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Tales of Prisoners - The Next Generation

von SeiSarash
GeschichteDrama / P16 / MaleSlash
01.03.2021
01.06.2021
5
9.269
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15.03.2021 2.269
 
Romeo fühlt sich beim Essen sichtlich unwohl. Mal davon abgesehen, dass Alphas Wachhund ihn die ganze Zeit beobachtet, er sitzt auch ganz alleine an einem Tisch. Nicht einmal Blue sitzt bei ihm. Der Neuling kann gar nicht fassen, dass er vollkommen alleine ist, nur weil er einen Witz gemacht hat. Gut der war nicht sonderlich gut, aber irgendwie scheinen hier alle zum lachen in den Keller zu gehen. Da setzt sich doch jemand zu ihm. Ein kleinwüchsiger Mann, der sich offenbar nicht mit den anderen versteht.
„Na, so ganz alleine. Hast dich wohl mit unserem Lieblingsmacho angelegt, was? Mach dir nichts draus. Du muss nur aufpassen, dass du weiterhin nicht mit ihm aneinander gerätst, dann ist alles in Ordnung.“
Der Neue schaut zu dem kleinen Mann.
„Wirklich, ich hab das Gefühl, ich werde hier noch mächtig Ärger bekommen. Ich hab einen blöden Witz gemacht. Vielleicht sollte ich mich entschuldigen.“
„Ganz schlechte Idee. Wenn du das machst, wirst du noch sein Bückstück.“
Da kommt dieser eine Muskelprotz an den Tisch und schaut zu dem Kleinwüchsigen.
„Verpiss dich, Spy!“
Der kleine Mann namens Spy geht. Der Muskelmann setzt sich nun auf dessen Platz.
„Was zur Hölle hast du dir gedacht? Vermutlich gar nichts. Alpha zu verärgern. Du bist einfach nur dumm.“
Romeo schiebt sein Tablett weg.
„Ja ja, ich bin dumm. Und euer toller Gigantentyp ist der Beste. Wisst ihr was, fickt mich doch einfach bei jeder sich bietender Gelegenheit. Ich will einfach nur aus diesem scheiß Gefängnis wieder raus.“
Der Mann seufzt.
„Du verstehst es nicht. Alpha ist nicht ohne Grund die Nummer 1 hier. Als er hierher kam, war er einfach nur groß und schlaksig. Er hat sogar Krücken benötigt, weil sein Kreuz ihn nicht tragen konnte. Aber die richtige Kontakte und innerhalb eines Jahres war Alpha der Mann, denn du jetzt kennst. Ich glaube du solltest mal mit Rhodos sprechen.“
Nun ist Romeo doch sehr überrascht. Er hatte nicht erwartet, das Alpha mal so weit unten stand. Und nun ist er hier der Boss. Aber der letzte Satz verwirrt ihn.
„Rhodos? Ist das der Gefängnisleiter?“
Der Mann kichert kurz.
„Nein. Rhodos ist ein Häftling, mit massenhaft Einfluss und den nötigen Kontakten. Am besten bringe ich dich direkt zu ihm. Er kann dir ein bisschen helfen. Wir nennen ihn hinter seinen Rücken Integrationsberater. Sag ihm das nur nicht. Wirklich nicht! Gegen Rhodos ist Alpha ein kleiner Hundewelpe.“

Romeo musste schwören sich jegliche Witze zu verkneifen. Er ist nervös, als er auf dem Stuhl in dem kleinen Büro sitzt. Auf der anderen Seite des Schreibtisches auf einem bequemen Bürostuhl sitzt ein blasser Mann, mit langem, weißem Haar und einer Brille mit etwas dickeren Brillengläsern. Er schaut in eine Akte.
„Also, Romeo. Du hast dir gleich am ersten Tag Ärger mit Alpha eingehandelt. Hättest du nicht jemanden einfacheren nehmen können?“
Der Neuling verzieht ein wenig das Gesicht. Aber der Albino scheint das zu sehen, auch wenn er nicht in Romeos Richtung sieht.
„Solche Gesichter kannst du dir sparen. Wenn ich dir helfen soll, dann solltest du ein bisschen Respekt aufbringen. Ich werde schließlich nicht jünger.“
Da klopft es an der Tür. Kurz darauf geht diese auf und Alpha tritt ein. Rhodos schaut zu ihm rüber.
„Ah, Alpha. Setz dich.“
Der große Mann setzt sich nur etwas widerwillig neben Romeo auf den Stuhl. Rhodos legt die Akte auf den Tisch und dreht sich den beiden Häftlingen zu. Er überschlägt noch die Beine und schiebt die Brille hoch.
„So. Alpha, Romeo hat dir einen dummen Witz an den Kopf geworfen. Du bist 46 Jahre alt. Versuch einfach mal über so etwas zustehen. Und nun zu dir, Romeo. Denkst du eigentlich, Blue hat dich davor gewarnt, doofe Witze zu machen, weil er sich selbst gerne reden hört. Ich hab hier fast jeden Tag einen Neuling sitzen, weil ihr euren Arsch trotz Vorwarnung in die Schusslinie eines Mannes bewegt. Also, ich werde mit Eisenhauer sprechen. Ihr beide werdet euch ein Bucht teilen. Keine Provokationen, keine Demütigung. Alpha, das geht besonders für dich. Sollte mir irgendetwas zu Ohren kommen… nun, du weißt ja, was dann passiert.“
Rhodos lächelt. Alpha atmet etwas lauter auf, ist aber dann einverstanden.

Es ist gar nicht mal so einfach, eine Präsentation für Teenager zu erstellen. Gerade, weil diese so unglaublich uneinsichtig sind. Sagt man ihnen, dass man schon mal gesessen hat, feiern die es wie ein gewonnenes Football-Spiel. Big Daddy, der nun auch außerhalb der Haftanstalt so genannt wird, sitzt wie schon die Tage zuvor an seinem Laptop und überarbeitet eine Präsentation für einen Vortrag an einer Eliteuniversität. Den Vortrag hat Thomas, das Goldlöckchen ihm besorgt. Er besorgt generell viele solcher Vorträge für den ehemaligen Häftling. Die Wohnungstür geht auf und eine junge Frau kommt herein.
„Ich bin zu Hause.“
Das Mädchen wirft ihr Tasche in ein Zimmer und geht dann durch den Flur in das Arbeitszimmer ihres Vaters. Amy, so hat Big Daddy seine Tochter genannt kommt zu ihm und gibt ihm einen Kuss auf die Wange.
„Hey, Daddy. Sag mal, kann ich einen Vorschuss auf mein Taschengeld haben?“
Der ältere Mann schaut zu ihr.
„Hattest du nicht neulich schon einen Vorschuss auf dein Taschengeld. Dir klar, dass du dann nächsten Monat nichts bekommst?“
Amy legt ihr Arme von hinten um den Hals ihres Vaters.
„Och, bitte bitte. Kim und ich haben da so einen richtig geilen Secondhandshop gefunden. Da ist gerade ein Ausverkauf.“
Daddy hebt die Augenbraue und schaut sie an.
„Ich hab dir doch schon öfter gesagt, du sollst dir von deinem Taschengeld keine Klamotten kaufen. Für so was hab ich aufzukommen.“
Der ehemalige Häftling zieht seine Geldbörse aus seiner Gesäßtasche und öffnet sie. Er nimmt etwa hundert Dollar daraus und hält sie seiner Tochter hin.
„Gib nicht alles auf einmal aus.“
Amy nimmt sich das Geld, gibt ihrem Vater noch einen Kuss auf die Wange.
„Danke, Daddy, du bist der Beste.“
Sofort läuft das Mädchen in ihr Zimmer, nimmt ihre Handtasche und reist die Haustür auf. Vor dieser steht Blondie mit zwei vollen Einkaufstüten. Dieser springt geradezu zur Seite, als das junge Mädchen an ihm vorbei hechtet.
„Hi Blondie.“
Der blonde Mann schaut ihr nur kurz hinterher, dann betritt er die Wohnung und macht die Tür mit seinem Fuß zu. Die schwer gewordenen Einkäufe stellt er in der Küche auf den Tisch. Dann beginnt er, die Einkäufe auszupacken. Da umschlingen Big Daddys Arme ihn von hinten. Blondie lächelt.
„Kommst du gut voran?“
Daddy legt seinen Kopf auf Blondies Schulter.
„Schleppend. Was sagt man ein paar reichen und vermutlich verzogenen Teenagern? Und ich hatte Schwierigkeiten, deine Notiz zu lesen.“
Der Halb-Russe hält ein kleinen Notizzettel hoch. Die Blondine nimmt den Zettel in die Hand und ließt ihn vor.
„Anruf von Goldlöckchen. Bitte zurückrufen.“
Der Schwarzhaarige schaut nochmal genauer hin.
„Ah, jetzt sehe ich es auch.“
Blondie gibt seinem Liebsten den Zettel wieder.
„Du solltest dir vielleicht nochmal einen Termin beim Augenarzt machen.“
„Oh ja.“
Mit dem Blick auf den Zettel gerichtet, geht Daddy auf den Flur und greift nach dem Telefon.

Thomas, das Goldlöckchen, hat mit seiner Sendung viel zu tun. Er muss stetig die Gäste auf Herz und Nieren untersuchen, um nicht in irgendein Fettnäpfchen zu treten oder einen Skandal zur riskieren. Gerade hat er die Liste für die nächste Sendung beendet, da klingelt sein Handy. Er ist bester Laune, als er sieht wer da anruft. So nimmt er den Anruf an.
„Hallo, Daddy. Ich habe mich schon gewundert, warum du mich nicht früher angerufen hast. Hat Blondie vergessen, dir Bescheid zu sagen?… Du konntest den Zettel nicht lesen? Dann solltest du vielleicht einen Termin beim Augenarzt machen…. Na, wenn Blondie das auch sagt, wird es erst recht Zeit…. Ja, also ich habe mit meinem Freund gesprochen…. Genau der. Er meinte, er würde einen Tag für einen deiner Vorträge organisieren. Er arbeitet in an der Brennpunktschule in diesem einen Stadtteil. Mein Freund und ich würden uns gerne mit dir treffen bezüglich des Vortrages. Es sollen ganz große Vorträge werden, in der Aula vor mehreren Klassen…. Die nötige Technik würde ich besorgen…. Ja, es wäre schon besser, wenn du bis dahin besser sehen kannst. Gerade in dem Alter sind Kinder äußerst gehässig…. Klar, ich melde mich. Bis dann.“
Thomas legt auf und sucht sofort einen anderen Kontakt heraus, den er dann sofort anruft.
„Ja, Winfried. Ich habe gute Neuigkeiten.“

Romeo ist vollkommen eingeschüchtert. Er soll mit diesem Riesen von einem Mann in einer Bucht schlafen. Der macht ihn doch kalt, sobald er die Gelegenheit bekommt. Jedoch scheint Alpha den neuen komplett zu ignorieren. Zumindest in der Zeit, die er in der Bucht verbringt. Romeo ist generell überrascht, dass dieser Rhodos Alpha noch alleine sprechen wollte, nachdem sie fertig waren. Das war vor einer Stunde. Vielleicht ist dieser Albino ja doch härter drauf, als der Neuling dachte. So versucht er sich auf seiner Seite der Bucht ein wenig einzurichten. Er streicht die Decke glatt, als auf dieser ein Beutel mit Zahnputzutensilien und weiteren Hygieneartikeln landen. Romeo schaut auf. Am Eingang steht Blue, der noch ein paar Handtücher aufs Bett wirft.
„Bist schon bei Rhodos gewesen. Der war bestimmt angepisst. Wo ist Alpha? Sollte er nicht auf hier sein?“
Der Neue schaut kurz hinter sich, zu Alphas Seite, dann zu Blue.
„Diese… Rhodos wollte ihn noch alleine sprechen.“
Da muss der Blauhaarige grinsen.
„Das ist doch echt nicht zu fassen. Na gut. Kannst du Alpha sagen, er soll zu Red kommen, der braucht seine Hilfe.“
„Red?“
Blue wendet sich zum Gehen.
„Sag es ihm einfach.“
So bleibt Romeo alleine zurück.

Alpha schaut zur Decke des Büros und atmet einmal tief durch. Rhodos, der auf ihm liegt und gerade eine Zigarette angezündet hat, steckt sie dem größeren in den Mund. Dann setzt er sich auf und schaut zu Alpha runter.
„Du hast meine Drohung hoffentlich verstanden. Wenn nicht… ich kann es mir auch von anderen holen.“
Alpha stützt sich auf die Unterarme.
„Ja ja, ich hab es kapiert. Keine Erniedrigungen oder Schlägereien.“
Der Albino nimmt dem Blockboss die Zigarette aus dem Mund und zieht selbst daran. Rhodos hat vor etwa zwei Jahren mit dem Rauchen angefangen. Kurz nachdem Dorian gestorben war. Lange Zeit hat er sich deswegen aufgegeben. Aber als Alpha an die Macht kam und deutliches Interesse an ihm zeigte, ging es wieder etwas bergauf. Aber das Rauchen konnte er sich nicht so einfach abgewöhnen. Also hat er es einfach dabei belassen. Alpha und Rhodos sehen sich selbst als Gelegenheitsraucher, weil sie in der Regel nur zu einem bestimmten Moment rauchen. Nach dem Sex.

Es ist Abend und in der Cafeteria ist wie jeden Abend Hochbetrieb. Und ausgerechnet an diesem Abend hat Sheamus ein Problem. Der Lieferant hat Schwierigkeiten mit den Mengen. Das aber schon etwas länger. Man redet von einem Engpass. Angeblich gibt es nicht mehr genug frische Nahrungsmittel für die Bevölkerung. Die Brände im Herbst letzten Jahres haben wohl etliche Ernten zerstört. So hat der Händler noch und nöcher Konserven angeschleppt. Dadurch sind in der Küche weniger Leute beschäftigt. Und viele der Häftlinge beschweren sich über das Essen, dass deutlich schlechter schmeckt. Und das ruft ihn einigen Aggressionen hervor. Nicht nur, dass die Häftlinge sich gegenseitig die Köpfe einschlagen, das Küchenpersonal wird auch öfter angegriffen. Seit dem ist Grim immer an der Front und passt auf, dass zumindest die Leute aus der Küche in Ruhe gelassen werden. Trotzdem ist es eine Last. Und nicht nur Sheamus muss ich mit wild gewordenen Häftlingen herumschlagen. Auch Red muss Diebstähle von Häftlingen abwehren, die sich am Futter für die Tiere des Gnadenhofes vergreifen. So stehen die beiden zusammen am Lieferanteneingang der Küche. Red wirft für seinen Blindenwolf Brock gerade einen alten Tennisball, als Sheamus ihm von seinem äußerst unerfreulichen Telefonat mit dem Lieferanten erzählt.
„Er sagte, die nächste Lieferung von Obst und Gemüse können die erst nächsten Monat liefern.“
Red seufzt.
„Schöne Scheiße. Und so lange darf ich mich noch mit diesen Arschlöchern rum schlagen. Weist du, was die gestern gemacht haben? Eine Frau hat ein paar Obstbäume und hat und einen ganzen Sack davon gespendet. Und diese hirnlosen Halbaffen haben sie mit herausgerissenem Gras und Dreck beworfen und sie eine Schlampe genannt, weil sie das Essen an diese ‚nutzlosen Drecksviecher‘ spendet. Sie sagte, dass sie nicht wisse, ob sie bei diesen Zuständen noch einmal spendet.“
Sheamus verzieht das Gesicht.
„Unter der Führung meines Bruders hätten die sich das nicht getraut.“
„Bullshit. Ob Alpha oder Daddy. Es gibt immer Gefangene, die sich benehmen wie die Axt im Walde. Als Alpha heute da war, hab ich ihm gesagt, er so mal eine klare Ansage machen.“
Brock reibt seinen Kopf am Bein sein Herrchen, der den Ball aufhebt, nachdem er ein wenig danach getastet hat und wirft ihn wieder.
„Weißt du was, Sheamus? Wir sollten vielleicht mal alle zusammen eine Ansage machen. Alle Blockbosse und alle, die etwas zu sagen haben.“
Der Koch streicht sich über seinen Bart und denkt kurz nach.
„Gar keine so schlechte Idee. Die Mehrheit steht hinter einem von uns. Das würde Eindruck machen. Vorausgesetzt, alle machen mit.“
Red nickt kurz, dann greift er in eine Tasche und holt einen Apfel hervor und hält ihn Sheamus hin. Dieser schaut kurz auf das Obst und nimmt es dann.
„Wie war das? Die wollen dir die Spenden klauen?“
Der Blinde holt noch einen Apfel hervor und wischt ihn an seiner Uniform ab.
„ Zwei Äpfel werden meine Tiere nicht vermissen. Unsere Diebe würden aber den ganzen Sack mitnehmen. Außerdem, wir schmeißen diesen Scheißladen. Da sollten wir uns auch mal was gönnen dürfen.“
Red beißt in den Apfel. Sheamus schaut kurz durch die Küche, zum Tresen, wo mal wieder ein Häftling randaliert. Er seufzt und beißt schließlich in seinen Apfel.
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