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Herz in Flammen

KurzgeschichteHorror, Liebesgeschichte / P18 / Het
Daryl Dixon OC (Own Character)
01.03.2021
03.04.2021
4
12.538
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Dieses Kapitel
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01.03.2021 2.832
 
Liebste Leser,
Herzlich willkommen zu diesem kleinen Kurzprojekt.
Seit Tagen (wenn nicht sogar schon Wochen) ringe ich mit mir, ob und wann ich euch diese Kurzgeschichte präsentieren soll. Momentan experimentiere ich gern mit verschiedenen Daryl-Interpretationen herum. Zudem suchen mich immer mehr Ideen heim, die zu meiner großen FF nicht passen. Auch die Recherchen dafür bringen mich immer wieder auf neue Ideen. Also hab ich diese etwas andere Daryl-Interpretation zusammen mit einer dieser neuen Ideen und meinem „Recherche-Beifang“ genommen, in einen Topf geworfen und kräftig umgerührt. Das hier ist dabei rausgekommen.
Man muss auch mal rumspinnen dürfen xD
Was nicht bedeutet, dass diese Geschichte nicht mit der nötigen Ernsthaftigkeit geschrieben wurde. Ich wollte mich ganz einfach mal an einer Liebesgeschichte versuchen und brauchte mal etwas anderes zwischendurch.

Die Geschichte wird auf 6 Kapitel hinauslaufen und ist auch schon fast fertig geschrieben.
Der Song „Livin' on a Prayer“ von Bon Jovi hat mir die Inspiration für die Grundstimmung geliefert, daher auch die Songzitate über den Kapiteln (wenn auch nicht in chronologischer Reihenfolge).
Ich bin echt gespannt, was ihr davon haltet und immer noch unfassbar nervös!
Da es meine erste Liebesgeschichte ist und auch die Kurzgeschichte unerwartet herausfordernd war, freue ich mich auch über jede Art von Kritik und Verbesserungsvorschläge.
Viel Spaß beim Lesen :)

༺♡༻


꧁༻Kapitel 1༺꧂

„We've got to hold on to what we've got“
„Livin' on a Prayer“, Bon Jovi


Daryl sog scharf die Luft durch die Zähne. Trotz der Betäubung ziepten ihre Stiche oft unvorhersehbar. Es war ein widerliches Gefühl.
„Das war's.“
Er ließ die Luft aus seinen Lungen entweichen, während sie den Faden abschnitt und die Nadel in eine Schale legte. Zufrieden begutachtete sie ihre Arbeit und wickelte dann vorsichtig einen Verband um seinen Unterarm mit der genähten Schnittwunde. Sie hatte so verdammt zarte Finger, dass er es gar nicht spürte.

Ihr Blick wanderte kurz nach oben. Wissend musterte sie ihn.
Für einen Moment versank er in ihren dunklen Augen. Er hielt sich an dem kleinen schwarzen Punkt neben ihrer Iris fest. Auch nach all der Zeit entdeckte er immer wieder winzige Eigenarten an ihr, die ihn faszinierten.
„Also sagst du's mir?“, brach sie schließlich das Schweigen.
Er seufzte. „Schlägerei“, nuschelte er und löste seinen Blick.
Sie hob stutzig eine Augenbraue. „Okay“, ließ sie verlauten. „Und worum ging's?“
Sie zog die Handschuhe von ihren Fingern, behielt ihn aber dabei im Blick.
Daryl seufzte erneut. „Merle hatte Ärger mit seinem Dealer. Plötzlich schlug sich die ganze Bar. Konnte ja  nich' einfach daneben stehen.“
Er versuchte eine Faust zu formen, doch das stellte sich als Fehler heraus. Die Haut seines Unterarms spannte unangenehm.
„Und jemand hat dir den Unterarm aufgeschlitzt?“
„Es war eine Flasche, konnte sie gerade noch abwehren“, erzählte er.
Ihr Blick wanderte an seine Stirn. „Gilt wohl nicht für alles. Das wird ein schönes Veilchen.“ Er zuckte zusammen, als sie die Schwellung an seinem Auge berührte.
Sie seufzte und ließ sich neben ihm auf der Behandlungsliege nieder.

