Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast 

Control

OneshotAllgemein / P12 / Het
22.02.2021
22.02.2021
1
1.089
3
Alle Kapitel
3 Reviews
Dieses Kapitel
2 Reviews
 
 
 
22.02.2021 1.089
 
Info:
Typ der Geschichte: Fanfiktion: One-Shot
Fandom: Sims (Computerspiel)
FSK- Rating: 12
Genre: Alltag

Trigger-Warnung: /

_______________
Stumm blieb ich noch einen Moment lang vor dem kleinen Haus stehen, das ich mir scheinbar ausgesucht hatte, um von nun an in diesem zu leben. Ich runzelte meine Stirn und versuchte mich an irgendetwas anders als an meine persönlichen Daten zu erinnern. Mein Name ist Sarah Baker, ich bin vor kurzem Achtzehn geworden, ich bin eine begabte Köchin, ich liebe die Natur, habe einen sprichwörtlichen Grünen Daumen, ich bin sehr ordentlich und ein Familienmensch.
Meine Hand glitt irrtiert an meine Stirn und mein Kopf senkte sich dem Boden entgegen, als ich realisierte, dass ich mich weder daran erinnern konnte, dieses Haus ausgesucht zu haben, noch daran, eine Familie zu haben. Wenn ich versuchte über meine Eltern oder mögliche Geschwister nachzudenken, war in meinem Kopf nur gähnende Leere vorzufinden.
Ich entsinnte mich, ging die zwei kleinen Stufen empor und betrat erstmalig die kleine Terasse. Kurz darauf schritt ich durch die nicht verschlossene Eingangstür und stand in einem deprimierenden, beinahe leeren Raum mit angrenzender, kleiner Küche. Die Möbel waren veraltet und die Tapete erinnerte mich an das Altersheim. Geziehlt bewegete ich mich auf den billigen kleinen Kühlschrank zu und holte Salat, Tomanten und anderes Gemüse heraus. Als ich die Tür schließen wollte, musste ich mit dem Fuß noch einmal unten gegen die Kühlschranktür treten, da sie sich scheinbar schlecht schließen ließ.
Ich holte ein Schneidebrett hervor und begann den Herbstsalat zuzubereiten, wobei mir einfiel, dass ich heute zum ersten Mal selbst koche. Verwirrt hielt ich mit dem Messer in der Bewegung inne. Hatte ich nicht eben noch über mich selbst behauptet, eine begabte Köchin zu sein?
Ich nahm den Salat, kaum war er fertig zubereitet, mit zu dem kleinen Klapptisch, der farblich überhaupt nicht in die Wohnung passte, und begann zu essen. Es schmeckte ganz okay, aber sicher nicht gut, wie es von einer Köchin erwartet werden würde. Ich säuberte nach dem Essen das Geschirr in dem Waschbecken und keinen Moment später, wusste ich nichts mehr mit mir anzufangen. Ich griff nach meinem Handy und surfte einfach lustlos im Internet. Dabei fiel mir auf, dass ich abgesehen von meinem Telefon, nichts weiteres in meinen Taschen hatte.
Als wäre mir ein neues Ziel blitzartig durch den Kopf gerauscht, steckte ich mein Handy weg und betrat das kleine Badezimmer, das eine weitere Tür gegenüber besaß. Ich steuerte geziehlt den Spiegel an und betrachte mich selbst. Schwarze Haare, grüne Augen, relativ Schlank und ein förmlich an Perfektion grenzendes Gesicht. Ich bin nicht von mir selbst überzeugt, ehrlich nicht. Doch mein Gesicht sah aus, als wäre es von einer höheren Macht designt worden, damit es schönstmöglich aussah. Ich begann mit mir selbst zu reden, mit meinem Spiegelbild. Nach zwei Stunden hatte ich das Gefühl, nun ein besseres Verständnis von Kommunikation und Menschen zu haben.
Ich ging durch das Badezimmer durch die zweite Tür und betrachte den Raum. Eine kleine Komode, ein Einzelbett mit einem hässlichen Blumenmuster in Braun und eine altmodische Stehlampe.
Plötzlich, nur einen Wimpernschlag später, hatte sich mein altes, vergilbtes Oma-Bett in ein großes Doppelbett mit roten Laken und weißen Kissen verwandelt, die Komode war verschwunden und stattdessen stand nun an der Wand ein billiger Schreibtisch mit einem klobig großem Computer darauf und einem schwarzen Stuhl davor. Die Stehlampe hatte sich ebenso wie die Komode in Luft aufgelöst und statt dieser erhellte nun eine grelle Lampe an der Decke mein Schafzimmer. Ich wollte verwundert oder gar erschrocken aufkeuchen und einige Schritte zurück machen, doch erneut kam mir eine Idee - die, einfach schlafen zu gehen - wie ein Blitz in meinen Kopf geschossen und ich ging schlafen. Als ich meine Augen wieder aufschlug, waren die alten Oma-Tapeten ebenfalls erneuert und die Küche ausgebaut. Verwirrt setzte ich mich mit einem Gartensalat an den Schreibtisch und aß. Kaum hatte ich aufgegessen, entschloss ich spontan ein Buch zu schreiben und, obwohl mich nach mehreren Stunden, die ich an den Seiten gesessen habe, der Hunger immer mehr plagte und ich auch dringend auf Toilette musste, zwang ich mich dazu, mein Werk zu vollenden. Erst als ich mit meinem Buch fertig war und durch die Veröffentlichung ein wenig Geld bekommen hatte, lief ich auf Toilette, duschte mich und machte mir anschließend erneut Salat, nur um nach dem Essen - um Sechs Uhr Morgens - totmüde ins Bett zu fallen.
Mittlerweile hatte ich Acht Bücher geschrieben, die mir jede Woche einiges an Geld einbrachten. Mein Tagesablauf blieb oberflächlich der selbe - ich stand etwas vor dem Spiegel, aß, schrieb und schlief. Mein Haus hatte eines Tages plötzlich ein weiteres Zimmer bekommen, meine Küchengeräte und Möbel wurden durch teurere ausgetauscht und die Wände hatten alle einen schöneren Anstrich bekommen. Heute hatte ich erneut in den neuen Zauber-raum geblickt und er war nun mit einigem an Kindermöbel und Spielzeug ausgestattet. Mich gruselte der Gedanke, da ich weder ein Kind hatte, noch einen Ehemann, von dem ich eines erwarten könnte.
Doch wie das Schicksal so spielte, hatte ich einen Tag später jemanden im Internet kennengelernt und noch am gleichen Tag kam er zu mir zu Besuch. Wir hatten uns lange unterhalten, wir verstanden uns gut und er erschien mir immer sympatischer und irgendwie kam es zu einem kleinen Flirt meinerseits und nach diesem wurden wir immer intimer. Noch am selben Tag landeten wir im Schlafzimmer, welches mittlerweile eine Staffelei und eine Gitarre drin stehen hatte.
Kaum war der Akt mit ihm beendet, schien er mir nicht mehr als Unterhaltsam genug, denn ich setzte mich stumm wieder an den neueren Pc und schrieb ein weiteres Buch. Der Mann lief ziellos in meinem Haus umher, nur um sich am Abend mit knappen Worten zu verabschieden und zu gehen. Einige Tage später war klar, dass ich ein Kind erwartete und meine Laune stieg weiter und weiter an, wegen der frohen Nachricht. Meine Bücher wurden immer besser und das Geld häufte sich. Eine Woche später hielt ich meinen Sohn in den Armen und umsorgte ihn. Er wuchs schnell zu einem eigenständigen Kind heran und das Schicksal nannte ihn kreativer weise "Sim zwei".
Heute denke ich nicht mehr darüber nach, was ich eigentlich machen möchte, warum mein eigener Wille oft unterdrückt wird oder warum sich meine Einrichtung ohne erkennbares Muster immer wieder verändert. Heute lege ich mich und alle meine Entscheidungen in die Hände des Schicksals, welches mir Spontan und irrational verschiedenste Aufgaben thelepatisch in den Kopf rauschen lässt. Ich befolge einfach meine Befehle und vertraue darauf, dass mich das Schicksal glücklich macht und bei guter Laune hält.
Review schreiben
 
 
 Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast