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Das unsichtbare Leben

von Noctus
GeschichteLiebesgeschichte / P18 / MaleSlash
23.02.2021
02.03.2021
2
6.163
5
Alle Kapitel
2 Reviews
Dieses Kapitel
2 Reviews
 
 
23.02.2021 988
 
Das unsichtbare Leben


Autor: Noctus & Andor
Fandom: Prosa
Kapitelanzahl: offen
Rating: P18 MaleSlash
Timeline: Herbst 2011 – Sommer 2012


Summary

Re-Upload eines Gemeinschaftsprojektes mit Andor! „Liam führt seit vielen Jahren ein gewöhnliches Leben, ohne aufreibende Vorkommnisse. Während er sich eisern über seine Vergangenheit ausschweigt, gibt es da noch ein gegenwärtiges Geheimnis. Tyson, Eishockey-Profi im Herbst seiner Karriere, will es noch einmal wissen und beginnt noch einmal in einem neuen Verein, weit weg von Kanada. Wie das zusammen geht, müsst ihr hier wohl selbst lesen.“ (Eine Geschichte, in der es um Vorurteile und die Individualität eines jeden Menschen geht. Denn anders zu sein bedeutet nichts weiter, als den Mut zu haben, zu sich selbst zu stehen.)


Disclaimer

Die Figuren der Geschichte sowie deren Inhalt entspringen meiner Feder und der einer Freundin. Ihre Rechte liegen also bei uns!


Author's Notes

Moin zusammen! Einigen von Euch dürfte die Geschichte noch als „Arizona Dream“ bekannt sein. Diese Geschichte entstand mit einer Freundin zusammen und da ich bereits viele Geschichten auf meinem 1. Account hier hatte, sollte sie diese hochladen. Inzwischen ist sie nicht mehr auf Fanfiktion und die Geschichte damit verschwunden. Ich möchte sie hier und heute wiederbeleben und hoffe, dass sie immer noch ein paar Herzen berühren kann.


❈❈❈


Endstation
Prolog I


Liam


Mit meinem letzten Geld bin ich nun hier gelandet.
Im Rock Springs Café, an der Route 17, nördlich von Phoenix. Das hier ist irgendein kleines Kaff namens Black Canyon City. Weiter würde ich nicht mehr kommen, es sei denn, irgendeiner von den fetten, verschwitzten Truckern würde sich bereit erklären, mich noch ein Stück mitzunehmen und dann…
Ich weiß es auch nicht. Alles was ich wollte war weg. Weg von dieser ganzen Sippe! Was soll man sonst tun, wenn man es daheim nicht mehr ertragen kann?

Aber was fange ich nun an? Ich brauche dringend Arbeit und ich kann nicht…
So langsam macht sich die Verzweiflung wirklich breit, denn ich habe wirklich alles zurückgelassen, was ich hatte, nur um wegzukommen. Ich habe alles, was ich an Geld zusammengespart hatte dafür benutzt, abzuhauen und nun weiß ich nicht einmal, was mir das bringen wird.
Vielleicht wird es mir gar nichts nützen. In der Hand halte ich die einzige Flasche Bier, die ich mir hatte leisten können, froh darüber, dass hier niemand nach dem Personalausweis gefragt hat, sonst wäre ich geliefert.

Und so muss ich Stunden hier gesessen und mir den Kopf zerbrochen haben, bis…
„So, wir schließen jetzt. Zeit, nach Hause zu gehen“, spricht der Barkeeper mich unverhofft an und als ich mich umsehe, werde ich gewahr, dass ich bereits fast alleine hier sitze.
Verdammt! Wo soll ich jetzt hin?
Ich weiß es nicht, aber seiner Aufforderung muss ich nachkommen, selbst, wenn ich nicht genau verstanden habe, was er gesagt hat. Mein Englisch ist immer noch grauenhaft. Ich nicke also, trinke den letzten Rest in einem Zug – und das war noch ein verdammt großer Rest – bevor ich ebenfalls hinausgehe und nicht keinen Plan habe, wo ich nun hinsoll.
Es gibt hier einen Trailerpark, aber auch dafür muss man bezahlen und ich bin völlig abgebrannt und habe keinen Job. Ich habe nicht einmal eine Ausbildung und zu allem Überfluss fängt es genau jetzt an zu regnen.

Es ist erstaunlich, dass ich mein Zuhause trotzdem nicht eine Sekunde vermisse und immer noch überzeugt davon bin, dass ich die richtige Entscheidung getroffen habe. ‚Ich werd’s schon durchstehen… irgendwie…‘, sage ich mir, obwohl ich so gar keine Idee habe, was ich hier machen soll. Also vielleicht doch wieder einen dieser Trucker fragen?
Vorerst sitze ich hier im Regen. Einfach auf dem Boden, direkt vor der Bar. Ich denke nach. Mir muss doch etwas einfallen. War sonst auch immer so und dann…
„Hey! Junge!“
Ich brauche einen Moment um zu bemerken, dass ich gemeint bin.
Zwischen den langen Regenfäden erkenne ich einen runden, jungen Mann, vielleicht Ende 20 oder so. Es ist verdammt schwer, sowas zu schätzen. Er hat sich das Sweatshirt über den Kopf gezogen, um sich etwas vor dem Regen zu schützen und kommt zu mir rüber.
Direkt vor mir bleibt er stehen, seine dunklen Augen mustern mich und an seinem Akzent kann ich hören, dass er ebenfalls Mexikaner ist.

„Verdammt, was machst du denn bei dem Mistwetter hier draußen? Da kann man sich doch eine Erkältung holen!“, redet er drauflos. „Ich hab dich hier noch nie gesehen und falls du zum ersten Mal hier bist, hast du dir echt den schlimmsten Tag ausgesucht. So wenig Regen, wie es hier sonst gibt…“
Ich zucke mit den Schultern. Der Regen ist nun einmal mein geringstes Problem und er scheint es zu verstehen. Ich sehe, wie er die Lippen aufeinanderpresst. Ich kann nicht genau sagen, was er in diesem Moment sieht, aber…
„Hey, es geht doch nicht, dass du hier so rumsitzt, oder?“
Ich will zwar nicht unfreundlich sein, aber ich bin müde und ich weiß nicht, wem ich trauen kann. Weil hier alle Menschen für mich fremd sind. „Warum nicht?“, gebe ich zurück, doch das scheint ihn nicht davon abzuhalten.
„Du musst mir ja nicht gleich verraten, was los ist, aber genauso wenig musst du hier im Regen sitzen. Ich weiß, wo du unterkommen könntest.“

Das klingt in der Tat gut. Vor allem klingt es besser als: „Lass uns doch zu mir gehen.“ Mir muss man nicht sagen, dass man bei sowas vorsichtig sein soll. Während meiner Flucht von Zuhause habe ich so manches unschöne Angebote bekommen, die ich hier wahrlich nicht erläutern möchte….
Ich blicke ihn immer noch an, überlege nach wie vor, ob ich ihm soweit trauen soll, als er mir seine Hand reicht und meint: „Ich bin übrigens Roberto.“
Und in diesem Moment hören meine Zweifel plötzlich auf.
Ich greife nach seiner Hand und antworte ihm: „Ich bin Liam.“

❈❈❈


TBC

Nachwort

Meinungen, Anregungen, Verbesserungsvorschläge? Lasst mir gerne Eure Gedanken da. Auch über Herzchen und Sternchen freue ich mich sehr. Danke für’s Lesen!
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