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Der gute Doktor und der Profiler

von Secreta
CrossoverRomance / P18 / MaleSlash
Aaron Glassman OC (Own Character) Shaun Murphy
27.02.2021
11.06.2021
13
62.275
4
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11.06.2021 5.318
 
Kapitel 13

Rettung


Als die FBI-Agenten Derek Morgan und Emily Prentiss die Adresse erreichten, sah es von aussen wie ein gewöhnliches Einfamilienhaus aus. Der Garten vor der Tür wirkte so, als wäre er schon ewig nicht mehr gepflegt worden.

Zwei Streifenwagen kamen dazu, die das Team angefordert hatte. Derek wies sie per Handzeichen an, dass sie die Gegend im Auge behalten und sichern sollten. Ein Durchsuchungsbefehl konnte in der Zwischenzeit besorgt werden. Sie hatten also das Okay.

Die zwei Agenten blieben zusammen und bekamen von der Polizei per Funk die Meldung, dass man das Haus nur von vorne betreten und verlassen konnte. Als Derek und Emily sich kurz ansahen, nickten sie sich zu, sie waren bereit.

Einen Augenblick später ging es los. Sie läuteten, aber, wie zu erwarten, kam keine Reaktion. Es war auch nicht wirklich eine Überraschung. Nachdem sie sich laut und deutlich als FBI zu erkennen gegeben hatten, machte Derek die Tür mit einem gekonnten Tritt auf, wie er nun mal war. Es wurde Raum für Raum durchsucht. Polizisten kamen sofort rein, um die Tür zu überwachen, damit niemand flüchten konnte, falls doch jemand noch anwesend war.

Die beiden suchten dann das Haus systematisch ab. Es war nicht gerade ordentlich. In der Küche stapelten sich haufenweise schmutziges Geschirr und leere Pappkartons von verschiedenen Lieferservices. Es herrschte dicke Luft, als wäre seit Tagen nicht mehr durchgelüftet worden. Das Haus war zweistöckig, aber klein, was das Abchecken einfach und effektiv verlaufen liess.

Schlussendlich wurden Derek und Emily im Keller fündig. Sie fanden haufenweise Fotos von den drei Entführten und Sanders und auch andere Sachen, alles auf Papier. Wie es schien, hatte der Entführer keinen Computer benutzt, sondern seine Informationen und Pläne nur auf Papier gehalten. Der einzige Hinweis, dass Black digital unterwegs gewesen war, war ein Drucker in der Ecke, mit einer Ladestation für sein Laptop, das allerdings fehlte.

Die zwei FBI-Agenten machten Fotos mit den ganzen Informationen, die sie fanden und als wichtig befanden, damit Garcia sie verarbeiten konnte, um noch andere Sachen zu finden, die nützlich sein konnten.

Thomas Black hatte Zugang gehabt zu den Systemen des Krankenhauses. Hier lagen aktuelle Dienstpläne von Jacob, Parker, Siller und Sanders. Hier sah man, dass Shaun Murphys Entführung ungeplant und wohl vor Ort entschieden worden war. Es lagen nicht nur Dienstpläne da, sondern auch ein Ausdruck der Terminkalender von Jacob und Sanders vom Tag der geplanten Entführung.

Bei der Durchsuchung des grossen Tisches kamen weitere Listen und Fotos hervor. Es war von jeder Person eine Liste angefertigt worden von den letzten zwei Wochen, wann sie ins Krankenhaus gekommen waren und wann sie es wieder verlassen hatten, wann sie frei gehabt hatten. An der Wand hing ein Plan des Krankenhauses und der Umgebung und für jedes Opfer war dort ein Punkt mit dem Namen verzeichnet: Jacob, Parker, Siller und Sanders.

Derek machte gleich ein Foto davon und schickte es zu Garcia. Sie liess es auf einem der Monitore erscheinen. „Es sieht so aus, als ob es die Stellen sind, wo Black zuschlug. Jacobs Name ist direkt am Parkhaus vom Krankenhaus markiert", stellte Spencer sofort fest. „Sie stimmen fast überein mit den Entführungspunkten. Die Orte selbst hat man in der Überwachsungskamera nicht sehen können. Es erschien vorher oder danach immer der Lieferwagen", erklärte er weiter. Spencer versuchte wirklich bei der Sache zu bleiben, auch wenn er innerlich zerrissen war. Aber sein Team war auf seine Fähigkeiten angewiesen.

David Rossi meldete sich über Funk. „Leute, hier bestätigt sich wieder, was Garcia über Black herausgefunden hat. Ich hab mit seinem früheren Chef gesprochen. Er sagte, dass es in den ersten zwei Jahren mit ihm eigentlich noch gut lief. Sicher, es gab die eine oder andere Meinungsverschiedenheit, aber er hatte sich nie auffällig verhalten. Im Lauf seines dritten Jahrs drehte sich sein Verhalten um 180 Grad, als seine Mutter verstarb", teilte David sein Team mit.

„Vermutlich war der Auslöser der Tod seiner Mutter“, fügte Emily hinzu. „Garcia?“, fragte sie.

„Sie starb an den Folgen eines schwerwiegenden Schlaganfalls zu Beginn seines dritten Jahrs“, erklärte Garcia, nachdem sie die Informationen abgerufen hatte „Ah … mit der Klinik, wo seine Mutter starb, scheint er ebenso auf dem Kriegsfuss zu stehen. Auch wenn ihr Tod natürlicher Art war, wenn man so sagen kann, hatte Black die Klinik für ihren Tod verantwortlich gemacht und im Internet ziemlich an den Pranger gestellt. Er hat gegen die Klinik sogar ein Verfahren eröffnet.“

„Hey ... Baby Girl, ich habe hier etwas“, meldete sich Derek durch den Funk und fotografierte eine Liste. mit verschiedenen Adressen. Einige waren durchgestrichen, andere nicht. „Überprüft, was das genau für Standtorte sind."

Garcia bestätigte und bekam die Liste. Sie erschien gleich auf dem Monitor, so dass Spencer sie auch ablesen konnte. „Wir brauchen ein Moment“, sagte sie. Spencer behielt die Uhr im Auge, ihnen lief die Zeit davon bis zur nächsten Live-Schaltung. Ihm lief ein Schauer über den Rücken. Er wollte gar nicht daran denken. Er spürte plötzlich eine Hand, die die seine drückte. „Hey Genie ...", sprach Garcia. „Bleib mit deinen Gedanken hier. Ich brauche dich. Wir brauchen dich."

Seufzend nickte Spencer. Er sah wieder auf die Liste, die Garcia gerade verarbeitete. Der Agent fing gleich damit an, sie abzuarbeiten und die Punkte auf der Karte zu markieren. Er bearbeitete das geographische Profil weiter. Es waren sieben Stellen. Er markierte auch die, die durchgestrichen worden waren mit einer anderen Farbe. Nur um auf Nummer sicher zu gehen. Erstmal musste er rausfinden, ob die durchgestrichenen Stellen wirklich unwichtig waren. Er konnte die Markierungen entfernen, wenn er mehr wusste. Spencer wollte einfach nur sicher sein.

Diesmal meldete sich Hotch über Funk. Er hatte in der Zwischenzeit Doktor Christel Sanders befragt, die zur Polizeistation gebracht worden war.

„Ich habe mit Doktor Sanders gesprochen", erklärte Hotch. „Sie hat den Vorfall der Polizei erst heute Morgen gemeldet, da sie nicht sicher war, ob sie es sich eingebildet hatte oder nicht. Sie hat von den Entführungen über einen Arbeitskollegen per Telefon erfahren. Sie war am Abend noch joggen gewesen. Sie bemerkte den Lieferwagen, aber hat nicht gleich realisiert, was damit auf sich hat, dass er sie verfolgte. Erst als sie mal kurz hinknien musste, um den Schnürsenkel zu binden, fiel es ihr durch eine Spiegelung auf. Danach ist sie weitergelaufen und hatte die Route geändert, so dass sie sicher sein konnte, dass kein Fahrzeug ihr folgte konnte. Sanders ist gleich nach Hause gejoggt und hat sich nicht weiter darüber Gedanken gemacht", schloss Hotch seinen Bericht ab.

„Leute, ich habe jetzt einige Antworten auf der Liste, die mir Morgan geschickt hat. Es sind hauptsächlich Lagerräume oder sonstige leerstehende Gebäude", gab Garcia durch. Sie gab dann die Gebäude durch, die nicht mehr in Frage kamen. Die durchgestrichenen Orte konnte man wirklich wieder von der Karte entfernen. Auf der Karte blieben schlussendlich nur noch vier Objekte übrig, die in Frage kamen als die Orte, wo die Opfer festgehalten wurden.

Spencer sah die Punkte an. Er war wieder hochkonzentriert bei der Sache. Er ging den Linien nach, hatte in seinem Gedächtnis noch die Daten der Überwachungskameras, die genau zeigten, wann der Lieferwagen wo erschienen war. Es herrschte in seinem Kopf ein richtiges Puzzlespiel. Er überprüfte es mehrmals. Es war ungewöhnlich, dass Spencer dies tat, aber diesmal ging es nicht einfach um irgendwelche Opfer. Er wollte und durfte sich keinen Fehler leisten.

„Wir können zwei von ihnen ausschliessen, es bleiben noch zwei übrig", sagte Spencer überzeugt und gab die Daten durch. Er nahm die folgenden Markierungen ab. In dem Radius, den er berechnet hatte, waren nur noch zwei Objekte als mögliches Ziel übrig.

„Wir schicken gleich zwei Polizeistreifen dort in sicherer Entfernung vorbei. So können wir vielleicht ein weiteres Objekt ausschliessen, wenn sein Lieferwagen davor parkiert ist“, sprach Hotch. Sie konnten auf ein wenig Glück hoffen, es war nicht der erste Unsub, dem so ein Fehler unterlief, sein Fahrzeug nicht zu verstecken. „Ich denke, es ist Zeit, sein Profil rauszugeben", teilte Hotch dann durch den Funk mit. „Es gibt keine Zeit mehr zu verlieren."

Spencer sass nur da, seine Worte und die von seinem Team hallten in seinem Kopf wider. „... er hat nichts zu verlieren ... er hat seit einigen Monaten alles genau geplant … er wird alle töten und dann sich selbst, wenn sein Plan erfüllt ist … er ist ein Psychopath …“

Garcia sah zu ihm. Ein Blick auf die Uhr sagte ihr, dass das restliche Team der BAU und die SWAT-Einheit sich beeilen mussten. Die Zeit drängte und doch durfte nicht überstürzt gehandelt werden.

Sie hatten tatsächlich ein Objekt ausschliessen können, so dass es nur das eine übrig blieb. Ein Lagerhaus. Hotch hatte mit seiner Vermutung recht gehabt, der Lieferwagen, der erkannt worden war, wurde vor diesem Lagerhaus gesichtet.

In der Zeit war es Garcia gelungen, das Schlupfloch im System ausfindig zu machen, welches der Unsub benutzt hatte, um an das IT-System des Krankenhauses zu kommen. Ihre Aufgabe war, es im richtigen Moment zu blocken, so dass Black keine weitere Live-Schaltung mehr machen konnte. Aber jetzt hiess es, erst mal stillhalten und diesen keinen Verdacht schöpfen zu lassen, dass sie ihm auf der Spur waren.

„Ich muss zu ihm, Penelope. Ich kann hier nicht sitzen bleiben und nichts tun, was ist, wenn er mich braucht!" Spencer erhob sich. Sicher, Hotch hatte ihm nicht befohlen hier zu bleiben, nur drum gebeten, nichts Unüberlegtes zu tun.

„Oh Spencer, ich komme mit! Ich kann hier auch nicht sitzen bleiben", gab Garcia zu.

Die Tech-Queen schnappte ihr Laptop und Handy und folgte Spencer. Sie konnte Blacks System auch unterwegs kappen, das war ein Kinderspiel. Zuerst wollte Spencer protestieren, aber ein Blick von ihr sagte ihm, dass es hier nichts zu diskutieren gab.

Einige Minuten später stiegen sie in den nächsten verfügbaren Einsatzwagen. Spencer fuhr, und er benutzte Blaulicht und Sirene. Zum Teufel mit den Verkehrsregeln, er wollte nicht zu spät kommen. Nebenher hörte er mit Garcia die Funkgespräche der anderen an. Sie machten sich bereit für den Zugriff.

Spencer war unter Hochspannung, die Prognosen standen sehr schlecht. Black würde nicht alleine untergehen. Niemand konnte sicher sein, dass er die drei Stunden einhielt und wenn er mitbekam, dass das Lagerhaus gestürmt wurde, ging Spencer von Mord-Selbstmord aus. Mit Schaudern erinnerte Spencer sich an den letzten Fall mit dieser Konstellation, sie hatten damals verloren. Die Entführerin hatte sich und Maeve Donovan umgebracht.

Der FBI-Agent hörte über den Funk alles, was die Teams besprachen. Seine Knöchel waren weiss, so heftig hielt er das Lenkrad fest. Er fuhr aber sicher genug bis zum Ort des Zugriffs. Als er vor sich die erste Absperrung sah von der Polizei, schaltete er die Sirene aus. Er konnte passieren, da er ja vom FBI war, er hatte sich vorsorglich eine FBI Weste angezogen.

Garcia hatte ihr Laptop offen, bereit jederzeit einzugreifen, wenn der Befehl kam, dass sie die Verbindung von Black unterbrechen konnte, damit keine weitere Live Übertragung nach draussen an die Öffentlichkeit geriet. Es reichte schon, dass die Medien sich um das Thema des Tages rissen, die Nachrichten waren schon in vollem Gange über die Ereignisse im GWU.

Die Einsatztruppe bestand aus Hotch, Emily, Derek und David, begleitet von einer SWAT-Einheit. Sie waren ohne Sirene nähergekommen, da sie den Entführer nicht auf sich aufmerksam machen wollten. Die Polizei hatte etwa fünf Blocks weit die Strassen abgesperrt, damit nicht noch etwas Unvorhergesehenes geschah.

Mit einigen Handbewegungen wurde die Gruppe aufgeteilt. Sie waren bereit. Das Lagerhaus hatte mehrere Ein- und Ausgänge, aber das Fokus lag dort, wo der Lieferwagen stand, da war man sicher, dass Black die Opfer dort hindurch gebracht hatte. Dennoch würden sie von jeder Seite in das Gebäude reinschleichen und zugreifen, damit Thomas Black unschädlich gemacht wurde.

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Doktor Shaun Murphy versuchte, sich wieder zu orientieren, was sich als schwierig erwies. Sein Kopf brummte immer noch fürchterlich und ihm war schlecht. Der Schuss der Waffe hatte ihn aufgeschreckt, aber ihn gleich dazu gebracht, wieder in sich zusammenzufallen. Was immer der Entführer ihm gespritzt hatte, es tat seinem Kreislauf nicht gut. Er zitterte, ihm war kalt und gleichzeitig schwitzte er, und er hatte das Gefühl, dass sich alles in einem Nebel befand. Alle diese Anzeichen sprachen dafür, dass er auf etwas allergisch reagierte, was sich in dem Inhalt der Spitze befunden hatte. Seine Gedanken waren chaotisch, auch wenn er das Gefühl hatte, er war wacher als noch vor dem Schuss.

Seine Augen behielt er die ganze Zeit geschlossen, er ertrug das Licht einfach nicht, das ihn blendete. Es machte auch die Kopfschmerzen unerträglich. Er konnte neben sich die zwei Frauen weinen hören, die irgendwann nur noch schluchzten.

Nachdem der Entführer Donald Jacob umgebracht hatte, sprach der Entführer mit ihnen kein Wort, sondern räumte die Leiche nur in eine Ecke und deckte sie ab. Die Kamera wurde dann neu ausgerichtet, da nur noch die drei auf dem Bild waren. Black checkte kurz auf seinem Laptop, ob alles noch stimmte und er weiterhin mit dem System des Krankenhauses verbunden war. Es war noch alles im grünen Bereich. Er war sehr zufrieden.

Irgendwann fing Parker, die neben Shaun gefesselt war, wieder an zu weinen und da wurde Black wütend. Er würde sie als nächstes erschiessen, das nahm er sich vor.

„Hör auf zu heulen, du Göre ... sonst knall ich dich gleich ab", drohte Black ihr. Shaun hörte die Stimme sehr nah, was ihn zusammenzucken liess. Die Frau neben ihm verstummte gleich wieder, kein Wunder, Black hielt ihr gerade die Waffe unter die Nase. Shaun hörte dann, wie die Schritte des Entführers sich wieder entfernten und er die drei wieder alleine liess.

Shaun bemerkte, dass sein Körper unruhiger wurde. Er versuchte, an seine Übungen zu denken, musste aber schnell aufgeben, er konnte sich darauf nicht konzentrieren. Den Arzt versuchte einen anderen Weg. Shaun versuchte, von sich selbst eine Diagnose zu machen, um sich abzulenken, da seine Panik doch stieg. Ihm war bewusst, was hier geschehen konnte.

Seine Selbstdiagnose lief: Sein Kopf pochte, er vermutete Gehirnerschütterung, da er eigentlich nie jemand war, der unter Kopfschmerzen litt, ausser er hatte mal über den Durst getrunken. Dann sein rechtes Handgelenk, die Hand pochte vor Schmerzen. Da er seine Finger bewegen konnte, vermutete er, dass die Bänder überstrapaziert worden oder gar gerissen waren, aber kein Knochen gebrochen. Sein Körper schmerzte von Fussspitze bis zur Kopfhaut, er hatte Schüttelfrost, aber schwitzte gleichzeitig, was ihm sagte, dass er eine allergische Reaktion auf das Medikament zeigte, welches er injiziert bekommen hatte.

Die Einstichwunde der Spritze konnte Shaun noch sehr deutlich am Oberarm spüren. Es war ziemlich schmerzhaft gewesen. Er versuchte, sich selbst seinen Puls und Atmung zu messen in Gedanken, aber wusste, es war alles zu schnell. Zu hoch. Shaun versuchte, sich zu beruhigen und die Werte so zu drücken, da er es sich nicht leisten konnte, in einen Schock zu fallen.

Plötzlich hörte Shaun, wie der Entführer in den Raum zurückstürzte. Er hörte, wie ein Stuhl in seiner Nähe zu Boden klapperte. Er wagte, nur einen Spalt seiner Augen zu öffnen, um zu sehen, wie der Entführer Sillers Fesseln am Stuhl löste. Einen Arm hielt er um ihren Oberkörper und Hals geschlungen, seine Waffenmündung war an ihre Schläfe gedrückt.

Mehr ging nicht, das Licht machte es Shaun unmöglich, sich weiter darauf zu konzentrieren. Er schloss wieder fest seine Augen. Sein Oberkörper bewegte sich unruhiger hin und her. Aus der Ferne hörte Shaun plötzlich eine Stimme, der rief: „FBI! Legen Sie Ihre Waffe auf den Boden und zeigen Sie Ihre Hände, so dass wir sie sehen können!“

„Niemals! Wenn ich sterbe, nehme ich sie gleich mit!“, schrie Black und benutzte Siller als Schutzschild.

Der Autist bekam gar nicht mehr mit, was um ihn ablief. Shaun verlor die Kontrolle über seinen Körper, der nur noch unruhiger und unkontrolliert zuckte. Es war für ihn körperlich und geistig zu viel. Der Lärm, die Schreie und das Licht. Sein Kopf schien regelrecht zu explodieren. Er kippte mit dem gesamten Stuhl nach hinten, da der Anfall so heftig war.

Der Entführer verlor für einen Augenblick seine Aufmerksamkeit, weil er abgelenkt wurde von Shauns Sturz. Das nutzte natürlich Derek Morgan aus, da er freies Schussfeld bekam und auf den Entführer schoss, ohne dass er die Geisel, die Black immer noch festhielt, in Gefahr brachte.

Als Black am Bein getroffen wurde, verlor er natürlich die Kontrolle über die Geisel und musste sie loslassen. Sie liess sich gleich zu Boden fallen. Bevor Black seine Waffe betätigen konnte, bekam er erneut eine Kugel ab, diesmal von Hotch, direkt an den Kopf, um diesen unschädlich zu machen. Der Entführer klippte gleich darauf tot zur Seite.

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Zwei Hände machten sich daran, Shaun schnell von dem Knebel und den Fesseln zu lösen. Da Shaun keine Kontrolle mehr über seinen Körper hatte, schlug er wild um sich, als er freikam. Er wurde bestimmt an den Armen gepackt, so dass er sich selbst und andere nicht verletzten konnte. Der Stuhl war weggeschoben worden und jetzt lag er auf den Rücken am Boden.

Spencer wagte nicht, ihn zu bewegen oder ihn in seine Arme zu ziehen, da er nicht wusste, wie schwer Shauns Kopfverletzung war. Shaun spürte den Druck der Hände auf sich, die ihn daran hinderten, weiter auszuschlagen.

Der Griff von Spencer wurde sanfter, als dieser merkte, dass Shaun nicht mehr so wild rumschlug. Sein Mund blieb nah an Shauns Ohr und er murmelte immer wieder beruhigende Worte in dessen Ohr. Das Licht, das Shaun beeinträchtigt hatte, war ausgeschaltet worden.

Langsam klärten sich Shauns Gedanken, auch wenn sein Kopf immer noch wehtat, aber er fing, an die Worte zu verstehen, die Spencer ihm immer wieder sagte. „Ich bin hier, Shaun ... ich passe auf dich auf ... shhh ... es wird wieder alles gut ... shhh ... ja gut so, entspann dich ... ich werde dich nicht alleine lassen ...", wiederholte Spencer immer wieder leise in dessen Ohr. Seine Priorität war, erst mal Shaun zur Ruhe kommen zu lassen. Sonst konnten die Sanitäter ihn nicht in diesem Zustand versorgen. Mit der einen Hand hielt er immer noch Shauns Arme ruhig an dessen Körper gedrückt, mit der anderen Hand strich Spencer jetzt sanft über Shauns Wange.

Als die Schüsse gefallen waren und bestätigt wurde, dass Thomas Black tot war, war Spencer schnell reingeflitzt, niemand von seinem Team hatte ihn aufhalten können.

Hotch hätte ihn eh gelassen, da er wusste, dass es besser war, Shaun Spencer zu überlassen. Er und der Rest des Teams machten daran, die anderen Geiseln zu befreien, den Tatort zu sichern und zu sehen, dass hier die Beweise gesammelt wurden. Penelope Garcia wartete draussen auf die Krankenwagen, die jederzeit eintreffen mussten, um die Geiseln versorgen zu können. Garcia hatte in den letzten Minuten des Einsatzes, nachdem sie das Okay bekommen hatte, die Verbindung zwischen Black und dem Krankenhaus gekappt.

Nachdem Siller und Parker - die völlig aufgelöst waren und unter Schock standen - in Sicherheit gebracht wurden, war Derek Morgan zurückgekehrt, um zu sehen, ob er irgendwie helfen konnte. Aber er hatte schnell festgestellt, dass Spencer wusste, wie er mit Shaun umgehen musste. Er reichte ihm aus dem Notfallpack, das sich im Auto des FBIs befand, eine Decke.

„Der Krankenwagen ist gleich da“, sagte Derek leise.

„Sie sollen langsam machen ...“, mahnte Spencer. Er wollte nicht, dass Shaun in eine weitere Stresssituation fiel. Sorgsam legte er eine Decke auf ihn drauf. Er konnte sehen, dass Shaun zitterte, aber gleichzeitig schwitzte.

„Penelope wird sie schon darauf hinweisen, sie wartet draussen“, erklärte Derek.

„Okay“, murmelte Spencer und konzentrierte sich wieder auf Shaun, dessen Atmung ruhiger wurde, der aber nicht aufhörte zu zittern.

„Spencer?“, flüsterte Shaun, als er sicher war, dass er wieder einigermassen die Kontrolle über sich hatte.

„Ja, Shaun?“, sanft strich Spencer weiter über Shauns Wange.

„Ich …Ich … allergische Reaktion.“ Shaun schloss kurz die Augen und versuchte erneut. „Ich habe eine allergische Reaktion … Selbstdiagnose. Er hat etwas verabreicht …. Kopfschmerzen … Gehirnerschütterung“, mühsam teilte Shaun ihm seine Selbstdiagnose mit, was er selber vermutete.

Der junge FBI-Agent sah bittend zu Derek, als er von der Spritze hörte.

„Leute, schaut mal im Lieferwagen oder in den anderen Räumen, ob ihr medizinisches Material findet, Spritze mit Dosis … Drogen … Beruhigungsmittel … irgendetwas“, wies Derek per Funk seine anderen Teammitglieder an. Wenn sie etwas finden würden, konnte man es gleich an den Sanitäter weitergeben, damit Shaun darauf behandelt werden konnte.

Auch wenn Spencer kein medizinischer Arzt war, wusste er genau, dass Shaun in ein Krankenhaus gehörte. Nicht nur, dass er eine Kopfverletzung erlitten hatte, auch seine rechte Hand wirkte geschwollen. Er wagte gar nicht, sie anzufassen, weil er nicht wusste, ob sie gebrochen oder einfach nur unglücklich verrenkt war.

„Shaun?“, fragte Spencer leise. „Der Krankenwagen wird gleich da sein …“ Spencer konnte nicht übersehen, dass sein Freund wieder panischer wurde. „Ich habe dich ... aber wir beide wissen, dass du in ein Krankenhaus gehörst. Du musst untersucht werden. Du brauchst unbedingt medizinische Hilfe." Spencer sah direkt in Shauns Augen, dessen Blick klarer wirkte, als noch vor ein paar Minuten. Spencer strich weiter sanft über dessen Wange, als er merkte, dass Shaun wieder unruhiger wurde.

„Ich gehe nicht weg ... Ich bin nicht so gut, ich kann dir nicht helfen, wenn ich das nähen würde, siehst du aus wie Frankensteins Monster", versuchte Spencer einen leichten Witz. „Bitte Shaun, entspann dich. Ich werde dich nicht verlassen, aber wir brauchen die besten Ärzte für dich."

Shaun verstand sehr wohl, was Spencer sagte und es war auch logisch, aber die Angst war deutlich auf seinem Gesicht zu lesen. Mit der gesunden Hand hielt er Spencer fest. „Bitte nicht alleine lassen“, murmelte er.

„Nein, ich bleibe bei dir“, versicherte Spencer ihm, und dann war der Rettungsdienst da.

Sofort machten sich die zwei Sanitäter daran, Shaun zu untersuchen. Spencer musste widerwillig seinen Platz frei machen, damit sie sich um ihn kümmern konnten.  Er blieb aber so stehen, dass Shaun ihn immer im Blickfeld hatte, damit dieser nicht in Panik geriet.

Garcia, die den Rettungsdienst hierhergeführt und ihn informiert hatte über Shauns Zustand, übergab Spencer dann die Dosis, die Emily gefunden hatte. Spencer erkannte sie als eine der starken Beruhigungsmittelvarianten. Garcia teilte ihm kurz mit, dass man es auch den anderen gespritzt hatte, um sie ruhig zu stellen nach der Entführung, diese Informationen hatte ihr Emily mitgeteilt.

Leise fluchte Spencer, was er eigentlich selten tat. Er hatte nicht gewusst, dass Shaun auf etwas allergisch reagierte. Wahrscheinlich hatte sein Geliebter es nicht einmal selbst gewusst, sonst hätte er ihm davon sicher etwas erzählt.

Daraufhin konzentrierte sich Spencer wieder auf Shaun und den Rettungsdienst. Er teilte ihnen Shauns Diagnose mit und übergab ihnen auch das Fläschchen mit den Mitteln, das ein Etikett mit dem Inhalt trug.

Shaun Murphy fühlte sich nicht wohl, dass er selbst Patient war, aber er versuchte sich selbst ruhig zu verhalten, sein Blick war starr auf Spencer gerichtet. Es war der einzige Punkt, auf den er sich konzentrieren konnte. Sorgsam wurde Shaun auf die Trage gelegt.

„Vergessen Sie es sofort, FBI, ich werde mitfahren", knurrte Spencer den einen Sanitäter an. Der FBI-Agent war ihnen gefolgt, als sie Shaun rausrollten. Der Sanitäter versuchte vergeblich, ihn darauf hinzuweisen, dass er nicht mitfahren konnte, da er nicht zu Familie gehörte. Dann seufzte er und wies Spencer an, am Kopfende zu sitzen, damit er niemandem im Weg war.

Spencer nahm sofort Shauns gesunde Hand, hielt sie sanft fest, dieser war wieder beunruhigt, als er Spencer nicht mehr im Blickfeld hatte. „Ich bin hier“, flüsterte Spencer sanft, nah an dessen Ohr. Spencer war hilfsbereit und gab einige Informationen über Shauns Autismus an den Sanitäter aus und wie sie ihn vorgefunden hatten. Natürlich wurden sie auch informiert, dass Shaun selbst Arzt war und ihm mitgeteilt hatte, dass er eine allergische Reaktion hatte.

In der Zwischenzeit war Shaun am Monitor angeschlossen worden und bekam Sauerstoff durch die Nase. Shauns rechte Hand wurde sorgsam fixiert, da man im Krankenhaus röntgen musste, um zu sehen, was mit dieser war. Einer der Sanitäter hatte alles auf Papier notiert, was ihm Spencer erzählt hatte, der andere versorgte jetzt Shaun alleine weiter, damit sein Kollege fahren konnte.

„Wissen Sie von weiteren Allergien, die wir berücksichtigen müssen?“, fragte dann der Sanitäter weiter. Shaun hörte die Frage, aber er konnte sich gerade nicht darauf konzentrieren. Shaun fühlte sich wie in einer Starre, da gerade so viel um ihn herum geschah, das Piepsen seiner Herzfrequenzen machte es auch nicht gerade einfacher.

„Mir ist keine bekannt“, nervös ratterte Spencer dennoch runter, was er bei Shaun in den Minuten beobachtet hatte, seit er befreit worden war.

Aufmerksam hörte der Sanitäter Spencer zu. „Diese Dosis, die sie uns gegeben haben, wird eigentlich an Patienten vor der Operation verabreicht, damit sie ruhiger werden und der Übergang zur Narkose tatenlos funktioniert“, erklärte dann der Sanitäter. „Ich kann ihm ausser Kochsalzlösung nichts geben, da wir nicht wissen, auf was er sonst reagiert. Ich muss Blut abnehmen, damit es gleich untersucht werden kann, wenn wir da sind“, der Sanitäter nahm das Päckchen vom Regal, damit er sich drum kümmern konnte, er musste Shaun eh noch einen Zugang für die Infusion legen.

Shauns Atmung ging schneller, als er die Spritze sah und Spencer war gerade froh, dass Shauns Arm fixiert war für den Transport. Der Anblick der Spritze löste in Shaun eine Angstwelle aus. „Nein … Nein ...“, beunruhigt sah der Sanitäter auf den Monitor. Shauns Herzfrequenz und Blutdruck stiegen wieder rasant.

Sanft drehte Spencer Shauns Kopf zu sich, um ihn zu beruhigen und abzulenken. Er sah ihm direkt in die Augen, damit Shaun sich auf ihn konzentrierte. „Alles gut …“, flüsterte er ihm sanft zu. „Sie müssen wissen, wie deine Werte sind … und im Krankenhaus herausfinden, ob es noch etwas gibt, was du nicht verträgst“, erklärte Spencer. Auch er hatte die Werte auf dem Monitor gesehen, er wusste, was es auslösen konnte, wenn sie so weiter ansteigen würden.

Leise sprach Spencer weiter auf Shaun ein: „Ich pass auf dich auf, versprochen.“ Spencer strich ihm sanft über die Wange und wischte Shauns aufkommende Tränen weg. „Atme mit mir … ganz ruhig“, wies Spencer an. Aus dem Augenwinkel konnte er erkennen, wie der Sanitäter Shaun das Blut abnahm und ihm dann kurz darauf einen Zugang legte für die Infusion.

Der FBI-Agent versuchte seinen Geliebten zu beruhigen und sprach leise mit ihm, erzählte ihm dumme Fakten und Daten von Nichtigkeiten. Er ging zu einem der Lieblingsgedichte über, die er für Shaun rezitierte. Vermutlich hielt ihn der Sanitäter für verrückt, aber vermutlich war er auch froh, dass sich Shauns Vitalwerte langsam wieder beruhigten.

Spencer fing an, Shaun dann über Footballdaten zuzutexten, die er gerade in der letzten Polizeistation in einer Zeitung gelesen hatte. „Also ich denke, beim nächsten Footballspiel wird nicht die Mannschaft entscheidend sein, sondern ob Mike Miller wieder spielen kann. Alle setzen auf ihn.“

Was Spencer mit Shaun tat, schien zu funktionieren, vor allem als Spencer über Football mit ihm sprach. Shauns Herzfrequenz sank langsam wieder, ebenso der Blutdruck. Es war eine gute Ablenkung.

„Ich glaube nicht, dass er spielen kann ...", sagte Shaun leise. Flüsternd zählte er die Fakten auf, auch wenn die Kopfschmerzen immer noch da waren, konnte er so etwas verarbeiten.

„Die letzten Mitteilungen zufolge ..." Spencer rezitierte, was in einem Sportblatt aufgetaucht war, wie der Spieler sich verletzt hatte. „... aber nun ich bin kein Fachmann ... ich würde ihn mit nicht mehr als 20 Prozent spielen sehen ... wobei ich nicht glaube, dass er das ganze Spiel durchsteht."

„Nein … wird er nicht, der Couch muss seinen Plan überdenken ...“ Shaun nannte ihm seine Theorie, wie der Trainer wohl vorgehen würde bei dem nächsten Spiel. Den Rest der Fahrt fachsimpelten sie weiter. Es beruhigte nicht nur Shaun, sondern auch Spencer wurde entspannter. Die Angst von Spencer um Shaun war abgebaut, zurück blieb nur eine Portion Sorge. Was auch verständlich war.

Plötzlich blieb der Krankenwagen stehen, sie waren vor der Notfallaufnahme angekommen. Beruhigt konnte Spencer feststellen, dass sie nicht im GWU waren, sondern in einem anderen Krankenhaus. Sonst hätte er nicht gewusst, wie Shaun darauf reagiert hätte, wenn er von seinen eigenen Arbeitskollegen hätte behandelt werden müssen.

Automatisch drückte Shaun Spencers Hand fester, als sie da waren. „Ich bleibe bei dir, solange ich kann", beruhigte Spencer ihn leise. „Aber du kennst die Notaufnahme besser als ich ...“, erinnerte er Shaun daran. „Ich werde immer in der Nähe sein ... Lass die Ärzte dich untersuchen."

Widerwillig liess Shaun ihn los. „Ich weiss … es gibt Richtlinien“, das war Shaun vollkommen bewusst. Shaun wusste, wieso es diese Richtlinien gab, damit Familienangehörige und andere Menschen nicht im Weg standen, wenn sich die Ärzte um einen Patienten kümmern mussten.

Als Shaun von den zwei Sanitätern in die Notfallaufnahme gerollt wurde, kamen gleich ein Arzt, ein Assistentsarzt und das Pflegeperson geeilt. Einer der Sanitäter erstattete Bericht und übergab ihm das Klemmbrett mit den dazugehörigen Informationen, wie ebenso die Dosis, die man gefunden hatte. Eine der Krankenschwestern bekam mehrere Röhrchen mit dem Blut überreicht, damit es gleich untersucht werden konnte.

Shaun wurde dann in einen Raum gerollt und war ansprechbar, als der Arzt ihm einige Fragen stellte. Der Notfallarzt fing an, seine Arbeit aufzunehmen und Anweisungen zu geben. Spencer blieb, so lange er konnte, in seiner Nähe. Da er immer noch die Weste mit dem FBI-Aufdruck trug, wagte niemand ihn wegzuschicken. Er konnte solange bleiben, bis Shaun zum CT musste.

Geduldig liess sich Shaun die Untersuchungen über sich ergehen. Sein Blick war immer wenn möglich auf Spencer gerichtet, als Anhaltspunkt. Was um ihn geschah und man mit ihm machte, war nebensächlich geworden. Die Kopfschmerzen wurden langsam erträglicher und auch die allergischen Reaktionen gingen zurück. Man hatte ihm in der Zwischenzeit etwas per Infusion geben können, als die ersten Laborwerte eingetroffen waren und man Bescheid wusste.

In der Zeit, wo Shaun im CT war, kümmerte sich Penelope Garcia um ihr Genie. „Hey … komm, lassen wir die Ärzte jetzt den Rest machen, danach siehst du ihn wieder“, sagte sie und zog ihn dann zu dem Wartebereich für Angehörige. Sie war ihnen mit dem FBI-Fahrzeug gefolgt, Sie hatte doch ein wenig Spass gehabt, mal mit den Blaulicht und Sirenen mitzufahren, damit kein Idiot meinte, ihr die Strasse versperren zu müssen.

Derek Morgan hatte ihr, bevor sie losgefahren war, zugesichert, dass das restliche BAU-Team später zum Krankenhaus kommen würde, wenn sie im Lagerhaus fertig waren mit ihrer Arbeit.

„Die anderen werden nachher noch kommen“, erzählte sie Spencer und half ihm dann aus der FBI-Weste. Was er bedauerte, weil er dadurch in der Nähe von Shaun hätte bleiben können. „Keine Sorge, du wirst das nicht mehr brauchen, wenn du zu ihm kannst, bist ja sein Freund.“ Garcia klopfte ihm aufmunternd auf den Arm.

„Nicht wirklich beruhigend“, meinte Spencer seufzend. Er war wirklich froh, dass das Ganze noch so glimpflich ausgegangen war.

„Shaun wird wieder, er braucht nur Zeit, Spencer. Und wenn du für ihn da bist, ist es schon viel wert, wirst sehen“, tröstete Garcia. Sie seufzte und war froh, dass ihr Cupcake in Sicherheit war. „Ich kann nur ahnen, wie du dich fühlst. Es waren nicht die besten Stunden meines Lebens. Ich dachte schon, ich krieg ein Herzanfall, immer wenn einer von euch in Gefahr ist.“

„Ich weiss, was du meinst“, murmelte Spencer.

Sie schwiegen eine Weile. Kurz darauf besorgte Garcia in der Cafeteria für sie beide einen Kaffee. Dankbar nahm Spencer ihn entgegen und merkte gleich, dass Garcia so viel Zucker reingetan hatte, wie er brauchte, wenn seine Nerven blank lagen.

Irgendwann kamen Hotch, Derek, Emily und David dazu. Sie hatten den Einsatz erfolgreich beendet und wollten nachsehen, ob es etwas Neues gab. Spencer wunderte sich darüber, sie hätten ja auch anrufen und nachfragen können. Er konnte ja nicht wissen, dass sie auch wegen ihm hier waren, um zu sehen, ob ihr Teamkollege und Freund Hilfe brauchte.

Als Spencer sie abermals beruhigt hatte, trat eine Krankenschwester zu ihm und teilte mit, dass Shaun auf die medizinische Station in 3. Stock verlegt worden war und nannte ihm noch die Zimmernummer.

Die anderen mussten leicht schmunzeln, als sie sahen, wie schnell Spencer verschwunden war. Sie folgten ihm gelassener, um den beiden erst mal Zeit für sich und für einander zu geben.
 
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