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Dramione- Über dem Horizont

GeschichteAllgemein / P16 / Gen
Draco Malfoy Hermine Granger
24.02.2021
15.06.2021
26
81.151
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27.02.2021 2.928
 
Fünf Jahre später

Hermine betrat Hogwarts mit großer Ehrfurcht und das Gefühl von Heimat überkam sie sehnsüchtig, wie eine Reisende auf dem Schiff. So fröhlich und ausgelassen ihre Freunde auch waren, so bedächtig war Hermine und verinnerlichte jeden Augenblick dieser wundervollen Schule. Hier lernte sie, was wahrer Fleiß, Liebe und Mut bedeutete. Die Gryffindor in ihr war auch nach den ganzen Jahren nie wirklich ausgestorben. Auch wenn sie negative Abenteuer in ihren vergangenen Jahren bestritten hatte, in ihr schlummerte immer noch eine ordentliche Portion Mut und Tapferkeit, die unbedingt raus wollte. Ja, sie hatte vor einem Jahr ihr Staatsexamen bestanden und war eine ambitionierte Anwältin, die von Klienten nur so überhäuft wurde, doch inzwischen fehlte ihr etwas im Leben, wo sie doch alles erreicht hatte, was sie erreichen wollte.

Was tat ein Mensch, der all seine Ziele erreicht hatte, die er sein ganzes Leben lang erreichen wollte?
Richtig.
Die Ernüchterung trat ein und es entstand eine Leere, von der sie nicht wusste, wie sie diese füllen sollte.
Wie sollte man etwas füllen, wovon man nicht wusste, was genau fehlte?
Immerhin hatte sie alles.
Hermine verfiel eine Zeit lang in ein persönliches Tief und zog sich nach der Arbeit zurück, um viel zu lesen und Zeit mit sich selbst zu verbringen.
Dadurch wollte sie wieder zu sich finden und glücklich werden.

Heute nach einigen Monaten konnte sie mit Erleichterung sagen, sie hatte dieses Tief besiegt und gelernt sich selbst zu lieben und nicht immer nur zielorientiert vorzugehen. Nicht immer nur zu arbeiten, arbeiten, arbeiten und dafür lernen, das Leben in all seinen Facetten zu lieben. Und dazu gehörte inzwischen allerdings auch die Sehnsucht nach Nähe und einem Partner, auch wenn das jetzt nicht lebensnotwendig war.
Schön wäre es aber trotzdem.

Einen Partner konnte man sich mit Chips, Kürbistörtchen und Butterbier nicht eben mal so wegdenken, auch wenn es ihre Freunde nur lieb meinten.
Einige Male hatte Hermine es mit Diskotheken versucht, diese Versuche sind aber kläglichst gescheitert, als nach 00:00 Uhr jegliche Intelligenz von den Herren weggetrunken wurde. So fiel auch diese Option aus.
In dieser Zeit hatte Hermine viel über sich selbst herausgefunden und gelernt, dass man auch alleine glücklich sein und das Leben genießen konnte.
Wenn sich dann irgendwann jemand ganz zufällig in ihr Leben verirren würde, umso schöner. Dann hätte sie das Schicksal nicht mit aller Macht herausgefordert.

Die Halle mit der verzauberten Decke, in der sie sich schon so oft befand, füllte sich langsam mit Leuten, die sich heute zum zehnjährigen Jahrgangs Jubiläum trafen. Hermine blickte sich um und fühlte sich in die Zeit als junges Mädchen zurückversetzt. Wie zum Beispiel, als sie in der geheimnisvollen Bibliothek über den etlichen Büchern hing, in ihnen versank und versuchte, ein Rätsel nach dem anderen zu lösen, damit sowohl ihre Freunde als auch sie, nicht daran starben, so banal das auch klang.

„Es fühlt sich wieder wie Zuhause sein an, findest du nicht?“, flüsterte Harry lächelnd und stupste sie sanft an, während sie die Decke begutachteten, die einen klaren Sternenhimmel aufwies.

Hermine nickte ebenfalls lächelnd.
„Es fühlt sich nicht nur so an ... Hogwarts wird immer unser Zuhause sein.“

Harry drückte lächelnd ihre Hand und Hermine wusste, wie viel es ihrem Goldjungen bedeutete, wieder hier zu sein. Wenn auch ohne seine Frau Ginny, dessen Jahrgang leider erst nächstes Jahr Jubiläum feiern würde. Dafür war aber Ron da, der sich sofort über das Essen her machte.
Als Lavender ihn dort sah, wandte sie sich mit ihrem gesamten Körpergewicht zu ihm um und blickte ihn erwartungsvoll an.

Hermine und Harry warfen sich Blicke zu und fingen an zu kichern, als Ron sich schmatzend an sie wandte.

„Wasch denn?“, murmelte er mit vollem Mund.

Hermine schüttelte lächelnd den Kopf und ließ den Blick durch die Halle schweifen, während ihr viele bekannte Gesichter zuwinkten, sie ansprachen und drückten. Sie war fasziniert, wie erwachsen sie geworden waren. Wie sehr sich einige von ihnen geändert hatten … andere wiederum sind immernoch die gleichen geblieben.
Zum Beispiel Seamus Finnigan der noch immer so klein und rotzgörig aussah oder Blaise Zabini der - ...
Hermine stockte, als sie sah, wer sich gerade neben Blaise Zabini hinsetzte.

Sofort wandte sie sich ab.
„Hermine? Was ist los?“, flüsterte Harry der ihre Geste sofort bemerkte und seinen Kopf zu der Richtung hob, an der Hermine gerade einen Geist gesehen hatte. Sofort fiel ihm das Objekt ihrer Begierde auf. Harry grinste, während Hermine sich nervös ihre seidene, in Wellen gelegte Haarsträhne vors Gesicht legte und versuchte, sich zu verstecken.

„Es ist doch nur Malfoy ...“

„Harry, tu so als würdest du mit mir sprechen, damit er nicht denkt, dass wir zu ihm rüber gesehen haben.“

„Hermine, er hat uns nicht mal gesehen.“
Harry beobachtete seine beste Freundin belustigt, die sich absolut merkwürdig verhielt. Genau wie ein Teenager. Setzte ihre Pubertät erst jetzt ein? Puhh, das konnte etwas werden.

Harry kannte Hermine besser als jemand anderes und wusste von dem Vorfall damals im Gericht, als sie sich wieder trafen. Sie erzählte ihm alles ausnahmslos.
Außer, dass auch sie ihn äußerst interessant fand.
Selbst unter dem unbrechbaren Schwur hätte sie es konsequent abgestritten.
Wenn man sie jedoch gut kannte, sah man ihr an, wie sehr sie ihn eigentlich mochte.
Aber Hermine war eben Hermine und brauchte diese Herausforderung, auch wenn sie 15 Jahre andauerte. Ein Sturkopf eben. Trotz allem war sie immer die Einzige, die sich während der gesamten Schulzeit gegen Draco behauptete und ihm die Stirn bot. Im Gegensatz dazu war sie auch fürsorglich und wollte ihn ins Mungo einliefern lassen, als Seidenschnabel ihn verletzt hatte.

Harry war unheimlich stolz auf diese kleine Hexe und er fand es jammerschade, dass Hermine sich nicht für jemand anderes interessierte, als für Malfoy. Schließlich hätte sich wohl jeder ihrer ehemaligen Mitschüler ausnahmslos nach ihr umgeschaut, da sie eine so unauffällige, aber doch charismatische und augenscheinlich schöne und kluge Frau war.

Doch Hermines Ansprüchen gerecht zu werden war mehr als schwierig, wie Ron bereits vor Jahren feststellen musste und insgeheim wusste Harry, dass Malfoy der Einzige war, der rein vom Intellekt mit ihr auf einer Wellenlänge war.

Er beobachtete Malfoy, wie er lässig das Glas Elfenwein an seine Lippen hob, daran nippte und schließlich sinken ließ, weil er konzentriert einer Geschichte von Zabini folgte.
Seine Haare lagen kurz und lässig an, die Seiten waren zurück geföhnt, die obere Partie lag ihm dafür locker im Seitenscheitel an, während aus der vordersten Partie eine blonde Strähne in seine Stirn fiel, die er sich ab und zu zurück streifte. Fast wie der moderne, blonde Elvis Presley.
Ein dunkelblonder drei Tage Bart zierte die Konturen seiner Wange.
Groß war er schon immer, aber wie er da aufrecht in seinem weißen Hemd und der Krawatte saß, die Haltung aufrecht und seriös, kein dummes Gegröle, wie er es von den anderen Slytherins gewohnt war..
Als ein absoluter hetero Mann musste selbst Harry sich eingestehen, dass er Hermines körperliche Anziehung ihm gegenüber durchaus nachvollziehen konnte.
Malfoy war verdammt gutaussehend.
Und auch wenn sie der Meinung war, dass Malfoy seine Flirtversuche eh nicht ernst meinte, war Harry der festen Überzeugung, dass es wirklich, so absonderlich es sich auch anhörte, funktionieren könnte.
Und irgendwann, wenn Hermine ihren Stolz nicht schlucken würde, würde auch ein Mann wie Malfoy nicht mehr frei für Hermine sein.

