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Tränen

von Graceland
GedichtSchmerz/Trost / P12 / Gen
02.03.2021
02.03.2021
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Ich habe den ganzen Tag geweint und ich weiß nicht einmal warum. Die Tränen kommen einfach. Sie sammeln sich in meinen geröteten Augen und laufen über. Sie hinterlassen ein salziges Brennen auf meinen Wangen. Ich denke an nichts Besonders. Ich fühle nichts besonders trauriges.
Eigentlich fühle ich gar nichts.
Es passiert einfach. Immer und immer wieder.
Wenn ich mich ablenke, trocknen die Tränen, und wenn ich still bin, geht alles von vorne los. Als hängt über meinem Kopf eine dicke, graue Regenwolke, die meine Gedanken in ein monotones Surren verwandelt.
Ich spüre mein Herz schlagen. Ich höre meinen Atem, wenn er meinen Körper verlässt. Ich lebe. Ich existiere. Doch ich habe keine Ahnung, was ich damit anfangen soll. Jeder tiefe Atemzug ist die Ruhe vor dem nächsten Sturm, der nächste Zusammenbruch nur ein Luftanhalten entfernt. Und ich kann rein gar nichts dagegen tun. Ich bin vollkommen hilflos, als gehört mein Körper nicht mehr mir, als ob meine Seele ihre Hülle schon lange verlassen hat.
Manchmal kommt sie zurück und ich spüre wie das Glück und die Liebe mein Blut erwärmt und meine Haut kribbeln lässt. Ich fühle mich lebendig.
Ich atme tief ein und aus.
Und dann ist es vorbei.
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