Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast 

The End Of Everything

KurzgeschichteAllgemein / P6 / Gen
05.03.2021
05.03.2021
1
1.007
 
Alle Kapitel
2 Reviews
Dieses Kapitel
2 Reviews
 
 
 
05.03.2021 1.007
 
Langsam schlenderte sie durch die verlassenen Straßen, so verlassen wie sie sich in diesem Augenblick fühlte. Wenn sie daran dachte, was vor weniger als einer Stunde passiert war, dann rann ihr immer noch ein unangenehmer Schauer über den Rücken. Ihre Wunden waren nie komplett geheilt gewesen, ihre inneren Wunden, und machte das Scenario, welches sie mit ansehen musste, es nicht besser. Sie wusste nicht, nein, ahnte niemals, dass er zu so etwas fähig wäre. Er war vielleicht grausam, aber dass er einfach so-                                                                                                                  
Nein. Darüber konnte und wollte sie nicht mehr nachdenken. Es war zu viel, alles. Das bisschen Friede, welches sie sich geschaffen hatte war verschwunden, gegangen in dem Moment, indem er aufgetaucht war. Alles wurde ihr genommen, durch ihn. Ihre Mutter, ihre geliebte Schwester und schließlich auch noch ihre beste Freundin. Hätte sie nur früher erkannt zu was er fähig war, was er bereit war zu tun, nur um sie zu bekommen. Ihre Schuld, genau das war es und es zu leugnen würde nichts bringen. Unterschätzt hatte sie ihn und dass gewaltig, konnte aber doch keiner ahnen, dass er seine Drohungen wahr machen würde. Besser wäre es gewesen, sie hätte ihn nicht unterschätzt. Nichts konnte sie mehr tun. Vorbei. Es hatte keinen Sinn, gegen ihn hatte sie keine Chance, niemand hatte das und es war Zeit dem Ganzen ein Ende zu setzen. Sie wollte nicht mehr, hatte keine Kraft, war machtlos, gefangen und allein mit sich selbst, ihren Gedanken und der Welt.                                                                                      
Sie sah sich um. Es fuhren keine Autos, nicht hier und wenn dann sehr selten, weshalb es auch normal war, auf der Straße zu laufen. Sie legte sich hin und besah sich den Sternen übersehenen Himmel. Wunderschön. Dennoch, sie konnte diesen Anblick nicht genießen, nicht nach allem was passiert war.                                                                                                                                                                                                      Sie spürte wie ihre Kleidung immer nasser wurde, ihr Körper sich immer mehr abkühlte und ihre Gedanken den Faden verloren oder schwanden. Es war plötzlich so als höre sie eine Stimme, doch wusste sie, es war nur in ihrem Kopf, aber war es deshalb auch nicht weniger wahr? Die Stimme rief nach ihr, trotz des Rufens war es trotzdem wie ein Flüstern und sie konnte nichts dagegen machen, als ihr Körper sich auf einmal erhob und sie in eine ihr Unbekannte Richtung trug. Tief in ihren Gedanken vermutete sie wo es hingehen sollte oder wohin ihr Körper sie trug, war sie aber nicht mehr bei Sinnen, verlor den Rest ihres Verstandes, den Rest, den sie gehütet hatte wie einen Schatz. Angekommen an dem Ort, vor welchem sie als Kind schon oft Angst hatte, besah sie sich alles ganz genau. Sie erinnerte sich als sie mit ihrer Mutter immer hier war. Zusammen waren sie hier gewesen, bis die Sonne den Horizont erreicht hatte, dachten sich Geschichten aus, erzählten ihre Ängste und Sorgen und flohen ein paar Stunden vor der Realität.                                                                                                          
Sie erinnerte sich daran, als sie ihrer Schwester zum ersten Mal diesen Ort gezeigt hatte, mit dem sie so viele schöne Erinnerungen teilte und trotzdem nie dieses mulmige Gefühl aus ihren Gedanken vertreiben konnte. Begeistert gewesen war sie, ihre Schwester, zeigte fasziniert in die Tiefen des Abhangs und drehte sich in ihrem Kleid um sich selbst. Ihre Schwester war schon immer der lebensfreudigste Mensch gewesen, welchen sie kannte.                                                                                                                                          
An all diese schönen Momente dachte sie, dachte daran wie es gekommen wäre, wenn er nicht gewesen wäre, doch die Realität war nun mal so wie sie war und nicht rückgängig zu machen.                                                                      
Sie berief sich noch einmal den schönsten Moment, ihres recht kurzen Lebens, in den Kopf, schloss die Augen und das nächste was sie fühlte war die Erleichterung die sie durchflutete und eine wohlige Schwärze die sich um sie herum schloss. Es war vorbei. Das Leben voller Qualen und Leid, war endlich vorüber. Sie konnte gehen, nein, durfte gehen und es war so schön. Es sollte für immer so bleiben und nie wieder anders sein.
Review schreiben
 
 
 Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast