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Verräterisches Herz

GeschichteAllgemein / P18 / Gen
Astoria Greengrass Blaise Zabini Draco Malfoy Lucius Malfoy OC (Own Character)
22.02.2021
14.04.2021
18
26.678
 
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08.04.2021 1.283
 
Rebeccas Sicht:

Prüfend schaute ich mich im Spiegel an. Ich hatte mir zwei Strähnen nach hinten geflochten und die restlichen Haare geglättet. Zu meiner Stimmung passend trug ich ein schwarzes Kleid, was etwas kürzer war, allerdings immer noch alles verdeckte. Um meine Hüfte hatte ich einen Gürtel angezogen und zu dem Outfit hatte ich mir dunkle High Heels besorgt.

„Du siehst toll aus!“, bestaunte mich Justus. Ich zuckte etwas zusammen. Ich hatte nicht bemerkt, dass er die ganze Zeit im Rahmen gestanden hatte. „Bist du überhaupt bereit dafür, Beccs?“, erkundigte er sich und ich lächelte ihn traurig an. „Ja bin ich, Sera hat es verdient noch einmal gefeiert zu werden und ich würde es mir niemals verzeihen, wenn ich nicht auf ihrer Beerdigung erscheinen würde.“ Er nickte daraufhin verstehend. „Soll ich dir ein fliegendes Taxi rufen?“ Ich schüttelte verneinend den Kopf. „Nein. Riley nimmt mich mit.“

Als ich einen Motor von draußen aufheulen hörte, verabschiedete ich mich schnell von Justus und rannte das Treppenhaus hinunter, in Richtung Straße. Unten angekommen sah ich das Muggelauto der Familie Powell. Riley war ein Einzelkind, welches ziemlich reiche Eltern hatte. Sie waren wie die Malfoys unter den Muggeln.

„Becca steig ein!“, rief sie mir zu und ich stieg ein. Riley Eltern sahen ziemlich niedergeschlagen aus, doch das Aussehen meiner besten Freundin erschreckte mich mehr. Sie hatte gerötete Augen und trug wie ich komplett schwarz. „Hast du geweint?“, fragte ich, jedoch bekam ich keine Antwort.

„Und Rebecca, wie war dein Weihnachten?“, versuchte Mrs. Powell die Stimmung aufzulockern. „Ach wie immer, ich habe mit meinem Bruder gefeiert.“, antwortete ich höflich, währenddessen Riley meine Hand nahm und diese musterte. „Hast du den Ring von deinem Bruder?“ Ich nickte lächelnd. „Ja, er sagt er musste sein gesamtes Weihnachtsgeld dafür ausgeben.“ Es war ein blauer Ring mit einem hell leuchtenden Stein darauf.                                                                                                                                    Ich hielt mit allen noch etwas unangenehmen Smalltalk, während wir schließlich an der Location angekommen waren.

Ada lief uns sofort entgegen und zeigte uns die Gegend. Es war eine riesige Kirche, welche umgeben von vielen Feldern errichtet worden war. Ada erzählte außerdem, dass ihr Vater darauf bestanden hatte an diesem Ort zu feiern, da sich Sera immer sehr für die Umwelt eingesetzt hatte und auch ansonsten sich mit der Natur verbunden gefühlt hatte. Es war schön Geschichten von dieser unglaublichen Hexe zu hören und es fühlte sich mit Adas Anwesenheit so an, als wäre sie immer noch unter uns gewesen.

„Ich vermisse sie so!“, fing Ada schließlich an zu weinen und ich umarmte sie direkt innig. „Es wird besser.“ Die dunkelhaarige wandte sich aus meiner Umarmung heraus und sah mich entgeistert an. „Das sagt die Richtige! Du hast noch eine Mutter!“ Ich schloss genervt die Augen. „Ja, aber sie ist zufällig abgehauen und wollte nichts mehr mit mir zu tun haben!“

„Hey Leute, hört auf zu streiten, Sera hat das nicht verdient!“, stellte sich Riley dazwischen und starrte uns beide wütend an. „Ihr habt beide schlimmes erlebt, also haltet endlich die Klappe und widmet den heutigen Tag Adas Mutter!“

Die Kirche war kalt und nicht wirklich viel beleuchtet. Normalerweise würden wir einfach mit Lumos etwas Licht in den Raum bringen, doch Sera hatte auch muggelstämmige Freunde, die ebenfalls anwesend waren und vereinzelt nichts von Magie wussten. „Wir nehmen heute Abschied, von Sera Collins, eine Mutter, Ehefrau und gute Freundin.“, fing der Pfarrer trocken an. Ich konnte die Tränen nicht länger unterdrücken, als ich zu Ada und ihrer Familie blickte. Ihre fünf kleinen Brüder saßen auf den dunklen Holzbänken und weinten stumme Tränen, während deren Vater meine beste Freundin fest im Arm hielt und ebenfalls in Tränen versank. Jeder Anwesende hatte Sera geliebt, denn sie war zu gut gewesen, um sie zu hassen. Wer sie hasste war ein Monster und mit der schlimmste Mensch den ich jemals hätte kennen können. „Alles okay?“, wollte Riley neben mir wissen und nahm mich sanft in den Arm. „Es muss furchtbar für Ada sein.“, murmelte ich und schluchzte leise. „Ist es auch, aber wir sind für sie da und wie du es schon gesagt hast, es wird besser für sie werden.“, flüsterte die Ravenclaw und ich lächelte gequält. Es war so komisch eine Person zu verlieren, die man ewig kannte.

„Was hast du eigentlich Justus geschenkt?“, unterbrach Riley die kleine Stille zwischen uns. Ich wusste, dass sie nur mit mir redete, um mich von der ganzen Sache abzulenken, doch ich ging drauf ein. „Einen Crup-Welpen.“, sprach ich ruhig und ich merkte, wie sie ihre Augen weitete. „Echt? Die sind doch voll schwer zu bekommen! Wie hast du den denn gekriegt?“ „Betriebsgeheimnis.“, witzelte ich und Rileys Brust hob sich schnell auf und ab. Sie lachte.

Die Beerdigung verlief meiner Meinung ziemlich schnell und ich war erleichtert, dass nur die engsten Verwandten bei der Zeremonie, in der der Sarg in das Grab gelegt wird, dabei sein konnten. Es war mir schon unglaublich schwer gefallen in der Kirche ungefähr meine Contenance zu bewahren. „Es ist ein großer Verlust, aber ihr Mädchen werdet schon darüber hinwegkommen!“, munterte uns Mr. Powell auf der Rückfahrt auf und ich hob nur stumm meinen Kopf auf und ab.

Dracos Sicht:

„Du hast es ernsthaft vergessen?“, fragte mich Astoria entsetzt und ich nickte teils belustigt, teils beängstigt. Mir war in den letzten Wochen entfallen, dass ich noch ein Geschenk für sie holen musste. Tori und ich hatten uns angewöhnt uns erst Tage später das Geschenk zu geben, da wir an den Feiertagen immer viel mit Verwandten zu tun hatten. „Es tut mir leid wirklich!“, entschuldigte ich mich, doch die Brünette funkelte mich nur böse an. „Es tut dir nicht leid, das ist genau das Problem!“ Ich machte eine entschuldigende Geste und setzte mich auf das dunkle Sofa im Gemeinschaftsraum, der in den Ferien ziemlich leer war.

„Ich habe Monate nach diesem Anzug gesucht und du hast nichts?“ Ich rollte mit den Augen. „Du weißt ich kann dir Geld geben.“ „Aber das ist nicht das gleiche wie ein Weihnachtsgeschenk!“ „Dann such dir nächstes mal wenn wir hier rauskommen etwas aus!“, schlug ich vor doch die Slytherin ließ nicht mit sich reden. „Wenn du mir jetzt nichts geschenkt hast, dann brauchst du das im Nachhinein auch nicht mehr tun!“

Ich seufzte schwer und stand ohne ein einziges Wort zu sagen auf. „Dann ist das dein Pech, Tori!“ Das waren meine letzten Worte, bevor ich den Raum verließ und auf das Gelände des riesigen Schlosses rannte.

Ich inhalierte die frische Luft und ging langsam zur Eulerei. Ich erwartete ein Paket von meinem Vater, in dem er mir wahrscheinlich wie immer Geld zuschickte und irgendwelche Briefe von meiner Mutter, die ich jedes mal nachdem ich sie gelesen hatte in eine kleine Box unter meinem Bett versteckte.

Wie erwartet saß meine Eule bereits an ihrem Platz und deutete auf einen kleinen Haufen an Paketen. Ich wühlte wie wild in dem Berg rum und fand schließlich eine Schachtel und einen Umschlag.

Den Umschlag öffnete ich zuerst und grinste breit. Auf der Vorderseite des Papiers klebte ein Bild von Rebecca, die lächelnd vor einem kleinen Tannenbaum saß. Man konnte nicht viel erkennen, da es so bearbeitet worden war, sodass es alt und verwaschen wirkte. Auf der Rückseite wurden in einer edlen Schrift die Worte „Frohe Weihnachten Draco! Liebe Grüße Becca. (PS: Nenn mich lieber so)“ geschrieben. Sie hatte mir wirklich eine Karte geschickt.
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