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„Ein verdammter Alptraum oder doch nicht?"

KurzgeschichteLiebesgeschichte / P16 / MaleSlash
Carsten Reimann Leonhard "Lenny" Cöster
02.03.2021
18.04.2021
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6.031
 
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02.03.2021 2.106
 
Hallo zusammen!

Ich habe schon lange nichts mehr von mir hören lassen, und hoffe sehr, dass es euch allen gut geht und ihr gesund seid.

Covid-19 nervt mich nur noch, und so habe ich mich mit dieser Story ein wenig abgelenkt, obwohl ich eigentlich an meinen anderen Geschichten weiterarbeiten müsste, aber ich konnte nicht anders.

Verraten möchte ich euch jetzt noch nicht viel über den Inhalt dieser Geschichte, würde mich aber über eine Rückmeldung, wie euch das erste Kapitel gefallen hat, sehr freuen!

Ich wünsche euch viel Spaß beim Lesen!

Viele liebe Grüße

eure black cat/Sammy ;-) ;-) ;-) ;-)
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Ich starrte auf die kahlen Wände. Wo  war ich hier? Soeben kamen zwei Männer, die ich nicht kannte, in den Raum ..
„Ist alles in Ordnung mit Ihnen“, fragte der etwas größere, während der andere Mann mich von oben bis unten abcheckte.
Ich antworte nur mit einem kurzen Nicken, daraufhin verließen die beiden Männer wieder den Raum.

In was für einen Alptraum war ich da geraten? Bis auf die kahlen Wände, befand sich noch ein Schreibtisch mit einem Bürostuhl davor, und zwei normalen Stühlen dahinter im Raum. Auf den beiden normalen Stühlen lagen auf der Rückenlehne zwei sehr teure Herrenanzüge, solche würde ich nur zu besonderen Angelegenheiten anziehen, für mich waren die bestimmt nicht gedacht, wahrscheinlich gehörten diese Anzüge einer der Männer, die gerade hier waren oder deren Kollegen. Was machte ich mir eigentlich solche Gedanken über diese beiden Herrenanzüge? Ich hatte jetzt echt andere Probleme dessen Lösung ich nicht kannte.  

In Gedanken versunken hatte ich gar nicht bemerkt, dass die beiden Männer einen kleinen Spalt von der Tür aufgelassen hatten, neugierig wagte ich einen schnellen Blick nach draußen. Dadurch konnte ich deutlich erkennen, dass im Raum nebenan mehrmals fotografiert wurde, die Blitzlichter der Kameras leuchteten auf. Was die da wohl so Wichtiges fotografierten? Über die Treppe drangen Wortfetzen und ich hörte Schritte die sich der Treppe im oberen Stockwerk näherten. Schnell entfernte ich mich von dem Türspalt wieder, und stellte mich vor einem der normalen Stühle, die wohl für Gäste gedacht waren, auch wenn der Raum alles andere als einladend auf mich wirkte. Kein Wunder, nicht mal eine Topfpflanze befand sich in dem Raum, auch nichts zum Trinken oder Essen, was man hätte seinem Gast anbieten können.

Man war ich vielleicht emotional aufgewühlt, wenn ich mir über solche Dinge Gedanken machte, eigentlich müsste ich in einer Ecke kaudern und um mein Leben bangen. Und was tat ich? Ich überlegte, wieso dieser Raum nicht zum Bleiben einlud. Hatte ich sie noch alle? Plötzlich hörte ich, wie die Tür des Raumes noch weiter aufgerissen wurde, aus einem Reflex heraus drehte ich mich sofort um. Ich sah in unglaubliche blaugrünen Augen, die so emotional aufgewühlt zu sein schienen, wie es auch meine waren, dieser junge Mann wusste anscheinend auch nicht, was gerade mit ihm geschah, was das alles zu bedeuten hatte.

