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hungry for you

von Satyrical
GeschichteDrama, Romance / P16 / MaleSlash
Junichiro Kurumamori Takuto Kurumamori Tsurugi Kamiya World End / Il Dio Yumikage Tsukimitsu
21.02.2021
21.02.2021
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"Bist du satt?"
Verständnislos sah World End den Magier vor sich an. Dieser seufzte nur leise, bevor er aufstand und sich wieder in die Küche begab. Natürlich war er nicht satt. Warum hatte er überhaupt gefragt? Der Servamp, der da an seinem Tisch saß, war nicht ohne Grund der der Völlerei.

Während er seinen Kühlschrank weiter nach etwas Essbarem für den Vampir durchsuchte, überlegte er, wie es hatte so eskalieren können. Der Servamp war durchgedreht, laut Touma völlig ohne Grund, doch das konnte der Magier beim bestem Willen nicht glauben. World End hatte sich in den letzten Stunden als durchaus freundlich bewiesen - zwar hatte er keine Tischmanieren, das hatte er aber wohl der Todsünde der Völlerei zu verdanken. Er war immer hungrig, hatte der Vampir ihm erklärt, und selbst Unmengen von Essen halfen nur für kurze Zeit. Da war es kein Wunder, dass der Vampir sein Essen herunterschlang, kein Wunder dass er immer nach Nachschlag verlangte.

Als er Jun in die Wohnung gefolgt war, die bunten Buchstaben an der Tür zu Takutos Kinderzimmer gesehen hatte, war er sofort leiser geworden. "Schläft er?", hatte er den Magier gefragt, und seine Stimme war so viel leiser, so viel sanfter als zuvor. Bei dem Gedanken daran wurde ihm seltsam warm ums Herz.

Er nahm seufzend eine Tupperdose mit japanischem Curry aus dem Kühlschrank. Seine Mutter hatte es ihm gebracht, damit er nach der Arbeit nicht mehr kochen musste, aber wie es aussah würde es an den Vampir anstatt an ihn gehen. Er füllte es vorsichtig in eine Schüssel und machte es in der Mikrowelle warm.

Als die Mikrowelle ihm laut piepend mitteilte, dass die eingestellten drei Minuten bereits vorbei waren, zuckte der Magier so heftig zusammen dass er sich fast den Finger amputierte (er hatte gerade etwas Obst und Gemüse für World End geschnitten). Ein paar Tropfen Blut fanden ihren Weg auf Apfel- und Möhrenstücke und Jun war erleichtert, dass er gerade Essen für einen Vampir zubereitete. Den sollte das Blut nun wirklich nicht stören.

Er atmete tief ein und ging dann zurück ins Wohnzimmer.

Der Vampir hatte sein Shirt ausgezogen, was Jun ihm nicht übelnehmen konnte - es war ein heißer Sommer und auch wenn es bereits dunkel wurde war es noch immer sehr warm in der Wohnung. Doch die muskulöse, tätowierte Brust World Ends war ein echter Blickfang, und auch Jun konnte nicht anders als einen Moment lang bewundern darauf zu starren. Den Vampir schien es nicht zu stören, dieser interessierte sich aber auch viel mehr für die Schüssel mit Curry in Juns Händen.

Mit leicht errötetem Gesicht stellte der Magier die Schüssel vor World End auf den Tisch, und dieser bediente sich auch sofort an ihr. Während ein Löffel nach dem anderen im Mund des hungrigen Vampires verschwand lehnte Jun sich zurück in der Hoffnung, World End würde nicht noch einmal nach Nachschlag fragen.

"Wieso bist du heute so durchgedreht?" Er legte den Kopf leicht schief. "Bisher warst du unauffällig, wenn man den Akten glauben darf."

Der Weißhaarige schnaubte leise. "Sie haben es nicht anders gewollt." Ein weiterer Löffel Curries verschwand in seinem Mund, und er seufzte zufrieden. "Schmeckt gut. Hast du das gemacht?"

"Meine Mutter."

"Ah."

Anscheinend hatte World End nicht vor, sich weiter zu erklären, denn er aß ohne ein weiteres Wort weiter sein Curry.

"Warum?", drängte Jun weiter, und war überrascht davon, wie sehr ihn die Beweggründe des Vampires interessierten. Er hatte über die Jahre gelernt, zu ignorieren, was die Vampire antrieb, es zu wissen würde seinen Job nur schwerer machen. Also... Wieso jetzt? Wieso bei ihm?

"Sie wollten ein Mädchen.." World End zischte abfällig. Er sprach nicht weiter, aber das war auch nicht notwendig. Jun verstand auch ohne weitere Worte.

Der Magier dachte an die grausam zugerichteten Körper der drei jungen Männer, die er am Ort der Festnahme erblickt hatte. Sie hatten ihm leid getan. Niemand verdiente so einen schmerzhaften Tod, hatte er sich gedacht, niemand verdiente es, alleine, voller Angst zu sterben - (Du bist nicht besser, sagte eine Stimme in seinem Kopf, du bist genauso ein Mörder wie er) - aber bei dem Gedanken daran, was sie mit dem Mädchen vorhatten verschwand sein Mitgefühl.

"Du hättest es der Polizei überlassen sollen."
"Die Polizei kann man vergessen." Der Vampir schnaubte. "Bis die da gewesen wären wär´ das Mädchen tot gewesen." Jun konnte nicht anders als dem Vampir recht zu geben.

"Was hast du jetzt mit mir vor?" World End leckte die Schüssel aus und stellte sie erst wieder vor sich auf dem Tisch ab als sie völlig sauber war.

"Ich weiß nicht." Der Magier seufzte. "Ich sollte dich wohl zurück zu C3 bringen, aber.. Wenn ich dich da einmal hingebracht habe kommst du da nie wieder raus."

Der Vampir nahm sich ein Stück Apfel vom Teller. Es war eins der Stücke auf das Juns Blut getropft war, und World Ends Nase zuckte angeregt vom süßlich metallischem Geruch. "Lass mich doch laufen."

Jun lachte leise. "Ich wünschte das könnte ich."

"Was würden sie da mit mir machen?"

"Experimente.." Juns Stimme klang bitter. "Ich weiß nicht genau, was sie mit einem Servamp wie dir machen würden... Die meisten unserer Testsubjekte sind Abkömmlinge... Aber es ist sicher nichts Gutes, World End."

"Ah.." Der Vampir verwandelte sich mit einem müden Seufzen. Seine Tiergestalt war ein Schwein, das hatte Jun bereits gehört, aber keine Beschreibung und kein Bild hätte ihn darauf vorbereiten können wie groß er in Wirklichkeit war. Müde ließ sich das Schwein auf den Boden fallen, wo er sich auf den Rücken rollte.

"Lass uns morgen weiter darüber nachdenken..", brummte er leise, und Jun nickte nur. Es war ja auch ein langer Tag gewesen.

"Aber bitte, schlaf nicht mitten im Wohnzimmer ein."
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