Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast 

The right one  – Es ist nicht einfach den Richtigen zu finden

von Catweazle
Kurzbeschreibung
GeschichteFamilie, Freundschaft / P16 / Het
OC (Own Character) Samu Haber
20.02.2021
21.10.2021
21
45.163
24
Alle Kapitel
153 Reviews
Dieses Kapitel
7 Reviews
 
05.03.2021 1.592
 
Hi,

willkommen zum neuen Kapitel.
Vielen Dank für das Sternchen und die Favo-Einträge.
Dankeschön an: Sternchen1208, Miwi, Dani Leseratte, SunriseAve66 und Kylja für eure Reviews!
Ich wünsche euch Lesern gute Unterhaltung und würde mich natürlich auch über eure Gedanken dazu freuen.

Liebe Grüße
Cat
_________________________________________________________________________________


Kapitel 3:           Das ist Tante Jo aus Deutschland


Zwanzig Minuten später saßen wir alle in Sannas gemütlicher Küche und genossen ein Hirschragout. Kaisa schlief in einem großen Stubenwagen.
„Ein Erbstück von meiner Oma“, erzählte Sanna. „Sie selbst hatte als Baby auch schon darin gelegen, ebenso wie ihre Geschwister, meine Mutter und deren Geschwister. Und anschließend  ha...“
„Anschließend habe ich darin gelegen, ich war nämlich auch mal klein“, unterbrach Samu und fegte bei dem Versuch seine damalige Größe anzudeuten beinahe mein Wasserglas vom Tisch.
„Richtig“, setzte Sanna den Weg des Stubenwagens fort. „Danach war ich dran und dann Santtu. Na, und jetzt eben meine kleine Kaisa.“ Ihr Blick wanderte zu Samu. „Und deine Kinder könnten auch darin schlafen wenn du dich dazu durchringen könntest mit deinen inzwischen 27 Jahren eine Familie zu gründen“, stichelte sie.
„Wenn es soweit ist komme ich gerne auf dein Angebot zurück“, ließ Samu sich nicht ärgern, „aber momentan sehe ich da keinen Bedarf. Santtu wird ihn vermutlich eher benötigen als ich.“
„Santtu ist 14!“, empörte sich Sanna.
„Na und? Habe ich gesagt, dass er die nächsten Jahre Nachwuchs ansetzen soll? Nein“, gab sich Samu selbst die Antwort. „Du weißt, ich will erst meine Karriere und dann, eventuell ...“
„Du und deine nicht vorhandene Karriere!“, schimpfte Sanna ihn aus. „Was, wenn daraus nichts wird?“
„Es wird was daraus“, kam es überzeugend zurück. „Irgendwann möchte ich meinen Traum leben und ich werde alles dafür tun!“

Seine Stimme klang so entschlossen, so euphorisch, dass das Glitzern in seinen Augen bei diesen Worten nicht nur seh- sondern auch hörbar war.
Gerne hätte ich mich nach seinem Lebenstraum erkundigt, aber ich fand es etwas unhöflich wenn ich Samu jetzt in ein Gespräch verwickeln würde, immerhin war ich Gast im Hause seiner Schwester und seines Schwagers.
„Ach herrje, jetzt hätte ich fast etwas vergessen!“, rief ich aus. „Ich habe euch doch etwas aus Deutschland mitgebracht.“
„Sauerkraut?“, mutmaßte Samu. „Mit Eisbein?“
„Wie du weißt hat unser Vater deutsches Blut in seinen Adern, daher ist uns das nicht so ganz unbekannt“, erklärte Sanna.
„Es ist trotzdem etwas anderes. Ich hole es mal.“
Kaum war ich unterwegs ins Zimmer, da fiel mir ein, dass ich damit vielleicht hätte warten sollen bis Samu nicht zugegen war, schließlich hatte ich nichts für ihn. Andererseits war Samu ständig da und ich konnte unmöglich auf den Moment warten an dem er länger als fünf Minuten nicht in der Nähe von einem von uns war. Ich nahm die Tassen aus dem Koffer die ich vorsichtig zwischen ein paar Pullovern eingewickelt hatte. Das Cellophan sah etwas knitterig aus, aber ich zupfte es so einigermaßen zurecht. Uh, verdammt, ich hatte meine Jodtablette vergessen! Schnell nahm ich die Packung aus meiner Handtasche und entdeckte, dass dort noch eine Tüte mit Gummibärchen war die ich mir extra für den Flug gekauft, und dann nicht angerührt hatte.
Kleine süße Gummibärchen für einen süßen Mann wie ein Bär ... Das Wort Gummi strich ich jetzt bei meiner Überlegung mal. Mit meinen Mitbringseln ging ich zurück.

„Liebe Sanna, lieber Mikka, hier habe ich eine Kleinigkeit für euch, etwas mit typisch Berliner Motiven“, überreichte ich meine Geschenke. „Und für dich habe ich auch etwas“, wandte ich mich an Samu. „Das sind sozusagen die Kinder des Berliner Bären.“
Mit einem strahlenden „Dankeschön “, riss er die Tüte auf und stopfte sich gleich mehrere in den Mund. „Ich nehme sie mal lieber in Sicherheitsverwahrung“, kaute er, „man kann schließlich nie wissen wie gefährlich Bären werden können.“
Sanna und Mikka gingen etwas vorsichtiger mit ihren Geschenken um. Mikka erkannte das Tor sofort, und da er ein Schleckermäulchen war wie ich von Sanna bereits wusste, kam die mit Pralinen befüllte Tasse sehr gut bei ihm an. Auch Sanna freute sich riesig und erklärte ihre Berliner-Bär-Tasse zu ihrer neuen Lieblingstasse.
„Und ich habe für dich so ein kleines Programm zusammengestellt das du dir ansehen solltest, Dinge die wir unternehmen könnten“, erklärte sie. „Sag mir auf was du Lust hast. Der Zettel liegt auf dem Wohnzimmertisch. Schau ihn dir an, ich räume inzwischen ab.“
„Warte, ich helfe dir“, stand ich vom Tisch auf.
„Nichts da! Wag es nicht! Mikka kann mir helfen, oder auch Samu. Du bist Gast.“
„Ich bin auch Gast“, erklärte Samu daraufhin. „Ich werde Jo lieber helfen auszusortieren was lohnenswert ist und was nicht.“
Nachdem Samu den Zettel stirnrunzelnd – aber immerhin schweigend – studiert hatte, erhellten sich seine Gesichtszüge.

„Kann man alles machen. Wenn Sanna und du es gestatten würde ich mich gerne bei einigen Ausflügen anschließen. Wie wäre es gleich morgen so zum Einstieg mit einem Stadtbummel? Das ist entspannend und macht Spaß“, schlug er vor. „Wir könnten auch ...“ Kaisas Weinen unterbrach seinen Redefluss. Mit einem: „Was ist denn los, mein kleines Mäuschen?“, beugte Samu sich über den Stubenwagen. „Wer hat dich denn gekniffen, dass du sooo weinen musst? Na komm schon, Onkel Samu tröstet dich, dann wird alles wieder gut.“ Vorsichtig, aber keinesfalls zögernd, nahm er Kaisa heraus. „Siehst du diese Tante dort drüben?“, deutete er auf mich. „Das ist Tante Jo aus Deutschland. Tante Jo ist der Meinung, dass ich nichts von Kindern verstehe, ist das denn zu fassen?“, quasselte er weiter auf die Kleine ein. Er legte Kaisa an seine Schulter und hielt sie in seinen Händen wie in einer großen Höhle.
„Uwäääh, uwääähh!“, heulte Kaisa weiter.
„Was meinst du? Dass sie hübsch ist?“, sah er zu mir. „Ja, Kaisa, da muss ich dir Recht geben, die Tante ist wirklich hübsch.“

„Schluss jetzt mit deiner Baggerei, Samu Haber!“, kam Sanna herein und nahm ihm seine Tochter ab. „Ich werde Kaisa ins Bett bringen. Wie sieht es aus Jo, magst du mitkommen?“
„Aber klar, gerne doch.“ Ich folgte Sanna in das Schlafzimmer in dem für die Zeit meines Aufenthaltes auch Kaisa in einem Reisebettchen schlafen würde.
„Nun habe ich wirklich ein schlechtes Gewissen“, gestand ich während Sanna ihre Tochter Bett fein machte. „Wegen mir kann die Kleine nicht in ihrem Zimmer und in ihrem Bettchen schlafen.“
„Ich  wüsste da schon eine Möglichkeit wie du dein schlechtes Gewissen loswerden kannst“, ertönte es von der Tür her. „Das Bett im Gästezimmer bietet immer noch Platz für zwei. Und wie gesagt, du darfst dir auch die Seite aussuchen“, grinste der Besitzer der Stimme mich an.
„Zisch ab, Samu“, warf Sanna mit Kaisas Strampler nach ihm. „Ach herrje, jetzt habe ich hier keine Windel mehr. Jo, bleibst du bitte bei Kaisa? Ich muss schnell die neue Packung aus ihrem Zimmer holen.“
„Natürlich bleibe ich hier.“

Sanna hatte Kaisa zum Wickeln auf das Ehebett gelegt und vergnügt zappelten die kleinen Beinchen nun in der Luft. Samu schob sich näher und hockte sich vor das Bett.
„Auf so einer Matratze lässt es sich prima herumturnen, was Kaisa? Das haben deine Eltern auch gemacht als sie dich hier in diesem Bett produziert haben.“
„Warst du dabei, dass du das so genau weißt?“, zog ihm Sanna, die gerade zur Tür hereinkam, eine der Windeln über den Kopf. „Vielleicht ist es ja gar nicht in diesem Bett passiert.“
„Ich weiß zumindest, dass du ein anständiges Mädchen bist und dich nicht in einem alten Holzschuppen, der Umkleide eines Schwimmbads oder in einem Fahrstuhl vernaschen lassen würdest, wobei ich bezweifle, dass Mikka überhaupt auf die Idee käme sich außerhalb des Ehebettes zu vergnügen.“
„Was ich ihm auch raten möchte“, kommentierte Sanna.
„So wars nicht gemeint. Lass mich mal.“

Samu nahm Sanna die Windel ab. „Deine Freundin Jo hat mich, kaum das wir uns Hallo gesagt hatten, beschuldigt, dass ich nichts von Kindern verstehe“, beschwerte er sich. „Das kann ich nicht so hinnehmen und darum muss ich ihr jetzt doch das Gegenteil beweisen. Ich kann so ein kleines Würmchen sogar anziehen. Zuerst die Windel um den kleinen Nacktarsch und dann wird der Body zugeknöpft und dann ...“ Er streckte die Hand aus. „Man reiche mir einen Strampler oder was immer Madame auch anziehen soll.“ Sanna gab ihm wortlos den Einteiler den Kaisa in der Nacht tragen sollte. „Danke. Ein Fuß kommt hier rein, der andere dort, dann wird alles über den Windelpopo gezogen und nun ... hier ein Arm, dort ein Arm, einmal umdrehen ...“ Geschickt ließ er seinen Worten auch die Taten folgen. „Reißverschluss zu und fertig ist meine Süße.“ Schon hob er sie hoch und verpasste ihr einen Schmatzer. „Sie ist wirklich goldig, ich muss aufpassen, dass ich nicht zu oft in ihrer Nähe bin, sonst komme ich tatsächlich noch auf die dumme Idee mir so etwas zuzulegen. So, und nun legt Onkel Samu dich hin, du schließt deine Äuglein und dann singe ich ein Lied für dich. Und Mama und Tante Jo gehen schon mal raus und können ganz in Ruhe miteinander reden, weil der große Nichtsnutz beschäftigt ist.“ Lachend reckte sich Sanna und gab ihrem Bruder einen Kuss auf die Wange, anschließend beugte sie sich über das Bettchen.
„Gute Nacht, mein kleiner Liebling“, küsste sie ihr Töchterchen. Auch ich streichelte sanft Kaisas Wange.
„Schlaf schön, kleine Maus. Du hast ja wirklich Glück, dass du so einen lieben Onkel hast der einem kleinen Mädchen ein Einschlaflied vorsingt.“
Natürlich wusste Samu auch darauf einen Spruch.
„Ich singe auch sehr gerne ein Einschlaflied für ein etwas größeres Mädchen. Sag einfach Bescheid, wenn du nicht schlafen kannst.“ Grinsend beugte er sich an mein Ohr vor und hauchte: „Du weißt ja wo mein Zimmer ist.“
Review schreiben
 Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast