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der neue Götterkönig

von MoHdO
GeschichteAllgemein / P6 / Gen
Annabeth Chase Percy Jackson
06.03.2021
16.10.2021
9
29.060
12
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Dieses Kapitel
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08.04.2021 3.860
 
Annabeth machte sich Sorgen um Percy. Er war jetzt seit Stunden nicht mehr aufgetaucht. Die Götter hatten ihr zwar gesagt, dass es ihm gut ginge und sie sich keine Sorgen um ihn machen müssten, aber so ganz wollte sie dem nicht trauen. Dafür kannte sie die Götter gut genug. Sie erinnerte sich noch mal an den Abend auf dem Olymp. Das beruhigte sie. Glücksgefühle durchströmten sie noch immer, wenn sie daran dachte. Sie war die neue Architektin des Olymps. Sie konnte es nicht glauben. Einer ihrer größten Träume ging tatsächlich in Erfüllung. Sie dachte auch an die Beerdigungen der toten Camper und als sie an Silena dachte, kamen ihr fast schon wieder die Tränen. Außerdem dachte sie an Rachel und die Prophezeiung. Sie konnte es immer noch nicht fassen, dass ausgerechnet sie das neue Orakel sein sollte. Sie hoffte außerdem, dass sie und Percy nicht auch noch die neue Prophezeiung ausbaden müssten. Jetzt schweiften ihre Gedanken schon wieder zu Percy. Er war der Grund, warum ein Großteil der Camper jetzt um 3 Uhr nachts noch draußen war. Sie saßen am Lagerfeuer und warteten auf ihn. Einige Camper waren bereits ins Bett gegangen. Sie wurde aus ihren Gedanken gerissen, indem plötzlich Travis auf den Himmel in Richtung Campgrenze zeigte und rief: „Da ist jemand!“ Und tatsächlich. Annabeth folgte mit ihren Augen seinem Finger und sah dort den Umriss einer Person auf einem Pegasus. Als die Person näherkam, erkannte sie, dass es tatsächlich Percy war, der auf Blackjack ritt. „Percy!“, riefen alle gelichzeitig aus. Annabeth fiel ein Stein vom Herzen und sie wurde von Glücksgefühlen überschüttet. Als er landete, lief sie auf ihn zu und umarmte ihn fest. „Hast du mich so sehr vermisst?“, fragte er verschmitzt grinsend. „Natürlich nicht. Ich habe mir nur Sorgen gemacht“, entgegnete Annabeth. Sie ließ ihn los so, dass auch Grover und die anderen ihn umarmen konnten. Sie hörte oft die Frage: „Wo warst du?“ oder „Was hast du gemacht?“ Dann griff Grover ein und sagte: „Leute, es ist doch sehr spät. Wir sollten schlafen gehen. Percy kann uns doch morgen noch alles erzählen.“ Einige murmelten zustimmend, andere reagierten darauf eher mürrisch. Trotzdem gingen alle in ihre Hütten. Nur Percy und Annabeth blieben zurück. Annabeth blieb noch bei ihm, denn sie war nicht müde und wollte noch etwas Zeit mit ihm verbringen. Außerdem war sie extrem neugierig und wollte wissen, was er auf dem Olymp gemacht hatte. „Was machst du noch hier?“, fragte er überrascht. „Ich bin nicht müde und außerdem muss ich dir doch noch gratulieren.“ „Warum denn?“, fragte er verwirrt. „Heute ist der 18. August. Dein Geburtstag“, half ihm Annabeth auf die Sprünge und hielt ihm einen Kuchen hin, den sie mit Tyson gebacken hat. Percy schien den Kuchen erst gar nicht zu bemerken. „Mein sechzehnter Geburtstag. Die Prophezeiung… sie ist eingetreten“, sagte er nachdenklich. Dann sah er den Kuchen und er lächelte: „Hast du ihn für mich gebacken?“ „Ja, zusammen mit Tyson.“ „Das erklärt, warum der Kuchen an einen Ziegelstein erinnert.“ Sie lachten beide. „Sollen wir ihn essen?“, fragte Percy. „Wofür ist ein Kuchen denn sonst da, Algenhirn?“ Und so setzten sie sich ans Lagerfeuer und aßen den Kuchen. Annabeth genoss einfach nur den Moment. Als sie fertig waren, fragte Annabeth schließlich: „Und? Was hast du jetzt auf dem Olymp gemacht?“ Er seufzte, als hätte er gehofft, dass dieses Thema nie angesprochen werden würde. „Also, ich bin jetzt ein Gott.“ „Was?!“, schrak Annabeth hoch. „Das sagst du erst jetzt?“ Sie sprang auf und stand vor ihm. Sie war einfach nur verwirrt und verzweifelt. Sie wollte ihm gerade ihre Liebe gestehen, denn sie war sich momentan sicher, dass sie ihn liebte. Aber eine Unsterbliche und ein Sterblicher, das hat noch nie lange geklappt. Ihre Verwirrtheit wandelte sie in Wut um. Sie schrie Percy fast schon an: „Wie hast du dir das vorgestellt? Wahrscheinlich sehen wir beide und Grover uns dann nur einmal im Monat oder so! Bist du gekommen, um dich jetzt für lange Zeit von uns zu verabschieden?!“ Annabeth wollte die Antwort nicht mal wissen und rannte weg. Zumindest wollte sie das, denn die Zeit schien sich zu verlangsamen, während Percy laut „Annabeth!!!“ rief und ihr, in normaler Geschwindigkeit, hinterherlief. Annabeth wusste sofort, dass Percy etwas damit zu tun hatte und wich zurück. „Annabeth!“, rief Percy noch mal und Annabeth sah in traurige, verletzte meergrüne Augen. Sie konnte diesen Augen einfach nicht böse sein und entspannte sich etwas, sagte aber trotzdem: „Percy. Warum wolltest du unsterblich werden? Du weißt genau, dass das nicht klappt.“ Percy sah sie sehr traurig, aber auch eindringlich an, nahm ihre Hände in seine und sagte leise aber mit fester Stimme: „Annabeth. Ich wollte das nicht. Ich hatte keine Wahl. Ich weiß gar nicht, ob ich das überhaupt wollte. Ich weiß aber, was ich definitiv möchte: Dich.“ Annabeth sah ihn ungläubig an. „Wirklich?“ „Ja, ich liebe dich, Neunmalklug.“ Annabeth sah ihn an und sagte zögernd: „I-… Ich dich auch, Algenhirn.“ Percy sah sie glücklich und verliebt an. Dann drückte er sanft seine Lippen auf ihre. In Annabeths Bauch fingen Schmetterlinge an zu flattern. Es war ein wundervoller Moment, aber Annabeth löste schnell ihre Lippen von Percys. Percy sah sie verwirrt an: „Annabeth, was…?“ „Percy, das kann nicht klappen.“ Annabeth sah ihn traurig an. „Du bleibst für immer jung und ich werde alt und sterbe irgendwann. Irgendwann musst du mich verlassen.“ Percy grinste sie an: „Ich habe wohl vergessen zu erwähnen, dass Dad mir erzählt hat, dass ich dich unsterblich machen kann und dass ich kaum auf den Olymp muss.“ „Wir können also vielleicht eine normale Beziehung führen?“, fragte Annabeth. Es flammte tatsächlich Hoffnung in ihr auf. Glück durchströmte sie, als Percy mit einem knappen „Ja“ antwortete. Annabeth drückte ihre Lippen auf seine und diesmal dauerte der Kuss deutlich länger. Dieser Moment war für Annabeth einfach nur wundervoll war. Als sie sich voneinander lösten, um nach Luft zu schnappen, sah Annabeth, dass Percy genauso glücklich war wie sie. Sie saßen noch einige Minuten am Lagerfeuer, bis das Feuer erlisch. Sie redeten nicht, sondern genossen einfach nur den Moment und dass sie da zusammen saßen. Annabeth konnte sich in diesem Moment tatsächlich vorstellen, dass sie einfach zwei normale Teenager sein würden. Als das Feuer erlisch, merkte Annabeth, dass sie sehr müde war und sagte zu Percy: „Ich glaube wir sollten jetzt schlafen gehen. Ich bin sehr müde.“ Percy antwortete: „Ja wahrscheinlich sollten wir das. Komischerweise fühle ich mich aber gar nicht müde.“ „Vielleicht kommt die Müdigkeit gleich“, zuckte Annabeth mit den Schultern. Percy begleitete sie noch bis zu ihrer Hütte und dort trennten sie sich. Als Annabeth in ihrem Bett lag und ihre Gedanken sortieren konnte, konnte sie einfach nicht glauben, was alles passiert war, seit sie das letzte Mal geschlafen hatte. Sie hatten auf dem Olymp gegen Kronos gekämpft und Luke hatte sich geopfert. Das konnte doch nicht nur vor wenigen Stunden passiert sein. Es kam ihr vor, als wäre das Monate her. Dann waren die Götter gekommen und Percy verschwunden. Sie war die neue Architektin des Olymps geworden. Unglaublich! Sie konnte es immer noch nicht glauben. Dann war sie mit den anderen wieder ins Camp gegangen und die Sorgen um Percy hatten begonnen. Sie erinnerte sich noch gut an das lange Warten auf Percy. Gleichzeitig war Rachel zum Orakel geworden und direkt gab es die nächste große Prophezeiung.  Dann war Percy endlich gekommen und natürlich hatten ihnen die Moiren wieder dazwischengefunkt und Percy kurzerhand unfreiwillig zum Gott gemacht. Und dann… dann hatten sie sich endlich ihre Liebe gestanden und geküsst. Noch jetzt flatterten in ihrem Bauch die Schmetterlinge, wenn sie an diesen Moment dachte. Wie konnte all das nur an einem Tag passieren? Während sie über diese Frage sinnierte, schlief sie ein. Am nächsten Morgen wurde sie von Malcolm geweckt: „Hey Annabeth, wir haben schon halb elf. Du solltest mal aufstehen.“ „Halb elf?!“, schoss es Annabeth durch den Kopf. Dann hatte sie ja das Frühstück verpasst. Allerdings bemerkte sie, dass sie keinen Hunger hatte. „Danke fürs Wecken“, bedankte sie sich bei ihrem Bruder. „Gerne.“ Sie sprang aus ihrem Bett und zog sich schnell an. Sie ging zur Lavawand und kletterte sie mehrmals hoch und dachte über die Zukunft nach und fragte sich wie es wohl mit Percy weitergehen würde. Sie beschloss ihn zu suchen und fand ihn in der Arena, wo er trainierte. Sie beobachtete ihn eine Weile, bis sie ihren Dolch herausholte und leise „Percy“ flüsterte. Er wirbelte erschrocken herum und Annabeth hielt ihn den Dolch an den Hals und sagte grinsend „Verloren!“ „He, wir haben noch gar nicht angefangen“, protestierte er halbherzig. „Daran solltest du dich vielleicht gewöhnen“, gab Annabeth zurück und drückte ihre Lippen auf seine. Sie gingen auf die Tribünen und setzten sich dort hin. „Ich habe heute Nacht nicht geschlafen“, setzte Percy an und Annabeth zog eine Augenbraue hoch. Percy fuhr unbeeindruckt fort: „Nachdem ich es lange Zeit vergeblich versucht habe, ging ich zu Chiron.“ „Chiron war wach?“ „Ja, er schien auf mich gewartet zu haben. Er wusste davon, dass ich ein Gott bin, er hat es von meinem Dad erfahren. Wir haben vereinbart, dass es heute nach dem Mittagessen ein Hüttenältestentreffen gibt, bei dem ich alles erkläre.“ Annabeth musste lächeln, als sie sich die Gesichter der anderen vorstellte, wenn sie davon erfuhren. „Außerdem hat er mir erklärt, dass Götter nie Hunger oder Durst haben und nie müde sind.“ „Du wirst also nie wieder schlafen, essen und trinken?“, fragte Annabeth