Er entschloss sich, ihre Reaktion auszurasten, weil sie es vermied, in seine Richtung zu schauen.
„Ew, er hat gerade Pansy auf den Mund geküsst.“

Hermine wandte ihren Kopf blitzschnell zu ihm um und sah, wie er sich seelenruhig mit Blaise unterhielt. Rechts neben ihm saß Theodore Nott.

Hermine hob die Braue und wandte sich sofort wieder von dem Blonden weg.

„Es steht Draco Malfoy absolut frei zu küssen, wen er möchte. Es interessiert mich nicht im GERINGSTEN.“

Harry musste schmunzeln. Sie war voll süßer Eifersucht und das erinnerte ihn verdächtig an die Situation mit Ron und Lavender im sechsten Schuljahr, als Hermine weinend den Gemeinschaftsraum verließ.

Plötzlich erklang ein leicht klingelndes Geräusch eines Glases, was um Aufmerksamkeit bat. Gleich darauf ertönte die Stimme der Schulleiterin.

Es war die unveränderte Stimme von Professor McGonagall, die zu jedem von ihnen herab strahlte.

„Guten Abend, meine verehrten Gäste. Zehn Jahre ist es nun her, dass wir uns das letzte mal begegnet sind. Es ist so wundervoll, ihre Gesichter nach all den Jahren wieder zu sehen. Ich muss zugeben, dass Ihr Jahrgang mich besonders geprägt hat. Nun sind Sie alle zu wundervollen erwachsenen Menschen herangereift, einige von Ihnen kaum wieder zu erkennen. Aber Sie Mister Finnigan, habe ich sofort erkannt.“

Die Menge lachte und klatschte und Dean verstrubbelte dem mit den Augen rollenden Seamus die Haare, der sich sofort dagegen wehrte. „Lass das Dean!“

McGonagall fuhr lächelnd fort.

„Ich kann mich an viele verlorene Hauspunkte erinnern, und an viele, viele Streiche!“

McGonagall zwinkerte Ron zu, der eine mitleidige Grimasse zog, weil es seine Brüder Fred und George waren, die so viel Ärger bereitet hatten. Die Menge wandte sich in seine Richtung und kicherte, während er beschämt in seinen Stuhl sank. Hermine fiel sofort auf, wie Lavender ihn einige Plätze weiter anhimmelte und die Brünette musste grinsen. Einige Dinge änderten sich nie.

„... Ich erinnere mich an Trolle, drei köpfige Hunde und einen Basilisken, der,
unerfreulicherweise, Schüler versteinert hatte. Ich erinnere mich an das trimagische Turnier und einen Schüler, der unter dem angeforderten Alter zum Champion auserkoren wurde..“

Die Blicke wanderten zu Harry, der sich in fast allen Punkten angesprochen fühlen durfte und wieder einmal bekam er den Ruhm, den er nie wollte und ignorierte die Blicke, während McGonagall weiter sprach und dabei emotionaler wurde.

„Und an viele Verluste, aufgrund des Krieges, der über uns hereinbrach. An dieser Stelle gedenke ich den Opfern und dem Verlust der Freunde und Angehörigen. Man sollte sie niemals vergessen, denn sie haben alle Großartiges geleistet.“

Einige Tränchen kullerten, während Harry weiter zu McGonagall blickte. Hermines Blick wanderte unwillkürlich zu Cho Chang, die am Ravenclaw Tisch anfing zu weinen.
Ron lächelte traurig und Hermine nahm über den Tisch hinweg tröstend seine Hand und lächelte ihm aufmunternd zu.
Fred fehlte ihnen allen.

„Ich erinnere mich, an 'Erinner-Michs'.“, fuhr McGonagall fort und zwinkerte Neville zu, um auf sein Erinner-Mich in der ersten Klasse anzuspielen, der daraufhin anfing schüchtern zu lachen.

