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It's been ten years!

OneshotFantasy / P6 / MaleSlash
Edmund Pevensie OC (Own Character)
23.02.2021
23.02.2021
1
1.714
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23.02.2021 1.714
 
Eine Geschichte, die mir kam, nachdem ich den ersten Film wieder mal gesehen habe. Have fun =) !

-§-

„Lang lebe König Peter! Lang lebe Königin Susan! Lang lebe König Edmund! Und lang lebe Königin Lucy!“ Die Rufe Aslans dröhnten nach wie vor in Edmunds Ohren, obwohl die Krönung schon lange vorbei war. Dennoch konnte es der junge König noch nicht wirklich fassen, dass sie es geschafft hatten. Dass sie die Hexe vernichtet hatten. Edmund verließ leise den Saal und ging auf einen Balkon, der ein beindruckendes Panorama zeigte. Man konnte tief ins blaue Nass schauen und die kleinen, weißen Schaumberge tanzten über die Wellen. Nixen sprangen immer wieder daraus empor, doch Edmund legte einmal mehr nicht den Fokus auf die schönen Meereswesen. „Hier steckst du.“ Edmund verschränkte die Arme hinter dem Rücken und sah weiter aufs Meer hinaus. Er sagte nichts; eine Antwort war bei dieser offensichtlichen Feststellung nicht nötig. Schritte, bewusst lauter als sonst, traten von hinten an ihn heran und stoppten neben ihm. Er sah kurz zur Seite, erhaschte dadurch einen Blick auf kurzes, welliges Haar in blond-braun und ebenso dunkle Haut. „Du bist so schnell verschwunden“, stellte die Person fest; „Ich konnte mich gar nicht verabschieden.“ „Hmm“, brummte Edmund und sah angestrengt weiter nach vorne. „Man könnte fast meinen, du gehst einem Abschied von mir aus dem Weg.“ Der junge König verschränkte die Arme vor der Brust und sah auf die marmorne Balustrade hinab. „Ed, sieh mich an.“ Die Stimme der Person neben ihm klang bittend. Langsam drehte Edmund den Kopf. Der junge Mann neben ihm legte den Kopf schief. Die Katzenohren legten sich an. Dadurch wirkte er noch grotesker. Die großen, braungoldenen Flügel und der braune Schwanz taten ihr Übriges.  Edmund rieb sich über die Arme. „Ich will  doch gar nicht gehen“, sagte der Mann vor ihm; „Aber du weißt, dass es sein muss.“ Edmund wollte den Kopf schütteln und sagen, dass er es partout nicht verstand und auch gar nicht verstehen wollte. Aber entgegen dessen nickte er langsam; „Ich verstehe deine Beweggründe, Ani.“ Ani wirkte etwas erleichtert, sein brauner Schwanz ringelte sich um seine Beine. „Danke, dass du es verstehst.“ Edmund sah verstimmt Ani an: „Nur, weil ich es verstehe, heißt das nicht, dass ich es nicht als dumm bezeichnen  und damit nicht einverstanden sein werde.“ „Das verlange ich auch nicht von dir“, meinte Ani leise. Edmund glaubte, eine leichte Melancholie aus der Stimme seines Gegenübers zu hören, doch er konnte es nicht beschwören. „Gut“, sagte er dennoch mit einer gewissen Kühle und wandte sich wieder von Ani ab. Seine Augen huschten über den Horizont und die Abendsonne. Er spürte, wie sich eine Hand auf seine Schulter legte. „Ich schwöre bei Aslan, dass es mir sehr, sehr Leid tut. Aber…“ „Lass gut sein“, wiegelte Edmund unwirsch ab und  drehte sich wieder zu Ani; „Ich kann es ja doch nicht ändern. Also geh schon.“ Ani sah ihn traurig: „Darf ich noch Tschüss sagen?“ Edmunds Miene wurde weicher. Gleichzeitig verfluchte er den Gestaltenwandler vor sich. „Na schön“, brummte er, scheinbar unwillig. Doch als Ani seine Arme um ihn schlang und sein Gesicht in Edmunds Halsbeuge vergrub, da konnte Edmund nicht mehr den Unnahbaren spielen. Er legte zärtlich die Arme um Ani und drückte den Greif-Wandler fest an sich. Dieser begann im selben Augenblick zu schnurren und sich noch enger an ihn zu schmiegen. So blieben sie eine Weile, bis sich Edmund schweren Herzens löste und Ani schwermütig anblickte. „Du musst gehen.“ In Anis Augen sah Edmund Schmerz aufblitzen, doch der Gestaltenwandler nickte: „Du hast recht, Ed.“ Dieser  schluckte sichtbar, dann fragte er leise: „War‘s das dann? Für immer?“ Ani zuckte mit den Schultern; „Ich weiß es nicht. Vielleicht kann ich irgendwann zurückkehren. Fürs erste aber vermutlich nicht.“ Anis Flügel entfalteten sich raschelnd zu einer Spannweite von stolzen drei Metern. „Ich werde dich vermissen und dich nie vergessen“, schwor Ani. Er legte Edmund eine Hand auf die Schulter. „Pass auf dich auf, Hoheit. Wenn ich wiederkomme, dann will ich dich in einem Stück wiedersehen, damit das klar ist.“ Ed und grinste wehmütig. „Ich gebe mir alle Mühe, Greif; versprochen.“ Er folgte Anis Beispiel und legte dem Wandler eine Hand auf die Schulter. „Auf bald, Edmund Pevensie, Herr der großen, westlichen Wälder. Bis wieder uns wiedersehen.“ Und mit diesen Worten stürzte sich Ani den Balkon hinab. Edmund blieb stehen wo er war und starrte auf die Stelle, auf der Ani bis eben noch gestanden hatte. So fand ihn Lucy. „Ed…“, sagte sie leise und legte eine Hand auf seinen Arm. „Ist er weg?“ Edmund nickte nur und ließ sich widerstandslos von seiner Schwester zurück in den Saal führen.

In den nächsten zehn Jahren machte es sich König Edmund, der Gerechte, zur Angewohnheit, immer während der großen Feste den Saal still und heimlich zu verlassen. Bevor der Alkohol in Strömen floss, Tanzen zur Pflicht wurde und scharenweise Frauen kam, die ihn zum Tanz aufforderten, verließ er jedes Mal den Saal durch einen Seitenausgang und ging in sein Gemach. Er konnte es nicht ertragen, wie seine Geschwister und alle anderen glücklich mit einem Partner ihrer Wahl irgendwann in irgendwelche Intimitäten vertieft waren. Im Grunde ging es ihm nicht einmal um die Intimitäten, denn die hätte er auch haben können. Er hatte sich in den ersten Jahren auch ab und zu dazu hinreißen lassen. Und er hätte es auch wirklich genossen, wenn sein Herz nicht bereits schon jemandem gehören würde.

Auch an diesem Abend verließ er das Fest früher und das, obwohl es Lucys  18. Geburtstag war. Doch da Lucy wusste, dass er immer früher ging, würde sie sicher nicht allzu beleidigt sein. Außerdem hatte er ihr schon gratuliert und sein Geschenk überreicht. Müde und geschafft betrat er sein Gemach und trat auf den Balkon hinaus. Man hatte einen wunderschönen Blick auf das Meer und den zartrosafarbenen Horizont. Edmund liebte das Meer, Es gab ihm ein Gefühl von Ruhe und Geborgenheit. Außerdem verband er das Meer mit Ani. Ani… an Festen wurde der ständig pochende Schmerz in seinem Herzen stärker als sonst. Wenn er beispielsweise beobachten musste, wie Susan mit jedem jungen Mann flirtete, der ihr über den Weg lief. Oder wenn er mitbekam, wie Peter mit gleich drei Damen an jedem Arm den Saal verließ. Von Lucy wollte er gar nicht erst anfangen. Seufzend trat der junge König näher an die marmorne Balustrade heran und stützte sich auf ihr ab. Er machte sich nichts vor; er hatte sein Herz an den jungen Wandler verloren. Und mit jedem Tag vermisste er Ani mehr. Dabei hatte er den Wandler das letzte Mal an seinem Krönungstag vor zehn Jahren gesehen. Doch das Aussehen Anis hatte sich in seine Netzhaut eingebrannt. Und wann immer der Schmerz zu groß wurde, dann setzte er sich an seinen Schreibtisch und zeichnete den Greifen. Das half ein wenig dabei, den Schmerz zurückzudrängen.

Mit hängenden Schultern schlich Edmund zu seinem Bett. Die sonst so wunderschöne Aussicht vermochte ihn dieses Mal nicht aufzuheitern. Er ließ sich seufzend rücklings auf sein gewaltiges Bett fallen und legte einen Arm über seine Augen. Hoffentlich ließ man ihn für heute in Ruhe. Ihm stand heute nicht mehr der Sinn nach Festivität und Amüsement. „Ich hoffe doch sehr, dass das nicht meine Schuld ist? Ich mag Feste nämlich eigentlich sehr gern.“ Edmund erstarrte. Was… „Wer ist da“, fragte er sicherheitshalber. Ein Kichern, wie aneinander klackernde Murmeln, ertönte vom Balkon. Edmund setzte sich ruckartig auf und sah in Richtung Balkon. Dort, an eine Säule gelehnt und mit einem kecken Lächeln auf den Lippen, stand ein, ihm wohlbekannter, junger Mann mit verwuscheltem Haar in blond-braun. Die Ohren waren aufgestellt und verrieten, wie der braune Schwanz auch, als Einzige die wahre Gemütsverfassung des Mannes vor ihm. Edmund schluckte hörbar und erhob sich. Der Mann stieß sich von der Säule ab und kam in den Raum hinein. Beim Näherkommen erkannte Edmund weitere Einzelheiten, die ihm bekannt vorkamen. Ani war in grüne Jagdkleidung gehüllt und trug nur ein Schwert in einer Scheide an seiner Seite. „Wie“, begann Edmund, unterbrach sich dann aber selbst und starrte den Mann vor ihm einfach nur an. Ani hatte sich kaum verändert. Er war nur größer geworden. Und schöner. „Du siehst gut aus“, sagte er heiser, während er versuchte, so viele Einzelheiten wie möglich in sich aufzunehmen, für den Fall, dass dies nur eine Illusion war. „Das kann ich nur zurückgeben, … Ed…“, meinte Ani leise und trat näher an Edmund heran, „Du siehst so erwachsen aus.“ „Es ist zehn Jahre her, Ani“, murmelte Edmund leise. Ani erstarrte in seiner Bewegung. „Was sagst du da?“ Seine Stimme zitterte. „Ich sagte, dass wir uns das letzte Mal vor zehn Jahren sahen.“ Der Gestaltenwandler starrte ihn mit unverhohlenem Schrecken in den Augen an, „Wie… wie kann… ich dachte…“ Edmund sah ihn zärtlich an: „Was dachtest du?“ Jetzt war es Ani zu schlucken. „I-ich d-dachte, dass nur drei Wochen v-vergangen wären…“ Edmund hörte Panik in der Stimme des Greif-Wandlers und nahm reflexartig dessen Hand in seine. Ani sah auf ihre ineinander verschränkten Hände hinab. „I-i-ich…“ „Ist schon gut“, beschwichtigte Edmund ihn leise, „Ist in Ordnung…“ Er umschlang den anderen sanft mit seinen Armen und umarmte ihn. Ani ließ sich in die Umarmung fallen. „N-nein, Edmund“, schluchzte Ani in Edmunds Oberteil, „D-das i-ist üb-überhaupt n-nicht in O-ordnung. Das ist grausam!“ „Ich weiß“, murmelte Edmund und vergrub seinerseits sein Gesicht in Anis, nach Baumharz duftenden, Haaren. „Ich habe dich vermisst“, fügte Narnias Unterkönig leicht undeutlich hinzu und verfestigte die Umklammerung. „Ich dich auch“, erwiderte Ani leise.

Sie standen eine ganze Weile einfach nur da und umarmten einander. Edmund verlor bald jegliches Zeitgefühl. Es mochte bereits spät in der Nacht sein, doch es konnte ihm nicht weniger gleich sein. Wichtig war nur, dass Ani zurückgekehrt war. Zurück, zu ihm.

Irgendwann löste sich Ani etwas. Nur noch ihre Hände hielten einander. „Wie war es“, fragte Edmund leise. „Es hat die ganze Zeit etwas gefehlt“, antwortete Ani und hauchte einen Kuss auf Edmunds Handrücken, „Du hast gefehlt, Hoheit.“ Ein leichtes Grinsen schob sich auf Edmunds Gesicht. „Du hast auch gefehlt, Greif.“

-§-

Ich habe auch noch mehr Ideen zu den beiden, also wenn jemand Lust hat, noch mehr zu hören, dann soll er/sie/es ruhig was sagen ;)
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