Geschichte: Freie Arbeiten / Poesie / Trauriges / Kalt

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Kalt

GedichtPoesie / P12 / Gen
28.02.2021
28.02.2021
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Der Schmerz sticht wie ein Wespennest,
Die kalten Tränen frieren fest,
Das Atmen fällt allmählich schwer
Und suchend schaut das Kind umher.
Wo ist die Mutter, die versprach,
Sie käme pünktlich, viertel nach?
Das Kind blickt auf zur Kirchenuhr,
Die Glocken schlagen dreimal stur.

Das war die erste halbe Stunde,
So geht es in die nächste Runde
Und wieder wartet dieses Kind,
Bis alle Lichter dunkel sind.

Zitternd steh am Bahnhofssteig
Ein kleines Mädchen schon bereit,
Um in das Auto einzusteigen,
Unterm Vordach ganz bescheiden .
Sie senkt den Blick auf ihre Hände
Und wünscht, die Kälte hätt' ein Ende,
Doch eisern geht der Glockenschlag,
Es naht das Ende für den Tag.

Das war die zweite halbe Stunde,
So geht es in die nächste Runde
Und wieder wartet dieses Kind,
Bis alle Lichter dunkel sind.

Noch immer friert die Kleine sehr
Und ihre Beine werden schwer,
Es macht ihr Mühe, wach zu bleiben,
Sie muss doch solche Schmerzen leiden.
Nun ist es eine Stunde her,
Die Mutter kommt wohl doch nicht mehr.
Und mit der Hoffnung geht die Uhr
Und läutet immer weiter nur.

Ohne Ende Glockenschlag
Tage später an dem Grab.
Ein Auto kam erst angefahren
Als alle Lichter dunkel waren.
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