überrascht. Er lachte: „Schlafen wahrscheinlich nur noch selten. Aber essen und trinken will ich immer noch. Ich kann, aber auch nicht mehr satt werden.“ „Heißt das du ist dann sehr unregelmäßig?“, fragte Annabeth. „Wahrscheinlich“, sagte er und lachte. „Jetzt erzähl mal, was genau passiert ist auf dem Olymp.“ Percy erzählte ihr alles, was passiert ist. Sie unterbrach ihn immer wieder kurz. Als er fertig war, musste Annabeth erstmal drüber nachdenken. Er war also nicht nur irgendein Gott, sondern er war jetzt auch noch der Gott der Zeit, ein olympischer Gott und der neue Herrscher des Olymps. „Algenhirn, falls ich dir dabei helfen kann, über die Welt zu bestimmen, dann tue ich das gerne.“ „Ja danke“, sagte er dankbar. „Ich glaube ich kann intelligente Ratschläge gut gebrauchen.“ Sie lachten beide. „Und was habe ich gestern verpasst?“, fragte Percy zurück. Annabeth erzählte davon, was auf dem Olymp passiert war. Sie erzählte, dass Tyson der neue Anführer der Zyklopenarmee war, Grover Mitglied im Rat der Behuften Älteren und sie die neue Architektin des Olymps war. „Toll!“, sagte Percy und freute sich offensichtlich für sie. „Du wirst bestimmt den schönsten Olymp aller Zeiten entwerfen.„ Annabeth erzählte weiter. Sie erzählte, wie Rachel das neue Orakel geworden ist und die neue Große Prophezeiung verkündet wurde. „Wie lautet sie denn genau?“, fragte Percy. „Dem Ruf werden folgen der Heroen sieben, Die Welt wird sterben in Sturm oder Feuer, Ein letzter Atem ist zur Erfüllung des Eids geblieben, Und der Feind trägt Waffen zu des Todes Gemäuer“, wiederholte Annabeth die Prophezeiung. „Ich bin gespannt auf die neuen Helden“, sagte Percy. „Ja, hoffentlich gehöre ich nicht mehr dazu“, sagte Annabeth grinsend. „Ich könnte mir nicht mehr vorstellen, ohne dich mal wieder die Welt zu retten.“ „Ich könnte doch mitkommen“, entgegnete Percy. Annabeth seufzte: „Percy, du bist und bleibst ein Algenhirn. Die Prophezeiung spricht eindeutig von 7 Halbbluten.“ „Oh“, war sein einfallsreicher Kommentar dazu. „Oh Gott, und du regierst jetzt den Olymp.“ „He“, empörte der sich lachend. Außerdem erwähnte sie noch kurz die Beerdigungen, weshalb sie beide traurig zu Boden sahen. „Wollen wir noch ein bisschen trainieren, Algenhirn?“, fragte Annabeth, um das Thema zu wechseln. „Gerne, Neunmalklug.“ Sie kämpften hart und mal gewann Percy und mal Annabeth. Nach einiger Zeit gewann aber immer öfter Percy, weil Annabeth immer müder wurde, während Percy weiterhin so fit wirkte, als hätte er gerade erst angefangen. „Schon müde?!“, fragte er provoziert grinsend. „Ja“, antwortete sie trocken. „Ich bin schließlich zufälligerweise keine unsterbliche Göttin, die nie müde wird.“ „Na gut“, sagte er, dann hören wir jetzt wohl besser auf.“ „Ja, wir sehen uns gleich beim Essen.“ Sie ging in ihre Hütte, duschte und zog sich frische Klamotten an. Danach ging sie zum Essen. Percy, der schon an seinem Tisch saß und aß. Auch sie holte sich Essen und ging wie immer zum Feuer, um einen Teil ihres Essens zu opfern. Sie stand allerdings etwas unschlüssig vor dem Feuer. Wenn sie den Göttern etwas opfern musste, dann könnte sie doch auch Percy etwas opfern. Sie warf also das Essen in das Feuer und flüsterte leise: „Für dich Percy. Ich liebe dich.“ Sie ging wieder zu ihrem Tisch, zu ihren Geschwistern. Sie sah zu Percy, der sie etwas perplex ansah. Sie lächelte ihn verschmitzt an. Es hatte also geklappt. Nach dem Essen kam Percy schnell auf sie zu und sah sie noch immer verwirrt an. „Annabeth. W- Was war das?“, begann er etwas stotternd. „Ich habe plötzlich leckeres Essen gerochen und dann deine Stimme in meinem Kopf gehört, wie du „Für dich Percy. Ich liebe dich.“ gesagt hast.“ „Ja, ich habe dir Essen geopfert und dann zu dir gebetet.“ „Du hast zu mir gebetet und mir Essen geopfert?!“, sagte er überrascht. „Das wirkt einfach nur komisch.