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Scars

von Yondu
GeschichteDrama, Angst / P16 / Gen
Carol Peletier Daryl Dixon Merle Dixon
27.02.2021
18.04.2021
4
9.119
1
Alle Kapitel
9 Reviews
Dieses Kapitel
3 Reviews
 
 
27.02.2021 1.444
 
Scars
„Narben“


Autor: Yondu
Fandom: The Walking Dead
Kapitelanzahl: 5 (voraussichtlich)
Rating: P16 (wird vllt. noch erhöht)
Protagonisten: Carol Peletier, Daryl Dixon, Merle Dixon
Pairing: Mal sehen...
Timeline: Ca. gegen Ende der 3. Staffel
Warnung: Erstlingswerk im Fandom


Summary

„Seit dem Outbreak hat Carol einiges durchgemacht, was ihr Anlass gibt, viele Dinge zu überdenken und sich Fragen zu stellen. Doch hatte sie nicht geplant, Antworten auf diese Art zu erhalten.“


Disclaimer

An allen aus „The Walking Dead“ bekannten Charakteren habe ich keinerlei Rechte. Ich verdiene mit dem Schreiben dieser Geschichte kein Geld.


Author's Notes

Hey! Das ist meine aller erste Fanfiktion, die ich in diesem Fandom jemals geschrieben habe und sie ist gleich ein kleines Experiment. Als ich den Text schrieb, sollte es nur ein kleiner Oneshot werden. Am Ende hatte ich aber vier mögliche Szenarien im Kopf und konnte mich am Ende für keine so recht entscheiden. Darum dachte ich mir, dass ich alle vier Varianten schreibe. Entscheidet gerne selbst, welche davon euch am besten gefällt. Ich würde mich sehr über eure Meinung freuen, da ich in diesem Fandom noch sehr neu bin und daher auch sehr unsicher, was dieses Werk betrifft. Bis dann!


❈❈❈


Voices


West Georgia Correctional Facility


Es war das erste Mal, seit ewigen Zeiten, dass sie wieder begann über etwas nachzudenken, was weder mit ihr selbst, noch mit Sophia zu tun hatte. In den vergangenen Jahren hatte sich alles nur um ihr trügerisches Glück gedreht. Da war kein Platz für die Belange anderer gewesen. Bis jetzt. Bis sie rein zufällig auf ihn aufmerksam geworden war. Weniger auf ihn selbst, denn er war schon seit einiger Zeit ein wichtiges Mitglied ihrer Gruppe.
Nein, viel mehr war es, was ihre Aufmerksamkeit nur für einen Wimpernschlag auf sich gezogen hatte. Gleich wohl war ihr bewusst, dass es sich nicht gehörte, derartig zu starrem, doch hatte sie in jenem Moment nicht anders gekonnt. Nur allzu gut wusste sie selbst, was es bedeutete, derartige Zeichen auf dem Körper zu tragen, auch, wenn man ihre und die seinen kaum vergleichen konnte. Und doch hatte sich in diesen Sekunden etwas verändert.
Seit sie die Narben erblickt hatte, standen ihre Gedanken nicht mehr still. Sie hatte es nie zugelassen, daran zu denken, dass auch andere ihre Erfahrungen teilen könnten, dass es womöglich jemanden gab, der sie verstand. Dabei konnte sie nicht einmal gewiss sein, dass er wirklich von der Hölle wusste, durch die sie seit Jahren ging. Die Narben auf seinem Rücken könnten alles bedeuten oder gar nichts. Alles, was sie wusste war, dass sie seither viel über diesen Mann nachdachte.

Etwas, wofür sie sich sehr schämte. Das sollte sie einfach nicht tun. Ed war ihr Mann und ihm hatte sie treu zu sein. Er sollte ihre Gedanken bestimmen und doch niemand sonst. Andererseits konnte sie auch nichts gegen den Drang tun, ihr Gruppenmitglied näher kennenlernen zu wollen, mehr über ihn zu erfahren. Sie ertappte sich dabei, wie sie begann, sich selbst Fragen zu stellen.
Woher hatte er diese Narben? Wie hatte sein Leben ausgesehen, bevor ihr Weltuntergang begonnen hatte? Was hatte er erlebt und was hatte ihn zu dem Mann gemacht, der er heute war? Ihr wurde bewusst, wie viel Interesse sie an ihm hatte und doch war das eine Sache, die sie niemals aussprechen durfte. Ed würde ausrasten oder schlimmer, sollte er ihre Gedanken auch nur ansatzweise erraten. Anfangs schämte sie sich so sehr dafür, was ihr durch den Kopf ging, doch das hörte mit der Zeit auf.
Dinge passierten, formten und veränderten ihre Gruppe und Ed erwischte es noch weit am Anfang ihrer gemeinsamen Reise. Der Moment, in dem ihr klar wurde, dass ihr scheußlicher Ehemann sterben würde und ihnen nichts mehr antun konnte, veränderte etwas in ihr. Glaubte sie zunächst noch, es ohne ihn nicht weit zu schaffen, belehrte das Leben sie eines Besseren.

Und wieder galten ihre Gedanken nicht mehr dem Mann, den sie einst geheiratet hatte. Ab diesem Zeitpunkt begannen ihre Gedanken ungenierter zu werden. Ed konnte es nicht mehr herausfinden. Sie hatte nichts mehr vor ihm zu befürchten. Sie konnte aufatmen, wenn auch bedauerlicherweise nicht so lange, wie sie es sich gewünscht hatte. Der Tag, an dem ihre kleine Sophia verschwand, war der schlimmste ihres Lebens. Es hatte sie viel Kraft und Zeit gekostet, über ihren Verlust hinweg zu kommen. Vollkommen gelungen war es ihr nie, doch wieder war er es, an den sich ihre Gedanken klammerten.
Er, der die Hoffnung bis zuletzt nicht aufgegeben hatte, Sophia noch zu finden. Er, der mehr für ihre Tochter tat, als ihr eigener Vater es je für nötig gehalten hatte. Zum ersten Mal war ihr in den Sinn gekommen, wie einfach und schön alles hätte sein können, wäre es nicht zu diesen schrecklichen Dingen gekommen, wäre ihre Welt noch normal und hätte sie die Stärke aufgebracht, Ed rechtzeitig zu verlassen.
Doch wer konnte schon sagen, ob es dann wirklich so gekommen wäre? Vielleicht war es auch nötig, dass diese Welt so geworden war, damit sie die Kraft aufbot, sich von ihrem Mann zu lösen, stärker zu werden. Und dem Mann, an den sie seit langem schon dauernd dachte, wäre sie dann möglicherweise niemals begegnet. Gewiss war nur, dass sie das niemals erfahren würde. Es gab keinen Weg zurück im Leben. Man konnte nur vorwärts gehen und sich an jeden neuen Tag festhalten, der einem noch beschert wurde. Erkenntnisse, zu denen sie nur durch ihn gelangt war, den sie immer noch nicht gefragt hatte, wie seine Vergangenheit aussah.

Mehr und mehr beobachtete sie ihn stumm aus der Distanz. Wie er mit den Leuten umging, wie sie ihm ans Herz wuchsen und wie er dagegen anzukämpfen versuchte, diese Bindungen zuzulassen. Ihr wurde klar, dass es noch mehr Parallelen zwischen ihnen geben musste. Auch er hatte diesen Schutzpanzer um sich herum aufgebaut, damit er nicht mehr angegriffen und verletzt werden konnte. Und dann gab es ja noch dessen älteren Bruder. Merle.
Sie war nicht blind. Sie konnte sehen, wie er Merle wieder und wieder verzieh, wie er ihm nicht einmal die schlimmsten Taten nachtragen konnte und wie er Entschuldigungen für ihn suchte, wo es im Grunde nichts zu entschuldigen gab. Etwas, was in ihrer Ehe auch oft vorgekommen war. Sie hatte sich stets gesagt, dass Ed und Sophia ihre Familie waren und sie alles tun musste, um das aufrecht zu erhalten.
Aber sie waren tot und daran konnte nichts auf der Welt mehr etwas ändern. Oft schmerzte es noch. Nicht, dass ihr Mann fort war. Nein. Wenn es sie nachts überkam und sie ihr Schluchzen im Kopfkissen erstickte, dann nur, weil Sophia ihr so schrecklich fehlte. Sie hatte etwas Besseres verdient als das, was das Leben mit ihr vorgehabt hatte. Manchmal brach dieser Verlust ihr Herz noch immer in tausend Stücke. Stark zu sein war schwer, wenn man nicht wusste, für wen eigentlich.

In diesen Tagen, in denen Merle zurück war und sie des nachts so oft grübelte, kam ihr der absurde Gedanke, gerne für ihn stark zu sein, sollte sein Bruder ihn wieder enttäuschen. Eine Möglichkeit, die alles andere als abwegig war. Sie hatte gesehen, wie sehr er gelitten hatte, als er Merle für tot gehalten hatte. Egal, was sein Bruder auch anstelle, er war seine Familie und sie verstand, wie verpflichtet er sich dieser Tatsache fühlte.
Gerade jetzt, wo nichts auf der Welt mehr normal war und sie auch nach langer Zeit noch nicht einmal den Ansatz einer Lösung für diesen Ausbruch gefunden hatten. Sie alle waren müde, erschöpft und da tat es gut, jemanden zu haben, mit dem man seine alten Erinnerungen teilen konnte. Ja, in gewisser Weise konnte sie auch verstehen, weshalb er Merle einfach nicht alleine da draußen lassen konnte. Egal was er getan hatte, er musste etwas Gutes in seinem Bruder sehen, was ihnen verborgen war.
Logisch, denn niemand konnte einen so gut kennen, wie die eigene Familie. Gewiss war Ed da eine Ausnahme, aber das war was völlig anderes. Sie stellte sich unter anderem die Frage, was die Brüder gemeinsam erlebt hatten, was dieses Band so stark gemacht hatte, obwohl sie so verschieden waren. Sie würde es gerne herausfinden, doch wie sollte sie das anstellen? Immerhin erschien es ihr absurd, ihn ganz direkt mit ihren Gedanken zu konfrontieren. Und das musste sie auch gar nicht.

In dem Augenblick, in dem sie ihren eigenen Schlafplatz aufsuchen wollte, konnte sie Stimmen vernehmen. Die Stimmen der Brüder, an die sie eben bereits gedacht hatte. Im Schutz der Dunkelheit näherte sie sich ihnen. Nicht dicht genug, als dass man sie erblicken könnte, jedoch noch so weit, dass sie die Worte der Beiden besser hören konnte...


❈❈❈


TBC

Nachwort

Meinungen, Anregungen, Verbesserungsvorschläge? Immer her damit. Euch wird niemand essen. Vielleicht. ;)
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