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Ostern in Gefahr

GeschichteFamilie, Fantasy / P12 / Gen
Derek Rayne OC (Own Character) Rachel Corrigan
28.02.2021
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14.211
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Armaros erschien gehetzt in der Botschaft. Erleichtert sah er, dass Astaroth im Vorzimmer saß und nicht der "liebe nette" Euangelion, der Sekretär des Höllenfürsten. "Ich habe nicht viel Zeit. Ich muss mit dem Chef reden - neutraler Ort... sag ihm ich muss ihn auf der Isla de las Muñecas treffen. Ich... es ist wichtig... für alles hier... ich muss los, sonst merken die anderen was!"  flüsterte er hastig und war wieder verschwunden.
Überrascht hatte Astaroth den Worten gelauscht. Armaros war an sich einer der launigsten gefallenen Engel.
Der Höllenfürst saß gerade mit seiner Familie wie jeden Morgen, morgenmuffelig am Küchentisch seines Hauses auf Norderney, als Astaroth ihn über den mentalen Weg kontaktierte. "Lucifer, bist du schon auf? Ich müsste dich kurz sprechen." "Küche-Norderney." antworete dieser schlecht gelaunt, da dieser noch nicht mal seinen ersten Kaffee getrunken hatte. Kurz darauf erschien Astaroth in der Küche. "Huch! Jetzt bin ich aber erschrocken. Möchtest du einen Kaffee?" fragte Ilse freundlich und gutgelaunt. "Ja gerne Ilse, ich trinke ihn wie Lucifer, danke." antwortete der gefallene Engel und setzte sich an den freien Platz am Tisch. "Hat Lucifer noch seinen ersten Kaffee?" fragte dieser. Selvaggia nickte grinsend. "Ilse dann mach bitte für Lucifer gleich noch einen Kaffee to go mit Schuss. Ich glaube den kann er brauchen!" Überrascht warf die alte Dame dem Engel einen Blick zu, stellte ihm die Tasse hin und bereitete einen starken Pharisäer to go für ihren Sohn vor.  Astaroth musste schmunzeln als er den genervten, aber auch verwunderten Blick sah, mit dem sein Chef ihn ansah.
"Armaros erschien gerade ganz aufgeregt in der Botschaft und meinte er müsse dich unbedingt sofort treffen - neutraler Ort - auf der Isla de las Muñecas es ist wichtig." Der Höllenfürst trank seinen ersten Kaffee aus und starrt seinen Bruder fragend an. "Mehr hat er nicht gesagt?" murmelte er dann. "Nein, er war so schnell wieder verschwunden wie er da war, ich konnte nich nicht einmal antworten." berichtete Astaroth. Sein Chef seufzte genervt, erbob sich und griff nach dem Pharisäer to go, den Ilse ihm reichte und verschwand.
Selbst dem Höllenfürsten lief bei der Isla de las Muñecas, diesem Eiland mit den kaputten, verrottenden Puppen ein Schauer über den Rücken. "Armaros?" rief er. Sein Untergebener erschien. "Lucifer, entschuldige, aber... ich habe vorhin ein Gespräch belauscht... ich habe die Stimmen nicht genau erkannt, aber ein paar von uns wollen in die Vergangenheit reisen... genauer gesagt ins Jahr 34... Sie hatten erst überlegt ein paar Jahre vorher... so um die 36... aber... das war zu riskant, da es Herodes schon nicht gelang "das Problem" aus der Welt zu schaffen... Jetzt planen sie die Kreuzigung zu verhindern... und damit die Vergebung der Sünden... Ich würde ja... aber das kann ich nicht, da müssen Menschen ran! Es kann kein Engel eingreifen, kein Dämon, da fällt auch Paymon weg... Vielleicht Derek?"
"Das wird er nie tun! Das hieße jemanden - wenn auch indirekt - zu töten... höchstens vielleicht... nein,... ich muss mir was überlegen... Versuch du rauszukriegen wer den Schwachsinn plant! Und hinterlasse mir eine Nachricht..." Der Höllenfürst sah sich um und erblickte einen Baum an dem keine der Puppen hingen. "In dem Baum ohne Puppen, dort vorn." Ich werde Astaroth oder Samyaza täglich schicken um nachzuschauen."  Armaros nickte. "Gute Arbeit! Danke für die Information. Ich kümmere mich drum." lobte Lucifer seinen Mitarbeiter noch und verschwand wieder.
"Mutti, ich brauche noch einen Kaffee... auf den widerlichen Anblick auf dieser Insel und auf die Botschaft von Armaros..." Ilse nahm den Becher entgegen und machte noch einen starken Pharisäer für ihren Sohn, weil sie merkte, dass er wirklich richtig durcheinander war. Selvaggia legte den Arm um ihren Mann. "So schlimm?" fragte sie. Er warf ihr einen kurzen Blick zu. "Irgendjemand will die Kreuzigung verhindern, das hätte fatale Folgen für die Zukunft und würde die Geschichte verändern. Astaroth, ich muss sofort mit allen Engeln reden, die auf der Erde leben und die mit der Botschaft zu tun haben. Würdest du bitte ... ich möchte alle in einer halben Stunde in meinem Arbeitszimmer in der Botschaft sehen." sagte er und griff nach dem zweiten Pharisäer den Ilse ihm gemacht hatte und nahm einen großen Schluck. Er verschluckte sich und musste kräftig husten. "Ich hätte dich vielleicht warnen sollen. Ich habe ihn extra stark gemacht, weil ich merkte, dass du komplett durch den Wind bist und ich dachte du brauchst das, auch wenn es dir dein Magen wohl später übel nehmen wird." sagte die ältere Dame seufzend, während der Höllenfürst einen weiteren Schluck nahm und sich diesmal nicht verschluckte. Er erhob sich. "Ich bin dann schon mal in Paris, ich habe da noch etwas Papierkram zu erledigen." sagte er und verabschiedete sich mit einem leidenschaftlichen Kuss von seiner Frau und einer liebevollen Umarmung von Ilse.  Er warf noch einen kurzen Blick an den Strand, wo seine Kinder mit ihrem Kindermädchen herumtobten.
Er ließ sich in seinen Chefsessel fallen, nahm einen weiteren Schluck seines Pharisäers und zündete sich eine Zigarette an.  Es klopfte an der Tür. "Ja." antwortete der höllische Botschafter. Metatron trat ein. "Hallo Lucifer, ich spürte, dass du gerade erschienen bist. Was gibt es denn so Wichtiges?" Dieser seufzte. "Das erzähle ich dir gleich, wenn alle da sind." antwortete er knapp. "Ohoh ... das hört sich nicht gut an ... " Kurz darauf erschienen Sandalephon und Michael. Die beiden Engel warfen sich einen besorgten Blick zu, als sie ihren höllisch Bruder kurz angesehen hatten, dessen Blick sehr besorgt wirkte. Dieser saß, nein er lümmelte eher in seinem Chefsessel den linken Arm auf dem Oberbauch verschränkt und mit der rechten Hand massierte er seine Stirn und den Nasenrücken, die Augen hatte er geschlossen. "Sariel lässt sich entschuldigen, er ist gerade mitten in einer OP." berichtete Sandalephon. Lucifer nickte. Als auch Kerubiel, Astaroth, Hagiel, Euangelion und Samyaza erschienen waren, begann Lucifer zu berichten, was er von Armaros erfahren hatte.
" ... er meinte das müssen Menschen machen. Er dachte an Derek oder Rachel, aber die machen das niemals." beendete er seinen Bericht. Nach ein paar Minuten brach Michael das Schweigen. "Lucifer, ... das wird dir nicht gefallen, aber ... die einzigen, die mir einfallen sind ... Christina und Lucas, da alle anderen Kinder Engel sind, zum Teil und deine zum Teil Engel und Dämon, wegen Selvi. Also bleiben nur die beiden. Sie hören auf dich. Du müsstest also mit Derek und Rachel reden und dann mit den Kindern und ... dann sehen wir weiter." Der Höllenfürst verspürte ein sehr schmerzhalftes Ziehen im Magen. "Nein." presste er gequält hervor. "Ich fürchte Michael hat recht. Auch wenn es dich schmerzt, du wirst dich nach Angel Island begeben müssen und mit Derek und Rachel reden müssen. Und das am besten gleich, Großer!" bestätigte Sandalephon die Aussage Michaels. "Wenn du dies getan hast, treffen wir uns am besten wieder hier um unser weiteres Vorgehen zu besprechen." schlug Metatron vor. Alle bestätigten mit einem Nicken und verschwanden.
"Brauchst du etwas gegen die Schmerzen, wegen dieser außergewöhnlichen Belastung?" fragte Sandalephon seinen höllischen Bruder. "Nein, das geht schon. Ich bräuchte eher etwas zur Beruhigung, das mich nicht so mitfühlend empfinden lässt." antwortete dieser gequält. "Ich fürchte das gibt es nicht, Lucifer. Es gibt kein Mittel, welches Gefühle ausschaltet. Das musst du wohl durchstehen, denn du bist am vertrautesten mit den Raynes und sie werden dir zuhören, merken wie es dir selbst zu schaffen macht und ... sie vertrauen dir. Sie wissen, wie sehr du die beiden Kinder liebst und dass du sie beschützt, selbst wenn du dafür leiden musst." Lucifer nickte. "Wobei sie dir inzwischen auch vertrauen. Immerhin bist du der Vater ihres ersten Enkelkindes und Käthchen liebt dich!" Sandalephon seufzte. "Ja, aber das ist anders... du bist  mit meinem kleinen Schwager und meiner manchmal zickigen kleinen Schwägerin vertrauter... Ich bin für die beiden wie ein großer strenger Bruder oder wie ein... na ja... ich bin strenger als du..." Der Höllenfürst  zog eine Aubenbraue hoch, schwieg jedoch, trank seinen Pharisäer leer, zündete sich eine Zigarette an und verschwand. Er erschien am Strand auf Angel Island um seine Zigarette zu noch zu rauchen. Nachdenklich starrte er auf das Meer. Sein Blick fiel kurz auf Alcatraz. Das verlassen Gefängnis wirkte selbst auf ihn unheimlich. Um etwas zur Ruhe zu kommen, was ihm aber nicht wirklich gelang, lief er den Weg hinauf zu dem herrschaftlichen, burgähnlichen Haus seines besten Freundes. Er klingelte an der Tür. "Onkel Lucifer!" rief Christina Luciana erfreut. Dieser bückte sich, hob das Mädchen auf seinen Arm und drückte sie ganz fest. "Mama, Papa, Onkel Lucifer ist da!" rief sie fröhlich und zog ihn mit in das Wohnzimmer wo alle gerade einen Disneyfilm ansahen.
"Lucifer, warum klingelst du denn?" fragte Rachel verwundert, erhob sich und lief auf ihn zu um ihn zu umarmen. Noch bevor die schöne Blondine ihren brüderlichen Freund erreichte, musst sich dieser am Türrahmen abstützen, da ihm für einen Moment schwarz vor Augen wurde. "Lucifer?" rief sie und umarmte ihn. Sie nahm etwas Abstand, hielt den gutaussehenden Engel jedoch immer noch im Arm. "Was ist denn los?" Derek beobachte die Szene auch besorgt. "Sorry, dass ich euch euren gemütlichen Samstag verderben muss. Können wir kurz reden? Allein - erst mal ohne die beiden ... Süßen." antwortete er und löste sich von Rachel. "Gehen wir in die Bibliothek." schlug Derek vor und orderte bei seinem Butler einen Kaffee für alle. Der Höllenfürst ließ sich auf dem Sofa nieder, massierte sich den Magen und starrte traurig ins Leere. "Was ist denn passiert Lucifer, dass es dich so mit nimmt?" fragte Derek seinen besten Freund.
"Also... das ist kompliziert. Armaros hat mich informiert, dass in der Hölle einige Leute eine Art Umsturz planen..." begann der Höllenfürst. "Damit bist du an sich immer gut fertig geworden. Mit etwas Hilfe hier und da von den anderen und von der Botschaft, aber sonst war es immer ein Leichtes für dich." meinte Derek nachdenklich. "Ja, diesmal ist es allerdings anders. Die wollen etwas in der Vergangenheit ändern und das größte Problem ist, dass a) keiner von uns Engeln - gefallen oder "brav geblieben" und auch kein Dämon diesmal helfen kann und b) müssen wir vermeiden, dass das achte, beziehungsweise neunte Gebot, wenn man die jüdische oder auch reformierte Fassung betrachtet, verletzt wird. Und trotzdem muss jemand Massen mitreißen..." "Lucifer, ich bitte dich, komm zur Sache! Um was genau geht es und inwiefern brauchst du unsere Hilfe?!" verlangte Rachel zu wissen.
"Das ist - wie gesagt - kompliziert. Was reißt mit? Wer kann mit wenigen Worten mobilisieren...?" "Ein guter Redner... ein Politiker, jemand der... anerkannt ist, beim Volk bekannt. Im antiken Rom waren die Volkstribune sehr begabt bei sowas. Zugegeben, in der Politik wird gelogen und betrogen..." "Was hat das mit uns zu tun? fragte Rachel. "Die einzigen die nun ja... menschlich sind, unschuldig und... wo keiner was merken würde... sind eure Kinder..." presst er gequält hervor. Derek und Rachel starrten ihren brüderlichen Freund einen Augenblick schweigend an. Sie kannten ihn mittlerweile gut genug und wussten, dass er seine beiden Patenkinder über alles liebte. Jetzt wussten sie auch weshalb er so niedergeschlagen wirkte. Derek seufzte. "Was müssten die beiden denn machen?" fragte dieser seinen Freund. Der Höllenfürst schloss einen oment die Augen und atmete einen Moment tief ein und aus. "Nun ja, die Kreuzigung von Jesus soll verhindert werden und das hätte negative Auswirkungen auf uns alle, auf die ganze Menschheit. Christina und Lucas müssten mit mir und ein paar anderen mächtigen Engeln in die Vergangenheit reisen und die Kreuzigung von Jesus fordern." antwortete er wahrheitsgetreu. "Und du weichst unseren Kindern nicht von der Seite?" "Niemals! Ihr wisst ich würde sie mit meinem Leben beschützen, wenn ich sterben könnte. Ich weiche ihnen nicht von der Seite und beschütze sie auch wenn ich dabei die schlimmsten Qualen erleiden müsste, das wisst ihr! Und ich würde euch nicht bitten, wenn jemand anderes dies erledigen könnte." Die Eltern der beiden nickten. Sie vertrauten ihrem höllischen Freund.
Rachel warf dem Höllenfürsten einen kurzen Blick zu. Seine schönen blauen Augen sahen glasig aus, als ob er Tränen unterdrückt. Sie fragte sich, ob er auch weinen konnte. Sie hatte ihn noch nie weinen sehen. Sie wussten alle, dass er sich immer zusammenriss und alles schluckte und irgendwann, wenn es zu viel wurde - wie eine Bombe in die Luft gehen konnte. "Wir vertrauen dir und wissen, dass es keine andere Möglichkeit gibt. Ich hole die Kinder." sagte die schöne Blondine.
Als Rachel mit den Zwillingen eintrat, liefen die beiden sofort zu ihrem Lieblingspatenonkel. "Was ist denn Onkel Lucifer? Mama sagte wir müssen dir helfen." fragte Christina und drückte ihn liebevoll. Er erzählte den beiden was sie machen müssten. "Wir machen es für dich Onkel Lucifer. Wir haben dich lieb und vertrauen dir." sagte Lucas Lucian. "Ja, wenn du bei uns bist haben wir keine Angst." bestätigte seine Schwester.
"Wie soll das ablaufen? Ihr dürft nicht eingreifen, könnt aber dabei sein?" fragte Rachel nachdenklich. "Ja, du musst das irgendwie so sehen: Sobald einer von uns spricht, sei es Engel oder Dämon, schwingt einiges mehr mit. Unsere Stimmen sind anders... ich bin mir nicht sicher, ob euch das vielleicht bei Kat aufgefallen ist... aber ... nun ja... vielleicht eher nicht, weil der Prozess schleichend ging, irgendwie... über meine Schülerin zur Seraphim... aber wir müssen erstmal genau wissen was die anderen planen."
"Nun, die günstigste Möglichkeit wäre wohl, wenn das wirklich so stimmt wie es in der Bibel steht..." begann Derek. Der Höllenfürst lachte bitter. "Ich bitte dich, Derek! Denk doch mal nach. Schon an der Geburtsgeschichte stimmt alles hinten und vorn nicht! Die Meldeauflagen für Einwohner des römischen Reichs waren recht einfach. Das weißt du genauso gut wie ich. Du hast dich einfach umgemeldet wenn du von beispielsweise Cäsarea nach Nazareth gezogen bist. Judäa und Galiläa waren Unruheprovinzen. Da hat man die Leute nicht hin und her geschickt nur um sie zwecks Erhebung der Kopfsteuer zu erfassen! Das war ein Pulverfass und diese Wanderei - und damals hat man Wochen gebraucht! - wäre ein viel zu großer Aufwand und viel zu Unsicher gewesen. Die Bevölkerung unkontrollierbar! Tatsache war, dass man eine junge Frau an einen alten Kerl verheiratet hat, der da seine Frau abgeholt hat, die er zuvor schon... nun ja... egal. Und zufällig war sie in Bethlehem und bedauerlicherweise waren die Familien Anhänger der Hasmonäer, was das ihnen folgende idumäische Königshaus weniger gut fand - verständlicherweise."  erklärte der Höllenfürst mit einer hezogenen Augenbraue. "Ja, aber wie sollen die Kinder dann hilfreich sein? Ich meine, gut, das mit Pontius Pilatus ist ja auch strittig..."
"In der Tat! Was Pontius Pilatus betraf: Valerius Gratus war ein Waisenknabe gegen ihn - setzte zwar in seiner Amtszeit von 15-28 nach Christus drei Hohepriester ab und setzte letztendlich Kaiphas ein, aber er war nicht so antijüdisch wie Pontius Pilatus. Kurz nach Jesu Kreuzigung wurde PP abgesetzt; nachdem er sich am Tempelschatz bereichert hatte, Vorwürfe wegen Zügellosigkeit, Gewalttätigkeit, Raub und Rechtsbeugung, indem er Leute ohne Verfahren hinrichten ließ, laut wurden. Der hat garantiert keinen offensichtlichen Verbrecher laufen lassen! Also diese Geschichte mit "Wählt aus, wen ihr frei sehen wollt: Jesus oder Barabas" und dem "Ich wasche meine Hände in Unschuld" ist reiner Schwachsinn! Pontius Pilatus hat sowas gesagt wie: "Weg mit dem Kerl, der interessiert mich nicht, der ist wie ein lästiges Insekt!". Wegen seiner Verfehlungen musste er sich auf Geheiß von Kaiser Caligula selbst beseitigen. Der war also - wie du selbst genau weißt, Derek, nicht der "Charmebolzen" als den die Bibel ihn darstellt! Bei der Hilfe werden wir also situationsbedingt improvisieren müssen!" Derek nickte. "Wenn es nicht anders geht, aber du bist auf jeden Fall dabei und beschützt unsere Zwillinge. Das ist unsere Bedingung, "Du musst mit in die Vergangenheit reisen und auf die beiden aufpassen."
"Versprochen!" antwortete er. Derek und Rachel sahen in seinen Augen, dass er es ehrlich meinte und sie wussten genau, dass er es niemals zulassen würde, dass jemand den beiden oder einem anderen Kind etwas antun würde. "Ich melde mich dann, wenn ich die beiden ... brauche." Er drückte die beiden ganz fest. "Ich hab euch lieb!" flüsterte er, jedoch so laut, dass Derek und Rachel es auch hören konnten. "Danke. Tut mir ... leid!" sagte er und verschwand noch ehe einer der beiden etwas erwidern konnte.  "Hat er gerade gesagt, "es tut mir leid"? Das aus Lucifers Mund?" fragt Rachel fast ungläubig, da sie - wie alle, die den Höllenfürsten besser kannten - wusste, wie schwer ihm das entlschuldigen fiel.
Derek nickte und musste dabei lächeln.
Der Höllenfürst tauchte in seinem Haus auf Irland wieder auf, öffnete die Bar und griff nach einer Flasche irischem Whiskey. Er leerte die Flasche, die noch zu einem Viertel gefüllt war mit einem Schluck. Anschließend lief er auf die Terrasse direkt an den Klippen, zündete sich eine Zigarette an und starrte auf das Meer.  Via Gedankenübertragung, ließ er alle beteiligten Engel wissen, dass Derek und Rachel eingewilligt hatten und er eine weitere Besprechung einberufen würde, sobald er Nachricht von Armaros bekam. Er schnippte mit dem Finger. Kurz darauf stand sein schwarzer stattlicher Hengst vor ihm. Er sprach zuerst mit ihm und streichelte ihn dabei ganz sanft. Dann schwang er sich auf sein Pferd und galoppierte mit ihm durch die weite Landschaft Irlands. Danach erschien er mit seinem Hengst wieder im Stall auf Norderney, wo er ihn noch striegelte und mit allem versorgte.
Samyaza erschien auf der Isla de las Muñecas um sich mit Armaros zu treffen. Der hatte in seinem Büro, dem Büro des stellvertretenden Höllenleiters, der Samyaza nun mal inzwischen war, eine Botschaft hinterlassen.
"Armaros, alter Kumpel, was kann ich für dich tun? Hast du aktuellere Infos über die Verschwörer?" Ja, ... sie wollen einiges manipulieren um ihr Ziel zu erreichen - unter anderem den Statthalter sympathischer und menschlicher machen... heißt Pilatus wäre sehr viel netter und vielleicht sogar beliebt... Und hey... ich hoffe ich kriege noch mehr raus. Ich meine, ihr alle würdet so viel verlieren: Unser Chef, du, Katherine..." Armaros seufzte. "Ich fasse immer noch nicht, dass du eine Nonne geheiratet hast..." fügte er mit einem Grinsen zu Samyaza hinzu. "Ex-Nonne! Aber Fredi war nicht geeignet für so ein Nonnenleben. Die ist viel zu lustig und zu lebhaft. Und ich bin so verliebt, ich möchte mein Frettchen nicht missen... und jetzt, wo sie schwanger ist... ich mag selbst die alte Obernonne von ihrem alten Orden... Und Kat ist so glücklich mit Sandalephon und unser Chef mit seiner Selvaggia und seine fünf Kinder und auch die Drillinge von Hagiel und Tilly oder die anderen Kinder sind so niedlich... Und meine kleine Patentochter Samantha ist ein echt niedliches Mädchen und immerhin Jans Freundin. Aber gut... ich denke, die Info, dass die Verschwörer nicht nur die Zeit sondern auch die Umstände neu mischen wollen... wie Pilatus als "Nice Guy" dastehen zu lassen, das hilft uns bei der Gegenplanung sicher. Pass auf dich auf mein Freund!" "Du auch, "Sambaboy" Ich halte euch möglichst auf dem Laufenden", neckte Armaros ihn. Samyaza lachte. "Hey, so darf mich nur mein Frettchen nennen!"
Mit einem Nicken verabschiedeten die beiden sich voneinander. Samyaza erschien in der Botschaft und ging sofort zum Vorzimmer des Höllenfürsten und des himmlischen Botschafters. Diesmal saß Euangelion dort. "Hey, Kleiner, alles in Ordnung? Ist der Chef da?" Euangelion erwiderte die Begrüßung belustigt: "... aber Lucifer ist auf Norderney... außerdem ist heute Samstag und dann wird wohl Astaroth übernehmen. Ich bin nämlich... ähm... also..." Samyaza grinste als der Sekretär des Höllenfürsten, einer der "lieben netten Flauscheflügel" wie sie immer belustigt aber voller Zuneigung zu Euangelion sagten - errötete. "Was willst du mit Elisa denn machen? Ich kann dir das Café "Les Deux Magots" empfehlen, die Variationen von der Tarte Tatin liebt meine Fredi. Und soweit ich mitgekriegt habe ist Elisa Süßem auch nicht abgeneingt." Euangelion lächelte erfreut. "Danke für den Tipp, Samyaza."
Der Höllenleiter nickte und verschwand nach Norderney. Er hatte sich direkt zum Stall gezaubert, wo sich sein Chef gerade befand. Dieser kam gerade aus dem Stall. "Hey Samy, hast du neue Infos von Armaros?" fragte er. Samyaza nickte. "Komm mit." sagte sein Chef. Samyaza folgte ihm an den Strand und setzte sich neben in in den Sand. "Ist wirklich schön hier. Fredi und ich fühlen uns hier auch echt wohl und sind froh, dass wir unser Haus hier haben." Der Höllenfürst nickte, während er sich eine Zigarette anzündete. "Leg los Samy."
"Armaros meinte, dass die Verschwörer einiges manipulieren wollen, zum Beispiel Pontius Pilatus beliebt zu machen. Die Kreuzigung zu verhindern ist einer der Pläne, soviel ich weiß ... mehr konnte Armaros mir zum jetzigen Zeitpunkt auch noch nicht sagen. Geht es dir gut, Lucifer?" fragte Samyaza seinen Chef und legte ihm freundschaftlich den Arm um die Schulter. "Warum nicht?" antwortete dieser knapp. "Weil du nicht so aussiehst. Du starrst traurig und nachdenklich auf das Meer. Ich kenne dich ... der Fall beschftigt dich." Der Höllenfürst sah ihn kurz an und wandte seinen Blick dann wieder auf das Meer. "Wenn wir das nicht verhindern, dann ist das zu unser aller Nachteil. Wir verlieren alles was wir haben und so lieben. Und der einzige Weg um dies zu verhinder sind die Kinder ... meine beiden Patenkinder. Ich musste schon wieder Derek und Rachel bitten ... sie vertrauen mir und haben zugestimmt ohne böse auf mich zu sein, aber ... weißt was mich das an Überwindung gekostet hat ... ich meine ... ich liebe diese Familie ... Derek und Rachel sind meine besten Freunde und ich muss sie darum bitten mir ihre Kinder zu überlassen um mir bei einem Fall zu helfen. Das fühlt sich beschissen an. Ich brauche jetzt noch einen Pharisäer, leistest du mir noch ein wenig Gesellschaft?" fragte der Höllenfürst. Samyaza, der spürte, dass sein Chef im Moment einen Freund brauchte, jemand zum reden, der ihn ein wenig ablenkt willigte ein. Gemeinsam betraten die beiden gefallenen Engel über die Strandterrasse das Haus. "Mutti, ich habe Samyaza mitgebracht, machst du uns bitte zwei Pharisäer?" "Aber meinen bitte nur halb so stark wie Lucifers!" bat Samyaza die alte freundliche Insulanerin, die für seinen Chef wie eine Mutter war. "Natürlich ... setzt euch an den Kamin, ich bringe euch die Getränke gleich. "Das ist ja mal eine heftige Mischung, da ist ja mehr Rum als Kaffee drin so wie das riecht. Wieviel hast du eigentlich heute schon getrunken, wenn ich fragen darf?" Sein Chef grinste.
"Genug um es morgen zu büssen." antwortete dieser. Samyaza grinste. "Na, man gut, dass Sandy Pharmazeut ist..." Der Höllenfürst nickte. "Ich will das alles nicht verlieren...Selvi, die Kinder, Mutti, Derek, Rachel... meine Familie, euch als Freunde... Das hatte ich nie zuvor... selbst mit "Mr. Ich bin Papas Lieblingsflauscheflüge mit dem Stock im Allerwertesten..." Mike verstehe ich mich inzwischen. Hätte ich nie gedacht, dass ich mal so viel haben würde. Verdammt! Wenn die Kreuzigung nicht über die Bühne geht, dann..." Ungläubig sah Samyaza wie seinem Chef eine Träne über die Wange rann.  Er griff in die Luft und zog ein Seidentaschentuch hervor, das er dem Höllenfürsten - vorgebend die Träne nicht zu bemerken - reichte. "Mensch Chef, glaubst du ich will Fredi verlieren? Und die Gemeinschaft in Paris und hier auf Norderney auch nicht... Ich fühle mich hier auf der Insel wohl. Das ist ein echtes Zuhause geworden... mit dem Inselkrug und so... Södersen, Ilse..., deine Mutti, hat für jeden von uns - egal ob gefallen oder nicht - ein Herz... und bei Fredi und mir hat sie auch einen großen Platz in unseren Herzen. Ich bin so froh, dass Vater ihr eine Frucht vom Baum des Lebens gegeben hat... und..." er grinste, "Chrisathea, Thalias und Callies Oma ebenso. Astaroth ist verdammt froh und Ainé und Christian lieben ihre Yaya, deine Kids genauso..." Der Höllenfürst nickte lächelnd. "Wir schaffen das! Ehrlich gesagt, verstehe ich nicht, dass es bei uns immer noch Vollidioten gibt, die nicht kapieren, dass die Zeiten sich geändert haben..." murmelte er. "Ich schon... sind einige eifersüchtig auf das was wir haben... Du, Astaroth, ich..." antwortete Samyaza, "Von den "guten Jungs" ganz zu schweigen..."
Das Telefon des Höllenfürsten klingelte. Er holte es raus und grinste. "Mutti, was ist denn?" hörte Samyaza ihn sagen. "Ja, klar, deck noch eine Tasse mehr auf, Samyaza ist noch mit mir am Strand. - Ja, genau, ja... Bootschaftsangelegenheiten... Wir sind gleich da. Danke Mutti!" Er legte auf und wandte sich an seinen Höllenleiter: "Einladung zum Kaffeetrinken bei Mutti! Auf geht's!"
Beim Kaffee - die Kinder des Höllenfürsten freuten sich sichtlich, dass "Onkel Samyaza" mal wieder da war. "Du bist so ernst, mien Jung! Was ist denn los?" fragte Ilse. Der Höllenfürst seufzte und erklärte ihr alles was er wusste. "Hm... könnten nicht zwei, drei von deinen Jungs aus der Hölle, so welche von der "schwereren Sorte", denen du aber mehr oder weniger vertrauen kannst, ein wenig "vorfühlen"? Ihr seid doch alle mit dem Wissen ausgestattet wie Geschichte eigentlich verläuft... da müssten deine Jungs doch einen Riecher für haben wenn da in der Zeit rummanipuliert wird... oder nicht?" Verblüfft sah der Höllenfürst sie an. "Dass ich da nicht selbst drauf gekommen bin! Mensch, Mutti, du bist genial!" Die alte Dame errötete und antwortete ein wenig verlegen: "Ach, ich bin man nur 'n gewöhnlicher Mensch und manchmal hilft das vielleicht die Dinge aus einer anderen Perspektive zu sehen." "Du bist keinesfalls "nur" ein gewöhnlicher Mensch, Ilse. Du bist die coolste Oma für die Kids hier und für Fredis und meine Kids wirst du eine superobergeniale Oma sein - wenn du willst... weil... die Obernonne und die anderen muss ich hier nicht rumspringen haben, obwohl die schon angeboten haben für uns ein, zwei Nonnen abzustellen die dann hier beim Pfarrer leben würden, ihm helfen und bei uns als Kindermädchen aushelfen." "Och ne, die Pinguine waren ja ganz nett auf eurer Hochzeit, Samyaza, Junge, und deine Frederica ist 'ne ganz patente, aber ich glaub, der Pfarrer muss auch nicht immer so zwei von denen bei sich rumspringen haben. Da schickt die Lütten, wenn sie da sind und etwas größer, ruhig zu mir." sagte Ilse. Samyaza lachte leise und gab ihr einen Kuss auf die Wange. "Du bist die Größte, Ilse, echt die Coolste."
"Und wenn Ilse nicht kann -  ich bin ja auch noch da. An sich haben Selvi und Lucifer mich als Kindermädchen für ihre Kinder eingestellt, aber ich glaube, wenn ich ab und an mal auf eure Kinder mit aufpasse, wo die eh Cousinen und Cousins sind, ist das für meine Chefin und meinen Chef voll in Ordnung. Und Yaya mag dich und Frederica auch." "Selbstverständlich! Du bist ja auch sowas wie Familie, Thalia, Liebes. Wie läuft es mit Kerubiel?" fragte Selvaggia ihr Kindermädchen. Thalia errötete. "Ähm... ja, gut... also... ich... gut... also... es läuft gut... wir... er hat mich ins Theater eingeladen, nächste Woche..." Selvaggia grinste. "Schnapp ihn dir! Er ist ein echt netter Kerl - für einen der "braven Jungs". Und wenn man wie du eher die braven mag und nicht so auf die "Bad Boys" steht wie Callie oder ich..." Sie zwinkerte dem Kindermädchen zu.
Nach dem Kaffeetrinken bedankte Samyaza sich bei Ilse für die Einladung und versprach: "Ich setze Harut und Marut drauf an - auf diese Geschichtsänderungen." "Gute Wahl! Danke!" antwortete der Höllenfürst und trank seinen Kaffee aus. "Ich bin kurz im Himmel, bei Vater anfragen wegen der Zeitreisen. Ich möchte das so schnell wie möglich beendet haben. Das Gefühl macht mich sonst wahnsinnig."
"Lucifer, schön dich zu sehen. Schade, dass du nur kommst wenn du etwas brauchst. Komm auch mal wieder mit deiner Familie." begrüßte ihn der himmlische Vater. "Sicher, aber erst wenn dieser Mist abgeschlossen ist, denn sonst gibt es das alles nicht mehr und das würde ich nicht ..." Der Höllenfürst brach ab und atmete einmal tief durch. "Vater, ich brauche von dir die Genehmigung für Zeitreisen. Zuerst Harut und Marut, die Nachforschungen anstellen sollen, vielleicht auch Armaros, der ist auch schon in dem Fall involviert. Und dann zur Lösung des Falles für die Zwillinge von Derek und Rachel, mich, Samyaza, Astaroth, Sandalephon, Metatron und Michael, da ich wenn es um die Kinder geht die mächtigsten Engel zum Schutz dabei haben möchte." bat er den himmlischen Vater.
"Sicher genehmige ich dir das, ich weiß, dass du Zeitreisen nur nutzt um die Welt wieder gerade zu biegen." "Natürlich so witzig ist das nicht um einfach zum Spaß da hinzugehen, ich komme da zu oft in Situationen in denen mich mich kirchlichem Zeug aussetzen muss und das ist in der Vergangenheit echt nicht witzig."
Der himmlische Vater musst lächeln. "Ich weiß mein Sohn aber in der Vergangenheit darf ich das nicht ändern." Lucifer nickte wissend. "Ich schicke dir Tarot mit, der soll euch bei den Zeitreisen begleiten." Seufzend nickte der Höllenfürst. Im selben Moment erschien der Zeitengel. Lucifer erschien gemeinsam mit Tarot wieder auf der Strandterrasse seines Hauses auf Norderney. "Oh noch ein Kaffeegast. Du trinkst doch Kaffee?" fragte Ilse. "Übrigens schön, dass du nach so langer Zeit mal wieder reinschneist."  "Hallo Ilse, schön dich wieder zu sehen, danke gerne, aber bitte ohne Rum." antwortete er und sah dabei grinsend zu Lucifer, der sich schon wieder an seinen Platz neben seiner Frau gesetzt hatte.
"Onkel Tarot!" rief Luciano begeistert. "Hallo Luciano, du bist ja groß geworden." "Ich bin ja jetzt auch schon in der Schule!" sagte der kleine Junge stolz. "Ich weiß." antwortete Tarot und wuschelte ihm über den Kopf bevor er sich an den freien Platz neben Lucifer setzte, als Ilse mit zwei Kaffeetassen und einem Teller herauskam.
"Wie kannst du das noch trinken, Lucifer, das riecht ja total nach Rum?" fragte der Engel lachend. Der Höllenfürst lächelte nur leicht. und sagte statt dessen. "Den Teller hättest du dir sparen können Mutti, meiner ist noch unbenutzt und mit ist heute auch nicht nach Kuchen." murmelte der Höllenfürst.  "Willst du lieber was Herzhaftes, mien Jung? Ich habe noch Reibekuchen vom Mittagessen. Die könnte ich dir nochmal warm machen." "Nein danke, gar nichts." antwortete er und nahm einen Schluck seines Pharisäers. und starrte dann gedankenverloren in seine Tasse. "Junge, du musst was Essen! Ich mach dir deine Pharisäer ja echt gern, auch superstark, aber das ist ohne Grundlage nicht gut für deinen Magen!" Lucifer seufzte genervt. "Ich habe aber keinen Hunger." antwortete er ruhig und beherrscht. "Dann isst du aber was in Paris! Ich rufe wohl mal besser Sheila an und bitte sie dir zumidest ein paar Mezedes - sie haben gerade mal wieder griechische Woche - vorbeizubringen wenn du ins Büro flüchtest!" Sichtlich genervt verdrehte er die Augen, sagte jedoch nichts mehr.
"Samyaza gehst du dann bitte in die Hölle und schickst Marut und Harut gemeinsam mit Tarot in die Vergangenheit für weitere Nachforschungen." Er wandte sich an Tarot. "Morgen, vormittag in meinem Arbeitszimmer im Boulevard. Ich hoffe ihr konntet bis dahin mehr in Erfahrung bringen." "Jawoll Chef!" sagte Samyaza. "Geht klar." antwortete der Zeitengel.
Nachdem Samyaza und Tarot verschwunden waren, verabschiedete sich auch der Höllenfürst wieder, da er noch Papierkram im Boulavard nachzuholen hatte. Er tauchte in seinem Arbeitszimmer wieder auf, stellte die Tasse mit dem restlichen Pharisäer auf den Tisch und ließ sich in seinen Chefsessel fallen, lehnte sich kurz etwas nach hinten und schloss für einen Moment die Augen. Er seufzte, als es an der Tür klopfte. "Ja." rief er, obwohl ehr am liebsten "Nein" gesagt hätte, da er genau wusste, dass es die Küchenfee der Mensa war. Sheila trat ein und begrüßte den höllischen Chef freundlich und gut gelaunt. "Bonjour Monsieur. Ich bekam einen Anruf, dass hier Essen benötigt wird?" "Denkt sie." murmelte er. "Aber Ilse hat schon recht, so viel Alkohol auf nüchternen Magen tut nicht gut. Du hast morgen wieder Magenschmerzen, die weit über den normalen Schmerz hinausgehen, wenn du nichts isst." "Ihr Küchenhexen oder -feen seid doch alle gleich. Sieht aber lecker aus, Sheila, ich werde mir ein paar Häppchen genehmigen um Ärger mit Mutti zu vermeiden, auch wenn mir heute gar nicht nach Essen ist. Aber alles schaffe ich nicht, das ist viel zu viel!" antwortete der höllische Botschafter charmant wie immer. "Euangelion war ganz begeistert als er zu Mittag gegessen hat. Vielleicht wirst du bei ihm noch ein paar Häppchen los." teilte Sheila ihm mit einem Zwinkern mit. Er musste lächeln und griff nach einem gefüllten Weinblatt.  "Lass es dir schmecken Chef." sagte Sheila noch und verließ sein Arbeitszimmer. Er trank seinen Pharisäer aus und begann mit seinem Papierkram. "Hallo Schatz kommst du nachher um sechs zum Abendessen? Die Kinder und ich haben einen leckeren Nachtisch für uns alle gemacht." hörte er seine Frau etwa eine  halbe Stunde später. Er warf einen Blick auch die Uhr an der Wand, die fünf Uhr anzeigte. Er seufzte. Bis dahin würde er den ganzen Papierkram nie schaffen und da morgen Sonntag war konnte er nichts machen,
weil Ilse da immer Familientag angesetzt hatte. Nur mal kurze Besprechungen genemigte sie ihm, wenn es wichtig war. "Ja, Hexlein." antwortete er. "Merde." Als er zehn Minuten vor sechs auf die Uhr sah fluchte er leise. Mit einer Handbewegung zauberte er seine Unterlagen weg. Und aß noch ein  Mezedes. Eines aß er noch im Gehen, da er ganz vergessen hatte neben der Arbeit zu essen, aber er würde ja jetzt auch was essen müssen, wenn seine Kinder und seine Frau schon Nachtisch gemacht hatten und auch von der Brotzeit vorher würde er etwas essen müssen, wenn er sich von Ilse nicht wieder einen Vortrag anhören wollte. Er legte Euangelion, der mit Elisa unterwegs war die unterschriebenen Unterlagen zum Abheften auf den Schreibtisch und informierte den Engel auf mentalem Weg darüber und dass er sich in seinem Arbeitszimmer noch ein paar Mezedes
abholen könne, die er unter einen Haltbarkeits- und Kühlzauber gelegt hatte.
Er tauchte im Esszimmer auf Norderney wieder auf. Nahm seiner Frau die Wurstplatte, die sie gerade hereintrug aus der Hand, stellte diese auf den Tisch und zog seine Frau an sich. Er schob sie an die Wand und küste sie leidenschaftlich. Seine Hand wanderte dabei unter ihre Bluse. Selvaggia die ihren Mann sehr liebte konnte nicht widerstehen und erwiederte den sehr leidenschaftlichen Kuss, obwohl er schon sehr nach Whiskey roch. Aber sie hatte angefangen es zu akzeptieren, da sie endlich gemerkt hatte, dass sie ihn nicht ändern konnte. Die Schmerzen und die Übelkeit am nächsten Tag, die er dann ertragen musste - waren sein Problem, er war ja schließlich erwachsen und wusste was er tat, dann ginge es ihm halt schlecht, solange er sich nicht so betränke dass er sich wie ein Idiot aufführte, hatte sie mal zu Ilse gesagt. Und das tat er ja nie. Man merkte ihm an seinem Verhalten nie an, dass er getrunken hatte. "Na na ihr beiden, hebt euch das mal für später auf, die Kinder kommen gleich rein. Hinsetzen, jetzt wird gegessen!" befahl Ilse gespielt streng.
"Greif zu Junge, denn ich nehme an so viel hast du von den Mezedes nicht gegessen." sagte Ilse und hielt ihm den Brotkorb hin. Mit einem leisen Seufzen, griff er nach einer Scheibe Brot.
Als Astharot und Euangelion am nächsten Tag zur angesetzten Zeit, gemeinsam das Arbeitszimmer ihres Chefs betraten, saß dieser bereits mit geschlossenen Augen in seinem Chefsessel und massierte sich die Schläfen.
"War wohl etwas zu viel gestern." sagte Astaroth frech grinsend. In dem Moment betraten die restlichen Engel das Arbeitszimmer. "Spar dir deinen Kommentar Michael, da wird mir noch schlechter und ich übergeb mich."
Der Höllenfürst kannte seinen Bruder und wusste was er sagen wollte. Ebenso die anderen Engel die sich ein leises Lachen nicht verkneifen konnten. "Wer zu viel trinkt muss auch die Konsequenzen tragen." sagte Metatron. "Seid ihr wieder nett heute. Und vielleicht geht es etwas leiser." sagte der Höllenfürst. "Wir reden gar nicht laut Lucifer, das ist nur in deinem Kopf so laut, weil du Kopfschmerzen hast. Da musst jetzt wohl durch." antwortete Euangelion. Der Fürst der Hölle seufzte leise. "Was habt ihr jetzt rausgefunden, ich hoffe noch mehr und hoffentlich alles, dass wir alles auf einmal erledigen können und nicht mehrmals mit den Kindern dorthinreisen müssen, denn sonst handle ich mir vielleicht doch noch Ärger mit ihren Eltern ein." fragte er an Harut, Marut und Tarot gewandt.
"Tja, das Flauschflügelchen hier hat uns drauf aufmerksam gemacht, dass Pilatus nicht ganz so ein Drecksack ist wie wir das so in Erinnerung haben... Der Typ macht einen auf Kumpel-Statthalter, best Friend der Provinz Judäa. Kaiphas ist voll irritiert und weiß nicht so recht was er mit einem Römer auf "Fishing for Friendship"-Tour anfangen soll." meinte Harut. "Dagegen ist Kaiphas radikaler als radikal. Der will alle die anderer Meinung sind, also alle Wander- und Heilsprediger der Gegend, am liebsten kalt machen - eigenhändig." fügte Marut hinzu. "Im Endeffekt könnte man sich das zunutze machen - nur als... na ja... Idee - um Pontius Pilatus "biblischer" wirken zu lassen. Er ist jetzt praktisch auf dem Level, dass er versuchen würde den lieben netten Besatzungsbeamten zu geben und der Bevölkerung die Chance ermöglicht einen Gefangenen zu begnadigen. Unter Normalvoraussetzung ein absolutes No-Go." meldete sich Tarot.  "Zum Beispiel Jesus? Das wäre fatal! Wie können wir das verhindern?" fragte Euangelion.  Tarot nickte. "Ganz genau. Wenn er als "Passah-Geschenk" wirklich jemanden wie den biblischen Barabas und Jesus "anbietet" ist - je nachdem welche Partei die Oberhand hat, sprich die Priesterschaft oder die unbeeinflusste Bevölkerung - könnten die Verschwörer Erfolg haben. Wir bleiben aber dran. Da sich bisher noch nichts in dieser Zeitlinie geändert hat bin ich... momentan unschlüssig wo man ansetzen kann. Aber dass kriege ich mit Harut und Marut irgendwann raus. Wir haben uns jetzt erstmal auf die Zeit bis kurz vor dem Passahfest rangehangelt. Pontius Pilatus ist allerdings noch in Cäesarea, da ist ja der Sitz der Statthalter... Er plant jedoch schon die Reise nach Jerusalem... Spätestens Dienstag wissen wir was genau passieren wird und können dann dort gezielt eingreifen, Lucifer." Dieser seufzte genervt.
"Also ich denke, es ist schon ein kleiner Vorteil, dass sich nichts geändert hat, wie damals als diese Möchtegern-Druiden an der Zeit rumgepfuscht haben..." meinte Metatron. "Dann heißt es also bis Dienstag warten." sagte Kerubiel. "Verdammt! Dann treffen wir uns am Dienstag wieder hier um ... halb zehn, da haben hoffentlich alle gefrühstückt." brummte der Höllenfürst sichtlich gereizt. Lucifers Iphone klingelte. "Ja Mutti?" murmelte er. "Sind die Jungs noch da?" fragte sie. "Ja warum?" "Bring sie alle mit wenn ihr mit eurer Besprechung fertig seid. Wir sind auf der Terrasse es ist so ein schöner Frühlingstag heute."
"Okay. Ich richte es aus." etwas verwirrt starrte er auf sein Handy, als er es wieder auf den Tisch legte.
"Das war Mutti, sie meinte ich soll euch alle mitbringen." Jetzt sahen die anderen auch verwirrt aus.
"Na dann mal auf zu deiner Mutti. Wir sind ja soweit fertig mit besprechen." meinte Hagiel. Marut, Harut und Tarot verabschiedeten sich, weil sie sich ja noch in der Vergangenheit umhören und schauen mussten um bis Dienstag genug herauszufinden. Die Engel wussten, dass Lucifer sonst womöglich sehr wütend werden würde.
Die Engel staunten nicht schlecht, als alle ihre Frauen mit Kindern auf der Strandterrasse saßen.
"Geht es Lucifer? Du hast gestern wohl ziehmlich viel getrunken und kaum was gegessen wie ich vorher mitbekommen habe." fragte Sandalephon leise als er auf der Strandterrasse neben seinem höllischen Bruder auftauchte, der sich gerade eine Zigarette anzündete. Dieser lehnte sich mit dem Rücken an einen Pfosten, an dem die Überdachung befestigt war. "Ja, danke der Nachfrage. Ich habe heute vorher die üblichen Tabletten genommen. Die Kopfschmerzen sind schon viel besser. Mir ist noch ein wenig schlecht, aber das hält sich in Grenzen solange man mir keine komischen Sachen vorsetzt." Sandalephon grinste. "Kann ich verstehen, ich mag diesen kalten, sauren Fisch auch nicht." Die beiden mussten Lachen. Kat lächelte als sie in diesem Moment zu den beiden Männern sah. Sie war froh, dass die beiden Männer an denen ihr so viel lag sich gut verstanden.
Ilse betrat die Strandterrasse und servierte Kaffee für alle. "Kaffee für alle! Wir Frauen haben beschlossen, dass wir heute alle einen gemeinsamen Familienausflug machen, da wir ja eine große Familie sind. Tilly meinte, dass auf der Insel heute ein großer Ostereiermarkt stattfindet. Wir haben mit den Kinder beschlossen, dass wir gerne dort hingehen wollen. Zu Mittag haben sich die Kinder Pizza gewünscht, da bestellen wir dann in der Pizzaria
Michelangelo für alle Pizza  bestellen. Die schmeckt da sehr gut. Am Nachmittag wollen wir dann Eier bemalen und basteln." Bei den Männern herrschte wenig Begeisterung. "Gut, wir gehen mit auf den Ostereiermarkt, aber nach dem Mittagessen machen wir Männerausflug in den Inselkrug, denn Eier bemalen ist nicht so ganz unser Ding und ich denke dieser Männerausflug ist schon längst überfällig." sagte Hagiel. "Genehmigt." meinte Ilse.
"Aber Lucifer, dass du mir nicht wieder Michael abfüllst, wie das letzte mal, denn sonst reiße ich dir und Södersen diesmal den Kopf ab." drohte ihm Maria frech grinsend. "Versprochen." Selvaggia warf ihrem Mann einen kurzen Blick zu sagte jedoch nichts. Seit sie deshalb einmal heftig mit ihm getritten hatte, ließ sie ihren Mann gewähren. Er wusste schließlich was er tat und kannte die Konsequenzen.
Während die Kinder und die Frauen sichtlich Spaß hatte und sich viele Ideen und Anregungen holten, fanden die Engel den Ostereiermarkt eher langweilig. Am Mittag ließen sich alle ihre Pizza schmecken. Selbst Lucifer aß ein paar Stücke, aber nur um Diskussionen mit Mutti aus dem Weg zu gehen. Die Sache dass er die Zwillinge am Dienstag oder Mittwoch für die Lösung eines Falles würde einsetzen müssen verschlug ihm seit Tagen den Appetit.
Als die Engel den Inselkrug betraten wurden sie von Södersen schon erwartet und sehr freundlich und herzlich begrüßt, da Hagiel schon am Vormittag angerufen hatte, um einen Tisch für alle zu reservieren. Ein paar Leute, die Lucifer nur vom sehen her kannten, warfen ihm einen misstrauischen Blick zu.
Södersen kam mit einem Tablett mit Schnapsgläsern die mit einem giftigblau aussehnendes Getränk gefüllt waren. "Tag die Herren! Schön euch mal alle zusammen hier zu sehen. Das ist ja eine richtige Seltenheit und vor allem dich Lucian, du bist der seltentse Gast hier im Inselkrug. Ich muss mal die Ilse bequatschen, dass ihr mal zum Essen vorbeikommt, dann sehe ich auch deine reizenden Kinder mal wieder." Er stellte das Tablett auf den Tisch. "Zur Begrüßung, die Runde geht auf mich!" Jeder nahm sich ein Glas. "Sieht ja gifitg aus. Was ist das?" fragte Euangelion. "Erst trinken, dann fragen!" antwortete Södersen. "Ihr habt den Wirt gehört. Auf einen schönen Nachmittag!" sagte der Fürst der Hölle, hob sein Glas und kippte das giftig blaue Getränk als erster hinunter. "Oh ... lecker. Schmeckt nach diesen weißen Bonbons, die Selvi immer isst, nur dass es nach Wodka schmeckt. Södersen nickte. Die anderen taten es dem Höllenfürsten gleich und kippten das Glas mit einem Schluck hinunter. Michael  und Euangelion verschluckten sich. "Das ist Oldesloer Blue Ice 16% vol. Genau Lucian das ist ein Wodkamischgetränk. So was darf ich euch bringen." Sie bestellten den besten Rotwein, den Södersen in seinem Sortiment hatte. "Und für mich zusätzlich ein Glas von dem blauen Wodka, der ist echt gut." fügte Lucifer hinzu. Sie unterhielten sich über die Osterbastelei ihrer Frauen und stellten fest, dass sie das alle etwas nervig fanden. "Tilly möchte am Ostersonntag in die Kirche gehen." sagte Hagiel. Lucifer seufzte gequält.
"Ich befürchte fast Selvi möchte lieber in den Markusdom. Jetzt wo dieser schreckliche Pfaffe weg ist der meinte ich müsste beichten. Sie sagte erst vor kurzem, dass sie schon lange nicht mehr in einer Messe im Markusdom war." berichtete dieser. Sie unterhielten sich noch über viele andere Dinge. Sandalephon der Lucifer gegnüber saß bemerkte wie er bei Michael immer wieder zauberte, so dass dieser nur beschwippst blieb. Die anderen Engel tranken im Maßen.  Euangelion war auch sehr lustig, auch da zauberte der Höllenfürst ein wenig.
"Wieviel Wein und Wodka hast du getrunken Lucifer?" wollte Kerubiel wissen. "Keine Ahnung. ich zähle nicht wenn ich trinke." Kerubiel grinste. "Na ja, Fakt ist - dass wenn wir so viel trinken würden wie du und dabei nicht zaubern, dann wären wir wohl alle stockbesoffen. Warum verträgst du so viel? Denn du zauberst ja nicht, oder?"
Dieser grinste. "Nein keinen Zauber und das weiß ich nicht. Betrunken bin ich, sehr sogar und ich merke es auch, aber habe mich halt gut im Griff, dass ich mich immer unter Kontrolle habe. Du wirst nachher beim Heimlaufen schon merken, dass ich nicht mehr ganz so sicher gehe, wenn ich keinen Zauber anwende." Die anderen lachten leise. "Das macht nichts, Lucifer. Wir, Kerubiel und ich, können die Stützen, wir sind noch die, die am wenigsten getrunken haben." sagte Sandalephon. "Na vielleicht helft ihr aber auch Michael oder Euangelion, die haben auch ziemlich viel getrunken, die sind schon ganz still geworden." antwortete Lucifer frech grinsend. Abermals lachten sie. Ein paar der Gäste die an den Nebentischen saßen schauten immer mal wieder zu der lustigen Männerrunde.
Die Zeit verging wie im Fluge. Gegen fünf Uhr abends klingelte das Telefon von Sandalephon. Er griff in seine Tasche. "Lucia." sagte er. "Ja?" fragte er grinsend, weil ihn alle gespannt ansahen. Michael und Euangelion, die sichtlich angeheitert waren kicherten und machten Späße. Da es ansonsten leise war am Tisch hörten die anderen Kat. "Hallo Schatz, macht ihr euch langsam auf den Heimweg. Tilly hat für alle ein kaltes Buffet gemacht, so gegen sechs können wir essen. Und ich soll von Ilse ausrichten, sie hat extra für Michael Rollmops hingestellt und Tilly hat Heringssalat gemacht." berichtete die junge Frau. "Klar machen wir, bis später. Ach ja, deinem Lieblingsonkelchen dreht sich gerade der Magen um bei dem Gedanken an Rollmops." sagte er noch lachend.
"Gib ihn mir mal."  kicherte Kat am Telefon. Sandalephon reichte seinem gegeübersitzenden Bruder sein Handy. "Hallo Onkelchen, wie ich dich kenne bist du auch betrunken und musst es morgen wieder büssen und das schon zwei Tage hintereinander wie ich hörte. Von daher würde dir ein Rollmops oder zumindest etwas von dem leckeren Heringssalat auch nicht schaden." sagte sie lachend. "Äh Käthchen ... mir ist jetzt schon ganz schlecht von dem Gedanken. Und das widerliche Zeug habe ich einmal gegessen, was mir nicht so gut bekam, wie du weißt. Und da ertrage ich lieber die Schmerzen und die Übelkeit am nächsten Tag."  "Klar Onkelchen, solange du dann von dem anderen was isst soll es mir recht sein, denn das hilft auch schon. Bis gleich." sagte sie fröhlich und legte auf. Der Fürst der Hölle reichte seinem Bruder sein Telefon und winkte Södersen an den Tisch. "Was darf ich euch noch bringen?" fragte der Wirt. "Die Rechnung - geht auf mich. Unsere Frauen wollen dass wir zum Essen kommen, Tilly hat für alle gekocht." antwortete der gefallene Engel. "Na unter diesen Umständen müsst ihr natürlich gehen."
Kurz darauf kam er mit der Rechnung. Nachdem er bezahlt hatte, tranken alle ihr Getränk noch aus und verließen dann das Gasthaus. Sandalephon und Metatron waren als einzige noch fast nüchtern, da sie beide wenig  Alkohol tranken. Hagiel, Kerubiel und Astaroth waren gut angeheitert, aber immer noch sicher zu Fuß. Der Fürst der Hölle war sehr betrunken, was man ihm aber kaum anmerkte. Ihm war etwas schwindlig, so dass er manchmal beim Gehen ganz leicht ins Wanken geriet. Michael und Eunangelion ging es da schon anders. Die beiden hatten einen ziemlichen Rausch. Euangelion, der neben seinem Chef lief, verlor plötzlich das Gleichgewicht und stieß gegen ihn. Da dieser nicht damit rechnete, gingen beide zu Boden. "Hoppla." sagte der ganz in schwarz gekleidete Engel grinsend. Euangelion lachte. Auch die anderen mussten lachen. Lucifer richtete sich auf, wobei ihm kurz schwarz vor den Augen wurde. Er hatte sich aber sofort wieder gefangen und half seinem Sekretär auf. Er stützte ihn und meinte grinsend: "Wie es aussieht kannst du ein wenig Hilfe gebrauchen." "Ha - ich trinke ja normalerweise nicht. Wie machst du das, soviel trinken und immer noch fast nüchtern wirken. Zauberst du?" fragte der Engel seinen Chef, der ihn beim Gehen unterstützte. "Nein keine Magie. Ich vertrage einfach viel."
Lucifer seufzte etwas, als er die für seinen Geschmack etwas zu üppig ausgefallene Osterdeko in seinem Haus sah. Er akzeptierte es jedoch, um Ärger aus dem Weg zu gehen. Sie ließen sich das Abendessen schmecken und genossen den Abend. Da es bei den Erwachsenen spät geworden war, hatten alle Kinder im Spielzimmer von Lucifers und Selvaggias Kindern ein Matratzenlager bekommen und schliefen bereits, als sich die Erwachsenen verabschiedeten. "Und euch ist das wirklich recht, dass alle Kinder hier schlafen? Immerhin sind das ganz schön viele Kinder und ..." wandte sich Calliope an Lucifer. "Willst du die Kinder jetzt vielleicht wecken? Dann sind Aine und Christian wieder wach und schlafen daheim nicht mehr. Die jüngsten, wie Elisabeth sind ja mit ihren Eltern gegangen und Christian ist problemlos, der hat ja schon mal fast zwei Jahre bei mir gewohnt." "Und ich bin ja auch noch da, Schwesterchen. Ich helfe meinem Chef schon. Und ich habe ja öfter auch die anderen Kinder da, wenn die zum Spielen vorbeikommen." sagte Thalia. Der Höllenfürst legte den Arm um Thalia und drückte sie freundschaftlich. "Eben, auf mein Kindermädchen ist Verlass!" Er lächelte Thalia kurz freundlich an, welches sie erwiderte. "Na bei so lieben Kindern, kein Problem." "Na ja ...!" murmelte ihr Chef ginsend.
Der Höllenfürst wachte um sechs Uhr morgens mit starken Kopfschmerzen und ebenso starker Übelkeit auf. Er zauberte sich in seine Kleidung. und in die Küche, um sich einen Kaffee zu machen. Thalia erschrak und schrie kurz auf. "Hast du mich jetzt erschreckt Chef!" sagte sie dann lachend. Was ihren Chef auch zum Lachen brachte, er dies aber sofort bereute. "So schlimm?" fragte sie und sah ihn kurz an. Er sah immer schick aus, selbst wenn er wie jetzt das Hemd lässig über der Jeans trug. "Ja, zwei Tage hintereinander so viel zu trinken, setzt selbst mir richtig zu. Ich wollte mir gerade einen Kaffee machen." antwortete er und griff nach einem Glas. "Setz dich Chef, ich mach dir schnell einen." Er holte seine Tabletten, die er heute ohnehin nehmen musste, legte sie auf den Tisch und schenkte sich etwas von dem Mineralwasser ein, welches noch auf dem Tisch stand. "Oh, guten Morgen Lucifer, Kopfschmerzen?" Dieser stöhnte leise auf. Kerubiel trat von hinten an Thalia, umarmte sie liebevoll und liebkoste sie zärtlich. "Ich dachte du wolltest nur schnell was zu Trinken holen." flüsterte er. "Ja schon, aber ... dann kam mein Chef und ich habe ihm angeboten Kaffee zu machen." Sie drehte sich um und stellte ihm den Kaffee hin. "Willst du auch einen Schatz, wo wir schon mal beide hier sind?" fragte sie. "Gerne." antwortete er und setzte sich. "Was?" fragte er, als Lucifer in musterte. "Ja, ich habe bei Thalia übernachtet und nein wir hatten keinen wilden Sex. Wobei ich nicht meine, dass wir gar nichts gemacht haben." sagte der Engel grinsend, als Lucifer weiterhin schwieg. "Kerubiel!" entfuhr es Thalia überrascht. "Was denn? Es gibt viele tolle Dinge die
man machen kann ohne Sex zu haben, das weiß Lucifer sicher selbst." Dieser trank einen Schluck aus seinem Kaffee. "Das will ich gar nicht wissen! Das ist eure Sache. Wichtig ist für mich nur, dass Thalia als mein Kindermädchen da bleibt, denn ich lasse sie nicht mehr gehen. Welches andere Kindermädchen könnte mit meinen Launen klarkommen und würde sich vor allem nicht vor mir fürchten?" Kerubiel nickte. "Stimmt. Keine Angst, ich habe mir ja auch ein Haus auf Norderney gekauft. Und Thalia darf weiterhin für dich arbeiten, auch wenn wir irgendwann heiraten und Kinder haben." versicherte er seinem ältesten Bruder. Thalia stellte ihrem Freund einen Kaffee hin und setzte sich dann zu den beiden Männern an den Tisch. Sie nippte verlegen an
ihrem Kaffee.
Plötzlich wurde die Stille von der weinenden Allegra unterbrochen, die gerade in die Küche gelaufen kam. "Mami, Mami ..." "Mami schläft noch." sagte ihr Vater. "Als sie seine Stimme hörte rannte sie ihm in die Arme. Dieser nahm seine jüngste Tochter tröstend in den Arm. "Warum weinst du?" fragte er flüsternd, als sich die zweijährige wieder etwas gefangen hatte. "Ich ... ich habe was Böses geträumt." wimmerte sie. Ein ... ein ... großer Käfer kam und wollte ... mich fressen." "Oh na das ist ja mal wirklich ein schlimmer Traum. Aber jetzt bist du wach und sie sind weg." Das kleine Mädchen nickte und umarmte ihren Papa ganz fest, auf dessen Schoß sie immer noch saß. "Willst du eine heiße Schokolade?" fragte Thalia die kleine Tochter ihres Chefs. "Jaaaaa." rief diese strahlend.
Nach und nach wurden auch die anderen Kinder wach. Thalia und Kerubiel waren gleich in der Küche geblieben und Thalia war schon dabei Frühstück zu machen als Ilse die Küche betrat. "Oh ihr seid schon wach. Guten Morgen. Fühlst du dich so grässlich wie du aussiehst, Lucian?" fragte sie ihren Sohn. Dieser nickte. "Ich wüsste ja was hilft, aber das verweigerst du ja. Aber du gehst nach dem Frühstück, wo wenigstens ein bisschen gegessen wird - ein wenig an die frische Luft. Meinetwegen auch in einen Liegestuhl mit einem starken Kaffee. Und das ist ein mütterlicher Befehl mein Junge!" Lucifer nickte lächelnd. Sie half Thalia beim Frühstück richten.
Da gerade Osterferien waren und alle zu Hause waren wurde es ein gemütlicher Tag auf der Insel. Thalia und Kerubiel spielten mit den Kindern am Strand. Christian hatte sich mit einem Buch über Astrologie zu seinem Lieblingsonkel gesetzt, der für ihn gleichzeitig wie ein zweiter Vater war, da er ja fast zwei Jahre bei ihm gewohnt hatte. Dieser lag in einem Liegestuhl am Tisch trank seinen Kaffee, rauchte hin und wieder eine Zigarette und
erklärte Christian etwas, wenn dieser ihn fragte, wenn er etwas nicht ganz verstanden hatte. Ilse trat auf die Strandterrasse und stellte ein Glas stilles Wasser auf den Tisch. "Trink das bitte, da du schon keinen Rollmops willst und sicherlich auch keinen Kräutertee, was auch dir gegen deine Magenschmerzen helfen würde, da diese ja heute katerbedingt sind und wie sehe sind die heute ziemlich heftig, da du zwei Tage hintereinander sehr viel getrunken hast." Selvaggia half Ilse in der Küche. Im Laufe des Vormittages kamen alle wieder um ihre Kinder abzuholen. Ilse lud jedoch alle noch zum Mittagessen und zum Kaffee ein.
Als Kat und Sandalephon kamen, die Ilse auch zum Essen eingeladen hatte. Setzte sich Kat neben ihren Lieblingsonkel und massierte ihm den Oberbauch, was diesem sichtlich guttat. "Dass du auch immer so leichtsinnig bist... ich bin ja froh, dass mein Sandy nur ein, zwei Schnaps und vielleicht ein Glas Wein getrunken hat, denn er ist ja nicht so der Bierfan." Der Höllenfürst seufzte belustigt. "Dein Sandy ist zwar ein Erzseraph beider Seiten, aber er ist immerhin das "himmlische Flauschflügelchen", oder?" Kat kicherte. "Lass ihn das nicht hören."
Schneller als gedacht verging der Tag. Der Höllenfürst saß im Büro in der Botschaft. Euangelion hatte ihm gerade die Buchführung vorgelegt und ging einzelne kleinere Positionen mit ihm durch, als ganz überraschend ein etwas abgehetzt wirkender Tarot auftauchte. "33 nach - 3. April* ist die Kreuzigung - vorverlegt um ein Jahr... und es wird ein Gerichtsverfahren geben bei dem Pontiius Pilatus wie gesagt "biblisch" handeln wird...  normalerweise hätte es keinen Prozess gegeben. Die Verhandlung ist für den 30. März vorgesehen, gegen Mittag - und Pontius Pilatus will das im Hof des Statthalterpalastes - vermutlich aber davor, da es eine "größere Sache" werden soll, durchziehen. Und Harut und Marut haben rausgekriegt, wer mehr oder weniger mitmacht bei der ganzen Sache... und es ist erschreckend wie ... Harut hat es "weichgespült" genannt, Pontius Pilatus inzwischen ist... Ich muss wieder los. Ich habe mich als Schreiber im Palast von Herodes anstellen lassen um mehr rauszufinden." damit war Tarot wieder verschwunden.
"Wow... das war mal eine Ansage..." murmelte Euangelion überrascht. "In der Tat... informiere bitte die anderen, dass ich sie sehen müsste... wobei ich das bei Sariel, Astaroth, Kat, Sandy, Michael und Metatron selbst übernehme. Du übernimmst bitte Kerubiel, Hagiel und die anderen!" Euangelion nickte und verschwand ebenfalls.

Eine halbe Stunde später waren alle im Arbeitszimmer des höllischen Botschafters versammelt. Dieser saß zurückgelehnt in seinem Chefsessel und hatte die Augen geschlossen. Via Gedankenübertragung ließ er alle wissen, was Tarot berichtet hatte. "Käthchen was machst du denn hier?" fragte er seine Patentochter. "Ich bin auch eine mächtige Seraphe, wenn auch nicht so mächtig wie ihr, aber stark genung und es geht in diesem Fall immerhin um meine Geschwister und deshalb will ich dabei sein!" Der höllische Fürst atmete einmal tief durch um sich zur Ruhe zu bringen. Kathrine verstand jedoch den Blick den sie von ihm erntete.
"Also reisen wir in das Jahr 33. Wann gedenkst du dies zu machen?" wollte Michael wissen. "Morgen vormittag, nach dem Frühstück . Ich will das endlich erledigt haben. Und ich möchte die beiden noch darauf vorbereiten und sie nicht sofort überfallen. Ich brauche Engel zur Begleitung." sagte er leise.
"Ich gehe mit!" sagte Kat. "Ich sowieso. Vor Ort kann man immer die besten Berichte schreiben."  "Wir gehen alle mit, denke ich. Wir alle mögen die Kinder." sagte Kerubiel. "Und wir lassen dich bestimmt nicht alleine mit dieser Verantwortung." bestätigte Hagiel. Die anderen nickten zustimmend. "Danke. Dann werde ich mich mal nach Angel Island begeben, wenn ich genügend Mut gefasst habe." sagte der gefallene Engel.
"Ich komme gleich, Schatz. Ich möchte noch kurz mit Onkel Lucifer reden." sagte Kat zu ihrem Mann und gab ihm einen zärtlichen Kuss. Dieser nickte und verschwand mit den anderen. "Bist du böse auf mich, weil ich mit möchte?" wollte sie wissen. "Nicht wirklich. Ich kann es sogar verstehen, denn immerhin handelt es sich um deine Geschwister. Und ja du bist eine mittlerweile sehr mächtige Seraphe, nicht annährend so mächtig wie wir, aber mächtiger als manch andere Engel. Wie also könnte ich dir diesen Wunsch abschlagen?" Sie lächelte, setzte sich auf seinen Schoß und umarmte ihn. "Wie geht´s dir heute?" erkundigte sie sich besorgt und liebevoll. Er lächelte die junge Frau liebevoll an. "Katermäßig gut." "Magenschmerzen ... ziemlich dolle, weil mich das sehr belastet, dass ich deine Geschwister für den Fall mit einbeziehen muss. Zeitreisen können gefährlich sein. Christina und Lucas sind kleine Kinder, menschliche Kinder, sie haben keine Ahnung was sie erwartet. Wir können nie vorraussehen was passiert."  "Hast du deshalb die letzten beiden Tage so viel getrunken?" Er nickte. Er erhob
sich mit der jungen Frau auf dem Arm stellte sie vor sich ab umarmte sie und gab ihr einen freundschaftlichen Kuss auf die Wange. "Jetzt geh zu deinem Mann und deinem Töchterchen und genieße den Tag." sagte er und verschwand.
Er erschien in der Küche. "Mutti mach mir bitte einen starken Pharisäer." bat er Ilse, schnippte mit dem Finger und hatte seinen schwarzen Lieblingsmantel an, da er ausreiten wollte und es heute sehr frisch und windig auf der Insel war. "Jederzeit gerne Lucian, aber du hast die letzten beiden Tage so viel getrunken und
dein Magen erholt sich gerade erst." Er zog die alte Dame fest an sich und hob ihren Kopf an, so dass er ihr in
die Augen sehen konnte. "Ich will nur einen! Einen um mir Mut anzutrinken! Machst du mir keinen, dann bediene ich mich an der Bar mit einem großen Glas Whisky pur!" sagte er leise, aber bei der Art wie er es sagte, lief Ilse ein kalter Schauer den Rücken hinunter. "Gut, aber nur einen. Dein Magen hat die letzten beiden Tage schon genug gelitten."  gab sie nach und machte sich an der Kaffeemaschine zu schaffen. Lucifer lehnte sich an den
Türrahmen und massierte sich den Oberbauch. "Versprochen. Und der Magen schmerzt ohnehin schon, weil
ich ... mir wegen des Falles zu viele Gedanken mache."
Sie drehte sich um und reichte ihm seinen Pharisäher. "Und weshalb musst du dir jetzt Mut antrinken?" "Ich muss nach Angel Island um mit den Kindern und Rachel und Derek zu reden. Morgen wollen wir den Fall beenden." antwortete er leise. "Du hast Angst?" fragte Ilse leise. Sie hatte noch bei keinem Fall so eine Angst in seinen Augen erkannt wie jetzt. "Ja sehr. Ich musste noch nie eines der kleinen Kinder einer solchen Gefahr aussetzen. Und es ist nie vorhersehbar was passiert. Zeitreisen sind auch nicht ohne." "Du schaffst das schon." Er lächelte schwach und küsste sie sanft auf die Stirn.
"Lucian!" rief sie ihm nach, als er auf die Strandterrasse zum Rauchen gehen wollte. "Ja Mutti?" "Dass du mir dein Versprechen hältst. Nichts mehr trinken heute, Alkohol und eigentlich auch Zigaretten sind nicht wirklich förderlich bei Magenschmerzen." "Versprochen kein weiterer Alkohol mehr heute." Er hatte vor sein Verprechen zu halten. Als er seine Zigarette geraucht hatte, schwang er sich auf seinen schwarzen Hengst und galoppierte mit ihm über die Insel. Anschließend stürzte er sich in Arbeit um auf andere Gedanken zu kommen, bis er schließlich um drei Uhr nachmitags deutscher Zeit ins Legat gehen konnte.
Die Zwillinge kamen sofort angerannt und umarmten iheren Lieblingspatenonkel herzlich. Er erwidert die Umarmung setzte sich in der Halle auf den Boden und bat die Kinder sich zu ihm zusetzen. Rachel und Derek traten in die Halle und beobachteten die Szene. Ihnen fiel auf, dass er sehr traurig aussah. "Ich habe euch doch erzählt, dass ihr mir helfen müsst. Morgen früh hole ich euch ab. Wir besprechen dann alles." Ja, warum sagst du es uns nicht gleich?" fragte Christina. "Weil ihr dann vielleicht etwas vergesst und so haben wir es kurz vorher besprochen. Und jetzt wieder zum Frühstück. Auf geht´s!" sagte er gespielt fröhlich. Die Kinder rannten wieder in die Küche , da sie noch Hunger hatten. "Lucifer, halt!" rief Derek laut als dieser wie das letzte mal einfach verschwinden wollte. "Du verschwindest nicht schon wieder einfach so wie das letzte mal. Der Höllenfürst schloss die Augen und blieb stehen. "Derek ... das ist ... " "Was? Du gehst uns aus dem Weg! Warum? Wir sind dir doch nicht böse und haben zugestimmt. Warum also gehst du uns aus dem Weg?" verlangte Derek zu wissen.
"Was denkt du denn?" fragte dieser sarkastisch. "Was glaubst du ... wie das für mich ist euch zu bitten mir die Kinder für die Lösung eines Falles zu überlassen? Ich fühle mich seit Tagen hundeelend deswegen! Und ich habe ein extrem schlechtes Gewissen euch gegenüber." "Das haben wir bemerkt, denn du hast dich das letzte mal bei uns entschuldigt. Das machst du nie! Das geht dir sonst nur ganz schwer über die Lippen." antwortete Rachel grinsend. "Also setz dich zu uns und trink einen Kaffee mit. Das ist ein Befehl Lucifer, ein Befehl der Seelenklempnerin." befahl Rachel lachend. Er nickte mit einen Anflug eines Lächelns.
"Mit Schuss?" fragte Rachel. "Nein, nur Kaffee. Ich habe Ilse versprechen müssen, dass ich heute nichts mehr trinke, als ich sie vorher um einen starken Pharisäer bat. "
"Oh warum das?" Ilse macht dir doch immer einen Pharisäer den ganzen Tag über." wunderte sich die schöne Blondine. "Ja, aber ich habe am Wochenende an beiden Tagen sehr viel getunken und am Montag ging es mir deshalb richtig schlecht und ich musste ihr heute versprechen nichts mehr zu trinken und ich halte meine Versprechen." erklärte er. "Versprechen muss man auch halten! Versprochen ist versprochen und wird auch nicht gebrochen!" sagte Lucas. "So ist es!" antwortet Lucifer. Der Höllenfürst verbrachte noch eine Weile auf Angel Island. Er war sehr erleichtert, dass seine Freunde ihm wirklich nicht böse waren. Es würde jedoch erst wieder besser fühlen, wenn diese Sache endlich vorbei war.
Er kehrte wenig begeistert pünktlich zum Abendessen wieder zurück nach Norderney. Da er jetzt wieder etwas essen musste, um Diskussionen aus dem Weg zu gehen. Er hatte wirklich seit Tagen keinen Appetit und aß immer nur sehr wenig, was Ilse gar nicht gefiel, wenn alle beim Essen zusammen saßen. Ilse hatte zum Abend gekocht, da Lucian zum Mittagessen mal wieder mit Abwesenheit glänzte und sie wollte, dass er wenigstens einmal am Tag anständig aß. Sie hatte Schnitzel mit Bratkartoffeln gemacht. Lucifer seufzte innerlich, als er die großen Schnitzel sah. Er tat sich ein paar Bratkartoffel aus und teilte dann das Schnitzel in zwei Hälften und legte eine auf Sophias Teller, da dieser ein halbes auch genug war und erntete prommt einen Kommentar von Mutti.
"Lucian, willst du wirklich so wenig essen? Du hast den ganzen Tag noch nichts gegessen." Er seufzte.
"Mutti ... sei froh, dass ich überhaupt etwas esse, wobei wir Engel nicht essen müssen. Allerdings gebe ich dir in der Hinsicht, dass Alkohol und Kaffee auf nüchternen Magen nicht gut ist recht. Denn das merke ich immer wenn ich viel Kaffee trinke und nichts esse, wie morgens, aber da kann ich beim besten Willen noch kein Essen runterbringen! Sei also froh, dass ich wenigstens auf dich höre und einmal am Tag was esse." antwortete er ruhig, aber sichtlich genervt.
Den Abend verbrachte er mit Selvaggia und Ilse im Wohnzimmer vor dem Kamin. Die beiden Frauen sahen sich einen Krimi an, den er ziemlich langweilig fand, deshalb holte er seinen Laptop heraus und begann etwas Unterricht für nach den Semesterferien vorzubereiten, nachdem er seine Emails gelesen hatte.
Am nächsten Morgen saß er sehr schlechtgelaunt und schweigend am Esstisch und starrte in seinen Kaffee. Das würde ein verdammt langer Tag werden, bis Nachmittag deutscher Zeit, denn so lange würde er warten müssen um den Fall endlich abschließen zu können, da er mit Rachel und Derek vormittags ausgemacht hatte, weil er die Kinder nicht nachts aus ihren Betten holen wollte und durfte.
Nach seinem ersten Kaffee hielt er Ilse seine leere Kaffeetasse hin. "Bitte Mutti!" sagte er leise aber eindringlich. Ilse verstand den Ton und seinen Blick. Er lächelte, als sie ihm den starken Pharisäer reichte. "Danke." flüsterte er und warf ihr einen Handkuss zu. "Bitte." antwortete die alte Dame und dachte: <Wie ist er heute wieder charmant.> Anschließend verzog er sich in sein Arbeitszimmer im Boulevard Haussmann. Dort erledigte er erst die Boulevard-Angelegenheiten und dann die höllischen, die Euangelion ihm zur Unterschrift hingelegt hatte.
Er zauberte sich in die Hölle. "Bleib sitzen!" sagte er zu Samyaza, der gerade auf dem höllischen Chefsessel saß und aufstehen wollte, als sein Chef erschien. "Es gab Zeiten, da bist du ausgeflippt, wenn jemand auf deinem Stuhl saß." Der Fürst der Hölle lächelte. "Da hatte ich ja auch noch keinen Höllenleiter und dieses Priveleg hast auch nur du. Bei jedem anderen *flippe ich immer noch aus*." antwortete er diesmal grinsend. Er trat neben Samyaza legte die eben mitgebrachten Unterlagen auf den Schreibtisch und stützte sich mit den Händen darauf ab. "Alles klar, Chef?" fargte Samyaza freundschaftlich besorgt, da er wusste wie sehr seinen Chef und Freund der Fall belastete. "Nein. Die Warterei macht mich wahnsinnig und mein Magen verkrampft sich deshalb immer mehr." Samyaza seufzte. "Lass das mal nicht Ilse hören. Na ja, noch ein paar Stunden, dann können wir das Problem ein für alle mal aus dem Weg schaffen. Und es geht schon alles gut, Lucifer! Wir gehen doch alle mit, als stille Beobachter und Beschützer, da kann ja eigentlich gar nix schiefgehen." "Dein Wort in Vaters Ohren!" sagte er seufzend. Samyaza musste lachen. "Was?" fragte Lucifer etwas irritiert. "Na ja ... Vater hätte auch laut losgelacht, hätte er dich jetzt gehört. Aber da er Gespräche in der Hölle ja nicht hören kann." Sein Chef seufzte und massierte sich den Magen. "Das ist auch gut so! Höllische Geschäfte gehen den Herrn da oben nichts an. Und auch ganz nützlich, wenn man mal etwas ohne ihn besprechen muss." Samyaza nickte. "Gibt es was Besonderes?" erkundigte er sich. "Nein Chef, alles im grünen Bereich. Ich bearbeite nur noch ein paar Unterlagen, die du dann heute Abend noch oder morgen Früh noch mit deiner Unterrschrift versehen darfst." Der Höllenfürst nickte und verschwand.
Im Wohnzimmer auf Norderney tauche er wieder auf. "Machst du mir bitte einen Kaffee?" fragte er Ilse die gerade hereinkam, da sie etwas gehört hatte, während er sich an der Bar ein Glas Whisky einschenkte und dieses mit einem Schluck austrank. "Und nein ich werde jetzt nichts essen. Und deinen Vortrag von Kaffee und Alkohol kenne ich und der interessiert mich grad nicht. Ich brauch was zur Beruhigung, bevor ich nachher die
Zwillinge abholen muss." sagte er und legte sich mit einer Decke auf das Sofa vor dem Kamin, da ihm kalt war und er müde war, weil er die Nacht schlecht geschlafen hatte. "Du hast ja noch nicht mal deinen Mantel ausgezogen." sagte Ilse, als sie ihm seinen Pharisäer brachte. "Mir ist auch eiskalt!" murmelte er während er sich aufrichtete und nach dem Pharisäer griff. "Du bist schon eine Frostbeule. Liegt zur Osterzeit mit Mantel und Decke vor dem brennenden Kamin." sagte Ilse lachend. "Na ja, eigentlich wundert es mich nicht. Du trägst deinen Mantel ja immer noch im Frühling, während andere schon im kurzen T-shirt rumlaufen. Selbst im Sommer trägst du nur schwarz und meistens ein Hemd mit langen Ärmeln, die nur bis unter den Ellenbogen hochgekremmpelt sind." kommentierte Ilse. "Na höllische Temperaturen sind halt heißer. Dir würde in der Hölle vermutlich der Schweiß nur so runterlaufen." murmelte er. Ilse zog ihm gespielt wütend ein Kissen leicht über den Kopf. "Du frecher Kerl! Aber im Prinzip liebe ich genau das an dir auch wenn mich deine arrogante und aufbrausende Art manchmal nervt, deine andere Seite mag ich; liebevoller Vater und du kannst unglaublich charmant und nett sein ... wie kein anderer und  ..." "... dennoch fürchten mich immer noch einige Menschen hier auf Norderney." "Mmm - de kennen dich nicht so gut wie wir oder Södersen und die Rassfamilie zum Beispiel - na ja beteiligst dich ja nur manchmal am Inselleben und lässt dich selten im Ort sehen. Und jetzt trink deinen Pharisäer und ruh dich noch ein wenig aus. Ich bereite das Abendessen vor und da isst auch du wieder, mein Junge!"  sagte Ilse und ging wieder in die Küche. Er schlief tatsächlich ein, nachdem er seinen Pharisäer getrunken hatte.
Kat erschien um viertel nach drei Uhr am Nachmittag bei Ilse in der Küche. "Hallo Ilse, seit wann schläft mein Onkelchen denn schon?" wollte Kat wissen. "Seit zwei Stunden:" Kat nickte. "Danke, denn ich muss ihn jetzt wecken, er wollte die Zwillinge holen und muss mit ihnen noch besprechen, was sie machen müssen. Warum lächelst du?" fragte Kat die alte Dame.
Ilse lächelte noch mehr. "Onkelchen. Es ist schön wie liebevoll du das sagst. Ich hoffe du sagst das auch zu ihm so liebevoll, denn ich denke manchmal zweifelt er da an sich selbst, ob er beispielsweise ein guter Vater ist ... und und und ... und ich glaube er denkt immer noch, dass Selvaggia ihm nicht ganz vertraut ... nach dem ganz großen Streit vor ... einem Jahr?" Kat wirkte nachdenklich. "Kann natürlich sein, Lucifer zweifelt oft ...
und ja ich nenne ihn oft liebevoll Onkelchen. Aber das kann ich dir auch nicht genau sagen, weil er seine Gedanken vor uns allen verschließt. Ich merke halt nur durch unsere enge Verbindung, wenn ihn etwas belastet, aber er lässt niemanden von den Engeln etwas über sich und seine Gefühle sehen. Ich glaube, wenn der Fall heute Abend erledigt ist, bessert sich auch seine Laune wieder und ich werde ihn wohl mal wieder zum Training mit dem Schwert herausfordern, denn das macht ihm Spaß und vielleicht will ja auch Sandy mal gegen ihn antreten, denn der ist ihm  wie Metatron fast ebenbürtig und das würde den beiden auch mal Spaß machen, denke ich." antwortete sie und zwinkerte der netten alten Dame, in der auch sie eine Oma sah freundlich zu.
Sie lief ins Wohnzimmer setzte sich neben das Sofa und flüsterte liebevoll: "Onkelchen ... Onkelchen Lucifer!"
Er schlug die Augen auf und umarmte Kat. "Mein Käthchen ... ich bin tatsächlich eingeschlafen. Du kommst um mit mir deine beiden Geschwister zu holen?" Sie nickte lächelnd. "Danke." flüsterte er. "Wofür?" "Dass du nicht böse bist und ... mir beistehst." "Klar doch." antwortete sie hakte sich bei ihm ein und zauberte beide mit schwarzer Magie in die Eingangshalle des Lagats in San Francisco. "
Er nahm die Kinder mit in sein Arbeitszimmer im Boulevard Haussmann, wo die anderen Engel schon versammelt waren. Er setzte sich in seinen Chefsessel und setzte die Kinder vor  sich auf seinen Schreibtisch. "Du musst keine Angst haben Onkel Lucifer ... wir sind voll lieb und hören auf dich und die anderen Engel."versprach Lucas, der merkte, dass sein Onkel etwas Angst hatte und sehr nervös war. Seine Zwillingsschwester nickte zustimmend. "Das müsst ihr auch, das ist ganz wichtig. Zuerst mal ... wir müssen eine Zeitreise machen. Die sind für Menschen nicht ganz so angenehm, teilweise selbst für uns Engel nicht. Es kann sein, dass ihr euch imersten Moment etwas schwindelig fühlt, aber das vergeht gleich. Dann dürft ihr nicht unsere Namen verwenden. Wir dürfen nichts sagen. Ihr redet. Ihr werdet ganz laut rufen: "Lasst Barabas frei, kreuzigt Jesus!" Die Kinder sahen ihn überrascht an. "Aber wer ist Barabas und warum muss Jesus gekreuzigt werden? Der ist doch schon ..." "Luciana, hier in dieser Zeit, ja, da hast du recht... aber jemand aus der Hölle möchte das verhindern - in der Vergangenheit - und das würde die ganze Geschichte durcheinander bringen. Unser aller Leben beeinflussen ... Jesus muss gekreuzigt werden, um dann wie es in der Bibel steht wieder zum Leben auferstehen und in den Himmel fahren." erklärte er ruhig.
Er schloss kurz die Augen und massierte sich den Oberbauch, da sich dieser jetzt wo es soweit war, schmerzhaft verkrampfte. Er hasste es die Kinder in diesem Fall benutzen zu müssen. Christina beobachte dies traurig, sie mochte es noch nie, wenn es ihrem Lieblingsonkel nicht gut ging. "Na dann los! Gehen wir Tarot?" Dieser nickte. "Ach ja und bitte in unserer Zeit, dann wieder zurückbringen circa achtzehn Uhr ... Mutti ... ermahnte mich vorher ..." Er hielt kurz inne, schloss die Augen und stöhnte ganz leise schmerzvoll auf. " ... pünktlich zum Abendessen zu Hause zu sein."  führte er den Satz sarkastisch zu Ende, was die anderen Engel zum Schmunzeln brachte.
Er erhob sich nahm Kat und die Zwillinge in den Arm. "Kein Problem Lucifer." antwortete der Zeitengel grinsend.
Die Engel tauchten mit den Kindern gegen Mittag in einer menschenleeren Seitengasse am 3. April des Jahres 33 auf. "Geht es wieder?" fragte Lucifer leise, weil den beiden Kindern tatsächlich schwindelig geworden war. Die beiden nickten. "Wisst ihr noch was ihr sagen sollt?" fragte Kat. Die Kinder nickten und Kat ließ sie den Satz, den Lucifer ihnen vorher gesagt hatte noch einmal wiederholen. "Kat nickte. "Dann mal auf in die Menschenmenge, oder Onkelchen?" "Ja ... bringen wir es ... hinter uns." antwortete er leise. Als sie mitten in der Menge standen und auf dem Platz gerade Pontius Pilatus eine für ihn normalerweise ungewöhnlich salbungsvolle Rede hielt, inklusive der Frage ob Barabas gekreuzig werden sollte oder Jesus, riefen die Kinder ganz laut: "Lasst Barabas frei, kreuzigt Jesus!" Sekundenbruchteile war es still geworden auf dem Platz. Gespenstisch still. Dann begann ein Tuscheln. Die Kinder und die Engel fühlten sich extrem unwohl. "Weiter." befahl der Fürst der Hölle den Kindern flüsternd. Mutig fuhren sie fort und wiederholten den Satz noch ein paar mal. Das Stimmengewirr schwoll an.
"Die Kinder haben recht!" rief plötzlich ein älterer Mann aus der Menge - seiner Kleidung nach zu urteilen, der Hohepriester. "Wenn schon die Kinder erkennen was für ein falscher Prophet dieser Jesus ist! Das ist der Wille des Höchsten!" "Ja, kreuzigt Jesus! Er ist ein Betrüger und Scharlatan!" rief eine Frau. Die Kinder schrieen ihren Satz noch einmal. Immer mehr Leute forderten jetzt die Kreuzigung von Jesus, bis am Ende Jesus wie es in der Bibel viele Jahre später stand, am Kreuz hängen würde. Es war entschieden. Sariel verzog sich in eine Ecke und machte sich unsichtbar. "
Ein Mann kam auf Lucifer und Astaroth zu, die sich dunkler und bärtiger, weniger glänzend und attraktiv gezaubert hatten und  fuhr sie an: "Ihr solltet eure Kinder bändigen! Jesus ist gegen die Römer! Barabas ist ein Dieb, ein Krimineller! Der macht für Geld alles! Dieser Jesus predigt nur!" Im nächsten Moment bekam der Höllenfürst einen Schock, als eine energische Stimme in griechisch gefärbtem Aramäisch zu dem Mann sagte: "Die Kinder haben getan, wass Gott der Gerechte ihnen eingab zu sagen! Und jetzt lassen Sie den Mann in Ruhe dem meine Tochter Calliope versprochen ist und die Familie seines Bruders auch!" Astaroth drehte sich um. "Yaya?" fragte er Chrisathea leise, die neben einem sich gebeugt und alt zeigenden Tarot stand, gekleidet in altgriechische Kleidung, wie sie teils auch in Jerusalem getragen wurde. Sie funkelte den Mann verärgert an, dann gab sie Astaroth einen Hieb und packte Lucifer am Ohr. "Und bevor ihr beiden die Kleinen noch zu irgendwelchem Unsinn anstiftet, Jungs, ab zum Schiff. Vaios wartet schon. Er ist wütend! Dass ihr beide euch auch immer rumtreiben müsst!" Sie gab den beiden Männern einen energischen Stoß und zog sie mit sich, während Tarot leicht sabbernd hinterherhumpelnd murmelte. "Immer das gleiche mit diesen Halbstarken!" "Vamos, Lukas, vamos, Astianax! Auf dem Schiff gibt es noch genug beim Sichern der Fracht zu tun! Olivenölkrüge verstauen sich nicht von selbst!"
Völlig überrascht von Chrisatheas Erscheinen und Handeln gehorchten die beiden mächtigen Seraphim. Lachend spottete der Mann der sie wegen Lucas und Christina angesprochen hatte: "Ah, ja... immer schön auf die Eltern hören und die Eltern achten. Ihr Pantoffelhelden!" dann wandte er sich ab.
Als sie außer Sicht- und Hörweite waren, lachte Astaroth leise auf. "Yaya Chrisathea, was machst du hier?" fragte er und umarmte die alte Dame, Großmutter seiner festen Freundin und Verlobten Calliope. "Och, Tarot hat mich geholt, meinte ihr könntet noch etwas großmütterliche Hilfe brauchen - etwas menschlich großmütterliche Hilfe, wohlgemerkt, und Ilses Akzent wäre zu norddeutsch gewesen, außerdem wäre sie eher aufgefallen als Nordlicht, während ich mediterranes Aussehen habe. Und Tarot hatte plötzlich ein komisches Gefühl, als er den Typen auf euch zuschleichen sah und hat überlegt wie er euch helfen kann..." Tarot versetzte alle nach Norderney - etwa gegen 17.30 Uhr. Die Engel verwandelten sich wieder in ihre normalen attraktiven Gestalten zurück. Nach und nach erschienen Samyaza, Kat und Sandalephon, Kerubiel und Michael, auch Metatron und Hagiel. Die Kinder freuten sich sichtlich ihre "Yaya" zu sehen und umarmten sie herzlich. Auch Ilse begrüßte ihre liebe Freundin von Kreta und Thalia und Calliope fielen ihrer Großmutter vor Freude lachend um den Hals.
"Ach Mensch, gut, dass du hier bist, Chrisathea, dann könn' wir olle Weibslüüt noch 'n beten schnacken!" rief Ilse glücklich und umarmte sie. "Das machen wir!" sagte die Kreterin lachend.
Astaoroth umarmte seine "Schwiegeroma" ganz fest. "Yaya, du hast einen Top-Job abgeliefert! Ohne dich hätten Lucifer und ich was sagen müssen und - ich habe den Typen irgendwie als einen der Höllenvögel erkannt und er hätte gemerkt, dass ich kein Mensch bin, wenn ich hätte mit normaler Lautstärke reden müssen und mich nicht hätte - genau wie Lucifer übrigens - recht kleinlaut geben können." "Habe ich doch gern gemacht! Wann willst du Calliope eigentlich heiraten, mein Junge?" Astaroth errötete. "Ich... ähm... sobald wie möglich, wirklich. Bei Castaldi läuft inzwischen alles rund und auch sonst... und ich will es romantisch machen und... du weißt, Ainé und Christian sehen sie schon als Mutter... ich verspreche dir sobald wie möglich sie zu fragen.... Ich habe bei Cartier von Monsieur Mardoune gefertigte Ringe auch schon in der Tasche, Yaya."
Er hatte nicht gesehen, dass Calliope mit den beiden Kindern hinter ihm erschienen war. Lucifer grinste und ließ mit Magie einen Strauß dunkelroter, langstieliger Baccara-Rosen erscheinen,  die er Calliope in die Hand drückte. "Schnapp ihn dir, Callie! Du liebst ihn doch auch schon!" Die junge Ärztin zwinkerte ihm zu, dankte ihm leise für die Rosen und warf sich in Astaroths Arme. "Willst du mich heiraten, Astaroth? Du bist ohnehin der Geschäftsführer von Castaldi und die Liebe meines Lebens, meine Ergänzung, meine zweite Hälfte. Du und die Kinder ihr macht mich glücklich, ganz und vollkommen und... und..." Astaroth strahlte über das ganze Gesicht. "Ja, absolut! Ich liebe dich, Callie! Du machst mich genauso vollkommen!" flüsterte er und küsste sie innig. Mit dem Strauß Rosen in der Hand zog er ein kleines Kästchen hervor, öffnete es und zum Vorschein kam ein wunderschöner Diamantring, den er Calliope an den Finger steckte.
Alle klatschten und freuten sich für die beiden. "Wir feiern am Wochenende!" rief Ilse begeistert. "Ja, auf Kreta!" rief Chrisathea. Astaroth lachte leise. "Leute, macht mal halblang! Wir feiern die Hochzeit hier! Wir sind inzwischen Norderneyer und die Insulaner würden es uns übel nehmen, wenn wir nicht hier heiraten!"
"So, wo wir jetzt wieder alle da sind: Kerubiel und ich haben mit Mike überwacht, ob die Kreuzigung auch über die Bühne ging! Alles ist glatt gelaufen! Die Mission war ein voller Erfolg!" informierte Hagiel die anderen. "Lucia und ich haben dafür gesorgt, dass Pilatus keinen Rückzieher machen konnte und auch Kaiphas, der Hohepriester hat alles notwendige getan."
Erleichtert ließ der Höllenfürst sich in einen breiten Gartenstuhl auf der Terrasse fallen. "Danke, danke an alle für eure Hilfe... vor allem dir, Tarot. Du hast wirklich im richtigen Moment den richtigen Instinkt bewiesen." Als Euangelion mit Derek, Rachel und dem kleinen Deren erschien. Lucifer stand auf und umarmte seinen "Cousin" und dessen Frau einfach nur stumm, was die erwiderten. "Du wirkst entspannter." flüsterte Rachel nach einer Weile. "Bin ich auch."

Ende.
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