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Frenetic Power 2

von Ceelia
GeschichteAbenteuer / P12 / Gen
OC (Own Character)
23.02.2021
10.06.2021
4
11.811
 
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Kapitel 3 – Mewtus Pläne

Nun, da wir direkt vor dem Geröllfeld standen, ließ Mewtu mich eine ganze Reihe an Steinen anheben, wobei der nächste immer etwas größer und schwerer war als der vorherige. Er wollte sich zuerst vergewissern, wo mein Limit lag. Ich hatte vorerst damit aufgehört, ihn zu provozieren und tat einfach das, was er von mir wollte. Es kostete mich zu viel Energie, mich mit ihm zu streiten und mir saß meine gefühlte Nahtod-Erfahrung mit dem Felsbrocken noch zu sehr im Nacken. Solange ich ihn nicht reizte, schien er mich immerhin ebenfalls in Ruhe zu lassen.
Ich merkte schnell, dass es leicht war, die Steine anzuheben, die ich auch mit reiner Körperkraft hätte tragen können. Doch je schwerer sie danach wurden, desto anstrengender wurde es für mich, sie mit reiner Willenskraft zu bewegen. Manche zitterten in der Luft, die noch schwereren wackelten nur noch ein wenig auf dem Boden. Den großen Felsen, den Mewtu beinahe auf mich fallen gelassen hätte, konnte ich überhaupt nicht bewegen. Ich konnte ihn nicht einmal komplett mit meinen Kräften einhüllen. Schließlich war ich völlig erschöpft, versuchte aber verbissen, es mir nicht anmerken zu lassen. Bei einer Sache waren Mewtu und ich nun doch einer Meinung: Ich musste stärker werden. Auch wenn ich kaum hoffen konnte, je Mewtus Level zu erreichen, so würde mir etwas mehr Kraft immerhin helfen, nicht mehr in so dämliche Lagen wie eben zu geraten. Wenn ich nicht mehr so ein leichtes Opfer wäre, dann würde Mewtu mir hoffentlich endlich mehr Respekt zollen und aufhören, mich so von oben herab zu behandeln... Wenn alles so blieb wie jetzt gerade, würde er mich nur weiterhin herumschubsen wie es ihm passte.
Als mir vor Erschöpfung einer der mittelgroßen Steine auf die Füße zu fallen drohte, griff Mewtu unvermittelt ein. Seine blaue Energie verdrängte meine von dem kleinen Felsbrocken und setzte diesen ein Stück von mir entfernt ab.
„Das Training ist für heute beendet. Du hast dich gut geschlagen“, lobte er mich überraschend.
Meinte er das ernst? „Findest du? Ich kann nicht einmal annähernd das tun, was du kannst“, meinte ich frustriert. Ich fühlte mich wie ein Versager. Kein Wunder, dass ich mich nicht gegen Mewtu durchsetzen konnte.
„Ich habe nie erwartet, dass du das kannst, Cara“, offenbarte er mir. „Das ist auch nicht das Ziel dieses Trainings. Erstens bist du ein Mensch, zweitens hab ich den Großteil deiner Kräfte blockiert. Eines der Ziele ist, dass du Kontrolle lernst. Wenn deine Kontrolle gut genug ist, kann ich den Zugriff auf deine Kräfte wieder erweitern. Dann wirst du über mehr Kraft verfügen als jetzt gerade.“
Überrascht sah ich auf. „Ich werde wieder stärkere Kräfte haben? So wie früher?“ Hoffnung keimte in mir auf. Zwar hatte ich meine Kräfte früher verabscheut, aber vor allem, weil ich sie nicht beherrschen konnte. Wenn ich meine frühere Kraft zurück erlangte, hätte ich Mewtu endlich etwas entgegenzusetzen.
„Vermutlich nicht so wie früher“, dämpfte er meine Hoffnungen. „Aber zwischen damals und jetzt liegen noch viele Zwischenstufen. Wir werden sehen, für welches Maß deine mentale Kontrolle am Ende ausreicht.“
Mewtu begann, den Rückweg zur Höhle anzutreten. Ich folgte ihm unaufgefordert. Braves Fukano, verspottete mich meine innere Stimme. Ich ignorierte sie gekonnt.
„Warum machst du das? Warum trainierst du mich?“, wollte ich von ihm wissen. Welches Interesse hatte Mewtu überhaupt daran, dass ich stärker wurde?
„Wenn wir irgendwann gegen echte Gegner kämpfen, werde ich dich nicht immer beschützen können. Du musst dich bis zu einem gewissen Grad selbstverteidigen können“, erklärte er. „Meine Feinde und deren Pokemon werden nicht zögern, dich anzugreifen, nur weil du ein Mensch bist. Insbesondere dann nicht, wenn sie herausfinden, dass du der Faktor bist, der mir die Mega-Entwicklung ermöglicht.“
„Ist das der einzige Grund?“, wollte ich wissen. Also wollte er einfach erreichen, dass ich ihm in einem Kampf nicht so sehr zur Last fiel, sondern selbst auf mich aufpassen konnte?
„Der Hauptgrund.“
War das nur mein Gefühl oder wich er meiner Frage aus?
„Und sonst?“, bohrte ich weiter nach.
Mewtu blieb stehen und seufzte. „Zu lernen, auf ein erfahreneres Pokemon zu hören, Cara.“
War das eine geschönte Umschreibung von „tu gefälligst, was ich dir befehle“? Ich kniff die Augen zusammen. „Warum?“, fragte ich nur.
Mewtu warf mir einen Blick zu. „Du hast keine Ahnung von dem, was uns bevorsteht. Während du dir ein ruhiges Leben gemacht hast – und ich betone ausdrücklich, ich mache dir keinen Vorwurf, dass du das getan hast – habe ich Team Rocket observiert. Über Jahre. Ich weiß Dinge über diese Organisation, von denen du nicht mal träumen würdest. Wenn wir Team Rocket gegenüberstehen-“
„Moment“, unterbrach ich Mewtu aufgebracht. „Das ist also die Sache, bei der ich dir helfen soll? Wofür du die Mega-Entwicklung brauchst? Team Rocket?!“, entfuhr es mir. Ich hatte die ganze Zeit geahnt, dass es nicht nur um die Mega-Entwicklung gehen konnte, dass sie nur ein Mittel zum Zweck war. Aber Team Rocket? Was hatte Mewtu mit dieser Verbrecherorganisation aus Kanto zu schaffen? Konnten wir das nicht Trainern wie den Top Vier und der Polizei überlassen? „Mewtu, was verschweigst du mir?“, verlangte ich zu erfahren. „Welches Interesse hast du an Team Rocket?“
„Das ist persönlich“, blockte mich Mewtu ab. Im ersten Moment dachte ich, das wäre alles, was er dazu sagen würde, doch schließlich fuhr er widerstrebend fort: „Der Gründer von Team Rocket ist die Person, welche meine Erschaffung in Auftrag gegeben hat“, offenbarte er mir. „Giovanni ist derjenige, der seitdem versucht hat, mich unter Kontrolle zu bringen.“
Ich zuckte zurück vor dem Hass, der plötzlich in Mewtus Tonfall lag. Ohne Zweifel hatten Mewtu und Team Rocket bereits eine Vorgeschichte. Ich hätte eigentlich auch selbst darauf kommen können. Aber ich hatte die Verbindung zwischen der ominösen Erschaffung von Mewtu in einem abgelegenen Labor und der kriminellen Organisation bislang nicht herstellen können. Zudem hatte Mewtu sie bei unserem letzten Zusammentreffen gar nicht erwähnt. Er hatte nur von Menschen insgesamt gesprochen.
„Und nun versuchst du was? Dich an Giovanni zu rächen?“, hakte ich nach.
Mewtu schüttelte den Kopf. „Es ist nicht ganz so simpel.“
Diesmal war es alles, was er mir mitteilte. Ich hätte nicht gedacht, dass ich mit meinem unbedachten Ausruf vorhin, ich wollte nicht in seine private Fehde mit Gott weiß wem hineingezogen werden, so nah an der Wahrheit gelegen hatte. In was war ich da nur hinein geraten? Zwar war ich irgendwie auch froh, dass Mewtu seine Macht diesmal gegen jemanden einsetzte, der das auch verdient hatte, aber gleichzeitig graute mir vor dem, was mich erwartete. Team Rocket war eine Organisation, bei der man froh sein konnte, wenn sie sich nicht für einen interessierte und niemand, den man absichtlich aufsuchte. Ganz besonders nicht, wenn man wie ich war. Und das machte mich nun wieder wütend auf Mewtu.
„Ist dir überhaupt klar, in welche Gefahr du mich damit bringst?“, wollte ich aufgebracht wissen. „Team Rocket weiß nichts über mich, ich bin komplett unter ihrem Radar und ich habe das größte Interesse daran, dass das auch so bleibt. Und du willst, dass ich mich mit dir gemeinsam Team Rocket entgegenstelle und sie damit erst auf mich aufmerksam mache?!“
„Mir ist bewusst, dass es nicht ungefährlich ist“, gab er zu. „Aber ich werde so gut wie möglich versuchen zu verhindern, dass sie erkennen, was du bist. Wenn ich Erfolg habe, wird außerdem niemand je wieder etwas von Team Rocket zu befürchten haben. Ich werde die Organisation vollständig ausheben, ihre Anführer eliminieren und sämtliche Daten, die sie über seltene Pokemon und deren Geheimnisse gesammelt haben, vernichten. Es wird kein Team Rocket mehr geben, wenn ich mit ihnen fertig bin.“
Das letzte sagte er mit eisiger Entschlossenheit. Bevor ich noch irgendetwas weiter fragen konnte, wechselte Mewtu unvermittelt das Thema: „Aber jetzt zurück zu deiner Frage. Warum du auf mich hören solltest, hat einen ganz einfachen Grund: Wenn wir Team Rocket gegenüberstehen, kann ich es mir nicht leisten, dass du einfach tust was du willst. Und du kannst dir das ebenso wenig leisten. Wir können Team Rocket nur als Team besiegen. Also vertrau darauf, dass ich weiß was ich tue und tu das, was ich dir sage. Nur so kann ich dich beschützen. Das ist alles, was ich von dir verlange.“
Ich schwieg einen Moment. Mich vor Team Rocket beschützen? Nachdem Mewtu erst der Grund war, aus dem ich in ihr Visier geriet? Das war aber längst nicht das Einzige daran, was mich störte.
„Du sagst wir sind ein Team, aber gleichzeitig verlangst du von mir nichts anderes als dass ich mich unterordne“, warf ich ihm vor.
Ich meinte ein sarkastisches Funkeln in Mewtus Augen zu sehen. „Du bist doch auch ein Pokemon-Trainer, Cara. Hast du in deinen Kämpfen Psiana keine Befehle gegeben?“, fragte er aus dem Blauen heraus.
„Doch natürlich. Was hat das damit zu tun?“, erwiderte ich verständnislos.
„Aber ihr wart ein Team, oder?“, fragte er spöttisch nach.
„Selbstverständlich.“ Psiana und ich waren ein grandioses Team gewesen. Gemeinsam hatten wir etliche Kämpfe gewonnen und ahnungslosen Trainern das Geld aus der Tasche gezogen. Unsere Siegesserie war schier endlos. In Kanto waren wir so verhasst wie gefürchtet, weshalb ich schließlich nach Hoenn gegangen war. Das erste und einzige Mal, dass wir verloren hatten, war gegen Mewtu gewesen.
„Also hast du die Befehle gegeben, aber ihr wart trotzdem ein Team?“, fasste Mewtu zusammen.
„Ja…“, erwiderte ich gedehnt, denn ich verstand langsam, worauf Mewtu hinaus wollte. Für Pokemon-Trainer war es vollkommen normal, dass sie die Befehle gaben und ihr Pokemon gehorchte. Meistens war der Pokemon-Trainer auch der Erfahrenere von beiden. Das Ganze fühlte sich nur so seltsam für mich an, weil ich kein Pokemon war, und Mewtu kein Mensch.
