Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast 

Wenn Geschichten wahr werden...

von Rocky0411
GeschichteAbenteuer, Liebesgeschichte / P12 / Het
OC (Own Character) Old Shatterhand Winnetou
03.03.2021
19.06.2021
14
27.589
5
Alle Kapitel
38 Reviews
Dieses Kapitel
4 Reviews
 
 
03.03.2021 1.227
 
Hallo!
Schön, dass du zu dieser Geschichte gefunden hast. Ich hoffe, dass sie dir gefällt und bitte lass doch schon mal ein Review da.
In diesem Sinne: Viel Spaß und bleibt gesund.
Liebe Grüße,
Rocky
———————————————
„Das war es dann auch schon für heute. Erholsame Ferien!“, sagte meine Lehrerin vor der Tafel. Schon war auch gut. Ich hatte das Gefühl, dass mir die Hand gleich vom ganzen Schreiben abfallen würde und mein Kopf so viel neuen Stoff zu verarbeiten hatte, dass es den halben Tag wieder rausgeschmissen hatte. Was gab es heute nochmal zum Mittag? Dass ich diese Frage irgendwie nicht beantworten konnte, bestätigte meine Annahme. Ich packte eilig mein Schulzeugnis in den Ranzen und verließ nach meinen Klassenkameraden den Raum. „Tschüss, schöne Ferien.“, verabschiedete ich mich. „Ihnen auch, Lucy.“, entgegnete meine Lehrerin und ich lächelte freundlich.

Ich trat gerade aus dem Schulgebäude, als mich jemand ansprach. Mit einem Seitenblick sah ich Emma, eine Freundin, die lässig an der Wand lehnte. Ihre schwarzen Haare waren, trotz der kurzen Frisur mit Haargel ordentlich hergemacht. Sie trug ein dunkelblaues Oversized T-Shirt und eine schwarze, zerrissene Hose. „Kommst du heute noch zum See? Lilly und Max kommen auch.“, fragte sie, nahm ihren schwarzen Rucksack, der neben ihr auf dem Boden stand und setzte ihn sich mit einer langsamen Bewegung auf den Rücken. „Klar, ich wollte nur noch mal kurz beim Schützenverein vorbeischauen.“, antwortete ich.

Unser kleine Gruppe war nicht gerade das, was man als normal bezeichnen konnte. Wir waren aufgedreht, laut und oft einfach nur anstrengend. Es war ein Wunder, dass wir uns nie selbst auf die Nerven gingen. Emma ging mit mir zu meinem Auto. Ich nahm sie immer mit. Wir waren Nachbarn und da wir nebeneinander aufgewachsen waren, war ihr Haus mein zweites zu Hause, meines ihres. Generell war unser kleiner Freundeskreis wie eine Familie. Während Lilly, Emma und ich wie Schwestern waren, war Max der Freund vom Lilly. Angeheiratetes Familienmitglied, sozusagen. Emma legte ihren Rucksack neben meinen in den Kofferraum und stieg auf der Beifahrerseite ein.

Die Fahrt verlief schweigend. Es war kein unangenehmes Schweigen, Emma und ich verstanden uns einfach ohne Worte. Ich lenkte das Auto sicher vom Schulgelände und auf die Bundesstraße Richtung Heimat. Felder ohne Ende zogen an uns vorbei. Etwas abseits des Dorfes lag die Straße, in der wir wohnten. Ich fuhr auf das Grundstück meiner Eltern und stellte den Motor aus. Emma und ich stiegen aus. „Naja, dann bis nachher!“, rief sie mir zu und ging durch ein kleines Gartentor, welches ihr Grundstück mit dem meinen verband. „Bis dann!“, antwortete ich und schloss das Auto ab, nachdem ich meinen Rucksack aus dem Kofferraum gefischt hatte.  

Meine Eltern waren um diese Uhrzeit noch nie zu Hause, sie arbeiteten immer bis mindestens um sechs. Ich ging hoch in mein Zimmer, stellte meinen Rucksack an mein Bett und ließ mich auf das Möbelstück fallen. Mein Blick fiel auf meinen Schreibtisch, gegenüber vom Bett und auf die zahllosen Blöcke, die darauf lagen. Ich schrieb für mein Leben gern, dabei war es egal ob es Fantasie, Western oder etwas ganz anderes war. Plötzlich durchzuckte eine Idee mein Gehirn. Ich sah Lilly, Emma, Max und mich in einem Western Film, besser gesagt in den alten Winnetou Filmen. Ich lächelte, raffte mich auf und sah an die Uhr. Eine halbe Stunde hatte ich noch, bevor ich losmusste. Das reichte, um schnell die Idee aufzuschreiben.

