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I left my life behind

KurzgeschichteSchmerz/Trost / P12 / Gen
05.03.2021
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Hi, ich bin Lola und glaube ich leide unter Depressionen.
Warum ich es nur glaube? Ich habe mit niemandem darüber gesprochen, weder mit meinen Eltern noch mit meinen Freunden, mit niemandem. Es ist schwer, ich lebe in dieser Ungewissheit, soll ich mir Hilfe suchen? Habe ich diese denn auch verdient? Schließlich geht es anderen Menschen deutlich schlimmer, warum sollte ich, ausgerechnet ich das Recht auf Hilfe haben. Diese und weiter Gedanken verfolgen mich, nehmen mir die Luft zum atmen und reißen mir den Boden unter den Füßen weg. Ich weiß nicht was ich tun soll, werden meine Eltern es verstehen? Wird es als Phase abgetan und ich verursache nur unnötigen Stress und ziehe mir den Unwillen meiner Eltern auf? Was ist mit meinen Freunden? Würden sie mich unterstützen oder wäre ich nur eine Last?                                                                        Ich bin 15 Jahre alt und bin verbitterter als eine alte Jungfrau. Ich frage mich oft warum. Warum ich? Habe ich es verdient so zu leiden und wenn ja was habe ich getan? Was habe ich getan um zu leiden, keine Freude mehr am Leben zu haben, unter Müdigkeit und Konzentrationslosigkeit zu leiden, nicht zu wissen wo ich stehe und absolut nicht weiß ob es sich noch lohnt. Lohnt es sich zu leben, wenn ja wieso? Wir werden alle irgendwann sterben, also macht es doch nichts schon früher zu gehen. Ich habe nichts was mich hält, ich liebe meine Eltern über alles, doch ist meine Angst zu groß nicht akzeptiert zu werden. Angst, dass meine Probleme unter den Teppich gekehrt werden und gesagt zu bekommen, mir ginge es doch gut, schließlich habe ich alles was ich möchte, Freunde und viele Freiheiten. Ja das stimmt und doch fühle ich diese Leere in mir drin, eine Antriebslosigkeit und keine Hoffnung, keine Hoffnung auf Glück oder ein anderes positives Gefühl in meinem Leben. Ich habe es verdient, schwirrt mir so oft durch den Kopf, so auch jetzt. Ich habe es verdient zu leiden, sogar zu sterben, ich habe es verdient nicht glücklich zu sein und keine positiven Gefühle zu empfinden. Ich sollte sterben. Bedeute ich irgendjemandem überhaupt etwas? Würde ich vermisst werden? Bestimmt nicht.
In meiner Freundesgruppe bin ich weder die lustige, die Schlaue, die Coole oder Hübsche, noch die, die immer ein Gesprächsthema hat oder etwas wichtiges zur Konservation beizutragen hat. Nein, das alles bin ich nicht. Zu Hause bin ich auch nicht unbedingt in einer wichtigen Position, ich habe 2 ältere Geschwister, Lily und David, und ein jüngeres, Ruby. Lily ist ein Schatz, sie kümmert sich um jeden, sogar um unsere Eltern, schreibt gute Noten und ist eine absolute Schönheit. David ist der typische große Bruder, nervt seine Geschwister oder ist genervt, schreibt passable Noten und spielt gerne mal den großen, gefährlichen Bruder. Ruby, nun, sie ist 6 Jahre alt, sie ist einfach nur knuffig und wenn man sie lachen sieht, muss man unwillkürlich mit lachen. Ein kleiner Sonnenschein. Im Gegensatz zu mir haben meine Geschwister einen perfekten Platz in der Familie, wissen wo sie stehen, wissen sich zu benehmen und was ihre Aufgaben sind, in meinem Fall jedoch, sieht es anders aus. Ich bin ruhig und zurückgezogen, meine Noten sind nicht wirklich gut, mit mir kann man nichts unternehmen und ein super Benehmen lege ich auch nicht wirklich an den Tag. Tja so ist das nun mal schätze ich. Man findet keinen Platz und das allein ist doch ein Zeichen, ein Zeichen dafür hier nicht herzugehören, weder in diese Familie, noch in diesen Ort oder überhaupt in der Welt. Es wäre für alle besser wenn ich gehen würde, ich habe keinen besonders großen Wert. Das hört sich alles so beschissen und melodramatisch an und doch sind es Gedanken, die mir durch den Kopf gehen.                                                                                                                              
