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Ich helf dir auf

von BJ1988
GeschichteDrama, Liebesgeschichte / P16 / Gen
Die deutsche Nationalmannschaft FC Bayern München
07.03.2021
17.05.2021
5
6.717
7
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Dieses Kapitel
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07.03.2021 1.472
 
Moritz POV

Das Laub raschelte unter meinen Füßen als ich zurück zur Hütte lief, in der ich nun fast drei Wochen wohnte. Mein Berner Sennenhund Rudi lief neben mir her. Als ich fast an der Hütte angekommen war, bemerkte ich einen Bus, der  auf der Lichtung davor stand. Langsam näherte ich mich und zu meiner Überraschung sah ich dreiundzwanzig junge Frauen die vor der offenen Türe standen. Plötzliche kam meine Schwester auf mich zu gestürmt und umarmte mich.

„Moritz! Endlich seh ich dich wieder. Was machst du für Sachen? Wir haben uns alle solche Sorgen gemacht“

„Ich hab doch Papa und Mama geschrieben sie sollen sich keine Sorgen machen. Ich will einfach allein sein.“

„Du warst jetzt lange genug allein, du quälst dich doch schon seit Wochen. Du kommst jetzt mit uns.“

„Wohin?“ frage ich emotionslos und wollte an ihr vorbei in die Hütte gehen.

„Nach Frankreich zur WM , ich hab alles schon mit Martina und unseren Eltern besprochen. Sie meinen auch, dass es das Beste ist, wenn du erst mal Abstand gewinnst. Sonst kommst du über den die Sache nie hinweg.“

Ich wollte gerade widersprechen, da ergriff Verena schon wieder das Wort.

"Spar dir deinen Widerspruch! Wir haben schon deine Sachen gepackt, die Schnapsflaschen haben wir auch schon entsorgt.“

Zum Beweis zeigte sie auf meine Tasche mit Habseligkeiten, die ich hier oben dabei hatte. Das konnte doch nicht wahr sein. Wieso glaubten alle, sie wüssten am besten was mir gut tat! Ich will doch nur allein sein. Verena zog mich zum Bus und ich ergab mich einfach meinem Schicksal. Es wäre auch sinnlos mich zu weigern. Wenn meine Schwester sich nämlich etwas in den Kopf gesetzt hat, dann zieht sie das auch durch. Ich stieg wenig begeistert in den Bus und wurde in einen Sitz gedrückt, Rudi macht es sich gleich auf dem Nebensitz bequem und freut sich von Verena  gestreichelt zu werden. Gott sei Dank ließen mich alle während der fahrt  in Ruhe, ich bemerkte zwar die neugierigen Blicke aber niemand wagte es mich anzusprechen. Nur die Bundestrainern hatte ich begrüßt, schließlich hatte ich eine gute Erziehung genossen.



Knappe vier Stunden später waren wir in dem Dorf Bruz in der Nähe von Rennes angekommen und meine Schwester zeigte mir das Hotelzimmer, welches extra zusätzlich für mich gebucht worden war. Die ganze Fahrt über hatten  meine Gedanken wieder um Phillipps Tod gekreist. Am liebsten hätte ich sofort wieder mit dem Trinken angefangen, da das die einzige Möglichkeit war, aus dem Gedankenkarussell raus zu kommen und etwas Ruhe zu finden aber leider hatte ja meine Schwester sämtlichen Alkohol entsorgt und mich quasi entführt.

„So du räumst jetzt deine Sachen ein und dann gibt es essen,“

erklärte mir meine Schwester im Befehlston und war im nächsten Moment schon wieder die Treppe runter Richtung Erdgeschoß verschwunden. Unmotiviert fing ich an meine Sachen in den Schrank einzuräumen da fiel mir das Foto aus der Tasche, dass ich seit Wochen jeden Tag anstarrte. Als ich es anschaute kommen wieder die Schuldgefühle hoch. Schnell legte ich es auf das Bett und lief aus dem Zimmer, atmete tief durch und machte mich auf den Weg in Richtung Hotellobby.

Kurze Zeit später stand ich unschlüssig im Speisesaal und schaute mich nach meiner Schwester um, währendessen Rudi schon den Raum erkundete und auch schon einen Platz neben ein paar Spielerrinnen gefunden hat, die ihn gleich hinter dem Ohr kraulten wo er es auch am liebsten hatte. Verena entdeckte mich und rief mich zu ihrem Tisch. Ich ließ mich lustlos neben meine Schwester und die anderen Mädels, die an ihrem Tisch saßen auf den freien Stuhl fallen.

„Moritz darf ich dir Laura Benkarth und Lena Oberdorf vorstellen? Laura die Nr.1 Im Bayern Tor. Sie kommt aus Freiburg, und Lena ist aus Essen. Laura und Lena, das ist mein Bruder Moritz oder Mohrle wie ich ihn manchmal nenne“

stellte uns  Verena mit einem lächeln  vor. Na toll, musste Verena gleich meine Spitznamen überall rumerzählen? Sie wusste ganz genau das ich es nicht leiden konnte, wenn man mich so nannte. Ich begrüßte die beiden einsilbig, und musterte die sie ausgiebig. Lena war höchstens 18 jahre alt und schaute mich neugierig an, genau wie Laura, die ungefährt in meinem   Alter zu sein  schien. Sie hatte lange braune Haare, ein sympathisches Lächeln soweit ich das sehen konnte hatte sie kein Make-Up aufgetragen was sie aber auch definitiv nicht brauchte sie sah auch so gut aus. Ich hoffte das jetzt keine Fragen kamen, denn auf Konversation hatte ich wirklich keine Lust. Schweigend kraulte ich Rudi, der jetzt endlich den Weg zu unserem Tisch gefunden hatte, hinter den Ohren. Auf ihn konnte ich mich verlassen. Er war mein Halt in letzter Zeit gewesen und vor allem konnte er keine dummen Ratschläge erteilen die sowieso nichts nutzten.



Laura POV

Nachdem uns Verena vorgestellt hatte brachte uns auch schon die Bedienung Mittagessen, nach einer weile hielt ich es nicht mehr aus.

„Sag mal bist du immer so schweigsam ? Und vor allem warum hab ich dich vorher noch nie kennengelernt? Verena spielt doch schon lange bei uns und nie hat dich jemand gesehen.“

frage ich Moritz und grinste ihn an. Er schaute mich nur kurz an und konzentrierte sich dann wieder auf das Essen ohne mir zu antworten.

„Und wieso begleitest du uns? Verena will partout nichts sagen“ fragte ich weiter.

„Das geht dich gar nichts an! Ich hab keine Hunger mehr. Rudi komm.“ Und schon waren Moritz und Rudi aus dem Zimmer gerauscht. Auf diese schroffe Reaktion war ich wirklich nicht gefasst gewesen.

„Hab ich was Falsches gesagt?“

„Sorry aber es geht ihm gerade nicht so gut, Es ist kompliziert, ich werde mal nach ihm schauen.“ entschuldigte sich Verena.

„Oh okay...lass mich das bitte machen ok? ich würde mich gern bei ihm entschuldigen, darf ich ihm nach?“

„Klar wahrscheinlich ist er in seinem Zimmer.“

und schon war ich aufgestanden und lief die Treppe zu den Zimmern hinauf. Die Türe war angelehnt aber auf mein Klopfen reagierte niemand und so öffnete ich langsam die Türe und schaute ins Zimmer aber Moritz ist nicht zu sehen nur  Rudi lag am Festern auf dem Boden. Ich wollte gerade wieder gehen als mein Blick auf ein Foto fiel das auf dem Bett lag. Langsam näherte ich mich und schaute ein verknittertes Foto an. Darauf waren zweil Lächelnde Männer in Bundeswehruniform zu sehen Moritz war einer von ihnen. Moritz war Soldat? Gerade, als ich das Bild wieder zurück legen wollte, trat Moritz aus dem Badezimmer. Ich wollte mich entschuldigen da hatte er schon schroff das Wort ergriffen.

„Sag mal spinnst du? Wühlst du immer in Sachen von anderen Leuten?“

„Ich wollte das nicht, ich..“

„ Raus. Hau ab!!“ er riss mir das Foto aus der Hand.

Perplex stand ich da und wusste nicht was ich sagen sollte.

„Ich habe gesagt du sollst abhauen! Sonst vergesse ich mich.“

den letzten Satz hatte er gebrüllt und mich aus dem Raum geschoben. Was war denn das gewesen. Wieso explodierte Moritz denn so? Als die Türe vor mir zugeschlagen wurde spürte ich das mir die Tränen kamen und wischte sie mit dem Ärmel weg.

„Nimm dir das bitte nicht zu Herzen, Moritz meint das nicht so. Die letzte Zeit war echt schwer für ihn“

Verena stand plötzlich hinter mir und schaute mich entschuldigend an. Sie hatte sich wohl Sorgen gemacht war mir nachgegangen.

„Aber Ich hab doch nur das Foto, das auf dem Bett lag angeschaut, da muss er doch nicht so explodieren.“

„Ich kann dir nicht mehr erzählen, ich hab es Moritz versprochen. Komm wir gehen wieder zu den anderen. Moritz braucht jetzt einfach Zeit.






++++

Du gehst über Leichen
Vor dir kommt keiner weg
Das Ziel schon anvisiert
Siehst du wie das Opfer stirbt
Uh
Deine Hände sind steif und fest
Deine Opfer geben dir den Rest
Du schreckst ständig auf

Als Waffe dieser Spinner gehst du selber einfach drauf
Selber einfach drauf
Lass den Regeln ihren Lauf
Schrei den Schmerz heraus, schrei den Schmerz heraus
Komm ich helf dir auf
Ich hol dich da heraus, ich hol dich da heraus
Denn du kannst die Schlacht gewinnen
Schau nicht zurück, ich helf dir auf

Befehle sind zu befolgen
Blindlinks und brutal
Töten, den Feind zerstören
Die Schreie deiner Opfer wirst du dein ganzes Leben hören
Frieden durch Krieg entstanden
Der Wahnsinn, er ist gelandet
Soldat wach endlich auf
Als Waffe dieser Spinner gehst du selber einfach drauf
Selber einfach drauf
Lass den Regeln ihren Lauf
Schrei den Schmerz heraus, schrei den Schmerz heraus
Komm ich helf dir auf
Ich hol dich da heraus, ich hol dich da heraus
Denn du kannst die Schlacht gewinnen
Schau nicht zurück, ich helf dir auf

Den Sold erfüllt
Dein Hirn ist krank
Für all den Dienst an deinem Heimatland

Frei.Wild
https://www.youtube.com/watch?v=qLSgfqSMZrE
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