Zu erst befasste ich mich mit den Figuren. Ich begann mit mir. Meine Figur sollte rote, lange Haare haben, sturmgraue Augen und eine zierliche Gestalt haben. Sie sollte eine typische, braune Reiterhose vom Wilden Westen tragen. Sie sah aus wie Rock, wenn die Figur stand und sollte bis zu den Schienbeinen reichen. Den Rest der Füße sollten braune Westernstiefel bedecken. Die Figur sollte dazu eine weiße Bluse, eine braune Lederjacke tragen und einen ebenso braunen, weiten Cowboyhut tragen. Ich wollte ihr auch Waffen verpassen, den im Wilden Westen ist ja nicht besonders ungefährlich. Eine Flinte, ein Revolver und ein Messer sollten es sein. Nach einigem Grübeln gab ich ihr noch eine Schimmelstute, ein American Quarter Horse. In den Satteltaschen soll sie noch ein blaues Kleid mit Schürze, Munition, Wasserbeutel und Verbandszeug aufbewahren, am Sattel selbst soll noch eine Decke befestigt sein. Meine Figur soll Rose heißen.

Emma verpasste ich schulterlange, schwarze Haare, ihre grünen Augen sollte sie behalten und sie sollte etwas stärker als ich sein. Sie hasste Röcke und Kleider, also gab ich ihr eine schwarze Leggins, ein weinrotes Hemd, eine schwarze Lederjacke, schwarze Westernstiefel und einen schwarzen Cowboyhut. Emma liebte es mit Pfeil und Bogen zu schießen, also gab ich ihr diese Waffen, zusätzlich noch ein Messer und ein Revolver. Auch ihr gab ich ein American Quarter Horse. Ein rauchgrauer Hengst mit schwarzer Mähne sollte es sein. In den Satteltaschen sollte sich Wechselkleidung, in Form von einer braunen Leggins und einem schwarzen Hemd, Munition, Verbandszeug und ein Wasserbeutel befinden. Am Sattel selbst war noch ein neuer Pfeilsatz, sowie eine Decke befestigt. Emmas Figur sollte Grace heißen.

Lilly würde in die Rolle einer Frau mit brustlangen, blonden Haaren, braunen Augen und einer ebenso zierlichen Gestalt wie ich schlüpfen. Sie würde mit Max‘ Figur in einem Planwagen sitzen, in dem der Rest des Besitzes von uns gelagert werden sollte. Daher würde ihre Figur ein grünes Kleid mit etwas dunklerer Schürze, braune Westernstiefel und einen weißen Cowboyhut tragen. Dazu würde sie noch eine ähnliche Hose wie meine Figur sie trug, ein hellgrünes Hemd, sowie eine braune Lederjacke besitzen. Lilly hasste Waffen, sie würde eher die Rolle einer Ärztin übernehmen. Neben einem Messer besaß sie also nur noch allerhand Heilmittel, sowie einen Wasserbeutel. Ihr Pferd sollte den Planwagen ziehen, im Notfall aber auch noch geritten werden. Lillys Figur besäße ein Appaloosa, welches cremefarbenes Fell mit hellerem Rücken und dunkleren Mähne sowie Schweif. Im Planwagen würden noch wenige weitere Sättel und Zaumzeug liegen. Die Satteltaschen von Lillys Figur sollten ihre Besitztümer, sowie eine Decke enthalten. Sie sollte Hope heißen.

Max‘ Figur war der einzigste Mann. Er wäre mit Hope verlobt und hätte braune, kurze Haare, braune Augen und wäre der wohl muskulöseste in unserer Gruppe. Er würde ein rot-weiß kariertes Hemd mitweinen braunen Weste darüber, braune Leggins, braune Westernstiefel und einen braunen Cowboyhut tragen. Er konnte, so wie ich, etwas mit Gewehren umgehen, weshalb er ein Gewehr, zwei Revolver und ein Messer besaß. Sein Pferd zog neben dem von Lillys Figur den Planwagen. Es sollte ein Fuchs sein, dessen Bauch, Rücken, Schultern Hinterbeine und ein Teil des Kopfes weiß waren, auf dem Punkte in der typischen rot-braunen Farbe lagen. In seinen Satteltaschen sollten sich ein neues, blau-weißes Hemd, eine schwarze Leggins, Munition, ein Wasserbeutel und Verbandszeug befinden. Am Sattel sollten zusätzlich das Gewehr und eine Decke befestigt sein. Seine Figur sollte Will heißen.

Ich warf einen Blick auf die Uhr. Fünf Minuten hatte ich noch, doch um nicht in Stress zu geraten, Faltete ich das Papier und steckte es in meine Hosentasche. Vielleicht fiel mir nachher noch etwas ein. Ich klaubte die Autoschlüssel von meinem Bett und ging runter. Gerade als ich die Tür öffnete erfasste mich ein solcher Schwindel, dass ich mich am Türrahmen festhalten musste. Der Autoschlüssel fiel aus meiner Hand und schwarze Punkte begannen vor meinen Augen zu tanzen. Plötzlich bekam ich Atemnot und dann war da nichts mehr. Ich spürte schon nicht mehr, wie ich auf dem Boden aufkam.
Review schreiben
 
 Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast