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Gewitter im Kopf

von Newra90
GeschichteDrama, Liebesgeschichte / P16 / MaleSlash
Ingo "Easy" Winter Richard "Ringo" Beckmann
23.02.2021
22.04.2021
5
22.652
3
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13 Reviews
Dieses Kapitel
2 Reviews
 
 
23.02.2021 3.400
 
Huhu ihr lieben da bin ich wieder,
es ist nur eine Idee die mir eines Abends zugeflogen kam und ich weiß auch noch nicht wie lang die Story wird, aber vielleicht gefällt sie euch ja.
Ich werde probieren alle zwei Wochen zu posten vielleicht auch mal öfters zwischendrin, je nachdem wie schnell der Fortschritt ist.
Ich wünsche euch viel Spaß=)

und Aloha


Es ist wieder einer dieser Tage, viel zu lang, viel zu viele Termine und er hat nicht mal Zeit für eine Pause gehabt. Müde streicht er sich über die Augen, seine Hand massiert seine Nasenwurzel.
Seine Augen brennen und er spürt die bleierne Müdigkeit auf seinen Schultern. Die Büroräume liegen im Dunkeln, dass einzige Licht kommt von der Schreibtischlampe vor ihm. Alle anderen sind schon vor Stunden Heim gegangen, nur er sitzt noch hier vor einem Haufen Akten.

Wie in Trance wandert seine Hand zu der Krawatte löst diese und legt sie auf den Schreibtisch
neben sich. Er hat genug, er hat einfach genug für heute. Langsam packt er seine Tasche zusammen und schaltet seinen PC aus. Mit dem großen Aktenstapel unter dem Arm steht er vor seinem Schreibtisch. Sein Blick gleitet zu dem Bild von Easy und ihm, es ist von dem Ausflug damals im Wald. Sein Herz fängt an wild gegen seine Brust zu schlagen., das ist das einzig Gute an dem Tag heute,
er kann endlich zu Easy und sich in seine Arme kuscheln und einfach die Ruhe genießen. Mit den Fingerspitzen schiebt er die kleine pinke Flamingo-Büroklammer wieder auf ihren Platz neben der Lampe.

Zu seinem Bedauern gießt es wie aus kübeln und auch wenn er es nicht weit hat, ist er fast bis auf die Knochen klatschnass. Die braunen Haare hängen ihm nass in die Stirn, als er vor der Wohnungstür steht. Gerade als er diese öffnet, ist es wohl vorbei mit Ruhe und kuscheln zu zweit. Seine Hand verharrt auf der Türklinke als er das blanke Chaos sieht. Überall steht Geschirr vom Abendessen und anscheinend ist etwas übergekocht, was wahnsinnig verbrannt riecht. Vivien steht auf dem Sofa und hält die Fernbedienung in die Luft, während Tobias probiert nach dieser zu angeln. ,,Du entscheidest immer was wir gucken.`` meckert Vivien und reckt sich weiter nach oben und streckt Tobias die Zunge raus. Easy sitzt genervt neben Vivi auf dem Sofa und hat seinen Kopf auf seine Hand gestützt:
,,Naja, wir wollten heute diese Realitysendung schauen, und du wolltest eigentlich mit Nika
was trinken gehen.``  meint Easy nur genervt. ,,Ich kann doch nichts dafür wenn Conor und Sie....``doch bevor Vivien enden kann  schallt von oben laute Musik und Gekicher herunter.

,,Hi Schatz!`` ruft Easy freudig und springt auf als er Ringo in der Tür erblickt. Er strahlt über das ganze Gesicht und drückt seinem Mann einen Kuss auf den Mund, der viel zu kurz ist. ,,Hi,`` grummelt Ringo nur und legt die Akten auf dem Tisch ab. Nachdem er sein Jackett aufgehangen hat, räumt er erst mal das Geschirr geräuschvoll auf die Kücheninsel.

,,Ohhhh da ist aber jemand gut gelaunt.`` stänkert Tobias der sich die Fernbedienung zurück ergattert hat. ,,Willst du was Essen?`` ,,Nein Danke ich muss noch etwas für die Arbeit machen.`` sagt Ringo nur und wischt den Esstisch ab, Während die drei laut irgend eine Sendung kommentieren in der sich irgendwelche  XYZ Promis zum Deppen machen. Sauer wirft er den Lappen in die Spüle und breitet seine Akten aus. ,,Na komm mach schon du weißt das.`` ruft Vivi laut und wirft dabei geräuschvoll die Chips-Schüssel um, so dass sich diese über dem Boden verteilen. ,,Das weiß die doch nicht, die ist blond!`` ruft Tobias emotionsgeladen Richtung Fernseher und zeigt auf die Frau. ,,Warte, warte doch.`` kommt es von Easy.

Mit der Hand an die Stirn gelegt probiert Ringo sich zu konzentrieren, in der linken Hand dreht er seinen Kugelschreiber. Genervt atmet er aus und probiert zum dritten Mal den gleichen Satz zu lesen. ,,Wenn es dich so stört, das wir hier gucken dann geh doch ins Büro zurück,  schließlich ist es schon zehn Uhr abends.`` fährt Tobias ihn sauer vom Sofa an. ,,Es reicht ja nicht das ich euch euren scheiß hinter her tragen muss in eurem Saustall, ich zahl Miete ich wohne auch hier.`` brüllt Ringo zurück. Schnell schnappt er sich seine Sachen, läuft durch den Wohnbereich und knallt hinter sich die Schlafzimmertür laut zu.

Wütend kickt er die Schuhe von seinen Füßen, entscheidet sich aber doch sie ordentlich neben den Schrank zu stellen. So hat er sich seinen Abend nun wirklich nicht  vorgestellt, er ist froh endlich aus dem Anzug raus zu kommen und zieht sich seine Schlafhose und ein hellblaues T-Shirt an.
Mit dem Rücken lehnt er sich gegen das Bettende und streckt seine langen Beine aus. Überall auf dem Bett verteilen sich die Bewerbungen, wie oft hat er den Huber angebettelt er braucht Unterstützung,
er braucht einen Assistenten und immer wieder windet sich sein Chef wieder raus und schüttet ihn mit noch mehr Arbeit zu. Aber jetzt endlich scheint er Glück zu haben und es ändert sich etwas. Der erste Bewerber ist ein junger rothaariger Mann, vielleicht zwanzig. Sein Lebenslauf ist voller Lücken und Schreibfehler und er hat nicht annährend die Qualifikation die er brauch. Den kann Ringo schon mal aussortieren, die nächste Kandidatin ist eine junge Frau vielleicht Anfang dreißig, ihre Reverenzen sind gut und sie hat schon ein paar Jahre Berufserfahrung. Ihre Bewerbung ist initiativ und keine 0815-Bewerbung, sein Interesse ist geweckt, deswegen kommt sie auf den ‚Vielleicht‘-Stapel, den er nochmal gegen checken muss. Die nächste Bewerbung ist eine schwarze Mappe mit goldener Schrift. Als er diese aufschlägt grinst ihn ein älterer Mann an, er ist schon 62 Jahre alt und länger aus seinem Beruf draußen, fast zehn Jahre. Seine Dokument sind alle Handgeschrieben und auch seine Reverenzen  sind nicht mehr uptodate mit dem heutigen Arbeitsmarkt. ,,Sorry Hubert.`´ sagt er
zu der Bewerbung und legt diese auf den ‚Abgelehnt‘-Stapel. Müde greift sich Ringo die rote Mappe und legt sie auf seinen Schoß.

,,Dann sag dem Egomanen, er wohnt hier nicht alleine.`` ,,TOBIAS! Es reicht.´´ ruft Easy in Richtung Wohnzimmer. Leise schließt er die Tür, als sein Blick auf Ringo fällt. Sein Freund wirkt unglaublich müde. ,,Harter Tag?`` ,,Ja, nicht gerade einer meiner Lieblingstage.`` erklärt Ringo nur.
Leicht verschwimmt die Sicht vor seinen Augen, so dass er sich diese mit dem Handrücken reibt.
Ringo öffnet die Augen und vor seinem Sichtfeld taucht eine Brille auf. ,,Du weißt das du die hast?  Oder soll ich dir so eine tolle Kordel besorgen? Dann kannst du sie immer um den Hals tragen.`` scherzt Easy grinsend. ,,Ha,ha. Du weißt ich hasse das Ding und du hast mir versprochen, dass das innerhalb dieses  Schlafzimmers bleibt.`` ,,Was machst du da eigentlich?`` ,,Easy?`` ,,Hat der Huber endlich zugestimmt das du einen Assistenten kriegst?´´ ,,EASY?`` sagt Ringo mahnend und sucht den Blick seines Mannes. ,,Ja, bleibt es. Also wer von denen kommt in die engere Auswahl?`` fragt Easy interessiert und beäugt die Bewerbungen. ,,Willst du echt jetzt über die Arbeit reden?`` hakt Ringo nach. Dabei zieht er eine Augenbraue nach oben. ,,Eigentlich nicht und du solltest langsam auch Schluss machen. Du siehst müde aus und außerdem hast du mich heute versetzt.`` ,,Entschuldige, gerade als ich in die Pause wollte hat Huber mir einen Außentermin aufs Auge gedrückt und dann noch eine Kalkulation für eines der neuen Projekte.`` ,,Ihr habt viele neue Projekte, da wäre ein neuer Mitarbeiter oder ein Assistent nicht schlecht.`´ stellt Easy fest und fängt an die Schultern seines Mannes zu massieren.  Leicht bewegt Ringo den Kopf nach links und dann nach rechts, er spürt
wie hart seine Muskeln unter Easys Händen sind. Sein Blick gleitet aber wieder zu der Bewerbung in seinen Händen, das Pflichtgefühl treibt ihn wieder an. Doch da hat er nicht mit seinem Mann gerechnet, wie von Zauberhand wird die Mappe aus seinen Händen gezogen. Danach zieht der Ältere ihm die Brille von den Augen und legt diese auf den Nachtisch. Sein Mann grinst frech als er sich hinter Ringo setzt und seine Lippen auf Ringos Hals legt. Was er nicht sehen kann ist wie der Jüngere genießerisch die Augen schließt. Die warmen Hände auf seinem Bauch die sich langsam ihren Weg unter sein T-Shirt suchen und über seine Bauchmuskeln hoch streichen. ,,Ea...Easy.`` haucht Ringo bittend. Denn wenn sein Mann weiter so an seinem Hals saugt kann er für nichts mehr garantieren. ,,Ok, ich hol dir was zu Essen und dann gehörst du ganz mir.`` meint Easy grinsend und zieht Ringo am Kragen zu sich. Ringo liebt die kleinen Grübchen seines Mannes,  er muss einfach in den Kuss grinsen.

Easy ist noch nicht mal aus dem Zimmer raus, da hört er Tobias von der Treppe aus schimpfen:
,,Und hat sich unsere Primadonna beruhigt?“ Genervt dreht sich Easy an der Küchenzeile um und stützt sich auf die Kochinsel. ,,Kannst du es nicht mal sein lassen, du hast auch schlechte Tage und DIE müssen wir ALLE ausbaden.`` sagt er mit mahnenden Blick. Der Rest geht in einem wütenden Gemurmel unter es fallen nur Worte wie mhmh Idiot......mhmhh jetzt wissen wir wer die Frau in der Beziehung ist.`` Easy lehnt sich leicht nach links damit er Tobias noch hinterher sehen kann.
,,GUTE NACHT.`` ruft er mit bittersüßer Stimme und grinsend. Doch sobald sich die Tür schließt,
sackt er etwas in sich zusammen, so warum war er nochmal hier? Ach ja, etwas zu essen! Schnell stellt er einen kleinen Teller mit Salat und dem Rest Nudel und etwas zu trinken zusammen. Gott die Woche wird noch so anstrengend für ihn, er hat so viele Aufträge, wegen der Schulden. Das heißt noch weniger Zeit für sie und wenn sie welche haben ist immer etwas los in der WG. Am Wochenende wollen sie endlich mal wieder einen Filmeabend machen, darauf freut sich Easy am meisten. Schnell räumt er noch das Geschirr weg und wischt nochmal über alle Flächen drüber, schließlich ist das nicht
die Aufgabe seines Freundes ihnen immer alles hinterher zu räumen nur weil er ordentlich ist.  
Freudig das sie endlich etwas Ruhe haben balanciert Easy den Teller  mit dem Glas durch die Wohnung. Mit der anderen Hand öffnet er die Tür, ohne zu Ringo zu gucken schließt er diese: ,,So Hase, du weißt ja was das bedeutet, wenn du fertig bist.`` grinst Easy in sich hinein. Euphorisch dreht sich der Ältere in einer Drehung um, doch als sein Blick zum Bett geht ist er zuerst enttäuscht. Dort liegt er. Richard Beckmann, völlig erschöpft in die Kissen gekuschelt, das einzige Licht, welches einen warmen Schein auf ihn wirft ist von Easys Nachtischlampe. Die Arme fest um das Kissen seines Mannes gekuschelt und die Brille leicht schief auf der Nase. Es erweicht sein Herz, seinen Mann
so friedlich zu sehen und es lässt sein Herz schneller schlagen.

Müde wehrt sich Easy gegen das Gefühl aufwachen zu müssen, doch die warme weiche Stimme
an seinem Ohr lässt seine Augenlieder flattern. ,,Hey Schatz,  ich muss schon mal zur Arbeit.
Aber schlaf ruhig weiter, auf dich wartet draußen ein Frühstück.`` erzählt ihm eine warme Stimme und weiche Lippen legen sich auf seine. Langsam begreift Easy das es sein Mann ist, der da spricht und ein grinsen breitet sich auf seinem Gesicht aus. Seine schweren Augen wollen sich auch einfach nicht öffnen. ,,Ich liebe dich, bis später Bärchen.`` Zufrieden kuschelt sich Easy in die Kissen, alles riecht so gut nach Ringo am liebsten würde er nie aufstehen. Grade als er diesen Gedanken zu Ende gedacht hat, steigt ihm heißer Kaffeegeruch in die Nase. Er muss schon zugeben, er hat einfach den besten Mann der Welt.
,,BECKMANN! Ach, willkommen und ich dachte Sie arbeiten hier schon gar nicht mehr. Oder warum sind sie als Senior Controller der letzte der eintrudelt?`´ schreit Huber von der Treppe runter, die Arme hat er weit geöffnet, um Ringo zu begrüßen wie ein Zirkusdirektor. ,,Ich bin jawohl nicht der letzte der hier ist Herr Huber, außerdem war ich gestern bis 22 Uhr hier. Ich wäre vielleicht nicht später als sonst, wenn sie mir endlich einen Assistenten genehmigen würden oder zumindest einen Mitarbeiter.``
,,Ihr Bruder, sowie Frau Wagner stellen kein Teil dieser Firma da.`` ,,Und Frau Schönfeld?`` ,,Sie sind Senior Controller, also benehmen sie sich auch so!`` schreit Benedikt und geht in sein Büro. Ringo ist ihm die ganze Zeit während ihrem Streit gefolgt. ,,Hier ist meine Auswahl, ich hoffe das jemand dabei ist, der ihren Ansprüchen entspricht.`` fordert Ringo sauer und wirft die Mappen auf die Schreibtischunterlage knapp neben Benedikts Finger. Dieser sieht auf, zieht eine Augenbraue
nach oben und spannt seinen Kiefer an: ,,Geht es ihnen noch gut? Wie fällt es ihnen ein, so mit mir
zu reden?`` ,,Aber...``,,Kein Aber Beckmann, ich habe ihnen gesagt  das wir die kommenden Projekte erst fertig stellen müssen.`` ,,Aber genau für diese Projekte brauche ich Unterstützung, es ist ja nicht nur das Rheinauhafen Projekt, oder die Luxuswohnungen in der Altstadt, oder die zahlreichen Grundstücke die überprüft werden müssen. Ich übernehme ja auch noch viele ihrer Termine.``
,,Ach und das wird Ihnen zu viel? Gut, warten sie ich sehe mir ihre Bewerbungen an und lege sie in das Fach zur Bearbeitung.`` macht Benedikt ihn an und wirft die Bewerbungen nach dem er eine zur Show kurz geöffnet hat, grinsend in den Papiereimer neben seinem Schreibtisch. Als er Ringos geschocktes Gesicht sieht, lässt ihn das noch breiter grinsen. Er nimmt sich den Stapel Papiere in beide Hände und stößt diesen auf die Tischplatte, so dass die Blätter gerade zusammen rutschen.  ,,War es das dann?`` ,,Wie soll ich, ihre Termine und meine stemmen und noch Gespräche mit potenziellen Investoren führen?`` verteidigt sich der junge Mann und stützt sich auf Benedikt Schreibtisch ab, er zittert vor Wut. ,,Ach so, sie sind der Stelle als Senior Controller nicht gewachsen, dann habe ich eine gute Nachricht für sie. Wenn Sie ihren Job behalten möchten rate ich ihnen, dass sie in den nächsten drei Wochen alles hinbekommen ohne dass ich verstörte Anrufe von potenziellen Käufern kriege. Denn ich fahre mit Ute weg, in die Schweiz und sie werden HuberBau würdig vertreten.`` verkündet Benedikt überheblich. ,,Herr Huber, sie können nicht alles bei mir abladen und erwarten..`` fängt Ringo seinen Satz an und schaut seinem Chef zu wie er den Schreibtisch aufräumt.. ,,Wir sind fertig.``
verkündet sein Chef ohne ihn anzublicken. In Ringo kocht es, wie respektlos kann ein Mensch nur sein. Doch er spürt das er hier nicht weiterkommen wird und dass er fürs erste den Rücktritt antreten muss. Außerdem muss er noch den Konferenzraum herrichten, weil Frau Schönfeld mal wieder ihr Schönheitsschlaf wichtiger ist als die Arbeit. Gerade als er den Raum verlässt pfeift ihn sein Chef zurück: ,,Ach ja und Beckmann,  dass mir keine Klagen kommen.`´ zieht Benedikt ihn noch auf.
Ringo der nur über seine Schulter seinen Chef angeschaut hat, geht kopfschüttelnd aus dem Raum und nach unten.

Genervt fährt er sich über das Gesicht, während er sich mit ausgestreckten Armen auf dem Kaffeetisch abstützt, nichtsahnend das sein Bruder ihn verwundert mustert. Schnell stellt er die Tassen und die Schnittchen bereit und bereitet den Fernseher vor so dass sie auf diesem die Bilder eines neuen Projektes präsentieren können. Gerade als er sich auf den Weg die Treppe herauf machen will ,
läuft ihm Frau Schönfeld in den Weg. ,,Passen sie doch auf,`` fährt er die Brünette an. ,,Guten Morgen Herr Beckmann, sie haben ja  gut geschlafen.`` zieht sie den Jüngeren auf. Mit stechendem Blick fixiert er die Sekretärin: ,,Guten Morgen. Wir haben 10 Uhr und sie sollten schon seit einer Stunde arbeiten, nichtsdestotrotz das ich ihre Arbeit noch machen musste!`` fährt er sie an und geht die Treppe hoch. Das Adrenalin schießt durch seine Adern und sein Herz rast leicht. ,,Herr Gott,
schwule Männer sind schlimmer als jede Frau in der Menopause.`` ruft Britta ihm genervt
und laut hinterher. ,,Ich bin Bi.`` flüstert Ringo mehr zu sich selbst als zu seiner Kollegin. Genervt setzt er sich auf seinen Stuhl und öffnet die Kalkulation, eigentlich ist ihm diese schnell von der Hand gegangen, doch als er sie gerade überfliegt findet er doch noch die eine oder andere Unstimmigkeit.

Der Rest des Tages besteht aus Telefonaten und der Besichtigung einer Baustelle in einem neuen Trendviertel in Köln. Leider ist das Grundstück viel zu klein und auch die Genehmigungen werden schwer zu bekommen zu sein. Doch dies sagt er seinem Chef lieber morgen, nachdem er von einer zweistündigen Rückfahrt zurückkommt, will er nur noch eins in seine Wohlverdiente Mittagspause gehen. Doch plötzlich ertönt sein Handy.,,Hey Schatz,`` erklingt Ringos melodische Stimme.
,,Hey, ich bin gerade auf dem Sprung, gibt es etwas wichtiges?`` ,,Wieder ein Shooting? Ähm nein eigentlich nicht, außer dass ich fragen wollte, wo wir uns treffen. ,,Ach Mist, entschuldige Hase.
Aber ich  habe diesen superwichtigen Fotojob reinbekommen und ich muss dafür einmal quer durch die Stadt.`` ,,Schon gut, sehen wir uns dann heute Abend?`` ,,Ja klar, ich bring Pizza mit?``
,,Pizza klingt gut,  ich liebe dich.`` haucht Ringo und legt sein Telefon neben sich auf den Tisch.
Ein Lächeln huscht über seine Lippen, wie sehr er seinen Mann doch liebt. Seufzend macht er sich
an die Kalkulation, irgendwie hat der Tag einfach zu wenig Stunden. Und so merkt er nicht mal bei der Kostenanalyse und Überprüfung der Posten wie der Nachmittag an ihm vorbeizieht.  Er freut sich
über nichts mehr als den Feierabend heute.

Zum Glück ist der Huber heute schon früher abgehauen, um rechtzeitig mit Ute los zu fahren.  
Leise seufzt Ringo und fährt sich über die Augen als das Telefon klingelt: ,,HuberBau Beckmann
am Apparat!``  meldet sich Ringo freundlich. In Gedanken fragt er sich , wo Frau Schönfeld
schon wieder abgeblieben ist.  Leicht lehnt er sich auf dem Stuhl etwas zur Seite, um über die Glaswand zu schauen und wie nicht anders zu erwarten, hat die Brünette pünktlich zum Wochenende schon Feierabend gemacht. Am liebsten würde er genervt aufstöhnen: ,,HALLO? Hallo? Hören sie mich Herr Beckmann, mein Name ist Paulus es geht um das Apartment in ihrem neuen Gebäudekomplex.`` ,,Hallo Herr Paulus,  natürlich  höre ich Sie. Wie kann ich ihnen weiterhelfen?`` ,,Der Bauleiter meinte es kommt zur Verzögerung? Seitens der Materiallieferung gibt es Probleme.`` Ringo schluckte, eigentlich hat er gehofft, dass dieser Kelch heute an ihm vorbei gehen würde: ,,Ach Herr Paulus Sie kennen doch die Bauleiter, die dramatisieren alles immer etwas. Natürlich werden wir alles dafür tun die verlorene Zeit wieder aufzuholen und rechtzeitig fertig zu werden, damit ihr Kunde die Wohnung beziehen kann.`` ,,Wenn Sie es sagen Herr Beckmann, trotzdem würde ich mich gerne mit ihnen am Montag dort treffen um nochmal alles durch zu gehen. Schließlich ist es ein Menge Geld,
welches wir in Ihr Projekt stecken.´´ ,;Dafür haben wir bei HuberBau vollstes Verständnis,
aber glauben sie mir….``,,Also Montag um 11 Uhr an der Baustelle?`` fährt ihm der Kunde über den Mund. Leider würde der Kunde kein Nein akzeptieren, er ist ein wichtiger Investor und Ringo darf es sich nicht mal ansatzweise mit ihm verscherzen. Das Luxusprojekt ist einfach zu wichtig für HuberBau, sich dem Schicksal ergeben blättert er durch seinen Terminkalender. Die Seite ist schon gut gefüllt
mit zwei Telefonkonferenzen und einem Mittagsessen mit einem Investor. Wenn er Montag zu der Baustelle fährt, muss er einmal durch die Stadt und selbst bei gutem Verkehr ist es eine
knappe Nummer, eine sehr knappe Nummer. Verkniffen beißt er sich auf die Unterlippe und atmet einmal schwer aus. Und danach warten auf ihn wieder potenzielle Bewerber, egal was der Huber sagt er braucht unbedingt jemanden. ,,Das sollte kein Problem darstellen,`` antwortet Ringo freundlich und legt sich seine Papiere zurecht. Nebenbei tippt er noch schnell eine SMS an Bambi, das er am Montag das WG-Auto braucht, zum Glück antwortet dieser schnell das das in Ordnung geht.  “
Dann verbleiben wir so, und wir sehen uns Montag in Lindenthal.`` ,,Auf Wiedersehen!“
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