„Bitte meine jungen Herren, setzen Sie sich bitte“, erhob jetzt der ältere Mann seine Stimme, er war der Grund, warum ich mich auch in diesem Raum befand, wortlos kamen wir seiner Bitte nach.
„Sie wundern sich sicher, wo Sie hier sind, was Sie hier verloren haben, deshalb mache ich es kurz. Sie beide befinden sich ab sofort im Zeugenschutzprogramm, da Sie beide für den gleichen Mann gearbeitet haben, der jetzt Ihrem Leben ein Ende setzen möchte“, kam er sofort zum Punkt, während wir heftig schlucken mussten, und uns mit großen Augen ansahen.
„Sie beide wissen einfach viel zu viel über die Drogen- und Waffengeschäfte des Mafioses Gonzo  Repkow und seinen Handlanger Katz und Stubbe. Sie haben völlig unschuldig Dinge erfahren, die Sie nie erfahren wollten und sollten, und deshalb sind Sie eine Gefahr für Repkow. Meine Einheit und ich sind dafür da zu verhindern, dass Repkow sein Vorhaben in die Tat umsetzen kann, und deshalb sitzen  Sie jetzt gemeinsam in diesem Raum. Wir haben einen Weg gefunden, wie wir Sie vor Repkow und seinen Handlangern schützen können“, fuhr er ohne Unterbrechung fort.
Verwirrt guckte ich den Typen, der neben mir saß, an. Was hatte ich denn mit dem zu tun? Auch er schien nicht zu wissen, was er mit dieser Information anfangen sollte. Sollten wir etwa gemeinsam in das Zeugenschutzprogramm, nur weil wir beide für dieses eiskalte Schwein Repkow gearbeitet hatten? Dann müssten noch eine Menge anderer Mitarbeiter von ihm den Raum in Kürze betreten, denn wir waren nicht die einzigen Angestellten, deren Leben er auslöschen wollte.
„Nun, um es weiter kurz zu machen, Sie beide bekommen eine neue Identität, und eine gemeinsame Eigentumswohnung, die Sie als Ehepaar beziehen werden“, ließ er die Bombe platzen.

„Was? Geht's noch? Haben Sie einen Nagel im Reifen? Ich stehe nicht auf Lockenköpfe im umgebügelten Hemd, der sieht so aus, als hätte ihm vor Kurzem seine Frau verlassen“, maulte der Blonde sauer, das wurde ich jetzt auch.

„Du bist auch nicht gerade ein Lottogewinn für mich. Jetzt mal ehrlich, was soll ich mit einem Blondschopf mit Milchbubengesicht, der auf mich wirkt, als sei er ein Lackaffe“, konterte ich wütend, daraufhin vernahm ich ein lautes Knurren. Dieser Blondschopf hatte mich tatsächlich angeknurrt, was wollte er mir damit sagen, dass er zu einem Pitbull werden konnte? Das war lächerlich, und das ließ ich ihm mit einem abwertenden Blick auch wissen, das gefiel ihm natürlich gar nicht, aber das war mir scheiß egal.

„Meine jungen Herren, bitte vergessen Sie nicht, in was für eine lebensbedrohliche Lage Sie sich befinden. Da draußen sucht Gonzo Repkow nach Ihnen, der nur ein Ziel hat, Sie beide so schnell wie möglich zu beseitigen. Das Gute ist, dass er nicht im Geringsten weiß, dass Sie sich jetzt beide kennen. Und so wird er bestimmt nicht nach einem jungen homosexuellen Ehepaar suchen, dessen Leben er auslöschen will. Außerdem können Sie froh sein, dass Sie nicht allein in das Zeugenschutzprogramm müssen, Sie haben sich und können sich so gegenseitig helfen, unterstützen und auch Mut machen, glauben Sie mir, ich weiß wovon ich rede. Da sollte Ihre Heirat nun wirklich das kleinere Übel sein“, stellte er klar.
Mir fehlten die Worte, und dem Blondschopf offensichtlich auch. Wieso wehrte ich mich nicht mit Händen und Füßen dagegen. Ich kannte den Blondschopf doch gar nicht, und sonderlich sympathisch war er mir auch nicht gerade. Wer knurrte denn auch schon, wenn ihm etwas nicht passte? Der Typ war noch ein Milchbube, grün hinter den Ohren, und der sollte jetzt mein Mann werden? Niemals!
„Sie beide sind bisexuell, und dazu noch Vollwaisen, auch das Risiko fällt damit weg, dass Repkow über Ihre Familien versuchen könnte, Sie zu finden, besser geht es doch gar nicht. Finden Sie nicht auch? Er kann nicht damit drohen, Ihren Familien etwas anzutun. Sie müssen  jetzt Ihr Schauspieltalent unter Beweis stellen, damit Ihnen Repkow nicht auf die Schliche kommen kann“, gab er uns zu bedenken.