„Ein Team zu sein ist nicht gleichbedeutend mit einer Demokratie, Cara“, begann er zu erklären. „Ein Team zu sein bedeutet, dass jeder seine Rolle erfüllt. Idealerweise die Rolle, für die er am besten geeignet ist. Ich bin kampferfahren genug, um nicht auf die Befehle eines Trainers angewiesen zu sein, so wie manch anderes Pokemon. Du dagegen hast kaum Kampferfahrung und mit Team Rocket kennst du dich ebenso wenig aus. Es ist daher essentiell für dich, dass dich jemand Erfahrenes anleitet bei deinem Training, und überlebensnotwendig, dass du dessen Befehle befolgst in einer Kampfsituation. Kannst du das soweit nachvollziehen?“
„Ich bin ja nicht bescheuert…“, murrte ich. Ich hatte das Gefühl, dass Mewtu gerade meine Intelligenz infrage stellte.
„Dann verstehst du ja jetzt, warum wir ein Team sind, bei dem es wichtig ist, dass du dich unterordnest, wie du es ausgedrückt hast. Nichts anderes tut ein Pokemon, das auf seinen Trainer hört. Als Pokemon-Trainer weißt du sicher, wie fatal es ist, wenn dein Pokemon deine Befehle ignoriert. Meistens verletzt es sich dadurch selbst.“
Ich erwiderte nichts. Seine Argumentation war völlig schlüssig und ich hatte ihr nichts entgegen zu setzen, egal wie arrogant seine Erklärung klang. Nichts außer „aber ich bin doch kein Pokemon“, was bei Mewtu garantiert nicht ziehen würde. Er würde sich nur darin bestätigt sehen, dass Menschen sich gerenell für was besseres hielten und erwarteten, dass sich die Welt nur um sie drehte.

Als wir wieder zurück in der Höhlenbasis, wie ich sie mittlerweile nannte, waren, inspizierte ich erst einmal Bad und Küche. Alles war spartanisch und funktionell eingerichtet, wirkte aber relativ neu. Es gab genug Lebensmittel für mindestens zwei Wochen. Wenn ich allerdings mal etwas anderes essen wollte als Dosenfutter, würde ich unweigerlich in einer Ortschaft einkaufen gehen müssen. Wie wir das bewerkstelligen wollten, würde ich noch klären, sobald es soweit war... Mewtu hockte in der Zwischenzeit auf dem Sofa und beobachtete mal mich, mal die Bildschirme. Es würde eine Herausforderung für uns beide sein, längere Zeit auf so engem Raum miteinander klar zu kommen.
Immerhin gab es genügend Zimmer. Ich hatte mir das erstbeste auf dem Flur als meins auserkoren. Neben einem Bett, einem Schrank, einem Tisch mit Stuhl und einem halb gefüllten Bücherregal gab war der Raum leer. Statt Tageslicht sorgten schwach glühende Kristalle, die sicher nicht von Team Rocket stammten, in den Wänden für etwas Licht. Zusätzlich konnte man noch eine richtige, elektrische Lampe einschalten, doch ich ließ diese absichtlich aus, da ich das kalte Neonlicht nicht mochte. Immerhin war es nicht stockdunkel in dem Raum.
Die Ereignisse des Tages und das ungewohnte Training hatten mich erschöpft. Ich würde kurz unter die Dusche springen und dann direkt zu Bett gehen und etwas Mewtu-freie Zeit genießen. Während ich dies erledigte, folgte mir Psiana fast überall hin, als machte es ihr Sorgen, mich und Mewtu irgendwo allein miteinander zu lassen. Dieser ließ mich jedoch komplett in Frieden, so dass ich ihn endlich mal ignorieren konnte.
Frisch geduscht und umgezogen ließ ich mich schließlich in mein neues Bett fallen. Psiana sprang maunzend auf dessen Fußende. „Verrückter Tag, oder?“, meinte ich zu ihr. Sie machte ein zustimmendes Geräusch. Ich war froh, sie mitgenommen zu haben. Ohne sie ganz allein mit Mewtu wäre alles noch viel unangenehmer.

Mewtu drehte sich auf dem Sofa auf den Rücken, als Cara endlich in ihrem Zimmer verschwunden war und die Tür zugezogen hatte. Ohne die Notwendigkeit der Mega-Entwicklung hätte er sich nie darauf eingelassen, mit einem Menschen auf so engem Raum zusammenzuleben. Er empfand es jetzt schon als zu anstrengend. Und es würde in den nächsten Tagen noch sehr viel anstrengender werden, dessen war er sich sicher.
Es würde viel Zeit und Geduld brauchen, Cara so auszubilden, dass sie sich sowohl gegen schwächere Pokemon verteidigen als auch zuverlässig Befehle befolgen konnte. Erst dann, und natürlich sobald er die Mega-Entwicklung gemeistert hatte, konnte er mit Schritt 2 seines Plans weitermachen. Der Durchkreuzung von Team Rockets Plänen sowie optimalerweise der endgültigen Zerschlagung der Organisation.
Aber bis dahin lag noch ein langer, steiniger Weg vor ihm. Wenn es nur irgendwie möglich wäre, würde er das Ganze allein angehen. Einerseits weil er allein am besten arbeiten konnte, andererseits weil er so niemand anderen gefährdete. Kooperationen mit Verbündeten waren immer schwierig, weil diese bevorzugte Ziele darstellten, die er zusätzlich schützen musste, was ihn wiederum von seiner eigentlichen Aufgabe ablenkte. Aber die mega-entwickelten Pokemon seiner Feinde waren einfach zu stark. Drei von ihnen konnten ihn problemlos in Schach halten und es war reines Glück gewesen, dass er das letzte Mal entkommen war. Er konnte keine weitere Konfrontation mit ihnen riskieren, solange er nicht ebenfalls diese Stufe erreichte. Und es wurmte ihn, dass einem ungebundenen Pokemon wie ihm diese Macht komplett verwehrt blieb, solange er sich nicht mit einem Menschen zusammen tat. Ausgerechnet einem Menschen – den Kreaturen, die er am wenigsten leiden konnte. Cara mit ihren ungewöhnlichen Psycho-Kräften war zwar in dieser Hinsicht „besonders“, aber charakterlich leider ein ganz typischer Mensch. Nervig, vorlaut, von sich überzeugt und unfähig, sich unterzuordnen. Zumindest weitestgehend.
Natürlich wusste er, dass er ein Risiko einging, wenn er sie in die Reichweite von Team Rocket brachte. Es war ihm völlig klar, dass er ihre Identität vor Team Rocket verbergen musste und sie ihnen auf keinen Fall in die Hände fallen durfte. Dennoch war Cara die einzige Wahl gewesen, die für ihn infrage kam. Durch ihre angeborenen Kräfte konnte sie sich besser selbst schützen als jeder andere Mensch. Und wenn seine eigene Kraft je knapp werden sollte, konnte er ihre zusätzlich nutzen, indem er sie aus der von ihm aufgebauten Blockade auf sich selbst umleitete. Das funktionierte in etwa genau so, wie sie ihre Energie früher auf Psiana übertragen hatte. Sie war nicht nur der essentielle Faktor für die Mega-Entwicklung, sondern auch noch eine Reserve-Kraftquelle, aus der er im Notfall Energie ziehen konnte. Er glaubte nicht, dass Cara sich dessen überhaupt bewusst war. Das Mädchen war erstaunlich ignorant gegenüber manchen Dingen, obwohl sie an sich nicht dumm war.
Und schließlich gab es da noch diese eine Sache, die besonders zweckdienlich an ihr war: nämlich dass er ihr in der Vergangenheit das Leben gerettet hatte und ihre Hilfe deshalb geradezu einfordern konnte. Alles was ihm dafür zu tun blieb, war, dafür zu sorgen, dass sie selbst einsah, dass sie ihm dies schuldete. Er konnte bei ihr nicht einfach eine direkte mentale Kontrolle anwenden, da das die Mega-Entwicklung blockieren würde, deshalb musste sie schon freiwillig bei ihm bleiben. Wenn er sie allerdings davon überzeugen konnte, dass es ihre Pflicht war, an seiner Seite zu kämpfen, wäre es einfach, sie zu kontrollieren.
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