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Hetalia(2p): Unter Freunde

Kurzbeschreibung
GeschichteDrama, Freundschaft / P16 / Mix
03.03.2021
14.11.2021
18
37.102
1
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21.03.2021 2.377
 
Ein gummiartiger Rettungsring glitt über die Wellen des weiten Ozeans. Er besaß einen Passagier. Der junge Mann hing schlaff über den Ringrand und hielt sich an den Schlaufen fest. Die Unterseite seines Körpers war unter Wasser und sachte paddelten die Beine des Mannes weiter. Orientierungslos und teils schlaftrunken blickten die müden blauen Augen zum endlosen Horizont, der nichts weiter als die Endlosigkeit offenbarte. Was würde er für einen Burger geben, damit sein Hunger gestillt werden kann. Das Zeitgefühl hatte der junge Mann auch verloren, was er aber wusste, war, dass er hungrig, kurz vorm Verdursten und müde war.

'Er entkommt!' tauchten Stimmen in seinem Unterbewusstsein auf und erschöpft legte der Mann mit dunkelblonden Haaren seinen Kopf, auf den mit Luft gefüllten Schlauchring. Die Sonne brannte förmlich auf seinen hellen Körper. Nie hätte der Amerikaner gedacht, dass ihm sowas passieren würde. Er war eine Weltmacht, ein Hero und doch wurde er weggesperrt, seines Amtes beraubt. Es war Glück, dass er ausbrechen und einen Helikopter schnappen konnte.

'Hey Alfred, netter Versuch. Hier mein Abschiedsgeschenk. Hahahahahaha', das waren die letzten Worte über Funk, die der amerikanische Pilot gehört hatte, bevor es knallte und nun war er hier. Wie konnte er nur? ER, von dem Alfred dachte, er wäre...!?? Erschöpft schloss der Amerikaner die Augen und schlief ein. Sollte das Meer entscheiden, was aus ihm wird...


Behutsam deckte Feli seinen Gast mit einer dünnen Wolldecke zu. Ludwig war kurzer Zeit eingeschlafen und Norditalien ließ ihn seine Siesta halten. Nun warteten sie nur noch auf Gilbert und Romano, die noch Heimkehren sollten. Hoffentlich konnte Gil seinen Fratello finden und besänftigen.

Wenn sie wieder beisammen sind, werden sie gemeinsam Pasta essen. Es wird Zeit für eine Wiedergutmachung. Denn Familia muss zusammenhalten. Zwar mögen sie verschiedene Meinungen haben, aber Romano und er sind ein Italien, das die Interessen ihrer Bevölkerung verfolgen sollte.

Lächelnd blickte Feli zum Schlafenden und erinnerte sich noch, wie sorgfältig Ludwig ihm behandelt hatte. Norditalien und einige seiner Landsleute wurden nach Deutschland ausgeflogen, um dort wegen Corona behandelt zu werden. Die Krankenhäuser in Norditalien waren in dieser Zeit ziemlich überlastet gewesen, nicht nur dort, weltweit waren Probleme durch die Pandemie entstanden. Ludwig hatte sich mit seinem Doktortitel im Krankenhaus eingeschlichen und sich persönlich um ihn gekümmert. Nur tat es Ludwig wegen ihm oder doch nur wegen der Solidarität der EU gegenüber?

Natürlich sollte Norditalien nicht selbstsüchtig sein. Denn Deutschland ist ein eigenständiges Land, das immer das tut, was es für richtig hält. Seit der EU hat Ludwig mehr Handelsverträge mit vielen verschiedenen Ländern der Welt geschlossen und so seine bilateralen Beziehungen ausgeweitet. Ob Feli, als erster Freund von Ludwig, nur einer von vielen geworden ist? Ist er überhaupt Deutschland wichtig oder würde es Ludwig kaum merken, wenn er....

Ein leises trauriges Seufzen entkam Felis Mund und genauso niedergeschlagen verließ der Italiener das Wohnzimmer. Seit Ludwigs Antwort auf die Frage, die der Italiener ihm im Frachtraum beim Flug nach Britannien stellte, war sich Feli nicht mehr so sicher, was genau Ludwig für ihn empfindet. Sie sind Freunde, soviel ist sich der Italiener sicher. Nur schmerzte ihn die Antwort sehr, die Ludwig wohl unbedacht von sich gab. Denn sie hatte die Botschaft, dass es nicht mehr sein würde, dass Norditalien sich mit seiner Freundschaft zufrieden geben musste. Warum musste es ihm wieder passieren, sich in jemanden zu verlieben? Unerwiderte Liebe schmerzte so sehr, das hatte er doch damals schon gelernt, aber wohl nichts begriffen.

In der Küche holte Feli das Geschirr mit Besteck, das nun zum Speisesaal gebracht und auf dem Esstisch verteilt wurde. Ablenkung tat jetzt gut und war noch sinnvoll dazu. Richtig edel faltete Feli sogar Servietten und übte sich in Origami. Kiku hatte ihm so einige Tricks der japanischen Faltkunst beigebracht.

„Was machst du da, Japan?“, fragte der fröhliche Italiener begeistert und zeigte auf den gefalteten Kranich aus Papier.

„Oh guten Tag, Ita-chan. Ich bastle Origamikraniche, damit wir einen Wunsch frei bekommen.“, erwiderte der Japaner lächeln.

„Veeee~ Ein Wunsch? Wie viele muss man da basteln?“, fragte Feli fasziniert.

„Man sagt, wenn man 1000 Origamikraniche faltet, dann erhält man ein Wunsch von den Göttern frei.“, erklärte Kiku, während er faltete.

„Lass mir dir helfen. Ve~“, sagte Italien erfreut und nahm ein Blatt Papier.

Sie befanden sich auf der Veranda von Japans Haus und ein kleiner Tisch ließ beide Männer knien.

Nickend brachte Japan Feli die Kunst des Origami bei.

„Welchen Wunsch möchtest du dir äußern, Japan?“, fragte Italien, während er fleißig beim Origami half.

„Das wir zusammen heile den Krieg überstehen. Ita-chan.“, sagte Kiku wissend und ruhig.

„Was für ein schöner Wunsch, dann solle es an mir nicht scheitern. Japan. Ve~“, summte Feli freudig und die Verbündeten lächeln sich an.

Norditalien legte die letzte, gefaltete Serviette auf den Teller. Da überkam ihm die Idee. Schnell rannte Feli in sein Zimmer und holte ein Stapel Papier. Er malte so gerne und so zeichnete sich sein Zimmer aus. Viele Leinwände, bemalte Seiten auf dem chaotischen Tisch und das Bett nicht gemacht. Zerstreutheit ist auch eine Art Kunst. Dennoch wusste der Italiener genau, wo was sich befand und konnte zügig den Stapeln unter den Bett hervorholen.

Zufrieden ging Feli zurück zur Wohnstube und setzte sich gegenüber den schlafenden Gast auf der Couch. Der Papierstapel wird einfach neben ihm auf das Sofa abgelegt und nur mit Stehlampenlicht sein Bereich beleuchtet. Schließlich soll Ludwig nicht gestört werden. Lächelnd faltete er seinen ersten Origamikranich und legte diesen auf den Couchtisch aus Glas.


„Hihihihihihihi es dulce~.“, war eine weiblich Stimme zu hören und etwas kitzelte sein Gesicht.

„Los hombres siempre son lindos cuando duermen.“, sprach eine andere Frauenstimme in einer unbekannten Sprache....Moment war das nicht Spanisch?

Erschrocken machte der Schlafende die Augen auf und fand sich unter einem Sonnenschirm mit zwei freundlichen Damen in Bikinis wieder. Beide kicherten.

„Finalmente ha despertado.“, meinte die gebräunte Frau mit lockigen, offenen, brünetten Haaren.

„Hola!“, grüßte die andere Frau mit brünetten Pferdeschwanz und hellerer Haut den Mann.

„Hello....“, kam es knapp von den erwachten Mann. Denn sein Magen signalisierte, dass er Hunger hat.

„¿Está hambriento? Vamos te invitamos.“, meinte die Frau mit offenen Haaren und grünen Bikini strahlend und zog die Hand des Mannes.

Die Andere begleitet ihre Freundin und den Gast und trug zum roten Bikini ein Handtuch um ihre Hüfte. Beide mussten den Blondhaarigen stützen und halfen ihm zum Imbiss des Strandes. Anscheinend hat er richtig Kohldampf.

„Bur..ger....“, brachte der Herr mit blauen Augen erschöpft hervor und die Frauen konnten ihm verstehen.

„Du spricht also englisch?“, fragte die Frau mit Pferdeschwanz.

„Ja und ihr auch?“, staunte Alfred verwundert.

„Si...“, grinsten Beide ihn an und waren fast wie Zwillinge. Vielleicht waren sie das auch. Ihre Gesichter waren ähnlich.

„Setz dich, ich hole das Essen. Schwester pass auf ihm auf.“, bat die hilfsbereite Frau mit offenem Haar.

„Okay.“, nickte die Andere und schaute auf Alfred, der geradeso sitzen konnte.

„Bist du Amerikaner?“, fragte die Frau nun und ihre braunen Augen sahen auf Alfred.

„Ja, genau. Kein Brite oder so. Danke das ihr mich einlädt, ich habe kein Geld bei mir. Hahahaha“, lachte Alfred verlegend seine Hilflosigkeit weg.

„So? Dann kannst du nirgends hin oder?“, wunderte sich die junge Frau.

Alfred nickte da eher gequält. Er ist gerne ein Tourist in Europa, aber ohne Moos nichts los. Aber zum Glück weiß er, wem er anfragen kann. Spanien müsste ja hier irgendwo leben, nur wo???

„Ich kenne jemanden, der dir helfen könnte.“, überlegte sie und schaute zu ihrer Schwester rüber, die noch beim Bestellen war.

„Schon gut, ich kenne hier einen Freund. Sein Name ist Antonio Fernandez Carriedo, kennst du ihm zufällig?“, fragte Alfred sie offen.

Sie schüttelte seines Bedauern den Kopf: „Ich nicht, aber vielleicht meine Schwester.“

Alfred blickte nun zur Schwester und hoffte es, ansonsten muss er ganz Spanien nach Spanien absuchen! Von England oder Frankreich wüsste er, wo sie wohnen, aber bei Antonio nicht. Schließlich zog der Spanier öfters um, um möglichst viele Ackerfelder seines Landes zu bewirtschaften.

Nun kam die Schwester mit Kassenbon zurück und lächelte beide an.

„Schwester kennst du, Antonio Fernandez Carriedo? Er ist ein Freund von unserem Amerikaner hier.“, mochte die Schwester wissen.

„Hm... ich persönlich nicht, aber warte!“, konnte die Frau es nicht direkt beantworten. Schon war sie wieder bei der Servicekraft und schilderte ihre Frage. Auch sie schüttelte erst den Kopf, aber ein Mann, der zufällig die Frage verfolgt hatte, meldete sich bei ihr und sie sprachen kurz miteinander. Strahlend kam die Schönheit zurück auf den Tisch und erklärte: „Der Senior dort kennt den besagten Antonio und sagte mir, dass er im Hospital Victoria Eugenia in Sevilla arbeitet. Er ist ein Notarzt und hatte der Tochter des Herrn das Leben gerettet. Dafür war er ihm immer noch dankbar.“

„Sevilla also... ähm wo ist das?“, war nun die nächste Frage von Alfred da.

„Ach die Stadt ist nur 150 Km von uns entfernt. Unser Onkel würde dich hinbringen. Er schuldet uns noch ein Gefallen.“, meinte die Frau mit Pferdeschwanz locker. So werden Probleme gelöst, man hilft untereinander.

„Ohhh Thanks! Ich werde es wiedergutmachen. Versprochen!“, lächelte Alfred entschlossen. Auch die Spanierschwestern freuten sich mit ihm.


Mitten beim Falten des 678. Origamikraniches klingelte es an der Tür. Feli blickte erschrocken auf Ludwig, der dieses Klingel resigniert mit einer Körperdrehung hinnahm. Erleichtert ging Feli nun zur Haustür und ließ alles andere stehen und liegen.

„Komme!“, meinte der Italiener unbekümmert und sah seinen Bruder vor der Tür. Aber auch einen etwas größeren Mann hinter ihm. „Wer ist das Fratello?“, möchte Feli verwundert wissen.

„Ein Freund!“, brachte Romano brummend herraus und fragte:„Wo ist der deutsche Bastard?“

„Nach Hause geflogen...“, log Feli fix und konnte seinen Blick nicht von diesem Freund des Bruders abwenden.

„Was? Wieso ist er weggeflogen?“, fragte Romano ungläubig und betrat den Flur, begleitet von Gast.

„Ist das nicht egal? Lass uns Essen, ich habe Pasta gemacht. Ludwig hat die Zutaten gekauft, bevor er wegflog.“, meinte Norditalien unschuldig und nahm seinen Bruder und den Fremden bei der Hand und zog sie zum Speisesaal.

„Das ist aber nett, aber ich denke, wir sollten jetzt gehen.“, sprach der Gast nun und begann zu lächeln. Dabei wandelte sich der Griff, sodass der Fremde das Handgelenk des Italieners nahm.

„Ve...lass mich los!“, wollte Feliciano nicht mit.

„Zier dich nicht so, Fratello. Sonst tut es nur weh. Wir werden dir nur helfen.“, meinte Romano armeverschränkend.

„Helfen? Ihr wollt mich entführen! Das geht zu weit, Romano!“, klagte Feliciano und versuchte seinen Arm zu befreien.

„Sei unbesorgt. Mein Boss wird dir wirklich helfen, Norditalien.“, meinte der große Mann locker.

„Was? Du hast deinen Mafiosi verraten, wer wir sind?“, starrte die nördliche Hälfte Italiens geschockt.

