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Make You Okay

von DMmouse
GeschichteDrama / P18 / MaleSlash
Dean Winchester Jack Sam Winchester
06.03.2021
24.04.2021
7
23.762
3
Alle Kapitel
11 Reviews
Dieses Kapitel
3 Reviews
 
 
06.03.2021 1.837
 
Hallo!

Ehrlich gesagt, bin ich ziemlich nervös was diese ganze Sache hier angeht. Nein, das hier ist nicht die erste Story, die ich geschrieben oder 'veröffentlicht' habe. Jedoch ist es die erste Erzählung im „Supernatural“- Universum. Da ich weiß, dass die Serie eine sehr leidenschaftliche Fangemeinde hat, habe ich das Bedürfnis mein Verhältnis zu „Supernatural“ ein wenig zu erklären.

Ich habe Spn nicht aktiv verfolgt, obwohl die Serie genau mein Interessenfeld, was TV-Serien betrifft, abdeckt. Seltsamerweise habe ich die Serie trotzdem auf eine passive Art und Weise über die Jahre hinweg begleitet. Offiziell habe ich erst begonnen Spn zu schauen, nachdem die Serie im Sommer 2020 zu Ende gegangen ist. Momentan habe ich Staffel 13 abgeschlossen und bin dabei die ersten Folgen der 14. Staffel zu sehen. Hier kommt jetzt auch das 'passive' Begleiten mit ins Spiel. Denn obwohl ich erst bei Staffel 14 bin, weiß ich ganz genau wie die Serie endet, ich habe sogar schon Teile der letzten Folge gesehen. Ich kenne die ungefähre Handlung, weiß in etwa wer die Gegenspieler sein werden und wie der ganze Spaß ausgeht... Und ich weiß auch, dass viele eingefleischte Spn-Fans nicht unbedingt zufrieden mit dem Ende dieser Serie waren. Glaubt mir ich kenne das Gefühl... „Game of Thrones“... Aber. ABER ich habe Spn mit dem Wissen angefangen, dass ich hier nicht ein neues „The Wire“, „The Sopranos“ oder „The Leftovers“ sehen werde. Ich wollte einfach nur Spaß haben. Dass ich mich aber Hals über Kopf in die Figuren verlieben würde, das habe ich nicht geahnt. Ich mag komplizierte Charaktere und komplizierte Beziehungen. Und was könnte komplizierter sein, als das Chaos, das sich 'Sam und Dean' nennt?

Meine kleine Geschichte setzt logischerweise nach Staffel 12 an, und wird sich voraussichtlich an einigen Elementen (vielleicht auch Dialogen) von Staffel 13 bedienen. Wenn mir in den letzten beiden Staffeln interessante Aspekte über den Weg laufen, werde ich diese womöglich auch nutzen.

Zum Thema Synchronisation. Ich habe Spn auf Englisch geschaut. (Die deutschen Stimmen haben mir einen Schock verpasst, als ich aus reiner Neugier mal umgeschaltet habe.) Somit kenne ich sämtliche Begrifflichkeiten auch nur in der Originalbezeichnung. Ich werde sie entweder übersetzen, oder die englische Variante behalten. Kommt ganz darauf an, wie sehr sich alles in mir zusammenzieht, wenn ich die deutschen Versionen lese.

+++


Warnungen!
Ihr wisst alle auf was für eine Geschichte ihr hier geklickt habt. Diese Fanfiktion thematisiert eine fiktive! romantische Beziehung zwischen zwei Brüdern! Also... !Inzest-Warnung!

Diese Fanfiktion thematisiert Babys bzw. den Umgang mit diesen. Ich persönlich habe keine unmittelbaren Erfahrungen mit Babys bzw. der Erziehung. Alle Fakten sind lediglich grob recherchiert. Bitte übertragt keine, der in dieser Geschichte erwähnten Fakten zum Thema Babys ins reale Leben. Meine Recherche kann falsch sein und ist zudem bestenfalls lückenhaft.

+++


Als neuer Spn-Fan bin ich noch nicht so gefestigt was das Hintergrundwissen betrifft. Bitte verzeiht wenn ich bei 15 Staffeln Kleinigkeiten mal vergesse oder durcheinanderbringe. Ich hoffe, dass ich die Charakterisierung von Sam und Dean ein wenig treffe. Mein Sam und Dean werden bestimmt anders sein, als ihre TV-Versionen. Aber ich werde mein Bestes geben, dass sie ihren Vorbildern ein bisschen ähneln.

Nun wünsche ich euch viel Spaß beim Lesen. Über Kommentare, Anreize und auch Kritik würde ich mich jederzeit freuen.







1



Kelly sah friedlich aus. Erschöpfung war in ihr Gesicht eingegraben. Aber dennoch lag ein unverkennbarer Schleier der Zufriedenheit über ihr, ein weicher Zug um ihren Mund, Sanftheit um ihre nun geschlossenen Augen. In eigenartiger Anmut gefaltete Hände, was wahrscheinlich Mom zu verdanken war, lagen auf ihrem Bauch. Im krassen Kontrast dazu stand jedoch das aggressive Rot des Blutes, das in die Laken und Matratze gesickert war und zum Teil Kellys Nachthemd bedeckte.

Für eine kleine Ewigkeit stand Sam einfach nur neben dem Bett und starrte auf die grotesk friedlich wirkende Szene vor ihm, ehe er sich daran erinnerte warum er seinen Bruder verlassen hatte und ins Haus gestürmt war. Das aufflackernde Licht! Der Grund warum es dieses Licht überhaupt erst gegeben hatte! Aufwallende Panik unterdrückend, suchte Sam den Raum mit hektischen Blicken ab. Gerade als sich der metallische Geruch einer großen Menge Blut in seine aktive Wahrnehmung schob, hörte Sam ein unbestimmtes Geräusch von irgendwo her aus dem Haus. Instinktiv griff er nach seiner Waffe und schlich vorsichtig über den im Dunkeln liegenden Flur. Adrenalin von den vergangenen Ereignissen rauschte immer noch durch seine Blutbahnen und hielt die für ihn schon fast ständig präsente Anspannung aufrecht.
Ein farbenfrohes, unverkennbar selbstgemaltes Wandbild, auf dem es in großen Buchstaben 'Jack' hieß, war das Erste, was er sah. Ein dumpfes Rascheln und leises Wimmern erklang, und als das Gitterbett in sein Blickfeld kam, begann Sams Herz zu rasen. Letzte Überreste von verglühenden Funken tanzten über dem Bett, über dem was in dem Bett lag. Mit trockener Kehle und ungewohnt zittrigen Händen, steckte er die Waffe in den Bund seiner Jeans und zwang sich weiter in den Raum hinein.

Das kleine Bündel inmitten des viel zu groß erscheinenden Bettes, bestand fast nur aus einer pastellgelben Decke. Lediglich ein winziges, rotes Gesicht lugte hervor. Sam beobachtete mit zusammengezogenen Brauen wie die zu Beginn nur leichten Bewegungen immer verzweifelter versuchten sich von der Decke zu befreien. Ein breiter Streifen verschmierten Blutes zierte die rechte Wange des kleinen Wesens, und bei genauerer Betrachtung erkannte Sam, dass das gesamte Gesicht mit scheinbar eilig weggewischten Spuren von Blut bedeckt war. Mom muss dies getan haben, ehe sie nach draußen gekommen war. Den kurz aufflammenden Schmerz bei diesem Gedanken drängte Sam beiseite. Später, ermahnte er sich. Jetzt hatte er ein weitaus größeres Problem zu bewältigen.
Völlig perplex über das was er vor sich sah, stieß Sam den unbewusst angehaltenen Atem aus. Was hatte er erwartet? Hörner und einen Schwanz mit dreieckiger Spitze? Ein missgestaltetes Monster? Sie hatten gewusst, dass es am Ende von Kellys Schwangerschaft ein Baby geben würde. Doch es jetzt hier liegen zu sehen, so lächerlich winzig, so komplett alleine, so hilflos und so völlig ahnungslos, war nochmal eine ganz andere Geschichte.
Sam zuckte zusammen, als das stetige Quengeln plötzlich zu einem lauten Schrei anschwoll. Ohne nachzudenken, und wahrscheinlich alles was er je als Jäger gelernt hatte ignorierend, griff er in das Bett und nahm den schreienden Nephilim in den Arm.
Nach einigen unbeholfenen Versuchen, glaubte er das Wesen sicher halten zu können. Gott, es ist so leicht, war das Erste was Sam durch den Kopf schoss. Es konnte kaum mehr, als ein 6'er Pack Bier wiegen. Und dann nahm er verstärkt die Wärme an seiner Brust wahr, die Wärme eines kleinen, lebendigen Körpers. Eine Art von Wärme, die unmittelbar ins Herz drang.

„Sam?“
Deans Stimme klang angespannt und vorsichtig, als würde er sich für das nächste große Unheil wappnen, das doch mit absoluter Sicherheit auf die Winchesters wartete. Sam wandte sich seinem Bruder zu, und für einen Moment konnte er es kaum ertragen ihm in die Augen zu sehen. War doch der Schmerz all dessen, was sie in der letzten Stunde verloren hatten zu deutlich herauszulesen. Doch dann legte sich Wut und Verachtung auf sein Gesicht. Die Hände fest an der Waffe, deutete Dean in Richtung des inzwischen kreischenden Lebewesens in Sams Armen.
„Das ist es?“
„Ähm... Ja. Kellys...“, begann Sam, während er mit zappelnden Beinen und Armen kämpfte, die sich mittlerweile fast vollständig der Decke entledigt hatten.
Unterdessen schraubte sich das penetrante Kreischen nochmal eine Oktave höher.
„Ich glaube es ist hungrig. Vielleicht sollten wi--“
„Es ist hungrig?“, unterbrach ihn Dean mit einem Blick, der zweifellos die mentale Gesundheit seines Bruders anzweifelte, „Sam! Das da. Das was du im Arm hältst, ist Lucifers Sohn. Der Lucifer, der noch nicht mal vor 20 Minuten Castiel getötet und Mom in eine Welt gezogen hat, in der es verdammte Feuerbälle vom Himmel regnet. Und du willst was tun? Es füttern?“
Deans Worte kamen von einem Ort der Trauer und Ohnmacht. Sam wusste das, und Sam wusste auch, dass sein Bruder dies wusste.
„Was sollen wir deiner Meinung nach tun, Dean? Es schreien lassen?“
„Das wäre vielleicht das Beste.“
„Dean!“, empörte sich Sam und übertönte dabei fast das fordernde Geschrei. Fast.
„Du weißt genauso gut wie ich, dass keiner von uns dazu in der Lage ist es zu töten. Nicht wenn es das ist. Wenn es so aussieht. Wenn wir es einfach...“
Dean beendete seinen Satz nicht, stattdessen strich er sich mit einer unendlich müde wirkenden Geste übers Gesicht. Für den Bruchteil einer Sekunde flammte das Bild eines Motelzimmers irgendwo in Seattle in Sam auf. Und als er den Rücken seines Bruders betrachtete erfasste ihn plötzlich eine so heftige Welle der Trauer, dass es ihm fast den Atem raubte. Über die Jahre hatten sie gelernt emotionalen Schmerz unter den Schub von Adrenalin zu begraben. Das mussten sie auch. Ihr Überleben hing davon ab. Doch all das Wegschieben, Verdrängen und Überspielen hinterließ Narben, die zu jeder Zeit aufbrechen konnten. So fragte sich Sam manchmal, ob ihre Herzen mittlerweile aus nichts anderem mehr bestanden, als diesen Narben.
„Wir hatten einen Plan, Dean. … Und der schloss nicht mit ein irgendjemanden zu töten. Wir haben gesagt wir werden zumindest versuchen eine andere Lösung zu finden.“

Während ihrer Diskussion trennten sie mindestens vier Schritte voneinander. Sam hatte das Gefühl, dass Dean nicht näher kommen wollte, dass er nicht sehen, nicht hinsehen wollte, nicht etwas fühlen, was die ordentlich nach Schwarz und Weiß sortierten Gefühle ins Grau werfen könnte. Dean brauchte jetzt sorgfältig voneinander getrennte Empfindungen.
„Sammy.“
Es war ein Flehen. Eine Bitte. Und die Frage, was sie denn jetzt tun sollten. Langsam bewegte sich Dean auf Sam zu und nahm den Nephilim kurz in Augenschein. Der Ausdruck auf seinem Gesicht wusste sich scheinbar nicht ganz zu entscheiden, ob er Abscheu, Verwirrung oder etwas völlig anderes zeigen wollte.
„Du hast es hier gefunden?“, fragte Dean in einem jetzt wesentlich ruhigeren Ton, der inmitten des Gekreischs schwer zu vernehmen war.
„Ja, es lag im Gitterbett. Mom... Ich schätze Mom hat es in die Decke gewickelt und dann hier hingelegt, ehe sie...“
Dean nickte nur kurz, um dann seinen Blick durchs Zimmer schweifen zu lassen. Seine Stirn war in Falten gelegt und Sam konnte nicht sagen nach was genau er in den immer noch tiefen Schatten der Nacht suchte.
„Irgendetwas Übernatürliches passiert?“
Kurz zögerte Sam, ehe er von der vergehenden Funkenwolke über dem Bett berichtete.
„Weiter nichts? Keine... Ich weiß auch nicht? Schwebenden Stofftiere? Feurig leuchtenden Augen? Irgendwas?“
„Nein, bis auf die Funken habe ich nichts bemerkt.“, versicherte Sam und fügte seufzend hinzu, „Außer du zählst das Gekreische als übernatürliches Folterinstrument.“

Der Nachthimmel, der durchs Fenster zu sehen war, begann erste Anzeichen des kommenden Tages zu zeigen. Ein Tag, der mit dem Gewicht in Sams Armen auf einmal noch bedrohlicher erschien, als die zurückliegenden Stunden. Mit unsicheren Griffen rückte er abermals das Kind an seiner Brust zurecht, darauf bedacht den von einem weichen Flaum bedeckten Kopf ausreichend abzustützen. Im schummrigen Licht des Kinderzimmers fand Sams Blick den seines großen Bruders.
„Dean, ich glaube es ist einfach nur ein normales Baby.“
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