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süß, süßer, Sofia

von MarieSol
GeschichteLiebesgeschichte / P18 / Het
OC (Own Character) Riku Rajamaa
01.03.2021
14.04.2021
21
15.961
7
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01.03.2021 644
 
‚Na super, der letzte in der Schlange…‘ frustriert stöhnte Riku auf und raufte sich sein braunes Haar. Wäre ihm nicht der absolut köstliche Duft von frischem Kaffee in die Nase gestiegen, hätte er sich vermutlich nie in dieses kleine Café verirrt, schon gar nicht, da er wieder auf den letzten Drücker unterwegs war. „Sofias“ das schnörkellose Schild über der Tür war ihm noch nie aufgefallen. Dabei lag das Café gerade mal drei Häuser neben dem Studio in dem er gerade arbeitete. Die Schlange hatte sich erstaunlich schnell aufgelöst und so bestellte er sich zum Kaffee auch noch eine Zimtschnecke, die sahen echt zum anbeißen aus. Er schob seine Gitarre, die geschultert hatte, etwas zur Seite, um sein Portemonnaie aus der hinteren Jeanstasche angeln zu können und achtete gar nicht weiter auf alles um ihn herum. „Hier bitte schön, Riku.“ wurde ihm seine Bestellung gereicht. „Mmhhmm…“ brummte er nur und sah kurz auf ‚Kann ich nicht mal mehr in Helsinki Kaffee holen, ohne dass es auffällt…‘. Er bezahlte und wandte sich zur Tür. Dort traf es ihn allerdings wie ein Blitz „Sofia?“ drehte er sich nochmal um und ging wieder auf den Tresen zu. Er sah in ihr lächelndes Gesicht, das noch immer von ihren langen blonden Haaren umrahmt war. Die strahlend blauen Auen funkelten ihn vertraut an, als hätten sie sich erst gestern zum letzten Mal gesehen. „Tut mir leid, ich wollte dich gerade eben nicht…“ „Nein, nein…“ unterbrach er sie „schon gut, … wie lange ist das her?“ Sie legte den Kopf leicht schräg „Etwas mehr als 18 Jahre, würde ich sagen.“ Riku schüttelte ungläubig den Kopf „Wahnsinn, kommt mir nicht so vor. Du hast dich nicht verändert…“ Ihre Augen zuckten kurz auf „Naja, das würde ich jetzt nicht so sagen…“ Und Riku durchfuhr es eiskalt: erst jetzt konnte er von sich von den Augen und ihrem Lächeln lösen und sah, dass sie eigentlich nur noch die Hälfte der Person war, die er aus Schulzeiten kannte. Ihre Figur hatte es ihr damals ziemlich schwer gemacht, sie war eben nicht in das vorherrschende Schönheitsideal zu pressen gewesen. ‚Rajamaa, du bist der größte Depp auf dieser Erde!‘ schallt er sich innerlich. „Also… ich meinte dein Lächeln hat sich nicht verändert, es ist immer noch so schön wie damals.“ Sie lächelte, aber diesmal kam es nicht bei ihren Augen an. „Alles gut, Riku. Ich sollte hier weiter machen, die Hochzeitstorte verlangt nach mir. Mach‘s gut!“ Er hatte sie verletzt – einmal mehr. ‚Da kreuzen sich unsere Wege nach 18 Jahren und ich brauche nicht mal eine Minute, um sie erneut vor den Kopf zu stoßen!‘ Fassungslos über sich selbst und sein nicht vorhandenes Fingerspitzengefühl musste er sich eingestehen, dass es jetzt echt besser wäre zu gehen, bevor er es noch schlimmer machen würde.

Sofia hatte sich mittlerweile den Biskuitböden zugewandt. Sie hatte eine kleine Backstube im hintern abgetrennten Bereich des Ladens, aber die Tortenträume lies sie vorne in einer Art Show-Küche entstehen. Für die mehrstöckige Torte hatte sie helle und dunkle Böden gebacken, die mit verschiedene Fruchtcremen bestrichen werden sollten und dafür wollte sie sie nun teilen. Als sie den vertrauten Klang der Türglocke vernahm, lies sie das Messer sinken und musste zuerst einmal tief durchatmen. ‚Warum musste ich ihn auch ansprechen?‘ fragte sie sich ‚Hätte ich nicht einfach die Klappe halten können und gut wäre gewesen? Nein, Madame erinnert sich anscheinend nicht mehr schmerzhaft genug an damals. Warum sollte er heute anders sein als früher? Er hat vor 18 Jahren nicht richtig hingesehen und er tut es auch heute noch nicht.‘

Die Begegnung mit Sofia hatte Riku aufgewühlt, er konnte und wollte das so nicht stehen lassen. Er hatte das dringende Bedürfnis, das wieder hinzubiegen. Warum war er auch damals so feige? Warum war es wichtiger, was andere dachten, als das, was er selbst wollte? Hier wäre wohl mehr als eine Entschuldigung nötig…
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