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Sunaarashi

von Jien
GeschichteAngst, Schmerz/Trost / P18 / Het
Asuma Sarutobi Choji Akimichi Ino Yamanaka Shikaku Nara Shikamaru Nara Temari
23.02.2021
02.03.2021
2
6.549
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2 Reviews
Dieses Kapitel
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23.02.2021 3.407
 
Sunaarashi
„Sandsturm“


Autor: Jien
Fandom: Naruto
Kapitelanzahl: 70+
Rating: P18
Protagonisten: Shikamaru Nara, Temari, Shikaku Nara, Chōji Akimichi, Ino Yamanaka, Yoshino Nara, Asuma Sarutobi, Neji Hyūga, Inoichi Yamanaka, Chōza Akimichi, Sai...
Pairing: Shikamaru X Temari, Sai X Ino, Shikaku X Yoshino (am Rande)...
Timeline: 6 Jahre vor Serien Start bis ca. 12 Jahre nach Serienstart
Warnung:
Hinweis: Teilweise AU; Hidan ist ein paar Jährchen älter, begegnet Team 10 auf vollkommen andere Weise, Karui und Chōji begegnen sich ebenfalls erst später und unter anderen Bedingungen, der vierte Kazekage überlebt, somit ist Gaara hier nicht Kazekage, auch Shikaku, Asuma und Neji überleben. Ach ja… und es gibt hier und da mal ein paar OC’s, die aber keine Hauptrollen übernehmen werden.


Wichtig!!: Für sämtliche Übergriffe von Hidan gilt: Alles, was beschrieben wird, ist absolut verwerflich, illegal und grausam. Nichts soll geschönt oder verharmlost werden. Die Schuld liegt allein bei Hidan, der seine Machtposition ausnutzt.
Ich entschuldige in keiner Weise das dargestellte Verhalten. Es ist abscheulich wie Hidan sich verhält.
Ich distanziere mich ausdrücklich von jeder positiven Auslegung!


Summary

„Wie lange braucht es, um ein traumatisches Erlebnis zu überwinden? Und ist das manchmal überhaupt möglich? Womöglich braucht es jemand ganz besonderen, der die alten Wunden heilen kann.“


Disclaimer

Der Inhalt meiner Geschichte ist rein fiktiv, alle Charaktere gehören Masashi Kishimoto und nicht mir. Ich verdiene mit dem Schreiben meiner Geschichten kein Geld.


Author's Notes

Yoo! Vielleicht erinnert sich ja der eine oder andere noch an diese Geschichte. Ich hab sie früher unter dem Account „Reno VII“ (vormals Mielikki, Laomedeia & Centaurus) hochgeladen. Da der alte Account nicht mehr existiert, wage ich nun noch einmal den Neuanfang. Ich hoffe, die Geschichte gefällt dem einen oder anderen noch. ;)


❈❈❈


Schatten der Gedanken
Prolog I


Konohagakure, Nara-Anwesen


„Aber Opa, es stimmt, ich habe mir sowas nicht eingebildet, er…“
Doch Shikazen hatte genug davon gehört. Er konnte nicht verhindern, dass seine Stimme streng wurde als er nun meinte: „Lass den Unsinn, Shikamaru! Du bist doch sonst nicht so dumm, dich von irgendwelchen Phantasiewesen oder schlechten Träumen täuschen zu lassen. Du bildest dir da etwas ein, das ist alles.“
Sein Enkel sah ihn einen Moment fassungslos an, klappte den Mund dann aber zu und ließ den Stoff seines Kimonos los. Er war dem Jungen gegenüber noch nie laut geworden und es tat ihm schon in dem Moment leid, in dem er es geworden war.

Aber er verstand einfach nicht, wieso der Junge sich so seltsam benahm. Shikamaru gehörte nicht zu den Kindern, die irgendwelche Monster in ihren Schränken oder unter dem Bett vermuteten. Er war immer klug gewesen, wie alle Kinder in ihrem Clan und er war sogar noch außergewöhnlicher. Er verstand nicht, was in ihn gefahren war.
Trotzdem tat es ihm leid, dem Jungen gegenüber so laut geworden zu sein. Er sah, dass es Shikamaru unvorbereitet getroffen hatte, dass er nicht damit gerechnet hatte, dass er so darauf reagieren würde und eigentlich tat er auch keine Sachen, die ihm nicht wichtig erschienen. Es war seltsam und der Ältere wusste einfach nicht, was er tun sollte.
Wenn Shikaku bloß hier wäre und mit seinem Sohn reden könnte. Immerhin war Shikamaru sein Sohn. Er sollte sich darum kümmern, aber er war wieder einmal auf Mission und Yoshino hatte ebenfalls einen Auftrag. Jemand musste sich um den Jungen kümmern und Shikazen merkte langsam, dass er zu alt dafür wurde.

„Tut mir leid Opa. Ich wollte nicht, dass du böse auf mich bist“, murmelte der Junge nun und Shikazen stellte fest, dass er ihn mit seinen Worten wirklich getroffen hatte. Es tat ihm leid. Er hätte ihn nicht so anfahren dürfen. Hatte er denn nicht diese kindliche Verzweiflung in seinen Augen gesehen? Aber das war doch unsinnig.
Shikazen atmete einmal tief durch, ließ sich dann schwerfällig auf den Holzdielen nieder. Er war wirklich nicht mehr der Jüngste, aber er wollte nicht von oben herab mit seinem Enkel reden. Ihm war bewusst, dass der Junge sein Verhalten nicht verstehen konnte.
„Aber ich bin doch nicht böse auf dich“, versuchte Shikazen ihm also zu erklären. Wobei es wohl verständlich war, dass Shikamaru das jetzt dachte. Er seufzte, bedeutete seinem Enkel, sich ebenfalls zu setzen und suchte dann nach Worten, um es ihm zu erklären. „Ich begreife nur nicht, warum du immer so einen Unfug von dir geben musst, wenn deine Eltern nicht da sind. Das hast du doch früher nicht gemacht.“

Shikamaru senkte den Blick. Er wusste ja auch nicht, wie er seinem Opa das erklären sollte. Er wusste auch nicht, wie er beschreiben sollte, was er gesehen hatte und was dann passiert war. Alles, woran er sich erinnerte, waren böse, violette Augen und Haut, die schwarz und gleichzeitig auch weiß war. So hatte er es seinem Opa beschrieben und dann…
Er griff sich an die Brust, weil diese Erinnerung irgendwie Schmerzen auslöste und er begriff nicht so genau, was das zu bedeuten hatte. Ihm war zum Heulen, weil er nicht so genau wusste, wie er das erklären sollte. Aber… Wenn er seinem Opa davon nicht erzählen konnte, dann… Eigentlich sollte er ja auch gar nichts erzählen.
Zumindest war ihm das gesagt worden. Von dieser entsetzlichen Gestalt, die bei ihm gewesen war. Sie hatte gesagt, dass sie seinen Eltern sonst etwas Schlimmes antun würde, wenn sie es erfuhren. Aber sein Opa war ja kein Elternteil von ihm selbst, also hatte er gedacht, dass er es ihm vielleicht erzählen könnte, aber…

Er presste die Lippen aufeinander. Sein Opa glaubte ihm nicht. Er hielt es für eine dumme Einbildung, aber Shikamaru war sich ganz sicher, dass er sich das nicht eingebildet hatte. Er wollte ihm doch erzählen, dass es dieser Mann war, der auf ihn aufgepasst hatte.
Eigentlich hatte er ihn ja auch ganz nett gefunden, aber nachts passierte anscheinend irgendwas Seltsames mit ihm und dann… Er wusste ja auch gar nicht, wie er das beschreiben sollte und wenn sein Opa ihm das sowieso nicht glaubte, dann brauchte er es auch gar nicht weiter versuchen. Er fragte sich nur, was er jetzt machen sollte.
Er wusste, dass seine Eltern nicht immer da sein konnten. Sie hatten nun einmal Aufträge, die für Konoha sehr wichtig waren. Er war auch stolz darauf, solche Eltern zu haben und er wollte es ihnen nicht schwermachen und rumquengeln, aber er würde ihnen schon gerne sagen, dass dieser Mann nicht wiederkommen sollte, um auf ihn aufzupassen.

Schließlich nickte er bloß und sah zu seinem Opa auf. „Ich weiß. Tut mir leid. Bestimmt hast du recht und ich habe mir da nur etwas eingebildet“, lenkte er lieber ein. Er wollte ihn schließlich nicht enttäuschen.
Trotzdem wusste er nicht, was er jetzt machen sollte, wenn das wieder passierte. Er hatte auch schon überlegt, ob er mal mit Chōji reden sollte, aber er wusste, dass sein Freund sich auch schnell erschrecken ließ und er wollte ihm mit so einer Horrorgeschichte auch keine Angst machen.
Es würde wohl das Beste sein, wenn er das einfach für sich behielt. Vielleicht könnte er sich das nächste Mal auch einfach besser verteidigen. Er hatte zwar Angst vor diesem Kerl, aber er hatte ja schon ein paar Sachen von seinem Vater gelernt. Vielleicht reichte es ja aus, wenn er ihm nur zeigte, dass er mit ihm nicht machen konnte, was er wollte.

Er war froh, als sein Opa ihn wieder anlächelte und meinte: „So wird das wohl sein. Es gibt wirklich nichts, wovor du dich hier fürchten müsstest, Shikamaru.“
Und mit diesen Worten richtete Shikazen sich schwerfällig wieder auf und verließ den Raum. Shikamaru blieb nachdenklich zurück. Doch. Es gab sehr wohl Dinge, vor denen er sich fürchten musste, so viel war sicher. Die Frage war nur, was er dagegen tun sollte.
Er musste etwas unternehmen. Wenn sein Opa in zwei Wochen auch wieder auf Reisen ging, dann war er wieder alleine mit diesem Kerl und dann musste er etwas dagegen unternehmen.


❈❈❈


Zwei Wochen später stand er wieder vor ihm. Mit seinen weißen Haaren sah er viel älter aus, als er angeblich sein sollte. Er lächelte seine Eltern so freundlich an, als er ihnen versprach, dass er sich gut um ihn kümmern würde, während sie fort waren und hatte dabei eine Hand auf seine Schulter gelegt.
Das gefiel Shikamaru nicht. Er wusste, dass dieser Kerl nichts Gutes im Sinn hatte und als sein Vater vor ihm in die Hocke ging, um ihm ein paar Worte zum Abschied zu sagen, konnte er nicht verhindern, dass er auf ihn zusprang, die Arme ganz fest um ihn schlang und ihn bat: „Bitte, Papa, kannst du nicht hierbleiben? Kann nicht jemand anderes deine Mission übernehmen? Bitte!“
Er war vollkommen verzweifelt. Er hatte Angst, was wieder passieren könnte, wenn seine Eltern erst fort waren. Aber Shikaku lachte nur gutmütig, nahm ihn zwar in den Arm, sagte allerdings: „Shikamaru, wie stellst du dir das denn vor? Ich kann dem Hokage nicht einfach sagen, dass jemand anderes meine Mission übernehmen soll.“

Shikamaru spürte, wie Tränen hinter seinen Lidern brannten. Er wollte nicht, dass sie weggingen, also log er einfach das Erste, was ihm in den Sinn kam. „Aber ich glaube, ich werde krank. Ich möchte wirklich nicht alleine sein!“, behauptete er also. Er hoffte, dass er ihn damit erweichen konnte. Er wollte nicht, dass sein Vater ihn hier alleine ließ.
„Du bist doch nicht alleine“, gab Shikaku allerdings zurück und schob Shikamaru wieder ein Stück von sich, um ihn ansehen zu können. „Und dein Opa kehrt morgen auch wieder von seiner Reise zurück. Es ist doch nur diese eine Nacht, Shikamaru.“
Er spürte, wie die Verzweiflung wuchs. Was sollte er machen? Er konnte ja nicht sagen, was der wirkliche Grund war. Sonst würde dieser Kerl seinen Eltern vielleicht etwas antun. Das konnte er natürlich nicht riskieren. Was sollte er bloß tun? Ihm musste doch etwas einfallen! Ihm fiel ja sonst auch immer etwas ein, aber jetzt…

„Bitte, Papa“, versuchte er es noch einmal, sah dann verzweifelt zu seiner Mutter, die er vielleicht eher erweichen konnte. „Mama, bitte. Ich möchte nicht, dass ihr beide geht.“ Er sah, dass er es ihr damit unendlich schwermachte, aber das half irgendwie auch nicht.
Auch sie hockte sich zwar neben ihn, um ihn in die Arme zu nehmen, aber sie riss sich zusammen. Seine Eltern waren sich in solchen Dingen immer einig. Es war unmöglich, dass er sie gegeneinander ausspielte. „Shikamaru, du gehst inzwischen auch schon auf die Akademie. Du bist kein kleiner Junge mehr. Du schaffst das schon. Wir sind bald wieder zurück.“
Das war wirklich nicht, was er hatte hören wollen, aber leider genau das, was er erwartet hatte. Ihm würde nichts anderes übrigbleiben, das wusste er schon. Am liebsten würde er sich an seinen Eltern festklammern, sie gar nicht mehr loslassen, aber…

Schweren Herzens trat er zwei Schritte zurück. Er wollte es ihnen nicht noch schwerer machen, zu ihrer Mission aufzubrechen. Er hatte sich ja zumindest auf das vorbereitet, was passieren könnte. Er würde es diesem Kerl sicher nicht so einfach machen, ihm nochmal wehzutun.
Er verabschiedete sich von seinen Eltern, auch wenn ihm das in diesem Moment unendlich schwerfiel und als sie in der Ferne verschwunden waren, wurde ihm plötzlich ganz mulmig.
Wieder landete eine Hand auf seiner Schulter, aber diesmal gruben sich die Finger schmerzhaft fest in seine Schulter. Es tat weh, aber er unterdrückte ein Wimmern. Er wollte schließlich nicht schwach wirken.

„Hast du den Verstand verloren, Junge? Was sollte denn dieser dämliche Aufstand, hä?“, wurde er sogleich angefahren und musste jetzt sehr aufpassen, dass er sich nicht einschüchtern ließ. Er wollte sich davon nicht unterkriegen lassen.
Er ballte die Hände zu Fäusten und riss sich von dem Kerl los, sah dann zu, dass er lieber schnell auf sein Zimmer kam und hoffte, dass er ihm nicht folgen würde. Tatsächlich schien er keine Lust zu haben, ihm hinterherzurennen. Er hoffte, dass der Typ einfach blieb, wo er war, aber er fürchtete, dass er heute Nacht erneut zu ihm kommen würde.
Ob er dann wieder so unheimlich aussehen würde? Woran das wohl lag? Er hatte sich schon beim ersten Mal gefragt, wie er es schaffte, sein Aussehen so zu verändern und ob das mit einem Jutsu zusammenhing. Beim letzten Mal hatte er so viel Angst gehabt, dass er sich nicht genau eingeprägt hatte, was eigentlich passiert war.
Er hatte ein bisschen Angst davor, aber er wusste, dass er diesmal besser darauf achten musste. Nur so konnte er etwas über ihn herausfinden. Sein Vater hatte immer gesagt, dass es wichtig war, seinen Feind genau zu analysieren und genau das hatte er auch vor.

Als es irgendwann Abend wurde und er müde wurde, kontrollierte er vorher noch einmal, dass man die Tür nicht ohne Weiteres aufbekam. Der würde sich schon anstrengen müssen, wenn er was wollte und es war das erste Mal in seinem Leben, dass er mit einem Kunai in der Hand einschlief.
Er wollte lieber besser vorbereitet sein, wenn dieser Kerl erneut hier auftauchte. Wenn sein Opa ihm nicht glaubte und er mit seinen Eltern nicht sprechen konnte, dann musste er versuchen, sich irgendwie selbst zu helfen.
Sein Herz pochte wie wild und er konnte lange Zeit nicht in den Schlaf finden. Irgendwann waren ihm die Lider zu schwer, um sie länger offen zu halten, aber es war kein besonders tiefer Schlaf.

Als er irgendwann Schritte auf der Treppe hörte, war er schlagartig wieder hellwach. Seine Finger schlossen sich ganz von selbst fester um das Messer in seiner Hand. Er spürte, wie sein Herz schmerzhaft fest in seiner Brust zu hämmern begann.
Er hatte fürchterliche Angst, aber er würde sich ihm trotzdem stellen. Er würde genauso stark sein können, wie sein Vater es auf seinen Missionen auch immer war. Zumindest nahm er sich genau das ganz fest vor. Sein Blick wanderte zu seiner Uhr hinüber.
Es war Mitternacht. Genau, wie beim letzten Mal auch.


❈❈❈


„Shikamaru? Hilfst du mir mal beim Tischabräumen?“, rief seine Mutter ihm hinterher, als er die Küche schon verlassen wollte. Er hatte gehofft, dass er sich so davonmachen konnte.
Sicher, er hasste die Hausarbeit auch so, aber das war diesmal nicht der Grund, warum er das nicht machen wollte. Er hatte Schmerzen. Ziemlich schlimme sogar, aber davon durfte er seinen Eltern nichts verraten. Sonst würde er wiederkommen und…
Er schluckte. Er hatte schreckliche Angst. Er hatte nicht damit gerechnet, dass es noch schlimmer werden könnte. Aber wie sollte er das seiner Mutter jetzt erklären, ohne, dass sie misstrauisch wurde?

„Dazu habe ich aber keine Lust!“, gab er eher unmotiviert zurück. Alles andere würde seine Mutter sonst nur dazu veranlassen, nachzufragen, was wirklich los war und wie sollte er das sagen? Er durfte es nicht und nachdem er schon so einen Aufstand gemacht hatte, als sie zu ihrer Mission aufbrechen wollten…
Er wollte nicht von seinen Eltern in Bedrängnis gebracht werden, es ihnen doch erzählen zu müssen, denn dann würde ihnen auch etwas Schlimmes passieren und das wollte er nicht. Allerdings hatte er seine Mutter jetzt auch ziemlich verärgert.
„Ach, denkst du ich habe Lust dazu, die ganze Hausarbeit immer alleine zu machen? Irgendjemand muss es wohl einfach tun und dabei wird es nicht zu viel verlangt sein, wenn du mir einfach mal hilfst!“, gab Yoshino in scharfem Ton zurück.

Er musste aufpassen, dass seine Unterlippe jetzt nicht zu zittern begann. Er wollte nicht, dass irgendwas rauskam. Aber er wusste auch, wie böse seine Mutter werden konnte, wenn man nicht machte, was sie einem sagte.
„Musst du immer gleich rumschreien, wenn dir was nicht passt?! Du gehst mir total auf die Nerven!“, gab er zurück, um seine Tarnung nicht auffliegen zu lassen und sah dann lieber zu, dass er aus der Küche verschwand.
„Shikamaru!“, rief Yoshino ihm zwar noch empört hinterher, aber da war er schon fort.
Er lief besser schnell in sein Zimmer, bevor ihm wirklich die Tränen kamen. Nicht nur, weil es ihm leidtat, dass er seine Mutter so angefahren hatte, sondern auch, weil die schnellen Bewegungen seine Schmerzen wieder schlimmer gemacht hatten.

Was war das bloß? Er konnte sich gar nicht mehr bewegen, ohne, dass sein Körper von diesem schrecklichen Reißen durchzogen wurde. Was hatte dieser Mann bloß mit ihm angestellt?
Er spürte, wie ihm die Tränen über das Gesicht liefen. Er wusste, dass er ihm nicht entkommen konnte. Er würde irgendwann wieder auf ihn aufpassen, wenn seine Eltern auf Mission mussten und sein Großvater nicht hier war.
Opa…‘, ging es ihm durch den Kopf. Er musste irgendwie dafür sorgen, dass er hier sein konnte, wenn seine Eltern auf Mission mussten. Dann würde dieser furchtbare Typ auch nicht mehr herkommen müssen.
Es war zu dumm, dass sein Vater so oft mit Inos und Chōjis Vater auf Mission musste. Mit ihnen hatten ihre Eltern viel bessere Freunde vor denen er keine Angst hatte. Er musste irgendwie dafür sorgen, dass immer jemand anderes Zeit für ihn hatte. Aber wie?


❈❈❈


„Es tut mir leid, Shikaku. Ich würde das ja wirklich gerne machen, ich bin ja auch oft hier. Das Anwesen ist ja groß, aber trotzdem. Es ist mir zu viel geworden, rund um die Uhr auf Shikamaru aufzupassen. Ich bin zu alt dafür und werde dem Jungen einfach nicht gerecht“, versuchte Shikazen seinem Sohn zu erklären, mit dem er draußen auf der Veranda saß und in den Abend blickte. Es war so ruhig dort draußen.
Shikaku ließ sich das einen Moment durch den Kopf gehen. Er verstand das natürlich, aber es war für Yoshino und ihn immer sehr beruhigend gewesen, dass sein Vater da war, um auf den Jungen aufzupassen. Yoshinos Eltern lebten in einem anderen Dorf des Feuer-Reiches. Sonst hätten sie Shikamaru auch hin und wieder dorthin bringen können, aber so…
„Das verstehe ich natürlich. Aber sag mal… Macht dir der Junge denn Probleme, wenn wir fort sind? Ich dachte eigentlich, dass Shikamaru schon ganz gut selbst zurechtkommt und ohnehin nicht sehr viel Betreuung nötig hätte“, erkundigte Shikaku sich bei seinem Vater. Irgendwie fand er es doch ein wenig seltsam, dass sein Vater plötzlich so gar nicht mehr auf seinen Enkel aufpassen wollte. Er fragte sich, ob in seiner Abwesenheit etwas vorgefallen war.

War Shikamaru deswegen so seltsam gewesen, als sie das letzte Mal zu einer Mission aufgebrochen waren? Aber da hatte Shikazen doch erst am folgenden Tag auf ihn aufpassen sollen. Hatten er und Shikamaru sich gestritten? Er verstand das nicht so recht, wo Shikazen doch so vernarrt in seinen Enkel war.
Der Ältere schüttelte langsam den Kopf. „Shikaku. Mir fehlt die Geduld und die Ruhe. Ich möchte dem Jungen nicht schaden. Ich habe einfach nur das Gefühl, dass ich zu alt geworden bin, um den ganzen Tag für ein Kind da zu sein. Sieh mir das bitte nach.“
Shikaku gab einen nachdenklichen Laut von sich. Er konnte sich davon schlecht eine Vorstellung machen. Allerdings war sein Vater doch noch gar nicht so alt. Er war doch erst knapp über die fünfzig und trotzdem schien ihm das zu schaffen zu machen. Das musste er wohl einfach akzeptieren, also nickte er schließlich.
„Na schön, wenn das so ist, dann werden Yoshino und ich Hidan fragen, ob er vielleicht hin und wieder öfter zum Aufpassen einspringen kann“, murmelte Shikaku schließlich. Die Auftragslage war im Moment so hoch, dass einfach jeder Shinobi gebraucht wurde. Sie konnten es sich nicht leisten, immer zu Hause zu bleiben.

Shikazen nickte ebenfalls und war froh, dass sie das geklärt hatten. Er musste daran denken, wie er Shikamaru das letzte Mal angefahren hatte, wegen dieser komischen Geschichte, die er ihm erzählt hatte. Er wollte ihn nicht ein weiteres Mal versehentlich anschreien, weil er sich nicht mehr anders zu helfen wusste. Er fühlte sich einfach überfordert.
Er hoffte nur, dass sein Enkel ihm diese Entscheidung nicht übelnehmen würde. Dass Shikamaru die ganze Zeit hinter der Tür zur Veranda gesessen und jedes Wort gehört hatte, konnte keiner der Beiden wissen. Ebenso wenig, dass dem Jungen bereits wieder die Tränen in den Augen standen.

Sein Opa wollte nicht mehr auf ihn aufpassen. Es traf ihn, das zu hören. Warum nicht? Nur, weil er versucht hatte, ihm von Hidan zu erzählen?
Er biss sich auf die Lippe und versuchte, ein Wimmern zu unterdrücken.
Das war nicht fair! Er konnte doch gar nichts dafür. Er hatte das doch nicht gewollt. Er wünschte, er hätte gar nicht erst versucht, seinem Opa davon zu erzählen.
Er schlang die Arme um seine Knie und senkte den Kopf darauf.
Nun würde dieser schreckliche Hidan noch öfter kommen…

❈❈❈


TBC

Nachwort

Meinungen, Anregungen, Verbesserungsvorschläge? Über Worte freue ich mich ebenso, wie über Herzchen und Sternchen. Danke fürs Lesen! :)
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