„Wie lang ist Merle jetzt aus dem Knast raus?“, fragte sie. „Drei Wochen? Und schon muss ich dich wieder zusammenflicken.“
„Zwei“, murmelte Daryl. Das war etwas, was Mila wohl so schnell nicht verstehen würde. Sie hatte nie Probleme dieser Art. Sie kam aus einer völlig anderen Welt. Seit Merles plötzlicher Entlassung wurde ihm das jeden Tag mehr bewusst.

„Ich hatte schon befürchtet, du hättest das wieder provoziert“, sagte sie und küsste ihn sanft auf die Lippen.
Er lächelte in sich hinein. Vor etwa einem Jahr war das auch so gewesen. Da hatte er fast jeden Tag nach einer neuen Verletzung gesucht, nur um sie in ihrem Gesundheitswagen aufsuchen zu können, nur um sie zu sehen.
Darüber waren sie längst hinaus.
„Aber so sehen wir uns wenigstens“, sagte er. „Is' selten geworden, dass wir Zeit für uns haben.“
Sie runzelte die Stirn. „Liegt nicht an mir. Seit Merle wieder hier ist, lässt du dich kaum noch blicken. Wann hast du das letzte Mal hier geschlafen?“
Zerknirscht kaute er die trockene Haut von seinen spröden Lippen. Merle forderte viel Aufmerksamkeit ein. Oft schaffte er es nur für ein paar Stunden, sich von ihm loszureißen. Zu dieser Zeit war Mila meistens mit dem Gesundheitswagen unterwegs.
Entschuldigend hob er ihr Kinn an und zog sie zu sich.
Es hatte ihn einst viel Überwindung gekostet, sie zu küssen. Jetzt fiel es ihm meist leicht. Immer wieder war er überrascht, wie er damit unangenehme Gespräche beenden oder sogar ganz vermeiden konnte.

„Du schmeckst nach Alkohol“, bemerkte sie, als sie sich wieder lösten.
„War 'ne lange Nacht.“
Sie musterte ihn für einen Augenblick. Sie hielt es ihm nicht vor, dass er momentan viel Zeit mit Merle verbrachte, dass er in eine Schlägerei verwickelt worden war und die ganze Nacht getrunken hatte. Sie schien sich wirklich darüber zu freuen, dass er jetzt hier war. Mila war schon ein seltsames Ding.
Gerade bildete sich ein freches Grinsen auf ihrem Gesicht. „Also wenn du jetzt schonmal hier bist.“ Sie leckte sich über die Lippen. „Josh kommt erst in einer Stunde. Ich hätte also noch ein bisschen mehr Zeit für dich.“
Daryl spürte sofort das Kribbeln in seinem Bauch. „Hier?“, fragte er.
Sie sah sich im Gesundheitswagen um und zuckte mit den Schultern. „Warum nicht?“, sagte sie, rutschte auf seinen Schoß und verwickelte ihn in einen langen Kuss.
Er lehnte sich auf der Behandlungsliege zurück und zog sie mit sich. Mit einer schnellen Bewegung löste er ihren Dutt und ihre langen dunklen Haare fielen ihr über die Schultern. Er vergrub seine Hände so gern in ihrer Mähne. Wenn ihre Haare offen waren, dufteten sie so gut.
Gerade hatte sie die ersten Knöpfe seines Hemds geöffnet, als ein schrilles Klingeln ertönte.
Sie fuhr hoch und starrte auf ihr Handy, das unter einem Stapel Akten vibrierte.
„Sorry“, murmelte sie und kletterte von ihm runter. „Könnte die Organisation sein.“
Seufzend ließ sich Daryl auf die Liege fallen. Na toll!

„Emilia!“
Daryl richtete sich wieder auf. Selbst von hier aus konnte er die dunkle, dröhnende Stimme ihres Vaters hören.
„Hey Daddy!“ Mila wirkte plötzlich verzückt wie ein kleines Mädchen. Wahrscheinlich, weil sie das für ihren Vater immer noch war und sie genoss das. Manchmal jedenfalls.
Lächelnd ging sie auf und ab und plapperte fröhlich vor sich hin.
„Das New Yorker Medical Center?“ Mila hielt inne, lehnte sich an einen kleinen Medikamentenschrank und zwirbelte ihre eigenwillige weiße Haarsträhne um ihre Finger.
„Ich bin noch nicht so weit. Ich hab hier noch was zu erledigen.“
Daryl konnte sich denken, worum es in dem Gespräch ging. Mila wollte eigentlich nur sechs Monate in Georgia bleiben. Jetzt war sie schon seit über einem Jahr hier.
Daryl wollte nicht daran denken, dass das vielleicht an ihm liegen konnte. Mila liebte ihre Arbeit hier. Egal, wie oft sie schon daran verzweifelt war. Besonders schlimm war es gewesen, als die junge Molly sie wegen eines Schwangerschaftsabbruchs aufgesucht hatte.
Die ganze Nacht hatte sie das Für und Wider abgewogen. Daryl hatte aufmerksam zugehört. Er glaubte nicht, dass er ihr bei der Entscheidung eine große Hilfe gewesen war. Doch Mila hatte eine getroffen und stand dazu, hatte nie daran gezweifelt.
Dafür hatte sie viel riskiert. Nicht zuletzt die strahlende Karriere, die ihr von allen Seiten vorhergesagt wurde.

„Ich kann hier viel mehr tun, Dad“, erklärte sie energisch in das Telefon. „Hier kann ich wirklich helfen. Ich werde noch bleiben.“
Sie wartete eine Antwort ab und holte wieder Luft. „Das weiß ich noch nicht. Sag deinem Chefarzt-Freund herzlichen Dank, aber er kann die Stelle jemand anderem geben. Ich habe kein Interesse.“
Während sie ihrem Vater zuhörte, legte sie die Stirn in Falten.
„Ja, Daryl und ich sind noch zusammen.“

Daryl zuckte unwillkürlich zusammen und musterte Mila, die ihm ein kleines Lächeln über die Schulter zuwarf.
Zusammen. Das hörte sich merkwürdig an und konnte so vieles bedeuten. Sie waren zusammen, wie in einer Beziehung zusammen. Auch merkwürdig. Als würde Mila ihm gehören; oder er ihr. Aber so fühlte es sich nicht an. Es fühlte sich merkwürdig an, aber gut merkwürdig.
Er hatte nicht viele Vorbilder in dieser Sache. Vielleicht die blöden Hühner, die der Alte manchmal angeschleppt hatte und die seine neue Mommy werden wollten. Oder alles versuchten, um ihn loszuwerden.
Er kannte Paare in seiner Nachbarschaft. Aber die schrien sich viel an und vögelten dann miteinander, bekamen ein Kind und schrien sich dann noch mehr an.
Es war nie etwas, was ihn gereizt hatte. Eine Beziehung, ein Zusammensein. Dann kam Mila.

„Das ist nicht nur ein kleines Abenteuer!“, platzte es aus ihr heraus. „Nein, Dad! Das verstehst du nicht! Ich weiß, Daryl passt nicht in dein Weltbild, aber er passt in mein Leben und …“ Sie stutzte.
„Ja, das weiß ich doch. Aber glaub mir, Daddy. Ich bin glücklich. Hier und jetzt. Mit Daryl.“ Ein breites Lächeln zeichnete sich auf ihrem Gesicht ab. „Wir kommen euch bestimmt bald wieder besuchen.“

Daryls Magen verkrampfte bei dem Gedanken, nochmal nach Palm Beach zu Milas Eltern zu fahren. Von der Familienfeier von vor zwei Monaten träumte er immer noch. Es war eine verwirrend andere Welt, voller Schleifen, Besteck und hochgestochenem Geschwätz, das er nicht verstand; wie ein schlechtes Theaterstück, in dem niemand er selbst war, und sich doch so viel auf seine Person einbildete.

Mila hatte aufgelegt und kam mit einem breiten Grinsen auf ihn zu. „Wo waren wir stehen geblieben?“
Er zog sie auf seinen Schoß und genoss ihre warmen weichen Lippen auf seinen.
Doch ganz bei der Sache war er nicht, als ihm ein Gedanke in den Kopf schoss. Er löste sich von ihr.
Fragend blickte sie ihn an.
„Was ist in New York?“, wollte er wissen.
Verdutzt hob sie eine Augenbraue. „Wirklich? Darüber willst du jetzt reden?“
Er zuckte mit den Schultern. „Das halbe Jahr ist rum. Du bist noch hier. Wieso?“
Sie seufzte und lehnte sich ein Stück zurück. „Es gefällt mir hier. Ich kann hier wirklich etwas bewirken, verstehst du?“ Sie lächelte ihn verschmitzt an. „Und du bist hier.“
„Und New York?“
Sie schob eine Strähne hinters Ohr und tastete bereits mit der anderen Hand nach ihrem Haargummi. Damit hatte er diese Sache für heute wohl endgültig beendet.
„Das wär eine Stelle als Assistenzärztin in einer riesigen Klinik“, erklärte sie.
„Und?“, fragte er.
Einen Moment lang starrte sie ihn prüfend an. „Willst du mich loswerden?“ Sie stand von der Liege auf und fischte ein neues Haargummi aus einer Schublade, mit dem sie ihre dunkle Mähne bändigte.

Er nagte an der Innenseite seiner Wange. „So war's nich' gemeint.“
„Wie dann?“ Sie stemmte ihre Hände in die Hüfte.
Daryl rutschte an die Kante der Liege. „Du brauchst doch so 'ne Stelle, oder? Damit du … eine richtige Ärztin wirst.“
Sie schnaubte. „Du redest ja schon fast wie mein Vater.“
Sie trat einen Schritt auf ihn zu und umfasste seine Hände. „Ich bin glücklich hier und ich bin glücklich mit dir. Wir sind glücklich, oder?“
Zögerlich sah er ihr in die Augen und nickte zaghaft. Er wusste nicht, wie sich Glücklichsein wirklich anfühlte. Aber er wusste, dass er lächeln konnte, wenn Mila in seiner Nähe war. Die Welt war irgendwie bunter mit ihr, das Leben fühlte sich etwas leichter an. Es war wie ein Rausch, den noch keine Droge in dieser Art hervorrufen konnte. Dabei fühlte er sich absolut klar.
Aber was, wenn Mila das hier verlieren würde? Ihr Lachen und ihre Farben? Was, wenn die Tristesse hier auch sie irgendwann auffraß? Wegen ihm? Wegen eines Traums? Wenn dieser am Ende zerplatzen würde und sie hätte alles aufgegeben. Dann hätte sie nur noch ihn. Das hatte sie nicht verdient.

„Das hier ist kein Ort für dich“, murmelte er.
„Sollte das nicht meine Entscheidung sein?“ Sie seufzte und schob diese eine fast weiße Strähne aus ihrem Gesicht. Daryl war immer wieder darüber verblüfft, wie faszinierend so eine Pigmentstörung sein konnte.
„Woher kommt das jetzt? Weil Merle wieder hier ist?“
Daryl fuhr hoch. „Blödsinn!“, raunzte er.
Sie schreckte vor ihm zurück.
„Du jagst einem Traum nach, der nich' in Erfüllung gehen wird. Die Menschen hier werden dich nie als eine von ihnen akzeptieren. Du bist aus der Stadt! Wenn du keinen Bock mehr hast, kannste gehen. Wir müssen hier bleiben!“
Er atmete einmal tief durch. So laut hatte er nicht werden wollen. Das war das, was Merle gesagt hätte. Shit!
Er gab es nicht gern zu, doch in dieser Hinsicht hatte Merle vielleicht recht. Mila gehörte nicht hierher. Das musste sie irgendwann begreifen.
„Ich weiß, woher ich komme, Daryl“, sagte sie schniefend und blinzelte eine Träne weg. „Und ich weiß, dass ich verdammtes Glück hatte. Ich will nicht, dass die Leute mich als eine von ihnen sehen. Sie sollen sehen, dass es Menschen gibt, die sie sehen. Dass nicht alle so versnobt sind wie sie glauben.“
Sie wandte sich von ihm ab und verließ den kleinen Behandlungsraum.

Daryl hastete ihr nach. „Mila!“
Er hatte sie nicht verletzen wollen. Als er sie einholte, zog sie sich gerade ihren Kittel über, der länger war als ihre kurzen Jeansshorts.
„Ich bin nicht dumm, Daryl!“, sagte sie. „Ich weiß, dass ich nicht allein die Welt verändern kann. Aber ich kann meinen Beitrag leisten. Menschen helfen, die Hilfe brauchen und sonst keine kriegen würden. Das erfüllt mich. Willst du das nicht verstehen?“
Er scharrte mit den Füßen und nagelte seinen Blick am Boden fest.
„Sieh mich gefälligst an!“
Langsam hob er den Kopf und sah in ihr gerötetes Gesicht. Die weiße Strähne hing quer über die Stirn bis zu ihrer Nasenspitze. Sie pustete sie weg und doch landete sie wieder genau da.
„Doch“, nuschelte er. „Ich versteh's. Dafür lieb ich dich ja.“
Er biss sich auf die Zunge. Shit!

Ihre Augen weiteten sich und sie starrte ihn ungläubig an. „Was hast du gesagt?“ Nur ein atemloses Flüstern verließ ihre Lippen.
Shit, sie hat's gehört!
„Ich mein ...“, stammelte er unsicher.
Auf ihrem Gesicht zeichnete sich ein breites Lächeln ab und sie legte ihre Hände in seinen Nacken.
„Versuch's erst gar nicht“, sagte sie. „Das kannst du nicht zurücknehmen, Dixon.“
„Will nur, dass 's dir gut geht“, sagte er. „Vielleicht is' New York besser für dich als hier. Besser als ich.“
Sie blickte ihn seufzend an und strich ihm über die Wange. „Bei dir geht's mir immer gut.“
Sie drückte ihm einen Kuss auf die Lippen.
„Und was wenn du das irgendwann bereust, dass du hier geblieben bist? Wegen mir?“ Er wollte sie nicht mit in seine Scheiße ziehen.
Sie legte ihre Stirn in Falten.
„Wer sagt, dass ich nur wegen dir hier bleibe?“, fragte sie neckisch und fuhr ihm mit dem Finger über die Lippen. „Du könntest auch einfach mitkommen nach New York.“
„Was?“, fragte er überrumpelt.
Sie nahm sein Gesicht in beide Hände. „Wenn ich nach New York gehe, dann nur mit dir.“ Noch ein Kuss. „Meine Eltern haben da eine Penthousewohnung.“ Sie küsste ihn nochmal und strich ihm über die Wange. „Also? Was sagst du?“
Sie machte ihn ganz verrückt und er suchte nach einem klaren Gedanken. „New York? Da gibt's kein Wald, oder?“
Lächelnd schüttelte sie den Kopf. „Nur wilden, unbändigen Großstadtdschungel.“

Sie küsste ihn so innig, dass ihm schwindelig wurde und er taumelte einen Schritt zurück, knallte mit dem Rücken gegen die Wand.
Er umfasste mit beiden Händen ihre Taille, drückte sie fest an sich, verlor sich in dem Kuss. Sie fühlte sich so gut an, so einzigartig. Sein Blut geriet in Wallung.
Schnaufend löste sie sich von ihm. „Wir haben jetzt echt nicht mehr viel Zeit.“ Mit flinken Fingern öffnete sie seine Hose.
Während er ihr den Kittel von den Schultern streifte, überlegte er, ob das im Stehen wirklich so gut funktionieren würde wie in den Filmen, die Merle manchmal abends schaute. In einer Hand ein Bier, die andere in der Hose. Fuck! Dieses Bild konnte er jetzt gerade nun wirklich nicht brauchen.
Vielleicht doch zurück in den Behandlungsraum und auf die Liege?

Es klopfte. „Oh! Ich wollte nicht stören!“
Erschrocken stolperte Daryl einen Schritt zurück.
„Hey, Josh!“, keuchte Mila mit einem hitzigen Lächeln. „Du bist heute aber früh dran.“
Daryl schloss hastig seine Hose und knöpfte sein Hemd wieder zu.
Josh lehnte sich mit einem Arm an den Türrahmen und lachte verschmitzt. „Eigentlich um dieselbe Zeit wie jeden Tag.“
„Ich geh dann besser“, raunte Daryl Mila zu. Er überlegte kurz und entschied sich dann doch für einen flüchtigen Kuss auf ihre Wange.
„Sehen wir uns heute Abend?“, fragte sie, als sie ihn am Hemd kurz zurückhielt.
Er nickte zögernd. „Mhm. Wenn Merle mit den Jungs unterwegs ist.“

„Überleg dir das mit New York“, rief sie ihm halblaut hinterher, während er fluchtartig an Josh vorbei aus dem Wagen stürzte und zu seinem Truck hastete. Er konnte Joshs schadenfrohes Lachen hören und Mila, wie sie ein „Halt die Klappe!“ zischte.
Er wollte nur noch weg. Während er über den Parkplatz stolperte, kramte er die Schlüssel aus seiner Hosentasche und war froh, dass die alte Schrottkiste ohne Zicken ansprang.
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