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Das unsichtbare Leben

von Noctus
GeschichteLiebesgeschichte / P18 / MaleSlash
23.02.2021
15.09.2021
10
44.177
10
Alle Kapitel
20 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
 
15.09.2021 5.565
 
Author's Notes

Hallo zusammen!  ◠‿◠
Bitte entschuldigt, dass ihr so lange auf ein neues Update warten musstet. Ich hatte sehr lange kein Internet und seit Ende des vergangenen Monats habe ich einen kleinen, verdammt süßen Mitbewohner dazugewonnen. Da meine Fellnase aber sehr scheu und schüchtern ist, weil sie schon sehr viel durchgemacht hat, habe ich mich in den vergangenen Wochen auch sehr stark auf die Eingewöhnungszeit konzentriert. Nun geht der kleine Mann aber fleißig auf Erkundungstour und hat Vertrauen gefasst. ♥
Ganz lieb bedanken möchte ich mich an dieser Stelle auch bei Net Sparrow und herbstlady für das liebe Feedback zum vergangenen Kapitel❢
Aber jetzt wünsche ich allen, die reinschauen viel Spaß mit dem neuen Kapitel!


❈❈❈


Freitagnachmittag
Kapitel 8


Liam


„Liam... Du siehst ein wenig... müde aus“, teilt Javier mir mit und ich muss aufpassen, dass ich jetzt nichts nach ihm werfe. Immerhin habe ich Pablos wahnsinniges Arbeitspensum erfüllt und ich bin echt fertig.
Trotzdem kein Grund, sich von dem provozieren zu lassen. Immerhin bin ich nur so erledigt, weil er nie länger macht und...
„Kennst du nicht, was?“, gebe ich also nur zurück und schlagartig verschwindet das Grinsen aus Javiers Gesicht und er schnaubt wütend. Klar, jetzt ist er deswegen auch noch beleidigt. Er scheint nicht einmal zu merken, wie daneben er eigentlich ist...
„Willst du damit sagen, ich hätte hier noch nie schwer gearbeitet oder was?“, will er angefressen von mir wissen und ich kann nicht glauben, dass er diese Frage ernst meint.
„Du weißt, was du machst und was nicht. Beantworte es dir selbst“, gebe ich zurück. Es ist ja eine Sache seine Arbeit mit zu machen, aber eine andere, sich dann auch noch sowas von dem anhören zu müssen.

In diesem Moment unterbricht uns allerdings Pablo, der schnaufend sein Büro – oder was er eben Büro nennt – verlässt. Ich kenne abgesehen von Pablo niemanden, der vom bloßen Sitzen im Büro schon Schweißausbrüche bekommt.
Er tupft sich mit einem Taschentuch über die Stirn, ringt kurz nach Atem und verkündet dann: „Es ist vollbracht... wir haben keine offenen Bestellungen mehr, die längst hätten fertig sein sollen.“
Die Erleichterung darüber ist ihm deutlich anzusehen. Dabei müsste ich so erleichtert sein. Immerhin bedeutet das, dass ich mit den utopischen Stundenschichten erst einmal fertig bin. Keine Mitternachtsarbeit mehr. Wobei ich wohl froh sein kann, dass hier diesmal niemand eingebrochen ist. Das hätte zu diesem ganzen Mist irgendwie noch gepasst.
Das bedeutet allerdings auch, dass ich heute Abend wieder pünktlich Feierabend habe und ein wenig... Ich weiß auch nicht. Habe ich mir echt gewünscht, dass ich ausnahmsweise sogar am Freitag länger machen muss?

Es ist nach wie vor so, dass ich T.J. lieber aus dem Weg gehen würde, statt mich mit diesem Problem auseinanderzusetzen. Klar, ich will ihn irgendwie schon wiedersehen, aber unter den Bedingungen kann das einfach nichts werden. Und dummerweise wird sein Wagen heute noch fertig. Das heißt, er kann ihn abholen und ich befürchte, falls er es noch nicht gerafft hat, was Sache ist, wird er es spätestens heute tun, wenn er den Vergleich nochmal hat.
Am liebsten würde ich mich jetzt selbst krankmelden. Ich habe sowieso seit ein paar Wochen immer das Gefühl, krank zu werden, aber... Nein, ich habe mich nie einfach so krankgemeldet, also mache ich das heute ganz sicher genauso wenig. Das wäre auch ziemlich feige...

So in meine Gedanken versunken habe ich gar nicht bemerkt, dass Pablo mich schon die ganze Zeit so breit angrinst. Aber als ich es bemerke, ist es mir fast unheimlich. Wenn er denk, dass so ein Blick ihn auch nur ansatzweise sympathisch macht...
„Danke, Liam!“, platzt es plötzlich aus ihm heraus und die Worte kommen dermaßen unerwartet, dass sie mich regelrecht schockieren. Und dann geht diese Lobeshymne auch noch weiter. „Das habe ich alles dir zu verdanken! Wie gut, dass ich mich wenigstens auf dich immer verlassen kann.“
Was ist denn auf einmal los mit ihm? Seit wann überschlägt er sich denn so mit seinen Worten? Das bin ich echt nicht von ihm gewohnt und ich kann auch nicht verhindern, dass ich da noch ein Aber erwarte. Das bleibt allerdings unverhoffter Weise aus. Stattdessen...
„Ich wusste schon am ersten Tag, als Roberto mit dir zu mir kam, dass du echt was draufhast und-“
An dieser Stelle kann ich mir ein Schnauben nicht verkneifen. „Nein, hast du nicht.“ Wenn ich mich noch richtig an damals erinnere – und davon ist auszugehen – hat Pablo Roberto gefragt, ob er ihn verarschen will und wie er auf die Idee kommt, dass so ein „Strich in der Landschaft“ so einen Job machen könnte. Danach folgte eine wilde Aufzählung von Tätigkeiten, die Pablo mir allesamt nicht zutrauen wollte.
„Ach!“, macht Pablo und wischt meine Einwände mit einer Handbewegung einfach fort. „Sei mal nicht so kleinlich. Wenn ich nicht an dich geglaubt hätte, wärst du jetzt gar nicht hier.“

Und da hat Pablo nicht ganz Unrecht. Auf die Stelle bin ich damals angewiesen gewesen, sonst hätte ich sehen können, wo ich bleibe. Und wenigstens dafür bin ich ihm auch dankbar. Ich weiß nicht, ob ich es so lange bei ihm ausgehalten hätte, wenn ich nicht immer das Gefühl hätte, auch ein wenig in seiner Schuld zu stehen.
Javier blickt unzufrieden zwischen uns hin und her, bevor er abrauscht. Wenn er nicht der Mittelpunkt des Lobes ist, will er davon auch gar nichts wissen. Pablo blickt ihm verständnislos nach und zuckt schließlich mit den Schultern: „Na, dann sag ich ihm halt nicht, dass du das alles von ihm gelernt hast.“
„Hab ich auch nicht“, wende ich ein. Immerhin nimmt Javier seine Arbeit als Ausbilder heute genauso wenig ernst, wie damals. Das musste ich mir schon irgendwie selber aneignen.

Aber das soll jetzt gar nicht mein Problem sein. Viel wichtiger ist, wie ich die nächste Begegnung mit T.J. überstehen soll. Ich will mich so gerne in Luft auflösen, aber da habe ich wohl schlechte Karten. Wenn ich nur eine Idee hätte, wie... doch darüber grüble ich ja auch schon die ganze Woche nach. Da muss ich mir jetzt nicht schon wieder den Kopf drüber zerbrechen... Mache ich aber trotzdem.
Pablo ist glücklicherweise nicht so feinfühlig, als dass er etwas bemerken würde. Da kann ich mich wohl nicht drüber beklagen. Also nehme ich mir endlich mal wieder eine komplette Pause. Das hatte ich letzte Woche irgendwann zuletzt. Es fühlt sich allerdings so an, als wäre es schon deutlich länger her und...
Tatsächlich bemerke ich, dass ich nicht mehr abschalten kann. Ich bin immer noch total im Arbeitsmodus und schaffe es nicht, mich mal ein wenig zu entspannen.
Offensichtlich habe ich das schon vollkommen verlernt. Tatsächlich spiele ich schon mit dem Gedanken, meine Pause frühzeitig abzubrechen, als Enrique plötzlich in den Aufenthaltsraum geschneit kommt, mich mit großen, hilfesuchenden Augen ansieht und ich es mir einfach nicht verkneifen kann...

„Hat Pablo jetzt rausgefunden, dass du dir auf Renata ein runterholst?“, frage ich ihn und er zuckt sofort erschrocken zusammen. Auf jeden Fall weiß ich, wie ich Enrique so richtig in Panik versetzen kann.
„D-Das hast du ihm nicht gesagt, o-oder?“, stammelt er sofort völlig unbeholfen drauf los. Er sieht aus, als würde er jeden Augenblick zusammenbrechen. Es ist echt lustig, ihm dabei zuzusehen, aber irgendwann erlöse ich ihn trotzdem.
„Nee hab ich nicht. Was willst du?“, gebe ich nur zurück und man kann richtig zusehen, wie die Farbe in sein Gesicht zurückkehrt. Allerdings wirkt er immer noch ziemlich aufgelöst, als wäre sonst was passiert.
„L-Liam...“, setzt er noch einmal an und ich hoffe nicht, dass er mich um irgendwas bitten will. Ich mag diesen Jungen nicht und da will ich ihm sicher keinen Gefallen tun, wo er mir nichts als Ärger macht. Das Problem ist nur... Ich gebe immer viel zu schnell nach.

Ich ziehe nur die Augenbrauen hoch. Wenn er was von mir will, soll er‘s jetzt sagen. Die Wanduhr sagt, ich hab noch eine halbe Stunde und Enrique wäre durchaus zuzutrauen, dass er volle dreißig Minuten rumstammelt ohne mir zu sagen, was Sache ist. Aber da enttäuscht er mich heute.
„Es... Also es geht um... naja um Renata, aber... naja, es ist... Ich... Ich hab sie sicher nicht... ähm...“, bricht Enrique sich vollkommen einen ab und es dauert stolze fünf Minuten, bis er schließlich noch zustande bringt, was er mir gerade sagen will. „Du... Du hast doch sicher Erfahrung mit... naja also mit... mit Mädchen und so...“
Ich war so sehr damit beschäftigt, die Zeiger der Wanduhr zu beobachten, dass ich ihn nur mit reichlicher Verzögerung verständnislos ansehen kann. Ich? Erfahrung mit Mädchen? Gut, es ist besser für mich, dass er das denkt. Ich will mir nicht vorstellen, wie es wäre, wenn hier jemand rauskriegt, dass ich auf Kerle stehe, aber...
Ich bin dafür echt nicht der beste Ansprechpartner. Was soll ich denn dazu sagen? Ich belasse es vorerst bei der hochgezogenen Augenbraue und hoffe, dass er von selbst darauf kommt, dass es eine verflucht blöde Idee ist, mich das zu fragen.

Aber er rafft’s selbstverständlich nicht und geht mir mit diesem Thema weiterhin auf die Nerven. Womit hab ich das alles eigentlich verdient? Will ich besser gar nicht wissen. Fakt ist aber, dass ich Enrique – egal wie dieses Gespräch weitergeht – nicht helfen kann.
„Es ist nur…“, beginnt er wieder und ich verdrehe die Augen. Ich weiß nicht, wie oft er das in den letzten fünf Minuten gesagt hat, aber es beginnt mich so langsam tierisch zu nerven. „Also… ähm… es ist wegen… Weil… Ich…“ Oh man, kann man den armen Jungen nicht einfach von seinem Leid erlösen?
Ich verschränke die Arme vor der Brust und warte mehr oder weniger geduldig darauf, dass er diesen Satz endlich beendet. Es kann sich ja wieder nur um endlose Minuten handeln. Das kann was werden…
„Kannst du nicht…? Naja… ich meine… mir… mir vielleicht… Also… Könntest du…? Ähm… Es ist ein bisschen peinlich für mich aber…“ Peinlich ist hier eigentlich nur sein Gestammel, aber gut. Ich belasse es beim Kommentar im Geiste. Ich will ihn zwar unheimlich gerne aus dem Konzept bringen, aber dann fängt er mit diesem Gestammel ja wieder von vorne an. Andererseits wäre meine Pause bis dahin vielleicht rum…
Zu spät…

„Würdest du mir ein paar Tipps geben, wie… Naja… wie ich Renata rumkriegen kann?“
Ich kann es nicht fassen. Er hat zehn Minuten gebraucht, um mich danach zu fragen und es klang immer noch voll daneben… Wozu hat der Idiot so lange überlegt? Na, ist eigentlich auch egal. Ich weiß nur, dass ich nach wie vor überhaupt keinen Bock auf diesen Mist hab, aber was soll ich machen? Jetzt steht der Dummkopf hier und fragt mich danach…
„Wieso sollte ich?“, will ich wissen und wieder beißt Enrique sich auf die Lippe, tritt nervös von einem Fuß auf den anderen und macht generell den Eindruck, als würde er zu diesem Gespräch gerade gezwungen werden. Dabei zwingt er mich dazu!
„Weil… weil…“ Da bin ich echt gespannt. Und gefühlte siebzig Weils später… „Weil… Du musst mir halt einfach helfen!“
Na, da hat er sich ja richtig was einfallen lassen, um mich zu überzeugen. Wer könnte da nicht vollkommen beeindruckt sein? Nee, im Ernst, ich will mir gerade die Hand dermaßen heftig vor die Stirn schlagen, dass ich Enrique nicht mehr wiedererkenne. Was soll das bitte für eine Begründung sein? Aber ich hätte mir auch denken können, dass da nichts Vernünftiges bei rauskommt.

„Nee, muss ich nicht“, antworte ich ihm nur, blicke noch einmal zur Uhr und zum Glück ist meine Pause jetzt auch zu Ende. Ich will das nämlich nicht weiter diskutieren. Ich will mich wieder an die Arbeit machen und…
Gut, wenn ich gewusst hätte, was mich erwartet, hätte ich mich womöglich doch weiterhin im Aufenthaltsraum herumgedrückt. Denn als ich ihn verlasse und die Werkstatt durchquere, um Pablo zu fragen, was als nächstes ansteht, ist er schon da…
Man, wieso musste Pablo ihn denn ausgerechnet jetzt…
Na, ist auch egal. Jetzt ist er jedenfalls hier und Pablo erzählt T.J. gerade, mit wie viel Mühe und Arbeit ich seinen Chevy wieder zum Laufen gebracht hätte. Dabei war das weder Mühe, noch viel Arbeit. Es war reine Routine und er soll diese Lobeshymnen mal lassen. Gerade vor T.J. muss das echt nicht sein und…

