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Save my heart

von sunrise82
GeschichteAllgemein / P18 / Het
08.03.2021
18.04.2021
42
46.006
15
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Dieses Kapitel
2 Reviews
 
08.04.2021 1.068
 
Wie lange Ryan angelehnt an die Wand dasitzt, kann er nicht sagen. Wird erst durch ein lautes Poltern, ins Hier und Jetzt zurückgeholt. Verwirrt sieht er um sich, da schlägt es ein weiteres Mal gegen die Wohnungstür, auch eine Stimme kann er vernehmen „Ryan, verdammt noch mal, mache endlich auf, oder wir kommen rein!“, Evans Stimme erkennt er gut und schüttelt den Kopf. Er möchte alleine sein und niemanden um sich haben. Keiner soll ihn so sehen, Ryan möchte nicht wissen, wie fertig er aussieht. Zumindest fühlt er sich so.

Als nächstes hört er die Tür aufgehen, verdammt er hat vergessen, diese abzuschliessen „Ryan wo bist du!?“, dringt Bens Stimme besorgt aus dem Flur zu ihm. Ehe er sich erheben kann, sind die beiden Männer schon im Raum „Ach du Scheisse…“, entfährt es Evan, der sich gleiche neben ihn auf den Boden hockt. Ben tut es ihm gleich, was Ryan tief durchatmen lässt „Hey Mann, was ist denn los?“, er muss Evans Gesicht gar nicht erst ansehen, weiss wie sorgenvoll sein Blick ist. Was ihm widerstrebt, warum kann er nicht einfach seine Ruhe haben „Nichts.“

Seine Stimme klingt nicht so stark, wie er es gerne möchte. Ryan spürt einen leichten Schlag gegen seine Schulter, der von Ben kommt „Rede keinen Mist. Du siehst verdammt scheisse aus und nach deinen geröteten Augen hast du auch geflennt. Rück endlich raus mit der Sprache. Hat es mit gestern Abend zu tun? Ich weiss, es war von mir und Lilly nicht besonders toll. Auch wenn du geschrieben hast, dass du nach Hause gegangen bist. Spätestens jetzt weiss ich, dass das nicht stimmte. Aber euch beiden muss man echt auf die Sprünge helfen.“

Ryan muss leer schlucken „Ich kann das nicht… ich habe es nicht verdient.“ Evan räuspert sich „Was ist gestern passiert?“, er klingt ruhig „Ich bin abgehauen, als… sie… wir… wollten uns küssen… Aber da kamen diese Erinnerungen hoch… da bin ich wie ein Feigling geflüchtet… Diese Nacht habe geträumt, nur diesem Mal kam Anna vor… ich bin nicht gut für sie, sie hat einen Besseren verdient. Ich kann sie nicht beschützen, nicht vor mir und meinem emotionalen Müll.“ Trotz seinen wirren Worten, verstehen ihn Ben und Evan. Normalerweise spricht Ryan nicht über seine Gefühle, doch nun musste es einfach mal raus.

Sie haben ihren Kumpel schon oft traurig und nachdenklich gesehen, nur nicht so fertig wie jetzt. Aber genau das zeigt ihnen, dass Anna die Richtige für ihn ist. Auch wenn es nicht danach aussieht, er erst einmal durch dieses ganze Gefühlschaos gehen muss. Evan atmet tief aus, überlegt seine Worte gut, denn wenn er sie falsch wählt, dann verschliesst sich ihr Freund wieder ganz. Er legt eine Hand auf Ryans Schulter, drückt diese fest.

„Jetzt hörst du mir gut zu, du konntest nichts für den Unfall. Du bist nicht am Steuer des Wagens gesessen, der viel zu schnell unterwegs war“, Evan kann sehen, wie es in Ryan rumort „Aber ich… wenn ich nicht so betrunken gewesen wäre… ich hätte das Auto gesehen. Verdammt, ich hätte Emily wegstossen sollen. Dann hätte es mich mit voller Wucht erwischt und nicht sie. Es wäre besser so gewesen…“, seine Stimme wird immer leiser, bis sie fast nicht mehr zu hören ist. Ben wie auch Evan müssen leer Schlucken, Ryan hat ihnen erzählt, was damals in New York passiert ist. Aber nie, was er dabei gefühlt hat.

„Auch wenn du das nicht gerne hörst Ryan. Aber es sollte wohl so sein… akzeptiere es. Denn ändern kannst du es nicht mehr. Wenn du dich selber quälst, bringt es Emily nicht zurück. Und sie mal was du jetzt tust… Du hilfst so vielen Menschen, dank dir wird extrem vielen geholfen, wenn du sie nicht sogar davor rettest, dass ihnen etwas Schlimmes passiert. Verdammt, ich wäre schon ein paar Mal unter die Räder gekommen und hätte mich wahrscheinlich schwer verletzt, wenn du mich nicht so gut trainiert hättest“, Ryan sieht Evan aus geröteten Augen an, ehe dieser weiterspricht.

„Es wird an der Zeit, dass du loslässt. Das heisst nicht, dass du Emily vergessen sollst. Aber sie wird sicher nicht wollen, dass du für immer alleine bleibst. Sie würde sicher wollen, dass du wieder glücklich wirst. Aber das kannst nur du tun, lass es zu, überwinde deine Angst, öffne dein Herz. Wir sind für dich da, werden versuchen dich zu unterstützen, du kannst dich auf uns verlassen.“ Ryan atmet zitternd ein und aus. Gott was ist nur los mit ihm, er war schon lange nicht mehr so emotional. Aber irgendwann muss das alles mal raus und Anna löst das in ihm aus. Was gut ist, besser als dass er es immer wieder in sich hineinfrisst und daran zu Grunde geht.

Ben legt ebenfalls die Hand auf seine Schulter „Genau, wir sind an deiner Seite. Wenn du willst, können wir dich am nächsten Freitag im Training unterstützen. Aber ein kleiner Tipp, rede mit Anna. Erzähle ihr, warum du so reagierst, wie du es tust. Sei ehrlich zu ihr, denn mit deinem Verhalten verletzt du sie immer mehr. Und warte nicht mehr zu lange damit. Du musst ja nicht gleich einen Sprint hinlegen, gehe es langsam an. Wie gesagt, du musst mit ihr reden.“ Ryan weiss nicht wie ihm geschieht, seine Gefühle fahren heute Achterbahn. Und auch wenn er die beiden vorhin am liebsten wieder weggeschickt hätte. Jetzt ist er darüber froh, dass sie für ihn da sind.

Er kann meist schlecht Hilfe annehmen, doch dieses Mal tut er es. Seine Gedanken werden klarer und das Dank seinen Freunden „Danke“, mehr sagt er nicht, seinen Kumpels reicht es. Ben ist der erste, der sich hochrappelt „So und jetzt genug mit dieser Gefühlsduselei. Ich habe Hunger, gut das wir noch Brötchen mitgebracht haben.“ Da ist er wieder, sein Kumpel Ben, entlockt Ryan sogar ein leichtes Schmunzeln. Auch Evan steht auf, reicht ihm die Hand, welche er dankend annimmt und sich hochziehen lässt. Er fühlt sich schon etwas besser, zwar noch etwas erledigt, aber das Chaos in ihm hat sich gelichtet.

Und als Ryan den ersten Bissen vom leckeren frischen Brötchen nimmt, merkt er erst wie hungrig er eigentlich ist. Die Worte, welche Evan zu ihm gesagt hat, schwirren durch seinen Kopf. Er hat recht, er sollte endlich loslassen, auch wenn das mehr als schwer ist. Denn seine Gefühle und Empfindungen, kann er nicht einfach abstellen. Muss er auch nicht, nur sollte er andere zulassen, welche hoffentlich die negativen langsam verdrängen.
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