weswegen Kai in letzter Zeit so viel Alkohol zu sich nahm. Das Drachenblut, sein bisher bester Freund, dem er eigentlich geschworen hatte, ihn mit seinem Leben zu beschützen, seit er seines gerettet hatte, war ohne ihn losgezogen und das traf den Zurückgelassenen schwer. Denn schließlich haben sie beide schon viel miteinander durchgemacht und erlebt; Kaidan war von Anfang an bei seinem Retter gewesen, seit er ihn aus der elendigen thalmorischen Gefangenschaft befreit hatte. So begleitete er ihn sogar bis zum Gipfel des Halses der Welt, wo sie einige Zeit später gemeinsam den Weltenfresser in die Flucht geschlagen haben. Zwar war Lucien ebenfalls dabei gewesen, doch seine Beziehung zum Drachenblut war anders; der junge Wissenschaftler und Gelegenheitsphilosoph begleitete ihn, weil er mehr über Himmelsrand und dessen Geheimnisse herausfinden wollte und Kaidan war aus einem anderen Grund nie von seiner Seite gewichen.

Sowohl Kaidan als auch Lucien hegten eine tiefe Freundschaft zum Helden Himmelsrands, aber nicht auf die selbe Weise. Es hatte eine Zeit gegeben, in der Kai alleine mit ihm auf Reisen gewesen war. Gemeinsam hatten sie dort die mysteriösen Geheimnisse der Vergangenheit des letzten der Akaviri herausgefunden. Auf dieser Reise fanden sie sogar einen Brief seiner Mutter, die er nie kennengelernt und schon sein ganzes Leben lang gesucht hatte. Darin erklärte sie ihm alles, was er wissen musste, sodass Kai endlich mit seiner Vergangenheit abschließen und einen wahren Sinn in seinem Leben finden konnte - es war sein Schicksal, das Drachenblut wie ein wahrer Akaviri zu beschützen. Dass er überhaupt zu diesem ausgelöscht-geglaubten Volk gehörte, fanden sie erst dadurch heraus. Doch das Drachenblut zu beschützen war weniger ein Auftrag für ihn, sondern eher etwas, das er bisher sowieso mit vollster Leidenschaft getan hatte.

Mit dem Drachenblut besaß er wirklich das Gefühl, dass er nicht auf ewig der Dunkelheit verdammt war, nach allem schrecklichen, was er zusammen mit der blutigen Dämmerung - einem Kult, der dem daedrischen Prinzen Mehrunes Dagon diente - getan hatte, von dem sein Freund bisher noch nichts wusste, sondern dass auch jemand wie er Glück und hoffnungsvolles Licht in seinem Leben verdiente. Gegenüber dem Drachenblut empfand er diese Dinge, in Form von wahrer Freundschaft, wobei da aber noch etwas anderes war, das er zum ersten Mal fühlte und sich deshalb nicht erklären konnte. Es war etwas warmes, wohliges, das sich in ihm breit machte und ihm fast immer ein Lächeln aufs Gesicht zauberte, sobald er ihn anblickte.

Doch seitdem er verschwunden war, spürte er in sich nichts als eine gähnende Leere, die es ihm schwer machte, damit umzugehen, dass sein Freund ihn zurückgelassen hatte. Schon vom ersten Moment an hatte er ihn vermisst, sich auch ständig Sorgen um sein Wohlergehen gemacht. Diese Gefühle konnte er nicht abschalten, so sehr er es auch mit Methoden wie dem Alkoholkonsum versuchte. Damals, bevor das Drachenblut losgezogen war, meinte er zu Kai, dass er eine Auszeit von allem brauchen würde und ließ ihn daraufhin allein. Diese Situation ließ ihn Dinge fühlen, mit denen er nicht zurecht kam. Sie überwältigten ihn auch in diesem Moment, in dem alles verdrängte wieder an die Oberfläche kam, sodass sich nun, wie schon so oft in den Nächten zuvor, Tränen in seinen rötlich-glänzenden Augen sammelten. Wie lange war es eigentlich schon her gewesen, seit er vor der Abreise des Drachenbluts das letzte Mal richtig geweint hatte? Es musste eine Ewigkeit her gewesen sein, denn nicht einmal beim Tod seines Mentors und Ziehvaters Brynjar, hatte er eine Träne vergossen.

Eigentlich hatte er vorgehabt, Lucien seine Gefühle nicht offen zu legen, doch der Alkohol in seinem Blut, welcher jegliche Kontrolle über seinen Körper erheblich schwerer machte, verleitete ihn, darüber zu reden, ohne vorher über das, was er eigentlich sagen wollte, nachzudenken.

»Ich vermisse ihn.«, sagte er, bevor sein Gesicht einen verzerrt-traurigen Ausdruck annahm und er danach seinen Kopf auf der Hand abstützte, die bisher die Metflasche umklammert hatte. »Meinst du, er kommt jemals wieder zurück?«, nuschelte er, mit schwerer Verzweiflung in den Augen, die nun direkt auf Lucien gerichtet waren und auf eine Antwort hofften.

Dieser wurde beim Anblick seines Freundes, den er noch nie zuvor so niedergeschlagen gesehen hatte, schwach und legte seine rügerische Haltung ab, um ihn mit einem bemitleidenden Lächeln auf dem Gesicht etwas aufzumuntern.

»Aber natürlich kommt Lyn wieder zurück. Welchen Grund hätte er, es nicht zu tun? Ich bin stark der Meinung, dass er uns mag. Er braucht ganz sicher nur eine Auszeit, sonst nichts. Du weißt doch, wie er manchmal ist.«

Lyn - das war der Spitzname des halbelfischen Drachenbluts. Eigentlich hieß er Lymnesri, aber jeder, der ihn genauer kannte, nannte ihn bloß Lyn. Diesen Namen hatte Kai nun schon seit einer gefühlten Ewigkeit nicht mehr gehört, gerne würde er ihn mal wieder aussprechen. Sehnsucht danach, mit seinem besten Freund zu reden, seine angenehme Stimme zu hören und einfach zu wissen, ob es ihm gut ging, machte sich, wie so oft zuvor, in ihm breit. Luciens Worte waren zwar tröstend, schienen die Sorgen in seinem Gemüt aber trotzdem nur teilweise zu beruhigen. Kaidan wusste genau, dass es ihm nur endgültig besser gehen würde, wenn sein Freund endlich zu ihm nach Hause kommen würde.

Nun schaute er aus dem Fenster, in die vom Schneesturm umhüllte Nacht hinaus und dachte über seine vorherigen Gedanken nach. Vermutlich hatte Lucien Recht, außerdem sollte er dem Drachenblut etwas mehr vertrauen, denn er war mit seinem blonden Kumpel der Einzige, der ihn bisher weder belogen, noch betrogen hatte. Mal ganz abgesehen davon, hätte er es wohl nie durch Skuldafn geschafft, wenn er sich nicht zu verteidigen wusste.
Lucien nahm ein wenig später die Metflasche in die Hand und reichte sie Kaidan entgegen, der daraufhin zu ihm hochblickte und auf diese Geste nur verwirrt die Augenbrauen zusammenziehen konnte. Wollte er etwa, dass er trank, oder...?

»Na los, kipp sie weg und ruh dich etwas aus. Wer weiß, vielleicht ist er ja schon morgen wieder...«

Lucien unterbrach seine ermutigenden Worte, als er aus der Richtung der Haustür ein klapperndes Geräusch vernahm. Sofort drehte er sich von seinem Gesprächspartner weg, in die Richtung, aus der das Geräusch kam, und versuchte zu erkennen, was vor sich ging. Aber dazu, näher an die Tür heranzugehen, war er noch nicht bereit.

»Was ist denn?«, fragte Kaidan, der seinen verwirrten Gesichtsausdruck vertiefte und aufstand, um sich besser darüber erkundigen zu können, was gerade vor sich ging. Lucien vermittelte ihm mit der Geste seines Fingers auf dem eigenen Mund, dass er ruhig sein sollte - wenn jemand Fremdes im Haus war, oder versuchte, es zu betreten, dann wäre es das Beste, keinen Mucks zu machen. Noch hatte er nicht vorgehabt, sich zu bewegen, doch als Kaidan es tat, indem er einfach auf die Haustür zuging, um sich die Sache genauer anzusehen, wollte er ihn aufhalten und ging ein paar Schritte mit ihm mit, bevor er ihn an der Schulter packte.

»Was ist?«, fragte er, doch Lucien rührte sich nicht, sprach auch kein Wort. Sein Herz klopfte wild, er war wie paralysiert und hatte Angst vor dem Geräusch, oder vor dem, das es verursachte. Wobei er es jetzt wenigstens erkannte; jemand versuchte, die Tür aufzuschließen. Dieser Jemand brauchte aber verdächtig lange. Es war also gut möglich, dass er keinen Schlüssel, sondern Dietriche verwendete.

Beide zuckten heftig zusammen, als die Tür plötzlich mit einem Satz aufsprang und eine Person, eingemummt in einem schwer eingeschneiten, schwarzen Umhang das Haus betrat. Sofort schloss sie die Tür wieder hinter sich, als der ihr folgende und unbekannte Hund ebenfalls drinnen war. Ihr Umhang und dessen Kapuze waren aber so gerichtet, dass man die Person kaum erkennen konnte. Erst, als sie mit einer Hand die Kapuze abnahm, konnte man ihr Gesicht sehen. Weder Lucien, noch Kaidan konnten ihren Augen trauen, reagierten aber beide sehr unterschiedlich auf die Situation.

»Lyn...«, sagte Lucien verwundert, mit einem überraschten Lächeln auf dem Gesicht, bevor er auf seinen Freund zulief. Über dessen Rückkehr freute er sich wie ein kleines Kind, denn nach seiner Abreise war es mindestens so langweilig für ihn geworden wie für Kaidan. Dieser stand aber einfach nur da, im Glauben, er würde träumen.

»Was ist bloß geschehen? Geht es Euch gut?«

Seine Frage hatte einen berechtigten Grund, denn die sonst glänzend weißen Locken des Halbelfen waren neben Dreck auch mit Blut bedeckt, teils verkrustetem, teils frischem.

»Geht schon.«, sagte Lyn leise und so sehr er auch versuchte, es zu unterdrücken, war es Lucien trotzdem nicht möglich, das von Schmerz untermalte Keuchen in seiner Stimme zu überhören. Wieder mit derselben Hand von vorhin hängte er den Haustürschlüssel auf den passenden Halter und ging dann, weiterhin eingeschleust in seinem Umhang, ins Innere des Hauses hinein, mit gekrümmter Haltung und ungewöhnlich kleinen Schritten. Die roten, frischen Blutflecken, die er in relativ kleinen Abständen auf dem Boden hinterließ, waren zwar nicht sehr groß, aber trotzdem unverkennbar. Lucien beschloss, dem Drachenblut nicht zu folgen, stattdessen starrte er weiterhin ungläubig auf die Blutflecken, während er versuchte herauszufinden, was vor sich ging. Der unbekannte Vierbeiner, der es sich auf dem Teppich gemütlich gemacht hatte, wurde dabei völlig ignoriert.

Kaidan, der erneut mit den Tränen kämpfte, als er seinen Freund erblickte, stand immer noch wie festgewurzelt an seinem vorherigen Platz. Lyn blieb vor ihm stehen und lächelte zaghaft. So sehr hatte Kai dieses Lächeln vermisst, dass es sein Herz mit solcher Freude füllte, die ihn das ramponierte Aussehen seines Freundes ignorieren ließ. Noch bevor Lyn etwas sagen konnte, machte sein Freund einen Schritt nach vorne, schob seine Hände unter den Umhang und drückte den kalten Körper darunter fest an sich, in eine Umarmung. Lyn zog dabei scharf Luft ein, was Kai zwar wahrnahm, aber erst dann von seinem Gegenüber abließ, als dieser sich verkrampfte. Sofort, aber sanft ließ er ihn wieder los.

»Was ist mit Euch passiert?«, fragte Kai, während er Lyns Taillie noch immer hielt und den Blick auf die Blutflecken in seinen Haaren richtete. Es war nichts neues, ihn so zu sehen, doch dessen Ausdruck, der so gequält aussah, konnte er nicht mitbekommen, ohne sich direkt Sorgen zu machen. »Es... geht schon.«, antwortete Lyn, seine Worte waren fast geflüstert, er schein erschöpft zu sein. Kaidan konnte nicht weiter nachhaken, da sein Freund sich bereits während er gesprochen hatte von ihm löste und weiterging, in Richtung Badezimmer. Eigentlich fragte Kai sich, was er dort wollen könnte, doch diese Frage verschwand so schnell aus seinem Kopf, wie sie gekommen war, als er das Blut auf seinem eigenen Oberteil, das fast die Hälfte seines Bauches bedeckte, zu sehen bekam. Zuerst realisierte er nicht, von wo es gekommen war, doch nach einigen Sekunden stellte er fest, dass es Lyns Blut gewesen sein musste. Gerade als er zum Badezimmer gehen wollte, um sich nach der Gesundheit seines Freundes zu erkundigen, wurde er von Lucien am Handgelenkt gepackt und somit aufgehalten.

»Was geht hier vor sich?«, fragte er möglichst leise, damit Lyn ihn nicht hören konnte. Als er aber feststellte, dass dieser nicht mehr zu sehen war, fragte er überrascht: »Wo ist Lymnesri? Ist er verletzt?«

Diese Fragen waren zu viel auf einmal, als dass Kaidans vernebeltes Gehirn sie in seinem jetzigen Zustand schnell hätte verarbeiten können, weswegen er vorerst keine Antwort herausbrachte. Lucien gab direkt auf, seufzte und ging die Treppen nach oben, zum Schlafzimmer, in dem er vermutete, Lyn zu finden, da die Bluttropfen in der Stube, dort, wo Kaidan stand, aufhörten und er somit raten musste. Kai interessierte es wie so oft überhaupt nicht, was sein Gefährte tat, stattdessen machte er sich auf zum Badezimmer. Die Gesundheit seines Freundes und Schützlings, war ihm wichtiger als alles andere auf der Welt und in diesem Moment schien sie gefährdet zu sein.
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