„Solche Leute sind schwer zu finden, aber das muss ich jemandem wie Ihnen wohl nicht sagen“, schwafelt Pablo T.J. gerade voll und ich will mir schon wieder die Hand kräftig vor die Stirn schlagen. Was soll das denn? Ja, es ist klasse, dass Pablo mit mir zufrieden ist, aber das hier…
Ich will glaub ich nicht, dass T.J. zu viel von mir weiß. Dann ist es schließlich leichter für ihn, rauszufinden, dass… Ich will nicht dran denken…
„Liam ist der einzige, auf den ich mich hier immer verlassen kann. Hat mich nie hängen lassen. Er arbeitet einfach immer. Könnte etwas freundlicher zu den Kunden sein, aber sonst kann man sich wirklich nicht beklagen. Sie sehen ja, der macht mir hier jeden Wagen heile, egal wie selten die Dinger sind!“
Na toll… Das interessiert T.J. doch überhaupt nicht. Was muss er ihm damit denn ein Ohr abkauen? Man, wie der mich gerade aufregt und…
„Ja, das ist in der Tat extrem beeindruckend“, pflichtet T.J. ihm in diesem Moment auch noch bei und ich… Ist das normal, dass ich mich dabei so verspanne? Es ist echt merkwürdig, aber irgendwie… Ich kann’s nicht beschreiben. Was soll das Theater auch? Sein Wagen ist fertig, er kann ihn wiederhaben und damit hat’s sich doch.

„Nicht wahr? Ich würd‘ ihn ja gerne mit meiner Tochter verkuppeln. Schade, dass er kein Interesse hat, aber ich tippe ja, er ist einfach nur schüchtern…“, fährt Pablo fort und das wird jetzt eindeutig zu privat. Ich räuspere mich lieber, bevor T.J. dazu irgendwas sagt.
Pablo sieht sofort zu mir und grinst mich bescheuert an.
„Oh, Liam! Wenn man von dir spricht! Ich habe Mr. Scrivens gerade erzählt, dass-“, setzt Pablo nun an, aber ich fahre ihm lieber schnell dazwischen.
„Ja, ich hab’s gehört.“ Man, was soll das?
Und Pablo kapiert anscheinend nicht einmal, dass ich das gar nicht so klasse finde.
„Ich sag ja, etwas unfreundlich manchmal, aber sonst…“
Ich verdrehe die Augen. Was soll das bitte? Und dann ausgerechnet vor T.J. und… Erzählt er den Kunden immer sowas über mich? Ist mir noch nie aufgefallen. Oder stört es mich gerade nur so sehr, weil er es ausgerechnet ihm erzählt? Das wäre zumindest denkbar.
Aber eigentlich will ich mir um so einen Quatsch gerade gar keine Gedanken machen.

„Hast du was zu tun?“, frag ich ihn stattdessen. Ich will aus dieser Situation raus. Aber das interessiert Pablo garantiert nicht…
„Liam, du hattest gerade Pause, lass es langsam angehen“, macht Pablo einen seiner unnötigen Sprüche und ich könnte ihn gerade wirklich an die Wand klatschen. Oder sonst wohin. Hauptsache, es tut so richtig schön weh!
„Hast du oder hast du nicht?“ Ich hab auf sowas jetzt echt keinen Bock.
Pablo ist echt zu stumpfsinnig um zu kapieren, wann er Aktionen bringt, die einfach niemand braucht. Und ich will ihm das vor T.J. gerade ja nicht direkt ins Gesicht sagen, dass ich es daneben finde, was er bringt. Zwar kann ich mir bei Pablo einiges herausnehmen, aber vor Kunden und dann auch noch vor…
Das ist doch so schon alles peinlich genug!

„Da steht irgendwo noch ein Dodge rum. Da könntest du dich schon einmal dranmachen“, wirft Pablo irgendwann mal ein und…
Man merkt, dass er schon wieder keinen Überblick hat.
„Welchen davon?“, will ich also von ihm wissen. Davon haben wir hier oft ein paar mehr stehen und da ich den Überblick noch nicht vollkommen verloren habe…
„Den Caravan“, teilt Pablo mir vollkommen überzeugt davon, dass ich damit weiß, welcher gemeint ist, mit. Allerdings gibt’s da immer noch ein Problem.
„Welchen davon?“, muss ich meine Frage also noch einmal wiederholen.
Pablo sieht mich verwirrt an. „Haben wir zwei Caravan?“
„Ja.“ Meine Güte, sonst würde ich ja nicht fragen!
„Echt?“
Ich verdrehe schon wieder die Augen.
„Ja. Einen weißen Neuwagen und einen blauen gebrauchten.“ Und Pablo will hier der Chef sein. Wozu sitzt er eigentlich den ganzen Tag im Büro oder vorne am Tresen, wenn wir doch sowieso über alles besser informiert sind?

„Dann, ähm… ja, dann mach halt den blauen Neuwagen zuerst!“
Ich geb’s echt auf… Hört der auch mal zu, wenn man ihm was sagt? Ich nehme das trotzdem so hin und gehe kopfschüttelnd an die Arbeit. Dann mache ich eben beide so schnell wie möglich fertig, dann kann Pablo nicht meckern. Und außerdem bin ich T.J.s Blick dann nicht weiter ausgesetzt. Ich kann’s echt nicht brauchen, vor ihm auch noch in Verlegenheit zu geraten. Das wird heute Abend alles furchtbar genug und ich…
Wenn ich das echt mache… Ich überlege die ganze Zeit, ob ich es nicht einfach lassen soll. Das kann bloß schiefgehen und ich muss ja auch mein Risiko vom letzten Freitag noch einmal eingehen und überhaupt… Aber T.J. sitzen zu lassen, das wäre… Naja, das wäre genauso mies, wie ihn die ganze Zeit zu belügen. Und wieder drehe ich mich damit total im Kreis.
Was soll ich also tun? Und was kann ich überhaupt tun?

Ich gehe nach draußen und suche mir den erstbesten Dodge, um ihn in die Werkstatt zu fahren. Pablo hat die Schlüssel natürlich nicht gekennzeichnet, wie wir das eigentlich sollten, damit wir sie schneller finden und zuordnen können, aber glücklicherweise sieht man den beiden Modellen ganz gut an, welcher wozu gehört.
Es wäre besser gewesen, wenn ich nicht noch einmal innegehalten und über alles nachgedacht hätte. Es wäre besser gewesen, wenn ich nicht einen Moment untätig auf unserem Parkplatz herumgestanden hätte, denn…
Ich fahre heftig zusammen, als eine Hand auf meiner Schulter landet, ich mich umdrehe und ich seine Augen wiedererkenne…


Tyson


Ich bin echt froh, als endlich der Anruf kommt, dass ich meinen Chevy abholen kann. Es ist am Ende zwar Freitag geworden, aber ohne Liams Einsatz wäre er wohl erst nächste Woche fertiggewesen und dann hätte ich zu meinem Date mit Lee heute auch noch mit dem Taxi fahren müssen.
Nicht, dass ich damit ein Problem hätte, aber die Taxifahrer hier sind wirklich ein bisschen irre, wie sie diese Highways entlang rasen… Da wird einem ganz anders und generell habe ich so meine Probleme damit, wenn ich die Kontrolle an jemanden abtreten muss. Das fällt mir schlicht und ergreifend nicht leicht und beim Autofahren ist das ganz besonders extrem.
Zumindest habe ich noch nie jemanden getroffen, bei dem ich mich nicht am Sitz festkrallen wollen würde und ich habe echt keine Ahnung, warum ich so ein beschissener Beifahrer bin. Besonders meine Schwester hat das immer aufgeregt, wenn sie mich irgendwo hingefahren hat und ich mich dann so übertrieben verspannt habe.

Trotzdem nimmt Becky es zumindest so sportlich, dass sie mir das nicht nachträgt. Ihre Sprüche kann sie sich dann hin und wieder aber dennoch nicht verkneifen. Aber so ist das eben. Wer den Schaden hat, der braucht für den Spott nicht mehr zu sorgen. Ich bin nur froh, dass ich in ein paar Stunden wieder selbst die Kontrolle habe und eigenständig wieder überall hinfahren kann, wo ich hinwill. Das ist schließlich echte Freiheit für mich.
Die Fahrt über habe ich versucht mich mit Gedanken an den neuen Trainingsplan und die Ziele des Teams, ruhig zu halten. Aber ich muss wohl einsehen… Wenn ich die Chance darauf habe, Liam wiederzusehen, dann ist es verdammt schwer, an irgendwas anderes zu denken. Ich wüsste nämlich immer noch gerne, ob ich mir das alles nur eingebildet habe oder ob…
Es ist schwer, jemanden zu finden, wenn man auf dasselbe Geschlecht steht. Man steht immer vor dieser gewaltigen Hürde, dass man rausfinden muss, ob es der Person, die man interessant findet, genauso geht. Sicher, ein bisschen entwickelt man wohl ein Auge dafür, aber man kann sich da ganz schnell mal irren. Und wenn man dann einen Versuch unternimmt, hat man sich auch sofort geoutet. Das ist gar nicht so leicht und dann…

Dann ist da ja immer noch diese Vermutung, dass Lee und Liam sich irgendwie kennen und miteinander verwandt sein könnten. Und ich will sicher keinen Stress mit ihm haben. Nicht, weil ich glaube, dass er mir dann eine reinhauen wird… Das würde ich schon wegstecken – auch wenn das ein bisschen fies klingt – aber damit zerstört man so viel. Immerhin ist Lee mir nicht egal und… Ich mache mir irgendwie schon viel zu viele Gedanken darum. Ich kenne sie doch beide nicht so wirklich.
Ich schüttle über mich selbst den Kopf. So merkwürdig bin ich doch sonst nicht drauf. Becky würde mir jetzt ganz sicher sagen, dass ich wieder zu mir selbst finden soll. Das ist nur leichter gesagt, als getan, wenn in so kurzer Zeit alles Kopf zu stehen scheint. Es ist schon eigenartig, dass ich so viele Jahre verzweifelt suche und plötzlich…
Ja, ich war zuletzt schon arg verzweifelt. Wenn man merkt, dass die 40 näher rückt und man sein Glück nach wie vor nicht gefunden hat – im Gegensatz zu allen anderen in der Familie – dann wird man schon nachdenklich. Besonders, weil meine Eltern ja auch dauernd fragen, ob ich nicht endlich ein nettes Mädchen kennengelernt hätte… Ich würde ihnen ja gerne die Wahrheit sagen, aber ich denke nicht, dass sie es verstehen würden.
Und so lange ich sowieso niemanden gefunden habe, bei dem ich den brennenden Wunsch verspüre, ihn meinen Eltern auch vorzustellen, werde ich gar nichts tun. Die Frage ist selbstverständlich, wie ich es in so einem Fall angehen sollte, nachdem ich meinen Eltern jahrelang nichts davon erzählt habe, aber ich bin immer der Meinung gewesen, dass ich mir darüber noch genug Gedanken machen kann, wenn es mal soweit sein sollte…

Und als wir die Werkstatt erreichen und der – doch irgendwie seltsame – Taxifahrer mich auffordert, ihn zu bezahlen, bemerke ich, dass ich die Zeit wieder nur mit Gedanken an Lee, vorzugsweise aber an Liam gefüllt habe, obwohl ich eigentlich über ganz andere Dinge nachdenken wollte. Das ist doch nicht mehr normal!
Ich frage mich, was nur mit mir los ist… So neben der Spur zu sein… Das ist mir noch nie in meinem ganzen Leben passiert und ich weiß auch nicht so richtig, wie ich damit umgehen soll. Ich bin mir sogar ziemlich sicher, dass das schlimmer werden wird, wenn ich nichts gegen diese Ungewissheit tue.
Aber was kann ich dagegen schon tun? Soll ich etwa volles Risiko gehen? Gut, vom Sport bin ich das schon gewohnt. Da muss man manchmal eben alles auf eine Karte setzen, sonst hat man das Spiel verloren und… Für uns Profisportler gilt immer: Zug zum Tor. Einfach machen. Entweder er geht rein und wir siegen oder er geht daneben und wir verlieren. Und wer es nicht probiert, der hat schon verloren.
Insofern wäre es womöglich nicht ganz blöd, sich das zu Herzen zu nehmen. Was im Sport funktioniert, kann doch bei sowas womöglich auch ein wenig helfen. Zumindest weiß ich im Augenblick nicht, was dagegensprechen würde. Erst einmal bezahle ich allerdings den Fahrer, denn der sieht schon ein wenig ungeduldig aus.

Eigentlich ist mein Trinkgeld ziemlich großzügig und trotzdem sieht der Typ noch unzufrieden aus. Vermutlich hat er mich erkannt oder sonst wie bemerkt, dass ich Geld habe und denkt sich, dass ich für ihn doch sicher ein kleines Vermögen hätte locker machen können. Manche sind da eben einfach so, aber das ignoriere ich. Ich denke doch, er kennt schlimmere Kunden als mich, also soll er doch froh sein, dass ich nicht zu denen zähle, die er nicht gerne im Wagen hätte. Aber nun gut…
Ich steige aus und bedanke mich trotz seiner merkwürdigen Art. Der Kerl wirbelt einigen Staub auf, als er mit Vollspeed wieder abrauscht. Einen Moment stehe ich mitten in dieser Sandwolke drin und bemühe mich, jetzt nur nicht zu atmen. Anschließend betrete ich die Werkstatt und finde diesen… Paolo oder so ähnlich… wieder am Tresen sitzend vor.
Seine Miene hellt sich sofort wieder auf. „Ah… Mr.-“ Er wirft kurz einen Blick auf den Schreibtisch, wo er die Unterlagen vermutlich liegen hat. „Scrivens!“ Wie schön. Ich bin nicht der einzige mit einem verflucht schlechten Namensgedächtnis. Darüber freue ich mich in der Tat ein wenig. „Ihr Chevy ist soweit fertig. Gott sei Dank, nicht wahr? Es tut mir auch furchtbar leid, dass Sie darauf so lange warten mussten, aber im Moment ist die Auftragslage ganz enorm hoch!“

Ich nicke. Das habe ich schließlich auch mitbekommen. Ich weiß ja noch, dass er sich den Wagen zuerst gar nicht ansehen wollte, weil sie derzeit einfach zu viel zu tun haben. An dieser Stelle erwähne ich aber lieber nicht, dass Liam sich sofort darum gekümmert hat, denn wie ich unserem Gespräch entnommen habe, hätte er das nicht tun sollen. Zumindest nicht, wenn es nach ihm hier geht.
„Ich bin froh, dass Sie es trotzdem so schnell einrichten konnten“, antworte ich also und irgendwie ist dieser Typ gerade ein wenig überschwänglich. Nun, wenigstens erweckt er ganz diesen Eindruck.
„Ach, das war doch selbstverständlich. Liam hat sich die ganze Woche echt reingehängt. Solche Leute sind schwer zu finden, aber das muss ich jemandem wie Ihnen wohl nicht sagen“, erklärt er mir und ich weiß ehrlich gesagt nicht, was mit „Leuten wie mir“ gemeint ist. Allerdings frage ich danach auch nicht. „Liam ist der einzige, auf den ich mich hier immer verlassen kann. Hat mich nie hängen lassen. Er arbeitet einfach immer. Könnte etwas freundlicher zu den Kunden sein, aber sonst kann man sich wirklich nicht beklagen. Sie sehen ja, der macht mir hier jeden Wagen heile, egal wie selten die Dinger sind!“
Irgendwie beruhigt es mich ja, dass er Liams Arbeit offensichtlich zu schätzen weiß, denn den Eindruck hatte ich ebenfalls. Er arbeitet augenscheinlich sehr viel und ja… Dass diese typisch mexikanische Freundlichkeit nicht sein Ding ist, ist mir auch schon aufgefallen. Wenngleich ich ihn deswegen auch nicht unsympathisch fand. Dennoch ist mir durchaus klar, dass das nicht jeder machen würde, also…

„Ja, das ist in der Tat extrem beeindruckend“, stimme ich also zu. Ich will ja sicher nicht, dass jemand auf die Idee kommt, dass ich seine Arbeit nicht mindestens genauso zu schätzen wüsste. Vielleicht sogar ein bisschen mehr, aber das erzähle ich jetzt besser nicht.
„Nicht wahr? Ich würd‘ ihn ja gerne mit meiner Tochter verkuppeln. Schade, dass er kein Interesse hat, aber ich tippe ja, er ist einfach nur schüchtern…“, verrät er mir weiter und auch, wenn ich das gerade ein bisschen zu privat finde, so ahnt wohl niemand, wie sehr er mir damit weiterhilft, denn…
Vorausgesetzt diese besagte Tochter ist nicht vollkommen widerlich, dann könnte das ebenfalls dafürsprechen, dass ich bei Liam Chancen haben könnte. Aber selbstverständlich möchte ich mich darauf auch nicht zu sehr versteifen. Ich weiß schließlich nicht, ob dem denn auch tatsächlich so ist…
Ich überlege, was ich ihm darauf antworten soll, aber da ist auch schon ein Räuspern zu hören und ich habe tatsächlich nicht bemerkt, dass Liam da wohl schon eine Weile steht und mitbekommt, worüber sein Chef gerade mit mir redet. Ich kann mir vorstellen, dass das verdammt unangenehm für ihn ist. Allerdings hatte ich natürlich nichts dagegen, noch ein bisschen mehr über ihn zu erfahren…

„Oh, Liam! Wenn man von dir spricht! Ich habe Mr. Scrivens gerade erzählt, dass-“, versucht er ihm zu erklären, aber so, wie Liam aussieht, scheint er keine Erklärungen haben zu wollen.
„Ja, ich hab’s gehört.“ Und das klingt alles andere als begeistert. Liams ganze Haltung verrät eigentlich, dass er nicht will, dass mit mir darüber geredet wird, aber das ist wohl auch verständlich. Ich würde es auch hassen, wenn mein Trainer mit Fremden einfach über mich quatschen würde.
„Ich sag ja, etwas unfreundlich manchmal, aber sonst…“
Auf diese Worte verdreht Liam sichtlich die Augen und ich kann das verstehen. Dass ihm das unangenehm ist, vor allem noch vor der Kundschaft, ist ja eigentlich ganz klar.

„Hast du was zu tun?“, fragt Liam ihn nun äußerst gereizt. Vermutlich will er diese Situation nur so schnell wie möglich hinter sich bringen und wer kann ihm das schon verdenken?
„Liam, du hattest gerade Pause, lass es langsam angehen“, wird ihm allerdings geantwortet. Ich bewundere ihn ein wenig dafür, dass er nicht längst ausrastet. Im Sport habe ich es in meinen Teams immer mit so einigen Hitzköpfen zu tun gehabt, die man gar nicht mehr bremsen konnte, wenn sie etwas aufgeregt hat und ich muss zugeben, dass einen das hin und wieder ziemlich ansteckt. Liam aber scheint, trotz dieser unangenehmen Situation für ihn, ganz die Ruhe selbst zu sein.
„Hast du oder hast du nicht?“ Es ist mehr als eindeutig, dass Liam nur einen Grund sucht, um sich dem hier zu entziehen.
„Da steht irgendwo noch ein Dodge rum. Da könntest du dich schon einmal dranmachen“, bekommt er tatsächlich eine Aufgabe. Allerdings scheint es da immer noch ein Problem zu geben, denn anders als erwartet, rauscht Liam nicht sofort ab.
Stattdessen…
„Welchen davon?“
„Den Caravan.“
Die Frage bleibt allerdings trotz Antwort dieselbe…
„Welchen davon?“
„Haben wir zwei Caravan?“
„Ja.“
„Echt?“
Liam verdreht erneut die Augen und sieht ziemlich müde und entsetzt zugleich aus. Wer weiß, wie oft er solche Gespräche hier führen muss? Und dass ihn das nervt, dass er keine klaren Anweisungen bekommt, ist auch nachvollziehbar. Trotzdem antwortet er immer noch vollkommen ruhig: „Ja. Einen weißen Neuwagen und einen blauen gebrauchten.“

Eine ganze Weile wird er so angesehen, als ob das nicht möglich sein kann, ehe ihm gesagt wird: „Dann, ähm… ja, dann mach halt den blauen Neuwagen zuerst!“
Und jetzt scheint Liam zu resignieren. Verständlich. Selbst ich konnte mir merken, dass dieser Satz gerade so gar keinen Sinn ergibt. Dennoch wendet Liam sich ab und verschwindet. Schade finde ich das schon. Ich hätte gerne noch ein paar Worte mit ihm gewechselt, aber…
„Ja… so ist Liam. Dabei müssen Sie sich gar nichts denken“, wird mir an dieser Stelle noch mitgeteilt. „Er meint’s sicher nicht böse, aber so ist das ohne Familie. Da bleiben die Umgangsformen auf der Strecke.“

Ohne Familie? Ich muss schon zugeben, dass dieser Satz mich überrascht. Aber ich wage es jetzt genauso wenig, nachzuhaken. Das geht mich eigentlich alles nichts an. Ich werde sicher nicht seinen Chef über ihn ausfragen.
Stattdessen versuch ich das Thema wieder umzulenken und…
„Ich danke Ihnen noch einmal für den guten Service. Ich werde mir Ihre Werkstatt gut merken.“
Dieser Pancho, oder so, grinst mich sofort breit und zufrieden an. „Das sollten Sie unbedingt tun, manito*! Scheuen Sie sich nicht, wieder vorbeizukommen, wenn es Probleme mit ihrem Fahrzeug gibt. Wir kriegen das schon hin.“
Davon gehe ich aus.

„Zahlen Sie bar oder mit Karte?“, will er von mir wissen und da ich nirgendwo ein Lesegerät sehe und vermute, dass es dann auf eine Rechnung hinauslaufen wird und ich mir diese Arbeit nicht machen will, zücke ich das Portemonnaie.
„Bar.“
Paco, oder so ähnlich, sieht mich mit hochgezogenen Augenbrauen an, scheint sich aber darüber zu freuen. Die Rechnung, die er mir präsentiert ist zu alledem auch noch deutlich niedriger, als ich gedacht habe. Auch hier reiche ich ihm die Scheine einfach so hin und versichere ihm, dass ich davon nichts zurückhaben will.
Ich bedanke mich noch einmal, bevor ich den Schlüssel bekomme und rausgehe. Mein Chevy, so wurde mir gesagt, würde hinten auf dem Parkplatz stehen.
Den werde ich wohl gewiss selbst wiederfinden, auch, wenn hier so viele Wagen rumstehen. Dennoch ist der Platz hier begrenzt. Viele der Autos stehen so dicht aneinander, dass die Außenspiegel sich beinahe berühren. Ich bewundere Menschen, die so einparken können. Ich kann’s mit absoluter Sicherheit nicht.
Eigentlich parke ich nicht selten für zwei Chevys komme mir dabei irgendwie ziemlich dreist vor. Aber besser, als wenn ich irgendeinen Blechschaden verursache… Ich bin eben kein Autofahrer, sondern Eishockeyspieler. Man muss doch schließlich nicht alles können und…

Als ich den Parkplatz erreiche, sehe ich Liam dort stehen.
Von Hektik, weil er wieder viel zu tun hat, ist gerade nicht viel zu sehen. Ich frage mich, was ihn gerade so nachdenklich macht. Eigentlich sollte ich wohl einfach in meinen Chevy steigen und fahren, aber irgendwie kann ich ihn da auch nicht so einfach stehen lassen.
Kurzentschlossen gehe ich also zu ihm herüber, in der Annahme, dass er meine näherkommenden Schritte hören müsste, bevor ich meine Hand auf seiner Schulter platziere, doch so heftig, wie Liam daraufhin zusammenfährt, hat er mich überhaupt nicht bemerkt.
Und er sieht ziemlich erschrocken aus, als er sich zu mir umdreht.
Ich frage mich, was ihm in diesem Augenblick durch den Kopf geht und irgendwie…

Mir fehlen in diesem Moment selbst die Worte. Ich will etwas zu ihm sagen, aber mein Mund ist dermaßen trocken und ich bin abgelenkt.
Abgelenkt von ihm.
Ich kann das gar nicht richtig beschreiben, aber…
Etwas tut sich in mir. Das spüre ich sehr deutlich. Und unterbewusst weiß ich sicher längst, was das bedeutet, nur mein Verstand scheint da noch nicht ganz mithalten zu können.
Sonst würde mir sicher jetzt schon auffallen, dass ich mich augenscheinlich in kürzester Zeit in ihn verguckt habe.


❈❈❈


TBC

Nachwort

Langsam kommen wir dem zweiten Date näher. Ich bin wirklich aufgeregt und hoffe, dass euch dieses und die kommenden Kapitel genauso viel Freude beim Lesen machen, wie mir beim Schreiben. Danke für’s Lesen und ich hoffe, ihr schaut auch beim nächsten Kapitel wieder vorbei.

*Manito wird oft von Mexikanern benutzt und meint in etwa „Bruder“ oder „Kumpel“.
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