„Das ist  mir egal. Ich weigere mich diesen Milchbuben zu heiraten“, fluchte ich. „Außerdem haben Sie meine Oma vergessen, bei ihr bin ich aufgewachsen. Was ist  mit ihr? Sie ist ja wohl auch durch mich in Gefahr“, stellte ich aufbracht klar, das machte mir wirklich große Sorgen.

„Ihrer Oma geht es gut, sie ist in Sicherheit. Sie weiß über alles Bescheid, und auch sie hat jetzt eine neue  Identität. Für Repkow wird sie schon vor einer Woche an einem Herzstillstand verstorben sein, das ist perfekt, da Ihre Oma wirklich am Herzen erkrankt ist. So wird Ihre Oma für Repkow auch keine Hilfe mehr sein, sollte er sich vergewissern wollen, ob sie wirklich das Zeitliche gesegnet hat, so wird er sich mit einer Urne zufrieden geben müssen, die ihn nicht weiterbringen wird. Was es sonst noch zu Ihrer Oma zusagen gibt, darauf komme ich später noch mal zurück“, versicherte er mir, was mich sehr beruhigte.

„Also ich werde den Lockenkopf auch nicht heiraten“, stellte der Blondschopf  fassungslos klar.

„Anscheinend habe ich mich nicht klar genug ausgedrückt, ich bitte Sie um Entschuldigung. Sie sind bereits verheiratet Herr Cöster“, ließ er ihn  schonungslos wissen.

„Was heißt hier Cöster? Das ist nicht mein Name“, bellte er entsetzt.

„Jetzt schon. Ihr voller Name ist Leonhard Cöster“ antworte er, bevor er seine Aufmerksamkeit auf mich richtete. Sie heißen jetzt Carsten Reimann. Sie beide haben sich im Übrigen dafür entschieden, dass Sie ihren Namen, auch nach der Heirat, behalten wollen.

„Moment mal, was soll das heißen, dass wir verheiratet sind? Wie können wir das sein, wenn wir doch gar nicht geheiratet haben?“,  hakte ich entsetzt nach.

