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Alisha White‘s Endscheidung

OneshotAllgemein / P12 / Gen
22.02.2021
22.02.2021
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Hallo, dies ist ein Oneshot zu Seawalkers, der im 4. Band spielt. Ich habe aus Alisha White’s Sicht geschrieben.

Viel Spaß
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Was sollte ich machen? Was? Ich wusste, dass ich Jack und die Schule im Stich gelassen hatte und ich wäre am liebsten auch sofort wieder zurückgekehrt, doch war ich da wirklich noch willkommen? Diese Frage plagte mich sogar im Schlaf und war fast so lästig wie ein Geisternetz. Am Meisten schmerzte die Vorstellung, dass Jack mich nicht mehr akzeptiert würde. Denn auch wenn ich es mir nicht anmerken ließ, mochte ich ihn, sehr sogar. In Echt hatte ich mich über jedes „Hallo“, jede Begegnung und vor allem über die Einladungen gefreut, doch ich hatte nie zugesagt, da ich immer ein schlechtes Gewissen wegen meiner Vergangenheit hatte. Ganz ehrlich, wer wollte ein Date mit einer ehemaligen Kopfgeld-Jägerin? Und er war dafür eindeutig viel zu gut, ein so intelligenter Weißkopfseeadler hatte auf jeden Fall jemand besseren verdient. Das sah sogar eine blinde Miesmuschel! Und doch hatte mich dieser Sardinen Seawalker auf Wunsch von Tiago nach mir gesucht. Aber Tiago konnte mich wahrscheinlich am besten verstehen, und es könnte auch sein, dass er der einzige ist der noch an mich dachte und ich würde nie erfahren wie die Anderen zu mir standen, wenn ich Tiago nicht anrufen würde. Aber selbst wenn ich den Mut aufbringen würde ihn anzurufen könnte ich nicht offen mit ihm sprechen, da uns jemand abhören könnte. Also was war der Sinn daran?

Ich merkte, dass ich nur Ausreden suchte, doch das machte es auch nicht besser. Wie würden die anderen reagieren? Hatte Jack vielleicht sogar schon einen Ersatz gefunden und sie brauchten mich gar nicht mehr? Auch wenn das wahrscheinlich die beste Lösung gewesen währe, mochte ich den Gedanken nicht, dass Jack einen anderen Lehrer gefunden haben konnte. Oder vielleicht sogar eine hübsche Lehrerin, die noch nie irgendwas mit Verbrechen zutun gehabt hatte und die er jetzt zum Essen einlud. Ich merkte, dass meine Gedanken nur noch zu Jack gleiteten  und fragte mich, ob ich überhaupt in die richtige Richtung schwamm. Und prompt merkte ich, dass ich in die falsche Richtung schwamm. War das vielleicht ein Zeichen? Ein Zeichen, dass ich mich einfach zusammennehmen sollte und Tiago anrufen? Und mich nicht weiter von der Blue Reef zu entfernen? Mein Herz sagte eindeutig zu, doch in meinem Kopf rangen noch Zweifel und Schuldgefühle gegen Verantwortungsbewusstheit und Liebe. Und dass bei mir, derjenigen die zu Tiago gesagt hatte: „Gefühle? Die werden überschätzt.“ Aber was hatte ich nicht auch gesagt? „Was passiert ist, ist passiert. Aber fast immer gibt es eine neue Chance.“ Ja, so hatte ich es gesagt, doch jetzt standen meine Aussagen gegen die jeweils andere. Da viel mir ein Zitat meiner Mutter Louisa wieder ein: „Manchmal fühlt sich der Kopf an, als ob er mit Seetang vollgestopft wurde. Da hilft es nur, den Seetang kurz zu vergessen und ein Nickerchen zu machen“. Genau so hatte sie es immer gesagt und da es genau zu meiner Situation passte, entschied ich mich, bei nächster Gelegenheit ein bisschen Schlaf nachzuholen. Vielleicht würde das den Seetang aus meinem Kopf verbannen.



Als ich aufwachte, war das Chaos, oder ebend der Seetang, in meinem Kopf immer noch da. Es währe auch zu schön gewesen, wenn ich jetzt genau wissen würde, was zu tun war. Ich beschloss, das das sinnvollste was ich jetzt tun konnte jagen war. Ich fing an nach etwas fressbaren zu suchen, und schwamm dabei in die richtige Richtung (ich hatte extra darauf geachtet nicht zur Blue Reef High zu schwimmen). Doch war es auch die richtige Entscheidung oder die richtige Richtung? Machte ich gerade überhaupt irgendwas richtig?

Ich konzentriere mich nicht mehr länger darauf nebenbei auch noch was zu fressen aufzutreiben und grübelte weiter. Was war, wenn Jack oder Tiago Hilfe brauchten? Oder hatte Lydia Lennox sich noch etwas Böses ausgedacht und die Blue Reef brauchte dringend Unterstützung? Bei dem Gedanken schwamm ich automatisch langsamer. Wenn gerade die Schule angegriffen wurde, könnte ich Emir nie verzeihen. Oder wenn Tiago gerade von den skrupellosen Haikämpfern angegriffen wurde. Oder wenn Jack gerade noch schlimmere Probleme mit der Lennox hatte. Doch ich war noch skrupelloser als die Taucher gewesen, hatte sogar jemanden getötet! Konnte man das mir verzeihen? Oder, konnte ich mir das verzeihen? Ich wusste es nicht.



Nach ein paar Stunden, die ich hauptsächlich mit Grübeln um den Strudel verbracht hatte kam ich nochmal auf das eigentliche Problem. Wenn ich nicht zurück kam, aber die Schule mich brauchte… Ich verbot mir weiter in die Richtung zu denken. Aber was war, wenn Tiago seine Aggressionen noch nicht unter Kontrolle hatte? Und wollte ich der Lehrerin, falls es kein Lehrer war, kampflos Vortritt lassen? Nein, nein, nein, nein, dass wollte ich nicht! Auch wenn er jemanden ohne Blut an den Händen verdient hatte, war ich so egoistisch, dass ich niemand anderen an seiner Seite haben wollte. Doch dann musste ich anrufen…. .


Und das hatte ich selbst nach Stunden, die sich wie Jahre anfühlten noch nicht gemacht. Dabei hatte ich mir das immer wieder gesagt! Immer wieder kam der Gedanke in meinen Kopf, dass es sonst vielleicht zu spät sein würde. Doch da kamen mir Zitate aus meinem ehemaligen Lieblingslied „Leicht“ von Lina in den Sinn. „Du bist nicht soweit gekommen um aufzugeben“ und „Also fixier noch mal dein Ziel und lass den Schmerz nicht mit dir spielen“  kamen mir in den Sinn. Und sie hatten Recht. Ich hatte hart gearbeitet um mich von „meinen Freunden“ loszueisen und das sollte nicht umsonst sein. Außerdem zögerte ich nur, wie ich mir eingestehen musste, weil ich Angst vor den Reaktionen hatte. Doch man sollte den Schmerz nie mit einem spielen lassen, das führte bloß zu falschen Handeln. Und was machte ich gerade? Ich schwamm weg, weg von der Schule, weg von meinem Leben! Alles nur, da ich die Angst, den Schmerz mit mir spielen lies! Und da traf ich meine Entscheidung nochmal, diesmal nur überzeugter. Ich wollte Tiago anrufen! Jetzt gleich! Sofort! Okay, sofort ging nicht, da ich erst Mal zu meiner Freundin, bei der ich meine Sachen hatte schwimmen musste, aber dann! Dann würde ich ihn anrufen und endlich nichtmehr auf die ängstliche Stimme in meinem Kopf hören!


Jetzt war es so weit, ich war bei meiner Freundin und hielt das Handy in der Hand. Auf dem Weg hierher hatte ich mich überlegt ihn nach Änderungen im Stundenplan zu fragen. Wenn es keine gab, würde ich zu dem Ausflug kommen und mit ihnen sprechen. Das würde aber nur klappen, wenn ich jetzt doch keinen Rückzieher machen würde. Ich atmete noch einmal tief durch und dachte an das Lied. „Also fixier noch mal dein Ziel“ Mein Ziel war es, endlich normal zu leben, Jack nicht nur Absagen zu geben und Tiago und den anderen Schülern zu helfen. Und dafür musste ich das hier machen. Also drückte ich auf den grünen Knopf. Jetzt kamen doch noch Zweifel, was war, wenn er nicht rann ging? Doch die waren unbegründet, es wurde abgehoben. Das beruhigte mich ungemein und so sprach ich endlich: Hallo Tiago, hier ist Alisha White“


Und so war es getan, ich hatte den ersten und schwersten Schritt bewältigt.


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Und wie fandet ihr es? Ich persönlich mag Mrs. White ja sehr, wie denkt ihr über sie? Übrigens gibt es das Lied wirklich es heißt auch so wie im Lied und ist, wie geschrieben, von Lina. Ich hatte es beim Schreiben zufällig gehört (ja ich höre beim Lesen und Schreiben Musik ‚lach‘) und es hat so gut gepasst.

Viele flossige Grüße
Von Nattie
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