„No, das wusste der schon so. Keine Ahnung woher.“, winkte Romano ab und war es gleich, wer sie sind.

Der Mann zog ihm weiter zum Ausgang und hielt inne, was auch Romano genervt aufschauen ließ.

„Was ist, warum geht‘s nicht weiter?!“, fragte Süditalien genervt.

„Wir sind nicht allein...“, kam es trocken vom Partner und Feli blickte über seinem breiten Körper und sah auf den Boden einen Origamikranich. Felicianos Herz schlug höher, weil er wusste, was das bedeutet.

„Also doch!“, schimpfte Romano, weil er auch wusste, wer noch da sein würde. Es stand um Feli noch schlimmer als angenommen, dass er ihn sogar belogen hat. Ihn, seinen Bruder!

„Moran, bringe meinen Bruder hier fort, ich kümmere mich um ihm!“, knurrte Romano verbissen und zückte eine Pistole aus einem Mantel.

Wütend ging Romano in die Wohnstube und suchte nach dem unerwünschten Gast. Moran zerrte den wehrlosen Italiener hinter sich her. Feli wollte sich losreißen, doch dann sah er, dass ein Origamikranich auf dem Fensterbrett saß. Ludwig ist draußen und Romano suchte erfolglos im Haus.

Ein erneutes Zerren von Moran riss Feli aber wieder in die Realität. Den Mann nervte der Widerstand des Italieners und blickte auf ihn. „Komm endlich oder ich schlage dich!“, betont er bedrohend und in Englisch.

Feli sah ihm erschrocken an, aber lächelte dann: „Germania!“

Schockiert blickte Moran hinter sich, aber sah niemanden. Doch er spürte eine harte Kopfnuss in den Rücken. Das ließ Feliciano frei und dann rannte Italien so schnell er konnte.

„HEY!“, schrie Moran dem Flüchtling hinterher. Er holte schnell eine Pistole hervor und rannte hinterher! So ein billiger Trick! Verdammt!

Weit kam Feliciano nicht, weil jemand ihn packte und hinter ein Gebüsch gezogen hat. Schon lagen sie auf fremden Grundstück und Deutschland zischte leise: „Ich bin‘s...pssssst!“

„Ich weiß...“, flüsterte Feliciano erleichtert und sie verdankten der Dunkelheit, dass sie fast unsichtbar für Moran waren.

Als der Mann verärgert die Straße runter lief und mehrmals um sich schaute, fluchte er. Denn er hat sein Ziel verloren.

„Komm...“, zischte Deutschland nun und schlich voran, worauf Feli ihm leise folgte.

„Wer war das?“, fragte Italien leise und beobachtete, wie Ludwig ein Auto aufknackte und Feli hinwies, einzusteigen.

„Ein Mitglied von Moriarty. Sie sind hinter Ländern her.“, erklärte Ludwig verärgert und schloss den Wagen kurz, damit sie wegfahren konnten.

„Was hinter Ländern? Warum?“, staunte Feli überrascht und nahm den Autodiebstahls erstmal hin. Es war ein Notfall.

„Ja, aber ich erkläre es dir noch. Erst müssen wir Gilbert finden!“, meinte Ludwig und man hörte Sorge. Die Nummer von Gilbert wird angerufen.

„Hey West, was gibts?“, hörte man nach vielen Tuten.

„Gilbert, wo steckst du? Wir müssen weg!“, fragte Deutschland streng.

„Warum denn? Italien ist sooooo schön. Ksesesese. Was ist dir denn über die Leber gelaufen?“, fragte Gilbert und gleichzeitig flog ein Küken neben dem Auto her, das von Norditalien gesichtet wurde.

Schnell machte Feliciano das Fenster runter und mit leicht humpelnden Flug gelang das Küken in das Auto. Es schiepte warnend, was auch Ludwig verstummen ließ.

„West? Rede mit mir, West!“, hörte man am anderen Ende des Handys sagen. Deutschland legte schnell auf und schmiss das Handy aus dem noch offenen Beifahrerfenster!

„Wa...????!!!“, wunderte sich Feliciano stark.

„Gilbird sagte, dass Gilbert zu Team Moriarty über gewandert ist.“, flüsterte Ludwig erklärend und fluchte kaum hörbar, „So eine Scheiße!“

„Schmeiß auch dein Handy aus dem Auto, oder sie orten uns!“, forderte Deutschland und nun verstand Feli auch, warum. Schnell war auch sein Handy auf der Straße gelandet und erschöpft schnaufte das Küken auf Felis Oberschenkel. Es kam noch rechtzeitig. Denn es konnte Morans Manteltasche entkommen und den darauffolgende Schüsse ausweichen. Auch durfte Gilbird mit ansehen, wie sie sein Freund böse wurde.
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