Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast 

Dramione- Über dem Horizont

GeschichteAllgemein / P16 / Gen
Draco Malfoy Hermine Granger
24.02.2021
08.04.2021
25
75.879
99
Alle Kapitel
493 Reviews
Dieses Kapitel
25 Reviews
 
07.04.2021 2.000
 
„Mein Name ist Astoria Greengrass.“

Astoria lief auf Hermine zu und blieb vor ihr stehen. Die Brünette presste mit einem flauen Gefühl im Magen ihre Clutch enger an die Seiten.
„Kann ich dir weiter helfen?..“, fragte Hermine verwirrt und die schwarzhaarige lächelte anmutig mit den perfekt geschwungenen Schmollmund. Sie schien einige Jahre jünger zu sein als Hermine und wirkte in gewisser Weise fast noch kindlich.
Doch der Schein trübte, sie schien mehr als selbstbewusst zu sein.
„Ich habe dich vorhin mit Draco sitzen sehen.“

Hermine runzelte verwirrt die Stirn.
Warum sagte sie ihr das?
„Ja stimmt. Wir kennen uns aus der Schulzeit“, erwiderte Hermine freundlich und Astoria lächelte.

„Ich hörte von deinen Heldentaten im Tagespropheten. Es ist beeindruckend, was du geleistet hast.“

„Danke.“, erwiderte Hermine und fragte sich, was sie nun von ihr wollte. Ob sie sie über Draco aushorchen wollte? Dafür war Hermine bei Merlin die absolut falsche Ansprechpartnerin.

„Ich würde es vorziehen, wenn du dich bitte von ihm fern hältst.“

Hermine starrte sie an, während Astoria ihre dunklen Augen intensiv auf Hermine richtete. Sie wirkte fast bedrohlich
„Er ist mein ehemaliger Partner gewesen und ich will heute wieder zu ihm finden. Ich schätze, es ist auch in deinem Sinne nicht benutzt zu werden von ihm, um mich eifersüchtig zu machen.“

Hermine spürte die Wut in sich aufkochen, doch blieb für ihre Verhältnisse noch verdammt ruhig.

„Ich danke dir für deine Worte. Aber Malfoy kann selbst entscheiden, mit wem er sprechen möchte und mit wem nicht. Und ich entscheide das übrigens auch selber.“

Astoria schien ebenfalls wütend zu werden. Denn plötzlich wurde die feine Dame lauter.
„Wenn du eh kein Interesse an ihm hast, dann lass die Finger von einem Mann, der sich vermählen wird.“

Hermine lachte höhnisch. Woher sie ihren Mut herbekam, wusste sie selbst nicht. Aber verdammt nochmals, Malfoy hatte sich zu IHR an den Tisch gesetzt und nicht sie zu ihm! Und solange er dies tat, würde sie dieses, was auch immer zwischen ihnen war, verteidigen.
„Was weißt du von meinen Leben? Nichts. Und hat er dir gesagt, dass er sich für dich entscheidet?“

„Ich weiß es.“, erwiderte Astoria ruhig und musterte Hermine von oben bis nach unten. Sie schien genauso unsicher Hermine gegenüber zu sein, wie auch Hermine ihr gegenüber.
Hermine nahm tief Luft und seufzte tief.

„Ich will mich mit niemandem streiten Astoria. Aber überlass Malfoy, für wen er sich entscheidet. Und sollte er sich für dich entscheiden, freut es mich trotzdem für ihn. Mir liegt sein Glück nämlich am Herzen.“
Hermine wollte an ihr vorbeilaufen, als Astoria noch lauter wurde und Hermine wieder stehen blieb.

„Du nennst ihn nicht mal beim Vornamen! Er heißt DRACO, nicht MALFOY. Außerdem hattest du deine Gelegenheit!“

Hermine blieb stehen. Astoria hatte auf einen wunden Punkt getroffen. Hermine wandte sich langsam um. Sie nahm tief Luft, zitterte dabei.

„Ob ich ihn Draco, oder Malfoy nenne, ändert nichts an meinen Gefühlen zu ihm. Und du hattest deine Gelegenheit ebenso. Du kannst um ihn kämpfen Astoria, aber ich will die faire Chance erhalten, es auch zu tun.“

„Wenn du das tust, dann...“, wisperte Astoria und plötzlich wirkte sie in ihrer Wut furchtbar hässlich.

Gerade wollte Hermine etwas entgegen, als sie eine arrogante weibliche Stimme vernahm.
„Dann was, Greengrass?!“

Hermine wandte sich um und Pansy kam auf die beiden zu geschritten. Sie stellte sich neben Hermine und musterte Astoria kampflustig.

Die schwarzhaarige lächelte süffisant.
„Ach Parkinson, jetzt bist du plötzlich Muggelliebhaberin?“

„Lieber Muggelliebhaberin, als eine verflossene, die ständig ihrem ex freuend hinterherrennt. Draco hat dich abserviert, also warum rennst du ihm noch hinterher? Er will dich nicht.“

„Lieber renn ich einem echten Mann hinterher, als hunderte Affären zu führen“, erwiderte Astoria belustigt und verschränkte die Arme.

Pansy war außer sich vor Wut und Hermine musste sie zurückhalten, ehe sie sich auf Astoria stürzte.

„Ich konnte dich noch nie leiden Greengrass. Selbst wenn Draco sich für dich entscheidet, werde ich dich bis an dein Lebensende jagen.“

„Schon Okay Pansy, auf dieses Niveau begeben wir uns nicht“, sagte Hermine und war unheimlich erstaunt darüber, dass Pansy sich für sie eingesetzt hatte.
Sie hatte Pansy wirklich unterschätzt. Pansy verengte ihre Augen fauchend in Richtung der schwarzhaarigen, die die beiden wütend anstarrte.

„Wir werden sehen, für wen er sich entscheidet“, erwiderte Astoria und blickte Hermine hasserfüllt an. für einen Moment tat sie Hermine sogar leid.

„Du bist wunderhübsch Astoria.. Jeder hat sich nach dir umgesehen. Aber dein Hass macht dich hässlich. Ich denke, du bist eigentlich eine sehr nette Frau und du hast es überhaupt nicht nötig. Wenn Malf-Draco dich liebt, dann wird er zu dir zurückkommen. Dann kann selbst ich nichts dagegen tun. Wir Frauen sollten aufhören, uns zu bekriegen. Auch wenn es uns beiden viel bedeutet“, sagte Hermine ihr aufrichtig in die Augen.

Astoria schwieg und Pansy sah Hermine ungläubig an.
„Granger, es ist zwecklos mit solchen Flittch-..“

Hermine unterbrach Pansy und legte ihre Hand auf ihrem Arm, um sie mit der Geste zum Schweigen zu bewegen und weiter auf Astoria einzusprechen.
„Lass ihn entscheiden, was ihn glücklich macht. Selbst wenn er sich nicht für dich entscheidet, oder nicht für mich, oder sogar für keine von uns.. Liebe kann man nicht erzwingen. Ich denke, hätte er dich nicht toll gefunden...wäre er erst gar nicht eine Beziehung mit dir eingegangen. Also warst du ihm zumindest das wert.“

Diese Worte auszusprechen, taten Hermine unheimlich weh.
Astoria war ihm zumindest eine Beziehung wert.
Pansy schnaubte.
Doch in Astorias dunklen Augen schimmerte trauer und Verzweiflung. Und Hermines Worte schienen Sie zu berühren. Sie zögerte und schritt hinein, vorbei an den beiden zurück in den Saal.
Hermine blickte ihr mit einem elenden Gefühl hinterher.
Ob sie Draco genauso liebte, wie Hermine es tat?
Oder sie ihn sogar noch mehr liebte?
Sollte Hermine ihr das Feld überlassen? Aber Hermine konnte sich für sich selbst niemanden vorstellen, die Malfoy mehr liebte, als sie das tat.
Denn allein der Gedanke an ihn ließ sämtliche Organe beben und sie konnte diese Gefühle nicht mehr bei sich halten. Hermine war sich nicht einmal sicher, ob der Gedanke an die ganzen schönen Frauen sie nicht noch mehr darin bestärkt hatten, dass sie um Malfoy kämpfen wollte. Denn jetzt sah sie vor Augen, was er hätte haben können. Und das war mit Sicherheit keine Frau wie sie, die nicht einmal mutig genug war, ihm ihre Gefühle zu beichten, während es Astoria offenherzig vor aller Welt tat.

Hermine wandte sich zu Pansy um.

„Danke für das verteidigen Pansy.. Du bist wirklich... nett.“

Pansy verdrehte die Augen. Die Situation zwischen ihnen war unangenehm. Sie standen unschlüssig voreinander. Pansy machte eine wegwerfende Handbewegung.
„Ja, ja. Schon gut. Dafür musst du meine Freundin bleiben, bis ans Lebensende. Aber Moment mal-.. Habe ich gerade richtig gehört?“

Es kam der unangenehme Part und Hermine senkte verlegen den Kopf, während Pansy ihre Augen aufriss.

„Du liebst Draco? Unseren Draco?“

Hermine presste die Lippen zusammen.

„Ich habe es eh schon geahnt“, sagte Pansy belustigt und Hermine schwieg.

Anscheinend ahnte es aller Welt, außer er selbst. Was für eine Ironie.

„Pansy, behältst du es bitte für dich?“, fragte Hermine mit flehendem Gesichtsausdruck.

Pansy grinste und runzelte die Stirn.
„Natürlich. Das sagst du ihm schön selber. Salazar, ich will seinen Gesichtsausdruck dabei sehen! Ich kann es immer noch nicht glauben, dass ausgerechnet du dich in jemanden verliebt hast! Dann auch noch in unseren Draco! Scheiße ist das aufregend! Deine Chancen stehen aber ganz gut, ich hoffe, dass die Hexe ihn nicht um den Finger wickelt.“

Hermine lief lächelnd und eingehakt mit Pansy seufzend in den Ballsaal und noch immer waren ihre Wangen feuerrot aufgrund des Geständnisses. Es fühlte sich seltsam an, dass nun so viele von ihren Gefühlen wussten. Außer die Person, die es betraf. Und jetzt gab es kein zurück mehr.

Doch dieses Mal strahlte sie, während sie mit Pansy den Saal zu dem hintersten Tisch überquerte, an dem Harry mit Lynette saß. Und während Pansy arrogant ihre Schultern straffte und die Aufmerksamkeit genoss, spürte Hermine die Blicke der ganzen geladenen Gäste an ihnen haften, die nun allesamt an ihren Plätzen saßen. Und Hermine wagte es sich kaum, aufzuschauen, trotz des Zaubers auf ihren High Heels hatte sie bei jedem Ihrer Schritte das Gefühl, gleich vor Aufregung umzukippen. Ob Draco auch bereits saß?

Und als sie endlich diesen endlos langen Weg bestritten hatten, pflanzte sie sich zu Lynette und Harry, die sie mit diesem dämlichen grinsenden Gesichtsausdruck anstarrten.
Als Hermine sich endlich wagte, aufzuschauen, bemerkte sie, dass sich einige Gäste sich noch immer zu ihr umgewandt hatten.

„Die starren dich alle an. Ich glaube du hast eine Menge Verehrer“, flüsterte Lynette und zwinkerte.
„Du solltest auf sie acht geben Potter.“

Harry rückte grinsend seine Brille zurecht in Richtung Hermine.
Diese fächelte sich mit feuerroten Gesicht Luft mit einer Serviette.

„Wo ist denn eigentlich nun Theo? LIEEEBLING?“ fragte Pansy laut und wurde mit einem: „Shhtt“ von den älteren Herren nebenan ermahnt, während der Veranstalter Oscar Stones freundlich darauf wartete, dass nun wirklich alle Gäste verstummten. Und er erinnerte Hermine schon fast an Professor Sprout aus der Schulzeit.

„Man wird doch wohl nach dem eigenen Mann fragen dürfen!“, empörte sich Pansy und warf einen: „alter Sack“ hinterher, als Theo schließlich genervt dazu kam und sich zu seiner Frau setzte, die zufrieden ihren Kopf auf seine Schulter legte.

Hermines Herz klopfte und sie spürte, wie zittrige ihre Hände waren. Ob Draco gleich mit einer anderen Frau tanzen würde, wenn sie sich den Tanz nicht ersteigern könnte?
Glücklicherweise flogen Tabletts mit Getränke umher und nach einigen Minuten war auch eines dieser endlich an ihrem Tisch angelangt, sodass sie sich etwas zu trinken herausnehmen konnten.

In dem Moment schritt Draco mit einem älteren Herren in den Saal um auf den Platz seiner Eltern weiter vorne zuzusteuern. Seine Haltung war aristokratisch und selbstbewusst. Ihm schien es überhaupt nichts auszumachen, dass ihm tausende Augenpaare folgten und Hermine vergaß manchmal, wie unheimlich selbstbewusst und selbstsicher er war. Diese Eigenschaft an Malfoy beeindruckte sie. Sein Gesichtsausdruck war absolut neutral, während er sich die Zeit nahm, sich mit dem alten Zauberer hinzusetzen und sich nach einem kurzen Wortwechsel  mit Zabini seinen Stuhl zurückzulehnen.

Hermine beobachtete den Tisch genauer. Er saß mit seinen Eltern, Blaise Zabini und seinen Eltern an einem der Tische ganz weit vorne neben der Tribüne. Hermine sah, wie er sich unablässig durch sein Kinn strich. Sie wandte sich schließlich zu Astoria auf der anderen Seite vorne um, die mit ihren Freundinnen saß und sich ständig zu Draco umwandte.
Hermine ließ ihren Blick zu Draco zurückwandern, als sie bemerkte, wie Draco sich zu Zabini beugte, weil dieser ihm etwas Ohr flüsterte. Draco schien sich aufzurichten und ihn überrascht anzusehen.

Hermine nahm einen tiefen Luftzug. Was Zabini ihm wohl gesagt hatte?
Sie musste mit Malfoy sprechen. Ihn fragen, weswegen er das mit den Dursleys und Barkley getan hatte. Ihm sagen, was sie fühlte, bevor es zu spät war. In dem Moment schossen Hermine tausende wirre Gedanken durch den Kopf. Tarnumhang, hinaus aus dem Ballsaal in der Hoffnung, dass er ihr folgte, in ihrer Clutch schauen, ob sie genug Geld für die Galleonen hatte um einen Tanz mit ihm zu erwerben, so lächerlich dies auch klang. Doch es war alles zu riskant und seltsam, als dass sie das so mir nichts dir nichts hätte tun können.

Sie wandte sich flüsternd zu Lynette, die gerade Nüsse aß.

„Lynette, hast du Malfoys Nummer?“

Die schwarzhaarige nickte fragend.
„Klar. Warum?“

In dem Moment ertönte erneut die laute Stimme des Veranstalters durch das magische Megafon.

„Liebe Gäste, Ich darf Sie Herzlich zum diesjährigen Wohltätigkeitsball willkommen heißen! Vielen Dank, dass Sie für dieses einmalige Erlebnis so zahlreich erschienen sind!“

Die Menge applaudierte und Hermine wandte sich erneut flüsternd zu Lynette.

„Gibst du mir die Nummer bitte?“

„Klar.“
Lynette reichte Hermine widerstandslos ihr Handy.

Hermine lächelte sie dankbar an und wandte sich ab, um in Ruhe die Nummer abschreiben zu können. Dann nahm sie tief Luft, hob ihren Blick zu Draco, dessen Blick zu dem Veranstalter gerichtet war und tippte zitternd eine Nachricht ein.

„Malfoy?“
Review schreiben
 Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast