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Legends Never Die

GeschichteDrama, Schmerz/Trost / P16 / Gen
Fürst Shimura Jin Sakai Yuna
28.02.2021
28.02.2021
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Yuna rannte und beobachtete dass brennende Schiff des Khans. Sie war nicht schnell genug gewesen. Die Diebin hatte es nicht geschafft Jin Sakai zu folgen. Besorgt versuchte sie zu sehen, was dort vor sich ging. Ein Mongole sprang schreiend auf sie zu. Yuna handelte instinktiv, griff den Bogen fester, spannte die Sehne mit dem eingelegten Pfeil. Sie traf ihr Ziel selbstsicher und wandte sich wieder dem Schiff zu. Es war praktisch unmöglich dorthin zu gelangen. Würde sie in eines der Ruderboote steigen, wäre das ihr sicherer Tod. Die Diebin blieb hinter zwei Felsen stehen. Sie schützten ihren Rücken vor den Mongolen an Land. Etwas tat sich auf dem Schiff. Ein Knall, gefolgt von einer dunkelgrauen Wolke stieg zum Himmel empor und jemand sprang vom Schiff.
Sie wollte nachsehen, als ein dumpfes Geräusch zu ihrer linken, ihre Aufmerksamkeit stahl. Im weichen Sand lag eine Maske. Yuna schritt vor und hob sie auf. Es war Jins Klan Maske. Hoffentlich, war ihm nichts schlimmeres passiert. Ihr Herz raste, drohte aus der Brust zu springen. Ein Windhauch ließ sie aufblicken, direkt in die Augen des Mannes , dem sie seit Anbeginn des Krieges folgte. Er war nicht Blut
übersät, doch sein Ausdruck verriet Schmerz. Der Geist kippte nach vorne, konnte sich nicht halten, doch Yuna zögerte nicht und fing in auf. Jin stützte sich ab und ließ sie los. Yuna versuchte zu deuten, was in ihm vorging. Sie wollte ihn Fragen, doch sie konnte nicht.
„Das ist deine“ sagte die Diebin stattdessen und hielt ihm seine Maske hin. Es dauerte einen Augenblick, bis Jin sich regte. Sein Blick wanderte zurück zu ihrem. Er verzog den Mund zu einem gequälten Strich. Plötzlich liefen ihm Tränen von den Wangen.
„Jin, was…“ er sank auf die Knie. Die linke Hand dicht an seinem Herzen, die rechte zitternd auf seinem Oberschenkel. Yuna schnappte nach Luft, ließ sich zu ihm nieder und berührte sanft seine Schulter.
„Yuna…“ die angesprochene erschrak. Seine Stimme war nur ein leises schmerzhaftes stöhnen, nicht einmal ein Bruchteil des starken Geistes, Jin Sakai.
„Gift…“ krächzte er, sein Kopf sank auf die Brust und er fiel nach vorn. Die Diebin riss die Augen auf, Panik und Sorge breitete sich schlagartig in ihr aus. Sie fing Jin erneut auf und legte ihn seitlich in den Sand.

Der Geist atmete schwer. Seine linke ruhte immer noch auf seiner Brust. Er krümmte sich zusammen wie ein kleines Kind. Yuna sah ihn hilflos an. „Was ist passiert?“ ihre Stimme brach. Sie versuchte geduldig auf eine Antwort zu warten, doch die Sorge, dass sein Leben schneller enden würde, als sie sich hätte vorstellen können, überwog. So hatten sie sich doch zu Anfang der Schlacht noch mit Lebewohl verabschiedet. Trotzdem war sie fest davon überzeugt gewesen, dass Jin Sakai - der rachsüchtige Geist, zu dem sie ihn ernannte, unsterblich war. Nun lag er krampfend und stöhnend vor ihr.
„Am Herrenhaus, begann der Kampf gegen den Khan. Ich siegte fast, doch“, Jin hustete und ein Rinnsal Blut quoll aus seinem Mundwinkel. Die Diebin wischte es ihm fürsorglich weg, aber es half nicht, es lief erneut.
„er warf einen Beutel mit Gift, ich atmete die Wolke ein.“ Yuna legte ihre Hand unter seine Wange, schaute ihn ernst an und überlegte sich gut, wie sie ihm jetzt ihre Botschaft übermitteln sollte. Der flaue Magen, half ihr dabei leider nicht weiter.

„Jin Sakai, ich erlaube dir nicht zu gehen! Ich werde dich im Tod heimsuchen, solltest du jetzt einfach aufgeben. Du hast Tsushima gerettet und tust es noch, du hast nicht geurteilt über Wohlstand und Armut, über unschöne Taten, die Menschen begehen müssen um zu leben. Stehlen, wie ich… Du hast sie alle gerettet.

Du hast mich gerettet.

Jetzt werde ich dich retten!“

Sie wollte aufstehen und Hilfe suchen. Vielleicht konnten ihr die anderen Verbündeten helfen. Norio kannte bestimmt einen Heiler… Doch als Yuna sich erheben wollte, hielt sie seine Hand am Unterarm fest. Die Augen des Geistes auf ihre gerichtet. Ihr Herz fing wie wild an zu schlagen. Diese Entschlossenheit, die Jin nun wie eine Aura umgab, fesselte sie. Er zog an ihrem Arm und Yuna ließ es zu. Sie beugte sich nah über ihn, konnte seinen Atem auf ihrem Gesicht spüren. Er roch nach Meersalz und Schweiß. Sie spürte seine Hand auf ihrem Hinterkopf, sie drückte leicht. Die Diebin wusste gar nicht, wie ihr Geschah. Alles um sie herum, rückte in weite Ferne, schreie und rufe. Das klirren von Stahl auf Stahl, das zischen der Pfeile, die ihre Ziele suchten. Knisternde Flammen die an den Häusern und Schiffen leckten, das Rauschen des längst angekommenen Sturmes.

Es gab nur ihn. Yuna ließ sich treiben. Legte ihre Lippen auf die seine, die schon sehnlichst auf sie gewartet hatten. Sie fühlten sich rau an, unnahbar, aber auch ein funken Wärme, den er noch in sich trug. Sie genoss das Gefühl noch einen Augenblick länger. Doch dann änderte sich seine Haltung, Der Kopf wog schwer in ihrer Hand, die ihn stützte. Die Lippen öffneten sich, gaben nach. Yuna wich zurück, strich durch sein Haar und ließ von ihm ab. Weitere Tränenspuren verliefen im Sand.

„Vergiss nicht Sakai, du darfst nicht aufgeben.“ Die Diebin legte einen Pfeil an und lief so schnell sie ihre Füße trugen.
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