„Ich erinnere mich an viele Explosionen im Unterricht ...“
Die Blicke wanderten zu Seamus, der erneut die Augen rollte und genervt flüsterte „Warum immer ich ...“

„Ich erinnere mich an äußerst begabte Schüler, die viel Zeit in der verbotenen Abteilung der Bibliothek verbrachten und jedes Geheimnis dieses Schlosses besser kennen als die Lehrkräfte ... Die mit Geistesblitzen die schwierigsten Situationen bewältigten und mit viel Liebe und Empathie den Mitschülern stets eine große Hilfe waren. Ich erinnere mich an Schüler, die den Durchschnitt der Schule erheblich anhoben und somit zu den Jahrgangsbesten erkoren wurden ... An dieser Stelle würde ich das kleine Mädchen, welches zu einer wundervollen Frau herangewachsen ist, beim Namen nennen. Schön, dass sie heute hier sind, Ms Hermine Granger ...“

Hermine spürte Hitze in sich aufsteigen, während sich die vielen ehemaligen Schüler, inzwischen Erwachsene, zu ihr umwandten und sie anlächelten und applaudierten. Sie lächelte mit hochroten Wangen und spürte Harrys Hand auf ihrer Schulter, der sie aufmunternd streichelte.

Hermines schokoladenbraune Augen leuchteten in Richtung der gealterten und strengen, doch absolut liebenswürdigen Professorin. Sie nickte ihr dankbar zu.
Der Applaus legte sich langsam und Hermines Blick schweifte noch immer mit hochrotem Kopf durch die Halle. Derweil hielt sie ihr Glas fest umklammert.

Unwillkürlich fiel ihr Blick auf Malfoy, der sich über die Konturen seinen Kinns strich und sie aus ozeanblauen Augen beobachtete. Bevor Hermine sich jedoch wegdrehen konnte, hatte er seine Augen wieder nach vorne gerichtet und sie spürte ein seltsames Gefühl im Magen, was sie so noch nie hatte, wenn sie ihn ansah.  

McGonagall lächelte noch immer liebevoll in ihre Richtung und fuhr fort.
„Ich erinnere mich an einen überaus mutigen jungen Mann, der grandios Schach spielte, über sich hinaus wuchs und sich beweisen konnte. Zudem war er im logischen Denken ein absolutes Ass, auch wenn er gerne in den Unterricht zu spät kam und ich ihn am liebsten in eine Taschenuhr verwandelt hätte. Zudem haben wir gemeinsam das Tanzbein geschwungen.“

Die Menge lachte und grölte in Rons Richtung und er grinste verschmitzt. Jeder wusste, dass er gemeint war.

„Dabei musste dieser junge Mann leider auf seinem langen Weg viele Niederlagen und Rückschläge erleiden. Manchmal denke ich an ihn zurück und bin unfassbar stolz, ihn als meinen Schüler gehabt zu haben. Er erwies sich der Schule als große Hilfe und Bereicherung, ohne dessen Mithilfe wir wohl heute nicht hier ständen. Mister Ronald Weasley, schön, dass Sie hier sind. Aus Ihnen ist ein großartiger junger Mann geworden.“

Hermine spürte, wie eine Träne der Rührung aus ihren Augen kullerte, während Ron nun viele Hände auf seinem Rücken spürte. Es war wunderschön ihn strahlen zu sehen. Als alle applaudierten, wanderten Hermines Augen wieder unwillkürlich zum Slytherintisch. Dort wurde nicht applaudiert, sondern zur Anerkennung auf den Tisch geklopft. Unter anderem Draco, der dies ebenfalls kurz angebunden tat, doch Hermine dieses Mal keines Blickes würdigte. Sein Blick war nur auf McGonagall gerichtet.

„Und zu guter Letzt würde ich gerne zu einem weiteren jungen Mann kommen, dessen Name seit seiner Geburt Berühmtheit erlangt hat. Mein absoluter Lieblingsschüler, Mister Harry Potter.“

Harry schloss grinsend die Augen, als wüsste er genau, dass er nun eine gehörige Portion Ruhm erlangen würde, von der er sich seit Jahren erholt hatte. Die Hände prasselten nun auf seinen Rücken ein und die Brille fiel ihm schief vor die Augen. Es fielen mit lautem Grölen und Gelächter Sätze wie „Der berühmte Harry Potter.“, die er lachend zur Kenntnis nahm.

„Dieser junge Mann in unserer Runde, sträubt sich seit Jahren gegen den Ruhm und die Berühmtheit, die er erlangte, welche jedoch absolut angemessen und verdient ist. Trotz allem, was er in seiner Kindheit erleiden musste, als er mit einer Narbe gezeichnet wurde, wuchs er mit einer gehörigen Portion Mut, Liebe, Empathie, Hilfsbereitschaft und Freundschaft auf.
Mister Potter, Sie haben gegen jene Kreaturen, die ich vorhin genannt habe, gekämpft und ihre Abenteuerlust hat uns all die Jahre begleitet. Nun ja, auch wenn diese uns das ein oder andere mal Kopfschmerzen bereitet hatten. Und das ist noch untertrieben.“

Die Schülerschaft lachte, allerdings nicht mehr so ausgelassen wie vorhin, was daran lag, dass sie McGonagall nachdenklich zuhörten.

„Sie haben uns gelehrt, wie man lernt zu lieben, obwohl sie diese Liebe nie erfahren durften. Ich bin davon überzeugt, dass ihre großartigen Eltern Lily und James Potter es ihnen mit in die Wiege gelegt haben und heute sehr stolz auf sie wären. Danke, dass sie der Grund sind, dass wir hier nun alle ihretwegen wohlauf sitzen dürfen und gemeinsam weinen, lachen, in Erinnerungen schwelgen und unser zehnjähriges Jubiläum nach dem Abschluss feiern können. Erhebt bitte eure Gläser, ich möchte einen Toast aussprechen!“

In Harrys Augen blitzte eine Träne und ausnahmslos alle erhoben ihre Gläser in Richtung Harry und hunderte Leute sprachen ein Cheers in seine Richtung aus.

Hermine reckte den Kopf spielerisch in die Höhe und hielt Harry ihr Glas zum anstoßen hin, was er daraufhin grinsend tat.

„Cheers Goldjunge.“

„Cheers Goldmädchen.“

Harry wandte sich zum Anstoßen mit Ron in seine Richtung, was Hermine ihm gleich tat. Ihr Blick allerdings glitt mal wieder zu den Slytherins am Nachbartisch.
Ihr Blick traf auf den blonden, jungen Mann, der sie in dem ganzen Trubel anblickte und ihr unerwartet ganz leicht, fast unauffällig, zutoastete. Bevor Hermine darauf reagieren konnte, wandte er sich um.
Hermine nahm einen tiefen Luftzug und ein angenehmer Schauer lief ihr den Rücken hinunter.


McGonagall ließ das Festessen beginnen und Hermine beobachtete, wie Malfoy ausgelassen mit seinen Freunden lachte. Wie glücklich und zufrieden er aussah.
Wie er im Leben angekommen zu sein schien.
Wie der gebrochene Junge zu einem - ...

„Hermine, du starrst ...“, flüsterte Harry und Hermine schreckte aus ihrem Tagtraum auf. Ron reichte ihr einen beladenen Teller, woraufhin sie sich bedankte und gleich darauf anfing zu essen.

Harry ließ sie nicht aus den Augen und Hermine spürte es aus den Augenwinkeln.

„Wenn du jetzt nichts tust, wird es irgendwann zu spät sein.“

Hermine ließ ihre Gabel sinken und warf Harry einen vernichtenden Blick zu.

„Ich werde Malfoy mit Sicherheit nicht den Hof machen!“, flüsterte sie ihm verärgert zu und wandte sich zu ihrem Teller.
Der Goldjunge grinste.
„Ich habe keinen Namen genannt.“

Hermine kaute langsamer, ohne aufzuschauen. Harry gab nicht auf.
Er nahm einen Schokoriegel zur Hand, der seit einer ganzen Weile neben ihm lag.

„Dann gib ihm wenigstens später diesen Schokoriegel mit. Schließlich hat er dir damals auch einen geschenkt.“

„Nein Harry! Vielleicht ist er verheiratet!“, erwiderte Hermine stur, doch Harry legte den Schokoriegel einfach in ihre Handtasche.

„Aus Höflichkeit Hermine! Die Geste damals hast du nicht erwidert. Versprich mir, dass du es tust, sonst nerve ich dich weiter! Außerdem trägt er keinen Ring!“

„Hey, was tuschelt ihr beiden da die ganze Zeit?!“, fragte Ron zwischen zwei Hähnchenkeulen und Hermine beugte sich süffisant grinsend zu ihm.

„Wir reden darüber, dass du von den Blicken einer gewissen Dame aufgefressen wirst. Aber ich warne dich! Dreh dich bloß nicht um.“

Rons Augen wanderten trotz der Warnung in  Richtung Lavender, die ihn anschmachtete. Er lächelte gequält und wandte sich wieder zu seinen Freunden um.
Harry lachte und Hermine lehnte sich grinsend in ihren Sitz.
„Ich sagte doch, dreh dich nicht um.“

Plötzlich wandte sich Neville lächelnd zu ihnen.
„Es fühlt sich an wie damals oder?“

Harry lächelte und wandte sich zu Malfoy und dann zu Hermine um, die sich beide viel zu auffällig ignorierten.
„Fast.“

Wenn die beiden sich ignorierten empfand er es fast als noch schlimmer, als die Beleidigungen, welche früher zwischen beiden fielen.
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