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LEGACY - Ice & Caretaker (Devil's of Mayhem MC 1)

Kurzbeschreibung
GeschichteDrama, Schmerz/Trost / P18 / Het
23.02.2021
08.08.2021
68
249.764
26
Alle Kapitel
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Dieses Kapitel
1 Review
 
08.08.2021 1.095
 
Leseprobe
Burning Aim
Feather & Flame

Prolog

~ Flame ~


„Ich will, dass diese Wichser wieder aus unserer Stadt verschwinden“ brummte Lord mies gelaunt und fuhr sich mit einer Hand durch die kurzgeschorenen hellblonden Haare. „Derzeit wissen wir noch immer nicht wer überhaupt dahintersteckt“ warf Wood, der Road Captain des Clubs, wenig hilfreich ein. „Das ist mir scheißegal. Und wenn es der Kaiser von China wäre“ fuhr Lord ihn aufgebracht an „Das ist unsere Stadt. Unsere! Niemand kann sich hier einfach breit machen und tun und lassen was er will verdammt!“
Das der sonst so ausgeglichene Präsident des Devil’s of Mayhem MC so aus der Haut fuhr, kam selten vor und keiner der Anwesenden wagte es seinen Tobsuchtsanfall zu unterbrechen.

Vor ein oder zwei Monaten waren fremde Dealer in ihrer Stadt aufgetaucht und vertickten ihre Drogen ohne, dass der Club etwas davon bemerkt hatte. Zunächst. Irgendwann war dies jedoch den alteingesessenen Dealern aufgefallen und die hatten sich natürlich direkt beim Club ausgeheult. Eigentlich hielten die Devil’s sich aus dem Drogengeschäft heraus und wollten damit nichts zu tun haben. Allerdings war es unmöglich eine so große Stadt wie Eidstadt komplett drogenfrei zu halten. Also behielten sie die Dealer unter ihrer Kontrolle, sorgten dafür das der Scheiß der auf den Straßen vertickt wurde nicht zu sehr mit irgendeinem Müll versetzt war und das auch sonst niemand Probleme machte.
Außerdem mussten die Dealer einen gewissen Satz ihrer Einnahmen an den MC abtreten. Es war nicht viel, der Club wollte sich nicht an dem Drogengeschäft bereichern, doch durch diese Abgaben bekamen die Dealer auch einen gewissen Schutz durch die Rocker. Gab es Probleme mit Kunden oder Lieferanten, kümmerte der MC sich darum.
Doch die Neuen schissen auf diese Regelungen. Seit Bekanntwerden der Eindringlinge hatten sie schon mehrere Dealer mit einem gewaltigen Arschtritt aus der Stadt heraus komplimentiert, aber mit jedem verschwundenen Dealer kam mindestens ein neuer wieder in die Stadt.
Keiner wusste wer der Drahtzieher dahinter war. Die Dealer konnten oder wollten keine genauen Angaben dazu machen. Im Milieu ging jedoch das Gerücht um, dass ein großer Familienclan aus dem Norden dahinterstecken sollte. Beweise gab es dafür jedoch keine.

„Gibt es irgendwelche neuen Erkenntnisse?“ fragte Lord schließlich als er sich wieder ein wenig beruhigt hatte. „Ja, die gibt es tatsächlich. Das wollte ich dir gerade erzählen bevor du ausgeflippt bist“ antwortete Caretaker. Lord funkelte den jungen Enforcer daraufhin wütend an, doch dieser ließ sich davon gar nicht beirren. „Wir konnten mehrere Lager aufspüren, die zu keinem der uns bekannten Dealer gehört. Vermutlich lagern unsere nordischen Freunde ihren Scheiß dort.“
„Freunde“ spottete Shade „Du solltest an deiner Wortwahl arbeiten Bruder.“
„Halt die Fresse Sergeant.“ „Fick dich ins Knie Enforcer.“
„Schnauze“ fuhr Lord gereizt dazwischen „Sind wir hier im Kindergarten oder was?“ Shade hatte immerhin den Anstand etwas betreten den Blick abzuwenden. Caretaker hingegen sah seinen Präsidenten ungerührt an, wie der arrogante Bastard der er nun einmal war. „Erzähl weiter Care bevor ich die Geduld mit euch Arschlöchern verliere.“ Die Stimmung im Club war angespannt, an diesem Abend ganz besonders. Solche Ausbrüche gehörten daher beinahe schon dazu.
„Da wir noch immer keine Ahnung haben wer tatsächlich versucht sich in unserer Stadt breitzumachen, wäre mein Vorschlag die Ware zu vernichten. Dann müssen sie etwas tun“ sprach Care weiter und erntete gemischte Reaktionen. „Hältst du das für schlau? Die werden doch direkt vermuten, dass wir dahinterstecken“ warf Dog fragend ein.
„Wenn du eine bessere Idee hast nur raus damit, Kumpel. Ich hatte auch nicht daran gedacht, die Gebäude einfach in die Luft zu sprengen, auch wenn das sicherlich ziemlich unterhaltsam wäre. Es soll eher wie ein Unfall aussehen, damit sie keine konkreten Beweise gegen uns haben. Natürlich werden sie uns direkt verdächtigen, aber sie sollen ja auch wissen, dass sie uns nicht einfach so auf der Nase herumtanzen können.“

„Ich finde die Idee nicht schlecht“ brummte Lord nachdenklich „Flame, das wäre ein Part. Was sagst du dazu?“ Seufzend richtete Flame sich in seinem Stuhl auf und legte die Unterarme auf den großen Tisch, an dem sie alle saßen. „Willst du meine Meinung zu Cares Idee haben oder ob es umsetzbar ist Prez?“ „Beides.“
Seufzend fuhr er sich mit einer Hand durch die schulterlangen dunkelbraunen Haare und dachte genau über seine nächsten Worte nach. So wie Lord ihn ansah, würde er kein Nein akzeptieren. Flame hatte absolut keine Lust darauf sich um die Lager zu kümmern, doch es würde ihm nichts anderes übrigbleiben.
„Die Idee an sich ist gut, auch wenn ich mir nicht denken kann, dass wir sie dadurch in die Flucht schlagen können. Aber wir werden sie auf jeden Fall zum Handeln zwingen und vielleicht machen sie dann einen Fehler. Ob es machbar ist es wie einen Unfall aussehen zu lassen... Das kann ich dir erst sagen, wenn ich das Ziel kenne. Prinzipiell aber schon.“
„Alles andere hätte mich auch enttäuscht Flame“ erwiderte Lord mit einem unheilvollen Grinsen „Also Jungs, wer ist dafür, dass Flame sich um die Lager dieser Schwanzlutscher kümmert?“
Es wunderte Flame nicht im Geringsten, dass sämtliche Arme nach oben gingen. Er selbst enthielt sich jedoch. Er wollte nicht darüber abstimmen, was er in seiner ohnehin schon knappen Freizeit in Zukunft tun durfte – auch wenn es eh keinen Unterschied machte.

Flame war Hauptberuflich Feuerwehrmann. Ungewöhnlich für einen Einprozenter. Die meisten seiner Brüder arbeiteten für den Club, waren selbstständig oder arbeiteten in der Firma eines anderen Members.
Niemand käme auf die Idee ein Angestellter der Stadt zu werden. Niemand außer Flame.
Er liebte seinen Job, wunderte sich jedoch regelmäßig darüber, dass man ihn aufgrund seiner Mitgliedschaft in einem Outlaw-MC noch nicht hochkantig rausgeschmissen hatte. Es glich einem Wunder, denn es war kein Geheimnis, dass er ein Devil war. Jeder seine Kameraden bei der Feuerwehr wusste es, das große Tattoo, das inzwischen seit über zehn Jahren seinen Rücken zierte, war immerhin auch schwierig zu verstecken.
Außerdem kannten die Bullen jeden, der regelmäßig im Clubhaus der Devil’s ein- und ausging. Es war schon des Öfteren vorgekommen, dass ihm im Dienst Polizisten begegneten, die er schon einmal bei einer Razzia im Clubhaus oder einer Verkehrskontrolle getroffen hatte. Den Beamten war immer anzusehen, dass sie Flame am liebsten direkt einbuchen würden, was sie jedoch nicht durften. Er empfand diese Begegnungen meistens jedoch als recht amüsant.
Noch war sein Job bei der Feuerwehr sicher, doch dieser neue Auftrag könnte das ziemlich in Gefahr bringen...

„Damit ist es entschieden. Flame, du setzt sich mir Care zusammen und wirst das erste Ziel in Angriff nehmen. Und dann sind wir mal gespannt wie lange wir auf eine Reaktion dieser Arschlöcher warten müssen.“
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