“ „Stimmt“, sagte Annabeth und musste lachen. „Ich sollte also lieber wieder Mum das Essen opfern?“, fragte sie. „Das Essen riecht schon lecker. Und das mit dem Beten, dann könntest du nutzen, um mit mir zu reden, wenn ich weit weg bin.“ „Soll ich es also doch weiter machen?“ „Gerne, aber ich muss mich erst dran gewöhnen.“ „Na gut, aber ich glaube ich sollte auch zwischendurch Mum etwas opfern, damit sie ruhig bleibt.“ „Natürlich“, sagte Percy und sie lachten beide. „Ich glaube wir müssen jetzt zum Hüttenältestentreffen.“ Als sie im Ping-Pong-Raum ankamen, waren die meisten anderen schon da. „Endlich seid ihr da. Das Mittagessen ist schon seit zehn Minuten vorbei“, beschwerte sich Travis. „Bist du etwa neugierig?“, fragte er ihn grinsend. „Ne, ich möchte es nur wissen“, sagte er sarkastisch. „Können wir jetzt anfangen?“, fragte Clarisse genervt. „Ich möchte gleich noch trainieren.“ „Also“, begann Percy. „Ich bin hier, um euch zu erzählen, was ich auf dem Olymp gemacht habe.“ „Das wissen wir auch“, sagte jetzt Clarisse, die immer genervter wurde. „Also…“, begann er, sah dann aber wieder verunsichert zu Annabeth, die ihm beruhigend zunickte. Er schien endlich genug Mut zusammenzukriegen und sagte: „Ich bin jetzt ein Gott.“ Daraufhin sahen ihn alle überrascht und sprachlos an. Travis fragte: „Das ist doch ein Spaß, oder?“ Annabeth griff ein und sagte: „Nein Travis. Er ist sogar der Gott der Zeit und der Herrscher des Olymps.“ „Ist heute schon der 1.April?“, fragte jetzt auch Connor ungläubig. Die meisten aber brauchten erstmal ein bisschen Zeit, um das zu verdauen. Nach einiger Zeit fragte Jake Mason ihn: „Aber warum lässt Zeus das zu?“ „Er muss das machen. Wahrscheinlich haben die Moiren ihn dazu gezwungen“, sagte Annabeth trocken. „Dann ist er aber nicht wirklich begeistert, oder?“, warf nun Katie ein. „Nicht begeistert ist untertrieben“, sagte Percy lachend. „Er hat jetzt endgültig einen Grund mich vollends zu verachten. Aber zum Glück hat er zu viel Angst vor meiner Macht.“ „Kannst du uns was von deiner Macht zeigen“, fragte Katie neugierig. „Noch nicht. Dad muss mir erstmal beibringen sie zu kontrollieren.“ „Wann macht er das denn?“, fragte Will, der sich bis jetzt zurückgehalten hatte. Percy wollte gerade antworten, als Annabeth eingriff. Sie sagte: „Ich will nicht stören, aber wäre es nicht besser, wenn Percy jetzt einfach alles berichtet, was an diesem Abend auf dem Olymp passiert ist. Dann erledigen sich wahrscheinlich die meisten Fragen von selbst.“ Percy und die meisten anderen nickten. Er beantwortete Wills Frage noch und sagte ihm, dass er wahrscheinlich innerhalb der nächsten Tage zu seinem Dad gehen würde und dann erzählte er, was er auch Annabeth schon vor einigen Stunden erzählt hatte. Die anderen unterbrachen ihn immer wieder, vor allem, wenn ihre göttlichen Elternteile gerade vorkamen, um ihn über sie und ihr Verhalten auszufragen. Als endlich alle Fragen geklärt waren, sagte Chiron noch: „Bevor ihr alle rausgeht, wollte ich noch erwähnen, dass bald auch einige Hütten für die Nebengötter gebaut werden.“ Danach wollte Annabeth mit Percy rausgehen, doch der wurde von den Stolls zurückgehalten. „Annabeth, kannst du mich kurz alleine lassen? Travis und Connor wollen mit mir reden.“ Sie nickte zur Bestätigung: „Ich bin bei der Lavawand.“ Sie ging tatsächlich zur Lavawand und kletterte sie mehrere Male mühelos hoch. Sie genoss es die Wand hochzuklettern und dabei der Lava auszuweichen. Es erinnerte sie daran, wie oft sie mit Percy jetzt schon den Monstern entflohen war und sie besiegt hatte. Als sie gerade wieder hochkletterte und sich nicht so stark anstrengte, merkte sie, wie jemand neben ihr hochkletterte und zu ihr aufschloss. Sie merkte, dass es Percy war und das spornte sie dazu an, wieder alle ihre Kräfte zu nutzen, um die Wand hochzuklettern. Sie kam knapp vor Percy an und grinste ihn provozierend an: „Na Algenhirn? Verloren?“ „Du hattest aber auch einen Vorsprung. Das war unfair“, protestierte er halbherzig. „Wer hat jemals gesagt, dass es fair ist?“, fragte sie ihn unschuldig. „Du bist blöd“, sagte Percy und tat so, als würde er schmollen. „Du tust mir wirklich leid“, sagte Annabeth sarkastisch und ging lachend an ihm vorbei. „He Annabeth, warte!“, rief Percy. Sie blieb also stehen und als er bei ihr angekommen war, nahm sie ihn in den Arm, legte ihre Hände in seinen Nacken und drückte ihre Lippen auf seine. Nach einigen Sekunden ließ sie allerdings wieder von ihm ab und sagte: „So. Jetzt erzählst du mir, was Connor und Travis von dir wollten.“ „Also…“, fing er an und Annabeth unterbrach ihn: „Hoffentlich kein Streich, der sich gegen die Athene-Hütte richtet, oder?“, fragte sie und sah ihn durchdringend an. „Nicht gegen die Athene-Hütte…“, sagte er und versuchte sich aus ihrem Blick herauszuwinden. „Wogegen denn sonst?“ „Gegen die Aphrodite-Hütte, genauer gesagt Drew Tanaka“, sagte Percy zögernd und senkte den Kopf. Er erwartete anscheinend eine Standpauke. Doch Annabeth dachte darüber nach. Diese Drew war die neue Hüttenälteste der Aphrodite-Hütte, aber sie war das genaue Gegenteil von Silena. Sie war ein eingebildetes Mistvieh, das sich nichts aus kämpfen machte und sich lieber den ganzen Tag um ihr eigenes Aussehen und Promitratsch kümmerte. „Ich helfe euch“, sagte sie. „W-Wa-Was? Warum?“, fragte er überrascht. „Weil dieses Mistvieh eine Lektion verdient!“, antwortete sie grimmig. Er sah sie noch immer etwas fassungslos an. Sie fragte: „Sollen wir noch ein bisschen trainieren?“ „Gerne“, sagte er, dankbar für den Themenwechsel. Sie gingen also zur Arena und trainierten. Nach einiger Zeit, in der meistens Annabeth, aber manchmal auch Percy gewonnen hatte, hielt Percy
Annabeth sein Schwert an den Hals und ihren Dolch in seiner anderen Hand. „Verloren“, grinste er sie an. Annabeth sagte: „Na gut.“ Percy senkte Springflut langsam und Annabeth fasste blitzschnell nach ihrem Dolch. Percy hatte nicht damit gerechnet und deshalb war sein Griff um den Dolch nur locker. Annabeth nutzte das aus und zog schnell den Dolch aus seiner Hand. Dabei streifte die Dolchspitze Percys Handgelenk. Dort hinterließ sie einen tiefen Schnitt, aus dem goldenes Ichor tropfte. Es überraschte Annabeth immer noch ein bisschen, das zu sehen. Aber dann richtete sich ihre Aufmerksamkeit auf Percy, der schmerzhaft aufschrie, sein Schwert fallen ließ und sich an sein Handgelenk fasste. Sie sah auf sein Handgelenk. Der Schnitt war zwar tief, aber normalerweise würde er kaum weh tun. Das wusste Annabeth nur zu gut, denn solche kleinen Verletzungen gab es immer wieder beim Training. Diese Gedanken schossen ihr durch den Kopf, während sie sich schnell auf Percy zubewegte. Sie stützte ihn und sagte: „Wir gehen wohl besser in das Lazarett.“ Percy nickte. Sie gingen also gemeinsam ins Lazarett und Annabeth fiel überrascht auf, dass Percy trotz des Blutsverlusts nicht erschöpft zu sein schien. Sie machte sich aber trotzdem große Sorgen. Als sie ankamen, kam ihnen Will schnell entgegen. Er sah Percy ratlos an, dessen Gesicht immer noch schmerzverzerrt war. „Was ist denn los?“, fragte Will. Percy senkte seine Hand von seinem anderen Handgelenk. Man konnte allerdings den Schnitt kaum sehen, weil er von goldenem Ichor bedeckt war. Will hob nur eine Augenbraue und verschwand einig Minten. Er kam mit einem großen Stück Ambrosia zurück. Percy aß viel davon und seine Wunde schloss sich, das Ichor hörte auf aus der Wunde zu fließen und Percy entspannte sich offensichtlich wieder. „Das tut gut“, murmelte er. Will wandte sich Percy zu: „Percy, nimm immer ein großes Stück Ambrosia mit und falls du Wunden wie diese hast, dann iss davon, ja?“ Percy nickte. Will gab ihm noch ein großes Stück Ambrosia. Percy steckte es in seine Tasche. „Danke, Will“, sagte er. Annabeth aber wollte noch etwas von Will wissen und fragte: „Will, seit wann kennst du dich so gut damit aus, Götter zu verarzten?“ Annabeth hörte Percy leise stöhnen und sie wusste, dass er es nicht mochte, wenn man seine Sonderstellung als Gott betonte, aber sie wollte die Antwort gerne wissen. Will riss sie durch seine Antwort aus ihren Gedanken. Er sagte zwinkernd: „Dad hat mir Tipps gegeben.“ Annabeth war überrascht und auch Percy schien das zu sein, denn er fragte: „Apollo war hier?“ „Ja, offenbar findet er es besser, wenn sein neuer Chef“, er betonte das Wort extra stark. „wohlauf ist“, sagte er und zwinkerte Percy zu. Der verdrehte leicht die Augen, was nur Annabeth bemerkte. Sie verabschiedeten sich von Will. Annabeth sagte: „Ich glaube wir sollten heute nicht mehr trainieren.“  Percy stimmte ihr zu. Sie verbrachten noch ein bisschen Zeit am See und küssten sich zwischendurch. „Annabeth, möchtest du morgen mitkommen, wenn ich Mom und Paul besuche?“, fragte Percy sie. „Gerne. Wann gehst du jetzt eigentlich zu deinem Dad für den „Götterunterricht“?“ „Ich weiß nicht“, antwortete Percy. Annabeth kam plötzlich eine Idee. „Könntest du nicht immer nachts zu deinem Dad gehen?“, fragte sie. „Ich könnte ihn mal fragen. Ich kann ja morgen Abend zu ihm gehen.“ Annabeth nickte. Das klang für sie besser, als wenn Percy ein paar Tage die ganze Zeit weg war. Sie trennten sich nach einiger Zeit dann doch und Annabeth ging in ihre Hütte. Dort zeichnete sie einige Zeit an ihren Entwürfen für den Thronsaal des Olymps. Irgendwann beugte sich Malcolm über ihre Schulter und pfiff anerkennend, als er die Entwürfe sah. „Was ist?“, fragte Annabeth etwas genervt von der Störung. „Essen, Schwesterchen“, sagte ihr Halbbruder grinsend. Annabeth blickte ihn wütend an: „Nenn mich nicht Schwesterchen.“ Danach ging sie an ihm vorbei und zum Abendessen. Annabeth ging nach dem Abendessen mit Percy zum Lagerfeuer. Dort sangen sie mit den Apollo-Kindern und die Flamme loderte heute sehr hoch, was wohl hieß, dass alle die Nachricht, dass Percy ein Gott war, gut verarbeitet hatten. Sie saß am Lagerfeuer neben Percy, dessen Augen leuchteten: „Es ist sehr schön, oder?“ Annabeth nickte. Sie schwelgte in Erinnerungen, mit und ohne Percy hier am Lagerfeuer und wieder einmal wusste sie, dass das ihr Zuhause war und nicht die Wohnung ihres Dads. Sie ging nach dem Lagerfeuer noch mit Percy an den Strand und sie zeiget ihm alle Sternbilder, die zu sehen waren. Sie genossen den Abend und als Annabeth in ihre Hütte kam, war sie so müde, dass sie sich gerade noch so umziehen und ins Bett gehen konnte, bevor sie einschlief…
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