„Doch, gestern vor drei Wochen haben Sie beide geheiratet. Sie sind also schon seit drei Wochen verheiratet, und werden in Kürze Ihre neue Eigentumswohnung in Berlin beziehen“, erklärte er uns, während er uns die Bestätigung des Standesamtes aus  Berlin  vorlegte. „Hinter Ihnen, genauer gesagt auf der Rückenlehne des Stuhls, liegt für Sie ein Herrenanzug, den Sie bitte anziehen, damit wir Hochzeitsfotos von dem glücklichen Paar machen können. Es wurde bereits ein Zimmer dafür hergerichtet, Sie müssen also nur noch total verliebt in die Kameras lächeln. Dann zeigen Sie mal meinen Kollegen und mir  Ihr Schauspieltalent", sagte er zuversichtlich. „Und vergessen Sie bitte nicht, dass Sie sich in einem Zeugenschutzprogramm befinden, und nicht in einem Wunschkonzert“, ermahnte er uns. „Das hier ist im Übrigen Ihr gemeinsamer Lebenslauf, den sollten Sie sich gut einprägen, damit Ihr neues geschenktes Leben auch in Zukunft ein unbeschwertes bleibt.  Und was Ihre Arbeit angeht, offiziell arbeiten Sie beide von Zuhause aus, Ihr Computer ist mit allem ausgerüstet was für Ihren Arbeitsplatz von Wichtigkeit ist, natürlich nur zum Schein. Trotzdem sollten Sie darüber Bescheid wissen, was für einer angeblichen Arbeit Sie nachgehen. Hinter Ihrem Arbeitsplatz verbirgt sich natürlich nur eine Scheinfirma, aber keine Sorge, sollte irgendjemand auf die Idee kommen dort anzurufen, um sich nach Ihnen zu erkundigen, so wird die Person im Glauben gelassen, dass Sie tatsächlich dort arbeiten.  Über das Finanzielle müssen Sie sich auch keine Sorgen machen, Sie werden immer mit allem Nötigem versorgt sein, und genug Geld zum Leben haben. Hier sind Ihre neuen Personalausweise, Geburtsurkunden, Führerscheine, und alle  wichtigen Unterlagen/Papiere von Ihrer gemeinsamen Eigentumswohnung, Autos und Arbeitsplatz, diese haben wir für Sie in einer großen Mappe zusammengestellt, jeder von Ihnen bekommt eine ausgehändigt, passen Sie gut darauf auf. Sie müssen noch das eine oder andere Dokument unterschreiben, denken Sie nur daran, dass Sie es mit Ihrem neuen Namen tun, aber das sollte kein Problem sein. So, jetzt beweisen Sie uns, dass Sie das glücklich verheiratete junge Paar Carsten und Leonhard sind, die ihr Glück kaum fassen können, weil der Himmel voller rosaroten Geigen hängt. Dafür ziehen Sie sich jetzt bitte um, damit wir mit den Hochzeitsfotos beginnen können, danach kann Ihr neues Leben beginnen. Ich  komme in ungefähr zehn Minuten wieder, das sollte zum Umziehen ausreichen. Wegen Ihrer Friseur, die  können Sie sich nebenan zurecht machen, dort liegen Bürsten und Kämme für Sie parat, sollten Sie diese benötigen“, bat er uns freundlich und zuversichtlich.

„Moment mal, ich ...“, aber mitten im Satz verstummte mein Ehemann Lenny, der jetzt auch erkannt hatte, dass ihm die Argumente fehlten, um doch noch dem Leiter des Zeugenschutzprogramms widersprechen zu können.

„Bitte ziehen Sie sich um, wir haben für die Vorbereitungen nicht ewig Zeit, es gibt noch genug andere Menschen, die sich in der gleichen Situation wie Sie befinden, und denen wollen wir genauso helfen“, stellte er noch klar, bevor er uns allein in den Raum zurückließ.

„Na ganz super, so habe ich mir schon immer meine Traumhochzeit vorgestellt. Ich heirate einen Typen, den ich nicht kenne. Und das alles wegen Repkow, ich könnte ihm den Hals umdrehen“, fluchte Lenny wütend.

„Das gleiche Bedürfnis habe ich auch“, versicherte ich ihm. „Aber im Moment sieht es so aus, als hätten wir beide keine andere Wahl. Aber ein Gutes hat das alles, wir können uns wieder scheiden lassen, schließlich kann man nicht von uns verlangen, dass wir bis zu unserem Tod zusammenbleiben,“ sagte ich erfreut über diese Tatsache.

„Stimmt, das wird die schönste Scheidung meines Lebens, daran halte ich fest, so fällt es mir leichter dein Ehemann sein zu müssen, schließlich ist es nur von kurzer Dauer“, gab mir Lenny zu verstehen.

„Nicht nur du Lenny. Ich werde unsere Scheidung auch groß feiern, es so richtig krachen lassen. Auch mir wird es jetzt leichter fallen dein Ehemann zu sein, wie du ja schon sagtest, ist ja nur für kurze Zeit, danach heißt es: Bye, bye!“, erwiderte ich, danach schritten wir zur Tat über, und zogen, wie man es von uns verlangte, die Hochzeitsanzüge an, zumindest sahen diese nach etwas Edlem aus, es würde mir leicht fallen, mich in diesem als glücklichen Ehemann zu präsentieren.
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