Es ist nicht mehr wie früher, dass ich voller Hoffnung auf den nächsten Tag sehe, mir erträume irgendetwas zu erreichen oder nach Aufmerksamkeit strebe. Ich fürchte mich vor dem nächsten Tag, habe Angst zu viel Aufsehen zu erregen oder gar in den Mittelpunkt gedrückt werden könnte, ich durchlebe den Tag, besser gesagt ich funktioniere durch den Tag. Es rauscht an mir vorbei, wie eine Erinnerung, es ist alles dumpf, man weiß nicht genau was passiert, es passiert einfach und Abends liege ich im Bett, starre an meine Decke und frage mich wofür das ganze. Wofür soll ich bleiben, wenn ich nicht einmal mehr richtig lebe. Ich weiß es nicht. Es gibt diese Gedanken, sie sind winzig und unscheinbar und doch so präsent, Gedanken die mir Versprechungen machen, Versprechungen wie, dass ich es schaffen kann, dass ich wieder leben kann und glücklich werde, doch dafür müsse ich mit jemandem reden. Doch wie verdammt? Wie soll ich mit jemandem reden, wenn ich es selbst nicht verstehe? Wie soll ich mit jemandem reden, wenn ich meine Gefühle und Gedanken nicht mal in Worte fassen kann? Wie?                                                                                   Ich liege in meinem Bett, keine Träne verlässt meine Augen, während ich mir darüber Gedanken mache, ob meine Überlegungen richtig sind. Lohnt es sich noch zu leben oder ist es für mich schon zu spät? Ich weiß es nicht.                                                                                   In meinen Überlegungen versunken, betrachte ich meinen Arm. Schnitte ziehen sich darüber, verblasste Narben und eine Geschichte, meine Geschichte. Doch jede Geschichte endet einmal und nun ist es Zeit meine zu beenden. Es ist Zeit loszulassen und alles hinter mir zu lassen.                                                                                                              
Ich betrachte meinen Schreibtisch, dort liegt ein Notizbuch, indem ich eigene Gedichte verfasst habe. Anfangs hat es mir geholfen, geholfen meine Gefühle zu verstehen und mich auszudrücken, zumindest vor mir selbst, doch es geht nicht mehr. Ich schaffe es nicht mehr, ich bin zu schwach. Vielleicht bin ich aber auch stark, stark es durchzuziehen, zumindest rede ich mir das ein, denn insgeheim weiß ich, dass es feige ist, dass ich schwach bin, doch beachte ich diese kleinen Einwände nicht.                                                                       Ich lasse alles zurück, meine Familie, meine Freunde, diesen Ort und mein Leben, denn ich bin nicht stark genug…


Eines der Gedichte von Lola;
Allein sein
Etwas schönes und schlechtes zugleich
Allein zu sein heißt nicht Einsam sein, doch Einsam sein heißt Allein zu sein
Einsamkeit gibt Ruhe, sie gibt kurz Frieden
Nur bis sie in ein Loch der Depression führt,
uns verschlingt, uns als ganzes
Verloren und Einsam,
kaum überwindbar und so melancholisch
Einsamkeit, so grausam, so schlecht
Tiefen der Gedanken, die Schwärze, die nicht zum aushalten ist
Wir sind allein
Vergraben uns selbst
Stecken in der Einsamkeit und deren Depression
Unbesiegbar, so unbesiegbar
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