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Astronaut

GeschichteDrama, Tragödie / P12 / Gen
21.02.2021
21.02.2021
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Anmerkung: Ich fühle mich sehr einsam und ausgeliefert dieser Tage. Mit diesen Gefühlen im Herzen ist wohl auch jener Text entstanden.

Auch in gelesener Variante verfügbar: fuchs liest



Astronaut


Ich bin noch immer sehr müde, sehr erschlagen.
Habe einen großen Kloß im Hals und eine Spitzhacke in der Brust.
Die Augen brennen, als wären sie mit Duschbad überzogen und der Geschmack des Mundes ist faulig.
Fahl.
Nur noch mit wenigen Sehnen am Leben hängend verliere ich mich halb in der Dunkelheit des Abgrundes.
Wie ein Astronaut ohne Rettungsleine.
Dahinschwebend, zwischen Sonne und schwarzem Loch.
Farben in unheimlicher Pracht um mich herum und Geräusche so laut, dass mein Trommelfell platzte und Stille mein Wegbegleiter geworden ist.
Panik.


Sieh nur wie die Sonne an jedem Morgen aufgeht, nur um am Abend zu verschwinden und dem Mond Rätsel aufzugeben, der so verzweifelt nach Licht und Wärme sucht, dass er sich in der Dunkelheit verloren hat.
Wie ein Astronaut ohne Rettungsleine.
Ohne jenen Feuerball umgeben von alles verschlingenden schwarzen Löchern. Keine Liebe, keine Hoffnung aber mit Meteoritentränen die so schön tropfen von seinem rundlichen Kinn.

Ich schließe meine Augen, weine um meine Ohren und den verlorenen Mond. Weine um die Sonne, die dem Untergang nicht entrinnen kann und so heiß brennt, dass sie sich selbst zerstört.

In Stille, in nahender Dunkelheit ... ganz und gar schwerelos mit Tränen in der Brust.
Wie ein Astronaut ohne Rettungsleine.


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